[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Speicherung von Gasen, insbesondere
Sauerstoff, durch Verflüssigung, wobei das Gas zuerst verdichtet wird und nach der
Entspannung eines Teiles des Gases dieser Teil zu einem Wärmetauscher zur Kühlung
des restlichen Druckgases verwendet wird, worauf das abgekühlte Druckgas teilweise
verflüssigt und entspannt wird, sowie auf eine Anwendung dieses Verfahrens in einer
Anlage zur Gewinnung und Speicherung von Gasen.
[0002] Im Rahmen der Herstellung von reinen Gasen ist es bekannt, die Luftzerlegung durch
selektiv wirkende Adsorptionsmittel und/oder durch Tieftemperaturrektifikation vorzunehmen.
Bei Luftzerlegung durch Anwendung von Molekularsieben läßt sich Drucksauerstoff ohne
weiteres gewinnen. Unter Verwendung von sauerstoffzurückhaltenden Molekularsieben
läßt sich auch Sauerstoff in relativ großer Reinheit abziehen, wobei dieser Sauerstoff
in mehr oder minder aufwendigen Verfahren von den Molekularsieben desorbiert werden
muß. Da Sauerstoff von den meisten Verbrauchern nur als Drucksauerstoff verwendet
werden kann, ist es bei derartigen Anlagen in der Regel notwendig einen Sauerstoffverdichter
nachzuschalten, welcher den verdichteten Sauerstoff eines Teiles in einen Speicher
fördert und anderen Teiles je nach Bedarf an den Sauerstoffverbraucher abgibt. Die
bei kontinuierlichen Anlagen anfallenden verdichteten Sauerstoffmengen stimmen nicht
notwendiger Weise mit dem momentanen Bedarf überein und bei stark schwankendem Bedarf
müßten relativ großbauende und großvolumige Druckgasspeicher für Sauerstoff herangezogen
werden. Vor allen Dingen für längere und unvorhergesehene Unterbrechungen der Sauerstoffabnahme
läßt sich die kontinuierliche Betriebsweise einer Einrichtung zur Erzeugung von Drucksauerstoff
nicht ohne weiteres in ökonomischer Weise aufrechterhalten. Sobald nämlich die zur
Verfügung stehenden Druckgasspeicher den Zulassungsdruck erreicht haben, muß bei den
bekannten Einrichtungen über Abblaseeinrichtungen der aufwendig getrennte Drucksauerstoff
wiederum in die Atmosphäre abgeleitet werden, wobei zusätzlich der Sauerstoffverdichter
aufgrund eines üblicherweise vorgesehenen Pumpgrenzverhütungsreglers im Umlaufbetrieb
weiterfährt. In diesem Umlaufbetrieb ist die Leistungsaufnahme des Sauerstoffverdichters
nahezu unverändert und es wird ein großer Anteil der Antriebsenergie auf diese Weise
vernichtet. Durch das Abblasen von Sauerstoff wird auch die zuvor aufgewendete Energie
für das Trennen von Sauerstoff aus Luft wiederum zur Gänze vernichtet.
