(19)
(11) EP 0 220 389 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.05.1987  Patentblatt  1987/19

(21) Anmeldenummer: 86110166.5

(22) Anmeldetag:  24.07.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04F 13/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 30.10.1985 DE 3538538

(71) Anmelder: Ballas, Peter
D-7597 Rheinau-Linx (DE)

(72) Erfinder:
  • Ballas, Peter
    D-7597 Rheinau-Linx (DE)

(74) Vertreter: Patent- und Rechtsanwaltssozietät, Schmitt, Maucher & Börjes 
Dreikönigstrasse 13
79102 Freiburg i. Br.
79102 Freiburg i. Br. (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Paneel zur Bekleidung von Wänden oder Decken


    (57) Ein Paneel (1) zur Bekleidung von Wänden oder Decken von Bauwerken hat zwei parallele, derart profilierte Längs­ränder (2 und 3), daß diese in Gebrauchsstellung form­schlüssig ineinanderpassen. Dabei hat ein eine Hinter­schneidung (4) aufweisender Aufnahme-Längsrand (2) in Einsteckrichtung vor der Hinterschneidung (4) zwei ein­ander gegenüberliegende, etwa parallel zur Paneelober­fläche (6) verlaufende Wandungen (8 und 9) und umgreift in Gebrauchsstellung damit die Oberseite (10) und die Unterseite (11) des Einsteck-Längsrandes (3) des Nach­bar-Paneels. Ferner ist in Gebrauchsstellung zwischen der Stirnseite (12) des Einsteck-Längsrandes (3) und dem Nutengrund (13) des Aufnahme-Längsrandes (3) sowie son­stigen in Einsteckrichtung voreinander stehenden Vor­sprüngen oder Flächen dieser beiden Ränder jeweils ein Spiel vorgesehen, so daß trotz der formschlüssigen Ver­bindung Wärmedehnungen weitgehend ohne Verformungen der eigentlichen Paneele möglich sind (Fig. 1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Paneel zur Bekleidung von Wän­den oder Decken von Bauwerken, wobei die beiden parallelen Längsränder des Paneels derart profiliert sind, daß sie formschlüssig ineinander passen und der Aufnahme-Längsrand in seinem Inneren eine Hinterschneidung und der Einsteck-­Längsrand bzw. der in den Aufnahme-Längsrand passende Längs­rand des Nachbarpaneels einen diese Hinterschneidung er­fassenden Vorsprung hat, wobei ein Hohlraum zwischen den Längsrändern und der Oberfläche des Paneels vorzugsweise mit einem Isolierstoff ausgeschäumt ist.

    [0002] Ein derartiges Paneel ist aus DE-GM 71 02 476 bekannt. Da­bei ist allerdings nur ein kleinerer Teil des Aufnahme-­Längsrandes nutenförmig zur Aufnahme eines entsprechenden Vorsprunges des Einsteck-Längsrandes ausgebildet. Die Oberseiten benachbarter Paneelen sollen unmittelbar mit­einander fluchten. Deshalb sind bei diesem vorbekannten Paneel im Querschnitt drei Punkte gegeneinander verspannt, deren einer unmittelbar unterhalb der Oberfläche an sich stumpf berührenden Teilen der Längsränder liegt, während ein zweiter Berührungspunkt nahe dem Eintritt in den nu­tenförmigen Innenraum des Aufnahmelängsrandes angeordnet ist und der dritte, für die Verankerung wichtigste Punkt hinter der Hinterschneidung liegt. Durch diese Verspan­nung an drei Querschnittspunkten ist eine Aufnahme von Wärmedehnungen der Paneele praktisch ausgeschlossen oder nur über deren Verformung möglich. Somit besteht vor allem bei großen Temperaturschwankungen die Gefahr, daß sich der Paneelenverbund verwirft oder daß sogar die Verbin­dung benachbarter Paneelen gelöst wird.

