[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn auf einen
Wickelkern einer Wikkelstation, bei dem die Materialbahn mit einem Umschlingungswinkel
kleiner als 180° um eine Anpreßwalze geführt wird, die gegen einen drehenden Wickel
der Materialbahn anliegt, sowie eine Vorrichtung zum Aufwikkein einer Materialbahn.
[0002] Bei der Produktion von bahnförmigen Materialien aus Papier, Kunststoff und dergleichen
wird das Endprodukt im allgemeinen auf einen Wickelkern aufgewickelt. Hierzu werden
Zweifach- und Dreifach-Wendewickler eingesetzt, bei denen die Wickelvorrichtung, wie
der Name besagt, aus zwei oder drie Wickelstationen besteht. Zweifach- und Dreifach-Wendewickler
erlauben, die Produktion beim Abschlagen der Materialbahn ohne Unterbrechung fortzusetzen.
Sobald der maximale Wickeldurchmesser beim Aufwickeln der Materialbahn erreicht ist,
schwenkt derwendewickler einen leeren Wickelkern in eine Position, die ein Abschlagen
bzw. ein Abtrennen der laufenden Materialbahn ermöglicht. Dies geschieht in einer
Weise, bei der die Materialbahn von dem leeren Wickelkern mitgenommen wird.
[0003] Aus der DE-OS 3 040 398 ist eine Vorrichtung zum Auswechseln von fertigen Wickeln
gegen leere Wikkelkerne in einer Dopeltragwalzenwickelmaschine zum Aufwickeln von
Bahnen, insbesondere Papierbahnen, bekannt. Der fertige Wickel wird mittels einer
Ausdrückvorrichtung von der Wickelstation zu einer eine seitlich angeordnete Ausziehvorrichtung
aufweisenden Ausziehstation zum Ausziehen der Wickelachse geholt. An beiden Bahnseiten
ist je ein Hebel gelagert, dessen freies Ende einen Greifer zum Erfassen des leeren
Wickelkerns aufweist. Die Hebel sind derart zwischen der Ausziehstation und der Wickelstation
gelagert, daß sich die Greifer in einer Endstellung in der Ausziehstation zur Aufnahme
eines leeren Wickelkerns und in der anderen Endstellung in der Wickelstation zur Abgabe
des Wickelkerns befinden.
[0004] Die DE-OS 3 216 110 beschreibt eine Wickelmaschine mit einer zwischen kraftbetätigten
Wickelhebeln gelagerten Aufwickelachse, einer mit der Aufwickelsachse zusammenwirkenden
Andruckwalze und einer Tragwalze für den Wickel. Est werden bei dieser Wickelmaschine
die Schwenkbewegungen der Wickelhebel und von Schwenkhebeln für jeden Wickeldurchmesser
der Tragwalze einander überlagert. Die Schwenkhebel stützen den Wickel im wesentlichen
von unten ab. Durch die Fortsetzung der Schwenkbewegungen sowohl der Wickel hebel
als auch der Tragwalze über den Wickelbereich hinaus entfernen sich die Tragwalze
und der Wickel soweit voneinander, daß der Wickel auf einer Palette oder einem Wagen
abgelegt werden kann, ohne daß die Tragwalze dabei hinderlich ist.
[0005] Um einen bestimmten definierten Folienaufbau zu erreichen, ist es Stand der Technik,
beim Wickeln einer Folienbahn die Zugkraft in der Folienbahn als konstant oder als
Funktion der Zeit vorzugeben. Dies geschieht normalerweise durch Vorgabe eines bestimmten
Drehmomentes für den Antriebsmotor der Wickelstation, auf deren Wickelkern gerade
die Folienbahn aufgewickelt wird. So ist in der DE-OS 2 712 436 ein Verfahren zur
kontinuierlichen Herstellung von biaxial orientiertem wärmefixiertem Polymerfilm bekannt,
der einer Spannung ausgesetzt wird, die mindestens dreimal so groß wie die normale
beim Filmtransport zwischen den Verstreckstationen und der Aufwickelstation auftretenden
Spannung ist, während der Film bei einer Temperatur zwischen Raumtemperatur und dem
Einfrierpunkt des Films gehalten wird. Der Polymerfilm wird der hohen Längsspannung
zwischen dem Wärmefixieren und dem Aufwickeln ausgesetzt, wobei die Längsspannung
mindestens die fünffache normale Transportspannung beträgt.
