[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Deckel aus Aluminium oder einem Verbundmaterial
mit einer wiederverschliessbaren Oeffnung gemäss Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Gegenstand der Erfindung ist weiter ein Verfahren zur Herstellung eines Deckels
mit einer wiederverschliessbaren Oeffnung gemäss Oberbegriff des Patentanspruches
9.
[0003] Deckel aus einem Verbundmaterial, z.B. aus mehreren Schichten von Thermoplasten,
in die eine Aluminiumfolie als Gas- und Lichtschutz eingebettet ist und die eine Trink-
oder Ausgussöffnung aufweisen, sind bekannt.
Beim Ausstanzen der Trinköffnung wird entlang der Stanzkante das Aluminium der Aluminiumfolie
freigelegt und kann mit dem Füllgut in Berührung kommen. Bei agressiven Füllgütern,
wie Fruchtsäften, kann das Aluminium korrodieren und zur Kontaminierung des Inhaltes
führen.
[0004] Aus der europäischen Patentanmeldung Nr. 135 431 ist ein Deckel aus Verbundmaterial
bekannt, bei dem die ausgestanzte Trinköffnung von unten und von oben, d.h. beidseitig,
mit einer Deck- oder Schutzschicht überklebt ist, um den Zutritt von agressiven Füllgütern
an die freigelegte Aluminiumkante zu verhindern. Wenn ein solcher Behälter einmal
geöffnet wird, ist ein Wiederverschluss mit dem herausgerissenen Lappen nicht mehr
möglich.
[0005] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen.
[0006] Die Erfindung stellt sich zur Aufgabe, eine Ausguss- und Trinköffnung zu schaffen,
deren Kanten gegen Korrosion geschützt sind, und bei welcher der die Trinköffnung
verschliessende Teil des Deckels nach dem Aufreissen als Verschlusszapfen wieder
verwendbar ist.
[0007] Die Erfindung löst diese Aufgaben mit einem Deckel gemäss den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 sowie durch ein Verfahren zu dessen Herstellung gemäss den
kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 9.
[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentli chen darin zu sehen,
dass die Deckel in einem kontinuierlichen Herstellungsverfahren aus bandförmigem Material
hergestellt werden können, wobei die mit Trink- oder Ausgussöffnungen und Wiederverschluss
versehenen Deckelzuschnitte oder Nutzen bis zu deren Aufbringen auf den Behälter aneinanderhängend
aufgerollt gelagert werden können.
Die Trinköffnung kann mit dem integrierten Verschlusszapfen immer wieder verschlossen
werden, weil durch den an der Innenseite des Deckels verbleibenden, die Kante der
Oeffnung verstärkenden Siegelrand diese eine Versteifung erhält.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
[0010] Durch das Einsiegeln des Kunststoffeinsatzes von unten, d.h. von der Behälterinnenseite
aus mit anschliessendem Versiegeln mit der Aufreisslasche, kann durch den die Oeffnung
überlappenden Rand die Schnittkante entlang der Oeffnung gegen das Füllgut hin sicher
abgedeckt werden.
[0011] Beim Aufreissen des Deckels an der Lasche wird der zentrale Teil, der den Verschluss
bildet, hochgehoben und entlang der Sollbruchstelle vom Rand abgelöst. Der die Oeffnung
umgebende Bereich des Deckels ist von unten durch den am Deckel verbleibenden, die
Oeffnung umgebenden Siegelrand geschützt.
Die kragenförmige Erweiterung des Verschlusses und der Rand am Verschluss ermöglichen
einen guten Halt des Verschlusses inner halb der Oeffnung, wenn dieser nach dem erstmaligen
Oeffnen wider auf den Deckel aufgesteckt wird.
Der gegenüber der Oberfläche des Verschlusses um die Dicke des Deckels zurück- oder
abgesetzte Rand ermöglicht das gleichzeitige Versiegeln der Aufreisslasche mit dem
Deckel und der Oberfläche des Verschlusses.
[0012] Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 einen Querschnitt durch einen Deckel,
Figur 2 einen Querschnitt durch die Trinköffnung eines Deckels (in vergrösserter Darstellung),
Figur 3 einen Querschnitt durch eine Sollbruchstelle und hier integrierten Wiederverschluss,
Figuren 4/5 ein Detail der Sollbruchstelle am Wiederverschluss, wobei Fig. 5 eine
Variante darstellt,
Figur 6 eine Draufsicht auf einen vergrössert dargestellten Wiederverschluss und
Figur 7 eine schematische Darstellung des Herstellungsablaufes des Deckels.
[0013] Der in Figur 1 dargestellte Deckel 1 auf einem Behälter 29 (in gebrochenen Linien
andeutungsweise gezeigt) mit einer wiederverschliessbaren Oeffnung 3 besteht aus
Aluminium oder aus einem Verbundmaterial, welche beispielsweise als Gas- und Lichtschutz
eine Aluminiumfolie 5, als Siegelschicht 7 einen heissiegelfähigen Kunststoff, wie
Surlyn von Dupont de Nemour, und als Deckschicht 9 einen reissfesten Kunststoff aufweisen.
