[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erzeugen einer Ausbauchung an einer Litze
aus Stahldraht als Verankerung in Bauteilen aus Beton, wobei die Litze an ihrem freien
Ende über einen Bereich ihrer Länge axial gestaucht wird und damit die einzelnen Drähte
unter Spreizung axial verformt werden, bestehend aus einem Rahmen, an dessen einem
Ende eine Klemmvorrichtung mit zwei Klemmbacken und an dessen anderem Ende ein über
eine doppelseitig beaufschlagbare Zylinder-Kolben-Einheit verschiebbares Druckstück
sowie dazwischen ein in Längsrichtung verschieblich gelagertes Stauchrohr vorgesehen
sind, wobei sowohl das Druckstück, wie auch das Stauchrohr Mittel aufweisen, die ein
freies Verdrehen der Litze beim Stauchen ermöglichen.
[0002] Neben Stahlstäben, Stahldrähten und Stahldrahtbündeln werden in der letzten Zeit
in zunehmendem Maße auch Litzen aus hochfesten Stahldrähten als Bewehrungselemente
vor allem für Spannbeton verwendet. Solche Litzen bestehen aus einem Zentraldraht,
um den die äußeren Drähte in einer, manchmal auch in zwei ringförmigen Lagen zentralsymmetrisch
gruppiert sind. Die äußeren Drähte sind, ähnlich wie bei einem Drahtseil, verdrillt.
[0003] Litzen als Spannglieder werden in der Regel mittels Keilen verankert. Keilverankerungen
sind sowohl hinsichtlich des Materials, wie auch hinsichtlich der für den Einbau benötigten
Zeit verhältnismäßig aufwendig; dies fällt vor allem dann ins Gewicht, wenn die betreffende
Verankerung fest einbetoniert werden soll, d.h. wenn das Spannglied an der Verankerungsstelle
nicht gespannt zu werden braucht. Außerdem ist es schwierig, mit Keilverankerungen
ohne zusätzliche Maßnahmen eine ausreichende Schwingungsfestigkeit zu erreichen.
[0004] Zur festen, also nicht spannbaren Verankerung von Litzen ist es bekannt, die Litze
an ihrem freien Ende durch Anwendung axialen Drucks so zu stauchen, daß die einzelnen
Drähte unter plastischer Verformung eine Ausbauchung bilden, die zur Verankerung der
Litze in ein Betonbauteil eingebettet werden kann. Zur Herstellung einer solchen Ausbauchung
ist eine Vorrichtung bekannt, bei der die Ausbauchung zumindest über den Teil ihrer
Länge mit dem größten Außendurchmesser innerhalb eines koaxial zur Litzenachse verlaufenden
Stauchrohres erfolgt, an dessen Innenwandung sich die Drähte bei der Stauchung anlegen
und an der sie sich abwickeln können (DE-OS 32 07 957). Auf diese Weise läßt sich
eine gleichmäßige, langsam zunehmende räumliche Krümmung der einzelnen Drähte der
Litze mit einer besonders großen Summe der Umlenkwinkel erzielen, die eine Verankerung
mit kurzer Entwicklungslänge und sehr gutem Dauerschwingverhalten ermöglicht.
[0005] Ein Problem bei derartigen Stauchvorrichtungen ist die Klemmvorrichtung, welche die
Litze während des Stauchvorganges halten soll. Werden hierfür Klemmbacken verwendet,
so müssen diese hydraulisch angetrieben werden, was die Stauchvorrichtung insgesamt
sehr aufwendig und schwer macht. Auf einfachere Weise läßt sich die Klemmkraft durch
Keile erzeugen. Werden aber zum Halten der Litze Keile verwendet, so müssen diese
an den Innenflächen mit Zähnen versehen sein, um die erforderliche Haltekraft zu erzeugen.
Hierbei besteht aber die Gefahr, daß die Zähne in die Oberfläche der Litze einschneiden
und die Litzendrähte beschädigen.
[0006] Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art anzugeben, die es erlaubt, das Festklemmen der Litze schonend mit Klemmbacken
durchzuführen, wobei die Klemmkraft ebenso einfach erzeugt wird wie bei der Verwendung
von Keilen, bei welcher der Klemmdruck definiert einstellbar ist, bei der zum Herausnehmen
der mit der Ausbauchung versehenen Litze keine besonderen Vorrichtungen und Arbeitsgänge
erforderlich sind und die überdies raumsparend aufgebaut und einfach zu transportieren
und zu bedienen ist.