[0006] Der Wickelaufbau einer Rolle wird verbessert, wenn die Materialbahn um eine Anpreßwalze
geführt wird, die selbst unmittelbar an dem Wickel mit einer vorgegebenen Anpreßkraft
anliegt. Normalerweise beträgt der Umschlingungswinkel der Materialbahn für die Anpreßwalze
180°, wodurch bewirkt wird, daß die Zugkraft in der Materialbahn keine Komponente
in Richtung oder entgegen der Richtung der Anpreßkraft aufweist. Die Anpreßkraft,
mit der die Anpreßwalze in diesem Fall auf den Wickel drückt, ist dann gleich der
Kraft, beispielsweise erzeugt durch einen Druckluftzylinder, der mit der Anpreßwalze
verbunden ist, um die Anpreßwalze anzudrücken. Um die Zugkraft in der Materialbahn
als auch die Kraft, mit der die Anpreßwalze auf den Wickel wirkt, konstant zu halten
oder als Funktion der Zeit vorzugeben, werden beispielsweise Rechner eingesetzt, um
die Kräfte zu regeln.
[0007] Wendewickler, bei denen der Umschlingungswinkel um die Anpreßwalze 180° beträgt,
sind häufig schlecht zu bedienen, da dieser Umschlingungswinkel Konstruktionen erfordert,
die ein Durchfädeln der Materialbahn nur unter schwierigen Umständen zulassen.
[0008] In der Praxis wird daher häufig ein Umschlingungswinkel kleiner als 180° angewandt,
was zur Folge hat, daß eine Komponente der Kraft in Richtung bzw. entgegen der Richtung
der Materialbahn entgegengesetzt zu der Anpreßkraft der Anpreßwalze an den Wickel
wirkt. Es ist dann nur durch eine sehr aufwendige Steuerung möglich, die Anpreßkraft
der Anpreßwalze so zu erhöhen, daß die Zugkraft in der Materialbahn in etwa kompensiert
wird und eine fest vorgegebene Wickelspannung und fest vorgegebene Anpreßkraft eingehalten
werden können.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, Materialbahnen mit vorgegebener Wickelspannung und
vorgegebener Anpreßkraft zwischen dem Wickel und der Anpreßwalze, ohne aufwendige
Steuerung, mit einfachen Mitteln auf einen Wickelkern einer Wickelstation eines Mehrfachwicklers
aufzuwickeln.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 in der
Weise gelöst, daß die Zugkraft F
b in der Materialbahn, die entgegengesetzt zu der Zugkraft in der Materialbahn ist,
laufend gemessen und einer vorgegebenen Anpreßkraft Fp, mit der die Anpreßwalze an
dem Wickel anliegt, zu einer Kraft F aufaddiert wird, mit der als Sollwert die Anpreßwalze
gegen den Wickel angedrückt wird.
[0011] Weitere verfahrensmäßige Schritte für die Vorgabe der Anpreßkraft Fp der Anpreßwalze
an den Wickel ergeben sich aus den Merkmalen der Verfahrensansprüche 2 bis 6.
[0012] Die Vorrichtung zum Aufwickeln einer Materialbahn auf einen Wickelkern einer Wickelstation,
bei der die Materialbahn durch eine Anpreßwalze an einen drehenden Wickel herangeführt
ist und mit einem Umschlingungswinkel kleiner als 180° um die Anpreßwalze geführt
ist, zeichnet sich dadurch aus, daß in Aufwickelrichtung der Materialbahn der Anpreßwalze
eine stationäre Meßwalze vorgeschaltet ist, über die die Materialbahn geführt ist,
um die Zugkraft F
b in der Materialbahn zu messen und daß die gemessene Kraft F
b mit der vorgegebenen Anpreßkraft Fp, die im Berührungspunkt von Anpreßwalze und Wickel
der Wickelstation angreift, addiert wird, und die Summe beider Kräfte F
b, Fp die Kraft F ergibt, mit der die Anpreßwalze an den Wickel angedrückt wird.
