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EP 0 217 438 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.12.1989 Patentblatt 1989/50 |
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Anmeldetag: 05.09.1986 |
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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Lithiummetall hoher Reinheit durch Schmelzflusselektrolyse
Process and apparatus for manufacturing very pure lithium by molten salt electrolysis
Procédé et dispositif pour la production de lithium très pur par électrolyse ignée
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
14.09.1985 DE 3532956
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.04.1987 Patentblatt 1987/15 |
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Patentinhaber: METALLGESELLSCHAFT AG |
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60015 Frankfurt (DE) |
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Erfinder: |
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- Müller, Jürgen, Dr.
D-6367 Karben 2 (DE)
- Bauer, Richard, Dr.
D-6368 Bad Vilbel (DE)
- Sermond, Bernd
D-6334 Asslar 1 (DE)
- Dolling, Eike, Dr.
D-3380 Goslar (DE)
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Vertreter: Rieger, Harald, Dr. |
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Reuterweg 14 60323 Frankfurt 60323 Frankfurt (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 096 990 US-A- 2 393 685 US-A- 3 962 064
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FR-A- 2 560 221 US-A- 2 862 863
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von hochreinem metallischen
Lithium durch Schmelzflußelektrolyse sowie eine Elektrolysezelle zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Metallisches Lithium wird in der technischen Praxis durch Elektrolyse eines schmelzflüssigen
Gemischs von Lithiumchlorid und Kaliumchlorid gewonnen. Der Kaliumchloridanteil dient
in bekannter Weise der Erniedrigung des Schmelzpunktes des Lithiumchlorids. Geeignete
Elektrolysezellen sind beispielsweise Zellen ohne Diaphragma. Derartige Zellen besitzen
ein Gehäuse aus Stahl, eine Stahlkathode und eine Graphitanode. Die Zelle hat keine
innere Ausmauerung. Das schmelzflüssige metallische Lithium sammelt sich auf der Oberfläche
der Salzschmelze. Von dort wird es mittels Schöpfkellen abeschöpft, oder es kann auch
durch Hebevorrichtungen abgezogen werden. Das entwickelte und abströmende Chlorgas
ermöglicht den Zutritt von Luft zur Zelle, so daß die Gefahr der Oxidierung und Nitridierung
des Flüssigmetalls besteht. Aus EP-OS 107 521 ist ein Verfahren zur kontinuierlichen
Herstellung von Lithiummetall durch Elektrolyse von Lithiumchlorid in einer geschmolzenen
Salzmischung in einer Elektrolysezelle mit im Zellenboden eingeführter zylinderförmiger
Stahlkathode und in den Zylinder eintauchender Graphitanode bekannt. Im vorbekannten
Verfahren wird die
alithiummetallhaltige Salzschmelze aus der Zelle abgeführt und das Lithiummetall außerhalb
der Zelle abgetrennt. Aufgrund der Chlorgasentwicklung und des venturiartig ausgebildeten
Endes der Kathode wird eine natürliche Zirkulation der Schmelze bewirkt. In der Schmelzenmischung
soll eine Weiterraktion des Lithiummetalls nicht stattfinden.
[0003] Im Lithiummetall sind Verunreinigungen gleich welcher Art in höchstem Maße unerwünscht,
wenn es für kerntechnische Zwecke, zur Herstellung von Legierungen und für Lithiumbatterien
verwendet werden soll.
[0004] Zur Herstellung von metallischem Lithium hoher Reinheit ist es daher aus US-PS 3
962 064 bekannt, die Schmelzflußelektrolyse in einer diaphragmalosen Elektrolysezelle
vorzunehmen, in der das abgeschiedene Lithiummetall auf der Elektrolytoberfläche gesammelt,
durch Erhöhen des Elektrolytspiegels das Metall durch ein System von Überläufen aus
der Zelle gedrückt und in ein Auffanggefäß eingeleitet wird. Das Auffanggefäß enthält
eine Schutzgasatmosphäre und in dieser wird das flüssige Lithiummetall einer Reinheit
von 99,9 % zu Barren vergossen. Die Nachteile der vorbekannten Vorrichtung sind in
der aufwendigen apparativen Einrichtung zu sehen und darin, daß im vorbekannten Verfahren
als Druckmittel für die Hebung des Elektrolytspiegels (und des Metallspiegels) Luft
verwendet wird. Des weiteren wird auch das entwickelte Chlorgas mit einem großen Luftvolumen
verdünnt und aus der Zelle ausgeblasen. Auf diese Weise wird von vornherein Sauerstoff
bzw. Luft in nachteiliger Weise in das System eingebracht und eine nachhaltige Verunreinigung
bewirkt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Lithiummetall
hoher Reinheit anzugeben und eine geeignete Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
bereitzustellen.