[0007] Nach der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Rahmen zwei im gegenseitigen
Abstand voneinander gehaltene Seitenwangen aufweist, die an ihrem einen Ende die Klemmvorrichtung
tragen und an deren anderem Ende ein Gleitschlitten verschiebbar ist, der einerseits
das Druckstück trägt und an dem andererseits die Zylinder-Kolben-Einheit befestigt
ist, daß die Klemmbacken mit Hilfe von in Reihen angeordneten Kniehebeln parallel
zu festen Gegenbacken geführt sind und daß an dem Rahmen ein zweiarmiger Hebel schwenkbar
gelagert ist, dessen eines Ende mit der Zylinder-Kolben-Einheit in Wirkverbindung
steht, während sein anderes Ende sich gegen die Stirnflächen der Klemmbacken abstützt.
[0008] Die für die Verschiebung des Gleitschlittens erforderlichen Gleitbahnen können an
Gleitschienen gebildet sein. Zweckmäßig ist der Gleitschlitten zwischen den Seitenwangen
verschiebbar und übergreift die Gleitbahnen.
[0009] Infolge der Parallelführung der Klemmbacken an reihenweise angeordneten Kniehebeln
schwenken die Klemmbacken gleichmäßig ein, so daß die Litze im Reibschluß sicher gehalten
wird. Die Verwendung von Kniehebeln zum Erzeugen der Klemmkraft auf die Litze hat
den weiteren Vorteil, daß sich bei zunehmender Abnützung der Kniehebel sowie der anderen
beweglichen Teile der Klemmvorrichtung die Klemmkraft vergrößert. Zunehmende Abnützung
führt also nicht zu einem Verlust, sondern zu einer Steigerung der Funktionsfähigkeit
der Vorrichtung. Da das Schließen der Klemmbacken mittels einer doppelseitig beaufschlagbaren
Zylinder-Kolben-Einheit erfolgt, öffnen sich die Klemmbacken beim Zurückfahren des
Kolbens in die Ausgangsstellung selbsttätig wieder, so daß die mit der Ausbauchung
versehene Litze ohne weitere Manipulationen aus der Vorrichtung herausgehoben werden
kann.
[0010] Das Herausheben der mit der Ausbauchung versehenen Litze wird erleichtert, wenn das
Stauchrohr dabei möglichst weit von der Klemmvorrichtung entfernt ist. Der hierzu
erforderlichen Verschiebung des Stauchrohres in Längsrichtung dient jeweils ein in
den Seitenwangen vorgesehener Längsschlitz, in dem eine Gleitvorrichtung für das Stauchrohr
kulissenartig geführt ist. Falls zwischen der Gleitvorrichtung und dem Gleitschlitten
ein Reibschluß existiert, wird das Stauchrohr mit dem Gleitschlitten beim Zurückfahren
des Kolbens mit dem Gleitschlitten selbsttätig zurückgezogen.
[0011] Die Klemmvorrichtung ist zweckmäßig mit einem einstellbaren Anschlag für die Klemmbacken
versehen. Durch richtige Einstellung dieses Anschlags in Anpassung an die Länge der
Kniehebel kann die Klemmkraft so fein dosiert werden, daß die Litze ohne Gefahr einer
Verletzung der Oberflächen ihrer Drähte sicher gehalten wird.
[0012] An der Klemmvorrichtung kann weiterhin ein Öffnungsmechanismus für die Klemmbacken
vorgesehen sein, der nach Beendigung eines Stauchvorganges deren Rückführung in die
geöffnete Lage unterstützt. Der Öffnungsmechanismus weist zweckmäßig jeweils ein Federelement,
vorzugsweise eine Druckfeder auf, die über einen Stift den jeweiligen Klemmbacken
in Öffnungsrichtung drückt.
[0013] Zur sicheren und materialschonenden Kraftübertragung über die Kniehebel weisen die
Klemmbacken sowie die diesen zugeordneten festen Gegenbacken der Klemmvorrichtung
kreisbogenförmige Ausnehmungen auf, gegen welche sich die an den Enden ebenfalls kreisbogenförmig
abgerundeten Kniehebel gelenkartig abstützen. Auf diese Weise lassen sich erheblich
höhere Kräfte übertragen, als wenn die Abstützung nur über Achsbolzen erfolgen würde,
die allerdings zusätzlich vorgesehen sein können, dann aber im wesentlichen nur zum
Rückschwenken der Klemmbacken in die Ausgangsstellung und zur unverlierbaren Lagerung
der Teile der Klemmvorrichtung im geöffneten Zustand dienen.