[0013] Die Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergibt sich aus den übrigen Ansprüchen
8 bis 14.
[0014] Mit der Erfindung wird der Vorteil erzielt, die Kraft F
b nämlich die Wickelspannung, in der Materialbahn während des Wickelns ständig zu regeln
und darüber hinaus die Anpreßkraft Fp zwischen Anpreßwalze und Wickel sehr schnell
und sehr genau regeln zu können. Als weiterer Vorteil kommt eine leichte Bedienbarkeit
der Anlage hinzu, d.h. ein leichtes Durchfädeln der Materialbahn durch die Walzen
hindurch, da der Umschlingungswinkel der Materialbahn um die Anpreßwalze herum nur
90° beträgt.
[0015] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Ansicht eines Zweifach-Wendewicklers gemäß dem Stand der
Technik,
Figur 2 eine schematische Ansicht der Vorrichtung bzw. einer Wickelstation nach der
Erfindung, und
Figur 3 in schematischer Ansicht den Einsatz der Vorrichtung nach der Erfindung im
Zusammenwirken mit einem Dreifach-Wendewickler.
[0016] In Figur 1 ist schematisch ein an sich bekannter Zweifach-Wendewickler 16 gezeigt,
bei dem zwei Wickelkerne 4a,4b an den Enden einer Schwinge 19 angebracht sind, die
schwenkbar am oberen Ende eines Stränders 18 gelagert ist. An der einen Seite des
Ständers 18 befindet sich etwa in Höhe der Lagerung der Schwinge 19 eine Hilfsrolle
20, auf die eine Materialbahn 2, wie beispielsweise eine Folien- oder Papierbahn,
unmittelbar nach dem Abschlagen eines Wickels 3 auf dem ersten Wickelkern 4a solange
aufgewickelt wird, bis der leere, zweite Wickelkern 4b in die ursprüngliche Aufwickellage
des ersten Wickelkerns 4a geschwenkt ist, in der eine Anpreßwalze 5 an dem sich ausbildenden
Wickel anliegt. Sobald die Schwinge 19 geschwenkt wurde, kann der Wickel 3 von dem
Wickelkern 4a, der sich dann in der Entnahmestellung befindet, abgenommen werden.
[0017] Die Anpreßwalze 5 ist an unteren Ende eines Trägers 12 befestigt, dessen oberes Ende
mit einen Druckzylinder 13 verbunden ist. Der Druckzylinder 13 ist entlang einer Gleitschiene
22 verschiebbar, so daß stets sichergestellt ist, daß die Anpreßwalze 5 am Wickel
3 anliegt, unabhängig davon, wie groß der Durchmesser des Wickels 3 ist. Die Materialbahn
2 wird mit einem Umschlingungswinkel von 90° um eine Umlenkwalze 17 zu der Anpreßwalze
5 geführt und umschlingt diese mit einem Umschlingungswinkel von 180°. Von der Anpreßwalze
5 läuft die Folienbahn 2 auf den Wickel 3 auf, der mit einem Drehmoment M
d des nicht gezeigten Antriebsmotors der Wickelstation angetrieben wird.
[0018] Der Umschlingungswinkel von 180° um die Anpreßwalze 5 herum bewirkt, daß die Zugkraft
F
b in der Materialbahn 2 keine Komponente in Richtung order entgegen der Richtung der
Anpreßkraft Fp hat. Die Anpreßkraft Fp, mit der die Anpreßwalze 5 an dem Wickel 3
anliegt, ist dann gleich der Kraft F, mit der der Druckzylinder 13, beispielsweise
ein Druckluft- oder ein Hydraulikzylinder, die Anpreßwalze 5 gegen den Wickel 3 drückt.
