[0001] Die Erfindung betrifft eine Membranpumpe entsprechend dem Oberbegriff des ersten
Anspruches.
[0002] Man kennt bereits Membranpumpen, z. B. zur Vakuumerzeugung, bei denen das Ein- und
das Auslaßventil von den Druckdifferenzen des Fördermediums gesteuert wird (DE-OS
1 428 077). Bei solchen Membranpumpen weist das Pumpenoberteil die mit einem Pleuel
verbundene Membrane, eine Zwischenplatte mit einem dort eingearbeiteten Verdichtungsraum,
darüber eine Ventilplatte und darüber einen Abschlußdeckel auf. Die Membrane ist an
ihrem Rand zwischen dem Metallgehäuse und der Zwischenplatte dichtend eingespannt,
während die Ventilplatte, insbesondere im Randbereich, dichtend zwischen der Zwischenplatte
einerseits und den Abschlußdeckel eingespannt ist. Für eine gute Arbeitsweise einer
solchen Membranpumpe ist eine absolute Dichtung an der Ober- und Unterseite der Ventilplatte
ebenso wie eine absolut dichte Einspannung der Membrane erforderlich. Sind, wie z.
B. bei der eingangs erwähnten Membranpumpe, nicht nur das Gehäuse, sondern auch die
Zwischenplatte und der Abschlußdeckel aus Metall, erreicht man die erforderliche
Dichtigkeit, auch wenn z. B. die Ventilplatte aus einem inertem Kunststoff wie z.
B. Polytetrafluoräthylen (PTFE) besteht. Eine Ausbildung u. a. der Ventilplatte einschließlich
der zugehörigen Zungenventile aus chemisch inertem Kunststoff, insbesondere aus PTFE,
ist erforderlich, wenn die Membranpumpe zum Fördern von chemisch aggressiven Medien
geeignet sein soll. Neben der Arbeitsmembrane müssen dann zum Fördern von chemisch
aggressiven Medien die Zwischenplatte und der Abschlüßdeckel entsprechend chemisch
resistent gegenüber dem Fördermedium ausgebildet sein. Dabei treten bei den bisher
bekannten Pumpen der eingangs erwähnten Art noch erhebliche Schwierigkeiten auf.
[0003] Bildet man die Zwischenplatte und den Abschlußdeckel aus Metall aus, sind diese Teile
entsprechend starr und man erreicht die notwendige Dichtigkeit an den Übergangsflächen,
insbesondere der Ventilplatte. Jedoch hat die Ausbildung von Abschlußdeckel und Zwischenplatte
aus Metall den Nachteil, daß diese Teile dann nicht genügend beständig gegen die
unterschiedlichsten aggressiven Fördermedien sind; jedenfalls ist dies nicht mit
den üblichen, preiswerten Werkstoffen erreichbar.
Nach einem nicht zum Stand der Technik gehörenden Vorschlag hat man metallische Zwischenplatten
und Abschlußdeckel zumindest an den mit Fördermedium in Verbindung kommenden Flächen
mit einem PTFE-Überzug versehen. Obgleich bei einer solchen Ausbildung die Abdichtung
der Ventilplatte, auch der Membrane, gegenüber dem Pumpengehäuse, wegen des formstabilen
Metallkerns von Abschlußdeckel und Zwischenplatte gut möglich ist, hat sich jedoch
als gravierender Nachteil herausgestellt, daß eine PTFE-Ummantelung eines Abschlußdeckels
bzw. einer Zwischenplatte keinen dauerhaften Schutz gegen aggressive Medien bildet.
Diese können nämlich bei entsprechender Aggressivität die etwas poröse PTFE-Ummantelung
durchwandern, was namentlich in der Gegend der Ventile erfolgt. Es kommt dann zu
Undichtigkeiten und zur Funktionsuntüchtigkeit der Membranpumpe.
[0004] Es sind dann in (nicht zum Stand der Technik gehörenden) Versuchen Membranpumpen
getestet worden, bei denen sowohl die Zwischenplatte als auch der Abschlußdeckel des
Pumpenoberteils voll aus PTFE bestehen. Da dann das gesamte Pumpenoberteil aus chemisch
inerten Werkstoffen besteht, werden die vorbeschriebenen, durch aggressive Fördermedien
bewirkten Nachteile vermieden, wofür sich jedoch andere Nachteile einstellen: Die
aus reinen PTFE-Blöcken bestehende Zwischenplatte bzw. der entspechende Abschlußdeckel
verwerfen sich nach einer gewissen Zeit im Pumpenbetrieb, was Undichtigkeiten an den
Dichtflächen nach sich zieht. Für den praktischen Betrieb erreicht man keine ausreichende
Dichtigkeit mehr zwischen einem Abschlußdeckel, einer Ventilplatte und einer Zwischenplatte,
wenn diese drei Teile aus PTFE bestehen.
