[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von mit Kurstharzen in Form
von Lösungen und Dispersionen imprägnierten Papierbahnen.
[0002] Es ist üblich und bekannt, Gehäuse für Fernseh- und Radiogeräte, Hi-Fi-Türme und
andere Möbelteile mit Kunststoffolie vollständig zu beschichten bzw. zu umhüllen.
Man verwendet dazu vorzugsweise PVC-Folie unterschiedlicher Dicke.
[0003] Diese PVC-Folien werden z. B. auf Holzspanplatten geklebt und anschließend werden
aus diesem Verbundmaterial nach möbeltechnischen Grundsätzen Möbelteile oder Gehäuse
in einem Arbeitsgang hergestellt, d. h. daß man in die Holzspanplatten V-förmige Nuten
einschneidet und dann die Platten in diesen Nuten faltet oder umbiegt und so in einem
Arbeitsgang Gehäuse, Möbelteil oder dergleichen herstellt.
[0004] Wichtig ist bei diesem Verfahren, daß an der Faltlinie kein Einreißen der Folie eintritt.
Nachteilig an diesem Verfahren ist es wiederum, daß die PVC-Folie vor ihrer Verwendung
direkt und zur Erzielung einer guten Bedruckbarkeit einer entsprechenden Oberflächenbehandlung,
beispielsweise einer Koronabehandlung unterzogen werden muß.
[0005] Außerdem müssen die Spanplatten eine sehr saubere und glatte Oberfläche aufweisen,
damit noch wirtschaftlich vertretbare Ergebnisse erzielt werden können (Auftragung
dünner Folien).
[0006] Besonders nachteilig ist es aber, daß die PVC-Folie eine sehr ungünstige Dimensionsstabilität
(Dehnungs-/Schrumpfungsverhalten) aufweist, wenn Temperaturänderungen erfolgen, niedrige
Weiterreißfestigkeit aufweist, eine geringe Lichtstabilität besitzt sowie hohe elektrostatische
Aufladbarkeit und eine Erweichung bei 75 bis 85° C bereits stattfindet. Bei Erwärmung
auf mehr als 120° C findet außerdem eine HCI-Abscheidung statt.
[0007] Aus der DE-PS 25 50 980 ist es bekannt, Rohpapierbahnen mit wäßrigen Tränkharzlösungen
und/oder Dispersionen durch Einsaugen der Tränkflüssigkeit an einer Saugzone zu imprägnieren,
wobei man eine wenigstens zur vollständigen Sättigung ausreichende Menge auf die Oberfläche
der Papierbahn aufträgt und die Papierbahn anschließend über eine Saugzone führt,
in der die Imprägnierflüssigkeit zur anderen Oberfläche durchgesaugt wird. Tränkharzlösungen
sind aber Harze auf der Basis von Harnstoff-, Melamin- und Phenolharzen und formaldehydhaltig
und führen zu spröden Produkten.
[0008] Bei diesem Verfahren ist es erforderlich, die Rohpapierbahn nach ihrer Herstellung
einer zweiten Vorrichtung zuzuführen und sie erneut abzurollen, zu imprägnieren unter
Verwendung zusätzlicher Einrichtungen wie einer Saugzone und Trockenvorrichtung und
sie wieder aufzurollen.
[0009] Außerdem ist bei diesem Verfahren die Verteilung der Imprägnierflüssigkeit über den
Papierquerschnitt ungleichmäßig, so daß Zonen stärkerer Imprägnierung entstehen neben
Zonen geringerer Imprägnierung, was zur Aufspaltung des Papierkerns führen kann.
[0010] "Aus der DE-OS 2 034 263 ist ein modifiziertes anionisches Papierleimungsmittel für
eine Oberflachenleimung mit guter Fließfähigkeit auch bei Konzentrationen > 20% bekannt,
das eine Abmischung von Polymerisatlatices und Bernsteinsäureimideinheiten enthaltende
Copolymerisatsalze enthält. Die Copolymerisatlatices dienen dabei als Verdünnungsmittel
für die aus Imidgruppen aufgebauten anionischen Leimungsmittel auf der Basis von Lösungen.