[0019] Sowohl die Kraft F
b in der Materialbahn 2 als auch die Kraft Fp, mit der die Anpreßwalze 5 auf den Wickel
3 wirkt, können konstant sein oder in Abhängigkeit von der Zeit vorgegeben werden,
wofür entsprechende Rechner eingesetzt werden können.
[0020] Zweifach-Wendewickler 16, die mitAnpreßwalzen 5 ausgestattetsind, bei denen der Umschlingungswinkel
der Materialbahn 2 um die Anpreßwalze 180° beträgt, lassen ein Durchfädeln der Materialbahn
2 bei Maschinenanfahrt oder nach Bahnabriß nur unter schwierigen Umständen zu. In
der Praxis wird daher häufig auf den vollen Umschlingungswinkel von 180° verzichtet,
was zur Folge hat, daß stets eine der Komponente der Kraft F
b entgegengesetzt zu der Anpreßkraft Fp wirkt. Es ist dann nur durch eine sehr aufwendige
Steuerung möglich, die Kraft F so zu erhöhen, daß die Komponente der Kraft F
b in der Materialbahn in etwa kompensiert wird.
[0021] In Figur 2 ist eine Vorrichtung 1 nach der Erfindung zum Aufwickeln der Materialbahn
2 auf einen Wickelkern 4 einerWickelstation 9 gezeigt. Teile dieser Vorrichtung 1,
die mit entsprechenden Teilen nach den Figuren 1 und 3 übereinstimmen, sind mit den
gleichen Bezugszeichen belegt.
[0022] Die Materialbahn 2 wird auf Leitwalzen 10 und 11 in Aufwickelrichtung C über eine
Meßwalze 6 geführt, die der Anpreßwalze 5 vorgeschaltet ist. Die Meßwalze 6 ist auf
Kraftmeßdosen 7 gelagert, die auf einem Ständer 8 angeordnet sind. In Figur 2 ist
eine der Kraftmeßdosen 7 schematisch im oberen Teil des Ständers 8 angedeutet. Die
Zugkraft F
b in der Materialbahn 2, wird mit Hilfe der Meßwalze 6 fortlaufend bestimmt. Die Materialbahn
2 wird horizontal über die Unterseite der Leitwalzen 10 und 11 geführt und steigt
schräg nach oben zu der Meßwalze 6 an. Nach der Meßwalze 6 verläuft die Folienbahn
2 horizontal in Richtung der Anpreßwalze 5 und ist um diese mit einem Umschlingungswinkel
von 90° herumgeführt und wird zu dem Wickel 3 mit einem Wickelradius R auf dem Wickelkern
4 aufgewickelt. Der Wickelradius R wird entweder laufend gemessen oder aus den Foliendaten
Lauflänge, Dicke und Wickeldichte berechnet. Die Messung von R kann mit Hilfe eines
nicht dargestellten Wegaufnehmers geschehen, der sich z.B. mit dem Träger 12 bewegt.
Der Wickel 3 läuft mit einem Drehmoment M
d im Gegenuhrzeigersinn um. Die fortlaufend gemessene Kraft F
b wird mit der vorgegebenen Anpreßkraft Fp, mit der die Anpreßwalze 5 gegen den Wickel
3 drücken soll, addiert, und die Summe der beiden Kräfte F
b und Fp ergibt den Sollwert der Kraft F, mit der die Anpreßwalze 5 in Richtung auf
den Wickel gehalten wird.
[0023] Die Anpreßwalze 5 ist an dem unteren Ende des Trägers 12 befestigt, ebenso wie bei
dem Zweifach-Wendewickler 16 nach Figure 1. Der Träger 12 steht mit dem Kolben des
Druckzylinders 13 in Verbindung, der entlang der Gleitschiene 22 verschiebbar ist.
[0024] Bei dem Druckzylinder 13 handelt es sich um einen Luftdruck- oder einen Hydraulikzylinder,
dessen Mediumdruck durch das Ausgangssignal eines ersten Regelkreises 14 geregeltwird.