[0014] Das Druckstück weist zweckmäßig eine Bohrung zur Aufnahme des Zentraldrahtes einer
Litze auf, deren Tiefe einstellbar ist. Zur Einstellung der Tiefe kann eine Einstellschraube
vorgesehen sein.
[0015] Zur leichteren Handhabung der Vorrichtung dient eine Halterung mit Handgriff und
Fuß, die mit einer Grundplatte außen auf die Seitenwangen des Rahmens aufgeschraubt
ist und dabei gleichzeitig den Rahmen im Bereich des Längsschlitzes verstärkt.
[0016] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht der Vorrichtung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Stirnansicht der Vorrichtung gemäß der Linie III-III in Fig. 1 und
Fig. 4 einen Querschnitt durch die Vorrichtung entlang der Linie IV-IV in Fig. 1.
[0017] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung nach der Erfindung in Seitenansicht. Die Vorrichtung
dient zum Herstellen einer Ausbauchung an einer Litze aus Stahldraht, die - allerdings
in fertiger Form - in Fig. 1 gestrichelt angedeutet ist. Die Vorrichtung besteht aus
einem Rahmen 10 aus wei parallelen Seitenwangen 11, die an einem Ende durch ein Querverbindungsrohr
14 und am anderen Ende durch eine Stirnplatte 15 miteinander verbunden sind. An den
Außenflächen der Seitenwangen 11 ist eine Halterung 60 befestigt, die aus jeweils
einer angeschraubten Grundplatte 63 besteht, an denen ein Handgriff 61 und ein Fuß
62 angebracht sind.
[0018] An dem in der Darstellung der Fig. 1 linken Ende der Seitenwangen 11 ist mittels
durchgehender Bolzen 27 eine Klemmvorrichtung 20 mit zwei Klemmbacken 22 auswechselbar
befestigt. Diese Art der Befestigung gibt die Möglichkeit, unterschiedliche Materialien
zu verwenden und im Falle einer etwaigen Beschädigung oder Verschmutzung die gesamte
KlemmVorrichtung 20 rasch austauschen zu können. Im Inneren der Klemmvorrichtung 20
ist gestrichelt ein Öffnungsmechanismus angedeutet, der im wesentlichen aus zwei Druckfedern
24 besteht, die auf zwei Stifte 28′ drücken, die an je einem der Klemmbacken 22 befestigt
sind. Die genaue Ausbildung und die Wirkungsweise der Klemmvorrichtung 20 wird weiter
unten anhand der Fig. 2 näher erläutert.
[0019] An dem gegenüberliegenden Ende der Seitenwangen 11 sind entlang ihrer oberen und
unteren Längsränder Gleitbahnen 12 vorgesehen, auf denen ein zwischen den Seitenwangen
11 angeordneter Gleitschlitten 30 verschiebbar ist. Die Gleitbahnen 12 können, wie
dargestellt, an den Seitenwangen 11 selbst ausgebildet sein; sie können aber auch
an besonderen Gleitschienen ausgebildet sein, die dann an den Längsrändern der Seitenwangen
11 befestigt sind. Die Gleitbahnen werden von Gleitleisten 36 übergriffen, die an
dem Gleitschlitten 30 angeordnet sind.
[0020] Auf dem Gleitschlitten 30 befindet sich ein Druckstück 31, mittels dessen der für
die Stauchung der Litze erforderliche axiale Druck ausgeübt werden kann. Das Druckstück
31 besitzt eine Sacklochbohrung 34, in welche das durch eine Hülse zusammengefaßte
Ende der zu stauchenden Litze eingesetzt wird. Die Sacklochbohrung 34 setzt sich in
eine zentrische Bohrung 33 mit geringerem Durchmesser fort, in die während des Stauchvorgangs
der Zentraldraht der Litze hineinläuft. Die Tiefe der zentrischen Bohrung 33 kann
mit Hilfe einer Einstellschraube 35 mit Kontermutter 37 je nach Bedarf eingestellt
werden.