[0011] Gegenstand dieser Veröffentlichung sind also lediglich nur auf Bernsteinsäureimideinheiten
aufgebaute Lösungen. Man will damit erreichen, daß Zubereitungen entstehen, die ohne
Verlust an Leimungswirkung pro Konzentrationseinheit möglichst bei Konzentrationen
über 20 Gewichtsprozent in wäßriger Lösung noch so dünnflüssig sind, daß sie bei Raumtemperatur
mit weiterem Wasser gut verdünnt werden können."
[0012] In der DE-OS 30 24 394 wird ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffurniers
in einer Papiermaschine beschrieben, bei dem die Papierbahn in der Trockenpartie mit
einer Imprägnierung versehen wird, die in der Leimpresse erfolgt Die Durchtränkung
der Papierbahn mit der nicht näher bezeichneten Imprägnierflüssigkeit in der Presse
ist jedoch nur dann vollständig, wenn die Papierbahn bereits vorimprägniert ist, so
daß also auch hier zusätzliche Einrichtungen erforderlich sind.
[0013] Aus der DE-OS 29 49 306 ist ein Kunststoff-Furnier bekannt, welches durch eine Harzimprägnierung
einer Papierfasermasse mit Papierfasern eines Mahlgrads von über 25° SR hergestellt
wird, wobei die Fasermasse einen annähernd gleichen Gewichtsanteil an Langfasern wie
an Kurzfasern enthält. Für die Imprägnierung wird ein Gemisch eines Harnstoff-Formaldehydharzes
und einer selbstvernetzenden Acrylharzdispersion vorgeschlagen.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Papierimprägnierungsverfahren bereitzustellen,
mit dem ein folienförmiges, kunstharzhaltiges bahnförmiges Material erhalten wird,
das die oben genannten Nachteile nicht aufweist und eine gute Flexibilität sowie Schichtfestigkeit
aufweist.
[0015] Außerdem soll das bahnförmige Material Wasserfestigkeit und Beständigkeit gegen Lösungsmittel
und eine gute Dimensionsstabilität bei Feuchteinwirkung und Temperaturänderungen besitzen
und aus günstigen Rohstoffen in wirtschaftlicher Weise möglichst ohne zusätzliche
Verfahrensstufen, mit Ausnahme der Herstellung der geglätteten Papierbahn selbst,
herstellbar sein.
[0016] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung von mit Kunstharzen
imprägnierten Papierbahnen aus einem Zellstoffasergemisch hoher Saugfähigkeit und
Festigkeit aus Eukalyptus-Zellstoff und Kiefernholzsulfat-Zellstoff im Verhältnis
50 : 50 bis 10 : 90, vorzugsweise 30 : 70 bis 15 : 85, das auf einen Mahlgrad von
maximal 35° SR gemahlen oder einer schneidenden Mahlung bis zu einem Mahlgrad von
15 bis 25° SR unterworfen wird, gegebenenfalls in Kombination mit synthetischen Faserstoffen
gebildet wird, wobei man auf die erhaltene Papierbahn eine Imprägnierflüssigkeit aus
einem Gemisch wäßriger, anionischer Copolymerdispersionen auf der Basis von Acrylsäure,
Acrylsäureestern, Acrylnitril, Vinylacetat und/oder Styrol einer mittleren Teilchengröße
von kleiner als 0,2 µm von geringer bis mittlerer Filmhärte und einer Mindestfilmbildungstemperatur
von unter 30°C und üblichen wäßrigen, anionischen Lösungen von Copolymerisaten auf
Basis von Maleinsäureanhydrid bzw. Maleinsäure mit Styrol, Acrylsäure und/oder Acrylsäureestern
im Verhältnis 100 bis 10 : 1, auf die Wirksubstanz berechnet, mit einem pH-Wert zwischen
7,5 und 10 in einer Leimpresse in der Trockenpartie der Papiermaschine aufträgt. Vorzugsweise
liegt der pH-Wert zwischen 8 und 9.
[0017] Dem Faserstoff der Papierbahn können weitere chemische Hilfsmittel wie Naß- und Trockenfestmittel,
Fällungsmittel (Fixiermittel), Kunstharzdispersionen, Tenside, Farbstoffe und Füllstoffe
zugesetzt werden, die die Eigenschaften des Rohpapieres variieren.