In den Regelkreis 14 werden ein elektrisches Signal, das der durch die Kraftmeßdosen
7 bestimmten Kraft F
b entspricht, und ein weiteres elektrisches Signal eingespeist, das äquivalent der
vorgegebenen Anpreßkraft Fp der Anpreßwalze 5 ist. Diese beiden elektrischen Signale
werden zu dem Ausgangssignal des ersten Regelkreises 14 addiert, das dann in entsprechender
Weise den Mediumdruck des Druckzylinders 13 so regelt, daß die Anpreßwalze 5 im Berührungspunkt
A mit dem Wickel 3 die Kraft Fp auf den Wickel 3 ausübt. Die Kraft Fp ist der Sollwert,
mit der die Anpreßwalze 5 gegen den Wickel 3 gedrückt wird.
[0025] Des weiteren ist noch ein zweiter Regelkreis 15 vorhanden, den, dem das der gemessenen
Kraft F
b entsprechende elektrische Signal der Kraftmeßdosen 7 eingespeist wird. In dem Regelkreis
15 wird dieses Signal mit einem zeitlich variablen/oder konstanten Signal des Sollwertes
F
b verglichen, das dem vorgegebenen Drehmoment M
d entspricht. Das vorgegebene Drehmoment M
d ist gleich dem Sollwert des Drehmoments, und daraus wird gemäß der Gleichung F
b = M
d/R der Sollwert F
b berechnet. Das Ausgangssignal des zweiten Regelkreises 15 wird dem nicht gezeigten
Antriebsmotor der Wickelstation 9 zugleitet und regelt somit das Drehmoment M
d des Wickels 3 in einer Weise, daß die auf die Materialbahn 2 ausgeübte Zugspannung
F
b dem vorgegebenen Drehmoment M
d entspricht.
[0026] Bei der Anordnung nach Figur 2 erlaubt der geringe Umschlingungswinkel von 90° der
Materialbahn 2 um die Anpreßwalze 5, eine konstruktive Anordnung der Walzen des Wendewicklers,
wenn es sich beispielsweise um einen Zweifach-Wendewickler nach Figur 1 oder um einen
Dreifach-Wendewickler nach Figur 3 handelt, vorzunehmen, die eine leichte Bedienbarkeit,
d.h. ein leichtes Durchfädeln der Materialbahn 2 gestattet.
[0027] Durch die Meßwalze 6, die auf den Kraftmeßdosen 7 des Ständers 8 gelagert ist, wird
ständig die Kraft F
b in der Materialbahn 2 bestimmt. Diese Kraft wird mit derAnpreßkraft Fp, die im Berührungspunkt
Azwischen der Anpreßwalze 5 und dem Wickel 3 wirkt, zu der Kraft F aufaddiert, die
den Sollwert darstellt, mit der die Anpreßwalze 5 in Richtung auf den Wickel gehalten
wird.
[0028] Wie schon voranstehend erwähnt ist, ermöglicht es die dargestellte Anordnung, eine
Wickelcharakteristik, d.h. die Kraft F
b in der Materialbahn 2, als Funktion der Zeit vorzugeben. Dies geschieht durch die
Vorgabe des Drehmoments M
d, das konstant oder von der Zeit abhäng ig sein kann. Das konstante Drehmoment M
d bzw. der gewünschte zeitliche Verlauf des Drehmoments M
d kann auch mechanisch oder elektronisch abgespeichert und als Sollwert für eine Regelung
vorgegeben werden. In diesem Fall kann dann der voranstehend beschriebene zweite Regelkreis
15 entfallen. Es ist auch möglich, den zeitlichen Verlauf der Kraft F
b in der Materialbahn 2 als Sollwert vorzugeben, indem die Wickelspannung bzw. die
Zugkraft auf die Materialbahn 2 vorab festgelegt wird, und diesen Sollwert mit dem
Meßwert der Kraft F
b, wie er von der Meßwalze 6 und den Kraftmeßdosen 7 festgestellt wird, zu vergleichen
und den Antrieb der Wickelstation 9 bzw. das Drehmoment M
d so zu regeln, daß Soll- und Meßwert übereinstimmen. Dies geschieht mit Hilfe des
zweiten Regelkreises 15, wie dies voranstehend schon beschrieben wurde.