[0003] Die Erfindung zielt nun darauf ab, bei kontinuierlich produzierenden Luftzerlegungsanlagen
eine Speicherung von Gasen ohne nennenswerten energetischen Mehraufwand herbeizuführen,
ohne daß hiefür großvolumige Speicher erforderlich wären. Ausgehend von den bekannten
Verflüssigungseinrichtungen wird im Rahmen einer Verfahrensweise, bei welcher auf
die Gewinnung von Druckgasen, insbesondere Drucksauerstoff, abgezielt wird, erfindungsgemäß
vorgeschlagen, daß ein Teil des Druckgases nach dem Passieren eines ersten Wärmetauschers
in wenigstens einer Entspannungsturbine auf überatmosphärischen Druck entspannt wird,
daß dieser teilentspannte Teil des Druckgases in einem Wärmetauscher zur Abkühlung
des restlichen Teiles des Druckgases verwendet wird, daß vorzugsweise der teilentspannte
Teil des Druckgases in einer weiteren Entspannungsturbine auf etwa Atmosphärendruck
entspannt und dabei knapp über die Verflüssigungstemperatur abgekühlt wird und über
Wärmetauscher zur Abkühlung des restlichen Teiles des Druckgases zum Kompressor rückgeführt
wird, daß das in den Wärmetauschern abgekühlte und teilweise verflüssigte Druckgas
in wenigstens einem Trenngefäß in Gas- und Flüssigphase getrennt wird und daß der
verflüssigte Anteil nach der Abtrennung vom gasförmigen Anteil in Flüssigkeitsspeichern
gespeichert wird. Durch diese Maßnahme kann der unter Druck bereits vorliegende Sauerstoff
jederzeit, spätestens aber wenn die Druckspeicher ihren Zulassungsdruck erreicht haben,
kurzfristig und ohne mühsames Hochfahren einer zusätzlichen Anlage in flüssigen Sauerstoff
übergeführt werden, wodurch eine bedeutende Volumsverringerung eintritt. Dadurch,
daß ein kleiner Teil des Druckgases in dem vorgeschlagenen Kreislauf dauernd zirkuliert
und durch Kälteerzeugung in den Entspannungsturbinen die Arbeitstemperaturen in den
Apparaten aufrecht erhalten wird, kann rasch die Umschaltung von der Herstellung des
Druckgases bzw. Drucksauerstoffes auf die Verflüssigung des Gases, insbesondere des
Sauerstoffes, umgestellt werden. Diese rasche Umschaltungsmöglichkeit ist hiebei
jederzeit gegeben, ohne den Normalbetrieb, bei welchem das Druckgas, insbesondere
der Drucksauerstoff, dem Verbraucher zugeführt wird, zu beeinträchtigen.
[0004] In besonders vorteilhafter Weise wird im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
so vorgegangen, daß der abgekühlte und teilweise verflüssigte Teil des Druckgases
teilweise in einem ersten Trenngefäß in eine flüssige und eine gasförmige Phase getrennt
wird, daß beide Phasen aus dem ersten Trenngefäß nach der Abkühlung in wenigstens
einem Wärmetauscher in einem zweiten Trenngefäß auf überatmosphärischen Druck entspannt
werden und der flüssige Anteil in einen Druckflüssigkeitsspeicher einbringbar ist,
daß der gasförmige Anteil aus dem zweiten Trenngefäß sowie der diesem zur Druckhaltung
geregelt zugeführte Teil des Druckgases in Wärmetauschern gegen das entspannte Gas
aus der zweiten Entspannungsturbine weiter abgekühlt und verflüssigt werden, daß dieser
Teil in einem dritten Trenngefäß auf Atmosphärendruck entspannt wird, daß der flüssige
Anteil in einen drucklosen Flüssigkeitsspeicher eingebracht wird und daß der gasförmige
Anteil zusammen mit dem Gasanteil aus der zweiten Entspannungsturbine dem Kompressor
über Wärmetauscher rückgeführt wird. Das erste Trenngefäß dient hiebei hauptsächlich
dazu, beim Hochpumpen von Flüssigsauerstoff in den Druckspeichern im Wärmetauscher
Gas zur Verfügung zu haben, weil das Anfahren von Wärmetauschern mit einem Gasflüssigkeitsgemisch
aufgrund der Möglichkeit eines Teilausgasens, sowie einer Blasenbildung nicht unproblematisch
ist. Durch diese Maßnahmen wird eine noch größere Flexibilität erzielt und es wird
zusätzlich zu der Möglichkeit, Druckgase zu verflüssigen, die Möglichkeit geschaffen,
eine drucklose und eine Speicherung unter Druck vorzunehmen. Diese gleichzeitige drucklose
Speicherung gemeinsam mit einer Speicherung unter Druck ermöglicht darüberhinaus
eine Vielzahl von zusätzlichen Wärmeaustauschmöglichkeiten, welche die Ökonomie des
Verfahrens wesentlich verbessert. Dies gilt insbesondere dann, wenn, wie es einer
bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens entspricht, so vorgegangen
wird, daß der Druckflüssigkeitsspeicher über eine Pumpe aus dem drucklosen Flüssigkeitsspeicher
gespeist wird und dãß die Druckleitung über einen Wärmetauscher geführt wird, in welchem
ein Teil des kompromierten gasförmigen Anteiles aus dem ersten Trenngefäß abgekühlt
wird, worauf dieser Anteil in das zweite Trenngefäß entspannt wird. Dadurch ist es
möglich, die Enthalpiedifferenz zwischen der Flüssigphase im Druckspeicher bzw. im
drucklosen Flüssigkeitsspeicher restlos zur Bildung neuer Flüssigkeit zu verwenden.