[0005] Es besteht daher die Aufgabe, eine Membranpumpe mit in ihrem Pumpenkopf vom Fördermedium
gesteuerten Ventilen zu schaffen, die insbesondere auch für das Fördern von aggressiven
Medien geeignet ist und bei der die Nachteile der eingangs erwähnten Pumpen weitestgehend
vermieden werden.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung besteht im wesentlichen darin, daß der Pumpenkopf aus
einem chemisch inerten Kunststoff besteht, in dem Aufnahmehöhlungen für ebenfalls
aus chemisch inertem Werkstoff bestehende Ventile vorgesehen sind. Gegenüber vergleichbaren,
vorbekannten Membranpumpen werden also die Zwischenplatte und der Abschlußdeckel
unter Weglassen der Ventilplatte durch einen Pumpenkopf aus chemisch inertem Werkstoff
ersetzt, in dem sich ebenfalls chemisch inerte Einzelventile befinden. Es hat sich
herausgestellt, daß man einen solchen Pumpenkopf aus derzeit am Markt erhältlichem,
chemisch inerten Werkstoff wie PTFE herstellen kann und dann sowohl die notwendige
Abdichtung, insbesondere bei der Arbeitsmembrane, gegenüber dem metallenen Pumpengehäuse
als auch eine vollständige chemische Resistenz gegenüber dem Fördermedium erhält.
Eine solche Membranpumpe läßt sich auch bei vom Fördermedium gesteuerten Ventilen
mit sehr geringem Totraum ausbilden, so daß die Pumpe einerseits einen guten Wirkungsgrad
hat und andererseits insbesondere auch zur Erzeugung eines hohen Vakuums geeignet
ist.
[0007] Zwar kennt man bereits eine, insbesondere zur Kraftstoffeinspritzung dienende Kolbenpumpe
mit einem im wesentlichen einstückigen Pumpenkopf, wobei an der Kolben-Rückseite
noch zusätzlich eine Membrane vorgesehen ist (DE-PS 8 26 244). Dort besteht aber der
Pumpenkopf nicht aus chemisch inertem Werkstoff und es bestehen auch nicht die eingangs
erwähnten Dichtprobleme, die sich aus einer nur begrenzten Formstabilität von chemisch
inerten Kunststoffen von der Art des PTFE ergeben.
Ferner kennt man auch bereits eine hydraulisch betriebene Membranpumpe zum Fördern
von Flüssigkeit, die einen im wesentlichen einstückigen Pumpenkopf aufweist (DE-AS
1 653 662). Dort liegt jedoch weder das Problem des Förderns von chemisch aggressiven
Medien und/oder das Problem des Vermeidens von ins Gewicht fallenden Toträumen wegen
evtl. Vakuumerzeugung vor. Vielmehr sind dort Doppel-Kugelventile vorgesehen. Bei
derartigen Flüssigkeitspumpen schaden durch diese Konstruktion bedingte größere Toträume
nicht, während diese z. B. für Vakuumpumpen ungeeignet sind.
[0008] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Pumpenkopf, zweckmäßigerweise einstückig,
aus glasfaserverstärktem chemisch inertem Werkstoff hergestellt, wobei als Werkstoff
zweckmkäßigerweise Polytetrafluoräthylen dient. Ein derartiger Pumpenkopf hat neben
der chemischen Neutralität gegenüber dem Fördermedium auch die erforder liche Formstabilität,
um eine sichere Abdichtung insbesondere am Einspannrand der Arbeitsmembrane zu gewährleisten.
