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EP 0 216 044 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.04.1994 Patentblatt 1994/15 |
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Anmeldetag: 11.07.1986 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: C21D 8/04 |
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Verfahren zum Herstellen eines alterungsbeständigen Bandstahles mit hoher Kaltumformbarkeit
Process for manufacturing non-aging steel strip having a high cold formability
Procédé de fabrication de bandes en acier résistant au vieillissement et apte au formage
à froid
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
10.08.1985 DE 3528782
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.04.1987 Patentblatt 1987/14 |
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Patentinhaber: Krupp Hoesch Stahl AG |
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44120 Dortmund (DE) |
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Erfinder: |
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- Drewes, Ernst Jürgen, dr.
D-4600 Dortmund 30 (DE)
- Engl, Bernhard, Dr.
D-4600 Dortmund 50 (DE)
- Horn, Klaus Dieter
D-4600 Dortmund 70 (DD)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 024 437 EP-A- 0 101 740 DE-A- 3 138 302 GB-A- 2 085 331
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EP-A- 0 072 874 EP-A- 0 108 268 FR-A- 2 286 195 US-A- 4 473 411
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, Band 6, Nr. 54 (C-97)[932], 9. April 1982; & JP-A-166 330
(SHIN NIPPON SEITETSU K.K.) 21-12-1981
- Neue Hütte, 19. Jahrg., Heft 6 (Juni 1974), S.345-349
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines alterungsbeständigen Bandstahles
mit hoher Kaltumformbarkeit.
[0002] Kaltgewalztes Stahlband wird vielfach zur Herstellung von kaltumgeformten Erzeugnissen
verwendet. Je nach Art des Umformverfahrens sind unterschiedliche Eigenschaften (Kennwerte)
erforderlich, wobei in allen Fällen hoher Verformung niedrige Dehngrenzen und hohe
Bruchdehnungswerte vorteilhaft sind. Außerdem wird für Streckziehvorgänge zusätzlich
ein hoher Verfestigungsexponent n
m angestrebt und für Tiefziehbeanspruchung, speziell bei Herstellung komplizierter
Teile z. B. von Automobilkarosserien, sollte zusätzlich der Wert der senkrechten Anisotropie
r
m möglichst hoch sein.
[0003] In der EP-A-108 268 wird ein Verfahren zur Herstellung von kaltgewalztem Band mit
höchster Tiefziehbarkeit beschrieben, welches zwar als eine Maßnahme die Anwendung
niedriger Brammenvorwärmtemperaturen unter 1 170 ° C enthält, jedoch ist der Gegenstand
dieser Druckschrift auf IF-Stahl mit geringsten C-Gehalten von max. 0,007 % C und
die Erfordernis einer Zugabe von Ti und Niob beschränkt. Die günstige Wirkung der
niedrigen Vorwärmtemperaturen ist an das Vorhandensein von (Ti.Nb)C gebunden.
[0004] Die DE-OS 31 38 302 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von kaltgewalztem Bandstahl
hoher Festigkeit aus einem Stahl, der einen hohen Phosphorgehalt von 0,05 bis 0,10
Gew.-% hat. Dabei wird eine Erwärmung der Stahlbrammen auf höchstens 1.200
° C bzw. in den Bereich 1.200 bis 1.000
°C vorgeschlagen. Die angestrebten Dehngrenzen liegen, wie Tab. 2 belegt, über 20 kp/mm,
was bedeutet, daß nach diesem Stand der Technik die Herstellung alterungsbeständiger
Stahlbänder mit höchster Kaltumformbarkeit jedoch noch nicht befriedigend gelöst ist,
wobei auch dieses bekannte Verfahren insbesondere die Wünsche nach ausschließlicher
Verwendung kontinuierlicher Produktionsverfahren mit erhöhter Wirtschaftlichkeit und
nach verbesserten Eigenschaften der Fertigprodukte, differenziert nach den jeweiligen
Verformungsverfahren, Werkstoffbeanspruchungen und -kennwerten nicht erfüllt. Im übrigen
ist das Fertigwarmwalzen oberhalb A
3 bevorzugt.
[0005] Von daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen
eines alterungsbeständigen kaltgewalzten Stahlbandes, das höchste Kaltumformbarkeitseigenschaften
aufweist, zu schaffen, ohne daß eine Vakuumbehandlung oder der Zusatz von Legierungselementen
wie Titan, Niob oder Vanadium notwendig ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Maßnahmen gelöst.
