[0001] Die Erfindung betrifft neue Reinigungsmittel, mit denen lackierte oder nichtlackierte
Oberflächen von Fahrzeugen, Motoren, Fußböden in Werkstätten oder andere Arbeitsflächen
gereinigt und entfettet werden können, wobei die entsprechenden entfernten Verunreinigungen
demulgiert werden.
[0002] Mittel zur Reinigung von festen Oberflächen, die mit Fetten oder fettartigen Verschmutzungen
verunreinigt sind, sind insbesondere im technischen Bereich weit verbreitet. Bisher
werden für die entsprechenden Reinigungsoperationen entweder Zusammensetzungen verwendet,
die Fette oder fettartige Verschmutzungen emulgieren, oder sogenannte "Kaltreiniger"
eingesetzt. Letztere sind (nach Römpp's Chemie-Lexikon, Franck'sche Verlagsbuchhandlung
Stuttgart, Band 3 (1983), Seite 2033/34) Lösungsmittelgemische, die hohe Anteile chlorierter
oder nichtchlorierter Kohlenwasserstoffe (Erdölfraktionen) enthalten und mit oder
ohne Emulgatoren und anderen Zusätzen zur Kaltentfernung von Fetten, Ölen, Wachsen,
Teer usw. verwendet werden. Bei Verwendung derartiger Kaltreiniger werden die Abwässer
nicht nur mit den von den behandelten Oberflächen abgelösten Fetten, Ölen etc. belastet,
sondern zusätzlich auch mit organischen Lösungsmitteln, insbesondere mit chlorierten
Kohlenwasserstoffen, so daß eine Abtrennung der umweltschädlichen Komponenten von
den entsprechenden Abwässern zwingend erforderlich, da gesetzlich vorgeschrieben,
ist. Zudem haben organische Lösungsmittel enthaltende Kaltreiniger den weiteren Nachteil,
daß bei der Reinigungsoperation feuergefährliche, geruchsbelästigende oder sogar gesundheitsschädliche
Dämpfe entstehen, so daß die entsprechenden Reinigungsoperationen nur unter extremen
Vorsichts- und Gesundheitsschutzmaßnahmen durchgeführt werden können.
[0003] Die erstgenannten, emulgierend wirkende Komponenten enthaltenden Reinigungsmittel
haben den wesentlichen Nachteil, daß zwar Fette oder fettartige Verschmutzungen von
den zu reinigenden Oberflächen entfernt werden können, diese Verschmutzungen jedoch
im Wasser emulgiert werden. Dabei wird in Kauf genommen, daß entweder größere Mengen
von Ölen, Fetten oder anderen Verunreinigungen in das Abwasser gelangen, was wegen
der damit verbundenen Umweltverschmutzung unerwünscht ist, oder zusätzliche Mittel
zum Brechen der gebildeten Emulsionen zugesetzt werden müssen, um eine Abtrennung
der organischen Verunreinigungen in Ölabscheidem zu ermöglichen. Abgesehen von ökonomischen
Aspekten ist jedoch der nachträgliche Zusatz demulgierender Agenzien mit einer weiteren
Gewässerbelastung verbunden, so daß auch diese Lösung nicht befriedigen kann.
[0004] In der DE-A 2 529 096 werden Mittel zur Kaltreinigung von mit Fetten oder fettartigen
Verunreinigungen kontaminierten festen Oberflächen offenbart, die im wesentlichen
in wäßrigen Emulsionen aus ethoxylierten Phenolen mit 8 bis 20 C-Atomen in der Alkylkette
und ethoxylierten aliphatischen Alkoholen mit 9 bis 18 C-Atomen in der Alkylkette
bestehen. Die vorgeschlagenen Kaltreiniger sind neutral bis schwach alkalisch eingestellt
und können bei gutem Fettlösevermögen aufgrund ihrer geringen bzw. fehlenden Alkalität
gefahrlos gehandhabt werden.
[0005] Ferner werden in der DE-A 2 901 927 Reinigungsmittel zur Entfernung von öligen Verunreinigungen
vorgeschlagen, die Fettalkoholethoxylate in Kombination mit Phenol- oder Niederalkylphenolethoxylaten
enthalten. Bei der Reinigungsoperation werden die fett- oder ölhaltigen Verunreinigungen
in Form einer Emulsion von der zu reinigenden Oberfläche entfernt. Die gebildeten
Emulsionen sind zwar relativ kurzlebig, es werden jedoch Stunden bis zum Brechen derselben
benötigt.
