(19)
(11) EP 0 212 368 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
28.12.1988  Patentblatt  1988/52

(21) Anmeldenummer: 86110490.9

(22) Anmeldetag:  30.07.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41F 21/04, B41F 21/10

(54)

Federnder Greifer für Bogenrotationsdruckmaschinen

Spring-mounted gripper for sheet-fed rotary printing machines

Pince à ressort pour rotatives à feuille


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 19.08.1985 DE 3529596

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.03.1987  Patentblatt  1987/10

(73) Patentinhaber: M.A.N.-ROLAND Druckmaschinen Aktiengesellschaft
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Gensheimer, Valentin
    D-6052 Mühlheim/Main (DE)
  • Hartung, Winifried
    D-6050 Offenbach-Main (DE)

(74) Vertreter: Marek, Joachim, Dipl.-Ing. 
c/o MAN Roland Druckmaschinen AG Patentabteilung/FTB S, Postfach 10 12 64
63012 Offenbach
63012 Offenbach (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 061 607
FR-A- 1 484 088
DE-A- 1 908 181
GB-A- 1 338 525
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen federnden Greifer für Bogenrotationsdruckmaschinen nach dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.

    [0002] Ein Greifer genannter Gattung ist aus der GB-A-1 338 525 bekannt. Von Nachteil ist, dass der zentrisch auf der GreiferweIIe gelagerte Greiferfinger beim Schliessen in der Bewegungsphase des Überdrückens des vorgespannten Greifers infolge elastischer Verformung von Greifer, Greifersteuerung, Bedruckstoff und Greiferauflage je nach Passungsspiel zwischen Greiferwelle und der Lagerbohrung des Greiferfingers mehr oder weniger unkontrolliert eine Schiebebewegung in Bedruckstoffrichtung ausführt, wodurch die bekannten Passerprobleme u.a. Druckschwierigkeiten auftreten.

    [0003] Die FR-A-1 484 088 beschreibt eine Vorrichtung zum Antrieb eines schwenkbaren Vorgreifers, bei der die Welle des Vorgreifers einen einem Greiferfingergrundkörper ähnelnden Daumen trägt, der durch einen Rollenhebel mitgenommen wird und auf einer Exzenterwelle gelagert ist. Ein exzentrisch gelagerter Daumen ist aber nur als Antriebsglied für die Steuerung der schwingenden Drehbewegung eines aushebenden Vorgreifers geeignet und nicht geeignet, um bogenförmiges Material zu klemmen und zu transportieren.

    [0004] Bekanntlich sind federnde Greifer so gestaltet, dass sie den Zug, der vom Papier auf die Greifer ausgeübt wird, über Kraftschluss gleichmässig aufnehmen können. Da ein geringfügiges Herausziehen des Papiers aus dem Greifer Doublier- bzw. Passerprobleme hervorruft, ist man immer bestrebt, den Greifer mit der maximalen Haltekraft auszulegen.

    [0005] Dies führt dazu, dass die Greiferfedern eine sehr steile Kennlinie haben. Die Lagerspiele aller Greifer müssen ebenfalls sehr eng gehalten werden, da sich die geringste Luft beim Schliessen automatisch auf das Passen bzw. Doublieren auswirkt. Mit diesem geringen Lagerspiel ist zwangsläufig eine hohe Reibung der Greifer an der Lagerstelle verbunden, d.h. dass ein Teil der Schliessfederkraft im Lager selbst aufgezehrt wird. Ferner ergibt sich hieraus, dass die Lager der G.reiferwelle sehr stabil gehalten werden müssen, um eine Verformung beim impulsartigen Schliessen der Greifer aufzufangen. Ein Nachteil hieraus ist das Entstehen sehr hoher Massenkräfte.

    [0006] Insgesamt kann man sagen, dass bekannte Greifersysteme zum Steuern sehr hohe Kräfte benötigen, die nur z.T. zur Haltekraft des Bogens genutzt werden können und/oder dass durch diese hohen Kräfte, schlagartig auftretend, Störschwingungen in die Maschine eingebracht werden.

    [0007] Aus der DE-C-1 174 804 ist es bekannt, einen einteiligen Greiferhebel auf einer Greiferwelle abzustützen und dessen Vorspannkraft durch eine Druckfeder einzustellen. Das eine Ende der Greiferhebel ist mit einem an einem Klemmstück befindlichen Federfusspunkt verbunden und das andere Ende stützt sich bei geschlossenem Greifer auf der Greiferauflage und bei offenem Greifer auf einem Stützanschlag ab. Die Druckfeder ist so angeordnet, dass die waagerechten Komponenten von Federkraft, Abstützkraft und Auflagekraft in gleiche Richtung weisen. Nachteilig ist, dass bei sehr hohen Maschinengeschwindigkeiten und erhöhten Vorspannkräften in Abhängigkeit vom Lagerspiel an der Greiferwelle und wegen der relativ grossen Massen und Trägheitsradien der Greifer träge reagiert. Infolge Störschwingungen, die in die Maschine eingebracht werden, verändert der Greifer seine Lage beim Zentrieren der Greiferspitze.

