[0001] Die Erfindung betrifft einen Parallelschraubstock mit einer Einrichtung zum Vermeiden
von Spiel zwischen der zur bewegenden Backe gehörenden Schiene und dem Gehäuse.
[0002] Bei einem bekanntgewordenen Parallelschraubstock war die Schiene an ihrer Oberseite
anstelle der beiden Längskanten mit Schrägflächen versehen, mit welchen je zwei zu
diesen Flächen senkrecht stehende, in Gewindebohrungen des Gehäuses eingedrehte und
mit Kontermuttern fixierbare Schrauben zusammenwirkten.
[0003] Zweck dieser Ausbildung war es, eine Feineinstellung des Spiels zwischen Schiene
und Gehäuse möglich zu machen.
[0004] Nachteilig bei diesem Schraubstock war der Umstand, daß zum Einstellen des Spiels
vier Schrauben betätigt und fixiert werden mußten; eine mühevolle, umständliche und
zeitraubende Tätigkeit.
[0005] Eine ähnliche Ausführung eines Schraubstockes wird in der AT-PS 309 355 beschrieben.
Dort hat die Schiene an ihrer Oberseite anstelle der beiden Längskanten zwei Abfasungen,
deren eine sich gegen eine entsprechende Schrägfläche des Kanals im Schraubstockfluß
legt und deren andere von zwei federnden Stöpseln mit entsprechend geneigten Endflächen
belastet wird, die in quer zur Schiene nahe deren Oberfläche verlaufende Bohrungen
eingesetzt und darin durch Gewindestopfen in ihrer Lage gehalten sind.
[0006] Eine andere Möglichkeit zum Einstellen bzw. Vermeiden des Spiels lag in der Anordnung
eines Keils aus Stahl, der in eine zur Schiene offene, oberhalb derselben im Gehäuse
vorgesehene Vertiefung mit dem Keilwinkel entsprechend geneigt verlaufender Bodenfläche
eingelegt war. Mittels zweier Schrauben konnte der Keil in der Vertiefung verschoben
und gegen die Oberseite der Schiene gedrückt werden. Durch zwei entgegengesetzt wirkende
Schrauben wirde der Keil in seiner richtigen Lage fixiert.
[0007] Die Berührungsfläche zwischen Keil und Schiene war wohl größer als bei Anordnung
der vier Schrauben bzw. der zwei Stöpsel gemäß der AT-PS 309 355 allein, sodaß eine
geringere Abnützung und damit eine längere Betriebsdauer ohne Nachstellung zu erwarten
war; die Einstellarbeit war aber genauso mühevoll wie beim älteren Stand der Technik
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, die Einstellarbeit zu vermeiden und jede Abnützung
an der Schiene zu verhindern.
[0009] Zum Erreichen dieses Ziels wird vorgeschlagen, bei einem Schraubstock der eingangs
angegebenen Art erfindungsgemäß zwischen dem Gehäuse und der zur bewegbaren Backe
gehörenden Schiene einen unter Vorspannung stehenden Kunststoffkörper od.dgl. vorzusehen.
[0010] Weitere Merkmale der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung erläutert,
welche ein Ausführungsbeispiel des erfindungsemäßen Schraubstocks veranschaulicht.
Hiebei ist
Fig. 1 eine Ansicht, teilweise im Schnitt,
Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 ist eine schaubildliche Darstellung des Kunststoffkörpers,
Fig. 4 ist eine Seitenansicht,
Fig. 5 eine Ansicht des Kunststoffkörpers von vorn, und
Fig. 6 eine Ansicht des Kunststoffkörpers von vorn gemäß einer anderen Ausführungsform.
[0011] Der gezeigte Schraubstock besteht aus dem Gehäuse 1, welches einstückig ist mit der
festen Backe 2, aus dem Amboß 3 und der Grundplatte 4. In dem zwischen dem Amboß 3
und der Grundplatte 4 befindlichen Gehäuseabschnitt ist ein Kanal 5 zur Aufnahme und
Führung der Schiene 6 vorgesehen, die mit der bewegbaren Backe 7 ein Ganzes bildet.
[0012] Die Schiene 6 hat im wesentlichen verkehrt-U-förmigen Querschnitt und nimmt den Gewindeteil
der Spindel 8 sowie auch die mit dem Gehäuse einstückige (nicht dargestellte) Spindelmutter
auf. Die Spindel 8 und die Schiene 6 samt Backe 7 können in einfachster Weise vom
Gehäuse 1 getrennt werden.
[0013] Die Schiene 6 und damit die bewegbare Backe 7 ist an den Seitenflächen des Kanals
5 und an dessen Bodenfläche geführt. Zur Führung der Oberseite 9 der Schiene 6 ist
ein Kunststoffkörper 10 vorgesehen, der von oben her unter Vorspannung an der Schiene
6 anliegt. Dieser Kunststoffkörper 10 ist in eine nach unten zur Schiene 6 hin offene
Ausnehmung oder Vertiefung 11 im Gehäuse 1 eingelegt. Diese Vertiefung ist von Wänden
begrenzt, die im wesentlichen parallel bzw. senkrecht zur Oberseite 9 der Schiene
6 verlaufen.