[0021] An der Unterseite des Gleitschlittens 30 ist über eine Achse 32 eine doppelt wirkende
Zylinder-Kolben-Einheit 40 angelenkt, deren Kolbenstange 41 mit dem einen Ende 45
eines zweiarmigen Hebels 42 in Wirkverbindung steht. Der Hebel 42 ist über eine Achse
43 an den Seitenwangen 11 schwenkbar gelagert. Sein der Kolbenstange 41 gegenüberliegendes
Ende 44 stützt sich gegen die Stirnflächen der Klemmbacken 22 der Klemmvorrichtung
20 ab. Das Querverbindungsrohr 14 dient zugleich als Anschlag zur Begrenzung der Schwenkbewegung
des Hebels 42, sofern diese nicht durch den Hub der Zylinder-Kolben-Einheit 40 begrenzt
wird.
[0022] In den Seitenwangen 11 des Rahmens 10 ist ferner jeweils ein Längsschlitz 13 vorgesehen.
In diesem Längsschlitz 13 ist kulissenartig eine Gleitvorrichtung 51 verschieblich
geführt, an der das Stauchrohr 50 befestigt ist. Zwischen der Gleitvorrichtung 51
und dem Gleitschlitten 30, die beide an den Seitenwangen 11, aber auch aneinander
verschiebbar sind, besteht ein Reibschluß, der dafür sorgt, daß der Gleitschlitten
30 das Stauchrohr 50 mitnimmt, wenn er nach Herstellung einer Ausbauchung an einer
Litze wieder in die in Fig. 1 dargestellte Ausgangsposition zurückfährt. Das Stauchrohr
50 kann aber auch von Hand wieder in die Ausgangsposition zurückgeschoben werden.
[0023] Die Konstruktion und Wirküngsweise der Klemmvorrichtung 20 können anhand der Draufsicht
gemäß Fig. 2 erläutert werden. Jeder der beiden beweglichen Klemmbacken 22 ist über
eine Anzahl von parallel zueinander und in einer Reihe nebeneinander angeordneten
Kniehebeln 21 gegen jeweils einen festen Gegenbacken 26 schwenkbar abgestützt. Die
Klemmbacken 22 und die Gegenbacken 26 weisen kreisbogenförmige Ausnehmungen 25 auf,
gegen die sich die ebenfalls kreisbogenförmigen Enden der Kniehebel 21 abwälzen. Auf
diese Weise lassen sich die Klemmkräfte, die infolge der fast rechtwinkligen Anordnung
der Kniehebel 21 zur Bewegungsrichtung der Klemmbacken 22 sehr groß sind, besonders
materialschonend abtragen. Zusätzlich angeordnete Achsbolzen 28 dienen lediglich dazu,
im geöffneten Zustand der Klemmbacken 22 die Schwenk- und Öffnungsfunktion zu gewährleisten.
[0024] Die Bewegung der Klemmbacken 22 wird durch einen einstellbaren Anschlag 23 begrenzt.
Dadurch kann die quer zur Litze wirkende Klemmkraft exakt dosiert werden, so daß sowohl
ein Durchrutschen der Litze infolge zu geringer Klemmkraft, wie auch eine Beschädigung
der Litze infolge zu hohen Klemmdruckes vermieden werden können.
[0025] Soweit möglich, sind die Kniehebel durch Abdeckbleche 29 abgedeckt, um Verschmutzung
und Verletzungsgefahr gering zu halten und ein eventuelles Herausfallen der Kniehebel
21 zu vermeiden.
[0026] Die zum Festklemmen der Litze erforderliche Klemmkraft wird durch Einfahren des Kolbens
der Zylinder-Kolben-Einheit 40 erzeugt und über den zweiarmigen Hebel 42 direkt als
Axialkraft auf die Klemmbacken 22 übertragen. Die Hebelverhältnisse sind dabei so
gewählt, daß zu Beginn des Arbeitstaktes zunächst die Klemmbacken 22 gegen die Litze
geschlossen werden, bis sie mit ihren rückwärtigen Stirnflächen gegen den Anschlag
23 stoßen. Erst dann wird der bis dahin durch die Steifigkeit der Litze in axialer
Richtung zurückgehaltene Gleitschlitten 30 mit dem Druckstück 31 gegen die Klemmvorrichtung
20 gezogen, wodurch das Ausbauchen der Litze beginnt.