    [0008] Aus der DE-A-1 908 181 ist ein Greifer bekannt, bei dem die Achse des Greiferfingergelenkes in einem zur Greiferwelle parallelen Drehgelenk schwenkbar gelagert ist, wobei die Achse des Greiferfingergelenks annähernd auf der von der Greiferspitze wegweisenden Verlängerung einer Geraden gelegen ist, welche die Abstützfläche für die Greiferspitze mit der Achse der Greiferwelle verbindet. Aus der in Fig. 1 gezeigten Geometrie geht hervor, dass die von der Greiferspitze auf die Greiferauflage ausgeübt Kraft weiterhin eine Komponente in Bogenlaufrichtung aufweist. Die Gefahr des Veschiebens des Bogens besteht dadurch, sowie durch eine mögliche Torsion der Greiferwelle bei hohen Vorspannkräften auch weiterhin, wenn auch eine Verbesserung gegenüber üblichen Greifern mit kreisförmiger Bewegung um die Greiferwellenachse erreichbar ist.

    [0009] Aus der DD-A-67 992 ist es bekannt, einen Greifer mittels Klemmstück an einer eine ortsfeste Achse aufweisenden schwenkbaren Greiferwelle zu lagern und einer Greiferzunge in einer ersten Bewegungsphase eine Kreisbewegung um die Greiferwellenachse und in einer zweiten Bewegungsphase in Bezug auf die Greiferauflage annähernd senkrechte Bewegung zu erteilen. Diese Greiferanordnung wirkt aber mit einer kraftschlüssig arbeitenden parallelen Blattfederanordnung und einer Greiferzunge zusammen, die keine grossen Schliesskräfte erträgt, ohne zu beulen. Der Greifer ist demnach für möglichst hohe Schliesskräfte völlig ungeeignet.

    [0010] Ein senkrecht schliessender Greifer mit einer gesteuerten Greiferwelle ist aus der DE-C-2 030 040 bekannt. Von Nachteil ist die kraftschlüssige Steuerung der Greiferwelle relativ zum Drehpunkt eines Steuerhebels mittels einer Führung auf einer Steuerkurve. Der zusätzliche Steuerungsaufwand führt zu einer Erhöhung der Massenkräfte des mit grossem Trägheitsradius schwingenden Systems und damit zu einer Verminderung des Leistungsvermögens der Druckmaschine. Ausserdem ist bei grösseren Verschmutzungen der Steuerkurve keine exakte Führung der zweiten, senkrechten Bewegungsphase mehr möglich.

    [0011] Ferner ist es aus der DE-A-3 130 689 bekannt, in Verbindung mit einer weichen Greiferauflage einen eine flache Greiferflugbahn ausführenden und in der letzten Bewegungsphase senkrecht schliessenden Greiferfinger mit einer in dem Greiferfinger angeordneten und gegen den Bogengreiferaufschlag wirkenden, federnden Anschlagschraube zu versehen. Eine weitere Stellschraube ist erforderlich, um federnd miteinander gekoppelte Halter einzustellen, mittels derer der Greiferfinger der Greiferwelle zugeordnet ist. Von Nachteil ist, dass der Greiferfinger einer weichen Greiferauflage zugeordnet werden muss und an zwei Stellschrauben umständliche Einstellungen erforderlich sind, um eine lagegenaue Übergabe zu erreichen. Bei höheren Maschinengeschwindigkeiten wird der Schliessvorgang unsauber eingeleitet.

    [0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den in Bedruckstoffrichtung beim Überdrücken in der letzten Bewegungsphase als Schiebebewegung wirkenden Bewegungsanteil der um die Greiferwelle beschriebenen kreisförmigen Bewegung des vorgespannten Greifers auf einfache Weise zuverlässig zu kompensieren.

    [0013] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Patentanspruchs gelöst. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Zeichnung und der Beschreibung.

    [0014] Die Vorteile der erfindungsgemässen Lösung bestehen darin, dass ohne Ausbeulen der Greiferspitze unabhängig von Verschmutzungen der Führung sowie einer weichen Greiferauflage sich in einem erweiterten Geschwindigkeitsbereich bei erhöhten Vorspannkräften und Überdrückungen in Bogenlaufrichtung weder störende Kräfte noch Schwingungen auswirken können. Der Halteeffekt wird durch einen erhöhten Zwangslauf bei annähernd senkrechtem Schliessvorgang verbessert, wodurch der Greiferfinger seine statisch bestimmte Lage behält und nicht so träge reagiert und das Schieben in der letzten Bewegungsphase beim Überdrücken des Greifers beseitigt ist.

    [0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher beschrieben.

    Es zeigen:

    Fig. 1 einen Schnitt,

    Fig. 2 eine Draufsicht.