[0006] Die Erfindung löst die Aufgabe mit einem Verfahren zur Gewinnung von metallischem
Lithium durch Elektrolyse eines Salzschmelzengemisches aus Lithiumchlorid und Kaliumchlorid
in einer diaphragmafreien Elektrolysezelle, Abziehen des schmelzflüssigen Lithiums,
Überführen in eine Vorlage und Abkühlen. In Weiterbildung eines Verfahrens der vorerwähnten
Art besteht die Erfindung darin, daß das im Elektrodenraum aufsteigende, metallisches
Lithium enthaltende Schmelzgemisch in einer das obere Kathodenende im Bereich des
Schmelzspiegels umgebenden Ringzone aufgefangen und hieraus über eine syphonartige
Rohrverbindung in einen mit der Elektrolysezelle kommunizierenden und gegen deren
Chlorgasatmosphäre abgeschlossenen Trennraum abgezogen wird, im Trennraum unter Schutzgasatmosphäre
Elektrolyt und Lithiummetall separiert werden und unter Rezirkulation des Elektrolyten
das Lithiummetall in eine Vorlage unter Schutzgasatmosphäre ausgetragen wird.
[0007] Das ausgetragene Lithiummetall wird in an sich bekannter Weise weiterbehandelt, beispielsweise
zu Barren vergossen. Während der Elektrolyt in der Elektrolysezelle zirkuliert und
in den Elektrodenraum rückgeführt wird, wird das anodisch abgeschiedene Chlorgas aus
dem abgedeckten Gasraum über die Schmelze abgesaugt und als solches oder in Form von
Salzen gewonnen. Zweckmäßig wird der Chlorgasstrom durch eine mit einer Aufschlämmung
von Lithiumhydroxid beschickten Absorptionsanlage gesaugt unter Mitverwendung von
Ammoniak als Reduktionsmittel gemäß :

[0008] Das auf diese Weise gewonnene Lithiumchlorid dient wieder als Rohstoff für die Elektrolyse.
[0009] In dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es wesentlich, daß in der syphonartigen Rohrverbindung
eine in den Trennraum gerichtete Strömung des metallhaltigen Elektrolyten geschaffen
wird und daß das im Elektrodenraum aufsteigende Metall/Salzschmelze-Gemisch sofort
in den Trennraum abgeführt wird. Das heißt, es soll im Elektrolysegefäß weder eine
Separierung erfolgen, die durch eine zu geringe Abströmgeschwindigkeit bewirkt werden
kann, noch darf eine zu hohe Strömungsgeschwindigkeit erzeugt werden, so daß Chlorgas
oder Luft in den Trennraum eingesogen wird. Das Niveau der Elektrolytschmelze kann
des weiteren durch geregeltes Eintauchen eines Neutralkörpers in die Elektrolytschmelze
konstant gehalten werden. In der praktischen Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
verweilt das aufsteigende Metall/Salzschmelze-Gemisch etwa 2 sec. oder weniger an
der Badoberfläche. Die Elektrolytströmung wird zumindest teilweise durch den « Mammutpumpeneffekt
" des aufsteigenden Chlorgases bewirkt sowie des weiteren durch eine mittels mechanischer
Mittel hervorgerufene Pumpwirkung im kürzeren Schenkel eines syphonartigen Verbindungsrohres
zwischen Elektrolysenraum bzw. Ringraum und Trennraum erzeugt. Zur mechanischen Erzeugung
der Elektrolytströmung eignen sich an sich bekannte mechanische Aggregate, wie Pumpen
oder Rührer. Aus dem Trennraum wird, nach Aufbau eines Puffervolumens flüssigen und
durch Seigerung gereinigten metallischen Lithiums, das Lithium kontinuierlich in eine
Vorlage abgeführt und z. B. vergossen und erkalten gelassen. In dem Trennraum wird
oberhalb des Schmelzenspiegels eine Schutzgasatmosphäre, beispielsweise aus Argon,
aufrechterhalten.