Dadurch, daß aus einem drucklosen Flüssigkeitsspeicher unter Verwendung einer Pumpe
in einen Druckflüssigkeitsspeicher gepumpt wird, ist es möglich, eine Erwärmung der
Flüssigkeit in Kauf zu nehmen, ohne daß es zu einer Verdampfung kommt. Diese Erwärmung
kann im Zuge eines Wärmetauschers vorgenommen werden, wobei gleichzeitig eine Vorverflüssigung
von unter Druck befindlichen Gasen vorgenommen werden kann, ohne daß es zu einer
Verdampfung der hochgepumpten Flüssigkeit kommt.
[0005] In besonders vorteilhafter Weise wird das Verfahren so durchgeführt, daß nach Beladung
des Druckflüssigkeitsspeichers auch der flüssige Anteil aus dem zweiten Trenngefäß
über einen Wärmetauscher dem dritten Trenngefäß zur Entspannung auf atmosphärischen
Druck zugeführt wird, wodurch sich die Ökonomie der Verfahrenweise weiter verbessern
läßt.
[0006] Vorzugsweise wird aus dem Druckflüssigkeitsspeicher Flüssigkeit unter Druck einem
Verdampfer zugeführt und das Druckgas einer Druckgasleitung zugeführt. Auf diese Weise
läßt sich insbesondere bei Bedarfsspitzen oder aber bei einer vorübergehenden Abschaltung
der Gaszerlegungsanlage zusätzlich rasch Druckgas dem Verbraucher zur Verfügung stellen,
ohne daß die Druckgasspeicher, wie sie üblicherweise vorgesehen sind, entsprechend
vergrößert werden müßten.
[0007] Eine weitere Verbesserung der Energiebilanz läßt sich dadurch erzielen, daß aus dem
drucklosen Flüssigkeitsspeicher ausdampfendes Gas mit dem gasförmigen Anteil des
dritten Trenngefäßes dem Kompressor über Wärmetauscher rückgeführt wird.
[0008] Insbesondere diese mehrstufige Verfahrensweise erlaubt es, auf verschiedenen Druckniveaus
flexibel in die Verflüssigung überzugehen.
[0009] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist eine flexible Regelung der Umschaltung
auf Verflüssigung eines Gasanteiles, insbesondere des Sauerstoffes, dadurch erzielbar,
daß die Regelung der ersten Entspannungsturbine zur Regelung der Erzeugung des flüssigen
Anteiles in Abhängigkeit von der Stellung der Drossel vor dem Kompressor erfolgt.
Für eine derartige Regelung ist es Voraussetzung, daß die Regelung des Kompressors
bzw. Verdichters der Gaszerlegungsanlage immer im Regeleingriff bleibt. Der Verdichter
weist zu diesem Zweck eine Saugdrosselklappe auf, deren Stellung so gewählt werden
muß, daß ausgehend von dieser Stellung der Drosselklappe, welche in Abstand von der
Volloffenstellung sein muß, eine Regelung immer noch möglich ist. Wenn nun, wie erfindungsgemäß
vorgeschlagen wird, der Turbinenregler in Abhängigkeit von der Stellung der Drosselklappe
geregelt wird, kann sichergestellt werden, daß die optimale Betriebsweise erzielt
wird, bei welcher die Drosselklappe des Verdichters nahe ihrer Volloffenstellung arbeitet.