[0009] Die zweckmkäßigerweise als Plattenventile ausgebildeten Ein- und Auslaßventile, die
ebenfalls aus chemisch inertem Werkstoff bestehen, sind vorzugsweise federbelastungsfrei
jeweils in einem Ventilraum 13 des Pumpenkopfes untergebracht. Dadurch werden nicht
nur zusätzliche Dichtungsstellen, wie sie bei Ventilplatten auftreten, vermieden,
sondern es können auch Federkräfte, welche die Plattenventile belasten, vermieden
werden. Durch die DE-PS 8 26 244 sind zwar auch bereits Plattenventile bekannt; diese
müssen jedoch von Schraubenfedern zentriert und geschlossen werden, was vom Platzbedarf
her zu größeren Toträumen und, wegen der Federkräfte, zu größeren Öffnungskräften
führt. Da die Öffnungskräfte vom Fördermedium aufgebracht werden, vermindern sie den
volumetrischen Wirkungsgrad der Pumpe.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Hubhöhe der Ventile,
und zwar vorzugsweise durch die Einsatztiefe von Anschlußstopfen der Zu- und Ableitung,
am Ein- und Auslaß einstellbar. Dadurch kann man nach Erprobung des Frequenzbereiches
der Ventilplättchen auf einfache Weise durch Einstellen des Bewegungsspielraumes der
Ventilplättchen deren Bewegungen in ihren Eigenfrequenzbereich einstellen. Dadurch
erreicht man schnelle Ventilbewegungen, die auch keine großen Öffnungskräfte benötigen,
was ebenfalls den volumetrischen Wirkungsgrad der Pumpe begünstigt.
[0010] Eine bevorzugte Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß als Abstandhalter an
der jeweiligen Durchlaßseite der Ventilkörper zinnenartige, im Randbereich vorzugsweise
gleichmäßig am Umfang verteilt angeordnete Vorsprünge vorgesehen sind. Dadurch wird
nicht nur die FördermediumDurchtrittsfläche in der Offenstellung des Ventilkörpers
geschaffen, sondern es ergibt sich auch mindestens sektorweise eine größere Biegesteifigkeit
der Plattenventile insbesondere im Bereich von deren Dichtfläche. Dadurch werden unerwünschte
Verformungen vermieden, die entweder die Beweglichkeit der Plattenventile und/oder
deren Dichtigkeit beeinträchtigen könnten.
Zweckmäßigerweise sind sowohl das Plattenventil für den Auslaß als auch das für den
Einlaß gleich, das heißt mit der gleichen Umrißform augebildet. Dies bringt sowohl
eine Vereinfachung bei der Herstellung als auch bei der Reparatur und Instandhaltung
der Pumpe und bei der Lagerhaltung der entsprechenden Ersatzteile mit sich. Insbesondere
kann es beim Auswechseln der Plattenventile nicht zu Verwechslungen kommen; es muß
lediglich auf die richtige Lage des Plattenventiles geachtet werden, je nach dem
ob es einlaß- oder auslaßseitig angebracht ist.
[0011] Eine wesentliche Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß in jedem Ventilraum
eine Hülse zur Führung des Ventilkörpers sowie vorzugsweise auch als Einsetzbegrenzung
für den Anschlußstopfen vorgesehen ist; dabei ist der lichte Querschnitt dieser Hülse
etwas größer als der Außendurchmesser der Ventilkörper. Dabei besteht diese Führungshülse
vorzugsweise aus glasfaserfreiem, chemisch inertem Werkstoff, insbesondere aus Polytetrafluoräthylen.
Durch eine solche Führungshülse wird vor allem vermieden, daß der Ventilkörper sich
an ein entsprechend, insbesondere mit Glasfasern armierten Pumpenkopf am Umfang abreiben
kann, so daß sich die für den Fördermedium-Durchtritt vorgesehenen Querschnitte vergrößern,
wodurch die Arbeitsweise der Pumpe beeinträchtigt wird. Die Führungshülsen sorgen
also u. a. dafür, daß man im Hinblick auf die Ventilkörper bei der Wahl des Werkstoffes
des Pumpenkopfes frei ist und insbesondere aus glasfaserverstärkten PTFE herstellen
kann.
[0012] Die Anschlußstopfen können ebenfalls aus glasfaserfreiem chemisch inertem Kunststoff,
insbesondere aus PTFE bestehen, da bei ihnen keine reibende Auf- und Abbewegung der
Ventilkörper stattfindet.
Zweckmkäßigerweise ist der Pumpenkopf mittels einer sich oberhalb von ihm befindlichen
Kopfabdeckplatte gegenüber dem Pumpengehäuse verspannt. Dann wirken die Kopfschrauben
nicht örtlich begrenzt auf den Pumpenkopf aus Kunststoff, sondern dieser wird zwischem
dem Pumpengehäuse einerseits und der Kopfabdeckplatte andererseits auf seinen Flachseiten,
insbesondere im Randbereich, beidseits durchgehend eingespannt, was zu seiner Formstabilisierung
beiträgt. In der Kopfabdeckplatte sind Aussparungen für die Anschlußstopfen vorgesehen.