[0010] Die Erfindung stellt des weiteren eine Elektrolysezelle zur Durchführung des Verfahrens
gemäß der Erfindung bereit.
[0011] Hierzu bedient sie sich einer Elektrolysezelle der eingangs genannten Art für die
elektrolytische Gewinnung von metallischem Lithium, wobei in einem zylinderförmigen,
geschlossenen Elektrolyse-Stahlbehälter eine Stahlkathode mit dem Behälterboden verschweißt
ist, und die den in die Salzschmelze eintauchenden Teil einer senkrecht und gegen
die Atmosphäre gasdicht angeordneten Graphitanode umgibt, sowie mit Organen zum Einführen
von Lithiumchlorid, Schutzgas und zur Zufuhr elektrischer Energie und zum Austragen
von Lithiummetall und Chlorgas.
[0012] In Weiterbildung einer Elektrolysezelle der genannten Art besteht die Verbesserung
gemäß der Erfindung darin, daß in dem Elektrolyse-Stahlbehälter außermittig ein oben
verschlossener Stahlzylinder angeordnet ist, welcher den Elektrolysebehälter überragt
und auf dem Gefäßboden aufsitzt, und in dessen Zylinderwand im unteren Teil ein im
wesentlichen U-förmiges Rohr eingeschweißt ist, dessen kürzerer Schenkel mittig in
das Trennrohr mündet und dessen längerer Schenkel in eine Ringwanne mündet, welche
das obere Ende der Stahlkathode umgibt, und wobei der Zylindermantel im unteren Teil
Durchbrechungen besitzt.
[0013] Der zylinderförmige Stahlbehälter erfüllt die Aufgabe eines Trennrohres bzw. Abscheiders,
d. h. in ihm trennen sich flüssiges metallisches Lithium und Elektrolytschmelze. Das
Trennrohr hat daher einen kleinen Durchmesser, der etwa 1/10 des Durchmessers des
Elektrolysebehälters beträgt. Dem syphonartigen Rohr, das einerseits mit der Elektrolysezelle
bzw. mit der den oberen Kathodenrand umgebenden Ringwanne und andererseits mit dem
Trennrohr in Verbindung steht, kommt eine wesentliche Funktion als Überströmungsrohr
für das Metall/Salzschmelzen-Gemisch zu. Zur Erzeugung einer Pumpentrombe am Eingang
des U-Rohres bzw. einer in das Trennrohr gerichteten Strömung ist im kürzeren Schenkel
des syphonartigen Rohres ein mechanischer Förderer angeordnet. Im Sinne der Erfindung
werden hierunter beispielsweise Rührwerke, wie Propellerrührer, Schneckenförderer
oder Zentrifugalpumpen verstanden. Die Antriebsmittel werden durch den oberen Deckel
eingeführt, durch welchen auch zweckmäßig ein Einlaß für Schutzgas geführt ist.
[0014] Im allgemeinen ist es für ein rasches Abziehen des Metall/Salzschmelze-Gemisches
aus der Auffangrinne (4) nach unten ausreichend, daß das syphonartige Rohr (15) auf
seiner gesamten Länge, d. h. im längeren und kürzeren Schenkel, den gleichen Durchmesser
aufweist. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist der längere Schenkel
(16a) bzw. das Ansaugrohr einen kleineren Durchmesser als der kürzere Schenkel auf.
Gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung ist der obere Abschnitt des kürzeren Schenkels
zu einem zylindrischen Teil größeren Durchmessers (16) erweitert. Im allgemeinen beträgt
das Verhältnis von kleinerem zu größerem Durchmesser 1 : bis 1 : 12 und vorzugsweise
1 : 5 bis 1 : 10.
