[0001] Die Erfindung betrifft eine Mischung aus mindestens einer nichtflüchtigen Substanz
mit mindestens einer olefinischen Doppelbindung und einem Dibenzalaceton-Palladiumkomplex
und deren Verwendung zur stromlosen Metallabscheidung.
[0002] Aus der DE-OS-2 451 217 ist es bekannt, dass Lösungen von Komplexen aus Palladium,
Triphenylphosphit und einer olefinisch oder acetylenisch ungesättigten organischen
Verbindung mit 3 - 16 C-Atomen oder von Palladium-Dibenzalaceton-Komplexen für die
stromlose Metallabscheidung auf Substraten, wie Metallen, oxidierten Metallen und
Kunststoffen, eingesetzt werden können. Dabei werden die zu beschichtenden Substrate
ein oder mehrere Male in eine Lösung der Palladium-Komplexe getaucht, bevorzugt in
Benzol- oder Toluol-Lösungen, und auf 100 - 300°C erhitzt, wobei Palladium auf der
Substrat-Oberfläche abgeschieden wird. Die so beschichteten Substrate eignen sich
zur stromlosen Metallabscheidung. In der EP-A-0 125 617 sind Mischungen aus Polymeren
und Palladiumkomplexen beschrieben. Durch thermische Behandlung solcher Mischungen
wird die Bildung von nullwertigem Palladium erzielt.
[0003] Ein Gegenstand der Erfindung ist eine Mischung enthaltend
a) mindestens eine nichtflüchtige Substanz mit mindestens einer olefinischen Doppelbindung
und
b) mindestens einen Palladiumkomplex der Formel

worin R1 HO-(-CmH2m-O-)-n, wobei m für eine Zahl von 2 - 6 und n für eine Zahl von 0 - 20 steht, -O-CH2CHOHCH2OH oder

ist oder unabhängig die Bedeutung von R2 hat und
R2 ein Wasserstoffatom, C1-4-Alkyl, Ci-4-Alkoxy, Halogen, C6-10-Aryl, C7-8-Aralkyl oder C7-8-Alkaryl bedeuten,
R3 ein Wasserstoffatom oder C1-4-Alkyl ist oder die beiden R3 zusammen eine Polymethylenkette mit 2 - 4 C-Atomen bilden und
q eine rationale Zahl von 1 bis 3,5 darstellt.
[0004] In der Gruppe HO-(-C
mH
2m-O-)-
n ist m bevorzugt eine Zahl von 2 bis 4 und n bevorzugt eine Zahl von 0 bis 10, besonders
0 bis 6. Insbesondere bedeutet die Gruppe C
mH
2m Ethylen, 1,2- oder 1,3-Propylen oder 1,4-Butylen.
[0005] Die Verbindungen der Formel I können auch in Form von Gemischen von Palladiumkomplexen
mit unterschiedlicher Bedeutung von q vorliegen. q ist vorzugsweise eine rationale
Zahl von 2 bis 3,5.
[0006] Alkyl- und Alkoxygruppen R
2 und Alkylgruppen R
3 können geradkettig oder verzweigt sein. Als Beispiele seien genannt: Methyl, Ethyl,
n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl und sek.-Butyl; Methoxy, Ethoxy, n-Propoxy, n-Butoxy
und sek.-Butoxy. Als Halogenatome R
2 kommen vor allem Brom- und Chloratome in Betracht. Bedeutet R
2 Aryl, so handelt es sich zum Beispiel um 1- oder 2-Naphthyl und besonders Phenyl.
Beispiele von definitionsgemässen Aralkyl- oder Alkarylgruppen R
2 sind Benzyl, a-und β-Phenylethyl, Methylbenzyl, Tolyl, Xylyl und Ethylphenyl.
[0007] Bevorzugt stellen R
2 und R
3 je ein Wasserstoffatom dar. R
1 ist vorzugsweise in m,m'- und insbesondere p,p'-Stellung gebunden und stellt bevorzugt
H, OH oder

dar. Besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel I, worin Ri H, OH oder

darstellt und R
2 und R
3 je ein Wasserstoffatom sind.
[0008] Die Verbindungen der Formel I können nach an sich bekannten Verfahren hergestellt
werden [vgl. z. B. J. Chem. Soc. D, 1970, 1065 und US-PS-4 347 232], indem man q Mol
einer Verbindung der Formel II

In Gegenwart einer Base und gegebenenfalls eines H-Donors mit einem löslichen Palladiumsalz
umsetzt. Dabei haben Ri, R
2, R
3 und q die unter Formel 1 angegebene Bedeutung.
[0009] Als Basen können z. B. Alkalimetallsalze aliphatischer Monocarbonsäuren, besonders
Kalium- und Natriumacetat, verwendet werden. Geeignete Palladiumsalze sind beispielsweise
PdBr
2, PdC1
2 und Na
2PdCl
4. Besonders bevorzugt verwendet man Na
2PdCla und vor allem PdC1
2. Die Umsetzung wird zweckmässig in einem organischen Lösungsmittel durchgeführt,
das gleichzeitig auch als H-Donor fungiert. Dazu eignen sich z. B. Alkanole mit bis
zu 6 C-Atomen, vor allem Ethanol und besonders bevorzugt Methanol.
[0010] Die Verbindungen der Formel II sind bekannt oder können auf an sich bekannte Weise
hergestellt werden, beispielsweise analog dem in der US-PS-3 295 974 beschriebenen
Verfahren.
[0011] Das Gewichtsverhältnis von Komponente (a) zu Komponente (b) in der erfindungsgemässen
Mischung kann 100 : 1 bis 1 : 20, bevorzugt 10 : 1 bis 1 : 10, besonders 5 : 1 bis
1 : 5 und insbesondere 3 : 1 bis 1 : 3 betragen. Als Komponente (a) sind monomere,
oligomere und polymere Substanzen geeignet, die mindestens eine olefinische Doppelbindung
enthalten. Sie können flüssig, flüssig-viskos oder fest sein. Flüssige und flüssigviskose
Substanzen werden zweckmässig zusammen mit einem Bindemittel verwendet.
[0012] Die Komponente a) kann z. B. ein Cs-C
2o-Alken, C
5-C
12-Cycloalken, ein olefinisch ungesättigter Alkohol oder Amid mit 3 bis 12 C-Atomen,
eine olefinische ungesättigte Carbonsäure oder Carbonsäurederivate mit 3 bis 30 C-Atomen,
ein Polybutadien oder Polyisopren, ein ungesättigter Polyester oder ein Polymer mit
olefinischen Seitengruppen sein.
[0013] Bevorzugt ist Komponente a) ein Acrylsäure- oder Methacrylsäureester oder -amid,
ein gegebenenfalls Ci-C
4- alkylsubstituierter Maleinsäureester, -anhydrid, -imid oder -amid, ein Allylether
oder Allylamid, ein Polymaleinsäureester, ein Polybutadien oder Polyisopren oder ein
Polyolefin mit Dimethylmaleinimidgruppen in Seitengruppen. Insbesondere ist Komponente
a) ein mit Amino-, Hydroxyl- oder Carboxylgruppen funktionalisiertes Polybutadien
oder Polyisopren mit einem Molekulargewicht von 5 000 - 40 000, besonders 10 000 -
40 000.
[0014] Das Alken enthält bevorzugt 5 bis 12 C-Atome und 1 bis 3 Doppelbindungen. Beispiele
sind Penten, Pentadien, Hexen, Hexadien, Hepten, Octen, Decen und Dodecen.
[0015] Beispiele für Cycloalken sind Cyclopenten, Cyclopentadien, Cyclohexen, Cyclohexadien,
Cyclohepten, Cycloheptatrien, Cycloocten, Cyclooctadien, Cyclooctatrien, Cyclodecen
und Cyclododecen.
[0016] Olefinisch ungesättigte Alkohole oder Amide enthalten vorzugsweise 3 bis 6 C-Atome.
Insbesondere handelt es sich um Allylalkohole und Allyamine. Geeignet sind auch Allylether
mit bevorzugt 4 bis 12 C-Atomen und Allylester mit bevorzugt 5 bis 12 C-Atomen.
[0017] Ungesättigte Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivate enthalten bevorzugt 3 bis 18 C-Atome.
Es kann sich um Mono- oder Polycarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 3 Carboxylgruppen
handeln. Beispiele für solche Carbonsäuren sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure,
Maleinsäure, Methyl- oder Dimethylmaleinsäure, Fumarsäure. Als Derivate sind Ester
mit vorzugsweise 1 bis 12 C-Atomen in der Estergruppe, Amide, Anhydride und Imide
geeignet. Die Amide und Imide können mit C
1-C
12-Alkyl substituiert sein.
[0018] Bevorzugte Ester sind Acrylsäureester und Methacrylsäureester von Alkoholen mit 1
bis 12 C-Atomen und vorzugsweise 1 bis 6 Hydroxylgruppen. Geeignete Alkohole sind
C
1-C
12-Alkanole, C
2-Cs-Alkandiole, Trimethylolpropan, Pentaerythrit, Poly(oxaalkylen)diole mit 2 bis
6 C-Atomen in der Alkylengruppe, Bisphenole und Novolake. Geeignete Ester sind auch
die Umsetzungsprodukte von Glycidylverbindungen mit (Meth)Acrylsäure.
[0019] Bei den Polybutadienen und Polyisoprenen kann es sich um oligomere oder polymere
Homo- oder Copolymerisate handeln. Geeignete Monomere für Copolymerisate sind besonders
Acrylnitril und Styrol.
[0020] Geeignete ungesättigte Polyester leiten sich insbesondere von Maleinsäure und C
2-C
16-Diolen ab.
[0021] Bei Polymeren mit olefinischen Seitengruppen kann es sich zum Beispiel um solche
handeln, die eine Acryl-oder Methacrylgruppe als Seitengruppe aufweisen. Beispiele
sind z. B. Ester von Polyvinylalkohol oder Polyacrylsäure bzw. Methacrylsäure, die
mit (Meth)Acryläureaikandiolmonoestern verestert sind. Weitere geeignete Polymere
mit olefinischer Seitengruppe sind solche, die eine Maleinimidylgruppe der Formel

enthalten, worin R' und R" unabhängig voneinander z. B. ein Wasserstoffatom oder C
1-C
4-Alkyl sind. Solche Polymere sind z. B. in der US-PS-4 079 041 beschrieben.
[0022] Die Komponente (a) kann auch die Funktion eines Bindemittels besitzen. Die erfindungsgemässe
Mischung kann auch zusätzlich ein Bindemittel enthalten. Solche Mischungen enthalten
bevorzugt 99,8 bis 40 Gew.-%, besonders 99 bis 60 Gew.-%, insbesondere 90 bis 70 Gew.-%
Bindemittel, 0,1 bis 30 Gew.-%, besonders 0,5 bis 20 Gew.-% insbesondere 5 bis 15
Gew.-% der Komponente (a), und 0,1 bis 30 Gew.-%, besonders 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere
5 bis 15 Gew.-% der Komponente (b).
[0023] Das Bindemittel kann ein duroplastisches oder thermoplastisches Polymer sein. Beispiele
sind:
1. Polymere, die sich von einfach oder doppelt ungesättigten Kohlenwasserstoffen ableiten,
wie Polyolefine, wie z. B. Polyethylen, das gegebenenfalls vernetzt sein kann, Polypropylen,
Polyisobutylen, Polymethylbuten-1, Polymethylpenten-1, Polybuten-1, Polyisopren, Polybutadien,
Polystyrol, Polyisobutylen, Copolymere der den genannten Homopolymeren zugrundeliegenden
Monomeren, wie Ethylen-Propylen-Copolymere, Propylen-Buten-1-Copolymere, Propylen-Isobutylen-Copolymere,
sowie Terpolymere von Ethylen und Propylen mit einem Dien, wie z. B. Hexadien, Dicyclopentadien
oder Ethylidennorbornen; Mischungen der oben genannten Homopolymeren, wie beispielsweise
Gemische von Polypropylen und Polyethylen, Polypropylen und Poly-Buten-1, Polypropylen
und Polyisobutylen.
2. Halogenhaftige Vinylpolymere, wie Polyvinylchlorid, Polyvinylidenchlorid, Polyvinylfluorid,
aber auch Polychloropren und Chlorkautschuke.
3. Polymere, die sich von a,ß-ungesättigten Säuren und deren Derivaten ableiten, wie
Polyacrylate und Polymethacrylate, Polyacrylamide und Polyacrylnitril, sowie deren
Copolymere mit anderen Vinylverbindungen, wie Acrylnitril/Butadien/Styroi-, Acrylnitril/Styrol-
und Acrylnitril/Styrol/Acrylester-Copolymerisate.
4. Polymere, die sich von ungesättigten Alkoholen und Aminen bzw. deren Acylderivaten
oder Acetalen ableiten, wie Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat-, -stearat, -benzoat,
-maleat, Polyvinylbutyral, Polyallylphthalat, Polyallylmelamin und deren Copolymere
mit anderen Vinylverbindungen, wie ÄthylenNinylacetat-Copolymere.
5. Homo- und Copolymere, die sich von Epoxiden ableiten, wie Polyethylenoxid oder
die Polymerisate, die sich von Polyglycidylverbindungen ableiten.
6. Polyacetale, wie Polyoxymethylen und Polyoxyethylen, sowie solche Polyoxymethylene,
die als Comonomeres Ethylenoxyd enthalten.
7. Polyphenylenoxyde.
8. Polyurethane, Polyimide und Polyharnstoffe.
9. Polycarbonate.
10. Polysulfone.
11. Polyamide und Copolyamide, die sich von Diaminen und Dicarbonsäuren und/oder von
Aminocarbonsäuren oder den entsprechenden Lactamen ableiten, wie Polyamid 6, Polyamid
6/6, Polyamid 6/10, Polyamid 11 und Polyamid 12.
12. Vernetzte Polymerisate, die sich von Aldehyden einerseits und Phenolen, Harnstoffen
und Melaminen andererseits ableiten, wie Phenol-Formaldehyd-, Harnstoff-Formaldehyd-
und Melamin-Formaldehydharze.
13. Alkydharze, wie Glycerin-Phthalsäure-Harze und deren Gemische mit Melamin-Formaldehydharzen.
14. Ungesättigte Polyesterharze, die sich z. B. von Copolyestern gesättigter und ungesättigter
Dicarbonsäuren mit mehrwertigen Alkoholen, sowie Vinylverbindungen als Vernetzungsmittel
ableiten.
15. Natürliche Polymere, wie Cellulose, Gummi, sowie deren polymerhomolog chemisch
abgewandelte Derivate, wie Celluloseacetate, -propionate und -butyrate, bzw. die Celluloseether,
wie Methylcellulose.
16. Thermoplastische Polyester, sowie Gemische der zuvor genannten Polymeren.
[0024] Bevorzugte Bindemittel sind z. B. ein Epoxidharz, ein ungesättigter Polyester, ein
Polyacrylat oder -methacrylat, ein Polyimid, ein Polyurethan, ein Polyolefin, ein
Polyamid oder ein Polyester.
[0025] Besonders bevorzugt ist das Bindemittel (c) ein Epoxidharz oder ein Epoxidharzgemisch
mit (d) einem hitzeaktivierbaren Härter und/oder einem Härtungskatalysator.
[0026] Als Epoxidharze (c) kommen vor allem solche mit durchschnittlich mehr als einer an
ein Heteroatom, z. B. an ein S- und vorzugsweise an ein O- oder N-Atom, gebundenen
Gruppe der Formel III

in Betracht, wobei Q und Q
2 je ein Wasserstoffatom und 0
1 ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeuten oder 0 und 0
2 zusammen -CH
2CH
2- oder -CH
2CH
2CH
2- und 0
1 ein Wasserstoffatom bedeuten.
[0027] Als Beispiele solcher Harze seien Polyglycidyl- und Poly(ß-methylglycidyl)ester genannt,
die sich von aliphatischen, cycloaliphatischen oder aromatischen Polycarbonsäuren
ableiten. Beispiele geeigneter Polycarbonsäuren sind Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäsure, Pimelinsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, dimerisierte oder
trimerisierte Linolsäure, Tetrahydrophthalsäure, 4-Methyltetrahydrophthalsäure, Hexahydrophthalsäure,
4-Methylhexahydrophthalsäure, Phthalsäure, lso- und Terephthalsäure.
[0028] Weitere Beispiele sind Polyglycidyl- und Poly(ß-methylglycidyl)ether, die durch Umsetzung
einer mindestens zwei alkoholische und/oder phenolische Hydroxylgruppen pro Molekül
enthaltenden Verbindung mit Epichlorhydrin oder mit Allylchlorid und anschliessende
Epoxidierung mit Persäuren erhalten werden.
[0029] Geeignete Polyole sind z. B. Äthylenglykol, Diethylenglykol, Poly(oxyethylen)glykole,
Propan-1,2-diol, Poly(oxypropylen)glykole, Propan-1,3-diol, Butan-1,4-diol, Poly(oxytetramethylen)glykole,
Pentan-1,5-diol, Hexan-2,4,6-triol, Glycerin, 1,1,1-Trimethylolpropan, Pentaerythrit
und Sorbit; Resorcit, Chinit, Bis-(4-hydroxy-cyclohexyl)methan, 2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)propan
und 1,1-Bis-(hydroxymethyl)cyclohex-3-en; N,N-Bis(2-hydroxyethyl)anilin und 4,4'-Bis(2-hydroxyethylamino)diphenylmethan;
Resorcin, Hydrochinon, Bis-(4-hydroxyphenyl)methan (Bisphenol F), 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan
(Bisphenol A), 2,2-Bis(4-hydroxy-3,5-dibromphenyl)propan (Tetrabrombisphenol A), 1,1,2,2-Tetrakis(4-hydroxyphenyl)ethan,
4,4'-Dihydroxybiphenyl, Bis-(4-hydroxyphenyl)sulfon sowie Novolake aus Formaldehyd
oder Acetaldehyd und Phenol, Chlorphenol oder Alkylphenolen mit bis zu 9 C-Atomen
im Alkyl, besonders Kresol- und Phenol-Novolake.
[0030] Als Poly(N-glycidyl)-Verbindungen kommen durch Dehydrochlorierung von Umsetzungsprodukten
aus Epichlorhydrin und Aminen mit mindestens zwei Aminwasserstoffatomen erhaltene
Produkte in Betracht. Geeignete Amine sind z. B. Anilin, n-Butylamin, Bis-(4-aminophenyl)methan,
1,3- und 1,4-Xylylendiamin, 1,3- und 1,4-Bis(aminomethyl)cyclohexan und Bis(4-methylaminophenyl)methan.
Triglycidylisocyanurat, N,N'-Diglycidylderivate von cyclischen Alkylenharnstoffen,
wie Ethylenharnstoff und 1,3-Propylenharnstoff, oder Hydantoinen, wie 5,5-Dimethylhydantoin,
sind weitere geeignete derartige Verbindungen.
[0031] Poly(S-glycidyl)-Verbindungen sind z. B. die Di-S-Glycidylderivate von Dithiolen,
wie Äthan-1,2-dithiol und Bis-(4-mercaptomethylphonyl)-ether.
[0032] Beispiele für Epoxidharze mit einer oder mehreren Gruppen der Formel 111, in welcher
Q und Q
2 zusammen eine Gruppe -CH
2CH
2- oder -CH
2CH
2CH
2- bedeuten, sind Bis(2,3-epoxycyclopentyl)ether, 2,3-Epoxycyclopentylglycidylether,
1,2-Bis(2,3-epoxycyclopentyloxy)ethan, 3,4-Epoxy-6-methylcyclohexylmethyl-3',4'-epoxy-6'-methyicyclohe-
xan-carboxylat und 2-(3,4-Epoxy)cyclohexyl-5,5-spiro(3',4'-epoxy)cyclohexan-dioxan.
[0033] Ebenfalls einsetzbar sind Epoxidharze, in welchen die Epoxidgruppen an Heteroatome
verschiedener Art gebunden sind, oder in denen einige oder sämtliche Epoxidgruppen
mittelständig sind, wie beispielsweise das N,N,O-Triglycidylderivat des 4-Aminophenols,
N-Glycidyl-N'-(2-glycidyloxypropyl)-5,5-dimethylhydantoin, Vinylcyclohexendioxid,
Limonendioxid und Dicyclopentadiendioxid.
[0034] Besonders bevorzugt setzt man als Komponente (c) gegebenenfalls vorverlängerte Diglycidylether
von zweiwertigen Phenolen, vor allem 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan, 2,2-Bis(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)propan,
Bis(4-hydroxyphenyl)methan, Bis(4-hydroxycyclohexyl)methan oder 2,2-Bis(4-hydroxycyclohexyl)propan,
Polyglycidylether von Novolaken, oder tetraglycidyliertes 4,4'-Diaminodiphenylmethan
ein. Ganz besonders bevorzugt sind gegebenenfalls vorverlängerte Diglycidylether von
Bisphenol A, Tetrabrom-Bisphenol A oder Bisphenol F, Polyglycidylether von Phenol-Formaldehyd-
oder Kresol-Formaldehyd-Novolaken, oder Gemische davon, vor allem Bisphenol-A-diglycidylether
mit einem mittleren Molekulargewicht von 600 bis 5 000 Dalton.
[0035] Als Härter (d) für Epoxidharze eignen sich an sich beliebige Epoxidharzhärter, wie
z. B. Cyanamid, Dicyandiamid, Polycarbonsäuren, Polycarbonsäureanhydride, Polyamine,
Polyaminoamide, Addukte aus Aminen und Polyepoxiden und Polyole.
[0036] Geeignete Polycarbonsäuren und ihre Anhydride sind z. B. Phthalsäureanyhdrid, Tetrahydro-
und Hexahydrophthalsäureanhydrid, Methyltetrahydrophthalsäureanhydrid, Methylenendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid,
Endomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid, Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid,
Trimellitsäureanhydrid, Pyromellitsäuredianhydrid, Maleinsäureanhydrid, Bernsteinsäureanhydrid,
Nonenylbernsteinsäureanhydrid, Dodecenylbernsteinsäureanhydrid, Polysebacinsäurepolyanhydrid
und Polyazelainsäurepolyanhydrid sowie die zu den oben genannten Anhydriden gehörenden
Säuren..
[0037] Als Beispiele von Polyaminen, die sich als Härtungsmittel eignen, seien aliphatische,
cycloaliphatische, aromatische und heterocyclische Polyamine, wie Ethylendiamin, Propan-1,2-diamin,
Propan-1,3-diamin, N,N-Diethyleth- ylendiamin, Hexamethylendiamin, Diethylentriamin,
Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin, N-(2-Hydroxyethyl)-, N-(2-Hydroxypropyl)-
und N-(2-Cyanethyl)diethylentriamin, 2,2,4- und 2,4,4-Trimethylhexan-1,6-diamin, m-Xylylendiamin,
N,N-Dimethyl- und N,N-Diethylpropan-1,3-diamin, Bis(4-amino-cyclohexyl)methan, 2,2-Bis(4-aminocyclohexyl)propan,
2,2-Bis(4-amino-3-methyxyclohexyl)propan, 3-Aminomethyl-3,5,5-trimethylcyclohexylamin
(Isophorondiamin), m- und p-Phenylendiamin, Bis(4-aminophenyl)methan, Bis(4-aminophenyl)sulfon.
Anilin-Formaldehydharze und N-(2-Aminoethyl)piperazin genannt. Geeignete Polyaminoamide
sind z. B. solche, die aus aliphatischen Polyaminen und dimerisierten oder trimerisierten
ungesättigten Fettsäuren hergestellt sind.
[0038] Als Addukte aus Aminen und Polyepoxiden kommen z. B. Addukte aus aliphatischen oder
cycloaliphatischen Diaminen, wie 1,6-Hexamethylendiamin, 2,2,4- und 2,4,4-Trimethylhexan-1,6-diamin
oder Isophorondiamin und den oben genannten Diglycidylethern in Betracht.
[0039] Als Polyolhärter (d) kommen vor allem ein- oder mehrkernige aromatische Polyole,
einschliesslich Novolake, in Betracht, wie Resorcin, Hydrochinon, 2,6-Dihydroxytoluol,
Pyrogallol, 1,1,3-Tris(hydroxyphenyl)propan, Bis(4-hydroxyphenyl)methan, 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan,
Bis(4-hydroxyphenyl)sulfon und 4,4'-Dihydroxybiphenyl sowie Novolake aus Formaldehyd
oder Acetaldehyd und Phenol, Chlorphenol oder Alkylphenolen mit bis zu 9 C-Atomen
im Alkyl, besonders Kresol- und Phenolnovolake.
[0040] Bevorzugte Härter sind Polycarbonsäureanhydride, wie Norbornendicarbonsäureanhydrid,
Tetrahydro-, Hexahydro- und Methyltetrahydrophthalsäureanhydrid, sowie aromatische
Polyamine, besonders Bis(4-aminophenyl)methan, Bis(4-aminophenyl)sulfon und m- oder
p-Phenylendiamin.
[0041] Die Härter (d) werden in den in der Epoxidharztechnik üblichen Mengen eingesetzt,
zweckmässig in solchen Mengen, dass auf ein Äquivalent OH- oder Glycidyloxygruppen
etwa 0,7 bis 1,5 Äquivalente funktioneller Gruppen des Härters (d) kommen.
[0042] Als Härtungskatalysatoren (d) können ebenfalls an sich bekannte Verbindungen verwendet
werden. Als Beispiele seien genannt: Komplexe von Aminen, besonders tertiären Aminen,
wie Monoethylamin, Trimethylamin und Octyldimethylamin, mit Bortrifluorid oder Bortrichlorid,
Asparaginsäuremonoester, wie der N-(3-Dimethylamin-propyl)-asparaginsäure-4-methylester,
und insbesondere gegebenenfalls substituierte Imidazole, wie Imidazol, Benzimidazol,
1-Methylimidazol, 2-Äthyl-4-methylimidazol, 2-Vinylimidazol, 2-Phenylimidazol, 2-Phenyl-4-methylimidazol,
1-(2,6-Dichlorbenzoyl)-2-phenylimidazol und 1-(2,4,6-Trimethylbenzoyl)-2-phenylimidazol.
Imidazole, besonders 2-Phenylimidazol und 2-Ethyl-4-methylimidazol, sind als Härtungskatalysatoren
(d) bevorzugt.
[0043] Die erfindungsgemässen Gemische können zusätzlich zur Komponente (d) Härtungsbeschleuniger
enthalten. Als Beschleuniger eignen sich z. B. tertiäre Amine, wie Benzyldimethylamin,
Tris(dimethylaminomethyl)phenol, Hexamethylentetramin oder 1,6-Bis(dimethylamino)hexan;
aromatische Carbonate, wie Diphenylcarbonat, und Harnstoffderivate, wie N-4-Chlorphenyl-N',N'-dimethylharnstoff
(Monuron), N-3-Chlor-4-methylphenyl-N',N'-dimethylharnstoff (Chlortoluron), N-(2-Hydroxyphenyl)-N',N'-dimethylharnstoff
und N-(2-Hydroxy-4-nitrophenyi)-N,N-dimethyiharnstoff. Tertiäre Amine, besonders Benzyldimethylamin,
sind als Härtungsbeschleuniger (d) bevorzugt.
[0044] Die Komponente (d) und der Beschleuniger werden in den üblichen wirksamen, d. h.
für die Härtung der erfindungsgemässen Gemische ausreichenden Mengen eingesetzt. Das
Verhältnis der Komponente (d) zum Beschleuniger hängt von der Art der verwendeten
Verbindungen, der erforderlichen Härtungsgeschwindigkeit und den im Endprodukt gewünschten
Eigenschaften ab und kann vom Fachmann auf dem Gebiet der Epoxidharz-Härtung leicht
ermittelt werden.
[0045] Die erfindungsgemässen Gemische können auch weitere bekannte übliche Zusatzstoffe
enthalten. Beispiele für solche Zusatzstoffe sind Pigmente, Farbstoffe, Verstärkungsmaterialien,
wie Glasfasern, Flammhemmer, reaktive Verdünner für die Epoxidharze, wie Phenyl- und
Kresylglycidyläther, Butandioldiglycidyläther und Hexahydrophthalsäurediglycidyläther,
Antistatika, Verlaufmittel, Trennmittel, Haftvermittler, Antioxidantien und Lichtschutzmittel.
[0046] Die erfindungsgemässen Gemische finden je nach Eigenschaften z. B. Anwendung als
Klebstoffe oder zur Herstellung von Formkörpern, gehärteten Produkten, besonders von
Giesskörpern, Laminaten und dünnen Beschichtungen (Filmen) und selbsttragenden Filmen.
Hierbei werden übliche Formgebungsverfahren angewendet wie z. B. Spritzguss, Extrusion
oder Formpressverfahren. Zum Aufbringen von Beschichtungen auf Oberflächen wird die
erfindungsgemässe Beschichtung zweckmässig gelöst und nach der Beschichtung mittels
üblicher Methoden das Lösungsmittel entfernt. Geeignete Lösungsmittel, die alleine
oder in Gemischen eingesetzt werden können, sind z. B. Ketone, wie Dimethylketon,
Diethylketon, Methylisobutylketon, Cyclohexanon, Cyclopentanon, Cycloheptanon, Isophoron,
Methoxyhexanon, Acetonylaceton, Acetophenon, Benzylethylketon, 3,3,5-Trimethylcyclohexanon,
Mesityloxyd; halogenierte Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform,
Methylenchlorid, Methylenbromid, Bromchlormethan, 1,2-Dichlorethan, 1,1,2-Trichlorethan,
1,1,2,2-Tetrachiorethan. 1,2,3-Trichlorpropan, Perchlorethylen; Alkohole wie Methanol,
Ethanol, Propanol, Butanol, Hexanol, Cyclohexanol, Furfurylalkohol, Tetrahydrofurfurylalkohol,
Benzylalkohol, monoalkylierte Glykole wie Methylglykol, Ethylglykol, Methyldiglykol,
Ethyldiglykol, Butyldiglykol, Triethylenglykolmonomethyl-, monoethyl- oder monobutylether,
Glykole wie Ethylen, Propylen- oder Butylenglykol und deren Oligomere wie Triethylenglykol;
aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe wie Pentan, Hexan, Cyclohexan, Methylcyclohexan,
Benzol, Toluol oder Xylol, Ether wie Diethylether, Dibutylether, Tetrahydrofuran,
Dioxan, Ethylenglykoldimethylether, Diethylenglykoldimethylether, Carbonsäureester
wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl- und Isopropyl- sowie Phenylacetat, Propionsäuremethylester,
Glykolsäurebutylester, Benzoesäuremethylester, Ethylglykolmono- oder -diacetat, Methyl-
oder Ethylglykolsäureacetat; Lactone wie Butyro-, Valerolacton; Säureamide wie Dimethylformamid,
Dimethylacetamid, Hexamethylphosphorsäuretriamid; Sulfone wie z. B. Dimethylsuffon,
Dibutylsuffon oder Tetramethylensulfon.
[0047] Geeignete Trägermaterialien sind übliche Werkstoffe, die vorzugsweise elektrisch
nicht leitend sind. Beispiele sind Papier, Holz, Kunststoffe, Glas, Keramik und Halbleiter.
[0048] Die Härtung der erfindungsgemässen Gemische die zusätzlich ein Epoxidharz als Bindemittel
enthalten, erfolgt im allgemeinen durch Erhitzen auf Temperaturen zwischen 80 und
200°C, besonders 100 und 180°C. Dabei werden die Verbindungen der Formel 1 mit OH
oder Glycidylgruppen in unzerstörter Form und feiner Verteilung in das Netzwerk der
gehärteten Produkte einpolymerisiert, ohne dass dadurch die mechanischen Eigenschaften
der gehärteten Produkte beeinträchtigt werden.
[0049] Es wurde überraschend gefunden, dass aus den erfindungsgemässen Mischungen bei Bestrahlung
mit aktinischem Licht, besonders UV-Licht, eine Freisetzung von fein dispergiertem
elementarem nullwertigem Palladium erfolgt. Als Lichtquellen eignen sich beispielsweise
Xenonlampen, Argonlampen, Wolframlampen, Kohlelichtbögen, Metallhalogenid- und Metallichtbogenlampen,
wie Niederdruck-, Mitteldruck- und Hochdruck-Quecksilberlampen, Argonionen-Laser,
frequenzverdoppelte Nd-YAG-Laser (yttrium-aluminium garnet) und UV-Laser.
[0050] Die Bestrahlung kann auch durch eine Photomaske vorgenommen werden. Hierbei erhält
man Muster aus nullwertigem Palladium.
[0051] Die nach dem Bestrahlen mit aktinischem Licht erhaltenen Überzüge oder Muster eignen
sich vorzüglich für die stromlose Metallabscheidung, wobei elektrisch leitende metallische
Überzüge oder Muster erhalten werden. Die stromlose Metallabscheidung kann mit an
sich bekannten Metallisierungsbädern und nach üblichen Methoden durchgeführt werden.
Als Metalle eignen sich beispielsweise Kupfer, Nickel, Kobalt, Silber und Zinn oder
Kobalt-Phosphor- und Kobaft-Nickel-Legierungen.
[0052] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemässen Mischungen
zur stromlosen Metallabscheidung und ein Verfahren zur Metallisierung von Oberflächen
eines elektrisch nicht leitenden Materials durch stromlose Metallabscheidung, dadurch
gekennzeichnet dass man einen Formkörper, eine Schicht der erfindungsgemässen Mischung
in Form eines selbsttragenden Filmes oder eine auf ein Trägermaterial aufgebrachte
erfindungsgemässe Schicht bestrahlt und hierbei nullwertiges Palladium erzeugt, und
danach durch stromlose Metallabscheidung in einem Metallabscheidungsbad eine Metallschicht
aufbringt.
[0053] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren können Muster mit hoher Auflösung erzielt werden.
Solche Produkte können z. B. als gedruckte Schaltungen verwendet werden.
[0054] Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Erfindung näher.
[0055] A) Herstellung von Palladiumkomplexen
Beispiel a: Tris(dibanzalaceton-b(s-p,p'-glycidyl-äther)palladlum (I)
[0056] 15 g PdC1
2 werden in einer Lösung aus 10,7 g NaCI in 65 ml Wasser unter kräftigem Rühren zum
Sieden erhitzt, bis das Palladiumchlorid vollständig gelöst ist. Dann wird das Wasser
abdestilliert. Der Rückstand wird in 200 ml Methanol aufgenommen und auf 60°C erwärmt.
105,9 g Dibenzalaceton-bis-p,p'-diglycidyläther und 42,8 g Natriumacetat - 3H
20 werden zugesetzt und es werden nochmals 175 ml Methanol zugegeben. Nach weiteren
15 Minuten bei 60°C wird die Mischung abgekühlt. Es entsteht ein Niederschlag, der
unter Argon abfiltriert und einmal mit 100 ml Methanol, dreimal mit je 100 ml Wasser
und noch zweimal mit 100 ml Methanol gewaschen wird. Anschliessend wird das Produkt
bei 50°C im Vakuum getrocknet. Zur völligen Entfernung von restlichem Dibenzalaceton-bis-p,p'-diglycidyläther
werden die Kristalle nochmals in 700 ml Methanol suspendiert und unter Argon abfiltriert.
Anschliessend wird im Vakuum getrocknet. Man erhält 100,7 violetter Kristalle (97
% der Theorie). Zersetzungsbereich: 120 - 160°C. Die Analyse ergibt für q einen Wert
von 3,2.
Beispiel b: Bis(dtbenzotacaton)palladium (II)
[0057] Die Herstellung erfolgt gemäss J. Chem. Soc. D1970, 1065.
B) Appllkationsbslspiele
[0058] Beispiel 1: 25 g eines Polymeren aus 80 Mol- % N(5-Methyl-3-oxa-4-oxo-hexan-5-yl)dimethylmaleinimid
(X) und 20 Mol- % Ethylacrylat werden in 140 ml Cyclohexanon gelöst und mit 7,11 g
Komplex II versetzt. Aus der erhaltenen Lösung wird eine 25 µm dicke Schicht auf einer
Polyesterfolie hergestellt und das Lösungsmittel im Umluftofen entfernt. Danach bestrahlt
man unter einer Photomaske 100 Sekunden lang mit einer 440 W Mitteldruckquecksilberlampe.
Nach der Belichtung wird in einem Kupferabscheidungsbad der Zusammensetzung 12 g/I
CuSO
4 - 5H
20, 8 g/I Formaldehyd, 20 g/1 Ethylendiamintetraessigsäure, 15 g/I NaOH und 1 g/l Octylphenolpolyethylenglykolether,
behandelt. An den belichteten Stellen wird ein Bild aus Kupfer erhalten.
Beispiel 2: Beispiel 1 wird wiederholt, jedoch mit Komplex I anstelle von Komplex
II. Man erhält das gleiche Ergebnis.
[0059] Beispiel 3: Beispiel 1 wird wiederholt. Nach der Belichtung wird zusätzlich in 1,1,1-Trichlorethan
entwickelt. Man erhält ein Reliefbild aus dem photopolymerisierten Polymer X, das
durch Behandlung im Kupferabscheidungsbad verkupfert wird.
[0060] Beispiel 4: 0,75 g Komplex I werden mit 5 g eines mit Bisphenol-A vorverlängerten
Bisphenol-A-diglycidylethers (Epoxidequivalentgewicht 0,69 Mol Epoxid/kg), 0,75 g
Cis-Polybutadien (Mg - 25 000 Dalton, mit Carboxylgruppen funktionalisiert) und 0,75
g Norbornendicarbonsäureanhydrid in 15 ml Cyclohexanon gelöst. Aus dieser Lösung werden
15 µm dicke Filme auf eine Polyesterfolie aufgebracht, 1 Stunde bei 80°C im Umluftofen
getrocknet und 3 Stunden bei 110°C gehärtet. Der gehärtete Film wird 200 Sekunden
mit einer 5 kW Quecksilberlampe unter einer Photomaske bestrahlt. Nach der Behandlung
im Kupferabscheidungsbad gemäss Beispiel 1 erhält man ein glänzendes Kupferbild.
1. Mischung enthaltend
a) mindestens eine nichtflüchtige Substanz mit mindestens einer olefinischen Doppelbindung
und
b) mindestens einen Palladiumkomplex der Formel 1

worin
R1 HO-(-CmH2m-O-)-n, wobei m für eine Zahl von 2 - 6 und n für eine Zahl von 0 - 20 steht, -0-CH2CHOHCH20H oder

ist oder unabhängig die Bedeutung von R2 hat und
R2 ein Wasserstoffatom, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy, Halogen, Cs-io-Aryl, C7-8-Aralkyl oder C7-8-Alkaryl bedeuten,
R3 ein Wasserstoffatom oder C1-4-Alkyl ist oder die beiden R3 zusammen eine Polymethylenkette mit 2 - 4 C-Atomen bilden und
q eine rationale Zahl von 1 bis 3,5 darstellt.
2. Mischung nach Anspruch 1, worin in Formel 1 q eine rationale Zahl von 2 bis 3,5
bedeutet.
3. Mischung nach Anspruch 1, worin in Formel I R2 und R3 je ein Wasserstoffatom bedeuten.
4. Mischung nach Anspruch 1 worin in Formel I R1 in p,p'-Stellung gebunden ist.
5. Mischung gemäss Anspruch 1, worin in Formel I R
1 für H, -OH oder

steht.
6. Mischung gemäss Anspruch 1, worin das Gewichtsverhältnis von Komponente (a) zu
Komponente (b) 100 : 1 bis 1 : 20 beträgt.
7. Mischung nach Anspruch 1, worin die Komponente a) ein Cs-C20-Alken, Cs-C12-Cycloalken,
ein olefinisch ungesättigter Alkohol oder Amid mit 3 bis 12 C-Atomen. eine olefinische
ungesättigte Carbonsäure oder Carbonsäurederivate mit 3 bis 30 C-Atomen, ein Polybutadien
oder Polyisopren, ein ungesättigter Polyester oder ein Polymer mit olefinischen Seitengruppen
ist.
8. Mischung nach Anspruch 7, worin die Komponente a) ein Acrylsäure- oder Methacrylsäureester
oder -amid. ein gegebenenfalls C1-C4-alkylsubstituierter Maleinsäureester, -anhydrid. -imid oder -amid, ein Allylether
oder Allylamid, ein Polymaleinsäureester, ein Polybutadien oder Polyisopren oder ein
Polyolefin mit Dimethylmaleinimidgruppen als Seitengruppen ist.
9. Mischung nach Anspruch 7, worin Komponente a) ein mit Amino-, Hydroxyl- oder Carboxylgruppen
funktionalisiertes Polybutadien oder Polyisopren mit einem Molekulargewicht von 5
000 - 40 000 ist.
10. Mischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich c) ein Bindemittel
enthalten ist.
11. Mischung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass 0,1 bis 30 Gew.-% der
Komponente a), 0.1 bis 30 Gew.-% der Komponente b) und c) 99,8 bis 40 Gew. % Bindemittel
enthalten sind.
12. Mischung nach Anspruch 10, worin das Bindemittel c) ein duroplastisches oder thermoplastisches
Polymer ist.
13. Mischung nach Anspruch 10, worin das Bindemittel c) ein Epoxidharz, ein ungesättigter
Polyester, ein Polyacrylat oder -methacrylat, ein Polyimid, ein Polyurethan, ein Polyolefin,
ein Polyamid oder ein Polyester ist.
14. Mischung nach Anspruch 11, worin das Bindemittel c) ein Epoxidharz oder ein Epoxidharzgemisch
und d) einen hitzeaktivierbaren Härter und/oder einen Härtungskatalysator enthält.
15. Mischung nach Anspruch 14, worin die Epoxidgruppen enthaltende Substanz c) ein
Bisphenol-A-diglycidylether mit einem mittleren Molekulargewicht von 600 bis 5 000
Dalton und der Härter d) ein Polycarbonsäureanhydrid oder ein aromatisches Polyamin
ist.
16. Verfahren zur Metallisierung von Oberflächen eines elektrisch nicht leitenden
Materials durch stromlose Metallabscheidung, dadurch gekennzeichnet, dass man einen
Formkörper, eine Schicht der Mischung gemäss Anspruch 1 in Form eines selbsttragenden
Filmes oder eine auf ein Trägermaterial aufgebrachte Schicht gemäss Anspruch 1 bestrahlt
und hierbei nullwertiges Palladium erzeugt, und danach durch stromlose Metallabscheidung
in einem Metallabscheidungsbad eine Metallschicht aufbringt.
17. Verfahren gemäss Anspruch 16, bei dem man durch eine Photomaske bestrahlt und
bei der Metallisierung ein Bild erzeugt.
18. Verwendung der Mischung gemäss Anspruch 1 zur stromlosen Metallabscheidung.
1. A mixture which contains
a) at least one non-volatile substance containing at least one olefinic double bond
and
b) at least one palladium complex of formula I

wherein
R1 is HO-(-CmH2m-O-)-n, in which m is a number from 2 to 6 and n is a number from 0 to 20, or is
-0-CH2CHOHCH20H or

or has, independently, the meaning of R2 and
R2 is a hydrogen atom, C1-C4alkyl, C1-C4alkoxy, halogen, C6-C10aryl,C7-C8aralkyl or C7-C8alkaryl,
R3 is a hydrogen atom or C1-C4alkyl, or both substituents R3 taken together form a polymethylene chain containing 2 to 4 carbon atoms and
q is a rational number from 1 to 3.5.
2. A mixture according to claim 1, wherein q in formula I is a rational number from
2 to 3.5.
3. A mixture according to claim 1, wherein each of R2 and R3 in formula I is a hydrogen atom.
4. A mixture according to claim 1, wherein R1 in formula I is attached in the p,p'-position.
5. A mixture according to claim 1, wherein R
1 in formula I is H, -OH, or
6. A mixture according to claim 1, wherein the weight ratio of component (a) to component
(b) is in the range from 100 : 1 to 1 : 20.
7. A mixture according to claim 1, wherein component (a) is a Os-C2oalkene, a C5-C12cycloalkene, an olefinically unsaturated alcohol or amide containing 3 to 12 carbon
atoms, an olefinically unsaturated carboxylic acid or carboxylic acid derivative containing
3 to 30 carbon atoms, a polybutadiene or polyisoprene, an unsaturated polyester or
a polymer containing olefinic side groups.
8. A mixture according to claim 7, wherein component (a) is an acrylate, methacrylate,
acrylamide or methacrylamide; or a maleate, maleic anhydride, maleimide or maleamide,
each unsubstituted or substituted by C1-C4alkyl; or an allyl ether or allylamide, a polymaleate, a polybutadiene or polyisoprene
or a polyolefin containing dimethyl maleimide groups as side groups.