[0013] Besonders vorteilhaft ist eine Pumpe, bei der der Pumpenkopf im wesentlichen einstückig
aus chemisch inertem, durch entsprechende Einlagen wie z. B. durch Glasfasern verstärktem
Kunststoff besteht, die Führungshülsen der Ventilkörper und vorzugsweise diese selbst
aus glasfaserfreiem, chemisch inerten Kunststoff bestehen.
[0014] Schließlich ist nach einer Weiterbildung der Erfindung die Arbeitsmembrane als Form-Membrane
ausgebildet und der Verdichtungsraum ist dabei von einer auf die Form-Membrane abgestimmten
Aussparung im Pumpenkopf untergebracht. Der Pumpenkopf kann dann die Ränder der Form-Membrane
gegenüber dem aus Metall bestehenden und dementsprechend starren Pumpengehäuse dichtend
verspannen, und die Ausbildung der Arbeitsmembrane als Form-Membrane mit entsprechender
Abstimmung auf den Verdrängungsraum begünstigt, daß die Pumpe mit nur ganz geringem
Totraum arbeiten kann.
[0015] Die Pumpe ist sowohl zum Fördern von flüssigen als auch gasförmigen Fördermedien
geeignet; insbesondere kann sie aufgrund ihres geringen Totraumes auch gut als Vakuumpumpe
eingesetzt werden.
[0016] Zusätzliche Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Unteransprüchen aufgeführt.
[0017] Nachstehend ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten anhand eines Ausführungsbeispieles
näher beschrieben.
[0018] Es zeigen in unterschiedlichen Maßstäben:
Fig. 1 Eine zum Teil schematisierte Längsschnittdarstellung einer Membranpumpe,
Fig. 2 eine Querschnittdarstellung eines Ventilkörpers,
Fig. 3 eine Aufsicht eines Ventilkörpers,
Fig. 4 eine Querschnittdarstellung einer Führungshülse für den Ventilkörper,
Fig. 5 eine halbseitig im Querschnitt dargestellte Seitenansicht eines Anschlußstopfens,
Fig. 6 eine Teilseitenansicht eines Pumpenkopfes mit Verdrehsicherungen an den Anschlußstopfen,
Fig. 7 eine Aufsicht des in Fig. 6 gezeigten Pumpenkopfes und
Fig. 8 eine Detailansicht im Bereich eines zu einer Verdrehsicherung gehörenden O-Ringes.
[0019] Eine Membranpumpe 1 (Fig. 1) weist einen in einem Pumpengehäuse 2 befindlichen Kurbeltrieb
3 auf, der über ein Pleuel 4 mit einer Form-Membrane 5 in Antriebsverbindung steht.
Oberhalb der Membrane 5 befindet sich ein Verdrängungsraum 6, der einerseits durch
die Membrane 5 und andererseits durch einen Pumpenkopf 7 bzw.einer sphärischen Auswölbung
33 darin begrenzt ist.
Die Membrane 5 ist zwischen dem unteren Pumpengehäuse 2 und dem Pumpenkopf 7 eingespannt.
Als Verbindung zwischen Pumpengehäuse 2 und Pumpenkopf 7 dienen Kopfschrauben 8, die
unter Zwischenlage eienr Kopfabdeckplatte 9 den Pumpenkopf 7 beaufschlagen.
[0020] Diese Membranpumpe 1 soll insbesondere für aggressive Fördermedien geeignet sein.
Dementsprechend bestehen die mit dem Fördermedium in Verbindung kommenden Pumpenteile
aus chemisch inertem Kunststoff, wobei insbesondere Polytetrafluorethylen (PTFE)
geeignet ist. Der Pumpenkopf 7 ist im wesentlichen einstückig aus einem solchen Werkstoff
gebildet und weist Aufnahmehöhlungen 10 für ebenfalls aus chemisch inertem Werkstoff
bestehende Ventile 11, 12 auf. Im Ausführungsbeispiel ist das Auslaßventil mit 11
und das Einlaßventil mit 12 bezeichnet, was noch durch die Pfeile Pf 1 und Pf 2 verdeutlicht
ist.
[0021] Jede Aufnahmehöhlung 10 weist einen dem Verdrängungsraum 6 zugewandten Ventilraum
13 auf, in dem Ventilkörper 14 gelagert sind. Die Ventilräume 13 sind über kurze Kanalabschnitte
15 bzw. Verbindungsöffnungen mit dem Verdrängungsraum 6 verbunden. Die Kanalabschnitte
15 sind so kurz wie möglich, um den Totraum möglichst klein zu halten. Der lichte
Querschnitt der Kanalabschnitte 15 ist wesentlich kleiner als der Querschnitt des
Ventilraumes 13. Die innere Mündungsfläche bei dem Ventilraum 13 bildet eine verdrängungsraumseitige
Anschlagfläche 34 für den jeweiligen Ventilkörper 14. Auf der gegenüberliegenden
Seite ist der Ventilraum 13 durch einen in der Aufnahmehöhlung 10 befindlichen Anschlußstopfen
16 begrenzt. Dabei bilden die inneren Stirnflächen 17 der Anschlußstopfen 16 die
entsprechenden Anschlagflächen für den Ventilkörper 14 (vgl. auch Fig. 5). Die Anschlußstopfen
16 weisen eine zentrale Durchgangsbohrung 18 als Fördermediumeinlaß bzw. Fördermediumauslaß
auf.
Die Anschlußstopfen 16 sind im Ausführungsbeispiel als Schraubstopfen mit einem Außengewinde
ausgebildet, das in ein entsprechendes Innengewinde in der Aufnahmehöhlung 10 eingreift.
[0022] Die Ventile 11 u. 12 sind als Plattenventile ausgebildet und bestehen ebenfalls aus
chemisch inertem Werkstoff. Sie weisen jeweils gleiche plattenförmige Ventilkörper
14 mit einer im wesentlichen flachen Dichtseite 21 auf (vgl. auch Fig. 2 u. 3). Die
Abstandhalter 20 sind zinnenartig im Randbereich und am Umfang gleichmäßig verteilt
angeordnet. Sie schließen bündig mit dem Außenrand 22 des Ventilkörpers 14 ab. Die
zinnenartigen Abstandhalter 20 sind in ihrer Höhe h und in ihrem Abstand zueinander
so bemessen, daß sich bei Anlage dieser Abstandhalter 20 an einer einen Anschlag bildenden
Begrenzungsseite des Ventilraumes 13 noch ein genügend großer Durchlaßquerschnitt
für das Fördermedium ergibt. Auch der Außendurchmesser der Ventilkörper 14 ist im
Vergleich zum dem lichten Querschnitt des Ventilraumes 13 so bemessen, daß in Durchlaßstellung
des Ventiles 11 oder 12 auch seitlich genügend Durchlaßquerschnitt vorhanden ist.
Auf der Dichtseite 19 weisen die Ventilkörper 14 einen ringförmigen Dichtrand 23 und
eine sich nach innen anschließende Ausnehmung 24 auf. Der äußere Dichtrand 23 begünstigt
eine besonders gute Abdichtung und durch die Ausnehmung 24 ist die Masse des Ventilkörpers
14 reduziert, ohne seine Stabilität zu beeinflussen. Die auf der anderen Seite befindlichen
Abstandhalter 20 sind etwa im Bereich dieses Dichtungsrandes 23 angeordnet und unterstützen
bzw. stabilisieren den Dichtbereich 23, so daß hier unerwünschte Verformungen weitgehend
vermieden werden.
Durch die bündig mit der Außenstirnseite 22 der Ventilkörper 14 abschließenden Abstandhalter
20 wird auch die Führungslänge der Ventilkörper 14 in dem Ventilraum 13 bzw. einem
dort befindlichen Führungsring 25 verlängert. Dadurch wird auch einem Verkanten der
praktisch fliegend gelagerten Ventilkörper 14 entgegengewirkt.
[0023] Der Pumpenkopf 7 besteht vorzugsweise aus glasfaserverstärktem PTFE, um die notwendige
Stabilität zu erhalten. Um die in dem Ventilraum 13 eingesetzten Ventilkörper 14
keinem erhöhten Abrieb auszusetzen, der durch Kontakt an dem glasfaserverstärkten
Wandmaterial des Ventilraumes 13 entstehen würde, befindet sich in jedem Ventilraum
13 eine Hülse 25 zur Führung bzw. Seitenbegrenzung des Ventilkörpers 14. Diese Hülse
besteht aus nichtglasfaserverstärktem Kunststoff, vorzugsweise PTFE ebenso wie die
Ventilkörper 14 selbst. Die bei der Ventilbewegung aneinander reibenden Seitenflächen
des Ventilkörpers 14 bzw. der Hülse weisen somit keine den Abrieb erhöhenden Armierungszusätze
auf, so daß in diesem Bewegungsbereich auch nur ein geringer Abrieb vorhanden ist.
Dabei besteht hier aber auch durch die besondere Konstruktion der Ventile die Möglichkeit,
nach dem Herausschrauben eines Anschlußstopfens 16 einen Ventilkörper 14 schnell austauschen
zu können.
[0024] Wie bereits vorerwähnt, sind für das Einlaßventil 11 und das Auslaßventil 12 gleiche
Ventilkörper 14 vorgesehen, die jedoch, wie in Fig. 1 gut erkennbar, umge kehrt
in die beiden Ventilräume 13 eingesetzt sind. In der in Fig. 1 erkennbaren Betriebsstellung
liegen beide Ventilkörper 14 auf der unteren Anschlagfläche 34 auf, die von der dem
Verdrängungsraum 6 zugewandten Begrenzungsseite des Ventilraumes 13 gebildet ist.
Diese Ventilkörperstellung stellt sich insbesondere in Saugstellung ein, wobei dann
das Fördermedium über das Einlaßventil 12 eintritt, dort seitlich und an der Durchlaßseite
21 den Ventilkörper 14 umströmt und in den Verdrängungsraum 6 gelangt. Gleichzeitig
ist durch den hier herrschenden Unterdruck der Kanalabschnitt 15 des Auslaßventiles
12 durch die Dichtseite des dort eingesetzten Ventilkörpers 14 verschlossen.
[0025] Die jeweils in einem Ventilraum 13 befindlichen Hülsen 25 liegen einerseits an der
dem Verdrängungsraum 6 zugewandten Stirnseite des Ventilraumes 13 an und werden von
der anderen Seite von den Anschlußstopfen 16 gehalten. Fig. 5 läßt gut erkennen,
daß die Anschlußstopfen 16 einen Kopf 26 zum Angriff eines Verdrehwerkzeuges und daran
anschließend einen mit einem Außengewinde versehenen Eindrehabschnitt 27 aufweisen.
Daran schließt sich ein gewindefreier Abschnitt 28 an, dessen Außendurchmesser etwa
dem Durchmesser des Ventilraumes 13 entspricht. Am inneren Ende des Anschlußstopfens
16 ist ein Ansatz 29 vorgesehen, der mit seinem stirnseitigen Ende die den Ventilraum
13 oben begrenzende Stirnfläche 17 bildet. Dieser Ansatz greift etwas in die Hülse
25 ein, wie dies gut in Fig. 1 erkennbar ist. Mit der ringförmigen Stirnseite 30 zwischen
dem Abschnitt 28 und dem im Durchmesser reduzierten Ansatz 29 wird in Montagestellung
die angefaste Oberseite der Hülse 25 beaufschlagt. Die axiale Länge des Ansatzes 29
ist so bemessen, daß die Anfasung 32 der Hülse 25 überdeckt ist. Die Hülsen 25 dienen
außer zur Führung der Ventilkörper 14 auch als Einsetz- bzw. Einschraubbegrenzung
für den Anschlußstopfen 16. Dabei ist vorgesehen, daß die Einsetztiefe der Anschlußstopfen
16 und damit die Hubhöhe der Ventile oder Ventilkörper 14 einstellbar ist.
Dadurch besteht die Möglichkeit, eine Hubhöhe einstellen zu können, bei der der Ventilkörper
14 etwa im Eigenresonanzbeeich arbeitet. Dadurch sind sehr schnelle Ventilbewegungen
bei gleichzeitig geringem Energiebedarf möglich, so daß auch der Wirkungsgrad der
Pumpe 1 verbessert sein kann.
In den Anschlußstopfen 16 befindet sich eine Stufenbohrung 31, deren äußerer, im
Querschnitt etwas größerer Bereich ein Innengewinde trägt zum Einschrauben einer Verbindungsleitung.
Der untere Abschnitt der Stufenbohrung mündet in den Ventilraum 13. Die bei der Hülse
25 vorgesehene Anfasung 32 dient einerseits als Einführhilfe beim Einsetzen oder
Einschrauben der Anschlußstopfen 16 und auch als Toleranzverformungszone.
