[0001] Die Erfindung betrifft einen Schraubenkompressor zur Aufladung von Verbrennungsmotoren.
[0002] Die Abgasturboaufladung von Verbrennungsmotoren ist heute Stand der Technik.
[0003] Dennoch weisen Abgasturbolader (ATL) und mechanisch angetriebene Turbolader (TL)
eine Reihe von Problemen auf:
- Die Betriebsgrenze ist durch die Pumpgrenze des Verdichters gegeben;
- sehr hohe Umfangsgeschwindigkeiten sind namentlich bei Radialrädern notwendig;
- bei kleineren Motorleistungen werden nur mäßige Wirkungsgrade vor allem im Teillastbereich
erreicht;
- separate Ladeluftkühler bei höheren Ladedruckverhältnissen verteuern die Ladeeinheit
und erhöhen das Bauvolumen;
- eine mit der Motordrehzahl steil ansteigende Betriebskennlinie, die sich bei Hochdruckaufladung
und hohen Drehzahlen ungünstig auf das Drehmomentverhalten des Verbrennungsmotors
auswirkt, kann nur mit aufwendigen Maßnahmen (Stoß-Aufladung, Abblasen von Abgasen
oder Luft, Ladedruckregelung) verbessert werden.
[0004] Schraubenkompressoren als Lader (SL) weisen demgegenüber eine Reihe von Vorteilen
auf:
- Keine Pumpgrenze als Verdrängermaschine;
- hohe Wirkungsgrade noch bei kleinen Motorleistungen;
- hohe Teillastwirkungsgrade;
- eine mit der Motordrehzahl flach verlaufende Betriebskennlinie, die nur gering von
der Motordrehzahl abhängt;
- hohes Beschleunigungsverhalten durch vergleichsweise kleines polares Massenträgheitsmoment.
[0005] Bei trockenlaufenden Schraubenladern sind jedoch noch mehrere Nachteile der Turbolader
vorhanden.
[0006] Erfindungsgemäß wird daher ein innengekühlter Schraubenlader vorgeschlagen, der
solche Probleme nicht aufweist und mit niedrigen Umfangsgeschwindigkeiten (15÷60 ms⁻¹)
betrieben werden kann, ermöglicht durch die dichtende Wirkung der Kühflüssigkeit zwischen
Schraubenrotor und Gehäuse.
[0007] Bei "normalen" Ladedruckverhältnissen kann auf Ladeluftkühler verzichtet werden,
während für sehr hohe Ladedruckverhältnisse (bei π = 5) mäßige Kühlkapazitäten notwendig
sind.
[0008] Durch Änderung der Kühlfluidmasse kann der mittlere Polytropenexponent den Betriebsbedingungen
angepaßt werden, z.B. zur Erleichterung der Zündung.
[0009] Als Einspritzflüssigkeit wird für Dieselmotoren Dieselkraftstoff gewählt, der so
im Schraubenlader vorgewärmt, in den Motorbrennraum eingespritzt wird. Bei einem Laderdruckverhältnis
von π
L = 3,5 erreicht der adiabate Turboverdichter, je nach Wirkungsgrad und Eintrittstemperatur,
Austrittstemperaturen von t₂ = 170 ÷ 220 °C Am Austritt des Schraubenladers können
bei gleichem Druckverhältnis Temperaturen von t₂ < 70 °C erreicht werden. Ein Ölkühler
ist nur notwendig, wenn der Schraubenlader mit unbeschichteten Rotoren, quasi konventionell,
betrieben werden soll.
[0010] Je nach Schaltung des ASL können Anfahrventile und eine mechanische Trennung der
gesamten Ladeeinheit vom Motor vorgesehen werden, um den Startvorgang zu erleichtern
bzw. erst zu ermöglichen.
[0011] Der in der Patentfigur dargestellte SL wird über ein Getriebe vom Motor angetrieben,
beide stehen in einem festen Drehzahlverhältnis zueinander. Dadurch ergeben sich feste
Zuordnungen von Motor- zu Laderdrehzahlen. Die Auslegung des SL's erfolgt auf den
Motornennbetriebspunkt, für alle anderen Drehzahlen ergibt sich dann die Lader-Betriebskennlinie.
Der spezifische Kraftstoffverbrauch des Motors wird in dem innengekühlten SL weniger
ansteigen als mit einem trockenlaufenden adiabaten Lader.
[0012] Das Getriebe kann auch zur Veränderung der Drehzahlverhältnisse als Schaltgetriebe
oder Strömungsgetriebe ausgebildet sein.
[0013] Es ist auch in bestimmten Fällen möglich, einen direkten Antrieb ohne Zwischenschaltung
eines Getriebes durchzuführen. Dies ist der Fall, wenn die Motordrehzahl des Verbrennungsmotors
und des Laders gleich sind.
1. Schraubenkompressor zur Aufladung von Verbrennungsmotoren,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schraubenkompressor innengekühlt ist.
2. Schraubenkompressor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenkühlung durch Einspritzen eines Fluids erfolgt.
3. Schraubenkompressor nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Einspritzfluid Kraftstoff verwendet wird.
4. Schraubenkompressor nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der eingespritzte Kraftstoff nach seiner Vorwärmung im Verdichtungsraum des Schraubenkompressors
dem Brennraum des Verbrennungsmotors zugeführt wird.
5. Schraubenkompressor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mittlere Polytropenexponent der Verdichtung im Schraubenkompressor durch Variation
des Kühlfluidmassenstroms den Betriebsbedingungen des Verbrennungsmotors angepaßt
werden kann.