    [0003] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Paneel der eingangs erwähnten Art zu schaffen, mit welchem bei definierter Einstecktiefe der Längsränder benachbarter Paneele inein­ander auch größere Wärmedehnungen ohne Verformung der Paneele und ohne Lösung der Verbindung aufgefangen werden können.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe besteht im wesentlichen darin, daß der die Hinterschneidung aufweisende Aufnahme-Längs­rand in Einsteckrichtung vor der Hinterschneidung zwei einander gegenüberliegende, etwa parallel zur Paneelober­fläche verlaufende Wandungen hat und in Gebrauchsstellung damit die Ober- und Unterseite des Längsrandes des Nach­barpaneels umgreift, daß der umgriffene Einsteck-Längs­rand des Nachbarpaneels gegenüber seiner Oberseite zu­rückspringt und daß in Gebrauchsstellung zwischen der Stirnseite des Einsteck-Längsrandes und dem Nutengrund des Aufnahme-Längsrandes sowie zwischen der in Einsteck­richtung vorderen Seite der Hinterschneidung und dem die­ser gegenüber zurückspringenden Bereich des Einsteck-­Längsrandes jeweils ein Spiel vorgesehen ist. Dieses Spiel an allen in Fortsetzung der Paneele rechtwinklig zu ihren Verbindungsrändern verlaufenden Abmessung er­laubt es, daß die beiden Längsränder sich in dieser Rich­tung beidseits verschieben und auch ineinander verschie­ben können, wenn sich die Paneele aufgrund größerer Er­wärmungen ausdehnen. Gleichzeitig ist aber dennoch ein ungewolltes Herausziehen eines Paneels aus dem anderen während der Montage oder ein ungenügend tiefes Einstek­ken dadurch verhindert, daß durch die Hinterschneidung und den dazu passenden Vorsprung Formschluß entgegen der Lösebewegung existiert. Der Monteur kann praktisch nach dem Zusammenfügen zweier Paneelen diese in fluchtender Position etwas auseinanderziehen, so daß der Vorsprung an der Rückseite der Hinterschneidung anschlagen kann. Damit wird auch die größtmögliche Spielfreiheit in Ein­steckrichtung, d.h. für Wärmedehnungen eingestellt.

    [0005] Besonders zweckmäßig und für die Montage günstig ist es, wenn der Abstand der Außenseiten der den Aufnahme-Längs­rand bildenden Wandungen etwa der Gesamtdicke oder -stärke des Paneels entspricht. Entsprechend groß ist die Einstecköffnung dieses Längsrandes und entsprechend ein­fach die Montage.

    [0006] Die Hinterschneidung kann als im Querschnitt etwa säge­zahnartiger Vorsprung mit in Einsteckrichtung schrägem Anstieg und an der Rückseite etwa rechtwinklig zur Nuten­wand verlaufende Anschlagfläche ausgebildet sein. Prak­tisch bildet nämlich der Einsteck-Längsrand eine Nut, deren eine Wandung die vorspringende Hinterschneidung auf­weist. Der dazu passende Vorsprung kann leicht hinter diese Hinterschneidung gebracht werden, indem das Paneel mit dem Einsteck-Längsrand zunächst etwas schräg zu dem Paneel mit dem Aufnahme-Rand gehalten wird, bis der Vor­sprung in den Bereich hinter der Hinterschneidung ge­langt ist. Durch Zurückkippen des schrägen Paneels in fluchtende Position zu dem anderen Paneel gelangt dann der Vorsprung direkt hinter die Hinterschneidung.

    [0007] Vorteilhaft und für Herstellung einfach sowie für eine feste Verbindung entgegen der Einsteckrichtung zweckmäßig ist es, wenn der in Gebrauchsstellung die Hin­terschneidung innerhalb des Aufnahme-Längsrandes hinter­greifende Vorsprung im Querschnitt etwa hakenförmig aus­gebildet ist und das Hakenende in Gebrauchsstellung an der rückseitigen Anschlagfläche der Hinterschneidung an­liegt, während die Außenseite des Hakens zu dem Nuten­grund des Aufnahme-Längsrandes das schon erwähnte Spiel aufweist.

    [0008] Um die Montage zu erleichtern und dabei eventuelle Auf­biegungen der beiden Wandungen des Aufnahme-Längsrandes zu vermeiden, ist es zweckmäßig, wenn ein den Hakenrücken bildender Bereich des Einsteck-Längsrandes im Querschnitt schräg zur Stirnseite des Hakens hin in dem Sinne ver­läuft, daß sich der den Haken-Querschnitt aufweisende Längsrand zu seiner Stirnseite hin verjüngt. Diese Ver­jüngung in Verbindung mit der Hakenöffnung erlaubt es, durch etwas schräge Anordnung des Paneels mit dem Ein­steckrand den schmaleren Zwischenraum zwischen der Hin­terschneidung und der gegenüberliegenden Wandung des Aufnahme-Längsrandes mit dem Hakenteil zu überwinden, ohne daß dabei die beiden Wandungen auseinandergezwängt werden müßten. Ebenso kann auf diese Weise auch eine Demontage ohne Beschädigung der Längsränder erfolgen.

