[0001] Die Erfindung betrifft eine optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung für Tuftingmaschinen
mit einer Laserstrahl-Abtastvorrichtung, welche einen senkrecht zu den Nadeln der
Nadelreihe eine sich ständig wiederholende schnelle Abtastbewegung ausführendenden
Laserstahl erzeugt, der, wenn er aufgrund eines Fadenbruches oder durch die Fadenlücken
hindurch auf einen hinter den von den Nadeln verarbeiteten Fäden angeordneten Retroreflektorstreifen
auftrifft, in sich zurückgeworfen wird und in der Laserstrahl-Abtastvorrichtung auf
einen Photoempfänger auftrifft, der an eine Auswerteelektronik angeschlossen ist,
die im Falle einer Änderung des normalerweise vorliegenden periodischen Signals ein
Fehlersignal abgibt.
[0002] Bei bekannten derartigen optischen Fadenrißüberwachungsvorrichtungen (DE-OS 33 31
772; DE-PS 34 47 869) ist der Retroreflektorstreifen an einer besonderen Reflektorschiene
angebracht, die an der Tuftingmaschine hinter der Nadelreihe unmittelbar auf dem
zu verarbeitenden Trägermaterial aufliegt. Die Reflektorschiene reflektiert den auftreffenden
Abtast-Laserstrahl zurück zu der Abtastvorrichtung zwischen den Tuftingfäden durch
den Spalt zwischen dem im höchsten Hub befindlichen Nadelbarren und dem Trägermaterial.Diese
Anordnung hat den Nachteil, daß die Reflektorschiene die Einsicht in die Maschine
unmittelbar an der Nadel behindert, und das über eine Länge bis zu 40 mm in Transportrichtung
des Trägermaterials. Die Reflektorschiene behindert auch das Einfädeln gebrochener
Fäden und die Hindurchführung von angenähtem Trägermaterial, wie es beim Wechseln
einer Trägermaterialrolle entsteht. Die hierbei gebildete Spleißstelle oder Naht kann
bis zu viermal so dick wie das Trägermaterial selbst sein. Die Naht kann bequem durch
die ca. 3 bis 5 mm große Lücke zwischen Trägermaterial und höchstem Nadelhub unter
den Nadelspitzen über die gesamte Breite von ca. 5 m gezogen werden, doch behindert
die feststehende Reflektorschiene dieses Vorziehen der Trägermaterialbahn. Der Durchtrittsspalt
unterhalb der Reflektorschiene ist so eng, daß beim Durchführen der Spleißstelle
die Reflektorschiene angehoben werden muß, was aber die Gefahr von Dejustierungen
mit sich bringt. In bestimmten Fällen muß die Reflektorschiene sogar demontiert werden.
Außerdem ist der Spalt zwischen Nadelspitzen bei in der oberen Stellung befindlichen
Nadelbalken und Trägermaterial, der allein für die Messung in Frage kommt, so klein,
daß nur ein sehr schmaler Retroreflektorstreifen und ein kurzer Abtastlichtfleck von
z.B. 2 mm verwendbar sind, was Justierprobleme mit sich bringt.
[0003] Das Ziel der Erfindung besteht somit darin, eine optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung
der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei der der Retroreflektorstreifen so
angeordnet ist, daß er weder die Einsicht in die Maschine noch deren Betrieb in irgendeiner
Weise behindert, wobei die Fehlererkennung noch verbessert werden soll, indem etwa
auftretende Fadenfehler noch vor der Verarbeitung des Fadens im Trägermaterial erkannt
werden, und die Justierung des Laserstrahls auf den Retroreflektorstreifen unproblematisch
ist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß der Retroreflektorstreifen
oberhalb der Nadelöhre der Nadeln an der Frontseite des Nadelbalkens befestigt ist.
[0005] Auf diese Weise ist eine besondere Refklektorschiene entbehrlich, denn es wird bereits
ein für das Tragen der Nadeln ohnehin vorhandenes Element auch für die Anordnung
des Retroreflektorstreifens herangezogen. Bevorzugt ist der Retroreflektorstreifen
in der unteren Hälfte des Nadelbalkens angeordnet. Der Retroreflektorstreifen kann
auch wesentlich breiter z.B. 10 bis 15 mm breit ausgebildet sein, so daß die Justierung
des Laserstrahls relativ zum Retroreflektor wesentlich erleichert ist.