[0018] Unter den Füllstoffen sollen verstanden werden Weißpigmente z. B. TiO
2, Kreide, Kaolin.
[0019] Besonders günstig im erfindungsgemäßen Sinne hat sich formaldehydfreies Naßfestmittel
in einer Menge von 1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf den atro Faserstoff erwiesen, in Form
von beispielsweise Polyamidamin-Epichlorhydrin-Harz sowie ein Zusatz einer Kunstharzdispersion
z B. auf der Basis von Acrylsäureester oder Styrol-Butadien in einer Menge von 1 bis
20 %, bezogen auf atro Faserstoff, und ein geringer Zusatz von Tensiden zur besseren
Benetzbarkeit des Papieres in einer Menge von < 0,5 % bezogen auf atro Faserstoff.
[0020] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es auch möglich, andere Kunststoffe, z.
B. Styrol-Butadien-Mischpolymerisate, Polyurethan- oder Polyolefindispersionen sowie
Tränkharzlösungen auf der Basis von Harnstoff- oder Melamin-Formaldehyd-Harzen in
Anteilen der Imprägniersubstanz zuzusetzen.
[0021] Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Mischung mit einem Anteil Tränkharzlösung
kann der spröde Charakter des imprägnierten Papieres vermindert werden.
[0022] Diesen Imprägniersubstanzmischungen können auch weitere Hilfsmittel wie Benetzungsmittel,
Viskositätsregler, Antihaft- und Penetrationshilfsmittel, Pigmente, Farbstoffe und
Entschäumer zugesetzt werden.
[0023] Als Benetzungs- und Penetrationsmittel werden Stoffe eingesetzt,die die Grenzflächenspannung
zwischen flüssiger Phase und fester Phase verändern, z. B. Tenside und Emulgatoren.
[0024] Erfindungsgemäß kann durch eine Kombination von wäßrigen, anionischen Lösungen von
Copolymerisaten auf Basis von Maleinsäureanhydrid bzw. Maleinsäure mit Styrol, Acrylsäure
und Acrylsäureestern und diesen die Grenzflächenspannung verändernden Substanzen die
Penetration der Imprägnierflüssigkeit vorteilhaft beeinflußt werden.
[0025] Eine möglichst vollständige Durchtränkung und Imprägnierung des Rohpapieres ist erfindungsgemäß
deshalb nur dann gegeben, wenn neben der Auswahl einer geeigneten Auftrags- bzw. Imprägniervorrichtung
die Eigenschaften des Papieres wie z. B. Mahlungszustand und Mahlgrad, Absorptionsfähigkeit
der Faserstoffe, Porosität und Oberflächenrauheit auf die Eigenschaften der Imprägnierungsbzw.
der Beschichtungsmischung, d. h. deren Oberflächenspannung, Viskosität, Ladungszustand
und Feststoffgehalt, abgestimmt sind.
[0026] Erfindungsgemäß wird diese Imprägniersubstanz in Form eines Gemisches aus wäßrigen,
anionischen Copolymerdispersionen auf der Basis von Acrylsäure, Acrylsäureestern,
Acrylnitril, Vinylacetat und/oder Styrol und wäßrigen, anionischen Lösungen von Copolymerisaten
auf Basis von Maleinsäureanhydrid bzw. Maleinsäure mit Styrol, Acrylsäure und Acrylsäureestern
mit einem Feststoffgehalt von 5 bis 60 % eingesetzt, wobei die Viskosität zwischen
10 und 60 s (nach DIN-Becher, 4 mm) liegt.
[0027] Der Auftrag dieser Imprägnierungs- und Beschichtungsmischung auf das Faservlies erfolgt
innerhalb der Papiermaschine in einer Walzenauftragsvorrichtung (Leimpresse). Dabei
wird erfindungsgemäß das Faservlies mit einem Trockengehalt von 98 bis 92 % durch
eine Leimpresse zugeführt und so die beiderseitige Tränkung vorgenommen.