[0027] Fig. 3 zeigt einen Blick auf die Stirnseite der Vorrichtung im Bereich der Klemmvorrichtung
20. Man erkennt hier zwei halbrunde Ausnehmungen in den einander zugewandten Seitenflächen
der Klemmbacken 22, welche die zu stauchende Litze aufnehmen. Ferner ist das Querverbindungsrohr
14 erkennbar, das an diesem Ende der Vorrichtung der Verbindung der Seitenwangen 11
zu dem Rahmen 10 sowie gleichzeitig als Anschlag für die Bewegung des Hebels 42 beim
Öffnen der Klemmvorrichtung 20 nach Fertigstellung der Ausbauchung dient. Ferner erkennt
man das gabelförmig ausgebildete untere Ende 45 des Hebels 42, an das die Kolbenstange
41 gelenkig angeschlossen ist. Die Kolbenstange selbst, die Zylinder-Kolben-Einheit,
das Stauchrohr und die Halterung sind in dieser Darstellung weggelassen, um die Übersichtlichkeit
zu erhöhen.
[0028] Fig. 4 zeigt einen Querschnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 1. Man erkennt darauf
die an den Seitenwangen 11 befestigte Halterung 60 mit der Grundplatte 63, dem Fuß
62 und dem Handgriff 61. Zwischen den Seitenwangen 11 und diese oben und unten mit
Hilfe von Gleitschienen 36 übergreifend befindet sich der Gleitschlitten 30 mit der
Achse 32 zur Befestigung der Zylinder-Kolben-Einheit 40. Ferner erkennt man das Stauchrohr
50 mit einem drehbaren Innenrohr 52. In Blickrichtung hinter dem Stauchrohr 50 liegt
das Druckstück 31 mit der Sacklochbohrung 34 und der zentralen Bohrung 33.
[0029] Zur Herstellung einer Ausbauchung an einer Litze wird bei ausgefahrener Kolbenstange
41 eine Litze von oben her in die durch die Federn 24 geöffneten Klemmbacken 22 der
Klemmvorrichtung 20 eingelegt und das mit einer Hülse versehene Ende der Litze in
die Sackbohrung 34 des Druckstücks 31 eingeführt. Anschließend wird die Kolbenstange
41 der Zylinder-Kolben-Einheit 40 eingefahren; dabei legt sich das obere Ende 44 des
Hebels 42 gegen die Stirnflächen der Klemmbacken 22 und verschiebt diese in Richtung
auf den Anschlag 23. Infolge der Parallelführung der beweglichen Klemmbacken 22 mittels
der gegen die festen Gegenbacken 26 abgestützten Kniehebel 21 legen sich die Klemmbacken
fest um die Litze und halten sie unverrückbar und beschädigungsfrei fest. Durch entsprechende
Wahl der Länge der Klemmbacken 22 und der Kniehebel 21 sowie Einstellung des Anschlages
23 kann der Klemmdruck auf die Litze trotz hoher Haltewirkung gering gehalten werden.
Das Stauchrohr 50 befindet sich dabei an seinem in der Darstellung der Fig. 1 linken
Anschlag oder jedenfalls in der Nähe desselben.
[0030] Bei weiterem Einfahren der Kolbenstange 41 wird der Gleitschlitten 30 mit dem Druckstück
31 in Richtung auf die Klemmvorrichtung 20 gezogen. Dabei gerät die Litze unter axialen
Stauchdruck, so daß ihre Drähte sich ausbauchen. Die Drähte legen sich dabei von innen
gegen das Stauchrohr 50 bzw. das drehbare Innenrohr 52 an und erhalten bei fortgesetzter
Stauchung dort die gewünschte bleibende Form der Ausbauchung.
[0031] Nach dem Herstellen der Ausbauchung wird die Kolbenstange 41 wieder aus der Zylinder-Kolben-Einheit
40 herausgefahren, wobei der Gleitschlitten 30 in seine rechte Ausgangsstellung zurückgeführt
wird. In dieser Position ist in Fig. 1 die fertiggestellte Ausbauchung gestrichelt
angedeutet. Sofern zwischen der Gleitvorrichtung 51 mit dem Stauchrohr 50 und dem
Gleitschlitten 30 ein Reibschluß besteht, wird bei der Rückführung des Gleitschlittens
30 auch diese mitgenommen; das Stauchrohr 50 kann aber auch von Hand zurückgeschoben
werden.