[0006] Zusätzlich zu den oben genannten Nachteilen, die den meisten aus dem Stand der Technik
bekannten Reinigungsmitteln zueigen sind, haben die genannten Reiniger eine solche
Konsistenz, daß sie auf senkrechten Flächen, beispielsweise auf Wänden oder auf den
senkrechten Außenflächen von Fahrzeugen, unmittelbar ablaufen und eine längere Einwirkzeit
nur dadurch erreicht werden kann, daß ein Mittel zur Viskositätserhöhung zugesetzt
oder die Fläche mehrfach mit dem Reiniger behandelt werden muß. Die Fläche wird also
nicht für eine genügend lange Zeit mit dem Reiniger in Kontakt gehalten, so daß in
der Regel eine wiederholte Applikation erforderlich ist.
[0007] Die US-A 4 285 849 betrifft eine wäßrige Reinigungsmittel-Lösung, enthaltend die
folgenden Komponenten:
(a) 3 bis 6 Gew.-Teile einer Nitrilocarbonsäure beziehungsweise deren Salze
(b) 2 bis 11 Gew.-Teile eines Cx-24-Alkyl-phenyl- polyglykolethers mit 5 bis 25 Glykoleinheiten,
(c) 5 bis 15 Gew.-Teile eines Alkanolamins,
(d) 1 bis 3 Gew.-Teile eines Propylenoxid-Ethylenoxid-Blockcopolymeres mit einem Molgewicht
von 1500 bis 2500 und 5 bis 15 Gew.-% endständigen Ethylenoxideinheiten,
(e) 0 bis 3 Gew.-Teile eines C"4-Alkohols,
(f) 0 bis 1 Gew.-Teile eines wasserlöslichen Silikonöls sowie gegebenenfalls eines
der folgenden Lösungsmittel:
(9) 10 bis 40 Gew.-Teile eines aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffes
oder einer eines chlorierten Kohlenwasserstoffes,
(h) 5 bis 20 Gew.-Teile eines Ga-Alkohols oder eines wasserlöslichen Glykols.
[0008] Derartige Reinigungsmittel dienen zur Reinigung verschiedener Oberflächen, beispielsweise
Apparaturen und Behältern aus Glas oder Metall sowie Mauerwänden, Fußböden oder Straßenoberflächen,
die mit Farbstoffen Pigmenten, Fetten, Proteinen, Stärkederivaten, Ölen oder Teer
verunreinigt sind. In einem Beispiel dieser Patentschrift wird eine Reinigungsmittel-Formulierung
der folgenden Zusammensetzung angegeben: 730 Teile demineralisiertes Wasser, 40 Teile
Ethylendiamintetraessigsäure in Form des Natriumsalzes, 110 Teile Nonylphenolpolyglykolether
mit 10 bis Ethylenoxideinheiten in 35%iger wäßriger Lösung, 100 Teile Monoethanolamin
und 20 Teile PLURONIC L 61 (Ethylenoxid-Propylenoxid-Blockcopolymer).
[0009] In der AT-A 308 936 werden flüssige, lagerbeständige Konzentrate und aus diesen durch
Verdünnen mit Wasser herstellbare Reinigungs- und Entfettungsmittel beschrieben, die
auf einer Kombination Nonionic/Fettsäure/Alkanolamin gemäß der AT-A 262 474 basieren.
Die neuen Reinigungs- und Entfettungsmittel zeichnen sich dadurch aus, daß in den
Konzentraten 0 bis 100% der Fettsäuren durch Alkylolpolyethylenoxidcarbonsäuren, 0
bis 100% der Alkanolamine durch Oxazine ersetzt werden und die nichtionogenen oberflächenaktiven
Anlagerungsprodukte in mindesens 5 Gew.-% vorliegen. Derartige Mittel gewährleisten
eine gute Entfernbarkeit von Fett- und Pigmentschmutz, insbesondere Polierpastenschmutz,
von Metalloberflächen. Sie können bis zu etwa 50% der Gesamtmenge organische Lösungsmittel
enthalten. Sofern die Konzentrate noch Wasser enthalten, soll dessen Gehalt bis 50%
betragen. Die Gebrauchslösungen lassen sich aus den Konzentraten durch Verdünnen mit
Wasser herstellen. In einem Beispiel dieser Patentschrift wird eine Reinigungsmittel-Formulierung
der folgenden Zusammensetzung angegeben: 10% ÖIsäure, 10% Laurylalkohol-4 EO-methancarbonsäure,
5% aliphatische, primäre, geradkettige Ce-
20-Alkohole + 8 EO, 50% Triethanolamin, 2% Ethylendiamintetraessigsäure, 23% Wasser.
