[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Texturieren von Endlos-Filamentfäden
mittels eines erhitzten strömenden Mediums, wie dies im Oberbegriff des 1. Anspruches
definiert ist.
[0002] Aus der schweiz. Patentschrift Nr. 527 931 ist eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff
des ersten Anspruches bekannt, bei welcher ein Kräuselteil durch sternförmig angeordnete
Lamellen gebildet wird, welche mit einer Schmalseite dem gestauchten Faden zugekehrt
fest angeordnet sind. Diese Lamellen sind an beiden Enden durch Ringe fest und auf
Abstand gehalten, sodass das für das Texturieren notwendige Medium zwischen den Lamellen
entweichen kann.
[0003] Eine weitere Texturierdüse dieser Art ist in der schweiz. Patentanmeldung Nr. 2656/84/6
gezeigt, beschrieben und als Basis, d.h. als nächstliegender Stand der Technik für
diese Anmeldung verwendet worden.
[0004] Es hat sich bei der Verwendung solcher Texturierdüsen gezeigt, dass das Anstauen
der Endlos-Filamentfäden in der Stauchkammer des Kräuselteiles der Texturiervorrichtung
beim Start des Betriebes nicht immer ohne Hilfsmittel durchgeführt werden kann, was
darin resultiert, dass die Endlos-Filamentfäden ungekräuselt die Texturiervorrichtung
verlassen.
[0005] Um dies zu vermeiden, wurde beim Start behelfsmässig die Austrittsöffnung der Texturierdüse,
an welcher die Endlos-Filamentfäden die Texturierdüse verlassen, kurzzeitig geschlossen,
um dadurch ein Anstauen der Endlos-Filamentfäden zu verursachen.
[0006] Der Nachteil eines solchen Vorgehens besteht darin, dass es sehr schwierig ist die
richtige Dauer des Verschliessens zu finden, was entweder bei zu kurzer Dauer zu keinem
Anstauen oder bei zu langer Dauer zu einer Verstopfung der Stauchkammer führt.
[0007] Ein anderer Behelf für diese Anstauung bestand auch darin, dass ein Luftstrahl, im
wesentlichen in der der Förderrichtung der Endlos-Filamentfäden entgegengesetzten
Richtung, in die Stauchkammer geblasen wurde.
[0008] Der Nachteil eines solchen Verfahrens liegt nebst den vorgenannten Nachteilen noch
zusätzlich darin, dass sich die Endlos-Filamentfäden zwischen.den Lamellen verfangen
können, was zu unliebsamen Störungen führen kann.
[0009] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung einerseits diese Nachteile zu beheben und andererseits
eine Vorrichtung zum Kräuseln von Fäden zu schaffen, bei welcher das Anstauen problemlos
und ohne einen genauen Zeitablauf durchgeführt werden kann.
[0010] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass im weiteren eine Düse vorgesehen
ist, welche derart angeordnet ist, dass damit ein Gasstrahl in die Stauchkammer eingeblasen
werden kann, welcher eine Richtung aufweist, die von der Förderrichtung der Fäden
verschieden ist.
[0011] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den weiteren abhängigen Ansprüchen aufgeführt.
[0012] Die Vorteile der Erfindung liegen darin, dass das Anstauen auf einfachste Weise und
mit absoluter Zuverlässigkeit durchgeführt werden kann, sowie dass dieser Luftstrahl
die einmal gebildete Kräuselung nicht mehr stört.
[0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Figuren näher erläutert.
[0014] Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung, als Längsschnitt gemäss den Schnittlinien
I (Fig. 2) und halbschematisch dargestellt,
Fig. 2 einen Querschnitt der Vorrichtung von Fig. 1, gemäss den Schnittlinien II (Fig.
1) geschnitten und halbschematisch dargestellt.
