[0001] Die Erfindung betrifft einen Drucker, insbesondere einen Matrixdrucker der Nadelbauart,
mit einem Druckwiderlager aus einem metallischen Druckbalken, der luft- und körperschallgedämpft
in einem Druckbalkenträger eines Druckerrahmens gelagert ist.
[0002] Derartige Drucker dienen als sogenannte Arbeitsplatzdrucker und dürfen während des
Betriebes vorgeschriebene Geräuschpegel nicht überschreiten. Die Betriebsgeräusche
sind bei auf hohe Lebensdauer und auf einen hohen Zeichendurchsatz abgestellten Geräten
auf einen harten Anschlag zurüchzuführen, um z.B. nicht nur ein Original, sondern
ca. fünf Durchschriften zu drucken. Hierbei entsteht ein von dem metallischen Druckbalken
ausgehender Körperschall. Die sich innerhalb des Druckbalkens fortpflanzenden Schwingungen
können sich bis in den Druckerrahmen und das Drucker gehäuse fortsetzen und zu weiteren
Schwingungen anregen.
[0003] Der eingangs bezeichnete Drucker ist aus der DE-PS 29 28 233 bekannt. Die bekannte
Lösung sieht vor, den Druckbalken, der zur Verminderung der Körperschallabgabe beidendig
in Dämpfungsblöcken aus Gummi gelagert ist, mit mindestens einem Dämpfungsgewicht
zu versehen. Das Dämpfungsgewicht ist mittels Schrauben auf Ober- und Unterseite des
Druckbalkens unter Zwischenfügen einer Dämpfungsfolie aus Gummi befestigt. Der Effekt
solcher Zusatzgewichte ist jedoch gering, weil die in den Druckbalken eingeleiteten
Stoßwellen sich nahezu horizontal fortpflanzen und daher bei der bekannten Anordnung
der Dämpfungsgewichte und Dämpfungsfolien geringe hemmende Wirkungen eintreten.
[0004] Der Erfindung ist die Aufgabe zugrundegelegt, eine verbesserte Luft und Körperschalldämpfung
des Druckbalkens eines Druckers zu erzielen.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Druckwiderlager
im senkrecht zur Längserstreckung verlaufenden Querschnitt aus einem Schichtaufbau
besteht, wobei zwischen dem metallischen Druckbalken und einer metallischen Druckbalkenunterlage,
die über den Druckbalkenträger mit dem Druckerrahmen zu einer großen Masse verbunden
ist, zumindest eine Schwingungen mindernde Dämpfungsschicht und zumindest eine Frequenzen
abkoppelnde Dämmschicht vorgesehen sind. Diese Gestaltung weist den Vorteil auf,
daß die Stoßwellen in ihrer Entstehungsrichtung gehemmt werden. Da die Krafterregung
durch das Drucken der Drucknadeln impulsartig abläuft, kann davon ausgegangen werden,
daß die Krafterregung ein breitbandiges Frequenzspektrum darstellt, aus dem sich die
Druckfrequenz heraushebt. Die Wirkungsweise der Erfindung beruht auf der Reflexion
der Wellen an Hindernissen, die aus Unstetigkeiten in den Übertragungswegen gebildet
werden. Die Erfindung erreicht, daß die erzielte Resonanzfrequenz weit unter der Druckfrequenz
liegt. Der sandwichartige Aufbau macht sich hierbei die Körperschalldämpfung eingezwängter
Beläge zunutze. Prinzipiell kann die Dämpfungsschicht aus beliebigen Stoffen mit jeweils
hohen Verlustfaktoren bestehen.
[0006] Vorteilhaft ist jedoch nach einer Ausgestaltungsform der Erfindung, daß die die Schwingungen
mindernde Dämpfungsschicht aus einer Kunststoffklebeschicht besteht, die zwischen
dem Druckbalken und einer metallischen Zwischenschicht angebracht ist. Eine solche
Kunststoffklebeschicht formt Schwingungsenergie besonders vorteilhaft um, indem ein
Walken der Kunststoffklebeschicht als Zwischen schicht stattfindet, d.h. eine gleichzeitige
Beanspruchung auf Biegung und Schub. Dadurch wird die Relaxation von Kunststoffen,
bei der die Platzänderung der Moleküle verzögert auf die Krafteinleitung erfolgt,
gleich doppelt genutzt. Somit kann durch verhältnismäßig dünne Kunststoffzwischenschichten
ein erheblicher Anteil an Körperschallenergie umgewandelt werden.
[0007] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß die die Frequenzen abkoppelnde
Dämmschicht aus einer federnden Kunststoffschicht besteht. Hiermit kann die Federkonstante
in einem zu betrachtenden Ersatzsystem beeinflußt werden.
[0008] Eine praktische Ausführungsform der Erfindung ist nunmehr dahingehend gestaltet,
daß der metallische Druckbalken mittels der Schwingungen mindernden Dämpfungsschicht
mit der metallischen Zwischenschicht verklebt ist, die ihrerseits an der Frequenzen
abkuppelnden Dämmschicht anliegt, wobei die Dämmschicht auf der Druckbalkenunterlagen
aufgestützt ist. Hierdurch kann im Einzelfall eine optimale Abstimmung aller zu beachtenden
Parameter angewendet werden.