[0029] In Figur 3 ist ein Dreifach-Wendewickler 23 schematisch dargestellt, mit den an den
Ecken eines Rollenwechslers 21, der eine dreiecksförmige Gestalt besitzt, drehbar
gelagerten Wickelkernen 4a, 4b, 4c. Einer dieser Wickelkerne, nämlich der Wickelkern
4a, befindet sich in der Aufwickelstellung und trägt einen Wickel 3, gegen den die
Anpreßwalze 5 im BerührungspunktAanliegt. Der Rollenwechsler21 ist mittig auf einem
Ständer 18 gelagert und in Richtung des Pfeils B im Gegenuhrzeigersinn schwenkbar,
so daß nach dem Abschlagen des Wickels 3, sobald dieser seine vorgegebene Größe erreicht
hat, der nächste Wickelkern 4c in die Aufwikkelstellung gebracht werden kann.
[0030] Die Materialbahn 2 umschlingt die Anpreßwalze 5 mit einem Umschlingungswinkel von
90° und ist über die der Anpreßwalze 5 in Aufwickelrichtung R vorgelagerte Meßwalze
6 geführt, die auf Kraftmeßdosen 7 auf dem Ständer 8 gelagert ist.
[0031] Die Anpreßwalze 5 ist in dergleichen Artwie bei der Anordnung nach Figur am unteren
Ende des Trägers 12 angebracht, der mit seinem oberen Ende mit einem nichtgezeigten
Druckkolben des Druckzylinders 13 verbunden ist, der längs der Gleitschiene 22 horizontal
hin und her verschiebbar ist. Die übrigen Teile dieser Anordnung, wie der erste und
der zweite Regelkreis und die Leitwalzen, sind identisch mit den entsprechenden Teilen
der Anordnung nach Figur 2 und wurden aus Vereinfachungsgründen weggelassen.
[0032] Für die Regelung der Gesamtkraft F bzw. der Anpreßkraft Fp und die Messung der Kraft
F
b in der Materialbahn 2 gilt das im Zusammenhang mit der Beschreibung der Figur 2 gesagte.
1. Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn (2) auf einen Wickelkern einer Wickelstation,
bei dem die Materialbahn mit einem Umschlingungswinkel kleiner als 180° um eine Anpreßwalze
(5) geführt wird, die gegen einen drehenden Wickel der Materialbahn anliegt, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zugkraft Fb in der Materialbahn, laufend gemessen und einer vorgegebenen Anpreßkraft Fp, mit
der die Anpreßwalze an dem Wickel anliegt, zu einer Kraft F aufaddiert wird, mit der
als Sollwert die Anpreßwalze gegen den Wickel angedrückt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehmoment Md des Wickels konstant gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehmoment Md des Wickels sich zeitabhängig ändert.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zeitliche
Verlauf des Drehmoments Md in einem Regelkreis abgespeichert wird.
