(19)
(11) EP 0 211 821 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
10.10.1990  Patentblatt  1990/41

(21) Anmeldenummer: 86890162.0

(22) Anmeldetag:  03.06.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E04F 19/02

(54)

Herstellungsverfahren von Bauteilen deren Beschaffenheit, deren Verstärkung und deren Montagehilfsmittel

Manufacture process of construction elements, their reinforcing and means for their assembling

Procédé de fabrication d'éléments de construction, de leur renforcement et de leur moyen de montage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 03.06.1985 AT 1675/85

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
25.02.1987  Patentblatt  1987/09

(60) Teilanmeldung:
90105421.3 / 0378252

(73) Patentinhaber: Stracke, Markus
1080 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Stracke, Markus
    1080 Wien (AT)

(74) Vertreter: Gibler, Ferdinand, Dipl.Ing. Dr. techn. 
Dorotheergasse 7/14
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CH-A- 413 702
DE-A- 1 909 137
US-A- 3 481 092
DE-A- 1 801 337
DE-A- 3 045 705
US-A- 3 905 170
   
     
    Bemerkungen:
    Teilanmeldung 90105421.3 eingereicht am 03/06/86.
     
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestückung von Fassaden mit Gesimsteilen.

    [0002] Es ist bekannt, Bauteile für Fassaden als Gesimsteile aus Holz, aus Mauerstein, aus Schwerbeton, aus Verputzmaterial (Kalk-Zementmörtel) oder aus Kunststoffhartschaum zu bilden, wobei einige der aufgezählten vorfertigbar sind. Für die nachträgliche Montage an Bauten scheiden die obgenannten Systeme sehr oft aus, weil Holz durch Feuchtigkeitswechsel hinsichtlich seiner Abmessungen stark veränderlich ist, Mauersteine sich nicht gut nachträglich als Gesimsteile sicher befestigen lassen, Schwerbetongesimsteile oder Fassadenteile infolge hohen Eigengewichtes nicht immer sicher an alten Mauersteinbauten zu befestigen sind, aus Verputzmaterial geformte Fassadenteile hinsichtlich deren Größtabmessungen begrenzt sind und Polystyrolschaumstoffprofilteile als Fassadenverzierungen zuwenig fest, zu wenig dauerhaft und auch nicht immer feuersicher sind.

    [0003] Es wurden daher bereits in der DE-A 3 045 705 leichtgewichtige Gesimsteile mit eingeschlagenen Ankern zur nachträglichen Montage an einem Gebäude vorgeschlagen. Diese Gesimsteile bestehen aus einem Kern aus Span- bzw. Faserplattenmaterial, der von einer Deckschicht aus Kunststoffmaterial umschlossen ist, können ein Raumgewicht von etwa 0,4 aufweisen, sind durch Nut/Zapfenverbindungen untereinander verrastbar und können miteinander verklebt werden.

    [0004] Die Erfindung setzt sich daher zum Ziel, ein Verfahren der eingangs erwähnten Art zu schaffen, daß sich durch einen einfachen und schnellen Arbeitsablauf auszeichnet und das einen festen, dauerhaften Verbund der Gesimsteile untereinander und mit dem Gebäude gewährleistet.

    [0005] Dieses Ziel wird gemäß der Erfindung mit einem Verfahren entsprechend dem Anspruch 1 erreicht.

    [0006] Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren bestehen die Gesimsteile bei der erfindungsgemäßen Lösung vollständig aus Leichtbeton, wodurch die einfache Formgebung und leichte Bearbeitung sichergestellt ist. Durch die Einarbeitung der Nuten bzw. der Armierungseisen wird ein bleibend fester Zusammenhalt der Fassadenteile gewährleistet.

    [0007] Eine Weiterbinlung der Erfindung ist durch die Merkmale des Unteranspruches gekennzeichnet.

    [0008] Durch diese erfindungsgemäße Einfräsung feiner Rillen und der Verklebung mit Mörtel können die Gesimsteile noch stärker und dauerhaft mit der Fassade verbunden werden.

    [0009] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:

    Fig. 1 den Aufbau, die Be- und die Verarbeitung eines Gesimsteils in perspektivischer Darstellung, und

    Fig. 2 einen in ein Gesimsteil einschlagbaren Anker in perspektivischer Darstellung.



    [0010] Erfindungsgemäß werden vorgenannte Fassadenteile, d.h. Form- bzw. Gesimsteile 2 aus einer Masse, die zum großen Teil aus geschäumten Kunststoffen, Partikelgröße 1-7 mm, und zum kleinen Teil aus Zement und Wasser besteht, hergestellt. Dabei sind Rohdichten von 0,2 bis 0,4 erzielbar. Die physikalischen Eigenschaften dieser Masse sind erstaunlich gut, z.B. nicht spröde, absolut frostsicher, feuersicher, extrem leicht bearbeitbar und extrem wärmedämmend (Wärmeleitzahl Lambda = 0,06-0,08 W/mh°K).

    [0011] Zusätzliche Aussparungen 6 können zur Gewichtsreduktuion vorgesehen werden.

    [0012] Es hat sich in überraschender Weise gezeigt, daß Befestigungsanker 1 in den bereits gefertigten Formkörper an beliebigen Stellen beliebig tief und ohne Vorfräsung einfach eingeschlagen werden können, so daß die umständliche Vorpositionierung von Ankereisen in Schalungen entfallen kann.

    [0013] Zufolge des geringen Eigengewichtes können großvolumige Profilkörper, z.B. mit einer Längenabmessung von 1,5 m, einer Ausladung von 0,4 m und einer Höhe von 0,3 m, nachträglich an die Außenmauer geklebt und mittels Löcher 5 aufweisenden Ankerlaschen an die Mauer geschraubt werden.