[0026] Die Arbeitsmembrane ist als Form-Membrane 5 ausgebildet, deren dem Verdrängungsraum
6 zugewandte Profilierung an diesen angepaßt ist, so daß die Form-Membrane 5 in
der oberen Totstellung in bekannter Weise der Verdrängungsraum 6 vollständig ausgefüllt
wird, wodurch der tote Raum klein gehalten wird. Dabei ist die dem Verdrängungsraum
6 entsprechende Aussparung im Pumpenkopf 7 untergebracht.
[0027] In den Figuren 6 bis 8 ist noch eine Verdrehsicherung 35 gezeigt, mittels der die
beiden Anschlußstopfen 16 in einer einmal eingestellten Lage gehalten werden können.
Insbesondere soll dadurch ein Verdrehen der Anschlußstopfen 16 bei der Montage bzw.
Demontage von Einschraub-Verschraubungen verhindert werden. Wie bereits vorbeschrieben,
kann durch die Einschraubtiefe der Anschluß stopfen 16 in gewissem Umfange nach der
Montage der Pumpe ein Einstellen des Volumenstromes erfolgen. Ist der richtige Wert
eingestellt, so kann durch die Verdrehsicherung 35 eine Fixierung erfolgen, so daß
dann beim Anwender der Pumpe keine unbeabsichtigten Verstellungen mehr auftreten können.
Zu der Verdrehsicherung gehört jeweils ein O-Ring 37, der einerseits in einer äußeren
Aufnahmenut 38 und andererseits in einer im Kopf 36 der Anschlußstopfen 16 befindlichen
Ringnut 42 gelagert ist. Die äußere Aufnahmenut 38 ist zwischen der Kopfabdeckplatte
9 einerseits und einem Druckring 39 andererseits gebildet, wobei die zueinanderweisenden
Innenränder dieser beiden Teile zur Bildung dieser Aufnahmenut 38 An fasungen 40 bzw.
41 aufweisen. Die beiden Druckringe 39 (vgl. auch Fig. 7) w erden durch Schrauben
43, die in die Kopfabdeckplatte 9 einschraubbar sind, gehalten. Die beiden Anfasungen
40, 41 und auch die Ringnut 42 in den Anschlußstopfen 16 sind nun so bemessen, daß
beim Festschrauben der Druckringe 39 eine radiale Verdrängung des jeweiligen O-Ringes
in die Ringnut 42 bzw. die Außenwand des Anschlußstopfens 16 erfolgt. Dadurch werden
die Anschlußstopfen 16 kraftschlüssig gehalten, so daß ein Verdrehen des Ventilkörpers
bzw. Anschlußstopfens 16 nicht mehr möglich ist.
Erwähnt sei noch, daß die Ventilkörper 14 anstatt aus PTFE auch aus PVDF (Polyvinylidenfluorid)
bestehen können. Die Ventilkörper 14 können dann in vorteilhafter Weise durch einen
Spritzvorgang einfach hergestellt werden. Falls das Fördermedium die Verwendung von
PVDF-Ventilkörpern nicht zuläßt, werden sie aus PTFE hergestellt.
[0028] Alle in der Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale
können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
1. Membranpumpe zum Fördern insbesondere von chemisch aggressiven Medien, wobei die
Pumpe in ihrem Pumpenkopf vom Fördermedium gesteuerte Ventile hat, dadurch gekennzeichnet, daß
der Pumpenkopf (7) im wesentlichen aus einem chemisch inerten Werkstoff besteht, in
dem Aufnahmeöffnungen (10) für ebenfalls aus chemisch inertem Werkstoff bestehende
Ventile vorgesehen sind.
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihr zweckmäßigerweise einstückig
ausgebildeter Pumpenkopf (7) aus armierten, chemisch inertem Kunststoff besteht.
3. Pumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ihr Pumpenkopf (7) aus
glasfaserverstärktem Polytetrafluorethylen besteht.
4. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmehöhlungen
(10) jeweils einen dem Verdrängungsraum (6) zugewandten und mit diesem durch einen
kurzen Kanalabschnitt (15) verbundenen Ventilraum (13) und daran, nach außen anschließend,
eine Gewindebohrung od. dgl. Verbindung für einen eine Durchgangsbohrung (18) aufweisenden
Anschlußstopfen (6) aufweisen, und daß diese Anschluß stopfen vorzugsweise eine den
Ventilraum (13) begrenzende Anschlagfläche (17) haben, bei der die Durchgangsbohrung
(13) mündet, und daß zweckmäßigerweise die Einsatztiefe der Stopfen (16) und damit
die Hubhöhe der Ventile (14), insbesondere entsprechend der Axialausdehnung von Führungshülsen
(15), einstellbar ist.
5. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein, vorzugsweise alle Ventile (11, 12) als Plattenventile ausgebildet sind und aus
chemisch inertem Werkstoff bestehen.
6. Membranpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeihnet, daß die
Ventile (11, 12) jeweils gleiche, plattenförmige Ventilkörper (14) mit einer im wesentlichen
flachen Dichtseite (19) sowie einer Abstandhalter (20) tragenden Durchlaßseite (21)
aufweisen.
7. Membranpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ventile (11, 12) bzw. deren plattenförmige Ventilkörper (14) federbelastungsfrei
axial verschiebbar im Pumpenkopf (7) bzw. dort vorgesehenen Führungen gelagert sind.
8. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventile
(11, 12) bzw. deren plattenartige Ventilkörper (14) an ihrer Durchlaßseite (21) zinnenartige,
im Randbereich vorzugsweise gleichmäßig am Umfang dieser Ventilkörper verteilt angeordnete
Vorsprünge aufweisen.
9. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventile
(11, 12) bzw. die zugehörigen Ventilkörper (14) an ihrer Dichtseite (19) einen ringförmigen
Dichtrand (23) und eine sich daran radial nach innen anschließende Ausnehmung (24)
aufweist (aufweisen) und daß sich vorzugsweise die zinnenartigen Vorsprünge (20)
auf der anderen Seite des Ventilkörpers (14) etwa im Bereich dieses Dichtrandes (23)
befinden.
10. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens
einem Ventilraum (13) des Pumpenkopfes (7) eine Führungshülse (25) zur im wesentlichen
axialen Führung des zugehörigen Ventilkörpers (14) sowie vorzugsweise als Einsetzbegrenzung
für den zugehörigen Anschlußstopfen (16) vorgesehen ist, wobei der lichte Querschnitt
der Führungshülse (25) größer als der Durchmesser des darin geführten Ventilkörpers
(14) ist.
11. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungshülse(n)
(25) eine dem zugehörigen Anschlußstopfen (16) zugewandte, nach innen weisende Anfasung
(32) aufweist, insbesondere als Einführhilfe für einen Ventilkörper (14) und als Toleranzverformungszone
betreffend die axiale Erstreckung der Führungshülse (25).
12. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilkörper
(14) sowie die Führungshülsen (25) dafür und ggfs. auch die Anschlußstopfen (16)
aus glasfaserfreiem, chemisch inerten Werkstoff, insbesondere aus Polytetrafluorethylen
bestehen.
13. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Pumpenkopf
(7) mittels einer sich oberhalb von ihm befindlichen Kopfabdeckungsplatte (9) gegen
das Pumpengehäuse (2) verspannt ist.
14. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Membrane
(5) als auf die räumliche Form des im Pumpenkopf (7) eingearbeiteten Verdrängungsraumes
(6) abgestimmte Formmembrane ausgebildet ist.
15. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß für die
Anschlußstopfen (16) eine Verdrehsicherung (35) vorgesehen ist.
16. Pumpe nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdrehsicherung (35)
einen den Kopf (36) des Anschlußstopfens (16) umgreifenden O-Ring (37) aufweist,
der in einer im Querschnitt veränderbaren Aufnahmenut (38) zwischen der Kopfabdeckplatte
(9) und einem Druckring (39) gelagert ist.
17. Pumpe nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmenut (38)
durch eine Anfasung (40) od. dgl. der nach außen weisenden Innenkante der Ausnmehmungen
für die Stopfen in der Kopfabdeckplatte (9) einerseits und durch eine InnenkantenAnfasung
(41) od. dgl. Abschrägung eines jeweils eine Ausnehmung umgrenzenden Druckringes (3)
andererseits gebildet ist.
18. Pumpe nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußstopfen
(16) eine Ringnut (42) zur teilweisen Aufnahme des O-Ringes (37) aufweisen, und daß
diese Ringnut (42) in Betriebsstellung der Anschlußstopfen (16) etwa in gleicher
Höhe wie die Aufnahmenut (38) angeordnet ist.