    [0009] Ausgestaltungen der Erfindung und insbesondere der Form der Längsränder sind Gegenstand der Ansprüche 6 bis 13. Dabei ist besonders vorteilhaft die Maßnahme des Anspru­ches 9, wonach nämlich die Dickenverminderung des Paneels an dem Einsteck-Längsrand breiter als ihr Eingriff in den Gegen-Längsrand ist, so daß in montiertem Zustand eine Kontrollfuge mit zwei parallelen Bereichen der ineinander­greifenden Längsrändern gebildet ist. Somit ist auf einen Blick eine Kontrolle möglich, ob die beiden Ränder rich­tig ineinandergesteckt sind und auf einfache Weise kann nachgemessen werden, ob dabei auch das Hakenstück an der Innenseite der Hinterschneidung anliegt und somit das ge­wünschte Spiel an den eigentlichen Stirnseiten vorhanden ist. Da die Verminderung der Dicke in diesem Randbereich relativ geringfügig ist, weil sie lediglich der Stärke der einen Wandung des Aufnahme-Längsrandes entspricht., ergibt sich praktisch keine Beeinträchtigung der Isolier­wirkung.

    [0010] Die Wahl der Abmessungen der Dicke der Längsränder, die die beiden Längsränder in Gebrauchsstellung einen Klemm-­oder Preßsitz miteinander haben läßt, ergibt eine gute Abdichtung an den Berührungsstellen der Längsränder.

    [0011] Vor allem bei Kombination der vorbeschriebenen und in den Ansprüchen erwähnten Maßnahmen und Merkmalen ergibt sich ein Paneel, welches eine einfache Verbindung mit dem Nach­barpaneel erlaubt, dennoch auch große Wärmedehnungen zu­läßt ohne daß Elastizitätskräfte an den Paneelen wirksam werden und dabei den Herstellungsaufwand praktisch nicht verändert. Obwohl die Längsränder eine Relativverschie­bung der Paneele erlauben, sind sie praktisch formschlüs­sig verbunden, so daß eine definierte und festgelegte Einstecktiefe bei der Montage sichergestellt werden kann. Da der Aufnahme-Längsrand praktisch die gesamte Dicke der Paneele ausnutzen kann, ist die erfindungsgemäße Ausbil­dung der Paneele vor allem auch dann gut anwendbar, wenn die Paneele eine relativ geringe Gesamtdicke von bei­spielsweise zwischen 10 und 20 mm haben. Dies ist auch des­halb vorteilhaft, weil gerade dünnere Paneele unter Wärme­spannungen noch schneller zu Verwerfungen neigen würden, die bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung durch die vorgesehenen Verschiebespielräume aber vermieden werden.

    [0012] Nachstehend ist die Erfindung mit ihren ihr als wesentlich zugehörenden Einzelheiten anhand der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel noch näher erläutert.

    [0013] Es zeigt in schematisierter Darstellung:

    Fig. 1 einen Querschnitt eines Paneels mit einem an des­sen Aufnahme-Längsrand angreifenden Nachbarpaneel und

    Fig. 2 eine der Fig.1 etwa entsprechende Darstellung, wobei ein Paneel gegenüber dem Nachbarpaneel schräg steht, um gerade damit zusammengefügt oder von diesem getrennt zu werden und trotz des Form­schlusses in Gebrauchsstellung gemäß Fig.1 eine einfache Montage oder Demontage zu ermöglichen.



    [0014] Ein Paneel 1 dient zu Bekleidung von Wänden oder Decken von Bauwerken, wobei die beiden parallelen Längsränder 2 und 3 des Paneels 1 derart profiliert sind, daß sie gemäß Fig. 1 formschlüssig ineinanderpassen. Dabei hat der Aufnahme-Längsrand 2 in seinem Inneren eine Hinter­schneidung 4 und der Einsteck-Längsrand 3 bzw. der in den Aufnahme-Längsrand 2 passende Längsrand 3 des Nachbar­paneels einen diese Hinterschneidung 4 erfassenden Vor­sprung 5. Der Hohlraum zwischen den Längsrändern 2 und 3 und der Oberfläche 6 des Paneels 1 ist im Ausführungsbei­spiel mit einem Isolierwerkstoff 7 ausgeschäumt.