In die Oeffnung 3, deren Kante 11 beim Ausstanzen der Alufolie völlig freigelegt worden
ist, ist ein Kunststoffeinsatz 13 eingesetzt, welcher nach dem Aufreissen sowohl den
Wiederverschluss 15, kurz Verschluss 15, als auch den Verstärkungsrand 17, kurz Rand
17, bildet, in den der Verschluss 15 einsteckbar ist. Der Rand 17 ist von unten fest
mit dem Deckel versiegelt. Ueber der Oeffnung 3 ist eine dünne Aufreisslasche 19 sowohl
mit dem Deckel 1 als auch mit dem Verschluss 15 unlösbar verbunden. Damit eine ebene
Siegelfläche entsteht, ist der Rand 17 gegenüber der Oberfläche des Verschlusses 15
um die Dicke
e des Deckels 1 zurückversetzt.
[0014] Die Verbindung der drei Teile kann durch gegenseitige Versiegelung erfolgen.
[0015] Der Verschluss 15 und der Rand 17 sind durch einen Steg 21 verbunden, der als Sollbruchstelle
dient und beim Anheben des Verschlusses 15 mit der Aufreisslasche 19, die vorzugsweise
an einer Stelle einen vom Deckel 1 leicht abhebbaren Lappen 23 aufweist, bricht. Je
nach der Festigkeit des Materiales, aus dem der Kunststoffeinsatz 13 hergestellt ist,
ist die Dicke des Steges 21 zu bemessen; sie liegt demnach im Bereich von Hunderstelmillimetern
bis zu einigen Zehntelsmillimetern.
[0016] In Figur 2 ist in vergrösserter Darstellung ein Kunststoffeinsatz 13 mit einem massiven
Rand 17 und einem Verschluss 15 mit einem gegen das Behälterinnere gerichteten Kragen
25 gezeigt. Der Durchmesser D des Kragens 25 ist an der freien Kante 27 grösser als
der Durchmesser
d der Oeffnung 3 bzw. der Durchmesser des Kunststoffeinsatzes 13 an der Sollbruchstelle.
Vorzugsweise nimmt der Durchmesser
D des Kragens 25 zur freien Kante 27 hin zu.
[0017] Damit der Verschluss 15 nach dessen Abtrennung vom Rand 17 auf den zu verschliessenden
Behälter 29 (in Figur 1 in gebrochener Linie angedeutet) wieder sicher einrasten
kann, ist am Kragen 25 gemäss Figur 3 aussen ein Wulst 31 angebracht, dessen Durchmesser
E grösser ist als der Durchmesser
d der Oeffnung 3. Der Wulst 31 kann vollständig umlaufen; er kann auch nur in Teilstücken
angebracht sein, z.B. an den "Schmalseiten" des Verschlusses 15 (vgl. Figur 6). Der
als Sollbruchstelle dienende Steg 21 und der Rand 17 sind in diesem Beispiel bedeutend
feiner gestaltet als der Verschluss 15.
[0018] Die vorstehend beschriebenen Kunststoffeinsätze 13 mit integriertem Wiederverschluss
15 und Verstärkungsrand 17 zum Einrasten sind sehr einfach und kostengünstig im Spritzgussver
fahren herzustellen. Die anschliessende Montage kann im Durchlauf mit dem bandförmig
angelieferten Material für die Deckel 1 und die Aufreisslaschen 19 mit herkömmlichen
Maschinen erfolgen.
[0019] In der Figur 7 ist der Arbeitsablauf bei der Herstellung schematisch dargestellt.
Die einzelnen Maschinen, die in den Herstellungsprozess integriert sind, sind nicht
Gegenstand dieser Erfindung und werden deshalb auch nicht näher beschrieben.
[0020] Von einem Coil 33 wird das zu einer Loch- und Stanzmaschine 35 herangeführte bandförmige
Material 2 für den Deckel 1 abgewickelt und die Oeffnung 3 ausgestanzt. Anschliessend
wird - wiederum ab Coil 37 - aus einem Band die Aufreisslasche 19 ausgestanzt und
von unten an den gelochten Deckel 1 herangeführt und auf diesen positioniert und
vorerst mittels Siegelpunkten geheftet.
[0021] In der folgenden Arbeitsstation 39 werden die Kunststoffeinsätze 13 einzeln einem
Stapel 41 entnommen und in die Oeffnung 3 eingelegt und geheftet.
[0022] In der Arbeitsstation 43 wird der Kunststoffeinsatz 13 entlang dem Rand 17 mit der
Siegelschicht 7 des Materials 2 für den Deckel 1 und der Wiederverschluss 15 mit der
Aufreisslasche 19 versiegelt.