5. Vorrichtung zum Aufwickeln einer Materialbahn auf einen Wickelkern einer Wickelstation,
bei der die Materialbahn durch eine Anpreßwalze (5) an einen drehenden Wickel herangeführt
ist und mit einem Umschlingungswinkel kleiner als 180° um die Anpreßwalze geführt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß in Aufwickelrichtung der Materialbahn (2) der Anpreßwalze
(5) eine stationäre Meßwalze (6) vorgeschaltet ist, über die die Materialbahn (2)
geführt ist, um die Zugkraft Fb in der Materialbahn (2) zu messen und daß die gemessene Kraft Fb mit der vorgegebenen Anpreßkraft Fp, die im Berührungspunkt (A) von Anpreßwalze (5)
und Wickel (3) der Wickelstation (9) angreift, addiert wird, und die Summe beider
Kräfte Fb, Fp die Kraft F ergibt, mit der die Anpreßwalze (5) an den Wickel (3) angedrückt
wird (Fg. 2).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßwalze (6) auf Kraftmeßdosen
(7) gelagert ist, die auf einem Ständer (8) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlingungswinkel
der Materialbahn (2) um die Anpreßwalze (5) 90° beträgt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anpreßwalze (5) an
dem unteren Ende eines Trägers (12) befestigt ist, der mit dem Kolben eines Druckzylinders
(13) in Verbindung steht, dessen Mediumdruckdurch das Ausgangssignal eines ersten
Regelkreises (14) geregeltwird, in den das der gemessenen Kraft Fb entsprechende elektrische Signal der Kraftmeßdosen (7) eingespeist und mit einem
elektrischen Signal, das äquivalent der vorgegebenen Anpreßkraft FP derAnpreßwalze (5) ist, zu dem Ausgangssignal addiert wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter Regelkreis
(15) vorhanden ist, dem das der gemessenen Kraft Fb entsprechende elektrische Signal der Kraftmeßdosen (7) zugeleitet und mit einem zeitlich
variablen oder konstanten Signal verglichen wird, das aus dem Soll-Wert des Drehmoments
Md berechnet wird und daß das Ausgangssignal des zweiten Regelkreises (15) das Drehmoment
Md des Wickels (3) und somit über die auf die Materialbahn (2) ausgeübte Zugspannung
die Kraft Fb so regelt, daß der Ist-Wert des Drehmoments mit dem vorgegebenen Soll-Wert des Drehmoments
übereinstimmt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelstation (9)
ein Einfachwickler ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelstation (9)
ein Zweifach- oder Dreifach-Wendewickler ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckzylinder (13)
ein Druckluft- oder ein Hydraulikzylinder ist.
1. Procédé pour enrouler une bande de matière (2) sur un mandrin de bobinage dans
un poste de bobinage, et selon lequel on guide la bande avec un angle d'enroulement
inférieur à 1800 autour d'un cylindre presseur (5), qui s'applique contre un rouleau rotatif de la
bande, caractérisé en ce qu'on mesure en permanence la force de traction Fb dans la bande de matière et qu'on l'ajoute à une force de pression prédéterminée
Fp, avec laquelle le cylindre presseur est appliqué contre le rouleau, pour obtenir
une force F, avec laquelle le cylindre presseur est repoussé contre le rouleau.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on maintient constant le
couple de rotation Md du rou leau.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le couple de rotation Md du rouleau varie en fonction du temps.
4. Procédé selon la revendication 1,2 ou 3, caractérisé en ce qu'on mémorise la variation
dans le temps du couPle de rotation Md dans un circuit de régulation.
5. Dispositif pour enrouler une bande de matière sur un mandrin de bobinage dans un
poste de bobinage, dans lequel la bande de matière est rapprochée d'un rouleau rotatif,
par un cylindre presseur (5) et est guidée autour du cylindre presseur avec un angle
d'enroulement inférieur à 180°, caractérisé en ce qu'en amont du cylindre presseur
(5) dans la direction d'enroulement de la bande de matière (2) se trouve installé
un fixe cylindre de mesure (6), sur lequel circule la bande de matière (2) et qui
sert à mesurer la force de traction Fb dans la bande de matière (2), et que la force Fb mesurée est ajoutée à la force de serrage prédéterminée Fp, qui agit au niveau du
point (A) de contact entre le cylindre presseur (5) et le rouleau (3) du poste de
bobinage (9), et que la somme des deux forces Fb,Fp fournit la force F, avec laquelle le cylindre presseur (5) est appliqué contre
le rouleau (3) (figure 2).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le cylindre de mesure
(6) est monté sur des boîtes dynamométriques (7), qui sont disposées sur un support
(8).
7. Dispositif suivant les revendications 5 et 6, caractérisé par le fait que l'angle
d'enroulement de la bande de matière (2) autour du cylindre presseur (5) est égal
à 90°.
8. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le cylindre presseur
(5) est fixé à l'extrémité inférieure d'un support (12), qui est relié au piston d'un
vérin (13), dont la pression du fluide est réglée par le signal de sortie d'un premier
circuit de régulation (14), dans lequel le signal électrique, correspondant à la force
Fb mesurée, des boîtes dynamométriques(7) est introduit, signal auquel est ajouté un
signal électrique équivalent à la force de serrage prédéterminée Fp du cylindre presseur
(5), pour former le signal de sortie.
9. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'il est prévu un second
circuit de régulation(15), auquel le signal électrique, correspondant à la force mesurée
Fb, des boîtes dynamométriques (7) est envoyé et dans lequel ce signal est comparé à
un signal variable dans le temps ou constant, qui est calculé à partir de la valeur
de consigne du couple de rotation Md, et que le signal de sortie du second circuit de régulation (15) règle le couple
de rotation Md de la bobine (3) et par conséquent, par l'intermédiaire de la tension de traction
exercée sur la bande de matière (2), la force Fb de manière que la valeur réelle du couple de rotation soit égale à la valeur de consigne
prédéterminée du couple de rotation.
10. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le poste de bobinage
(9) est un dispositif de bobinage simple.
11. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le poste de bobinage
(9) est un dispositif d'enroulement double ou simple à retournement.
12. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que le vérin (13) est un
vérin pneumatique ou un vérin hydraulique.
1. Method of winding a web onto a winding core of a winding station, in which the
web, with an angle of contact of less than 180°, is guided around a contact roller
(5) which bears against a rotating winding of the web, characterized in that the tensile
force Fb in the web is continuously measured and is added to a predetermined contact force
Fp, with which the contact roller bears against the winding, to result in a force
F with which the contact roller is pressed against the winding.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the torque Md of the winding is kept constant.
3. Method according to Claim 1, characterized in that the torque Md of the winding changes as a function of time.
4. Method according to Claim 1, 2 or 3, characterized in that the variation of the
torque Md with time is stored in a control circuit.
5. Device for winding a web onto a winding core of a winding station, in which the
web is fed by a contact roller (5) up to a rotating winding and, with an angle of
contact of less than 180°, is guided around the contact roller (5), characterized
in that there is arranged up-stream of the contact roller (5) in the winding direction
of the web (2) a stationary measuring roller (6) over which the web (2) is guided
in order to measure the tensile force Fb in the web (2), and that the measured force Fb is added to the predetermined contact force Fp, which acts at the contact point (A)
between the contact roller (5) and the winding (3) of the winding station (9), and
the sum of the two forces Fb, Fp results in the force F with which the contact roller (5) is pressed against the
winding (3) (Fig. 2).
6. Device according to Claim 5, characterized in that the measuring roller (6) is
mounted on load cells (7), which are arranged on a stand (8).
7. Device according to Claims 5 and 6, characterized in that the angle of contact
of the web (2) around the contact roller (5) is 90°.
8. Device according to Claim 5, characterized in that the contact roller (5) is fixed
to the lower end of a support (12) which is connected to the piston of a pressure
cylinder (13) whose medium pressure is controlled by the output signal from a control
circuit (14) into which the electrical signal from the load cells (7), which corresponds
to the measured force Fb, is fed and added to an electrical signal which is equivalent to the predetermined
contact force Fp of the contact roller (5) to result in the output signal.
9. Device according to Claim 7, characterized in that there is a second control circuit
(15) to which the electrical signal from the load cells (7), which corresponds to
the measured force Fb, is supplied and compared with a signal which is variable with time or is constant
and is calculated from the desired value of the torque Md, and that the output signal from the second control circuit (15) controls the torque
Md of the winding (3) and thus, via the tensile stress exerted on the web (2), the force
Fb in such a way that the actual value of the torque coincides with the predetermined
desired value of the torque.
10. Device according to Claim 5, characterized in that the winding station (9) is
a single winder.
11. Device according to Claim 5, characterized in that the winding station (9) is
a double or triple turning winder.
12. Device according to Claim 8, characterized in that the pressure cylinder (13)
is a compressed-air or hydraulic cylinder.