    [0015] In beiden Figuren erkennt man, daß der die Hinterschnei­dung 4 aufweisende Aufnahme-Längsrand 2 in Einsteckrich­tung vor der Hinterschneidung 4 zwei einander gegenüber­liegende etwa parallel zur Paneeloberfläche 6 verlaufende Wandungen 8 und 9 hat und in Gebrauchsstellung gem. Fig.1 damit die Oberseite 10 und die Unterseite 11 des Ein­steck-Längsrandes 3 des Nachbarpaneels umgreift. Dabei springt der umgriffene Einsteck-Längsrand 3 gegenüber sei­ner Oberseite 6 zurück, so daß die Oberseite 10 dieses Längsrandes 3 gegen die Oberseite 6 des Paneels etwas zu­rückliegt. Vor allem wird in Fig. 1 deutlich, daß in Ge­brauchsstellung zwischen der Stirnseite 12 des Einsteck-­Längsrandes 3 und dem Nutengrund 13 des etwa nutenförmi­gen Aufnahme-Längsrandes 3 und ferner zwischen der in Ein­steckrichtung vorderen Seite oder Fläche 14 der Hinter­schneidung 4 und dem dieser gegenüber zurückspringenden Bereich 15 des Einsteck-Längsrandes 3 jeweils ein Spiel vorgesehen ist. Dabei entspricht der Abstand der Außen­seiten der den Aufnahme-Längsrand 2 bildenden Wandungen 8 und 9 im Ausführungsbeispiel der Gesamtdicke oder -stärke des Paneels 1, so daß insgesamt eine möglichst große Öff­nung an diesem Einsteck-Längsrand 2 vorhanden ist, wodurch diese Lösung auch für relativ dünne Paneele 1 zweckmäßig und vorteilhaft wird.

    [0016] Die Hinterschneidung 4 ist im Ausführungsbeispiel als im Querschnitt etwa sägezahnartiger Vorsprung mit in Ein­steckrichtung schrägem Anstieg an ihrer Vorderseite 14 und an der Rückseite etwa rechtwinklig zur Nutenwand 8 verlaufender Anschlagfläche 16 ausgebildet. Gegebenenfalls genügt dabei auch ein etwas stumpferer als ein rechter Winkel oder es könnte sogar ein spitzer Winkel dieser An­schlagfläche 16 zur Nutenwand 8 vorgesehen werden.

    [0017] Der in Gebrauchsstellung die Hinterschneidung 4 innerhalb des Aufnahme-Längsrandes 2 hintergreifende Vorsprung 5 ist etwa hakenförmig ausgebildet. Gemäß Fig. 1 liegt zweckmäßigerweise das Hakenende 17 in Gebrauchsstellung an der rückseitigen Anschlagfläche 16 der Hinterschnei­dung 4 an, während die Außenseite des Hakens als Stirn­seite 12 zu dem Nutengrund 13 des Aufnahme-Längsrandes 2 das schon erwähnte Spiel aufweist. Somit ergibt sich bei der Montage eine definierte Lage der beiden Paneele zuein­ander, wobei gleichzeitig im Inneren der an sich form­schlüssigen Verbindung genügend Bewegungsspielraum für Wärmedehnungen eingeplant ist. Es können also Wärmedeh­nungen ungehindert stattfinden, ohne daß dabei die Elasti­zitätskräfte der Paneele beansprucht würden, falls das Spiel entsprechend dem Ausdehnungskoeffizienten ausrei­chend groß gewählt ist. Somit werden auch Verwerfungen der Paneele bei starker Erwärmung aufgrund ihres gegen­seitigen Verbundes von vorneherein vermieden.

