[0001] Die Erfindung betrifft ein drallstabilisiertes Geschoß mit ausstoßbarer Nutzlast
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Geschoß ist beispielsweise aus dem "Waffentechnischen Taschenbuch"
der Firma Rheinmetall, 4. Auflage 1977, Seite 491 ff sowie aus den Veröffentlichungen
DE-A-30 48 617, US-A-3,713,392 und US-A-3,981,244 bekannt.
[0003] Bei herkömmlichen drallstabilisierten Geschossen mit ausstoßbarer Nutzlast erfolgt
die Übertragung der Beschleunigungskräfte im wesentlichen auch über den Geschoßboden,
wobei die Drehbeschleunigung über eine geeignete drehfeste Verbindung zwischen Boden
und Geschoßhülle, z.B. ein Gewinde oder Stifte übertragen wird. Zur Einleitung des
Ausstoßvorgangs der Nutzlast wird von einem Kopfzünder eine Ausstoßladung initiiert,
die im Innern der Geschoßhülle einen Druck aufbaut, der zunächst den Geschoßboden
absprengt und dann die einzelnen Nutzlasten nacheinander ausstößt. Da bei herkömmlichen
drallstabilisierten Geschossen die Massenträgheitsmomente der Geschoßböden verhältnismäßig
gering waren, wurden zu ihrer Abtrennung bei Einleitung der Ausstoßphase relativ geringe
Kräfte benötigt, die von den herkömmlichen eingeführten Kopfzündern ohne Hervorrufen
einer Fehlfunktion aufgenommen werden konnten.
[0004] In jüngster Zeit werden reichweitengesteigerte drallstabiliaierte Geschosse entwickelt
und eingeführt, die im Vergleich zu herkömmlichen Geschoßböden ein wesentlich längeres
und schwereres Heckteil aufweisen, da in diesem Heckteil ein zur Reichweitenvergrößerung
erforderlicher Treibsatz untergebracht ist. Dieser Treibsatz wird beim Abfeuerungsvorgang
von der Treibladung entzündet und reduziert während des Geschoßflugs den reichweitenverkürzenden
Bodensog. Die Massenträgheitsmomente derart vergrößerter Geschoßheckteile sind z.
T. um ein Vielfaches höher als herkömmlicherweise üblich, so daß zwischen diesen neuartigen
Geschoßböden und der Geschoßhülle mechanisch stärker belastbare Verbindungen vorgesehen
werden müssen. Dies ist aber andererseits nachteilig, da beim Ausstoßvorgang durch
eine stärkere Ausstoßladung wesentlich höhere Kräfte aufgebracht werden müssen, um
den Geschoßboden abtrennen zu können. Es hat sich herausgestellt, daß diese höheren
Kräfte den herkömmlichen Kopfzünder in nachteiliger Weise beeinflussen, so daß es
zu Versagern kommt und die Nutzlast nicht in der erwarteten Weise ausgestoßen wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Geschoßaufbau eines drallstabilisierten
Nutzlastgeschosses dahingehend zu verbessern, daß trotz des für einen Ausstoßvorgang
erforderlichen höheren Ausstoßdrucks der im Kopf des Geschosses angeordnete Zünder
nicht unzulässig belastet wird.
[0006] Ausgehend von einem Geschoß der eingangs näher bezeichneten Art wird diese Aufgabe
durch die in Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Dabei
zeigt:
Fig. 1: eine schematische Schnittdarstellung eines herkömmlichen drallstabilisierten
Nutzlastgeschosses;
Fig. 2: in Schnittdarstellung den Kopfbereich eines erfindungsgemäß ausgestalteten
Geschosses.
[0009] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung zum Teil im Längsschnitt ein herkömmliches
drallstabilsiertes Nutzlastgeschoß 10, das eine im wesentlichen hohlzylindrisch ausgebildete
Hülle 11 und einen mit dieser Hülle 11 drehfest verbundenen Geschoßboden 12 umfaßt.
In der Hülle 11 sind in enger Packung übereinander Nutzlasten 13 angeordnet, die auf
einem bestimmten Punkt der Flugbahn von einer Ausatoßladung 15 ausgestoßen werden,
die ihrerseits von einem im Kopf des Geschosses 10 angeordneten Zünder 14 initiiert
wird. Nach der durch Einstellung des Zünders 14 vorgewählten Zeitverzögerung zündet
dieser die Ausstoßladung 15, die daraufhin im Innern der Geschoßhülle 11 einen hohen
Gasdruck entwickelt, der zunächst den Geschoßboden 12 von der Geschoßhülle 11 abtrennt
und dann nacheinander die Nutzlasten 13 aus der nun im Geschoßheck vorhandenen Öffnung
ausstößt.