[0009] Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, daß die metallische Zwischenschicht
als dünne Leiste ausgebildet ist und aus dem Werkstoff Messing besteht. Messing,
so wurde in Versuchen festgestellt, wirkt besonders günstig, um vorteilhafterweise
eine dreischichtige Einheit für die Dämpfungsschicht zu bilden.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Matrixdrucker mit Nadeldruckkopf und Druckwiderlager,
Fig. 2 einen Teilquerschnitt durch das Druckwiderlager gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine gekürzte Vorderansicht des Druckwiderlagers gemäß Fig. 2,
Fig. 4 ein Kraft-Zeit-Schwingungsdiagramm für auftretende Druckimpulse,
Fig. 5 eine Geräuschpegel-Frequenz-Kurve für unterschiedliche Druckwiderlager-Gestaltungen
und
Fig. 6 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Druckwiderlagers in Form
eines schwingungstechnischen Ersatzbildes.
[0012] Der Matrixdrucker gemäß Fig. 1 weist einen Druckerrahmen 1 auf, in dem das Druckwiderlager
2 befestigt ist. Vor dem Druckwiderlager 2 wird ein Nadeldruckkopf 3 hin- und herbewegt,
dessen Drucknadeln mit großer Geschwindigkeit gegen das Druckwiderlager 2 schlagen
und daher Schwingungen der unterschiedlichsten Art verursachen, die zu Geräuschen
führen. Das Druckwiderlager 2 besteht im wesentlichen aus einem Druckbalkenträger
4, einem Druckbalken 5 und einer Druckbalkenunterlage 6. Die Druckbalkenunterlage
6 ist meist mittels Schrauben 7 mit dem Druckbalkenträger 4 fest verbunden. Die Schwingungserregung
des Druckbalkens 5 erfolgt durch die Drucknadeln in Richtung des Pfeiles 8, also in
der Ebene (Zeichenebene) der Fig. 2 des senkrecht zur Längserstreckung (Fig. 3) verlaufenden
Querschnitts 9. Innerhalb dieses Querschnitts 9 ist das Druckwiderlager 2 in einem
Schichtaufbau 10 dargestellt. Die Schichten erstrecken sich in gleichbleibender Dicke
über die Länge der Druckbalkenunterlage 6 bis vor die Schrauben 7 (Fig. 3). Die Druckbalkenunterlage
6, der Druckbalkenträger 4 und der Druckerrahmen 1 bilden vorteilhafterweise eine
möglichst große Masse (M). Die Masse (m) des Druckbalkens 5 hingegen soll möglichst
klein gehalten werden. Hierbei ist der Schichtaufbau 10 wie folgt aufgegliedert:
Eine Schwingungen mindernde Dämpfungsschicht 11 besteht aus einem Zweikomponentenkleber,
z.B. auf der Basis von Polyurethan. Für diese Dämpfungsschicht 11 ist von Bedeutung,
daß sie im Hinblick auf ihre Klebstoffeigenschaft weich ist, daß ihre Temperaturbeständigkeit
wegen der Erwärmung des Matrixdruckers nach mehreren Betriebsstunden und wegen eines
geforderten Dauerbetriebes in großen EDV-Anlagen, berücksichtigt wird. Die Dämpfungsschicht
11 kann generell als Kunststoffklebeschicht 11a ausgeführt sein. Ferner ist eine
"Frequenzen abkoppelnde" Dämmschicht 12 vorgesehen, die aus Kunststoffen, wie z.B.
der Polymer-Gruppe besteht. Außerdem ist eine metallische Zwischenschicht 13 in Form
einer Leiste 13a vorgesehen.
[0013] Innerhalb des Schichtaufbaus 10 bildet, wie vorstehend ausgeführt ist, der Druckbalken
5 eine Masse (m), die durch die Dämpfungsschicht 11 und durch die metallische Zwischenschicht
13 (vorsugsweise aus dem Werkstoff Messing) wesentlich erhöht wird. Der Druckbalken
5, die Dämpfungsschicht 11 und die metallische Zwischenschicht 13 stellen daher eine
möglichst große Masse (m) als Schichtgruppe 5, 11, 13 dar. Von dieser Schichtgruppe
5, 11, 13 getrennt ist die federnde Dämmschicht 12 in Form einer Kunststoffschicht
12a. Als Kunststoffschicht 12a sind hier Kunststoffe aus aus der Polymer-Gruppe vorzuziehen.
Die Dämmschicht 12 bildet schwingungstechnisch eine Feder, um die Übertragung der
Schwingungen auf den Druckbalkenträger 4 zu unterbrechen. Hierbei ist bei möglichst
großer Masse (m) - bestehend aus den Schichten 5, 11, 13 - die Federwirkung der Dämmschicht
12 im Interesse einer möglichst niedrigen Resonanzfrequenz weich gehalten.