    [0014] Die Herstellung der Fassadenformkörper 2 erfolgt so, daß in V-förmige Rinnen die genannte Leichtbetonmasse eingebracht und nach Erhärten am nächsten Tag der Fassadenelementrohling durch eine Fräsvorrichtung geschoben wird. Die Vorschubrichtung wird bei Bogengesimsteilen auf gekrümmter Bahn vorgenommen.

    [0015] Die erfindungsgemäßen Fassadenteile können an beliebigen Stellen profiliert werden, wobei nicht nur an deren Sichtseite, sondern auch an der Elementoberseite und der Rückseite bestimmte Profilierungen möglich sind. An der Baukörperoberseite werden vor oder auch erst bei der Montage kleine Nuten 9 eingefräst, die zur nachträglichen Füllung mit Schwerbeton und zur Aufnahme von dadurch rostgeschützten Armierungseisen 7 dienen. Diese in den Formkörper auch nachträglich nach Montage eingebrachten Stahlbetonarmierungen verbinden mehrere Formkörper 2 miteinander und dienen auch zur Erhöhung der Trittfestigkeit, oder sie dienen zur Bildung von Lastaufnahmepunkten wie z.B. dort, wo Verankerungen anzubringen oder schon angebracht sind oder z.B. zur Anbringung von Geländern oder dergleichen.

    [0016] An der dem Mauerwerk zugewandten Seite des Formkörpers 2 können auch feine Rillen 8 zur Aufnahme von größeren Klebemörtelmengen vorgefräst sein.

    [0017] Die auskragenden Gesimsteile 2 werden seitlich entweder stumpf aneinandergereiht oder mittels abgesetzter oder auch schwalbenschwanzförmig gezahnter Seitenflanken aneinandergereiht montiert. Die Befestigungsanker 1 sind vorzugsweise aus abgekanteten Flacheisen hergestellt, bei denen diese und/oder die Tragpratzen nachträglich in die Leichtbetonmasse eingeschlagen werden, wobei diese Anker vorzugsweise aus zwei Teilen bestehen, deren einer Teil 4 die Vertikalkräfte und deren zweiter Teil 3 die aus dem Kippmoment resultierenden Horizontalkräfte aufnimmt. Der zweite Teil 3 umschließt den vertikalen Ankerteil an dessem oberen Ende, so daß die vertikale Lasche 4 sich weder seitlich noch vor und zurück bewegen kann. Die horizontalen Laschen können auch so ausgeführt sein, daß diese eine vorher oder nachher gebildete Stahlbetonarmierung des Formteiles umschließen oder auch im Zuge der Montage mit einbetoniert werden.

    [0018] Auch nicht nur solche mit der Fassadenwand parallel laufende rinnenförmige Vertiefungen werden in die Formkörper eingefräst, sondern auch quer oder schräg dazu liegende Kanäle sind aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit auch nachträglich an Ort und Stelle einfräsbar, wodurch besondere statische Erfordernisse erfüllt werden können.

    [0019] Die genannten Fassadenformteile werden in an sich bekannter Weise beschichtet und mittels Netzen verstärkt bzw. gegen Schlagregen oben entsprechend verblecht.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Bestückung von Fassaden mit Gesimsteilen (2), die aus Leichtbeton mit einem Raumgewicht von ca. 0,2 bis 0,4 hergestellt, dann gefräst und mittels nachträglich in die Gesimsteile (2) eingeschlagener Anker (1) an festen Gebäudeteilen befestigt werden, wobei in die Gesimsteile (2) auf deren Oberseite Nuten (9) eingearbeitet werden, in welche zumeist nach der Gesimsteilmontage am Bauwerk Armierungsbeton mit entsprechenden Armierungseisen (7) eingebracht wird, um einzelne Gesimsteile (2) zu einem Ganzen zu verbinden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, daß in die Gesimsteile (2) auf der dem Mauerwerk zugewandten Seite feine Rillen (8) zur Aufnahme von größeren Klebemörtelmengen vorgefräst werden.
     


    Claims

    1. Method for fitting facades with cornice parts (2) which are produced from lightweight concrete with a density of approximately 0.2 to 0.4, then cut and attached to fixed parts of the building by means of wall anchors (1) subsequently driven in to the cornice parts (2), grooves (9) being machined into the cornice parts (2) on their top side, into which grooves reinforced concrete having corresponding reinforcement steel (7) is introduced, usually after assembly of the cornice parts on the building, in order to combine individual cornice parts (2) to form a whole.
     
    2. Method according to Claim 1, in which fine furrows (8) to receive relatively large quantities of bonding mortar are pre-cut in the cornice parts (2) on the side facing the masonry.
     


    Revendications

    1. Procédé pour installer sur des façades des éléments de corniche (2) qui sont fabriqués en béton léger ayant un poids spécifique d'environ 0,2 à 0,4, puis sont fraisés et fixés sur des éléments fixes du bâtiment au moyen d'ancres (1) que l'on enfonce ensuite dans les éléments de corniche (2), caractérisé en ce qu'on réalise dans la face supérieure des éléments de corniche (2) des rainures (9) que l'on comble, la plupart du temps après le montage des éléments de corniche sur la construction, au moyen de béton armé comprenant des tiges de fer d'armature (7) adéquates pour réunir les différents éléments de corniche (2) en un ensemble.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments de corniche (2) comportent sur leur côté tourné vers l'ouvrage de maçonnerie d'étroites rainures (8) qui sont préalablement réalisées par fraisage et sont destinées à recevoir des quantités assez importantes de mortier agglutinant.
     




    Zeichnung