[0028] Erfindungsgemäß kann nach dieser ersten Prozeßstufe der Imprägnierung eine weitere
einseitige oder beidseitige Oberflächenabdeckung, d. h. Beschichtung, des Faservlieses
innerhalb der Papiermaschine mit der gleichen oder einer ähnlich aufgebauten Copolymermischung
vorgenommen werden, wobei zwischen den beiden einzelnen Prozeßstufen eine Zwischentrocknung
stattfinden sollte.
[0029] Durch eine nachträglich aufgebrachte Beschichtung auf einer Seite der getrockneten
Bahn wird eine dichtere Oberfläche erreicht, die eine bessere Bedruck- oder Lackierbarkeit
oder Kaschierbarkeit erreicht. Wenn nur eine weitere einseitige Oberflächenbeschichtung
erfolgt, kann diese vermittels einer Rakelauftragsvorrichtung vorgenommen werden.
Ein einseitiges Rollen der beschichteten Papierbahn kann durch einen zusätzlichen
Auftrag auf der Rückseite vermieden werden.
[0030] Ein solcher Auftrag kann beispielsweise eine stark wäßrige Lösung von Stärke oder
CMC sein. Eine zusätzliche Glättung der imprägnierten und einseitig beschichteten
Bahn z. B. mit bekannten Maschinenglättwerkseinrichtungen oder in einem separaten
Arbeitsgang in einem Kalander erhöht noch die gewünschte Bedruck- und Lackierbarkeit
der beschichteten Seite.
[0031] Diese auf solche Art und Weise hergestellte faserhaltige Folie unterschiedlicher
Dicke und unterschiedlicher Rohdichte, je nach angewandtem Druck bei der Vliesherstellung
und Glättung der getränkten und beschichteten Bahn, eignet sich vorzüglich im festen
Verbund mit einer relativ starren und steifen Unterlage, z. B. Holzspanplatte, als
dekorative und schützende Umhüllung von Möbelteilen wie z. B. Fernseh- und Radiogehäuse
oder Hi-Fi-Türme (Gehäuseummantelung). Durch Anwendung dieser wirtschaftlich günstig
herstellbaren faserhaltigen Folie werden die eingangs erwähnten Nachteile bei Verwendung
von PVC- oder anderer Kunststofffolie vermieden.
[0032] Die erfindungsgemäß hergestellte faserhaltige Folie von hoher Flexibilität, Dimensionsstabilität
bei Temperaturveränderung und mit guten Sperreigenschaften gegen Wasser und Lösungsmittel
ist ebenfalls für andere Zwecke vorzüglich geeignet wie z. B. als Basismaterial von
hochwertigen Schleifpapieren für den Naßschliff, Druck- und Werbeträger, dekoratives
Wandmaterial (z. B. schwer entflammbare pigmentierte oder unpigmentierte dimensionsstabile
Tapete), Klebebänder, Trägerpapier z. B. für Fußbodenbeläge.
[0033] Die Erfindung wird nun anhand von Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1
[0034] Erfindungsgemäß wurde ein Rohpapier folgender Zusammensetzung und Beschaffenheit
als zweilagiges Papier auf einer Duplex-Papiermaschine hergestellt:
80 % Kiefernholzsulfat-Zellstoff
20 % Eukalyptus-Zellstoff
Mahlgrad 30° SR (Schopper-Riegler)
Zusätze, handelsüblich (auf atro Zellstoff berechnet):
1 % Talkum
3 % formaldehydfreies Naßfestmittel
0,3 % Netz- und Dispergiermittel
[0035] Dieses Rohpapier mit einer Flächenmasse von 90 g/m
2 wurde mit der erfindungsgemäßen Kunstharz-Mischung von Dispersion und Lösung im Verhältnis
20 : 1 in einer Leimpresse beidseitig imprägniert. Der mit dieser erfindungsgemäßen
Kunstharz-Mischung überraschend starke Imprägniereffekt, sonders charakterisiert anhand
der Schichtfestigkeit und Steifigkeit unter Berücksichtigung der sich dabei einstellenden
Wasserabsorption, beruht wohl auf einem synergistischen Effekt der verwendeten Dispersion
und Lösung, die, allein eingesetzt, bei weitem nicht die gleichen angestrebten guten
Papiereigenschaften erreichen lassen.