[0010] Gegenstand der US-A 3 663 445 sind gleichfalls flüssige, lagerbeständige Konzentrate
sowie aus diesen durch Verdünnen mit Wasser herstellbare Reinigungs- und Entfettungsmittel
auf der Basis einer Kombination nichtionischer oberflächenaktiver Substanzen, Alkanolaminsalzen
von Fettsäuren, Alkanolaminen und gegebenenfalls Wasser. Vorzugsweise enthalten diese
Mittel 3,5 bis 15 Gew.-% Fettsäuren, 20 bis 45 Gew.-% nichtionische oberflächenaktive
Substanzen und Alkanolamine im Molverhältnis Fettsäure zu Alkanolamin gleich 1:6 bis
1:20. Wasser kann in den Konzentraten bis zu 50 Gew.-% enthalten sein. Ferner können
die Mittel bis zu 50% der Gesamtmenge an organischen Lösungsmitteln enthalten. Als
nichtionische oberflächenaktive Substanzen kommen Anlagerungsprodukte von 3 bis 15
Mol Ethylenoxid an organische Verbindungen mit aktiven Wasserstoffatomen in Frage.
Derartige Mittel dienen zum Entfetten und Reinigen insbesondere von Metalloberflächen,
die beispielsweise mit Ölen und Pigmenten verunreinigt sind. In einem Beispiel dieser
Patentschrift wird eine Reinigungsmittel-Formulierung der folgenden Zusammensetzung
angegeben: 5% Ölsäure, 30% Nonylphenol + 6 EO, 50% Triethanolamin, 1,1% Ethylendiamintetraessigsäure-Natriumsalz,
Wasser bis zu 100%.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, altemativ zu den aus dem Stand der Technik
bekannten Mitteln solche Reiniger zur Verfügung zu stellen, die ohne Belastung der
Umwelt eingesetzt werden können. Insbesondere sollte eine Emulsionsbildung vermieden
und auf die Verwendung von organischen Lösungsmitteln, beispielsweise Chlorkohlenwasserstoffen,
Estern und Fraktionen der Mineralöldestillation (Benzin, Kohlenwasserstoffe), vollständig
verzichtet werden. Die Applikation der neuen Reiniger sollte auf jedem Wege möglich
sein und dabei zu einer über längere Zeit anhaltenden Benetzung der behandelten Oberfläche
führen. Eine Reinigungswirkung sollte zudem schon bei Raumtemperatur gegeben sein.
Außerdem wurden an die biologische Abbaubarkeit über das gesetzlich vorgeschriebene
Maß hinaus (Waschmittelgesetz, Chemikaliengesetz) erhöhte Anforderungen gestellt.
[0012] Überraschend wurde nun gefunden, daß Reiniger mit guter Reinigungswirkung und demulgierenden
Eigenschaften erhalten werden können, die die zu reinigende Fläche auch ohne Mittel
zur Viskositätserhöhung ausreichend lange mit den Reinigerkomponenten in Kontakt halten,
wenn man wäßrige Kombinationen von Buildem bzw. Komplexbildnern mit einem oder mehreren
Alkanolaminen und einem oder mehreren nichtionischen Tensiden verwendet.
[0013] Die Erfindung betrifft somit demulgierende Reinigungsmittel mit Flächenfeuchthalteeffekt
auf der Basis von Buildern beziehungsweise Komplexbildnem, Alkanolaminen und nichtionischen
Tensiden, welche dadurch gekennzeichnet sind, daß sie die folgenden Komponenten enthalten:
(a) 0,5 bis 10 Gew.% Builder beziehungsweise Komplexbildner ausgewählt aus der Gruppe
Ethylendiamintetraessigsäure, Nitrilotriessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure,
N-(2-Hyroxyethyl)-ethylendiamintriessigsäure und deren wasserlösliche Alkalimetallsalze,
(b) 20 bis 60 Gew.-% Alkanolamine ausgewählt aus der Gruppe Diethanolamin, Triethanolamin,
Diisopropanolamin und Triisopropanolamin,
(c) 1 bis 15 Gew.-% mindestens eines nichtionischen Tensids ausgewählt aus der Gruppe
der Kondensationsprodukte von n-Octanolan 4 Mol Ethylenoxid, i-Octanol an 4 Mol Ethylenoxid,
n-Octanol an 2 Mol Propylenoxid und 5 bis 6 Mol Ethylenoxid und i-Octanol an 2 Mol
Propylenoxid und 5 bis 6 Mol Ethylenoxid,
(d) Wasser in einer Menge, die sich mit den Komponenten (a), (b) und (c) zu 100 Gew.-%
summiert.
