[0001] Die Erfindung betrifft einen federnden Greifer für Bogenrotationsdruckmaschinen nach
dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.
[0002] Ein Greifer genannter Gattung ist aus der GB-A-1 338 525 bekannt. Von Nachteil ist,
dass der zentrisch auf der GreiferweIIe gelagerte Greiferfinger beim Schliessen in
der Bewegungsphase des Überdrückens des vorgespannten Greifers infolge elastischer
Verformung von Greifer, Greifersteuerung, Bedruckstoff und Greiferauflage je nach
Passungsspiel zwischen Greiferwelle und der Lagerbohrung des Greiferfingers mehr oder
weniger unkontrolliert eine Schiebebewegung in Bedruckstoffrichtung ausführt, wodurch
die bekannten Passerprobleme u.a. Druckschwierigkeiten auftreten.
[0003] Die FR-A-1 484 088 beschreibt eine Vorrichtung zum Antrieb eines schwenkbaren Vorgreifers,
bei der die Welle des Vorgreifers einen einem Greiferfingergrundkörper ähnelnden Daumen
trägt, der durch einen Rollenhebel mitgenommen wird und auf einer Exzenterwelle gelagert
ist. Ein exzentrisch gelagerter Daumen ist aber nur als Antriebsglied für die Steuerung
der schwingenden Drehbewegung eines aushebenden Vorgreifers geeignet und nicht geeignet,
um bogenförmiges Material zu klemmen und zu transportieren.
[0004] Bekanntlich sind federnde Greifer so gestaltet, dass sie den Zug, der vom Papier
auf die Greifer ausgeübt wird, über Kraftschluss gleichmässig aufnehmen können. Da
ein geringfügiges Herausziehen des Papiers aus dem Greifer Doublier- bzw. Passerprobleme
hervorruft, ist man immer bestrebt, den Greifer mit der maximalen Haltekraft auszulegen.
[0005] Dies führt dazu, dass die Greiferfedern eine sehr steile Kennlinie haben. Die Lagerspiele
aller Greifer müssen ebenfalls sehr eng gehalten werden, da sich die geringste Luft
beim Schliessen automatisch auf das Passen bzw. Doublieren auswirkt. Mit diesem geringen
Lagerspiel ist zwangsläufig eine hohe Reibung der Greifer an der Lagerstelle verbunden,
d.h. dass ein Teil der Schliessfederkraft im Lager selbst aufgezehrt wird. Ferner
ergibt sich hieraus, dass die Lager der G.reiferwelle sehr stabil gehalten werden
müssen, um eine Verformung beim impulsartigen Schliessen der Greifer aufzufangen.
Ein Nachteil hieraus ist das Entstehen sehr hoher Massenkräfte.
[0006] Insgesamt kann man sagen, dass bekannte Greifersysteme zum Steuern sehr hohe Kräfte
benötigen, die nur z.T. zur Haltekraft des Bogens genutzt werden können und/oder dass
durch diese hohen Kräfte, schlagartig auftretend, Störschwingungen in die Maschine
eingebracht werden.
[0007] Aus der DE-C-1 174 804 ist es bekannt, einen einteiligen Greiferhebel auf einer Greiferwelle
abzustützen und dessen Vorspannkraft durch eine Druckfeder einzustellen. Das eine
Ende der Greiferhebel ist mit einem an einem Klemmstück befindlichen Federfusspunkt
verbunden und das andere Ende stützt sich bei geschlossenem Greifer auf der Greiferauflage
und bei offenem Greifer auf einem Stützanschlag ab. Die Druckfeder ist so angeordnet,
dass die waagerechten Komponenten von Federkraft, Abstützkraft und Auflagekraft in
gleiche Richtung weisen. Nachteilig ist, dass bei sehr hohen Maschinengeschwindigkeiten
und erhöhten Vorspannkräften in Abhängigkeit vom Lagerspiel an der Greiferwelle und
wegen der relativ grossen Massen und Trägheitsradien der Greifer träge reagiert. Infolge
Störschwingungen, die in die Maschine eingebracht werden, verändert der Greifer seine
Lage beim Zentrieren der Greiferspitze.
[0008] Aus der DE-A-1 908 181 ist ein Greifer bekannt, bei dem die Achse des Greiferfingergelenkes
in einem zur Greiferwelle parallelen Drehgelenk schwenkbar gelagert ist, wobei die
Achse des Greiferfingergelenks annähernd auf der von der Greiferspitze wegweisenden
Verlängerung einer Geraden gelegen ist, welche die Abstützfläche für die Greiferspitze
mit der Achse der Greiferwelle verbindet. Aus der in Fig. 1 gezeigten Geometrie geht
hervor, dass die von der Greiferspitze auf die Greiferauflage ausgeübt Kraft weiterhin
eine Komponente in Bogenlaufrichtung aufweist. Die Gefahr des Veschiebens des Bogens
besteht dadurch, sowie durch eine mögliche Torsion der Greiferwelle bei hohen Vorspannkräften
auch weiterhin, wenn auch eine Verbesserung gegenüber üblichen Greifern mit kreisförmiger
Bewegung um die Greiferwellenachse erreichbar ist.