[0015] Eine Vorrichtung zum Texturieren 1 umfasst einen Fadeneinführungsteil 2 mit einem
Fadeneinführungskanal 3, einen Behandlungsteil 4 mit einem Aussenrohr 5 und einem
sich darin befindlichen Innenrohr 6, welches eine Behandlungskammer 7 beinhaltet.
[0016] Im weiteren umfasst die Vorrichtung 1 im Anschluss an den Behandlungsteil 4 einen
Kräuselteil 8 mit einem Lochmantelrohr 9 und sich darin befindlichen Lamellen 10,
die einen Stauchraum 11 abgrenzen.
[0017] Der Fadeneinführungsteil 2 ist mittels eines Gewindes 12 mit dem Aussenrohr 5 verbunden,
während das Aussenrohr 5 und das Lochmantelrohr 9 durch ein inneres Verbindungselement
13 zentriert und mittels Schrauben 22 resp. 23 miteinander verbindbar sind. Das Verbindungselement
13 dient im weiteren einerseits zur.festen Aufnahme des Innenrohres 6 und andererseits
zur steckbaren Aufnahme der oberen (in Blickrichtung der Fig. 1) Lamellenenden 24
(Fig. 1).
[0018] Ein Verbindungsrohr 14 weist ausserdem eine Verbindungsbohrung 15 auf, welche die
Behandlungskammer 7 mit dem Stauchraum 11 verbindet.
[0019] Der Mündungsteil 16 weist im weiteren eine Mündungsbohrung 17 auf, durch welche der
gekräuselte Faden (nicht gezeigt) sowie ein Teil des Behandlungsmediums austritt.
[0020] Der andere, zwischen den Lamellen 10 entweichende Teil des Behandlungsmediums entweicht
durch die Austrittsbohrungen 18 des Lochmantelrohres 9.
[0021] Ein im Aussenrohr 5 mittels eines Gewindes 20 befestigter Anschlussstutzen 19 dient
der Zufuhr des Behandlungsmediums in die Vorrichtung 1.
[0022] Im besonderen wird das Behandlungsmedium über einen im Anschlussstutzen 19 vorhandenen
Zufuhrkanal 21 in einen sich zwischen dem Aussenrohr 5 und dem Innenrohr 6 befindlichen
ringförmigen Raum 25 gefördert und von dort in die Behandlungskammer 7.
[0023] Der untere Fortsatz 27, in Faserförderrichtung F gesehen, der Lamellen 10 ist im
Mündungsteil 16 aufgenommen. Das Mündungsteil 16 wird mittels einer im Lochmantelrohr
9 aufgenommenen Fixierschraube 26 festgehalten.
[0024] Im weiteren weist das Lochmantelrohr 9 einen daran befestigten Düsenteil 50 auf,
welcher an seinem vom Lochmantel 9 wegweisenden Ende mit einem Gewinde 51, zur Aufnahme
eines Rohranschlussteiles 52 versehen ist. Dieses Rohranschlussteil 52 dient seinerseits
zur Aufnahme eines Druckrohres 53, welches mit einem Umschaltventil 54 verbunden ist.
Das Umschaltventil 54 ist mit einer Druckquelle 55 verbunden.
[0025] Um ein Ausströmen von Leckgas zu vermeiden, ist im Innern des Rohranschlussteiles
eine Dichtung 56 vorgesehen.
[0026] Der Düsenteil 50 weist eine Druckgaszufuhrbohrung 57, einen Düsenkonus 58 und eine
Injektionsdüse 59 auf.
[0027] Die Förderrichtung G des injizierten Gases bildet mit der Förderrichtung F der Endlos-Filamentfäden,
in dieser Förderrichtung gesehen, einen stumpfen Winkel. Das heisst, dass das durch
die Düse 59 in die Stauchkammer 11 eingeblasene Gas auch eine Kraftkomponente in der
der Förderrichtung F entgegengesetzten Richtung aufweist, was jedoch lediglich einer
bevorzugten Ausführungsform entspricht, da es sich gezeigt hat, dass dieser Winkel
ohne Nachteile ebenfalls ein rechter oder ein spitzer Winkel sein kann.