[0014] Die Wirkungsweise eines durch ein Druckwiderlager gebildetes Schwingungssystem wird
anhand der Fig. 4 und 5 aufgezeigt: Die Krafterregung des Druckwiderlagers 2 erfolgt
durch die Arbeitsweise des Nadeldruckkopfes 3, der in Druckpässen von links nach rechts
bzw. von rechts nach links arbeitet, impulsartig, so daß davon auszugehen ist, daß
die Krafterregung ein breitbandiges Frequenzspektrum darstellt, aus dem sich die
Druckfrequenzen 14 herausheben (Fig. 4). Die Folge davon ist, daß ein Druckbalken
selbst Luftschall abstrahlt und Körperschall in die Bauteile des Druckers einleitet,
andere Geräteteile zur Schwingung anregt, die ihrerseits Luftschall abstrahlen. Diese
Erscheinungen ergeben zusammen das Geräusch eines schreibenden Matrixdruckers, das
an einem Arbeitsplatz für zu hoch und daher störend empfunden werden kann. Fig. 5
zeigt hierzu mehrere Körperschallpegelkurven in Abhängigkeit einer Resonanzfrequenz
(f-res) bzw. einer Druckfrequenz (f-print). Die Kurve 15 wurde aufgrund eines Massivdruckbalkens
aufgenommen. Sie zeigt eine relativ niedrige Resonanzfrequenz, jedoch eine äußerst
nachteilige Druckfrequenz mit ansteigender Tendenz des Körperschallpegels. Bei einem
Druckwiderlageraufbau Stahl/Kunststoff/Stahl, wie der Kurve 16 zugrundeliegt, ergibt
sich eine relativ hohe Resonanzfrequenz-Überhöhung mit allen beschriebenen Nachteilen.
Demgegenüber liegt der Kurve 17 die erfindungsgemäße Schichtung Stahl/Kunststoff/Messing
zugrunde. Hier wird deutlich, daß das Dreischichtsystem Stahl/Kunststoff/Messing den
Verlustfaktor erheblich steigert. Die Resonanzfrequenz liegt relativ niedrig und die
Druckfrequenz erheblich höher. Es ist sehr wichtig, daß die Druckfrequenz möglichst
weit über der Resonanzfrequenz liegt.
[0015] Die Erfindung ist noch anhand eines Ersatzbildes (Fig. 6) vereinfacht dargestellt.
Es wird angenommen, die Schichtgruppe, bestehend aus dem Druckbalken 5, der Dämpfungsschicht
11 und der metallischen Zwischenschicht 13 stelle die Masse (m) eines einheitliches
Druckbalkens dar. Die Dämmschicht 12 entspricht der Dämpfung (k) und der Feder (c).
Der Druckerrahmen 1 und der Druckbalkenträger 4 entsprechen zusammen der großen Masse
(M). Mit den für ein solches Schwingungssystem bekannten Gesetzmäßigkeiten läßt sich
die Resonanzfrequenz (f-res) berechnen, oberhalb deren der Druckbalken 5 Körperschall
wirkungsvoll dämmt. Messungen mit dem Beschleunigungsaufnehmer (a) haben die Kurven
gemäß Fig. 5 bestätigt. Der Geräuschpegel des mit der Erfindung ausgestatteten Matrixdruckers
ergab sich hierbei in Bereichen von ca. 50 dB (A).
1. Drucker, insbesondere Matrixdrucker der Nadelbauart, mit einem Druckwiderlager
aus einem metallischen Druckbalken, der luft- und körperschallgedämpft in einem Druckbalkenträger
eines Druckerrahmens gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Druckwiderlager (2) im senkrecht zur Längserstreckung verlaufenden Querschnitt
(9) aus einem Schichtaufbau (10) besteht, wobei zwischen dem metallischen Druckbalken
(5) und einer metallischen Druckbalkenunterlage (6), die über den Druckbalkenträger
(4) mit dem Druckerrahmen (1) zu einer großen Masse verbunden ist, zumindest eine
Schwingungen mindernde Dämpfungsschicht (11) und zumindest eine Frequenzen abkoppelnde
Dämmschicht (12) vorgesehen sind.
2. Drucker nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Schwingungen mindernde Dämpfungsschicht (11) aus einer Kunststoffklebeschicht
(11a) besteht, die zwischen dem Druckbalken (5) und einer metallischen Zwischenschicht
(13) angebracht ist.
3. Drucker nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Frequenzen abkoppelnde Dämmschicht (12) aus einer federnden Kunststoffschicht
(12a) besteht.
4. Drucker nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der metallische Druckbalken (5) mittels der Schwingungen mindernden Dämpfungsschicht
(11) mit der metallischen Zwischenschicht (13) verklebt ist, die ihrerseits an der
Frequenzen abkoppelnden Dämmschicht (12) anliegt, wobei die Dämmschicht (12) auf der
Druckbalkenunterlage (6) aufgestützt ist.
5. Drucker nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die metallische Zwischenschicht (13) als dünne Leiste (13a) ausgebildet ist und
aus dem Werkstoff Messing besteht.