[0014] Die erfindungsgemäßen demulgierenden Reinigungsmittel können gegebenenfalls zusätzlich
Lösungsvermittler in einer Menge von 1 bis 10 Gew.-% und/oder Korrosionsinhibitoren
für Leichtmetalle in einer Menge von 0,15 bis 0,25 Gew.-% und/oder Korrosionsinhibitoren
für Buntmetalle in einer Menge von 0,2 bis 0,4 Gew.-% und/oder Duftstoffe und/oder
Farbstoffe in einer Menge von 0 bis 12 Gew.-% enthalten.
[0015] Als Builder/Komplexbildner werden an sich bekannte, Alkalimetall-, Erdalkalimetall-
und/oder Übergangsmetallionen komplexierende Verbindungen eingesetzt: Ethylendiamintetraessigsäure,
Nitrilotriessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure, N-(2-Hydroxyethyi-)ethyiendiamintriessigsäure
(Triiono C) und deren wasserlösliche Alkalimetallsalze, bevorzugt deren Natriumsalze.
Die genannten Builder/Komplexbildner werden bevorzugt in einer Menge von 2 bis 4 Gew.-%
in den erfindungsgemäßen Reinigem eingesetzt.
[0016] Im Sinne der Erfindung werden ferner als Builder beziehungsweise Komplexbildner bevorzugt
die Natriumsalze der Ethylendiamintetraessigsäure oder der Nitrilotriessigsäure eingesetzt.
[0017] Eine weitere Komponente der erfindungsgemäßen Reiniger sind Alkanolamine. Alternativ
kann entweder eine Verbindung dieser Stoffklasse oder mehrere derartige Verbindungen
in beliebigem Mischungsverhältnis miteinander eingesetzt werden. Erfindungsgemäß werden
als Alkanolamine Diethanolamin, Triethanolamin, Diisopropanolamin und Triisopropanolamin
eingesetzt. Verbindungen dieser Stoffklasse werden bevorzugt in Mengen von 25 bis
50 Gew.-% eingesetzt.
[0018] Für das Erreichen des erfindungsgemäß angestrebten Effektes der "Feuchthaltung" der
behandelten Oberfläche, d.h. das Ermöglichen eines über einen unmittelbaren Ablauf
des angewendeten Mittels hinaus andauernden Kontaktes der Reinigerkomponenten mit
der behandelten Oberfläche, ist die Verwendung der Alkanolaminkomponente in einer
Menge unterhalb von 20 Gew.-% kritisch: Mengen unterhalb von 20 Gew.-%, bezogen auf
das erfindungsgemäße wäßrige Reinigerkonzentrat, würden den angestrebten "Feuchthaiteeffekt"
deutlich verschlechtern.
[0019] Als weitere Komponente enthalten die erfindungsgemäßen demulgierenden Reinigungsmittel
nichtionische Tenside. Auch in diesem Fall kann ein einziger Vertreter dieser Stoffgruppe
oder alternativ ein Gemisch zweier oder mehrerer nichtionischer Tenside eingesetzt
werden, solange dabei die Menge im Bereich von 1 bis 15 Gew.-% liegt. Erfindungsgemäß
werden als nichtionische Tenside Addukte von 4 mol Ethylenoxid an n- oder i-Octanol
sowie Addukte von 2 mol Propylenoxid und 5 bis 6 mol Ethylenoxid an die genannten
C
a-Alkohole eingesetzt. Die bevorzugte Menge der verwendeten nichtionischen Tenside
liegt im Bereich von 3 bis 6 Gew.-%.
[0020] Als Lösungsvermittler, die den aus den oben genannten Komponenten (a), (b), (c) und
(d) bestehenden demulgierenden Reinigungsmitteln gegebenenfalls zusätzlich beigegeben
werden können, kommen aromatische Sulfonate, wie Cumolsulfonat oder Butylglykolsulfonat
in Frage. Außerdem können gegebenenfalls Korrosionsinhibitoren für Leichtmetalle,
beispielsweise Phosphorsäure, und/oder Korrosionsinhibitoren für Buntmetalle, beispielsweise
Tolyltriazol, zugesetzt werden. Falls dies erwünscht ist, können die demulgierenden
Reinigungsmittel gemäß der Erfindung auch Duftstoffe und/oder Farbstoffe enthalten.
