[0001] Vorliegende erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Entschwefelungsgemisches
für Metallschmelzen auf der Basis von Calciumcarbid.
[0002] Durch die Verarbeitung von minderwertigen Eisenerzen sowie Schrott im Konverter und
durch den steigenden Einsatz von höher schwefelhaltigem Koks bzw. Ölkoks gewinnt die
Entschwefelung von Roheisen zunehmend an Bedeutung. Nur durch die Entschwefelung der
Eisenschmelze können die heute in zunehmenden Mengen verarbeiteten hochwertigen schwefelarmen
Stähle zur Verfügung gestellt werden.
[0003] In der Technik hat es deshalb nicht an Versuchen gefehlt, wirksame Entschwefelungsmittel
bereitzustellen. Von einer reinen Kalkentschwefelung kam man bald ab, da diese Entschwefelung
eine FeO-arme Schlacke verlangt und ein heißes Schmelzen erforderlich macht, wodurch
eine gesteigerte unerwünschte Silizium-Reduktion eintritt. Durch die Zugabe von Calciumcarbid,
insbesondere wenn das Calciumcarbid mit Calciumoxid gemagert ist, konnte die Behandlungstemperatur
der Metallschmelze abgesenkt werden.
[0004] In der DE-PS 20 37 758 wird ein spezielles Calciumcarbid beschrieben, bei dem in
die Calciumcarbidschmelze ein Gemisch aus gebranntem Kalk und Flußspat eingetragen
wird und anschließend das erstarrte Calciumcarbid zerkleinert wird. Nachteilig bei
diesem Verfahren war, daß nur etwa 2/3 des eingesetzten Fluors in der Schmelze verblieb.
[0005] In der DE-PS-26 42 838 wird ein Verfahren zum Entschwefeln von Stahl beschrieben,
bei dem ein Gemisch aus Calciumcarbid mit 5 bis 25 Gewichtsprozent Calciumfluorid
der Metallschmelze unter Unterdruck zugesetzt wird. Es hat sich gezeigt, daß dieses
Gemisch nicht zur Dosierung über eine Tauchlanze geeignet ist, da es bei dem Blasvorgang
zu Anbackungen in der Lanze kommt. Außerdem bilden sich Schlackenverkrustungen an
den Pfannenwänden. Dieses Entschwefelungsgemisch kann dann mit Erfolg angewandt werden,
wenn anfangs keine Schlacke auf dem Metallbad ist.
[0006] In der EP-A-61 011 wird ein Verfahren zur Herstellung von Entschwefelungsmitteln
für Roheisen-oder Stahlschmelzen beschrieben, bei welchem ein Calciumcarbid-Calciumoxid-Schmelzgemisch
zusammen mit freiem Kohlenstoff und Carbonat in Gegenwart von feuchter Luft oder Stickstoff
aufgemahlen wird. Mit diesem Entschwefelungsgemisch wird die Entschwefelungsreaktion
sehr früh und gleichmäßig in Gang gesetzt und mit geringeren Anwendungsmengen ein
gezielteres Entschwefelungsergebnis ermöglicht.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines Entschwefelungsgemisches
mit hohem Entschwefelungsgrad anzugeben, welches ohne die Bildung von fluoridhaltigen
Abgasen hergestellt werden kann und das bei seiner Anwendung nur niedrige fluoridhaltige
Emissionen entwickelt und eine krümelige Schlackenschicht bildet.
[0008] Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, daß die Aufgabe dadurch gelöst werden kann,
daß man ein Gemisch bestehend aus
32 bis 89 Gewichtsprozent Calciumcarbid
5 bis 66 Gewichtsprozent Calciumoxid
0,1 bis 45 Gewichtsprozent Erdalkalicarbonat
0,1 bis 10 Gewichtsprozent Aluminiumoxid
0,1 bis 10 Gewichtsprozent chemisch nicht gebundenem Kohlenstoff
0,3 bis 4,5 Gewichtsprozent Calciumfluorid
in einer Körnung von 0,1 bis 50 mm, vorzugsweise 0,2 bis 20 mm, als homogene Mischung
durch einen Mahlvorgang unter trockener Inertgasatmosphäre in einer Mühle auf eine
Größe von < 0,5 mm aufmahlt und das Mahlgut 3 bis 30, vorzugsweise 10 bis 20 Minuten
in einer Mühle mahlt.