[0009] Aus der DD-A-67 992 ist es bekannt, einen Greifer mittels Klemmstück an einer eine
ortsfeste Achse aufweisenden schwenkbaren Greiferwelle zu lagern und einer Greiferzunge
in einer ersten Bewegungsphase eine Kreisbewegung um die Greiferwellenachse und in
einer zweiten Bewegungsphase in Bezug auf die Greiferauflage annähernd senkrechte
Bewegung zu erteilen. Diese Greiferanordnung wirkt aber mit einer kraftschlüssig arbeitenden
parallelen Blattfederanordnung und einer Greiferzunge zusammen, die keine grossen
Schliesskräfte erträgt, ohne zu beulen. Der Greifer ist demnach für möglichst hohe
Schliesskräfte völlig ungeeignet.
[0010] Ein senkrecht schliessender Greifer mit einer gesteuerten Greiferwelle ist aus der
DE-C-2 030 040 bekannt. Von Nachteil ist die kraftschlüssige Steuerung der Greiferwelle
relativ zum Drehpunkt eines Steuerhebels mittels einer Führung auf einer Steuerkurve.
Der zusätzliche Steuerungsaufwand führt zu einer Erhöhung der Massenkräfte des mit
grossem Trägheitsradius schwingenden Systems und damit zu einer Verminderung des Leistungsvermögens
der Druckmaschine. Ausserdem ist bei grösseren Verschmutzungen der Steuerkurve keine
exakte Führung der zweiten, senkrechten Bewegungsphase mehr möglich.
[0011] Ferner ist es aus der DE-A-3 130 689 bekannt, in Verbindung mit einer weichen Greiferauflage
einen eine flache Greiferflugbahn ausführenden und in der letzten Bewegungsphase senkrecht
schliessenden Greiferfinger mit einer in dem Greiferfinger angeordneten und gegen
den Bogengreiferaufschlag wirkenden, federnden Anschlagschraube zu versehen. Eine
weitere Stellschraube ist erforderlich, um federnd miteinander gekoppelte Halter einzustellen,
mittels derer der Greiferfinger der Greiferwelle zugeordnet ist. Von Nachteil ist,
dass der Greiferfinger einer weichen Greiferauflage zugeordnet werden muss und an
zwei Stellschrauben umständliche Einstellungen erforderlich sind, um eine lagegenaue
Übergabe zu erreichen. Bei höheren Maschinengeschwindigkeiten wird der Schliessvorgang
unsauber eingeleitet.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den in Bedruckstoffrichtung beim Überdrücken
in der letzten Bewegungsphase als Schiebebewegung wirkenden Bewegungsanteil der um
die Greiferwelle beschriebenen kreisförmigen Bewegung des vorgespannten Greifers auf
einfache Weise zuverlässig zu kompensieren.
[0013] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Patentanspruchs gelöst.
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Zeichnung
und der Beschreibung.
[0014] Die Vorteile der erfindungsgemässen Lösung bestehen darin, dass ohne Ausbeulen der
Greiferspitze unabhängig von Verschmutzungen der Führung sowie einer weichen Greiferauflage
sich in einem erweiterten Geschwindigkeitsbereich bei erhöhten Vorspannkräften und
Überdrückungen in Bogenlaufrichtung weder störende Kräfte noch Schwingungen auswirken
können. Der Halteeffekt wird durch einen erhöhten Zwangslauf bei annähernd senkrechtem
Schliessvorgang verbessert, wodurch der Greiferfinger seine statisch bestimmte Lage
behält und nicht so träge reagiert und das Schieben in der letzten Bewegungsphase
beim Überdrücken des Greifers beseitigt ist.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher
beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt,
Fig. 2 eine Draufsicht.
[0016] Der mit einer Greiferauflage 1 zusammenwirkende Greiferfinger 2 ist auf einer Greiferwelle
3 gegenüber einem Klemmstück 4 abgefedert auf Exzenterbuchsen 9, 10 verdrehbar gelagert.