Auf diese Weise wird weitgehend unabhängig vom Druckgas- bzw. Drucksauerstoffbedarf
das Maximum an Flüssigsauerstofferzeugung erzielt.
[0010] Die erfindungsgemäße Verfahrensweise eignet sich in erster Linie für die Anwendung
in einer Anlage zur Gewinnung und Speicherung von Gasen, insbesondere Sauerstoff,
bei welcher das Gas nach einem Luftzerleger von einem Kompressor in einen Druckgasspeicher
eingebracht wird und bei welcher die teilweise Gasverflüssigung zur Speicherung des
Druckgases bei Verringerung der Druckgasentnahme und/oder als Reserve zur Deckung
eines Spitzenbedarfes oder des Bedarfes bei Ausfall des Luftzerlegers eingesetzt wird.
Gerade im Rahmen einer derartigen Anlage zur Gewinnung und Speicherung von Gasen,
insbesondere von Sauerstoff, kann mit relativ geringem Mehraufwand nicht nur eine
größere Menge an Druckgas durch Verflüssigung gespeichert werden, sondern auch ohne
nennenswerte energetische Zusatzbelastung flüsssiger Sauerstoff bzw. flüssiges Gas
hergestellt werden. An der Anlage für die Luftzerlegung sind hiebei keinerlei Änderungen
erforderlich, und es sind vor allen Dingen, mit Rücksicht auf das Vorhandensein eines
Verdichters, keine weiteren Kompressoren erforderlich, welche üblicherweise den größten
Energieverbraucher darstellen. Die teilweise Nutzung des ansonsten nutzlos abgeblasenen
Sauerstoffes zur Flüssigsauerstoffgewinnung stellt somit eine bedeutende Verbesserung
der Ökonomie der Luftzerlegung dar.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0012] In dieser zeigen Fig. 1 eine Ausführung mit zwei Entspannungsturbinen und Fig. 2
eine modifizierte Ausbildung mit nur einer Entspannungsturbine.
[0013] In Fig. 1 wird gasförmiger Sauerstoff aus einem Luftzerleger 1 von einem Kompressor
2 über eine Drossel 3, die einen leichten Überdruck zwischem dem Luftzerleger 1 und
dem Kompressor 2 aufrechterhält, angesaugt und je nach Ladezustand des Druckgasspeichers
4 auf einen Druck zwischen 20 und 40 bar komprimiert. Bei Bedarf erfolgt die Abgabe
des Sauerstoffs über eine Reduzier- station 5 mit Überdruck an einen nicht weiter
dargestellten Verbraucher.
[0014] Zur Vermeidung eines Überdruckes im Druckgasspeicher 4 bei einem Sinken des Sauerstoffbedarfes
und zum Aufbau einer Reserve für einen Spitzenverbrauch oder einen Ausfall des Luftzerlegers
1 wird komprimierter Sauerstoff über ein Ventil 6 mit einem Druck zwischen 20 und
40 bar in eine Verflüssigungsanlage geleitet. In einem ersten Wärmetauscher 7 wird
auf etwa 200 K abgekühlt. Über ein Temperaturregelorgan 8, mit dem die Temperatur
des Sauerstoffes durch Mischung mit Sauerstoff nach Abkühlung in einem zweiten Wärmetauscher
9 auf eine Temperatur von 177 K eingestellt wird, gelangt ein Teil des komprimierten
Sauerstoffs über ein Mengenregelorgan 10, das in Abhängigkeit der Drossel 3 gesteuert
wird, in eine erste Entspannungsturbine 11, wo der Sauerstoff auf etwa 6 bar entspannt
wird.
[0015] Die erste Expansionsturbine 11 ist beispielsweise so dimensioniert, daß sie sowohl
mit 40 als auch mit 20 bar Vordruck gefahren werden kann. Der Gegendruck beträgt beispielsweise
konstant 6 bar. Die Regelung erfolgt so, daß die Turbinenaustrittstemperaturen konstant
gehalten werden. Bei festgelegtem Gegendruck ist hiefür beispielsweise die Temperatur
in der Abgasleitung zu ermitteln, bei der in der Turbine - im Abgasdiffusor bei den
dort auftretenden hohen Geschwindigkeiten - gerade noch keine Kondensation auftritt.