[0006] Da jeder Retroreflektorstreifen zweckmäßigerweise nur zwischen 10 bis 20 cm lang
ist, ist der gesamte Retroreflektorstreifen zweckmäßigerweise aus mehreren hintereinander
angeordneten, einander überlappenden Retroreflektoren zusammengesetzt. Dabei sollen
die Enden der Retroreflektorstreifen im Überlappungsbereich schräg zur Nadelrichtung
abgeschnitten sein. Der Winkel der Endkanten der Retroreflektorstreifen zur Nadelrichtung
soll mindestens 20 bis 30 ° und höchstens 45 ° betragen. Auf diese Weise werden Störungen
des Empfangssignals durch die Überlappungsbereiche der aneinander grenzenden Retroreflektorstreifen
vermieden.
[0007] Vorteilhafterweise werden Retroreflektorstreifen mit einer Stärke von nur etwa 0,5
mm verwendet.
[0008] Erfindungsgemäß liegt also an den Nadelbarren ein kontinuierliches und lückenloses
Gesamt-Reflektorband oberhalb der Nadelöhre der Nadeln über die gesamte Tuftingbreite
von bis zu 5 m vor.
[0009] Die vor dem Reflektorstreifen gespannten Fäden schatten den Laserstrahl ab, während
die Lücke zwischen den gespannten Fäden den Durchgang des Laserstrahls zum Retroreflektorstreifen
freigeben. Das reflektierte Licht wird durch einen Autokollimationsstrahlengang in
die Laserstrahl-Abtastvorrichtung zurückgelenkt und fällt dort auf einen Photoempfänger,
der es an eine Auswerteelektronik weiterleitet, die das empfangene Signal in der
gewünschten Weise zur Fehlererkennung auswertet.
[0010] Während bei den vorbekannten Anordnungen des Retroreflektorstreifens an einer besonderen
Reflektorschiene der von der Laserstrahl-Abtastvorrichtung erkannte Fehler auch schon
in dem fertig getufteten Material vorhanden ist, wird er aufgrund der erfindungsgemäßen
Anordnung des Retroreflektorstreifens bereits gemeldet, bevor sich der Fehler in der
fertig getufteten Ware bemerkbar macht. Der Fehler kann somit bereits vor der durch
ihn erfolgenden Beeinträchtigung der fertigen Tuftingware erkannt und behoben werden.
[0011] Der Nadelaushub aus dem Trägermaterial beträgt zwischen 3 bis 8 mm, kann aber bei
getufteter Schlingenware und sehr schnell laufender Tuftingmaschine auch nur 2 bis
3 mm betragen. Das bedeutet, daß der nur 0,2 mm breite und etwa 2 mm hohe Laser-Abtastlichtfleck
bei den bekannten Fadenrißüberwachungsvorrichtungen sehr präzise über die gesamte
Überwachungsbreite von 5 m justiert werden mußte. Wegen des geringen zur Verfügung
stehenden Raumes konnte der Reflektorstreifen an der Reflektorschiene nur eine Höhe
von etwa 3 bis 4 mm aufweisen.
[0012] An dem Nadelbalken stehen jedoch für die Anbringung des Retroreflektorstreifens
in der Höhe ca. 10 bis 15 mm zur Verfügung, so daß eine derart präzise Justierung
nicht mehr erforderlich ist, wenn gemäß der Erfindung gearbeitet wird.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung kennzeichnet sicht dadurch,
daß bei einer Breite des Laser-Abtastlichtflecks von ca. 0,2 mm die Höhe des Abtastlichtflecks
3 bis 7 mm, insbesondere 4 bis 6 mm und vorzugsweise etwa 5 mm beträgt. Aufgrund dieser
Maßnahme können auch sehr feine Garne erfaßt werden. Die Verlängerung des Laser-Abtastlichtflecks
in Höhenrichtung ist aufgrund der größeren Breite des erfindungsgemäß angeordneten
Retroreflektorstreifens problemlos möglich.
[0014] Bei getufteter Schlingenware besteht das Problem des Erkennens eines sogenannten
Ziehers oder auch Spanners. Wie eine Laufmasche wird bei festgehaltenem Faden im Nadelöhr,
z.B. durch einen Fadenknoten, der Faden wieder aus der bereits getufteten Ware herausgezogen.