[0009] Das Verfahren der Erfindung kann weiterhin wahlweise auch noch dadurch ausgestaltet
sein, daß man
1) 0,25 bis 1,7 Gewichtsprozent Fluor, vorzugsweise als Flußspat, einbringt;
2) ein technisches Carbid mit einem CaC2-Gehalt von 20 bis 80 Gewichtsprozent einsetzt ;
3) als Erdalkalicarbonat Kalkstein und/oder Dolomit einbringt ;
4) bis zu 30 Gewichtsprozent Alkalicarbonat, vorzugsweise wasserfreie Soda, einbringt
;
5) als Inertgas Stickstoff verwendet ;
6) durch den Mahlvorgang mindestens 85 Gewichtsprozent des Endproduktes auf eine Korngröße
von < 0,1 mm aufmahlt, da dann dieses Entschwefelungsgemisch problemlos in das flüssige
Metall in einer Menge von 0,5 bis 5,0 kg/t Metall über eine Tauchlanze mit einem Trägergas
eingeblasen werden kann.
[0010] Hierbei spielt es keine Rolle, ob ein technisches Calciumcarbid verwendet wird, dessen
Gehalt an reinem CaC
2 im Carbidofen eingestellt oder dessen Gehalt an reinem CaC
2 in der flüssigen Phase im Tiegel durch Magern mit Branntkalk eingestellt oder dessen
Gehalt an reinem CaC
2 im Carbidofen grob eingestellt und danach in der flüssigen Phase im Tiegel durch
Zugabe von Branntkalk endgültig eingestellt wurde.
[0011] Für die Herstellung des Entschwefelungsgemisches kann als Erdalkalicarbonat Kalkstein
und/oder Dolomit verwendet werden. Schließlich kann das erfindungsgemäße Entschwefelungsgemisch
bis zu 30 Gewichtsprozent Alkalikarbonat, vorzugsweise in Form wasserfreier Soda,
enthalten.
[0012] Der Mahlvorgang, insbesondere die Mahldauer, ist für die Herstellung eines optimalen
Gemisches hinsichtlich Fließfähigkeit und Entschwefelungswirkung von großer Bedeutung.
Durch Erhöhung der Mindestmahldauer von ca. 5 Minuten auf 10 bis 20 Minuten erhält
man durch Vergrößerung des tribochemischen Mahleffektes optimale Ergebnisse.
[0013] Mit dem erfindungsgemäß hergestellten Entschwefelungsgemisch ist eine bessere Entschwefelung
von Eisenschmelzen wie Roheisen-, Gußeisen- und Stahlschmelzen, bezogen auf die eingesetzte
CaC
2-Menge, möglich.
[0014] Das Entschwefelungsgemisch führt auf Grund der guten Fließfähigkeit zu keinen Anbackungen,
weder in der Lanze noch in deren Zuführungsrohren. Es hat sich weiter gezeigt, daß
es bei der Verwendung des Entschwefelungsgemisches zu keinen Schlackenverkrustungen
an der Metallpfannenwand kommt. Der Ausstoß an unerwünschten Fluorid-Emissionen während
des Entschwefelungsvorganges ist wesentlich niedriger gegenüber einem auf bisher üblichen
Wegen hergestellten Calciumcarbid/Calciumfluorid-Gemisch.
[0015] Die folgenden Beispiele dienen der näheren Erläuterung der erfindungsgemäßen Verfahren
zur Herstellung und Anwendung der neuartigen Entschwefelungsgemischen.
Herstellungsbeispiel 1.