[0021] Die Reiniger werden dadurch hergestellt, daß die genannten Komponenten in den jeweiligen
Mengen nach an sich bekannten Methoden miteinander vermischt werden. Die Lagerung
bzw. der Versand erfolgt in der Regel in Form eines die Kombination der angegebenen
Rohstoffe enthaltenden wäßrigen Konzentrates, auf das sich auch die angegebenen Mengen
(in Gew.-%) beziehen.
[0022] Zur Reinigung und Entfettung von lackierten oder unlackierten Oberflächen von Fahrzeugen,
Motoren, Fußböden und Wänden von Werkstätten etc. werden die erfindungsgemäßen demulgierenden
Reinigungsmittel mit Feuchthalteeffekt in beliebiger Verdünnung mit Wasser eingesetzt.
Je nach Applikationsart und Verschmutzungsgrad der zu reinigenden Flächen werden 3%ige
oder höher konzentrierte wäßrige Lösungen eingesetzt. Bei hoher Verschmutzung kann
sogar das Konzentrat verwendet werden. Die Applikation erfolgt im Sprüh-, Tauch-oder
Hochdruckspritzverfahren mit entsprechenden Geräten. Bereits bei Raumtemperatur wird
ein hervorragendes Reinigungsergebnis erzielt. Die Produktzusammensetzung gewährleistet
außerdem eine ca. 20- bis 30-minütige Feuchthaltung der zu reinigenden Oberfläche
und damit einen entsprechend langen Kontakt der reinigend wirkenden Komponenten mit
der Kontamination. Dies ist beispielsweise bei der.Reinigung von Lokomotiven zur Erzielung
eines guten Reinigungsergebnisses von außerordentlicher Wichtigkeit.
[0023] Abgesehen von dem oben genannten Feuchthalteeffekt ist gegenüber den herkömmlichen
Produkten die demulgierende Wirkung von entscheidendem Vorteil. Wird beispielsweise
bei Raumtemperatur Eine erfindungsgemäße Anwendungslösung von 10 bis 50%iger Konzentration
mit Spülwässern auf eine Konzentration kleiner/gleich 2% verdünnt, so scheidet sich
zusätzlich eingebrachtes Mineralöl von der Lösung selbsttätig praktisch vollständig
ab, wenn diese 30 Minuten ruht. Mit entsprechenden Abwasser-Sammelbehältern kann allein
durch eine derartige mechanische Ölabscheidung der Ölgehalt von Abwasser auf weniger
als 50 mg 1-1 gesenkt werden.
[0024] Gegebenenfalls ist es möglich, zur weiteren Senkung des Ölgehaltes das Abwasser mit
Eisen(11)sulfat oder Aluminiumsulfat zu versetzen und dadurch eine Ausflockung der
Verunreinigungen zu erzielen. Durch diesen, aus dem Stand der Technik bekannten, zusätzlichen
Reinigungsschritt kann der Restölgehalt im Abwasser auf einen Wert unter 10 mg 1-1
gesenkt werden.
[0025] Die Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
Reinigungswirkung
[0026] Entfettete Stahlbleche (50 mm x 100 mm x 1 mm) wurden in eine Mischung von Heißdampfzylinderöl
und ASTM III-ÖI im Volumenverhältnis 1:1 eingetaucht, nach 10 min entnommen und 4
h senkrecht aufgehängt. Die so vorbehandelten Testbleche wurden dann in 50%ige Reinigerlösung
der nachfolgenden Zusammensetzung getaucht und die Zeit bis zur vollständigen Entfettung
(visuelle Beurteilung) wurde gemessen.
(a) Reiniger gemäß der Erfindung (Konzentrat).
7 Gew.-% Nitrilotriacetat-Trinatriumsalz (Triiona A, 38%ig),
9,5 Gew.-% Diethanolamin,
18,0 Gew.-% Triethanolamin,
6,0 Gew.-% eines Kondensationsproduktes von n-Octanol an 4 Mol EO,
5,0 Gew.-% Natriumcumolsulfonat, 40%ig und
54,5 Gew.-% Wasser.