[0036] Nachfolgende Beispiele belegen das. Die Leimflotten mußten z. T. mit Wasser auf die
optimale Viskosität ( < 60 s nach DIN-Becher, 4 mm) eingestellt werden.
Leimpressen-Rezepturen:
[0037]
1 - Kunstharz-Dispersion
allein (wäßrige anionische Copolymerdispersion auf Basis von Acrylsäureester, Acrylnitril
und Styrol), Feststoffgehalt 50 %, mittlere Teilchengröße ca. 0,1 µm, mittlere Filmhärte,
Mindest-Filmbildungstemperatur < 1° C.
2 - Kunststoff-Dispersion, mit Wasser verdünnt, Feststoffgehalt 25 %
3 - Kunststoff-Lösung allein, mit Wasser verdünnt (anionische wäßrige Lösung eines
carboxylgruppenhaltigen Copolymers auf Basis von Maleinsäureanhydrid), Feststoffgehalt
ca. 12 %
4 - Kunststoff-Lösung mit formaldehydfreiem Naßfestmittel, mit Wasser verdünnt, Feststoffgehalt
ca. 10%
5 - erfindungsgemäße Kunststoffmischung, bestehend aus Dispersion (gemäß Beispiel
1) und Lösung (gemäß Beispiel 3) im Verhältnis 20 : 1, mit Zusätzen von
- formaldehydfreiem Naßfestmittel und
- Entschäumer,
verdünnt mit Wasser auf einen Feststoffgehalt von ca. 25%.
| Papiereigenschaften |
Rohpapier |
Rohpapier mit Leimpressen-Rezeptur (Flottenaufnahme ca. 15 g/m2) |
| |
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
| Schichtfestigkeit längs/quer, g/cm |
550/75 |
660/88 |
1050/140 |
525/70 |
560/75 |
1125/155 |
| Steifigkeit, längs (Kodak-Pathé), mNxm |
> 3,50 |
3,32 |
2,83 |
2,56 |
2,89 |
2,30 |
| Wasserabsorption g/m2 |
> 200 |
23 |
28 |
27 |
26 |
25 |
[0038] Eine reine Kunstharz-Dispersion (Rezeptur 1) reduziert zwar aufgrund ihrer guten
filmbildenden Eigenschaften die Wasserabsorption am stärksten, die Penetration in
das Rohpapier ist jedoch unzureichend. Das belegen die nur geringfügig verbesserten
Werte bezüglich Schichtfestigkeit und Steifigkeit
[0039] Durch eine Verdünnung dieser Dispersion mit Wasser (Rezeptur 2) erfolgt eine stärkere
Penetration in das Rohpapier bei gleichzeitig erhöhter Wasserabsorption und noch ungenügender
Elastizität des imprägnierten Papiers.
[0040] Die ungenügende Imprägnierung machte sich außerdem in einer unzureichenden Ribbelfestigkeit
der Papieroberfläche bemerkbar. Die Imprägnierung des Rohpapiers mit der wasserverdünnten
Kunstharz-Lösung (Rezeptur 3) führt zwar zu einer verbesserten Elastizität, jedoch
auf Kosten einer stark verschlechterten Schichtfestigkeit.
[0041] Auch der Zusatz von Naßfestmittel (Rezeptur 4) bewirkt keine wesentliche Eingenschaftsveränderung
des imprägnierten Papiers.
[0042] Erst durch die erfindungsgemäße Kunstharz-Mischung von Dispersion und Lösung (Rezeptur
5) wird der gewünschte hohe Imprägniereffekt der Leimflotte und damit alle angestrebten
guten Papiereigenschaften erreicht, charakterisiert durch eine um ca. 10 % höhere
Schichtfesfigkeit als bei Rezeptur 2, relativ niedrige Wasserabsorption und höchste
Elastizität (ca. 10 % niedrigere Steifigkeit als bei Rezeptur 3).
[0043] Dieser anhand der Wirkung der Einzelkomponenten (Dispersion, Lösung, Naßfestmittel)
nicht zu erwartende überproportional hohe Imprägniereffekt ist auf den Synergismus
von Dispersion und Lösung zurückzuführen.