    [0018] Ein den Hakenrücken bildender Bereich 18 des Einsteck-­Längsrandes 3 verläuft im Querschntt schräg zur Stirn­seite 12 des Hakens bzw. des Paneels 1 hin in dem Sinne, daß sich der Querschnitt des Einsteck-Längsrandes 3 zu seiner Stirnseite 12 hin verjüngt. Vor allem in Fig. 2 erkennt man die Besonderheit und Bedeutung dieser Maß­nahme, die ein Einführen des Längsrandes 3 in den Längs­rand 2 trotz der im Inneren des Längsrandes 2 befindli­chen Hinterschneidung 4 erlaubt. Dabei spielt auch die Verringerung der Dicke des Längsrandes 3 im Bereich seiner Oberseite 10 und die Länge der Wandung 8 eine ent­sprechende Rolle und es ist dafür gesorgt, daß die Länge einer gedachten senkrechten Linie auf die den Hakenrük­ken bildende Schräge 18 des Einsteck-Längsrandes 3 bis zur gegenüberliegenden etwas eingezogenen Oberseite 10 dieses Längsrandes 3 gleich oder kleiner als der Abstand der beiden Innenseiten der Wandungen 8 und 9 der den Auf­nahme-Längsrand 2 bildende Nut ist. Gemäß Fig. 2 braucht also nur die einzuführende Paneele etwas schräg zu der Nachbarpaneele gestellt zu werden, um die beiden Längs­ränder 2 und 3 ohne Kraftanstrengung und ohne Verformun­gen ineinander führen zu können. Ist der Vorsprung 5 in dem Bereich hinter der Hinterschneidung 4 angelangt, wird die schrägstehende Paneele in Flucht mit der anderen Paneele 1 gebracht, wonach die Situation gemäß Fig. 1 hergestellt ist. Gegebenenfalls kann noch eine leichte Zugkraft auf die beiden Paneelen entgegen ihrer Einsteck­richtung aufgebracht werden, um die Hakenfläche 17 an der Anschlagfläche 16 des Vorsprunges 4 zur Anlage zu bringen.

    [0019] Der in Gebrauchsstellung umgriffene Einsteck-Längsrand 3 verjüngt sich auch an dem der Oberseite 6 benachbarten zurückspringenden Bereich 10 unmittelbar vor der Hinter­schneidung 4 bis in die Hakenöffnung hinein ebenfalls, wobei die Schräge dieser Verjüngung in Gebrauchsstellung parallel zu der Schräge an der Vorderseite 14 der Hinter­schneidung 4 verläuft. Praktisch ergibt sich somit für den Einsteck-Rand 3 zu seiner Stirnseite 12 hin auf beiden Seiten eine Abschrägung, durch welche der Querschnitt dieses Längsrandes 3 zur Stirnseite 12 hin verjüngt wird. Auch dadurch wird die Einsteckmontage gemäß Fig. 2 er­leichtert.

    [0020] In Fig. 1 erkennt man noch, daß der Rand der oberseitigen Wandung 8 des Aufnahme-Längsrandes 2 in Gebrauchsstellung zumindest bis zum Anfang 19 der an der gegenüberliegenden Seite des Einsteck-Längsrandes 3 befindlichen Schräge 18 reicht oder diesen Anfang 19 sogar überragt. Dadurch er­gibt sich auch in Querrichtung eine feste Verbindung der beiden Paneele 1, so daß ihre Oberflächen 6 sicher mit­einander fluchten.

    [0021] Die Verminderung 10 der Dicke des Paneels 1 an dem Ein­steck-Längsrand 3 ist im Ausführungsbeispiel breiter als ihr Eingriff in den Gegen-Längsrand 2 in Gebrauchs­stellung, so daß in montiertem Zustand eine Kontrollfuge 20 mit zwei parallelen Bereichen der ineinandergreifenden Längsränder gebildet ist, nämlich dem Rand der Wandung 8 einerseits und der Abkröpfung 21, die die Dickenvermin­ derung 10 bewirkt. Nach der Montage kann die Breite der Nut 20 überprüft werden und wenn ihre Begrenzungen nicht parallel laufen, ist die Zusammenfügung der Längsränder noch nicht in Ordnung. Ferner könnte eine zu schmale Kon­trollfuge 20 darauf hindeuten, daß das Spiel zwischen den Stirnseiten 12 und 13 im Inneren der Steckverbindung nicht vorhanden oder zu gering vorgewählt ist.