(b) Reiniger gemäß der Erfindung (Konzentrat): 4,0 Gew.-% Ethylendiamintetraacetat-Natriumsalz
(Trilone B),
30,0 Gew.-% Triethanolamin,
15,0 Gew.-% Diethanolamin,
7,0 Gew.-% eines Kondensationsproduktes von i-Octanol an 2 Mol Propylenoxid und 5
bis 6 Mol Ethylenoxid,
3,0 Gew.-% Natriumbutylglykolsulfonat,
0,2 Gew.-% Phosphorsäure,
0,2 Gew.-% Tolyltriazol und
40,6 Gew.-% Wasser. Vergleichsreiniger (Konzentrat):
5 Gew.-% eines Kondensationsproduktes von Nonylphenol an 5 Mol EO,
2 Gew.-% Natriumcumolsulfonat,
5 Gew.-% Ethylenglykolmonobutylether,
1 Gew.-% Natronlauge und
87 Gew.-% Wasser.
[0027] Der Vergleichsreiniger enthielt also ein stark emulgierend wirkendes Tensid.
[0028] Ergebnis:
Die Reinigungswirkung der erfindungsgemäßen Mittel lag deutlich höher als die des
Vergleichsreinigers. Es wurde ein Zeitfaktor von 0,7 zugunsten der erfindungsgemäßen
Mittel erzielt, d.h., daß die erfindungsgemäßen Mittel in einer deutlich kürzeren
Zeit, bezogen auf den Vergleichsreiniger, die geforderte vollständige Entfettung bewirkten.
Beispiel 2
[0029] Feuchthaltung:
Zur Erzielung eines optimalen Reinigungsergebnisses, insbesondere bei der Außenreinigung
von Fahrzeugen, ist eine Feuchthaltung über einen gewissen Zeitraum zwingend erforderlich.
Die in Beispiel 1 genannten Reiniger (a) und (b) wurden im Volumenverhältnis 1:10
mit Wasser verdünnt. Ein mit Polyurethanlack beschichtetes Stahlblech (50 mm x 100
mm x 1 mm) wurde in die entsprechende Lösung eingetaucht, nach einigen Minuten entnommen
und senkrecht aufgehängt. Nach 25 min war auf den behandelten Lackflächen noch ein
mit dem Finger wischbarer Flüssigkeitsfilm vorhanden.
Beispiel 3
Demulgierung
[0030] Die nachfolgend angegebenen Komponenten wurden in einem 2 I-Becherglas gemischt und
10 min mit einem Flügelrührer (16/15 mm) auf halber Flüssigkeitshöhe mit einer Rührgeschwindigkeit
von 800 U . min-
1 gerührt:
1620 ml Wasser,
20 ml Reinigerkonzentrat (vgl. Beispiel 1 (a) (b)) und 2 ml einer Mischung von Heißdampfzylinderöl
und ASTM III-ÖI im Volumenverhältnis 1:1.
[0031] Ablauf von 10 min wurde der Ansatz in einen 2 I-Scheidetrichter umgefüllt und 30
min ruhen gelassen. Nach 30 min wurde eine Flüssigkeitsprobe von 500 ml aus dem Scheidetrichter
abgelassen. Diese Wasserprobe enthielt nur noch geringe Mengen an Restöl (kleiner
50 mg 1-1).
[0032] Zu einer weiteren Probe von 500 ml der aus dem Scheidetrichter abgelassenen Lösung
wurden 0,75 g wasserfreies Aluminiumsulfat zugegeben und der pH-Wert mit 1 n-Natronlauge
auf 7,3 eingestellt. Danach wurde die Lösung 30 min ruhen gelassen. Der dabei gebildete
flockige Niederschlag wurde mit Hilfe eines Filters (NN 651 1/4) abfiltriert. Der
Restölgehalt des Filtrates betrug weniger als 10 mg 1-1.
Beispiel 4
Korrosionsschutz
[0033] Der auf den gereinigten Teilen nach der Behandlung verbleibende Produktfilm bietet
- neben der Feuchthaltung - außerdem einen notwendigen temporären Korrosionsschutz.
Dies ist insbesondere bei der Reinigung des Motorenraumes von Bedeutung.
[0034] Die Prüfung bezüglich des Lagerungs-Korrosionsschutzes erfolgte gemäß des sogenannten
"Platten-Klimatests". Es wurden Stahlbleche der Qualität ST 1405 mit Trichlorethylen
gereinigt und anschließend in 10%ige Lösungen der erfindungsgemäßen Reiniger getaucht.