Beispiel 2
[0044] In einer weiteren Versuchsreihe wurde die mittelharte Kunstharzdispersion (5) durch
eine harte Dispersion mit einer Teilchengröße von ca. 0,15 µm, Mindest-Filmbildungstemperatur
ca. 25° C, ausgetauscht. Bei dieser Dispersion handelte es sich um eine wäßrige Copolymerdispersion
auf Basis von Acrylsäureester und Styrol.
[0045] Folgende Eigenschaften des damit imprägnierten Rohpapiers wurden erhalten (die mit
der Rezeptur 5 aus der vorhergehenden 1. Versuchsreihe erreichten Ergebnisse wurden
zum besseren Verständnis nochmals aufgeführt):
| Papiereigenschaften |
Rohpapier |
Rohpapier mit Leimpressen-Rezeptur (Flottenaufnahme ca. 15 g/m2) |
| |
|
5 |
6 |
7 |
| Schichtfestigkeit, längs/quer, g/cm |
550/75 |
1125/150 |
860/115 |
1110/148 |
| Steifigkeit, längs (Kodak-Pathé), mNxm |
> 3,50 |
2,30 |
3,10 |
2,76 |
| Wasserabsorption, g/m2 |
> 200 |
25 |
28 |
23 |
6 - Kunstharz-Dispersion, mit Wasser verdünnt, mit Zusatz von formaldehydfreiem Naßfestmittel,
Feststoffgehalt ca. 25 %
7 - erfindungsgemäße Kunstharzmischung, bestehend aus Dispersion und der Lösung gemäß
Beispiel 3 im Verhältnis 20 : 1, mit Zusätzen von
- formaldehydfreiem Naßfestmittel und
- Entschäumer,
verdünnt mit Wasser auf einen Feststoffgehalt von ca. 25%.
[0046] Mit einer reinen Kunstharz-Dispersion gemäß Rezeptur 6 ist, wie auch bereits bei
den Rezepturen 1 und 2 belegt, nicht der angestrebte hohe Imprägniereffekt zu erreichen.
Erst die erfindungsgemäße Kombination von Dispersion und Lösung führt wiederum zu
den gewünschten Papiereigenschaften, wobei aufgrund der hohen Filmhärte der gewählten
Dispersion die Elastizität des imprägnierten Papieres schlechter als bei Verwendung
der Rezeptur 5 ausfällt.
[0047] Durch eine nachfolgende Satinage dieser erfindungsgemäß imprägnierten Papiere wird
die Steifigkeit um ca. 10 bis 20 %, die Wasserabsorption um ca. 15 bis 20 % erniedrigt,
während die Schichtfestigkeit nahezu konstant bleibt.
Beispiel 3
[0048] In der nächsten Versuchsreihe wurde die erfindungsgemäße Kunstharz-Mischung von Dispersion
und Lösung in Kombination mit einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz im Verhältnis 2 : 1
zur Imprägnierung des Rohpapiers nach Beispiel 1 verwendet.
