[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur rascheren Reinigung von Kunstdärmen
aus regenerierter Cellulose, in dem das zu reinigende Produkt mehrere Waschsegmente
durchläuft, wo es zunächst mit Hilfe von Abquetschelementen ausgedrückt und anschließend
über Umlenkelemente mit dem im Gegenstrom fließenden Waschmedium ausgewaschen wird.
[0002] Es ist bekannt, daß bei den üblichen Trockenspinnverfahren die Festkörperbildung
durch Verdampfen des Lösungsmittels beispielsweise in einem Trockenschacht erfolgt,
während beim Naßspinnverfahren das Lösungsmittel durch Verdünnung, Ausspülung, Neutralisation
usw. entzogen und das gelöste Polymere so zur Ausfällung gebracht und anschließend
durch Auswaschen gereinigt wird.
[0003] So schließt sich auch an die Koagulation von Cellulose-Xanthogenat, die durch Neutralisation
der Lösungsnatronlauge durch Schwefelsäure hervorgerufen wird, die Rückbildung der
Cellulose durch saure Hydrolyse an (Regeneratcellulose). Dabei entstehen neben gasförmigen
Verbindungen wie Schwefelwasserstoff und Schwefelkohlenstoff auch merkliche Mengen
an Salzen, insbesondere Natriumsulfat, die zusammen mit dem Regenerationsmittel Schwefelsäure
und Bestandteilen des Fällbades in der Cellulose verbleiben und durch anschließende
Wäsche entfernt werden müssen.
[0004] Das vollständige Auswaschen aller Begleitsubstanzen ist besonders wichtig bei Celluloseprodukten,
die als Bedarfsgegenstände mit Lebensmitteln in Berührung kommen, wie beispielsweise
als Verpackungsfolie oder Kunstdärme.
[0005] Üblicherweise werden regenerierte Celluloseprodukte entweder in einer senkrechten
Anordnung (Senkrechtwäsche), bei der die auf- und ablaufenden Endlosmaterialbahnen
oben mit Wasser besprüht werden, wobei an den unteren Umlenkpunkten Salz- und Säure-beladenes
Wasser abfließt oder in waagerechten Waschbädern (Wannenwäsche), die oft in mehreren
Etagen übereinander angeordnet sind, mit Wasser im Gegenstrom ausgewaschen.
[0006] Beide Systeme weisen erhebliche Nachteile auf. Sowohl bei der Senkrecht- als auch
bei der Wannenwäsche laufen rein diffusionsgesteuerte Vorgänge ab. Das hat zur Folge,
daß zunächst bei hohen Konzentrationen an auszuwaschenden Bestandteilen der Stoffaustausch
schnell vonstatten geht und daher nur kurze Waschstrecken notwendig sind, während
mit abnehmenden Konzentrationen wegen des geringen Stoffaustausches die Waschstrecken
erheblich länger ausgelegt werden müssen. Rückstände von weniger als 1 g Salz pro
100 g Cellulose sind nur mit großem Aufwand zu erreichen.
[0007] Um die geforderten hohen Auswaschgrade zu erreichen, sind daher sowohl bei der Senkrecht-
als auch bei der Wannenwäsche erhebliche Mengen an Energie, Wasser und umbautem Raum
notwendig.
[0008] Aus FR-A 2 317 410, US-A 3 972 209 und Kurt Götze: "Chemiefasern nach dem Viskoseverfahren",
2. Band, 3. Aufl., Springer Verlag (1967), S. 881 ff sind zwar bereits Waschverfahren
für Garne nicht aber für Kunstdärme beschrieben.