Nach 5 min wurden die Bleche entnommen und bei Raumtemperatur getrocknet. Die Lagerung
der Bleche erfolgte in einer Klimabox bei 23
°C und 100% relativer Luftfeuchtigkeit. Derartig behandelte Bleche zeigten auch nach
14 Tagen noch keine Korrosionserscheinungen.
[0035] Bei Zusatz von 0,15 bis 0,25 Gew.-% Phosphorsäure zum Produktkonzentrat und/oder
0,2 bis 0,4 Gew.-% Tolyltriazol zum Produktkonzentrat wurde auch ein vollständiger
Korrosionsschutz von Leichtmetalloberflächen, wie beispielsweise Oberflächen aus Aluminium
oder Magnesium, oder von Buntmetalloberflächen erreicht.
1. Demulgierende Reinigungsmittel mit Flächenfeuchthalteeffekt auf der Basis von Buildem
beziehungsweise Komplexbildner, Alkanolaminen und nichtionischen Tensiden, dadurch
gekennzeichnet, daß sie die folgenden Komponenten enthalten:
(a) 0,5 bis 10 Gew.-% Builder beziehungsweise Komplexbildner ausgewählt aus der Gruppe
Ethylendiamintetraessigsäure, Nitrilotriessigsäure, Diethylentriaminpentaessigsäure,
N-(2-Hydroxyethyl)-ethylendiamintriessigsäure und deren wasserlösliche Alkalimetallsalze,
(b) 20 bis 60 Gew.-% Alkanolamine ausgewählt aus der Gruppe Diethanolamin, Triethanolamin,
Diisopropanolamin und Triisopropanolamin,
(c) 1 bis 15 Gew.-% mindestens eines nichtionischen Tensids ausgewählt aus der Gruppe
der Kondensationsprodukte von n-Octanol an 4 Mol Ethylenoxid, i-Octanol an 4 Mol Ethylenoxid,
n-Octanol an 2 Mol Propylenoxid und 5 bis 6 Mol Ethylenoxid und i-Octanol an 2 Mol
Propylenoxid und 5 bis 6 Mol Ethylenoxid,
(d) Wasser in einer Menge, die sich mit den Komponenten (a), (b) und (c) zu 100 Gew.-%
summiert.
2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich die
folgenden Komponenten enthalten:
(e) 1 bis 10 Gew.-% Lösungsvermittler und/oder
(f) 0,15 bis 0,25 Gew.-% Korrosionsinhibitoren für Leichtmetalle und/oder
(g) 0,2 bis 0,4 Gew.% Korrosionsinhibitoren für Buntmetalle und/oder
(h) 0 bis 1 Gew.-% Duftstoffen und/ofer Farbstoffe.
3. Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
sie die Komponenten (a), (b) und (c) in folgenden Mengen enthalten:
(a) 2 bis 4 Gew.-% Builder beziehungsweise Komplexbildner,
(b) 25 bis 50 Gew.-% Alkanolamine,
(c) 3 bis 6 Gew.-% nichtionische Tenside.
4. Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Builder beziehugnsweise Komplexbildner ausgewählt sind aus der Gruppe der Natriumsalze
von Ethylendiamintetraessigsäure und Nitrilotriessigsäure.
5. Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
sie als Lösungsvermittler aromatische Sulfonate, wie Cumolsulfonat oder Butylglykolsulfonat,
als Korrosionsinhibitoren für Leichtmetalle Phosphorsäure sowie als Korrosionsinhibitoren
für Buntmetalle Tolyltriazol enthalten.
6. Reinigungsmittelzubereitungen, enthaltend 3 bis 100 Gew.-% der emulgierenden Reinigungsmittel
nach den Ansprüchen 1 bvis 5 und 0 bis 97 Gew.-% zusätzliches Wasser.
1. Demulsifying cleaning preparations having a prolonged surface-wetting effect which
are based on builders or complexing agents, alkanolamines and nonionic surfactants,
characterized in that they contain the following components:
(a) 0.5 to 10% by weight builders or complexing agents selected from the group consisting
of ethylenediamine tetraacetic acid, nitrilotriacetic acid, diethylenetriamine pentaacetic
acid, N-(2-hydroxyethyl)-ethylenediamine triacetic acid and water-soluble alkali metal
salts thereof,
(b) 20 to 60% by weight alkanolamines selected from the group consisting of diethanolamine,
triethanolamine, diisopropanolamine and triisopropanolamine,
(c) 1 to 15% by weight of at least one nonionic surfactant selected from the group
consisting of condensates of n-octanol with 4 mol ethylene oxide, i-octanol with 4
mol ethylene oxide, n-octanol with 2 mol propylene oxide and 5 to 6 mol ethylene oxide
and i-octanol with 2 mol propylene oxide and 5 to 6 mol ethylene oxide,
(d) water in a quantity which adds up to 100% by weight with components (a), (b) and
(c).