[0023] Das mit den fertig eingesetzten Verschlüssen 13 und den Aufreisslaschen 19 versehene
Band 2 kann nun aufgewickelt und in Bandform an den Verbraucher abgegeben oder direkt
an eine Stanzmaschine zum Ausstanzen der Deckel 1 geführt werden.
[0024] Selbstverständlich liesse sich auch zuerst der Kunststoffeinsatz 13 aufbringen und
erst nachträglich die Aufreisslasche 19 mit dem Verschluss 15 und dem Deckel 1 versiegeln.
[0025] Zum Oeffnen eines Behälters 29 mit einer eingesetzten Verschlusseinheit 13 wird
die Aufreisslasche 19 am losen Lappen 23 hochgezogen und vom Deckel 1 abgeschält.
Die Versiegelung oder Verklebung zwischen der Aufreisslasche 19 und dem Verschluss
15 ist unlösbar. Aus diesem Grunde wird beim weiteren Hochziehen der Lasche 23 auch
der Verschluss 15 angehoben. Beim Anheben bricht der Steg 21, d.h. die Sollbruchstelle,
und der Verschluss 15 bleibt an der Aufreisslasche 19 hängen. Der Rand 17 verbleibt
innen am Deckel 1 und bildet eine umlaufende Verstärkung der Oeffnung 3 und dient
gleichzeitig als Raste, wenn der Verschluss 15 in die Oeffnung 3 zurückgesteckt wird,
um den Behälter 29 wieder zu verschliessen.
[0026] In der Ausgestaltung der Erfindung gemäss Figur 6, d.h. mit einer tropfenförmigen
Oeffnung 3, kann der Wulst 31 (vgl. Figur 3) beispielsweise nur entlang der bogenförmigen
Abschnitte angebracht sein, damit der Verschluss 15 an diesen Abschnitten einrastet
und festgehalten wird.
1. Deckel aus einem Verbundmaterial mit einer wiederverschliessbaren Oeffnung, dadurch
gekennzeichnet, dass von unten ein Kunststoffeinsatz (13) mit einem Rand (17) in die
ausgestanzte Oeffnung (3) im Deckel (1) eingesetzt und der die Oeffnung (3) überlappende,
in den anliegenden Bereich der Oeffnung (3) reichende Rand (17) des Kunststoffeinsatzes
(13) mit dem Deckel (1) verklebt oder versiegelt ist und dass zwischen dem Rand (17)
und dem als Verschluss (15) dienenden zentralen Teil des Kunststoffeinsatzes (13)
eine als dünner Steg (21) ausgebildete Sollbruchstelle angebracht ist.
2. Deckel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Oeffnung (3) überdeckende
Aufreisslasche (19) von oben auf den Verschluss (15) und den den Verschluss (15) umgebenden
Bereich des Deckels (1) aufgesiegelt ist, wobei die Verbindung mit dem Verschluss
(15) unlösbar und die Verbindung mit dem Deckel (1) schälbar ausgebildet ist.
3. Deckel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss (15)
entlang dem Steg (21) einen Kragen (25) aufweist, dessen freie Kante (27) über die
Oberfläche des Deckels (1) hinausragt.
4. Deckel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Rand
(17) dicker ist als der Steg (21) an der Sollbruchstelle.
5. Deckel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Kragen
(25) ein umlaufender oder nur teilweise umlaufender, nach aussen gerichteter Wulst
(31) vorgesehen ist.
6. Deckel nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser
(d) der Oeffnung (3) kleiner ist als der Durchmesser (D) des Kragens (25) an der
Kante (27) bzw. am Wulst (31).
7. Deckel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
obere Kante des Randes (17) gegenüber der Oberfläche des Verschlusses (15) um die
Dicke (e) des Deckels (1) abgesetzt ist.
8. Deckel nach einem der Ansprüche 3, 4 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser
des Kragens (25) zur Kante (27) hin stetig zunimmt.
9. Verfahren zur Herstellung eines Deckels mit einer wiederverschliessbaren Oeffnung,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) aus bandförmigem Aluminium oder einem Verbundmaterial eine Oeffnung (3) ausgestanzt,
b) auf die Oeffnung (3) eine Aufreisslasche (19) aufgesiegelt wird,
c) in die Oeffnung (3) ein Kunststoffeinsatz (13) eingelegt und
d) der Kunststoffeinsatz (13) im zentralen, den Verschluss (15) bildenden Teil mit
der Aufreisslasche (19) sowie der Rand (17) des Kunststoffeinsatzes (13) mit dem Deckel
(1) durch Versiegelung verbunden wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausstanzen der Oeffnung
(3), das Einsetzen des Kunststoffeinsatzes (13) und der Aufreisslasche (19) sowie
deren Versiegelung mit dem Deckel (1) vor dem Ausstanzen der Deckel (1) aus dem Band
(2) erfolgt.