8 - Kunstharz-Dispersion allein gemäß Rezeptur 6 in Kombination mit Harnstoff-Fomaldehyd-Harz
im Verhältnis 2 :1
9 - erfindungsgemäße Kunstharzmischung, bestehend aus Dispersion und Lösung gemäß
Rezeptur 7 (im Verhältnis 20 : 1) in Kombination mit Harnstoffharz im Verhältnis 2
: 1
10 - Kunstharz-Dispersion allein (wäßrige anionische Copolymerdispersion auf Basis
von Acrylaten) Feststoffgehalt 50 %, mittlere Teilchengröße ca. 0,15 µm, mittlere
Filmhärte, Mindest-Filmbildungstemperatur 12° C in Kombination mit Harnstoff-Formaldehyd-Harz
im Verhältnis 2:1
11 - erfindungsgemäße Kunstharzmischung, bestehend aus Dispersion (gemäß Rezeptur
10) und Lösung (gemäß Rezeptur 3) im Verhältnis 20 : 1 in Kombination mit Harnstoffharz
im Verhältnis 2:1
[0049] Die erhaltenen Eigenschaften des imprägnierten Papiers sind in der folgenden Tabelle
zusammengefaßt:
| Papiereigenschaften |
Rohpapier |
Rohpapier mit Leimpressen-Rezeptur (Feststoffgeh. 34 %) |
| |
|
8 |
9 |
10 |
11 |
| Flottenaufnahme g/m2 |
- |
17 |
18 |
26 |
28 |
| Porosität, cm3/min |
160 |
114 |
76 |
140 |
94 |
| Wasserabsorption g/m2 |
> 200 |
26 |
20 |
87 |
27 |
| Schichtfestigkeit, quer, g/cm |
64 |
126 |
146 |
133 |
144 |
[0050] Auch Kombinationen von Kunstharz-Dispersionen und Tränkharzen, wie z. B. Harnstoff-Formaldehyd-Harz,
wie sie zur Imprägnierung von Dekorrohpapieren in separaten Imprägnieranlagen üblich
sind, führen zur Verbesserung der Eigenschaften des Rohpapiers. Der Typ der verwendeten
Kunstharz-Dispersionen bestimmt dabei wesentlich Flottenaufnahme, Porosität, Wasserabsorption
und Schichtfestigkeit des Papiers (s. Rezepturen 8 und 10).
[0051] Aber erst durch die erfindungsgemäße Kunstharz-Mischung von Dispersion und Lösung
werden auch bei diesen speziellen Tränkharz-Kunstharz-Kombinationen der gewünschte
hohe Imprägniereffekt und damit die angestrebten Eigenschaften des imprägnierten Papiers
erreicht (s. Rezepturen 9 und 11). Dazu zählt die z. B. beträchtliche Reduzierung
von Porosität und Wasserabsorption sowie die Erhöhung der Schichtfestigkeit. Aufgrund
des relativ hohen Tränkharz-Anteils liegt jedoch das Niveau der Schichtfestigkeit
etwas niedriger als bei den Rezepturen 1 und 2.
1. Verfahren zur Herstellung von mit Kunstharzen imprägnierten Papierbahnen aus einem
Zellstoffasergemisch hoher Saugfähigkeit und Festigkeit aus Eukalyptus-Zellstoff und
Kiefernholzsulfat-Zellstoff im Verhältnis 50 : 50 bis 10 : 90, vorzugsweise 30 : 70
bis 15 : 85, das auf einen Mahlgrad von maximal 35° SR gemahlen oder einer schneidenden
Mahlung bis zu einem Mahlgrad von 15 bis 25° SR unterworfen wird, gegebenenfalls in
Kombination mit synthetischen Faserstoffen gebildet wird, wobei man auf die erhaltene
Papierbahn eine Imprägnierflüssigkeit aus einem Gemisch wäßriger, anionischer Copolymerdispersionen
auf der Basis von Acrylsäure, Acrylsäureestern, Acrylnitril, Vinylacetat und/oder
Styrol einer mittleren Teilchengröße von kleiner als 0,2 µm von geringer bis mittlerer
Filmhärte und einer Mindestfilmbildungstemperatur von unter 30°C und üblichen wäßrigen,
anionischen Lösungen von Copolymerisaten auf Basis von Maleinsäureanhydrid bzw. Maleinsäure
mit Styrol, Acrylsäure und oder Acrylsäureestern im Verhältnis 100 bis 10 : 1, auf
die Wirksubstanz Gerechnet, mit einem pH-Wert zwischen 7,5 und 10 in einer Leimpresse
in der Trockenpartie der Papiermaschine aufträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert vorzugsweise auf
einen Bereich zwischen 8 und 9 eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Faserstoff der Papierbahn
weitere chemische Hilfsmittel wie pH-Regulierer, Naß- und Trockenfestmittel, Kunstharzdispersionen,
Fällungsmittel (Fixiermittel), Tenside, Farbstoffe, Füllstoffe und dergleichen zugesetzt
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das Verhältnis wäßriger,
anionischer Copolymerdispersionen geringer bis mittlerer Filmhärte und einer Mindest-Filmbildungstemperatur
unter 30° zu den anionischen Lösungen von Copolymerisaten auf 25 bis 15 : 1 einstellt
und weitere Zusätze, wie Härtungs-, Viskositätsregulierungs-, Antihaft- und Penetrationshilfsmittel
sowie Pigmente und Farbstoffe verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich die Mischung
aus Dispersion und Lösung einen Anteil eines Tensides enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil eines Tensides,
bezogen auf die Mischung aus Dispersion und Lösung, 0,05 bis 1,5 % beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtränkung des
Faservlieses der Papierbahn innerhalb der Papiermaschine in einer ersten Prozeßstufe
beidseitig mittels Walzenauftrag und eine Beschichtung in einer zweiten Prozeßstufe
einseitig mittels Rakelauftrag erfolgt, der sich eine Oberflächenglättung der Papierbahn
anschließt.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Papierbahn nach erfolgter
Trocknung und Oberflächenglättung einer weiteren Oberflächenvergütung einer Seite,
wie Beschichtung, Bedruckung und/oder Lackierung unterworfen wird.