Die bei der Entspannung erreichte Temperatur von etwa 125 K liegt über der Verflüssigungstemperatur
des Sauerstoffes bei diesem Druck. Der abgekühlte Sauerstoff wird über Wärmetauscher
12 und 13 zur Abkühlung des nicht entspannten Restgases geführt und gelangt nach einer
derartigen Aufwärmung in eine zweite Entspannungsturbine 14 über ein Mengenrelorgan
15. Zur Einstellung einer Temperatur von 155 K ist ein Temperaturregelorgan 16 zur
Zumischung von Kaltgas, welches zwischen den Wärmetauschern 12 und 13 entnommen wird,
vorgesehen. Der in der zweiten Entspannungsturbine 14 auf nahezu atmosphärischen Druck
entspannte, aber weiterhin gasförmige Sauerstoff wird über die Wärmetauscher 19, 18,
17, 13, 12, 9 und 7 vor die Drossel 3 des Kompressors 2 rückgeführt und rezirkuliert.
[0016] Der nach den Wärmetauschern 7 und 9 nicht entspannte Anteil des komprimierten Sauerstoffes
wird im Wärmetauscher 12 gegen den Gasstrom aus den zwei Entspannungsturbinen 11 und
14 weiter abgekühlt, teilweise verflüssigt und in einem ersten Trenngefäß 20 in eine
flüssige und eine gasförmige Phase getrennt. Ein Teil des gasförmigen Anteiles aus
dem ersten Trenngefäß 20 wird nach Abkühlung im Wärmetauscher 13 zusammen mit dem
flüssigen Anteil im Wärmetauscher 17 weiter abgekühlt und über ein Drosselventil 21
in ein zweites Trenngefäß 22 auf einen Druck von 20 bar entspannt. Über eine Umschaltarmatur
23 wird der flüssige Anteil aus dem Trenngefäß 22 in einen Druckflüssigkeitsspeicher
24 eingespeist. Ein Druckregler 25 im Gasweg vor dem ersten Trenngefäß 20 und dem
Wärmetauscher 18 übernimmt die Druckregelung des zweiten Trenngefäßes 22 und damit
des Druckflüssigkeitsspeichers 24. Mit dem durch den Druckregler 25 gelangenden Gasstrom
wird der gasförmige Anteil aus dem zweiten Trenngefäß 22 über die Wärmetauscher 18
und 19 geleitet, wobei im Wärmetauscher 18 der Sauerstoff bereits verflüssigt wird.
Über die Umschaltarmatur 23 kann hiebei auch die Zuführung des flüssigen Anteiles
aus dem zweiten Trenngefäß 22 in die Leitung zwischen die Wärmetauscher 18 und 19
erfolgen. Der unterkühlte Sauerstoff aus den Wärmetauschern 18 und 19 wird über ein
Drosselventil 26 in ein drittes Trenngefäß 27 auf Atmosphärendruck entspannt und
der flüssige Anteil in einen drucklosen Flüssigkeitsspeicher 28 eingespeist. Der
gasförmige Anteil aus dem dritten Trenngefäß 27 und die Abdampfverluste aus dem drucklosen
Flüssigkeitsspeicher 28 werden gemeinsam mit dem gasförmigen Sauerstoff aus der zweiten
Entspannungsturbine 14 über die Wärmetauscher zum Kompressor 2 rückgeführt.
[0017] Weist der Druckflüssigkeitsspeicher 24 einen ungenügenden Ladezustand auf, so kann
über die Pumpe 29 und das Rückschlagventil 30 drucklose Flüssigkeit in den Druckflüssigkeitsspeicher
24 gepumpt werden. Die unter Druck stehende flüssige Phase wird im Wärmetauscher 31
zur Verflüssigung eines Teiles des komprimierten gasförmigen Anteiles aus dem ersten
Trenngefäß 20 genützt, wobei dieser nunmehr verflüssigte Sauerstoff dem flüssigen
Sauerstoff vor dem Drosselventil 21 des zweiten Trenngefäßes 22 zugeführt wird.