[0015] Wird wie bisher der Retroreflektorstreifen auf dem Niederhalter der Tuftingmaschine
befestigt, so kann ein derartiger Fehler nicht erkannt werden, weil der gespannte
Faden nach wie vor über den Reflektor streift und vom Laserstrahl als anwesend erkannt
wird.
[0016] Durch den Knoten im Nadelöhr wird aber der von oben kommende Faden gestaucht und
legt sich somit unregelmäßig vor den erfindungsgemäß angeordneten Retroreflektorstreifen
oberhalb des Nadelöhrs. Somit ist auch hier eine einwandfreie und schnelle Fehlererkennung
möglich.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben;
in dieser zeigt.
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Tuftingmaschine im Bereich der Nadelreihe,
wobei die Laser-Abtastvorrichtung schematisch angedeutet ist und
Fig. 2 eine Vorderansicht des Gegenstandes der Fig. 1, wobei jedoch nur ein geringer
Teil der Breite der Nadelreihe der Tuftingmaschine gezeigt ist.
[0018] In der Zeichnung ist der die Nadeln 13 der Tuftingmaschine tragende Nadelbalken 14
in der obersten Stellung des Nadelhubes dargestellt, damit der Verlauf der Fäden
17 besser veranschaulicht werden kann. Die Fäden 17 werden durch Bohrungen 18 oberhalb
des Nadelbalkens 14 und vor diesem in der aus den Fig. 1 und 2 ersichtlichen Weise
schräg nach unten zu den Nadelöhren der Nadeln 13 geführt, von wo aus sie sich in
das Trägermaterial 19 der Tuftingware erstrecken. Im weiteren Verlauf des Arbeitens
der Tuftingmaschine wird der Nadelbalken 14 nach unten bewegt, wobei die Nadeln 13
mit den von ihnen geführten Fäden 17 das Trägermaterial durchstoßen. Hierbei ändert
sich die Lage des Fadens 17 vor dem Nadelbalken 14 nicht wesentlich.
[0019] Mit 20 sind die Bohrungen bezeichnet, mittels deren die Nadelbalken an geeigneten
Hubgliedern innerhalb der Tuftingmaschine befestigt sind.
[0020] Nach Fig. 1 erzeugt eine Laserstrahl-Abtastvorrichtung 21, wie sie beispielsweise
in der DE-OS 33 31 772 beschrieben ist, einen sich vertikal erstreckenden Abtastlichtstrahl,
der senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 eine schnelle Abtastbewegung durchführt.
Im allgemeinen sind über die Breite der Tuftingmaschine mehrere derartige Laserstrahl-Abtastvorrichtungen
21 nebeneinander angeordnet. Über einen Umlenkspiegel 22 wird der Laserstrahl 23 in
die horizontale Richtung umgelenkt und auf den Nadelbalken 14 gerichtet, der in seiner
unteren Hälfte mit einem Retroreflektorstreifen 11 belegt ist. Bevorzugt wird eine
Laserstrahl-Abtastvorrichtung verwendet, wie sie in der DE-PS 34 47 869 beschrieben
ist.
[0021] Der Retroreflektorstreifen 11 reflektiert, sofern er vom Laserstrahl 23 getroffen
wird, das Licht in sich zurück und läßt es innerhalb der Laserstrahl-Abtastvorrichtung
auf einen schematisch angedeuteten Photoempfänger 24 gelangen, der an eine Auswerteelektronik
25 angeschlossen ist, die am Ausgang 26 das Fehlersignal abgibt. Die Abtastbewegung
des Laserstrahls wird durch ein schematisch angedeutetes Spiegelrad 27 hervorgerufen,
welches in nicht dargestellter Weise von dem Laser 28 beaufschlagt wird.
[0022] Wie sich aus den Fig. 1 und 2 ergibt, trifft der Laserstrahl 23 den relativ breit
ausgebildeten Retroreflektorstreifen 11 etwa in einem mittleren Höhenbereich, so daß
auch bei gewissen Dejustierungen des Laserstrahls der Retroreflektorstreifen 11 noch
sicher getroffen wird und es zu keinen Störungen durch Herunterfallen des Laserlichtstrahls
23 vom Retroreflektorstreifen 11 kommt.
[0023] Der gesamte Retroreflektorstreifen 11 besteht aus einzelnen Teilstreifen von 10 bis
20 cm Länge. An den Enden sind diese Teilstreifen gemäß Fig. 2 schräg abgeschnitten
und überlappt angeordnet, so daß es dort zu keinen Unterbrechungen der retroreflektierenden
Fläche kommt.