[0007] Zweckmäßige und vorzugsweise Verfahrensschritte sind in den Unteransprüchen 2 bis
7 angegeben. Die verbesserte Kaltumformbarkeit wird anhand der im folgenden erörterten
Beispiele 1 (vergleichsbeispiel) und 2 (erfindungsgemäßes Beispiel) belegt.
[0008] Die Auswirkungen der in den Ansprüchen festgelegten Maßnahmen sind anhand von in
der Zeichnung dargestellten Balkendiagrammen erläutert.
[0009] Der Stahl für die Beispiele 1 und 2 hat folgende Zusammensetzung:
C 0,02 %
Si 0,01 %
Mn 0,2 %
P 0,008 %
S 0,012 %
AI 0,04 %
N 0,003 %
[0010] Dieser AI-beruhigte Stahl weist einen geringen Legierungsgehalt auf. Er wurde im
Vergleichsbeispiel 1 als Bramme nach dem Stand der Technik bei 1.270
° C vorgewärmt und in herkömmlicher Weise warmgewalzt mit einer Endtemperatur von 920
° C und kalt ausgewalzt sowie rekristallisierend geglüht und dressiert. Die Beispiele
1 und 2 zeigen die Auswirkungen abgesenkter Vorwärm- und Walzendtemperaturen. In der
jeweils linken Hälfte der Felder sind die Werkstoffeigenschaften für die hohen Vorwärm-
und Walzendtemperaturen aufgetragen. Die mechanischen Eigenschaften für die Variante
mit hoher Vorwärm- und Walzendtemperatur im Beispiel 1, i. e. Dehngrenze und Bruchdehnung
genügen nicht mehr für sehr anspruchsvolle Verwendungszwecke. In der rechten Hälfte
der entsprechenden Felder sind die gleichen Kennwerte bei erfindungsgemäßer Herstellung
des Kaltbandes dargestellt. Die Bramme wurde zunächst auf eine Temperatur von 1.100
° C vorgewärmt und dann das Band zwischen Vor- und Fertigstaffel gekühlt, so daß das
Band aus dem letzten Fertiggerüst mit 800
°C austrat. Die prozentuale Dickenabnahme des Bandes nach Durchlaufen der Umwandlungstemperatur
erreichte noch 40 %. Aus diesem Warmband hergestelltes Kaltband erreichte trotz des
geringen Legierungsaufwandes so günstige Werte von Dehngrenze, Bruchdehnung und Verfestigungsexponent,
daß diese Erzeugnisse auch für anspruchsvollste Verwendungszwecke unter Einsatz von
Streckziehen und Abkanten eingesetzt werden können. Allerdings ist der Kennwert der
senkrechten Anisotropie r
m mit 1,3 nicht ausreichend für die Herstellung komplizierter Tiefziehteile.
[0011] Wie aus den vorstehenden Ausführungen und den Beispielen ersichtlich, führt die erfindungsgemäße
Kombination der genannten Verfahrensschritte dahin, daß mit verbesserter Produktivität
kaltgewalzte Stahlbänder zuverlässiger und mit für bestimmte Verwendungszwecke gezielt
verbesserter Kaltumformbarkeit hergestellt werden können.
[0012] Gegenüber dem erhöhten Energiebedarf beim Warmwalzen überwiegen die Vorteile des
erfindungsgemäßen Verfahrens. Es seien hierfür nur einige Beispiele genannt:
- kürzere Durchsatzzeiten und damit erhöhte Leistung der Ofenanlage für die Brammenvorwärmung,
- geringere Verzunderung, also höheres Gewichtsausbringen,
- gezielte Kombination der Werkstoffkennwerte für unterschiedliche Kaltumformverfahren,
- gesteigerter Einsatz von leistungssteigernden kontinuierlichen Verfahrensschritten
sämtlicher Arbeitsgänge.