    [0016] Der mit einer Greiferauflage 1 zusammenwirkende Greiferfinger 2 ist auf einer Greiferwelle 3 gegenüber einem Klemmstück 4 abgefedert auf Exzenterbuchsen 9, 10 verdrehbar gelagert. Innerhalb der gegabelten Greiferlagerstelle ist das Klemmstück 4 mittels einer Schraube 5 auf der Greiferwelle 3 festgeklemmt. Die Feder 6 drückt den Greiferfinger 2 nachgiebig gegen den zwischen Greiferauflage 1 und einer Greiferspitze 12 liegenden Bogen 7, wobei zwischen einer Anschlagnase 8 des Klemmstückes 4 und dem Greiferfinger 2 ein mittels Anschlagschraube einstellbarer Abstand 11 besteht. Im geöffneten Zustand liegt der Greiferfinger 2 unter der Wirkung einer Feder 6 an einer Anschlagnase 8 an. Infolge der mit einer Exzentrizität «e» auf Exzenterbuchsen 9, 10 vorgesehenen Lagerung des Greiferfingers 2 wird die Schiebebewegung, die bei einem zentrisch auf der Greiferwelle 3 gelagerten Greiferfinger 2 infolge elastischer Verformung von Greiferfinger 2, Greiferauflage 1 und Bogenmaterial auftritt, durch eine entsprechende Gegenbewegung (siehe Pfeile in Fig. 1) beim Überdrücken kompensiert. Durch formschlüssigen Zwangslauf werden eine lagegenaue Bogen- übergabe und ein schiebefreier Schliessvorgang erreicht. Schwingungen und Kräfte sowie Toleranzen und eine Torsion der Greiferwelle 3 wirken sich nicht mehr schädlich auf die Schliesskräfte aus. Ausserdem kann die Greiferwelle 3 möglichst tief senkrecht unterhalb der Greiferspitze gelagert werden, wodurch das freie Umfahren der Vorderkante des Bogens 7 mit möglichst kleinem Schwenkwinkel erfolgen kann. Nach einer anderen Ausführungsart der Erfindung kann der Greiferfinger 2 alternativ auch auf nicht dargestellten exzentrischen Anschliffen auf der Greiferwelle 3 gelagert werden.

    [0017] Bezugszeichenliste

    1 Greiferauflage

    2 Greiferfinger

    3 Greiferwelle

    4 Klemmstück

    5 Schraube

    6 Feder

    7 Bogen

    8 Anschlagnase

    9 Exzenterbuchse

    10 Exzenterbuchse

    11 einstellbarer Abstand

    12 Greiferspitze




    Ansprüche

    1. Federnder Greifer für Bogenrotationsdruckmaschinen, der aus einem eine Schwenkbewegung ausführenden Klemmstück (4) und einem dazu federnd angeordneten schwenkbaren Greiferfinger (2) besteht, dessen Vorspannkraft durch eine die beiden Greiferteile verbindende Druckfeder (6) einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferfinger (2) auf der Greiferwelle (3) exzentrisch gelagert ist, wobei die Exzentrizität (e) so gewählt ist, dass beim Schliessen des Greifers die Mittelachse der Lagerbohrung des Greiferfingers (2) zur Kompensation der Schiebebewegung des Greiferfingers (2) durch eine entsprechende Gegenbewegung verlagerbar ist.
     
    2. Federnder Greifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferfinger (2) auf exzentrischen Anschliffen der Greiferwelle (3) gelagert ist.
     
    3. Federnder Greifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferfinger (2) auf Exzenterbuchsen (9, 10) auf der Greiferwelle (3) gelagert ist.
     


    Claims

    1. Spring-mounted gripper for rotary sheet printing presses which consists of a clamping piece (4) effecting a swinging movement and a gripper finger (2) swingably arranged sprung thereto, the pretensioning force of which is adjustable by a compression spring (6) connecting both the gripper parts, characterised in that the gripper finger (2) is eccentrically mounted on the gripper shaft (3), the eccentricity (e) being so chosen that, on closing the gripper, the central axis of the bearing bore of the gripper finger (2) is displacable by a corresponding counter movement to compensate for the sliding movement of the gripper finger (2).
     
    2. Spring-mounted gripper according to Claim 1, characterised in thatthe gripperfinger (2) is mounted on eccentric slides of the gripper shaft (3).
     
    3. Spring-mounted gripper according to Claim 1, characterised in that the gripper finger (2) is mounted on eccentric bushes (9, 10) on the gripper shaft (3).
     


    Revendications

    1. Pince à ressort pour rotatives à feuilles, composée d'un élément de serrage (4) exécutant un mouvement de pivotement et d'un doigt de pince (2) pivotant monté avec un ressort, dont la force initiale de tension est réglable à l'aide d'un ressort de compression (6) reliée aux deux parties de la pince, caractérisée en ce que le doigt de pince (2) est monté de manière excentrique sur l'arbre (3), l'excentricité (e) étant choisie de manière à ce que lors de la fermeture de la pince, l'axe central de l'alésage du palier du doigt de pince (2) puisse être déplacé par un contre- mouvement adéquat, afin de compenser le mouvement de poussée effectué par le doigt de pince (2).
     
    2. Pince à ressort selon revendication 1, caractérisée en ce que le doigt de pince (2) est monté sur des parties excentriques de l'arbre (3).
     
    3. Pince à ressort selon revendication 1, caractérisée en ce que le doigt (2) est monté sur des coussinets d'excentrique (9, 10) sur l'arbre (3).
     




    Zeichnung