[0032] Sofern der Hub der Zylinder-Kolben-Einheit 40 den Weg des zweiarmigen Hebels 42 nicht
vorher begrenzt, kommt dieser am Querverbindungsrohr 14 zur Anlage. Dadurch entfällt
der Schließdruck auf die Klemmbacken 22, so daß diese sich unter der Wirkung der Federn
24 des Öffnungsmechanismus wieder öffnen können. Die verformte Litze mit der Ausbauchung
kann dann auf einfache Weise nach oben aus der Vorrichtung herausgehoben werden.
[0033] Vor Beginn des nächsten Verformungsvorganges muß lediglich das Stauchrohr 50 von
Hand an seinen der Klemmvorrichtung 20 benachbarten Anschlag zurückgebracht werden.
Alle anderen Vorgänge laufen wie geschildert selbsttätig und nur von der Zylinder-Kolben-Einheit
40 gesteuert ab.
1. Vorrichtung zum Erzeugen einer Ausbauchung am Ende einer Litze aus Stahldraht als
Verankerung in Bauteilen aus Beton, wobei die Litze an ihrem freien Ende über einen
Bereich ihrer Länge axial gestaucht wird und damit die einzelnen Drähte unter Spreizung
axial verformt werden, bestehend aus einem Rahmen, an dessen einem Ende eine Klemmvorrichtung
mit zwei Klemmbacken und an dessen anderem Ende ein über eine doppelseitig beaufschlagbare
Zylinder-Kolben-Einheit verschiebbares Druckstück sowie dazwischen ein in Längsrichtung
verschieblich gelagertes Stauchrohr vorgesehen sind, wobei sowohl das Druckstück,
wie auch das Stauchrohr Mittel aufweisen, die ein freies Verdrehen der Litze beim
Stauchen ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (10) zwei im gegenseitigen
Abstand voneinander gehaltene Seitenwangen (11) aufweist, die an ihrem einen Ende
die Klemmvorrichtung (20) tragen und an deren anderem Ende ein Gleitschlitten (30)
verschiebbar ist, der einerseits das Druckstück (31) trägt und an dem andererseits
die Zylinder-Kolben-Einheit (40) befestigt ist, daß die Klemmbacken (22) mit Hilfe
von in Reihen angeordneten Kniehebeln (21) parallel zu festen Gegenbacken (26) geführt
sind und daß an dem Rahmen (10) ein zweiarmiger Hebel (42) schwenkbar gelagert ist,
dessen eines Ende (45) mit der Zylinder-Kolben-Einheit (40) in Wirkverbindung steht,
während sein anderes Ende (44) sich gegen die Stirnflächen der Klemmbacken (22) abstützt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Längsrändern der
Seitenwangen (11) Gleitbahnen (12) für den Gleitschlitten (30) vorgesehen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitbahnen (12) an
Gleitschienen gebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleitschlitten
(30) zwischen den Seitenwangen (11) verschiebbar ist und die Gleitbahnen (12) übergreift.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in den
Seitenwangen (11) jeweils ein Längsschlitz (13) vorgesehen ist, in dem eine Gleitvorrichtung
(51) für das Stauchrohr (50) kulissenartig geführt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Gleitvorrichtung
(51) für das Stauchrohr (50) und dem Gleitschlitten (30) ein Reibschluß existiert.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung
(20) mit einem einstellbaren Anschlag (23) für die Klemmbacken (22) versehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an der
Klemmvorrichtung (20) ein Öffnungsmechanismus für die Klemmbacken (22) vorgesehen
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungsmechanismus
jeweils ein Federelement, vorzugsweise eine Druckfeder (24) aufweist, die über einen
Stift (28′) den jeweiligen Klemmbacken (22) in Öffnungsrichtung drückt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Klemmbacken (22) und die festen Gegenbacken (26) kreisbogenförmige Ausnehmungen (27)
aufweisen, gegen die sich die an den Enden ebenfalls kreisbogenförmig abgerundeten
Kniehebel (21) gelenkartig abstützen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Kniehebel (21) an
den Klemmbacken (22) und/oder an den Gegenbacken (26) zusätzlich mittels Achsbolzen
(28) gelagert sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
Druckstück (31) eine Bohrung (33) zur Aufnahme des Zentraldrahtes einer Litze aufweist,
deren Tiefe einstellbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung der
Tiefe eine Einstellschraube (35) vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Halterung (60) mit Handgriff (61) und Fuß (62) vorgesehen ist, die außen an den Seitenwangen
(11) befestigt ist.