2. Cleaning preparations as claimed in claim 1, characterized in that they additionally
contain the following components:
(e) 1 to 10% by weight solubilizers and/or
(f) 0.15 to 0.25% by weight corrosion inhibitors for lightweight metals and/or
(g) 0.2 to 0.4% by weight corrosion inhibitors for nonferrous metals and/or
(h) 0 to 1% by weight perfumes and/or dyes.
3. Cleaning preparations as claimed in claim 1 or 2, characterized in that they contain
components (a), (b) and (c) in the following quantities:
(a) 2 to 4% by weight builders or complexing agents,
(b) 25 to 50% by weight alkanolamines,
(c) 3 to 6% by weight nonionic surfactants.
4. Cleaning preparations as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that
the builders or complexing agents are selected from the group comprising the sodium
salts of ethylenediamine tetraacetic acid and nitrilotriacetic acid.
5. Cleaning preparations as claimed in any of claims 1 to 4, characterized in that
they contain aromatic sulfonates, such as cumene sulfonate or butyl glycol sulfonate,
as solubilizers, phosphoric acid as corrosion inhibitor for lightweight metals and
tolyl triazole as corrosion inhibitor for nonferrous metals.
6. Cleaning formulations containing from 3 to 100% by weight of the demulsifying cleaning
preparations claimed in claims 1 to 5 and from 0 to 97% by weight additional water.
1. Produits de nettoyage désémulsifiants à effet de rétention d'humidité superficielle
à base de builders, ou bien de complexants, d'alcanolamines et de tensio-actifs non
ioniques, qui sont caractérisés en ce qu'ils contiennent les composants suivants:
(a) 0,5 à 10% en poids de builders, ou bien de complexants. choisis dans le groupe
de l'acide éthylè- nediaminetétracétique, l'acide nitrilotriacétique, l'acide diéthylènetriaminepentaacéfique,
l'acide N-(2-hydroxyéthyl)-éthylène-diaminetriacétique et leurs sels de métal alcalin
solubles dans l'eau,
(b) 20 à 60% en poids d'alcanolamine choisie dans le groupe de la diéthanolamine,
de la triéthanolami- ne, de la diisopropanolamine et de la triisopropa- nolamine,
(c) 1 à 15% en poids au moins d'un tensio-actif non ionique choisi dans le groupe
des produits de condensation du n-octanol avec 4 moles d'oxyde d'éthylène, de l'i-octanol
avec 4 moles d'oxyde d'éthylène, du n-octanol avec 2 moles d'oxyde de propylène et
5 à 6 moles d'oxyde d'éthylène et de l'i-octanol avec 2 moles d'oxyde de propylène
et 5 à 6 moles d'oxyde d'éthylène,
(d) de l'eau en quantité complétant à 100% la somme des composants (a), (b) et (c).
2. Produits de nettoyage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'ils contiennent
en plus les composants suivants:
(e) 1 à 10% en poids de dissolvant et/ou
(f) 0,15 à 0,25% en poids d'inhibiteurs de corrosion des métaux légers et/ou
(g) 0,2 à 0,4% en poids d'inhibiteurs de corrosion des métaux colorés et/ou
(h) 0 à 1% en poids de parfums et/ou de colorants.
3. Produits de nettoyage selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisés en ce
qu'ils comprennent les composants (a), (b) et (c) en quantités suivantes:
(a) 2 à 4% en poids de builders ou de complexants,
(b) 25 à 50% en poids d'alcanolamine,
(c) 3 à 6% en poids de tensio-actifs non ioniques.
4. Produits de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisés en ce
que les builders ou les complexants sont sélectionnés dans le groupe des sels de sodium
de l'acide éthylènediaminetétra- acétique et de l'acide nitrilotriacétique.
5. Produits de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisés en ce
qu'ils comprennent comme dissolvant des sulfonates aromatiques comme le cumolsulfonate
ou le butylglycolsulfonate, comme inhibiteurs de corrosion des métaux légers de l'acide
phosphorique, ainsi que comme inhibiteur de corrosion des métaux colorés du tolyltriazol.
6. Préparations de produits de nettoyage, comprenant de 3 à 100% en poids de produit
de nettoyage désémulsifiant selon les revendications 1 à 5 et 0 à 97% en poids d'eau
supplémentaire.