[0009] Ziel der vorliegenden Erfindung war es daher, ein effizienteres Auswaschverfahren
für Kunstdärme aus regenerierten Celluloseprodukten zur Verfügung zu stellen, um schließlich
damit eine Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit zu erzielen.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Reinigung von Kunstdärmen aus regenerierter
Cellulose, dadurch gekennzeichnet, daß man den Kunstdarm durch mehrere Waschsegmente
führt, wo er zunächst mit Hilfe eines Abquetschelementes aus einer oberen harten und
einer unteren gummibelegten Walze bei Liniendrucken von 1 bis 1000 N pro cm ausgequetscht
und dann bei gleichzeitiger Umlenkung über Umlenkelemente mit dem im Gegenstrom geführten
Waschwasser ausgewaschen wird wobei Verweilzeiten zwischen aufeinanderfolgenden Abquetschelementen
unter 10 Sekunden eingestellt werden.
[0011] Die einzelnen Waschsegmente können in einem gemeinsamen Behälter zusammengefaßt oder
jedes für sich hinter oder übereinander aufgereiht sein. Wie Fig. 1 zeigt, ist jedes
dieser Waschsegmente (6) mit einem Abquetschelement (1) ausgerüstet, dessen Liniendruck
mit den üblichen Methoden (Hydraulik, Federdruck usw.) einstellbar ist. Vorzugsweise
sollte das Abquetschelement aus einem Walzenpaar bestehen, z.B. einer Kombination
aus einer oberen Walze aus Edelstahl und einer unteren Walze mit einem Hartgummiüberzug
mittlerer Shore-Härte. In jedem Waschsegment (6) ist mindestens ein Umlenkelement
(2), vorzugsweise eine Umlenkrolle vorhanden, wobei mit der Zahl der Umlenkelemente
die Verweilzeit des auszuwaschenden Produktes verlängert werden kann. Das Waschwasser
(7) wird in Gegenströmung zur Laufrichtung des auszuwaschenden Produkts (3) geführt.
Im Falle eines gemeinsamen Behälters für die einzelnen Waschsegmente wird dies durch
Strömungsleitbleche (5) sichergestellt.
[0012] Die Abquetschelemente (1) können an der Eintrittseite zusätzlich mit Frischwasserdüsen
(4) bestückt werden, die das bei der Abquetschung austretende stark salzbeladene Wasser,
das zum Teil an dem Produkt (3) abläuft, wegspülen.
[0013] Die Verweilzeit zwischen aufeinanderfolgenden Abquetschelementen sollte so eingestellt
werden, daß das saugfähige Produkt durch Aufnahme von frischem Wasser einen hohen
Quellungszustand erreicht. Bekannterweise kann die Verweilzeit durch die Maschinengeschwindigkeit,
aber auch durch die Zahl der Umlenkelemente, vorzugsweise Umlenkrollen, und der Dimension
der Waschsegmente gesteuert werden. Die Sauggeschwindigkeit des Materials wird bekannterweise
durch die Temperatur des Waschwassers beeinflußt. Liniendruck von 100 bis 500 N pro
cm sind bevorzugt. Aufgrund der hohen Saugfähigkeit können relativ kurze Verweilzeiten
von unter 10 Sekunden zur Erreichung der maximalen möglichen Wasseraufnahme ausreichen.
[0014] Das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren gestattet, unter erheblicher Reduzierung
von Anlagengröße, Wasser und Energiebedarf Auswaschgrade zu erreichen, die denen des
Standes der Technik überlegen sind. Darüber hinaus ist es möglich, dadurch die Produktionsgeschwindigkeit
deutlich zu erhöhen.
[0015] In den folgenden Beispielen werden Cellulose-Schläuche gereinigt, die bekannterweise
durch Beschichten eines zu einem Schlauch geformten Faserpapiers mit Viskose und nachfolgender
Koagulation und Regeneration in einem stark salz- und säurehaltigen Fällbad hergestellt
wurden. Die in den Beispielen eingesetzten Waschsegmente weisen jeweils drei Umlenkrollen,
eine Grundfläche von 50 x 50 cm und eine Höhe von 75 cm, gemessen zwischen unterer
Umlenkrolle und Abquetschwalzen, auf.