[0015] Die Graphitanode wird durch den Deckel in das Elektrolysegefäß eingeführt. Sie kann
an dem Deckel befestigt werden und hängend in den Kathodenraum hineinragen. Zweckmäßig
wird sie jedoch isolierend und leicht auswechselbar durch den Deckel hindurchgeführt
und sitzt dann über ein elektrisch isolierendes Formteil auf dem eisernen Behälterboden
auf. Ein solches isolierendes Formteil besteht zweckmäßigerweise aus oxidkeramischem
Material, beispielsweise aus geschmolzenem Aluminiumoxid. Zweckmäßig wird während
des Zellenbetriebes das isolierende Formteil gegen den korrosiven Angriff des schmelzflüssigen
Elektrolyten durch partiell erstarrte Salzschmelze geschützt. Dies wird durch geeignete
Temperaturführung bewirkt.
[0016] Die Graphitanode kann als massive Platte oder Massivzylinder ausgebildet sein. Dementsprechend
ist auch die Ausbildung der Kathode als kastenförmige Hohlkathode oder als Hohlzylinder
vorgesehen. Kathode und Zelle liegen auf gemeinsamem potential. Der negative Pol der
Spannungsquelle ist mit dem Zellenboden verbunden.
[0017] Der obere Rand der Kathode ragt im praktischen Betrieb der Elektrolysezelle über
den Spiegel des schmelzflüssigen Elektrolyten hinaus. Um den äußeren Rand der Kathode
ist eine ringförmige Auffangrinne angebracht, die den aufsteigenden, Lithiummetall
enthaltenden Elektrolyten aufnimmt und ihn unmittelbar über eine Öffnung im Boden
der Auffangrinne in den langen Schenkel des syphonartigen Rohres fördert. Als Förderkraft
dient zunächst der « Mammutpumpeneffekt » des aufsteigenden Chlorgases. Zwecks besseren
Überlaufs des metallhaltigen Salzschmelzengemisches ist der obere Kathodenrand, wie
bei Überlaufrändern üblich, zahnkranzförmig ausgebildet. Die Erfindung wird anhand
eines Beispiels und der Zeichnung näher und beispielhaft erläutert.
[0018] Die Figur der Abbildung zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung.
[0019] In der mit Deckel 2 verschlossenen Elektrolysezelle 1 ist die Kathode 3 angeordnet
und mit dem Gefäßboden verschweißt. Der obere Rand der Kathode 3 ist mit einer Auffangrinne
4 für die überfließende Lithiummetall enthaltende Salzschmelze versehen. Durch den
Deckel 2 ist die Graphitanode 5 eingeführt, die über den Isolierkörper 6 auf dem Boden
der Elektrolysezelle 1 aufsitzt und von der Kathode 3 umgeben ist. Der positive Pol
einer Gleichspannungsenergiequelle ist bei 7 und der negative Pol bei 8 angeschlossen.
Über die Öffnungen 9 im unteren Teil der Kathodenwand wird die Zirkulation des schmelzflüssigen
Elektrolyten ermöglicht. Durch das Rohr 10 wird entsprechend dem Verbrauch Lithiumchlorid
in das Salzschmelzengemisch nachchargiert. Entwickeltes Chlorgas entweicht durch den
Auslaß 11. In der Elektrolysezelle ist weiterhin ein mit Deckel 13 verschlossenes
Trennrohr 12 angeordnet. Das Trennrohr 12 ist in den Deckel 2 der Elektrolysezelle
1 eingeschweißt, überragt die Zelle und führt bis zum Boden der Zelle 1. Im unteren
Teil des Trennrohres 12 ermöglichen Öffnungen 14 den Ausgleich der Salzschmelze mit
dem übrigen schmelzflüssigen Elektrolyten. Das Trennrohr 12 steht über das syphonartige
Verbindungsrohr 15 mit der Auffangrinne 4 in Verbindung. Das U-förmige Verbindungsrohr
15 ist mit seinem längeren Schenkel in den Boden der Auffangrinne 4 eingeführt, während
die Öffnung des kürzeren Schenkels zu einem größeren Rohrdurchmesser 16 erweitert
ist. In dem Rohrteil 16 ist ein Rührer 17 angeordnet, dessen Welle durch den Deckel
13 des Trennrohres 12 eingeführt ist. Im Deckel 13 ist ferner ein Einlaß für Schutzgas
angebracht. Das schmelzflüssige Lithiummetall wird über das Rohr 19 aus dem Trennrohr
ausgetragen. Das isolierende Formstück 6 ist durch erstarrte Schmelze 20 gegen korrosiven
Angriff der Schmelze geschützt.