Innerhalb der gegabelten Greiferlagerstelle ist das Klemmstück 4 mittels einer Schraube
5 auf der Greiferwelle 3 festgeklemmt. Die Feder 6 drückt den Greiferfinger 2 nachgiebig
gegen den zwischen Greiferauflage 1 und einer Greiferspitze 12 liegenden Bogen 7,
wobei zwischen einer Anschlagnase 8 des Klemmstückes 4 und dem Greiferfinger 2 ein
mittels Anschlagschraube einstellbarer Abstand 11 besteht. Im geöffneten Zustand liegt
der Greiferfinger 2 unter der Wirkung einer Feder 6 an einer Anschlagnase 8 an. Infolge
der mit einer Exzentrizität «e» auf Exzenterbuchsen 9, 10 vorgesehenen Lagerung des
Greiferfingers 2 wird die Schiebebewegung, die bei einem zentrisch auf der Greiferwelle
3 gelagerten Greiferfinger 2 infolge elastischer Verformung von Greiferfinger 2, Greiferauflage
1 und Bogenmaterial auftritt, durch eine entsprechende Gegenbewegung (siehe Pfeile
in Fig. 1) beim Überdrücken kompensiert. Durch formschlüssigen Zwangslauf werden eine
lagegenaue Bogen- übergabe und ein schiebefreier Schliessvorgang erreicht. Schwingungen
und Kräfte sowie Toleranzen und eine Torsion der Greiferwelle 3 wirken sich nicht
mehr schädlich auf die Schliesskräfte aus. Ausserdem kann die Greiferwelle 3 möglichst
tief senkrecht unterhalb der Greiferspitze gelagert werden, wodurch das freie Umfahren
der Vorderkante des Bogens 7 mit möglichst kleinem Schwenkwinkel erfolgen kann. Nach
einer anderen Ausführungsart der Erfindung kann der Greiferfinger 2 alternativ auch
auf nicht dargestellten exzentrischen Anschliffen auf der Greiferwelle 3 gelagert
werden.
[0017] Bezugszeichenliste
1 Greiferauflage
2 Greiferfinger
3 Greiferwelle
4 Klemmstück
5 Schraube
6 Feder
7 Bogen
8 Anschlagnase
9 Exzenterbuchse
10 Exzenterbuchse
11 einstellbarer Abstand
12 Greiferspitze
1. Federnder Greifer für Bogenrotationsdruckmaschinen, der aus einem eine Schwenkbewegung
ausführenden Klemmstück (4) und einem dazu federnd angeordneten schwenkbaren Greiferfinger
(2) besteht, dessen Vorspannkraft durch eine die beiden Greiferteile verbindende Druckfeder
(6) einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferfinger (2) auf der Greiferwelle
(3) exzentrisch gelagert ist, wobei die Exzentrizität (e) so gewählt ist, dass beim
Schliessen des Greifers die Mittelachse der Lagerbohrung des Greiferfingers (2) zur
Kompensation der Schiebebewegung des Greiferfingers (2) durch eine entsprechende Gegenbewegung
verlagerbar ist.
2. Federnder Greifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferfinger
(2) auf exzentrischen Anschliffen der Greiferwelle (3) gelagert ist.
3. Federnder Greifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greiferfinger
(2) auf Exzenterbuchsen (9, 10) auf der Greiferwelle (3) gelagert ist.
1. Spring-mounted gripper for rotary sheet printing presses which consists of a clamping
piece (4) effecting a swinging movement and a gripper finger (2) swingably arranged
sprung thereto, the pretensioning force of which is adjustable by a compression spring
(6) connecting both the gripper parts, characterised in that the gripper finger (2)
is eccentrically mounted on the gripper shaft (3), the eccentricity (e) being so chosen
that, on closing the gripper, the central axis of the bearing bore of the gripper
finger (2) is displacable by a corresponding counter movement to compensate for the
sliding movement of the gripper finger (2).
2. Spring-mounted gripper according to Claim 1, characterised in thatthe gripperfinger
(2) is mounted on eccentric slides of the gripper shaft (3).
3. Spring-mounted gripper according to Claim 1, characterised in that the gripper
finger (2) is mounted on eccentric bushes (9, 10) on the gripper shaft (3).
1. Pince à ressort pour rotatives à feuilles, composée d'un élément de serrage (4)
exécutant un mouvement de pivotement et d'un doigt de pince (2) pivotant monté avec
un ressort, dont la force initiale de tension est réglable à l'aide d'un ressort de
compression (6) reliée aux deux parties de la pince, caractérisée en ce que le doigt
de pince (2) est monté de manière excentrique sur l'arbre (3), l'excentricité (e)
étant choisie de manière à ce que lors de la fermeture de la pince, l'axe central
de l'alésage du palier du doigt de pince (2) puisse être déplacé par un contre- mouvement
adéquat, afin de compenser le mouvement de poussée effectué par le doigt de pince
(2).
2. Pince à ressort selon revendication 1, caractérisée en ce que le doigt de pince
(2) est monté sur des parties excentriques de l'arbre (3).
3. Pince à ressort selon revendication 1, caractérisée en ce que le doigt (2) est
monté sur des coussinets d'excentrique (9, 10) sur l'arbre (3).