[0018] Bei Bedarf wird flüssiger Sauerstoff aus dem Druckflüssigkeitsspeicher 24 über ein
Ventil 32 im Verdampfer 33 verdampft und in die Druckleitung zum Verbraucher eingespeist.
[0019] Die getrennt dargestellten Wärmetauscher 9 und 12, 13 und 17 bzw. 18 und 19 werden
zweckmäßig in jeweils einem Apparat zusammengefaßt. Es ist grundsätzlich möglich,
alle Wärmetauscher in einem Block zusammenzubauen. Zweckmäßigerweise werden wegen
den ähnlichen Temperaturen die oben genannten Paarungen vorgenommen, wobei die Wärmetauscher
9 und 12 mit zwei, die anderen mit einem Zwischenabgang ausgebildet werden.
[0020] Ist keine Verflüssigung erwünscht, so wird neben dem Abstellen der Expansionsturbinen
auch das Abschlußorgan 6 in der Druckgaszuführung geschlossen; die Wärmetauscherkette
wird über die Ausdampfverluste des drucklosen Speichers 28 weitgehend kalt gehalten.
[0021] Diese Schaltung kann durch Anordnung von 3 Expansionsturbinen mit jeweils geringerem
Druckgefälle thermodynamisch weiter optimiert werden; die Ausbeute an Flüssigkeit
steigt dabei an.
[0022] Unabhängig vom jeweiligen Gas-Sauerstoffbedarf ist die Flüssigsauerstoffgewinnung
bei geringem Energiemehraufwand im Kompressor 2 auch durchgehend möglich.
[0023] Bei der Ausbildung nach Fig. 2 wird lediglich eine Expansionsturbine 11 eingesetzt,
wobei der Übersichtlichkeit halber die Wärmetauscher 9 und 12 zu einem ersten gemeinsamen
und die Wärmetauscher 13 und 17 zu einem zweiten gemeinsamen Wärmetauscher zusammengefaßt
sind. Der Verflüssiger 18 ist mit dem Unterkühler 19 zu einem gemeinsamen Bauteil
zusammengefaßt. Mit dem Ventil 34 wird der Gegendruck für die Expansionsturbine
11 eingestellt, welcher möglichst gering eingestellt wird. Die verflüssigte Phase
wird in einem Vorlagegefäß 35 aufgefangen. Die übrigen wesentlichen Bauteile sind
wie in Fig. 1 bezeichnet.
[0024] Zwar ist mit einer Turbine nur knapp die Hälfte der Flüssigkeitsausbeute der Ausführung
mit zwei Entspannungsturbinen erreichbar. Der geringere Aufwand macht aber auch eine
derartige Ausbildung interessant. Daß das realisierbare Druckverhältnis von Expansionsturbinen
herkömmlicher Bauart nicht die Entspannung bis auf knapp über Atmosphärendruck erlaubt,
erscheint nicht von erheblichem Nachteil, da ein größeres Druckverhältnis die Flüssigkeitsausbeute
nicht mehr entscheidend verbessert.