[0020] In dem erfindungsgemäßen Verfahren dient als Elektrolyt ein eutektisches Salzgemisch
aus ca. 50 Gew.-% Lithiumchlorid und ca. 50 Gew.-% Kaliumchlorid. Die Betriebstemperatur
beträgt 400 °C. Die Stromdichte liegt bei 5000 bis 10 000 Amp./m
2 vorzugsweise 6 000 Amp./M
2. Die Zellenspannung betragt dementsprechend 6,2 bis 9,2 Volt. Die Stromausbeute liegt
bei über 90 %. Als Werkstoff für Zelle und Kathode wird normaler Konstruktionsstahl
verwendet. Die Wandstärke der Zelle beträgt etwa 20 mm, die Zelle besitzt keine keramische
Auskleidung. Die Anode aus Elektrographit ist zentrisch in den Kathodenraum eingesetzt.
Der Elektrodenabstand beträgt etwa 50 mm. Bei Betrieb der Zelle sammelt sich das anodisch
abgeschiedene Chlor im Gasraum über der Salzschmelze und wird bei geringem Unterdruck
aus der Zelle entfernt. Das aus dem Elektrodenraum aufsteigende, Lithiummetall enthaltende
Salzschmelzengemisch läuft in die Auffangrinne über. Das bereits dort teilweise aufschwimmende
Lithiummetall wird sofort mit sehr viel Schmelze mit hoher Strömungsgeschwindigkeit
zum. Einlauf des syphonartigen Rohres gefördert. Die hohe Strömungsgeschwindigkeit
im U-Rohr wird durch ein Flügelrührwerk erzeugt. Im Trennrohr scheidet sich das metallische
Lithium unter Argonatmosphäre aus dem Lithiummetall enthaltenden Salzschmelzengemisch
ab und schwimmt auf, während das Salzschmelzengemisch das Trennrohr in abwärts gerichteter
Strömung verläßt und in den Kreislauf zurückkehrt. Das gesammelte schmelzflüssige
Lithiummetall reinigt sich durch Seigerung von weiteren Verunreinigungen und wird
kontinuierlich oder diskontinuierlich ausgetragen und unter geeigneten Bedingungen,
wie unter Schutzgasatmosphäre oder im Vakuum, in an sich bekannter Weise weiterverarbeitet.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnene Lithiummetall hoher Reinheit hat
folgende Analyse :

[0021] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind darin zu sehen, daß in kontinuierlichem
Betrieb metallisches Lithium hoher Reinheit in wirtschaftlicher Weise in einer Vorrichtung
einfacher und technisch nicht aufwendiger Konstruktion gewonnen wird.
1. Verfahren zur Gewinnung von metallischem Lithium hoher Reinheit durch Elektrolyse
eines Schmelzgemisches aus Lithium- und Kaliumchlorid in einer diaphragmafreien Elektrolysezelle,
Abziehen des schmelzflüssigen Lithiums, Überführen in eine Vorlage und Abkühlen, dadurch
gekennzeichnet, daß daß im Elektrodenraum aufsteigende, metallisches Lithium enthaltende
Schmelzgemisch in einer das obere Kathodenende im Bereich des Schmelzspiegels umgebenden
Ringzone aufgefangen und hieraus über eine syphonartige Rohrverbindung in einen mit
der Elektrolysezelle kommunizierenden und gegen deren Chlorgasatmosphäre abgeschlossenen
Trennraum abgezogen wird, im Trennraum unter Schutzgasatmosphäre Elektrolyt und Lithiummetall
separiert werden und unter Rezirkulation des Elektrolyten das Lithiummetall in eine
Vorlage unter Schutzgasatmosphäre ausgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der syphonartigen Rohrverbindung
eine in den Trennraum gerichtete Strömung des Lithiummetall enthaltenden Schmelzgemisches
erzeugt wird.