Beispiel 1
[0016] Der aus der Vorreinigungswanne austretende Kunstdarm aus regenerierter Cellulose
mit einer Beladung von 0,5 bis 0,7 g Salz pro g Cellulose wird mit den ersten Abquetschrollen
bei einem Liniendruck von 120 N/cm abgepreßt und durchläuft mit einer Geschwindigkeit
von 7,5 m/min fünf Waschsegmente mit einer Gesamtwaschstrecke von 12,5 m. Die Wassertemperatur
beträgt 40
°C, der Durchsatz 25 1/min. Am Ende der Waschstrecke weist der Kunstdarm einen Restsalzgehalt
von durchschnittlich <0,001 g Salz pro g Cellulose auf, bestimmt als noch mit Wasser
herauslösbarer Rest.
Beispiel 2
[0017] Entsprechend Beispiel 1 wird ein Kunstdarm aus regenerierter Cellulose mit einer
Salzbeladung von 0,8 bis 1 g Salz pro g Cellulose in fünf Waschsegmenten mit einer
Geschwindigkeit von 10 m/min gereinigt. Der Restsalzgehalt nach der Reinigung beträgt
0,002 g Salz pro g Cellulose.
Beispiel 3
[0018] Entsprechend Beispiel 1 und 2 wird ein Kunstdarm aus regenerierter Cellulose gereinigt,
wobei der Wasserdurchsatz auf 60 I/min erhöht wird. Der Restsalzgehalt beträgt durchschnittlich
0,0015 g Salz pro g Cellulose.
Beispiel 4
[0019] Entsprechend Beispiel 3 wird ein Darm mit einer Salzbeladung von 1,2 bis 1,4 g Salz
pro g Cellulose mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min in sieben Waschsegmenten entsprechend
einer Gesamtwaschstrecke von 17,5 m gereinigt. Der Restsalzgehalt beträgt durchschnittlich
0,0025 g Salz pro g Kunstdarm.

1. Verfahren zur Reinigung von Kunstdärmen aus regenerierter Cellulose, dadurch gekennzeichnet,
daß man den Kunstdarm durch mehrere Waschsegmente führt, wo er zunächst mit Hilfe
eines Abquetschelementes aus einer oberen harten und einer unteren gummibelegten Walze
bei Liniendrucken von 1 bis 1000 N pro cm ausgequetscht und dann bei gleichzeitiger
Umlenkung über Umlenkelemente mit dem im Gegenstrom geführten Waschwasser ausgewaschen
wird, wobei Verweilzeilen zwischen aufeinanderfolgenden Abquetschelementen unter 10
Sekunden eingestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Umlenkelemente Umlenkrollen
verwendet werden.
1. Process for the purification of artificial gut of regenerated cellulose, characterised
in that the artificial gut is passed through several washing segments, where it is
initially squeezed out with the aid of a squeezing element consisting of an upper
rigid roll and a lower rubber-covered roll at linear pressures of 1 to 1,000 N per
cm, and is then washed out with the washing water, passed countercurrently, while
simultaneously being deflected over deflection elements, residence times of below
10 seconds being adjusted between successive squeezing elements.
2. Process according to Claim 1, characterised in that deflection rolls are used as
the deflection elements.
1. Procédé pour nettoyer des boyaux artificiels en cellulose régénérée, procédé caractérisé
en ce qu'on fait passer le boyau artificiel par plusieurs segments de lavage où il
subit tout d'abord, à des pressions linéaires de 1 à 1 000 N par cm, une expression
réalisée à l'aide d'un élément d'expression constitué par un cylindre supérieur dur
et un cylindre inférieur revêtu de gomme, puis, avec renvoi simultané sur des éléments
de renvoi ou de changement de direction, le boyau est extrait par lavage à l'aide
d'une eau de lavage circulant à contre-courant, les temps de séjour entre les éléments
successifs d'expression étant réglés à une valeur inférieure à 10 s.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise, comme élément
de renvoi ou de changement de direction, des rouleaux de renvoi ou de changement de
direction.