[0010] Wie eingangs erwähnt, muß bei neuentwickelten drallstabiliserten Nutzlastgeschossen
mit wesentlich massereicheren
*Heckteilen eine mechanisch festere Verbindung zwischen Geschoßboden 12 und Geschoßhülle
11 vorgesehen werden, zu deren Abtrennung auch wesentlich stärkere Dusstoßladungen
15 erforderlich sind. Um dadurch den Kopfzünder 14 nicht zu beeinträchtigen, wird
- wie aus Fig. 2 ersichtlich ist - zwischen Kopfzünder 14 und Ausstoßladung 15 ein
druckreduzierendes Element 20 angeordnet. Dieses druckreduzierende Element 20 dichtet
- zumindest weitge - hend - den Ladungsraum der Ausstoßladung 15 zum Kopfzünder 14
hin ab, so daß keine unzulässige Druckbeaufschlagung des Kopfzünders 14 auftritt.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das druckreduzierende
Element 20 kegel- bzw. kegelstumpfförmig ausgebildet und derart zwischen Kopfzünder
14 und Ausstoßladung 15 liegend auf der Längsachse des Geschosses 10 angeordnet, daß
die Grundfläche des Kegels bzw. Kegelstumpfs dem Kopfzünder 14 benachbart ist, während
die Spitze des Kegels bzw. Kegelstumpfs auf die Ausstoßladung 15 hin gerichtet ist.
In der Spitze des Kegels bzw. Kegelstumpfs des druckreduzierenden Elements 20 ist
eine Öffnung 20a angeordnet, durch die bei Initierung des Kopfzünders 14 ein Zündstrahl
zur Beaufschlagung der Ausstoßladung 15 hindurchtritt. Nach dem Zünden der Ausstoßladung
15 entwickelt sich in der Ausstoßtülle 15a ein rasant ansteigender Druck, der nach
dem Prinzip der Sprengumformung das kegelförmig oder kegelstumpfförmig ausgebildete,
druckreduzierende Element 20 schlagartig verformt und zu einer im wesentlichen geschlossenen
Scheibe verdichtet, die - zumindest kurzzeitig - einen drucksicheren Abschluß zwischen
Kopfzünder 14 und dem druckbeaufschlagten Nutzlastraum 16 herstellt. Durch diese drucksichere
Abdichtung kann der Ausstoßvorgang der Nutzlasten 13 ungehindert ablaufen, ohne daß
etwa durch Leckage oder Austreiben des Kopfzünders 14, der für das Abtrennen des Geschoßbodens
und Ausstoßen der Nutzlasten notwendige Gasdruck reduziert wird. Die erfindungsgemäß
vorgesehene Maßnahme ist besonders einfach und kostengünstig durchführbar, so daß
sich u. U. auch schon in Depots eingelagerte Geschosse im Bedarfsfall noch umrüsten
lassen.
1. Drallstabilisiertes Nutzlastgeschoß mit einer Geschoßhülle (11), einem abtrennbaren
Geschoßboden (12), in der Geschoßhülle ausstoßbar angeordneten Nutzlastene (13), einem
Kopfzünder (14), sowie einer vom Kopfzünder aktivierbaren Ausstoßladung (15), dadurch
gekennzeichnet, daß
zwischen der Ausstoßladung (15) und dem Kopfzünder (14) ein druckreduzierendes Element
(20) angeordnet ist;
daß das druckreduzierende Element (20) die Gestalt eines Hohlkegels oder Hohlkegelstumpfs
hat, dessen Grundfläche dem Kopfzünder (14) und dessen Spitze der Ausstoßladung (15)
zugewandt ist; und
daß in der Spitze des druckreduzierenden Elements (20) eine Öffnung (20a) angeordnet
ist.
2. Geschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das druckreduzierende Element
(20) aus einem verformbaren Metall, wie beispielsweise Aluminium, Kupfer, Stahl besteht.
1. Projectile gyrostabilisé à charge utile comprenant une enveloppe de projectile
(11), un culot séparable (12), des charges utiles (13) disposées de façon éjectable
dans l'enveloppe du projectile, un détonateur de tête (14) ainsi qu'une charge d'éjection
(15) pouvant être activée par le détonateur de tête, caractérisé en ce que:
un élément réducteur de pression (20) est disposé entre la charge d'éjection (15)
et le détonateur de tête (14);
l'élément réducteur de pression (20) a la forme d'un cône ou d'un tronc de cône creux,
dont la surface de base est tournée vers le détonateur de tête (14) et dont la pointe
est tournée vers la charge d'éjection (15); et
une ouverture (20a) est ménagée dans la pointe de l'élément réducteur de pression
(20).
2. Projectile selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément réducteur
de pression (20) est constitué en un métal déformable tel que par exemple de l'aluminium,
du cuivre ou de l'acier.
1. Spin-stabilised payload projectile with a casing (11), a separable base (12), payloads
(13) ejectably located in the casing, a nose igniter (14) and an ejection charge (15)
which can be activated by the said igniter, characterised by the fact that:
a pressure-reducing element (20) is provided between the ejection charge (15) and
the igniter (14);
the pressure-reducing element (20) is of hollow conical or hollow frustum shape with
the base surface thereof facing towards the igniter (14) and of which the apex faces
towards the ejection charge (15); and
an aperture (20a) is provided in the apex of the pressure reducing element (20).
2. Projectile in accordance with Claim 1, characterised by the fact that the pressure-reducing
element (20) comprises a deformable metal such as aluminium, copper or steel.