[0024] Nach Fig. 2 ist der Laserstrahl-Abtastlichtfleck 16 in Höhenrichtung länglich ausgebildet.
Seine Höhenerstreckung beträgt etwa 5 mm, während seine Breite nur einen Wert von
etwa 0,2 mm besitzt. In Zusammenhand mit der Schrägstellung der Stöße zwischen benachbarten
Retroreflektorstreifen 11 bewirkt die längliche Ausbildung des Abtastlichtflecks 16,
daß beim Überfahren der Stoßstellen kein Fehlersignal auftritt.
[0025] Bei einwandfrei arbeitender Tuftingmaschine wird in der Auswerteelektronik 25 ein
periodisches Signal erzeugt, weil der Laser-Abtastlichtfleck 16 abwechselnd von den
Fäden 17 unterbrochen und von den Bereichen des Reflektorstreifens 11 zwischen zwei
Fäden 17 zurückgeworfen wird. Fällt ein Faden aus oder kommt es zu anderen Veränderungen
der richtigen Fadenlage, so ändert sich das normalerweise von der Auswerteelektronik
25 festgestellte periodische Signal, und es wird ein Fehlersignal erzeugt, das am
Ausgang 26 erscheint.
[0026] In der Zeichnung ist der besseren Übersichtlichkeit halber der Nadelbalken 14 als
in der oberen Stellung von Laserstrahl 23 mittig getroffen dargestellt. Tatsächlich
ist aber der Laserstrahl 23 um den Hub des Nadelbalkens 14 tiefer angeordnet, nimmt
also die in der Zeichnung dargestellte Relativlage zum Retroreflektorstreifen 11 nur
dann ein, wenn der Nadelbalken 14 sich in seiner tiefsten Stellung befindet. Dann
sind nämlich die Fäden 17 am besten gespannt.
1. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung für Tuftingmaschinen mit einer Laserstrahl-Abtastvorrichtung,
welche einen senkrecht zu den Nadeln der Nadelreihe eine sich ständig wiederholende
schnelle Abtastbewegung ausführenden Laserstrahl erzeugt, der, wenn er aufgrund eines
Fadenbruches oder durch die Fadenlücken hindurch auf einen hinter den von den Nadeln
verarbeiteten Fäden angeordneten Retroreflektorstreifen auftrifft, in sich zurückgeworfen
wird und in der Laserstrahl-Abtastvorrichtung auf einen Photoempfänger auftrifft,
der an eine Auswerteelektronik angeschlossen ist, die im Falle einer Änderrung des
normalerweise vorliegenden periodischen Signals ein Fehlersignal abgibt, dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflektorstreifen (11) oberhalb der Nadelöhre (12) der Nadeln (13)
an der Frontseite des Nadelbalkens (14) befestigt ist.
2. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflektorstreifen (11) in der unteren Hälfte des Nadelbalkens (14)
angeordnet ist.
3. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflektorstreifen (11) 10 bis 15 mm breit ist.
4. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Retroreflektorstreifen (11) aus mehreren hintereinander angeordneten, einander
überlappenden Retroreflektorstreifen (11) zusammengesetzt ist.
5. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der aufeinander folgenden Retroreflektorstreifen im Überlappungsbereich
(15) schräg zur Nadelrichtung abgeschnitten sind.
6. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel der Endkanten der aneinander grenzenden Retroreflektorstreifen (11)
zur Nadelrichtung mindestens 20 bis 30 ° und höchstens 45 ° beträgt.
7. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß ein in Fadenrichtung länglicher Laser-Abtastlichtfleck (16) verwendet wird.
8. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des Laser-Abtastlichtflecks (16) ca. 0,2 mm beträgt.
9. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe des Laser-Abtastlichtflecks (16) 3 bis 7 mm, insbesondere 4 bis 6
mm und bevorzugt etwa 5 mm beträgt.
10. Optische Fadenrißüberwachungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Laserstrahl (23) in einer solchen Höhe angeordnet ist, daß er den Retroreflektorstreifen
(11) mittig trifft, wenn der Nadelbalken (14) sich in seiner tiefsten Stellung befindet
und daß die Auswerteelektronik (25) eine Messung nur in dieser Position freigibt.