[0014] Der in Fig. 3,4 und 5 größer dargestellte Kunststoffkörper 10 hat die Form eines
Prismas, dessen Querschnitt von zwei im wesentlichen zueinander parallelen (konzentrischen)
Bögen 12,13 begrenzt wird, die an ihren Enden durch jeweils zwei Gerade 14, 15 verbunden
sind, welche miteinander im wesentlichen einen rechten Winkel einschließen, wobei
darunter ein Winkel von 83 bis 107° verstanden wird. Die Geraden 15 fluchten miteinander,
wie in Fig. 5 gezeigt ist, wodurch die durch die Geraden 15 entstehenden Gleitflächen
sowohl eine leichte Auf-Zu-Bewegung der Schiene 6 (möglichst geringe Flächenpressung)
als auch eine durch die Vorspannung gegebene Nachstellung des Schienenspiels bei eventuellem
Verschleiß der Gleitfläche ermöglichen. An der einen Stirnseite 16 kann eine Abschrägung
17 vorgesehen sein, welche das Einschieben der Schiene 6 in den Kanal 5 erleichtert,
wobei der Kunststoffkörper 10 von der Hinterseite des Gehäuses 1 etwa mit einem Schraubenzieher,
einem Drahtstück od.dgl. in der Ausnehmung 11 gehalten wird. Die andere Stirnseite
18 kann etwas schräg verlaufen.
[0015] Die Höhe H des Kunststoffkörpers ist in dessen unbelastetem Zustand größer als die
Tiefe t der Ausnehmung oder Vertiefung 11 im Gehäuse 1.
[0016] Der Kunststoffkörper 10 kann beispielsweise aus "Hostaform", "Delrin 500" oder ähnlichen
hochelastischen, abriebfesten Kunststoffen bestehen.
[0017] Anstelle der Bögen 12,13 können auch Polygonzüge (Folgen von geraden Linien) oder
Bögen und Gerade usw. verwendet sein.
[0018] Im eingebauten Zustand liegt der Kunststoffkörper 10 mit den an den Geraden 15 entsprechenden
Längsflächen an der Oberseite 9 der Schiene 6 mit Vorspannung an, da seine Höhe im
unbelasteten Zustand größer ist als die Tiefe der Ausnehmung 11. Dadurch wird jegliches
Spiel zwischen Schiene 6 und Kanal 5 vermieden. Die Lebensdauer des Kunststoffkörpers
10 ist sehr hoch, denn einerseits ist der Kunststoff, aus welchem der Körper besteht,
an sich abriebfest, und anderseits ist ein Verschleiß der Oberseite der Schiene 6
nicht zu erwarten, weil der Kunststoff wesentlich weicher ist als der Stahl der Schiene.
[0019] Bei der in Fig. 6 gezeigten Ausführungsform sind die Geraden 15ʹ um einen Winkel
α schräg nach innen zur Waagrechten geneigt. Der Winkel α beträgt 3 bis 7°, vorzugsweise
5°. Hiedurch wird erreicht, daß die durch die Geraden 15ʹ entstehenden Gleitflächen
im vorgespannten Zustand satt an der Schiene 6 aufliegen, wodurch ein Minimum an Flächenpressung
resultiert.
1. Parallelschraubstock mit einer Einrichtung zum Vermeiden von Spiel zwischen der
zur bewegbaren Backe gehörenden Schiene und dem Gehäuse, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Gehäuse (1) und der zur bewegbaren Backe (7) gehörenden Schiene (6) ein
unter Vorspannung stehender Kunststoffkörper (10) od.dgl. vorgesehen ist.
2. Schraubstock nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Gehäuse (1) oberhalb
der Schiene (6) eine zu dieser hin offene Ausnehmung (11) zur Aufnahme des Körpers
(10) vorgesehen ist.
3. Schraubstock nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wände der Ausnehmung
(11) im wesentlichen eben sind und parallel bzw. senkrecht zur Oberseite (9) der Schiene
(6) verlaufen.
4. Schraubstock nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (10) die Form
eines Prismas hat, dessen Grundfläche von zwei im wesentlichen parallelen Bögen (12,13),
Polygonzügen od.dgl., wie an ihren Enden durch je zwei miteinander einen im wesentlichen
rechten Winkel bildende Gerade (14,15;15ʹ) verbunden sind, gebildet ist.
5. Schraubstock nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vom innenliegenden
Bogen (13) od.dgl. ausgehenden Geraden (15) im wesentlichen fluchten (Fig.5).
6. Schraubstock nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vom innenliegenden
Bogen (13) od.dgl. ausgehenden Geraden (15ʹ) um einen Winkel (α) schräg nach innen
zur Waagrechten geneigt sind (Fig. 6).
7. Schraubstock nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (α) 3 bis
7°, vorzugsweise 5°, beträgt.
8. Schraubstock nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Pfeilhöhe (H) des Querschnitts des Körpers (10) größer ist als der Abstand (t)
zwischen der Oberseite der Schiene (6) und der dieser gegenüberliegenden Fläche der
Ausnehmung (11) im Gehäuse (1).