(19)
(11) EP 0 211 821 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.02.1987  Patentblatt  1987/09

(21) Anmeldenummer: 86890162.0

(22) Anmeldetag:  03.06.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04F 19/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 03.06.1985 AT 1675/85

(60) Teilanmeldung:
90105421.3 / 0378252

(71) Anmelder: Stracke, Markus
A-1080 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Stracke, Markus
    A-1080 Wien (AT)

(74) Vertreter: Gibler, Ferdinand, Dipl.Ing. Dr. techn. 
Dorotheergasse 7/14
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Herstellungsverfahren von Bauteilen deren Beschaffenheit, deren Verstärkung und deren Montagehilfsmittel


    (57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren für die Bestückung von Bauteilen, wie Fassaden,mit vorgefertigten Gesimsen, die aus wärmedämmendem Leichtbeton (z.B. Polystyrolschaum­beton mit dem Raumgewicht 0,2 bis 0,4) bestehen, welche nachträglich an bestehende Hausfassaden montierbar sind, wobei die Gesimsprofilkörper oder dergleichen mittels rotierenden Profilbleche gefräst werden und die so her­gestellten Profilkörper - welche auch Nuten erhalten können in die vorher oder erst bei der Montage armierter Beton oder auch unarmierter Beton zur Verstärkung des einzelnen Gesimskörpers oder durch Übergreifen der Armierung auch über mehrere Gesimskörper gemeinsam armiert werden können - welche durch in dieselben eingeschlagene Befestigungsanker an festen Bauteilen verankert sind und sodann beschichtet werden oder unbeschichtet bleiben.


    Beschreibung


    [0001] Es ist bekannt, Bauteile für Fassaden als Gesimsteile aus Holz, aus Mauerstein aus Schwerbeton, aus Verputzmaterial (Kalk-Zementmörtel) oder aus Kunststoffhartschaum zu bilden, wobei einige der aufgezählten vorfertigbar sind.

    [0002] Für die nachträgliche Montage an Bauten scheiden die obgenannten Systeme sehr oft aus, weil:

    [0003] Holz durch Feuchtigkeitswechsel hinsichtlich seiner Ab­messung stark veränderlich ist, Mauersteine lassen sich nicht gut nachträglich als Gesimsteile sicher befestigen Schwerbetongesimsteile oder Fassadenteile sind infolge hohen Eigengewichtes nicht immer sicher an alten Mauer­steinbauten zu befestigen, aus Verputzmaterial geformte Fassadenteile sind hinsichtlich deren Größtabmessungen begrenzt, Polystyrolschaumstoffprofilteile als Fassaden­verzierungen sind zuwenig fest, zu wenig dauerhaft und auch nicht immer feuersicher.

    [0004] Es liegt somit klar, daß alle nachträglich anzubringenden Fassadenelemente, ob diese nun Gesimse oder quader­förmige Mauerverzierungen oder dergleichen darstellen, äußerst problematisch sind, zumal auch nicht alle Gesimsteile wärmedämmend sind, denn gerade bei Geschoß­deckenhöhe, die meistens gewisse Kältebrücken dar­stellen, sollten die Gesimsteile wärmedämmend ausgeführt sein.

    [0005] Erfindungsgemäß werden vorgenannte Fassadenteile aus einer Masse, die zum großen Teil aus geschäumten Kunststoffen, Partikelgröße 2 -7 mm, und zum kleinen Teil aus Zement und Wasser besteht, hergestellt. Dabei sind Rohdichten von 0,2 bis 0,4 erzielbar. Die physikalischen Eigenschaften dieser Masse sind erstaunlich gut, z.B. nicht spröde, absolut frost­sicher, feuersicher, extrem leichte Bearbeitbarkeit und extrem wärmedämmend. Wärmeleitzahl: Lamda 0.06 bis 0,08 W/mh°K.

    [0006] Es hat sich überraschender Weise gezeigt, daß die ge­nannte Masse sich durch rotierende Profilbleche (Fig.3) bearbeiten läßt, und daß Befestigungsanker (Fig. 2) in den bereits gefertigten Formkörper an beliebigen Stellen, beliebig tief, ohne Vorfräsung einfach eingeschlagen werden können, sodaß die umständliche Vorpositionierung von Ankereisen in Schalungen entfallen kann.

    [0007] Zufolge des geringen Eigengewichtes können großvolumige Profilkörper, z.B. mit einer Längenabmessung von 1,5 m, einer Ausladung von 0,4 m und einer Höhe von 0,3 m, nachträglich an die Außenmauer geklebt, und mittels Anker­laschen an die Mauer geschraubt werden.