3. Elektrolysezelle zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2 für
die elektrolytische Gewinnung von metallischem Lithium, wobei in einem zylinderförmigen,
geschlossenen Elektrolyse-Stahlbehälter eine Stahlkathode mit dem Behälterboden verschweißt
ist, und die den in die Salzschmelze eintauchenden Teil einer senkrecht und gegen
die Atmosphäre gasdicht angeordneten Graphitanode umgibt, sowie mit Organen zum Einführen
von Lithiumchlorid, Schutzgas und zur Zufuhr elektrischer Energie und zum Austragen
von Lithiummetall und Chlorgas, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Elektrolyse-Stahlbehälter
außermittig ein oben verschlossener Stahlzylinder angeordnet ist, welcher den Elektrolysebehälter
überragt und auf dem Gefäßboden aufsitzt, und in dessen Zylinderwand im unteren Teil
ein im wesentlichen U-förmiges Rohr eingeschweißt ist, dessen kürzerer Schenkel mittig
in das Trennrohr mündet und dessen längerer Schenkel in eine Ringwanne mündet, welche
das obere Ende der Stahlkathode umgibt und wobei der Zylindermantel im unteren Teil
Durchbrechungen besitzt.
4. Elektrolysezelle nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im kürzeren Schenkel
des U-Rohres ein mechanisches Fördermittel angeordnet ist.
5. Elektrolysezelle nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der längere
Schenkel des U-Rohres einen kleineren Durchmesser als der obere Abschnitt des kürzeren
Schenkels aufweist.
6. Elektrolysezelle nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis
von kleinerem zu größerem Durchmesser 1 : 2 bis 1 : 12 und vorzugsweise 1 : 5 bis
1 : 10 beträgt.
7. Elektrolysezelle nach den Ansprüchen 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylindermantel
ein Auslaßorgan für flüssiges Lithiummetall aufweist.
8. Elektrolysezelle nach den Ansprüchen 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stahlzylinder
ein Einlaßorgan für Schutzgas aufweist.
9. Elektrolysezelle nach den Ansprüchen 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Graphitanode
über ein elektrisch isolierendes Formstück auf dem Behälterboden aufsitzt.
10. Elektrolysezelle nach den Ansprüchen 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Graphitanode als Massivzylinder oder Massivplatte ausgebildet ist.
1. Method for obtaining high-purity metallic lithium by electrolysis of a mixture
of molten materials comprising lithium chloride and potassium chloride in a diaphragm-less
electrolytic cell, removal of the molten lithium, transfer into a receiver and cooling,
characterised in that the mixture of molten materials containing metallic lithium
which rises in the inter-electrode space is collected in an annular zone surrounding
the upper end of the cathode in the region of the surface level of the molten material
and is removed therefrom by a siphon-type pipe connection into a separating chamber
which communicates with the electrolytic cell and is sealed against the chlorine gas
atmosphere thereof, the electrolyte and the lithium metal are separated in the separating
chamber under a protective gas atmosphere and the lithium . metal is discharged into
a receiver under a protective gas atmosphere with recycling of the electrolyte.
2. Method according to Claim 1, characterised in that a flow of the lithium metal-containing
mixture of molten material is produced in the siphon-type pipe connection, which flow
is directed into the separation chamber.
3. Electrolytic cell for performing the method according to Claims 1 and 2 for obtaining
metallic lithium by electrolysis, wherein in a closed cylindrical, steel electrolysis
tank a steel cathode is welded to the base of the tank, which cathode surrounds that
part of a vertically-arranged, graphite anode formed gas-tight against the atmosphere
which dips into the molten salt mixture, and also with elements for introducing lithium
chloride, protective gas and for the supply of electric power and for discharging
lithium metal and chlorine gas, characterised in that a steel cylinder which is closed
on top is eccentrically disposed in the steel electrolysis tank, which cylinder projects
above the electrolysis tank and rests on the base of the vessel, and into the lower
part of the cylindrical wall of which a substantially U-shaped tube is welded, the
shorter arm of which opens centrally into the separation column and the longer arm
of which opens into an annular trough which surrounds the upper end of the steel cathode,
and the cylindrical shell having apertures in its lower part.
4. Electrolytic cell according to Claim 3, characterised in that a mechanical conveying
means is disposed in the shorter arm of the U-tube.
5. Electrolytic cell according to Claims 3 and 4, characterised in that the longer
arm of the U-tube has a smaller diameter than the upper section of the shorter arm.
6. Electrolytic cell according to Claims 3 to 5, characterised in that the ratio of
the smaller to the larger diameter is 1 : 2 to 1 : 12 and preferably 1 : 5 to 1 :
10.