1. Verfahren zum Herstellen eines alterungsbeständigen Bandstahles mit hoher Kaltumformbarkeit
durch Warmbandwalzen, Kaltwalzen, rekristallisierendes Glühen und nachfolgendes Dressieren,
wobei Stähle (Angaben in Masseprozenten) mit
max. 0,06% C
max. 0,10% Si
max. 0,40% Mn
max. 0,03% P
max. 0,03% S
max. 0,01% N
mindestens einem der Elemente aus nachfolgender Gruppe
0 - 0,10% Al,
0 - 0,006% B
erschmelzungsbedingten Verunreinigungen,
Rest Eisen
zu Brammen vergossen, vor dem Warmwalzen auf Temperaturen von 1000 bis höchstens 1
200 C erwärmt und bei einer Temperatur unterhalb A3 fertig warmgewalzt werden, wobei die Dickenabnahme unterhalb A3 mindestens 35% der Dicke bei Durchlaufen von A3 beträgt; gehaspelt, kaltgewalzt und anschließend rekristallisierend auf Dehngrenzen
von höchstens 200 N/mm2 geglüht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stähle max. 0,05% Si
enthalten.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stähle
max. 0,006% N enthalten.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Stahl vor dem Warmwalzen auf eine Temperatur von höchstens 1 150 ° C, insbesondere
von höchstens 1 100°C, jedoch über 1 000° C erwärmt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stahl nach dem Kaltwalzen in einem kontinuierlichen Banddurchziehofen rekristallisierend
geglüht wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stahl einer kurzzeitigen Überalterungsbehandlung, bestehend aus Anlassen im
Bereich zwischen ca. 250 und 450 C vor dem Dressieren unterzogen wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der kaltgewalzte Stahl kontinuierlich geglüht und anschließend, insbesondere unmittelbar
anschließend, im Schmelzfluß mit einem metallischen Überzug versehen wird.
1. Process for manufacturing non-aging steel strip having a high cold formability
by hot strip rolling, cold rolling, annealing in a recrystallising manner and subsequent
finishing, wherein steel (details in percentage of mans) having
max. 0.06% C
max. 0.10% Si
max. 0.40% Mn
max. 0.03% P
max. 0.03% S
max. 0.01% N
at least one of the elements of the following group
0 - 0.10% AI
0 - 0.006% B
impurities caused by smelting
Residual iron
is cast into ingots, heated prior to hot rolling to temperatures of 1000 to maximum
1,200 ° C and finished hot rolled at a temperature below A3, wherein the reduction
in thickness below A3 amounts to at least 35% of the thickness when passing through
A3, drawn, cold rolled and subsequently annealed in a recrystallising manner to a
yield strength of a maximum 200 N/mm2.
2. Process as claimed in claim 1 characterised in that the steel comprises a max.
0.05% Si.
3. Process as claimed in claims 1 and 2, characterised in that the steel comprises
a maximum of 0.006%.
4. Process as claimed in one of the preceding claims, characterised in that the steel
is heated prior to hot rolling to a temperature of a maximum 1,150°C, especially to a maximum 1,100 ° C, however above 1,000 ° C.
5. Process as claimed in one or several of the preceding claims, characterised in
that after the cold rolling the steel is annealed in a recrystallising manner in a
continuous furnace through which the stripe is drawn.
6. Process as claimed in one or several of the preceding claims, characterised in
that the steel is subjected prior to the finishing to a short over-aging treatment
comprising annealing in the range between approx. 250 and 450 ° C.
7. Process as claimed in one or several of the preceding claims, characterised in
that the cold rolled steel is annealed continuously and subsequently, especially directly
following, is provided in the melt with a metallic coating.
1. Procédé pour la fabrication de feuillard d'acier résistant au vieillissement, avec
une grande aptitude au formage à froid, par laminage de feuillard à chaud, laminage
à froid, recuit de recristallisation et dressage ultérieur, dans lequel des aciers
présentant la composition suivante (% en masse)
max. 0,06 % C
max. 0,10 % Si
max. 0,40 % Mn
max. 0,03 % P
max. 0,03 % S
max. 0,01 % N
au moins l'un des éléments du groupe suivant
0 - 0,10 % AI,
0 - 0,006 % B
impuretés dues à l'élaboration
reste fer
sont coulés en brames, chauffés avant le laminage à chaud à des températures de 1000
à maximum 1200 ° C et sont soumis à laminage de finition à chaud à une température inférieure à A3, la réduction d'épaisseur sous A3 étant au moins de 35% de l'épaisseur lors du passage de A3, mis en bobines, laminés à froid et, ensuite, soumis à un recuit de recristallisation
pour atteindre une limite d'élasticité de 200N/mm2 au plus.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les aciers contiennent
au maximum 0,05% de Si.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que les aciers
contiennent au maximum 0,006% de N.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'acier
est chauffé avant le laminage à chaud à une température de 1150 ° C au plus et, en
particulier, de 1100 ° C au plus, mais néanmoins supérieure à 1000°C.
5. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
que l'acier subit un recuit de recristallisation après le laminage à froid, dans un
four à passage continu pour feuillards.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
que l'acier est soumis à un traitement de survieillis- sement de courte durée, comportant
un revenu dans la gamme des températures d'environ 250 à 450 ° C, et avant le dressage.
7. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
que l'acier laminé à froid est recuit en continu et est pourvu ensuite, et en particulier
tout de suite après, d'un revêtement métallique appliqué au trempé.