    [0008] Die Herstellung der Fassadenformkörper erfolgt so, daß in V-förmige Rinnen die genannte Leichtbetonmasse einge­bracht wird, nach Erhärten am nächsten Tag wird der Fassadenelementrohling durch eine Fräsvorrichtung (Fig. 3) geschoben. Die Vorschubrichtung wird bei Bogengesimsteilen auf gekrümmter Bahn vorgenommen. Die Fräsvorrichtung kann aufgrund der guten Bearbeitbarkeit des Rohlings nach sehr einfachem Prinzip arbeiten:

    [0009] Eine oder mehrere horizontale Wellen erhalten jeweils einen durch deren Mitte gehende Längsschlitz wobei in den Längsschlitz, z.B. Schlitzlänge 1 m, Schlitzstärke 4mm, das jeweilige Formprofilblech 4 mm stark, welches an den Außenkonturen spiegelgleiche Umrisse aufweist, durchge­schoben und mittig befestigt wird.

    [0010] Die gegenläufig, zur Vorschubrichtung sich drehende Fräs­welle (Fig. 3, Teil 4) ist an beiden Lagerungen durch Hängespindeln pendelnd aufgehängt, sodaß außer horizontaler Hin- und Herbewegung der Welle auch Auf- und Abbewegungen der Welle sowie auch Schrägstellungen in beliebiger Art, zwecks Positionierung, möglich sind. Nach Positionierung der Fräswelle werden die Lagerschilder am vertikalen Halterungsgerüst jeweils fixiert. Die Einstellung für die Herstellung anderer Porfile, nach Einschieben des dafür vorgesehenen Fräsbleches (Fig. 3, Teil 5), ist daher un­gewöhnlich schnell und ohne großen Kostenaufwand möglich.

    [0011] Die erfindungsgemäßen Fassadenteile können mit dieser Vor­richtung an beliebigen Stellen profiliert werden, wobei nicht nur an deren Sichtseite, sondern auch an der Element­oberseite und der Rückseite bestimmte Profilierungen möglich sind. An der Baukörperoberseite werden kleine Rinnen gefräst, die zur nachträglichen Füllung mit Schwer­beton und zur Aufnahme von dadurch rostgeschützten Armierungs­eisen dienen, Diese in den Formkörper, acuh nachträglich nach Montage, eingebrachten Stahlbetonarmierungen verbinden mehrere Formkörper (Fig. 1, Teil 2) miteinander und dienen auch zur Er­höhung der Trittfestigkeit, oder sie dienen zur Bildung von Lastaufnahmepunkten wie, z.B. dort wo Verankerungen anzu­bringen sind, oder schon angebracht sind oder, z.B. zur An­bringung bon Geländern oder dergleichen.

    [0012] An der, dem Mauerwek zugewandten Seite des Formkörpers können auch feine Rillen zur Aufnahme von größeren Klebe­mörtelmengen vorgefräst sein. Die auskragenden Fassaden­elementteile werden seitlich entweder stumpf aneinanderge­reiht, oder mittels abgesetzter Seitenflanken oder auch schwalbenschwanzförmig gezahnten Seitenflanken aneinander­gereiht montiert. Die Befestigungsanker sind vorzugs­weise aus abgekanteten Flacheisen hergestellt, bei denen diese und oder die Tragpratzen nachträglich in die Leichtbetonmasse eingeschlagen werden, wobei diese Anker vorzugsweise aus zwei Teilen bestehen, der eine Teil der die Vertikalkräfte aufnimmt und ein zweiter Teil (Fig. 2 Teil 3) der die aus dem Kippmoment resultierenden Horizontal­kräfte aufzunehmen hat. Der zweite Teil umschließt den vertikalen Anker an dessen oberem Teil, so daß die vertikale Lasche sich weder seitlich noch vor und zurück bewegen kann. Die horizontalen Laschen können auch so ausge­führt sein, daß diese eine vorher oder nachher ge­bildete Stahlbetonarmierung des Formteiles umschließen oder auch im Zuge der Montage mit einbetoniert werden.

    [0013] Auch nicht nur solche mit der Fassadenwand paralell laufende rinnenförmige Vertiefungen werden in die Form­körper eingefräst, sondern auch quer oder schräg dazu liegende Kanäle sind aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit auch nachträglich an Ort und Stelle einfräsbar, damit können besondere statische Erfordernisse erfüllt werden.

    [0014] Die genannten Fassaden-Formteile (Fig. 1, Teil 2) werden in an sich bekannter Weise beschichtet, mittels Netzen ver­stärkt bzw. gegen Schlagregen oben entsprechend verblecht.


    Ansprüche

    1) Verfahren zur Bestückung von Fassaden
    dadurch gekennzeichnet,
    daß Gesimsteile oder dergleichen, aus Leichtbeton wie Polystyrolschaumbeton mit dem Raumgewicht ca. 0,2 bis 0,4 hergestellt, dann gefräst und mittels nachträglich in die Gesimskörper eingeschlagener Anker an festen Gebäudeteilen befestigt werden, wobei die Gesimsteile oder dergleichen Nuten aufweisen können in welche zumeist nach deren Montage am Bauwerk Armierungsbeton mit ent­sprechenden Armierungseisen eingebracht wird, um einzelne Gesimselemente zu einem Ganzen zu verbinden.
     
    2) Fräsverfahren für Leichtbetonteile dadurch gekennzeichnet, daß rotierende Bleche als Fräser dienen, welche das Profil des Gesimses in einem Arbeitsgang herstellen.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht