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EP 0 214 166 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.12.1988 Patentblatt 1988/50 |
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Anmeldetag: 31.01.1986 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP8600/043 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 8605/266 (12.09.1986 Gazette 1986/20) |
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NUTZLASTGESCHOSS
PAY LOAD PROJECTILE
PROJECTILE A CHARGE UTILE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
09.03.1985 DE 3508453
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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18.03.1987 Patentblatt 1987/12 |
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Patentinhaber: Rheinmetall GmbH |
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40880 Ratingen (DE) |
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Erfinder: |
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- SYNOFZIK, Reinhard
D-4053 Jüchen 1 (DE)
- HELLWIG, Rolf
D-4040 Neuss (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 153 444 DE-A- 3 237 485 FR-A- 2 317 624 US-A- 3 523 658
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WO-A-86/00980 DE-A- 3 237 486 US-A- 3 448 456 US-A- 3 634 863
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Nutzlastgeschoß nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Nachdem es der modernen Gefechtsfeldartillerie gelungen ist, immer größere Schußreichweiten
zu erzielen, die 40 km und mehr betragen, ergibt sich die Notwendigkeit einer verbesserten
Aufklärung, um den Waffeneinsatz wirkungsvoller zu lenken. Weiter werden Geschosse
entwickelt, die z. B. einen Minenladung enthalten, die zwecks Sperrung eines Geländeabschnitts
über große Entfernungen verschossen werden und die ihre Nutzlast erst dann aktivieren,
wenn ein lohnenswertes Ziel in Bekämpfungsreichweite gelangt. Um diesen Einsatzprofilen
gerecht zu werden, werden die Geschosse mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die
Aufklärungsergebnisse vom Gefechtsfeld übermitteln und/oder selbsttätig oder ferngesteuert
eine Nutzlast aktivieren.
[0003] Bei der Konstruktion derartiger Geschosse sind stark widersprechende Forderungen
zu erfüllen. Zum einen müssen nämlich die hochempfindlichen Sensoren abschußsicher
im Geschoß angeordnet werden, damit sie die großen Beschleunigungskräfte unbeschadet
aufnehmen, die beim Abschuß und beim Aufprall auf dem Zielgebiet auftreten.
[0004] Großkalibrige Geschosse sind bekanntlich beim Abschuß einer Belastung ausgesetzt,
die ein Vieltausendfaches der Erdbeschleunigung beträgt. Zum anderen müssen nach dem
Eintreffen des Geschosses im Zielgebiet die Sensoren möglichst hoch über die Erdoberfläche
ausgefahren werden, um eine große Auffassungsreichweite sicherzustellen.
[0005] Aus den deutschen Offenlegungsschriften DE-A-3 237 486 und DE-A-3 237 485 sind entfaltbare
Sensorsysteme bekannt. Die Sensoren sind dabei am bugseitigen Teil von Submunitionsgeschossen
angeordnet. Aufgabe der Sensoren ist es, entsprechende Signale während des Fluges
der Submunitionsgeschosse zu empfangen und an eine Auswerteeinheit im Inneren der
Geschosse weiterzuleiten.
[0006] Aus der französischen Patentschrift FR-A-2 317 624 sind Minen mit flexiblen Berührungssensoren
bekannt.
[0007] Schließlich sind aus den US-Patentschriften US-A-3 523 658 und US-A-3 634 863 flexible
Antennen für Flugkörper bekannt, die durch Treibgase entfaltet werden können. Dabei
erfolgt die Entfaltung der Antenne während der Flugphase des Flugkörpers, um entsprechende
elektromagnetische Signale in dieser Phase zu empfangen und zu verarbeiten.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Nutzlastgeschoß der eingangs erwähnten
Art anzugeben, bei dem die Sensoren nach dem Eintreffen des Geschosses im Zielgebiet
möglichst hoch über die Erdoberfläche ausgefahren werden können und bei dem die Sensorträger
im ausgefahrenen Zustand möglichst stabil angeordnet sind.
[0009] Ausgehend von einem Nutzlastgeschoß der eingangs näher bezeichneten Art wird diese
Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. Dabei
zeigt:
Fig. 1: teilweise im Längsschnitt den Heckbereich eines Geschosses;
Fig. 2: ein im Zielgebiet in das Erdreich eingedrungenes Geschoß mit einem ausgefahrenen
Sensor;
Fig. 3: eine vergrößerte Teildarstellung von Bestandteilen des Geschosses nach Fig.
1, nämlich einen Sensor und einen Sensorträger;
Fig. 4: eine vergrößerte Darstellung von Teilen des Geschosses nach Fig. 1, nämlich
einen Sensor und einen Sensorträger im ausgefahrenen Zustand.
[0012] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung im wesentlichen nur den Heckbereich eines
Nutzlastgeschosses 1 im Ruhezustand. Das Nutzlas
tgeschoß 1 ist flügelstabilisiert und verfügt dazu über in der gezeigten Ruhelage eingeklappte
Stabilisierungsflügel 12, die um Drehachsen 12a schwenkbar gelagert sind. Das Geschoß
1 verfügt weiter über eine Nutzlast 18, bei der es sich um eine Sende/Empfangseinrichtung
und/oder eine Sprengladung handeln kann. Im Heckteil 11 des Geschosses 1 ist eine
Ausnehmung 14 vorgesehen, in der ein ausfahrbar gelagerter Sensor 16 angeordnet ist.
Bei diesem Sensor 16 kann es sich um einen empfindlichen akustoelektrischen Wandler
handeln, der Schallwellen in elektrische Signale umsetzt, also beispielsweise ein
Mikrofon, oder um einen Magnetfeldsensor oder um einen Detektor, der auf Änderung
des elektrischen Feldes anspricht o. dgl. Während der Lagerung, während des Abschußvorgangs,
während des Geschoßflugs und beim Aufprall auf das Zielgebiet ist der Sensor 16 geschützt
in der Ausnehmung 14 angeordnet, so daß er alle auftretenden Belastungen unbeschadet
überstehen kann. Nach dem Aufprall des Geschosses 1 im Zielgebiet stellt sich jedoch
die Aufgabe, den Sensor 16 aus seiner geschützten Lage auszufahren, so daß er möglichst
weit über die Erdoberfläche hinausragt, in die das Geschoß eingedrungen ist. Zur Verdeutlichung
zeigt Fig. 2 in schematischer Darstellung ein im Zielgebiet in das Erdreich 20 eingedrungenes
Nutzlastgeschoß 1 mit einem ausgefahrenen Sensor 16, der, von einem Sensorträger 15
gestützt, möglichst weit über die Erdoberfläche 20a hinausragt, um beispielsweise
auftreffende Schallwellen 21 aufnehmen und verarbeiten zu können. Die ausgeklappten
Flügel 12, die das Geschoß auf der Flugbahn stabilisierten, verhindern beim Aufprall
des Geschosses 1 im Zielgebiet ein zu tiefes Eindringen des Geschosses 1 in das Erdreich
20, um den Sensor 16 noch in eine möglichst günstige Position gelangen zu lassen.
Als Sensorträger 15 ist ein Faltenbalg vorgesehen, der aus Kunststoff, Gummi oder
einer biegeelastischen Metallegierung, wie beispielsweise Tombak, besteht. In der
in Fig. 1 dargestellten Ruhelage des Sensors 16 und des Sensorträgers 15 ist der Sensorträger
15 möglichst eng zusammengefaltet in der Ausnehmung 14 im Heckteil 11 des Geschosses
1 angeordnet. Er ist dabei mit einem Tank 13 im Heckteil 11 des Geschosses 1 verbunden,
der mit Polyurethanschaum 17 gefüllt ist, der mit einem unter hohem Druck stehenden
Treibgas versetzt ist. Der Polyurethanschaum 17 kann über einen Kanal 13b und über
eine Ausnehmung im Gehäuse 13 in Abhängigkeit vom Steuerzustand eines Ventilelements
13c, das von einer Steuerelektronik 13a beaufschlagt wird, in das Innere des Sensorträgers
15 gelangen. Fig. 3 zeigt eine vergrößerte Teildarstellung des Sensors 16 und des
mit diesem Sensor 16 verbundenen Sensorträgers 15 in der in Fig. 1 angegebenen Ruhelage,
in der sich Sensor 16 und der Sensorträger 15 noch innerhalb der Ausnehmung 14 im
Heckteil 11 des Geschosses 1 befinden. Die Steuerelektronik 13a umfaßt vorzugsweise
einen Zeitschalter, der beispielsweise nach einer vorgebbaren Flugzeit das Ventilelement
13c öffnet und den unter hohem Druck stehenden Polyurethanschaum 17 in den Sensorträger
15 eindringen läßt, wodurch dieser gestreckt wird und dadurch den Sensor 16 aus der
Ausnehmung 14 im Heckteil 11 des Geschosses 1 hinaustreibt, um ihn in die in Fig.
2 dargestellte Lage gelangen zu lassen. Fig. 4 zeigt in einer vergrößerten Darstellung
den Sensor 16 in der in Fig. 2 erläuterten Lage, zusammen mit einem Teil des jetzt
mit Polyurethanschaum 17 ausgefüllten und dadurch völlig gestreckten Sensorträgers
15. Der Polyurethanschaum 17 härtet in verhältnismäßig kurzer Zeit aus, versteift
daher den Sensorträger 15 in seiner gestreckten Lage und bietet somit dem Sensor 16
eine hinreichend stabile, ggf. jedoch elastisch nachgebende Halterung. Der Sensor
16 ist über ein Kabel 30, das innerhalb des Sensorträgers 15 geführt wird, mit der
Nutzlast 18 (Fig. 3, Fig. 4) verbunden, so daß die vom Sensor 16 aufgenommene und
ggf. umgewandelten Signale an die Nutzlast 18 weitergeleitet werden können.