[0028] Im weiteren ist das von der Druckquelle 55 abgegebene Gas bereits auf einen vorgegebenen,
durch Versuche ermittelten Druck reduziert, so, dass die Wirkung dieses Gasstrahles
keine Störungen im Betrieb oder Nachteile am Filament verursacht.
[0029] Ebenfalls konnte festgestellt werden, dass der Gasstrahl entweder direkt zwischen
zwei Lamellen 10 oder auf eine gerichtet werden kann ohne einen wesentlichen Unterschied
im Anstaueffekt festzustellen.
[0030] Als weitere Variante kann das Gas nach dem Anstauen kontinuierlich weiter eingeblasen
werden, ohne dass eine Störung des Texturiereffektes festgestellt werden konnte.
[0031] Im Normalbetrieb wird, nachdem das Endlosfilamentbündel in die Vorrichtung eingezogen
wurde und dieses in Förderrichtung F die Austrittsbohrung 17 verlässt, für einen kurzen
Moment mittels des Umschaltventiles 54 ein Gasstrahl in die Stauchkammer geblasen,
was am Filamentbündel eine Stauung verursacht, welche im weiteren Betrieb auch ohne
diesen Gasstrahl anhält.
[0032] Wie bereits erwähnt entstehen hingegen bei der Texturierung keine Schäden wenn das
Gas auch weiterhin in die Stauchkammer eingeblasen wird. Daraus entsteht die Möglichkeit,
bei instabiler Stauung, mit Hilfe von diesem kontinuierlich eingeblasenen Gasstrahl
Unterbrüche in der Stauung grundsätzlich zu vermeiden. Es versteht sich, dass in einem
solchen Falle das Umschaltventil 54 entsprechend feststellbar sein muss.
[0033] Als Gas kann normal aufbereitete, ölfreie Luft verwendet werden.
1. Vorrichtung (1) zum Texturieren von Endlos-Filamentfäden (nicht gezeigt) mittels
eines erhitzten strömenden Mediums, mit einem sog., eine Stauchkammer 11 beinhaltenden
Kräuselteil (8), in welcher die vorerwähnten Fäden zum Bilden einer Kräuselung in
den Fäden gestaucht werden, wobei dieser Kräuselteil (8) Oeffnungen (18) aufweist, durch welche das mit den Fäden in die Stauchkammer (11) eingeführte
Medium aus dieser Stauchkammer (11) entweichen kann, dadurch gekennzeichnet, dass
im weiteren eine Düse 51 vorgesehen ist, welche derart angeordnet ist, dass damit
ein Gasstrahl in die Stauchkammer (11) eingeblasen werden kann, welcher eine Richtung
(G) aufweist, die von der Förderrichtung (F) der Fäden verschieden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasstrahl eine Richtung
(G) aufweist, welche mit der Förderrichtung (F) der Fäden, in Förderrichtung gesehen,
einen stumpfen Winkel (cK) einschliesst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1., dadurch gekennzeichnet, dass der Kräuselteil (8)
eine sog. Schlitzdüse ist, bei welcher die Stauchkammer (11) durch strahlenförmig
angeordnete Lamellen (10) gebildet wird und der Gasstrahl zwischen den Lamellen (10)
durchgeblasen wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasstrahl gezielt
zwischen zwei Lamellen (10) durchgeblasen wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasstrahl durch ein
Ventil (54) ein- und ausschaltbar ist.
6. Verwendung der Vorrichtung nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet,
dass der Gasstrahl für das Aufstauen bei Beginn der Kräuselung nur während eines kurzen
Momentes verwendet wird.
7. Verwendung der Vorrichtung nach den vorangehenden Ansprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Gasstrahl während der ganzen Dauer der Kräuselung verwendet wird.