[0016] In einer Rohrmühle (Fa. Schriever & Co., Typ Hilda 1700) wurden stündlich 5 000 kg
eines Gemisches, bestehend aus 80 Prozent technischem Calciumcarbid (Körnung 7-15
mm, 34 Prozent CaC
2), 10 Prozent Calciumkarbonat (Körnung 5-10 mm), 5 Prozent Koksgruß (Körnung < 10
mm), 1,5 Prozent Bauxit (Körnung <0,3 mm) und 3,5 Prozent Flußspat (Körnung 3-15 mm
; 44,0 Prozent F) unter Stickstoffatmosphäre aufgemahlen. Die durchschnittliche Verweildauer
des Mahlgutes in der Mühle betrug 15 Minuten.
[0017] Das erhaltene Entschwefelungsgemisch hat folgende Analysenwerte :
Körnung 99,7 Prozent < 0,5 mm, 90,1 Prozent < 0,1 mm. Der Fluorgehalt von 1,5 Prozent
entspricht dem der verarbeiteten Rohstoffe.
Herstellungsbeispiel 2
[0018] In einer wie in Beispiel 1 verwendeten Rohrmühle wurden stündlich 4 000 kg eines
Gemisches, bestehend aus 70 Prozent technischem Calciumcarbid (Körnung 7-15 mm ; 34
Prozent CaC
2), 25 Prozent Calciumkarbonat (Körnung 5-10 mm), 2,0 Prozent Koksgruß (Körnung < 10
mm) und 3,0 Prozent Flußspat (Körnung 3-15 mm ; 44,0 Prozent F) unter Stickstoffatmosphäre
aufgemahlen. Die durchschnittliche Verweilzeit des Mahlgutes in der Mühle betrug 20
Minuten. Das erhaltene Entschwefelungsgemisch hat folgende Analysenwerte :
Körnung 99,8 Prozent < 0,5 mm, 90,1 Prozent < 0,1 mm. Die chemische Analyse ergab,
daß das Entschwefelungsgemisch 1,32 Prozent F, 2,3 Prozent AI203 und 0,5 Prozent Mg0 enthielt. Das Mg0 entstammt den Rohstoffen.
Anwendungsbeispiel 1
[0019] In eine mit 350 t flüssigem Roheisen gefüllte Torpedopfanne wurden bei einer Schmelzetemperatur
von 1 392 °C während 17 Minuten 880 kg Entschwefelungsgemisch, hergestellt gemäß Herstellungsbeispiel
1, entsprechend 2,5 kg Entschwefelungsgemisch/t Roheisen, durch eine Tauchlanze (Tauchtiefe
2,05 m) mit 20 000 I trockenem Stickstoff eingeblasen. Der Schwefelgehalt wurde von
0,06 auf 0,005 Prozent S gesenkt.
Anwendungsbeispiel 2
[0020] In eine mit 150 t flüssigem Stahl gefüllte Metallpfanne wurden bei einer Schmelzetemperatur
von 1 490 °C 200 kg Entschwefelungsgemisch, hergestellt gemäß Herstellungsbeispiel
2, entsprechend 1,3 kg Entschwefelungsgemisch/t Stahl, mit 4 000 I Argon über eine
Tauchlanze eingeblasen. Die Tauchlanze hatte eine Eintauchtiefe von 2,35 m.
[0021] Der Schwefelgehalt wurde von 0,024 auf 0,0025 Prozent S gesenkt.
Anwendungsbeispiel 3
[0022] In eine mit 150 t flüssigem Stahl gefüllte Metallpfanne wurden bei einer Schmelzetemperatur
von 1 480 °C 400 kg Entschwefelungsgemisch, hergestellt gemäß Herstellungsbeispiel
2, entsprechend 2,7 kg Entschwefelungsgemisch/t Stahl, mit 8000 I Argon über eine
Tauchlanze eingeblasen. Die Tauchlanze hatte eine Eintauchtiefe von 2,35 m.
[0023] Der Schwefelgehalt wurde von 0,025 auf 0,0007 Prozent S gesenkt.