1. Verfahren zur Speicherung von Gasen, insbesondere Sauerstoff, durch Verflüssigung,
wobei das Gas zuerst verdichtet wird und nach der Entspannung eines Teiles des Gases
dieser Teil zu einem Wärmetauscher (7) zur Kühlung des restlichen Druckgases verwendet
wird, worauf das abgekühlte Druckgas teilweise verflüssigt und entspannt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Teil des Druckgases nach dem Passieren eines ersten Wärmetauschers
(7) in wenigstens einer Entspannungsturbine (11) auf überatmosphärischen Druck entspannt
wird, daß dieser teilentspannte Teil des Druckgases in einem Wärmetauscher (12) zur
Abkühlung des restlichen Teiles des Druckgases verwendet wird, daß vorzugsweise der
teilentspannte Teil des Druckgases in einer weiteren Entspannungsturbine (14) auf
etwa Atmosphärendruck entspannt und dabei knapp über die Verflüssigungstemperatur
abgekühlt wird und über Wärmetauscher (19, 18, 17, 13, 12, 9, 7) zur Abkühlung des
restlichen Teiles des Druckgases zum Kompressor (2) rückgeführt wird, daß das in
den Wärmetauschern abgekühlte und teilweise verflüssigte Druckgas in wenigstens einem
Trenngefäß (20, 22, 27) in Gas- und Flüssigphase getrennt wird und daß der verflüssigte
Anteil nach der Abtrennung vom gasförmigen Anteil in Flüssigkeitsspeichern (24, 28)
gespeichert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der abgekühlte und teilweise
verflüssigte Teil des Druckgases teilweise in einem ersten Trenngefäß (20) in eine
flüssige und eine gasförmige Phase getrennt wird, daß beide Phasen aus dem ersten
Trenngefäß (20) nach der Abkühlung in wenigstens einem Wärmetauscher (17) in einem
zweiten Trenngefäß (22) auf überatmosphärischen Druck entspannt werden und der flüssige
Anteil in einen Druckflüssigkeitsspeicher (24) einbringbar ist, daß der gasförmige
Anteil aus dem zweiten Trenngefäß (22) sowie der diesem zur Druckhaltung geregelt
zugeführte Teil des Druckgases in Wärmetauschern (18, 19) gegen das entspannte Gas
aus der zweiten Entspannungsturbine (14) weiter abgekühlt und verflüssigt werden,
daß dieser Teil in einem dritten Trenngefäß (27) auf Atmosphärendruck entspannt wird,
daß der flüssige Anteil in einen drucklosen Flüssigkeitsspeicher (28) eingebracht
wird und daß der gasförmige Anteil zusammen mit dem Gasanteil aus der zweiten Entspannungs-
turbine (14) dem Kompressor (2) über Wärmetauscher (19, 18, 17, 13, 12, 9, 7) rückgeführt
wird. (Fig. 1)
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Beladung des
Druckflüssigkeitsspeichers (24) auch der flüssige Anteil aus dem zweiten Trenngefäß
(22) über einen Wärmetauscher (19) dem dritten Trenngefäß (27) zur Entspannung auf
atmosphärischen Druck zugeführt wird. (Fig. 1)
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckflüssigkeitsspeicher
(24) über eine Pumpe (29) aus dem drucklosen Flüssigkeitsspeicher (28) gespeist wird
und daß die Druckleitung über einen Wärmetauscher (31) geführt wird, in welchem ein
Teil des kompromierten gasförmigen Anteiles aus dem ersten Trenngefäß (20) abgekühlt
und verflüssigt wird, worauf dieser Anteil in das zweite Trenngefäß (22) entspannt
wird. (Fig. 1)
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem
Druckflüssigkeitsspeicher (24) Flüssigkeit unter Druck einem Verdampfer (33) zugeführt
wird und das Druckgas einer Druckgasleitung zugeführt wird. (Fig. 1)
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem
drucklosen Flüssigkeitsspeicher (28) ausdampfendes Gas mit dem gasförmigen Anteil
des dritten Trenngefäßes (27) dem Kompressor (2) über Wärmetauscher (19, 18, 17,
13, 12, 9, 7) rückgeführt wird. (Fig. 1)
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung
der ersten Entspannungsturbine (11) zur Regelung der Erzeugung des flüssigen Anteiles
in Abhängigkeit von der Stellung der Drossel (3) vor dem Kompressor (2) erfolgt. (Fig.
1, 2)
8. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche l bis 7 in einer Anlage zur Gewinnung
und Speicherung von Gasen, insbesondere Sauerstoff, bei welcher das Gas nach einem
Luftzerleger (1) von einem Kompressor (2) in einen Druckgasspeicher (4) eingebracht
wird und bei welcher die Gasverflüssigung zur Speicherung des Druckgases bei Verringerung
der Druckgasentnahme und/oder als Reserve zur Deckung eines Spitzenbedarfes oder des
Bedarfes bei Ausfall des Luftzerlegers eingesetzt wird.