9. A mixture according to claim 7, wherein component (a) is a polybutadiene or polyisoprene
which is functionalised with amino, hydroxyl or carboxyl groups and has a molecular
weight in the range from 5 000 to 40 000.
10. A mixture according to claim 1, which additionally contains (c) a binder.
11. A mixture according to claim 10, which contains 0.1 to 30 % by weight of component
(a), 0.1 to 30 % by weight of component (b) and 99.8 to 40 % by weight of binder (c).
12. A mixture according to claim 10, wherein the binder (c) is a duroplastic or thermoplastic
polymer.
13. A mixture according to claim 10, wherein the binder (c) is an epoxy resin, an
unsaturated polyester, a polyacrylate or polymethacrylate, a polyimide, a polyurethane,
a polyolefin, a polyamide or a polyester.
14. A mixture according to claim 11, wherein the binder (c) contains an epoxy resin
or an epoxy resin mixture and (d) a thermoactivatable hardener and/or a hardening
catalyst.
15. A mixture according to claim 14, wherein the epoxide group-containing substance
(c) is a bisphenol A diglycidyl ether with an average molecular weight of 600 to 5
000 daltons and the hardener (d) is a polycarboxylic anhydride or an aromatic polyamine.
16. A process for metallising surfaces of an electrically non-conductive material
by metal deposition without current, which process comprises irradiating a moulded
article, a layer of the mixture according to claim 1 in the form of an unsupported
film or a layer which has been applied to a carrier material according to claim 1,
to liberate zero-valent palladium, and subsequently applying a metallic layer by metal
deposition without current in a metal deposition bath.
17. A process according to claim 16, in which irradiation is effected through a photomask
and an image is produced during metallisation.
18. Use of the mixture according to claim 1 for metal deposition without current.
1. Mélange contenant
a) au moins une substance non volatile comportant au moins une double liaison oléfinique,
et
b) au moins un complexe de palladium de formule I:

dans laquelle
R1 représente HO-(-CmH2m-O-)-n. où m est un nombre valant 2 à 6 et n est un nombre valant 0 à 20, -O-
CH2CHOHCH2OH ou

, ou bien R1 a, indépendamment, le sens de R2, et
R2 représente un atome d'hydrogène, un groupe alkyle en Ci à C4, un groupe alcoxy en Ci à C4, un atome d'halogène,
un groupe aryle en Ce à C10, un groupe aralkyle en C7 ou Ce ou un groupe alcaryle en C7 ou C8,
R3 représente un atome d'hydrogène ou un groupe alkyle en Ci à C4, ou bien les deux R3 forment ensemble une chaîne polyméthylénique ayant 2 à 4 atomes de carbone, et
q est un nombre rationnel valant 1 à 3,5.
2. Mélange selon la revendication 1, dans lequel, dans la formule I, q est un nombre
rationnel valant 2 à 3,5.
3. Mélange selon la revendication 1, dans lequel, dans la formule I, R2 et R3 représentent chacun un atome d'hydrogène.
4. Mélange selon la revendication 1, dans lequel, dans la formule I, R1 est fixé en position p,p'.
5. Mélange selon la revendication 1, dans lequel, dans la formule I, R
1 représente H, -OH ou
6. Mélange selon la revendication 1, dans lequel le rapport pondéral du composant
(a) au composant (b) se situe entre 100: 1 et 1 : 20.
7. Mélange selon la revendication 1, dans lequel le composant a) est un alcène en
C5 à C2o, un cycloalcène en à C12, un alcool ou amide à insaturation oléfinique comportant 3 à 12 atomes de carbone,
un acide carboxylique ou dérivé d'acide carboxylique à insaturation oléfinique comportant
3 à 30 atomes de carbone, un polybutadiène ou un polyisoprène, un polyester insaturé
ou un polymère comportant des groupes oléfiniques latéraux.
8. Mélange selon la revendication 7, dans lequel le composant a) est un ester ou amide
d'acide acrylique ou d'acide méthacrylique, un ester, anhydride, imide ou amide d'acide
maléique portant éventuellement comme substituant un groupe alkyle en Ci à C4, un éther-oxyde allylique ou un amide d'allyle, un poly(ester d'acide maléique),
un polybutadiène ou un polyisoprène ou bien une polyoléfine comportant des groupes
diméthylmaléimide comme groupes latéraux.
9. Mélange selon la revendication 7, dans lequel le composant a) est un polybutadiène
ou polyisoprène, comportant un ou deux groupes amino, hydroxyles ou carboxyles comme
groupes fonctionnels et ayant un poids moléculaire de 5 000 à 40 000.
10. Mélange selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il contient en outre un
liant c).
11. Mélange selon la revendication 10, caractérisé en ce qu'il contient 0,1 à 30 en
poids du composant a), 0,1 à 30 en poids du composant b) et 99,8 à 40 % en poids de
liant c).
12. Mélange selon la revendication 10, dans lequel le liant c) est un polymère thermodurcissable
ou thermoplastique.
13. Mélange selon la revendication 10, dans lequel le liant c) est une résine époxyde,
un polyester insaturé, un polyacrylate ou polyméthacrylate, un polyimide, un polyuréthanne,
une polyoléfine, un polyamide ou un polyester.
14. Mélange selon la revendication 11, dans lequel le liant c) contient une résine
époxyde ou un mélange de résines époxydes ainsi que d) un durcisseur activable par
la chaleur et/ou un catalyseur de durcissement.
15. Mélange selon la revendication 14, dans lequel la substance c) contenant les groupes
époxydes est un éther-oxyde diglycidylique de bisphénol A ayant un poids moléculaire
moyen de 600 à 5 000 daltons, et le durcisseur d) est un anhydride d'acide polycarboxylique
ou une polyamine aromatique.
16. Procédé pour la métallisation de surfaces d'une matière non conductrice de l'électricité,
par dépôt d'un métal sans passage d'un courant électrique, procédé caractérisé en
ce qu'on soumet un objet moulé, une couche du mélange selon la revendication 1 sous
forme d'une pellicule se supportant d'elle-même ou une couche selon la revendication
1, appliquée sur une matière de support, à irradiation que l'on obtient ainsi du palladium
de valence nulle, puis l'on applique une couche de métal, par dépôt de métal sans
passage de courant électrique dans un bain de dépôt de métal.
17. Procédé selon la revendication 16, dans lequel on effectue l'irradiation à travers
un photomasque (ou photoréserve) et l'on obtient une image ou un tracé lors de la
métallisation.
18. Utilisation du mélange selon la revendication 1 pour un dépôt de métal sans passage
d'un courant électrique.