[0013] In der in Fig. 2 dargestellten Position ist der Sensor 16 aus seiner geschützten
Lage ausgefahren und wird vom Sensorträger 15 möglichst weit über der Erdoberfläche
20a gehalten und nimmt dort beispielsweise auftreffende Schallwellen 21 auf. Je nach
Intensität bzw. Schallspektrum der auftreffenden Schallwellen 21 spricht eine beispielsweise
als Nutzlast 18 vorgesehene Sprengladung auf die Sensorsignale an und zerstört dadurch
ein in Bekämpfungsreichweite gelangtes Ziel, bei dem es sich beispielsweise um ein
Fahrzeug, insbesondere einen Kampfpanzer handeln kann.
[0014] In einem anderen Anwendungsfall dient das Nutzlastgeschoß 1 lediglich der Lageerkundung.
Zu diesem Zweck besteht die Nutzlast 18 aus einem Hochfrequenzsender, der die vom
Sensor 16 aufgenommenen Informationen auf dem Funkweg zur Lagedarstellung zu einem
rückwärtigen Befehlsstand übermittelt.
[0015] In diesem Fsll wird zweckmäßig der Sensorträger 15 als Antenne für den als Nutzlast
18 vorgesehenen Hochfrequenzsender benutzt.
1. Nutzlastgeschoß mit einem Sensor, wobei der Sensor (16) mit einem Sensorträger
(15) verbunden ist und der Sensor (16) und Sensorträger (15) aus dem Geschoß (1) ausfahrbar
ausgebildet sind, während des Abschusses jedoch geschützt in einer an dem Geschoß
(1) angeordneten Ausnehmung (14) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sensorträger (15) am heckseitigen Teil (11) des Nutzlastgeschosses (1) angeordnet
ist und aus einem Faltenbalg besteht, der über eine durch eine Ventileinrichtung (13c)
verschließbare Öffnung (13b) mit einem Behälter (13) verbunden ist, der von mit hochgespanntem
Treibgas versetztem Polyurethanschaum (17) gefüllt ist.
2. Nutzlastgeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventileinrichtung
(13c) von einer im oder am Behälter (13) angeordneten Steuerelektronik (13a) nach
Aufschlag des Geschosses (1) im Zielgebiet im Öffnungssinne beaufschlagbar ist.
3. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerelektronik (13a) einen Verzögerungsschalter und/oder einen Aufschlagschalter
umfaßt.
4. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sensor (16) vermittels eines Kabels (30) mit der Nutzlast (18) verbunden ist.
5. Nutzlastgeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kabel (30) durch den Sensorträger (15) hindurchgeführt ist.
1. Payload projectile with a sensor, the sensor (16) being connected with a sensor
carrier (15), the sensor (16) and sensor carrier (15) being constructed to be extensible
from the projectile (1) but located in a protected position in a cavity (14) provided
on the projectile (1) during the firing, characterised by the fact that the sensor
carrier (15) is positioned on the tail section (11) of the projectile (1) and comprises
a concertina bellows connected through an aperture (13b) to a container (13) which
is closable by means of a valve (13c) and which is filled with polyurethane foam charged
with propellant gas under high pressure.
2. Payload projectile in accordance with Claim 1, characterised by the fact that the
valve (13c) after the impact of the projectile on the target area, can be subjected,
in the opening direction to the action of an electronic control mechanism (13a) situated
in or on the container (13).
3. Payload projectile in accordance with Claim 1 and 2, characterised by the fact
that the electronic control mechanism (13a) comprises a delay switch and/or an impact
switch.
4. Payload projectile in accordance with one of Claims 1 to 3, characterized by the
fact that the sensor (16) is connected to the payload (18) by means of a cable (30).
5. Payload projectile in accordance with one of Claims 1 to 4, characterised by the
fact that the cable (30) is taken through the sensor carrier (15).
1. Projectile à charge utile, comportant un capteur (16) qui est relié à un support
(15), le capteur (16) et son support étant constitués de façon à pouvoir être sortis
du projectile, mais disposés de façon à être protégés pendant le tir dans un évidement
(14) ménagé dans le projectile, caractérisé en ce que le support de capteur (15) se
trouve dans la partie (11) du côté culot du projectile à charge utile et est constitué
par un soufflet qui est relié à un réservoir (13) pouvant être fermé par un dispositif
à soupape (13c) et rempli de mousse de polyuréthane (17) bourrée de gaz propulseur
sous forte pression.
2. Projectile à charge utile selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif
à soupape (13c) peut être actionné dans le sens de l'ouverture, après impact du projectile
(1) dans la zone de l'objectif, par un dispositif électronique de commande disposé
dans ou sur le réservoir (13).
3. Projectile à charge utile selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en
ce que le dispositif de commande électronique comprend un interrupteur à retard et/ou
un interrupteur à percussion.
4. Projectile à charge utile selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en
ce que le capteur (16) est relié à la charge utile (18) au moyen d'un câble (30).
5. Projectile à charge utile selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en
ce que le câble (30) passe dans le support (15) du capteur.