    [0022] Die Hinterschneidung 4 ist dabei im Ausführungsbeispiel in dem nutenförmigen Aufnahme-Längsrand 2 an der Nuten­wandung 8 angeordnet, die an der Oberfläche 6 des Paneels 1 vorgesehen ist bzw. sich an diese anschließt, während die gegenüberliegende Nutenwand 9 als verlänger­ter Schenkel des das Paneel 1 im wesentlichen bildenden Werkstoffes, beispielsweise eines Aluminiumbleches, aus­gebildet ist. Somit lassen sich auch diese Ränder 2 und 3 gut einstückig mit dem Paneel 1 fertigen, biegen und formen.

    [0023] Dabei kann dann auch dafür gesorgt werden, daß die beiden Längsränder 2 und 3 in Gebrauchsstellung einen Klemm- und Preßsitz miteinander haben, so daß in diesem Bereich eine gute Abdichtung erzielt und somit auch Regen von der be­kleideten Wandung abgehalten werden kann. Die diesem Regen ausgesetzte Oberseite 6 und die dort befindliche flache Fuge 20 können somit bei vertikaler Anordnung solches Wasser ableiten, ohne daß es in das Innere der Längsrän­der gelangt. Selbst geringfügige Flüssigkeitsmengen im Inneren der Steckverbindung können nach unten ablaufen, weil sie an der Berührung zwischem dem Anfang 19 der Schräge 18 und der Wandung 9 wiederum an einem weiteren Vordringen zu der Rückseite der Paneele 1 und somit zu der Gebäudewand hin gehindert wird.

    [0024] Die vorzugsweise aus Aluminiumblech gebildete Haut 22 des Paneels 1 ist in einem Stück zu dem Hakenquerschnitt ge­bogen und hat am Ende des schrägen Hakenrückens 18 vor der Montage zweckmäßigerweise einen etwas größeren Ab­stand zu der gegenüberliegenden Außenseite 10 des Ein­steck-Längsrandes 3 als nach der Montage, so daß dieser umgebogene Randbereich bei der Montage federartig zusam­mendrückbar ist. Dadurch wird der erwähnte Klemmsitz und die Abdichtwirkung durch die Montage von selbst erreicht. Der schräge Hakenrücken 18 hat dabei an seinem Anfang 19 noch eine Fortsetzung 23 parallel zur Oberfläche 6, die von der Nutenwandung 9 des Aufnahme-Längsrandes 2 des Nachbarpaneeles in Gebrauchsstellung im Ausführungsbei­spiel gemäß Fig. 1 überragt ist. Somit wird die erwähnte geringfügige Federkraft an diesem Anfang 19 besser ver­teilt.


    Ansprüche

    1. Paneel zur Bekleidung von Wänden oder Decken von Bau­werken, wobei die beiden parallelen Längsränder des Paneels derart profiliert sind, daß sie formschlüssig ineinanderpassen und der Aufnahme-Längsrand in seinem Inneren eine Hinterschneidung und der Einsteck-Längs­rand bzw. der in den Aufnahme-Längsrand passende Längs­rand des Nachbar-Paneels einen diese Hinterschneidung erfassenden Vorsprung hat, wobei ein Hohlraum zwischen den Längsrändern und der Oberfläche des Paneels vor­zugsweise mit einem Isolierwerkstoff ausgeschäumt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der die Hinter­schneidung (4) aufweisende Aufnahme-Längsrand (2) in Einsteckrichtung vor der Hinterschneidung (4) zwei ein­ander gegenüberliegende etwa parallel zur Paneelober­fläche (6) verlaufende Wandungen hat und in Gebrauchs­stellung damit die Ober- und Unterseite (10,11) des Einsteck-Längsrandes (3) des Nachbar-Paneels umgreift, daß der umgriffene Einsteck-Längsrand (3) des Nachbar-­Paneels gegenüber seiner Oberseite (6) zurückspringt und daß in Gebrauchsstellung zwischen der Stirnseite (12) des Einsteck-Längsrandes (3) und dem Nutengrund (13) des Aufnahme-Längsrandes (3) sowie zwischen der in Einsteckrichtung vorderen Seite (14) der Hinter­schneidung (4) und dem dieser gegenüber zurückspringen­den Bereich (15) des Einsteck-Längsrandes (3) jeweils ein Spiel vorgesehen ist.
     
    2. Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Außenseiten der den Aufnahme-Längsrand (2) bildenden Wandungen (8,9) etwa der Gesamtdicke oder -stärke des Paneels (1) entspricht.
     