7. Electrolytic cell according to Claims 3 to 6, characterised in that the cylindrical
shell has an outlet member for liquid lithium metal.
8. Electrolytic cell according to Claims 3 to 7, characterised in that the steel cylinder
has an inlet member for protective gas.
9. Electrolytic cell according to Claims 3 to 8, characterised in that the graphite
anode is seated on the bottom of the tank by means of an electrically insulating formed
part.
10. Electrolytic cell according to Claims 3 to 9, characterised in that the graphite
anode is constructed as a solid cylinder or a solid plate.
1. Procédé d'obtention de lithium métallique de grande pureté par électrolyse d'un
mélange fondu de chlorure de lithium et de chlorure de potassium, dans une cellule
d'électrolyse sans diaphragme, par soutirage du lithium fondu, transvasement dans
un réservoir et refroidissement, caractérisé en ce qu'il consiste à recueillir le
mélange fondu, contenant le lithium métallique s'élevant dans la chambre à électrodes,
dans une zone annulaire entourant l'extrémité supérieure de la cathode au niveau de
la masse fondue, et à l'en soutirer par un conduit tubulaire de type à siphon dans
une chambre de séparation communiquant avec la cellule d'électrolyse et fermée par
rapport à son atmosphère de chlore gazeux, à séparer, dans la chambre de séparation
et sous atmosphère de gaz protecteur, l'électrolyte et le lithium métallique, et à
évacuer, sous atmosphère de gaz protecteur et avec recirculation de l'électrolyte,
le lithium métallique dans un réservoir.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il consiste à produire
dans le conduit de type à siphon un mélange fondu contenant un courant de lithium
métallique allant à la chambre de séparation.
3. Cellule d'électrolyse pour la mise en oeuvre du procédé suivant les revendications
1 et 2, pour l'obtention par électrolyse de lithium métallique, dans laquelle, dans
une cuve d'électrolyse en acier de forme cylindrique et fermée, une cathode en acier
est soudée au fond de la cuve et entoure la partie plongeant dans les sels fondus
d'une anode en graphite verticale et montée de manière étanche au gaz, par rapport
à l'atmosphère, et comprenant des organes d'introduction du chlorure de lithium et
du gaz protecteur et d'amenée de l'énergie électrique, ainsi que d'évacuation du lithium
métallique et du chlore gazeux, caractérisée en ce que, dans la cuve d'électrolyse
en acier, est disposé de manière excentrée un cylindre en acier, qui est fermé en
haut, qui dépasse de la cuve d'électrolyse, qui repose sur le fond de la cuve et dans
la paroi cylindrique duquel est soudé, à la partie inférieure, un tube sensiblement
en forme de U dont la branche la plus courte débouche au milieu, dans le conduit de
séparation, et dont la branche la plus longue débouche dans une goulette annulaire
qui entoure l'extrémité supérieure de la cathode en acier, la surface latérale du
cylindre possédant des traversées dans la partie inférieure.
4. Cellule d'électrolyse suivant la revendication 3, caractérisée en ce que, dans
la branche la plus courte du tube en U, est monté un moyen mécanique de convoyage.
5. Cellule d'électrolyse suivant les revendications 3 et 4, caractérisée en ce que
la branche la plus longue du tube en U a un diamètre plus petit que le tronçon supérieur
de la branche la plus courte.
6. Cellule d'électrolyse suivant les revendications 3 à 5, caractérisée en ce que
le rapport du diamètre le plus grand au diamètre le plus petit est compris entre 1
: 2 et 1 : 12 et, de préférence, entre 1 : 5 et 1 : 10.
7. Cellule d'électrolyse suivant les revendications 3 à 6, caractérisée en ce que
la surface latérale du cylindre comporte un organe de sortie pour le lithium métallique
liquide.
8. Cellule d'électrolyse suivant les revendications 3 à 7, caractérisée en ce que
le cylindre en acier comporte un organe d'entrée du gaz protecteur.
9. Cellule d'électrolyse suivant les revendications 3 à 8, caractérisée en ce que
l'anode en graphite repose sur le fond de la cuve par une pièce de forme électriquement
isolante.
10. Cellule d'électrolyse suivant les revendications 3 à 9, caractérisée en ce que
l'anode en graphite est constituée sous la forme d'un cylindre plein ou d'une plaque
pleine.