1. Verfahren zur Herstellung eines Entschwefelungsgemisches für Metallschmelzen auf
der Basis von Calciumcarbid, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch bestehend
aus
32 bis 89 Gewichtsprozent Calciumcarbid
5 bis 66 Gewichtsprozent Calciumoxid
0,1 bis 45 Gewichtsprozent Erdalkalikarbonat
0,1 bis 10 Gewichtsprozent Aluminiumoxid
0,1 bis 10 Gewichtsprozent chemisch nicht gebundenem Kohlenstoff
0,3 bis 4,5 Gewichtsprozent Calciumfluorid
in einer Körnung von 0,1 bis 50 mm als homogene Mischung durch einen Mahlvorgang unter
trockener Inertgasatmosphäre in einer Mühle auf eine Größe von < 0,5 mm aufmahlt und
das Mahlgut 3 bis 30 Minuten in der Mühle mahlt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 0,25 bis 1,7 Gewichtsprozent
Fluor einbringt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man ein technisches
Carbid mit einem CaC2-Gehalt von 20 bis 80 Gewichtsprozent einsetzt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Erdalkalicarbonat Kalkstein und/oder Dolomit einbringt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man bis
zu 30 Gewichtsprozent Alkalikarbonat einbringt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Inertgas Stickstoff verwendet.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man durch
den Mahlvorgang mindestens 85 Gewichtsprozent des Endproduktes auf eine Korngröße
von < 0,1 mm aufmahlt.
1. A process for producing a desulfurization mixture based on calcium carbide for
metal melts, which comprises grinding a mixture composed of
32 to 89 % by weight of calcium carbide
5 to 66 % by weight of calcium oxide
0.1 to 45 % by weight of an alkaline earth metal carbonate
0.1 to 10 % by weight of alumina
0.1 to 10 % by weight of not chemically bound carbon '
0.3 to 4.5 % by weight of calcium fluoride
in a grain size from 0.1 to 50 mm as a homogeneous mixture by a grinding step under
a dry inert gas atmosphere in a mill to a size of < 0.5 mm and grinding the material
to be ground for 3 to 30 minutes in the mill.
2. The process as claimed in claim 1, wherein 0.25 to 1.7 % by weight of fluorine
are introduced.
3. The process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that a technical carbide
having a CaC2 content of 20 to 80 % by weight is used.
4. The process as claimed in any of claims 1 to 3, wherein limestone and/or dolomite
are introduced as the alkaline earth metal carbonate.
5. The process as claimed in any of claims 1 to 4, wherein up to 30 % by weight of
an alkaline metal carbonate are introduced.
6. The process as claimed in any of claims 1 to 5, wherein nitrogen is used as the
inert gas.
7. The process as claimed in any of claims 1 to 6, wherein at least 85 % by weight
of the end product are ground down by the grinding step to a grain size of < 0.1 mm.
1. Procédé pour la fabrication d'un mélange de désulfuration à base de carbure de
calcium pour bains de fusion, caractérisé en ce que l'on broie un mélange consistant
en
32 à 89 % en poids de carbure de calcium,
5 à 66 % en poids d'oxyde de calcium,
0,1 à 45 % en poids de carbonate alcalino-terreux,
0,1 à 10 % en poids d'oxyde d'aluminium,
0,1 à 10 % en poids de carbone non lié chimiquement, et
0,3 à 4,5 % en poids de fluorure de calcium,
d'une granulométrie de 0,1 à 50 mm, en mélange homogène par un processus de broyage
sous atmosphère sèche de gaz inerte dans un broyeur à une granulométrie de < 0,5 mm
et on broie la matière à broyer pendant 3 à 30 min dans le broyeur.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on introduit 0,25 à 1,7
% en poids de fluor.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on utilise un carbure
technique ayant une teneur en CaC2 de 20 à 80 % en poids.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on introduit
comme carbonate alcalino-terreux du calcaire et/ou de la dolomie.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on introduit
jusqu'à 30 % en poids de carbonate alcalin.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on utilise
l'azote comme gaz inerte.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on broie
dans le procédé de broyage au moins 85 % en poids du produit final à une grosseur
de grain de < 0,1 mm.