    3. Paneel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hinterschneidung (4) als im Querschnitt etwa sägezahnartiger Vorsprung mit in Einsteckrichtung schrägem Anstieg und an der Rückseite etwa rechtwinklig zur Nutenwand (8) verlaufende Anschlagfläche (16) aus­gebildet ist.
     
    4. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge­kennzeichnet, daß der in Gebrauchsstellung die Hinter­schneidung (4) innerhalb des Aufnahme-Längsrandes (2) hintergreifende Vorsprung (5) im Querschnitt etwa ha­kenförmig ausgebildet ist und das Hakenende (17) in Gebrauchsstellung an der rückseitigen Anschlagfläche (16) der Hinterschneidung (4) anliegt, während die Aus­senseite des Hakens zu dem Nutengrund (13) des Aufnah­me-Längsrandes (2) Spiel aufweist.
     
    5. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge­kennzeichnet, daß ein den Hakenrücken bildender Be­reich (18) des Einsteck-Längsrandes (3) im Querschnitt schräg zur Stirnseite (12) des Hakens hin in dem Sinne verläuft, daß sich der Querschnitt des Einsteck-Längs­randes (3) zu seiner Stirnseite (12) hin verjüngt.
     
    6. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge­ kennzeichnet, daß sich der in Gebrauchsstellung umgrif­fene Einsteck-Längsrand (3) an dem der Oberseite (6) benachbarten zurückspringenden Bereich (10) unmittel­bar vor der Hinterschneidung (4) bis in die Hakenöff­nung hinein schräg verjüngt, wobei die Schräge dieser Verjüngung in Gebrauchsstellung parallel zu der Schräge an der Vorderseite (14) der Hinterschneidung (4) ver­läuft.
     
    7. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Rand der oberseitigen Wandung (8) des Aufnahme-Längsrandes (2) in Gebrauchsstellung zu­mindest bis zum Anfang (19), der an der gegenüberliegen­den Seite des Einsteck-Längsrandes (3) befindlichen Schräge (18) reicht oder diesen Anfang (19) überragt.
     
    8. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Länge einer gedachten senkrech­ten Linie auf die den Hakenrücken bildende Schräge (18) des Einsteck-Längsrandes (3) bis zur gegenüberliegen­den, etwas eingezogenen Oberseite (10) dieses Längs­randes (3) gleich oder kleiner als der Abstand der bei­den Innenseiten der Wandungen der den Aufnahme-Längs­rand bildenden Nut ist.
     
    9. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Verminderung (10) der Dicke des Paneels (1) an dem Einsteck-Längsrand (3) breiter als ihr Eingriff in den Gegen-Längsrand (2) in Gebrauchs­stellung ist, so daß in montiertem Zustand eine Kon­trollfuge mit zwei parallelen Bereichen der ineinander­greifenden Längsrändern gebildet ist.
     
    10. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Hinterschneidung (4) in dem nutenförmigen Aufnahme-Längsrand (2) an der Nutenwan­dung (8) angeordnet ist, die an der Oberfläche (8) des Paneels (1) vorgesehen ist, und daß die gegenüberlie­gende Nutenwand (9) als verlängerter Schenkel des das Paneel (1) bildenden Werkstoffes ausgebildet ist.
     
    11. Paneel nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Längsränder (2,3) in Gebrauchsstellung einen Klemm- oder Preßsitz mitein­ander haben.
     
    12. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch ge­kennzeichnet, daß die vorzugsweise aus Aluminiumblech gebildete Haut (22) des Paneels (1) in einem Stück zu dem Hakenquerschnitt gebogen ist und am Ende des schrägen Hakenrückens (18) vor der Montage einen etwas größeren Abstand zu der gegenüberliegenden Außenseite (10) des Einsteck-Längsrandes (3) in diesem Bereich hat, so daß dieser umgebogene Randbereich bei der Mon­tage federartig zusammendrückbar ist.
     
    13. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch ge­kennzeichnet, daß der schräge Hakenrücken (18) an sei­nem Anfang (19) eine Fortsetzung (23) der Paneelhaut parallel zur Oberfläche (6) hat, die von der Nutenwan­dung (9) des Aufnahme-Längsrandes (2) des Nachbar-­Paneels in Gebrauchsstellung vorzugsweise überragt ist.
     




    Zeichnung