9. Verwendung einer getrockneten Papierbahn, hergestellt nach Anspruch 1 bis 8, zur Umhüllung
von Möbelteilen (Gehäuseummantelung) durch Aufkleben derselben auf eine steife Unterlage
und Weiterverarbeitung eines solchermaßen erhaltenen Verbundstoffes durch Anbringung
von Gehrungsschnitten und Faltung im Bereich der Gehrungsschnitte zu dreidimensionalen
Möbelteilen (Faltkorpus).
1. Process for the production of paper webs impregnated with synthetic resins formed
from a pulp fibre mixture of high absorbency and strength of eucalyptus pulp and pine
sulphate pulp in a ratio of from 50:50 to 10:90, preferably from 30:70 to 15:85 which
is beaten to a freeness of a maximum of 35° SR or optionally is subjected to cutting
beating to a freeness of from 15 to 25° SR, optionally in combination with synthetic
fibre materials, wherein on the obtained paper web an impregnating liquid consisting
of a mixture of aqueous anionic copolymer dispersions on the basis of acrylic acid,
acrylic acid esters, acrylonitrile, vinylacetate and/or styrene having an average
particle size of less than 0,2 µm and having low to moderate film hardness and a minimum
film formation temperature of less than 30°C and customary aqueous anionic solutions
of copolymers based on maleic acid anhydride or maleic acid or maleic acid with styrene,
acrylic acid and/or Acryl acid esters in a ratio of from 100 to 10:1 calculated on
the active substance having a pH value of between 7.5 and 10 is applied using a size
press in the drying end of the paper-making machine.
2. Process according to claim 1, characterized in that the pH value is preferably set
to a range between 8 and 9.
3. Process according to claims 1 and 2, characterized in that further chemical auxiliaries,
such as pH regulators, wet and dry strength agents, synthetic resin dispersions, precipitating
agents (fixing agents), surfactants, dyes, fillers and the like are added to the fibre
material of the paper web.
4. Process according to claims 1 to 3, characterized in that the ratio of aqueous anionic
copolymer dispersions of low to moderate film hardness and a minimum film formation
temperature of less than 30° to anionic solutions of copolymers is set to 25 to 15:1
and further additives, such as hardeness, viscosity regulators, anti-adhesion and
penetration auxiliaries and pigments and dyes are used.
5. Process according to claims 1 to 4, characterized in that in addition the mixture
of dispersion and solution contains a proportion of a surfactant.
6. Process according to claims 1 to 5, characterized in that the proportion of a surfactant,
based on the mixture of dispersion and solution, is from 0.05 to 1.5%.
7. Process according to claims 1 to 6, characterized in that in a first process step
the impregnation of the fibre mat of the paper web is effected on both sides by means
of roller application inside the paper-making machine and in a second process step
coating is effected on one side by means of blade application, which is followd by
surface smoothing of the paper web.
8. Process according to claims 1 to 7, characterized in that after drying and surface
smoothing are complete, the paper web is subjected to further surface finishing on
one side, such as coating, printing and/or varnishing.
9. The use of a dried paper web, produced according to claims 1 to 8, for encasing pieces
of furniture (housing covering) by the glueing thereof to a rigid substrate and the
further processing of a composite material so obtained by making mitre cuts and folding
in the region of the mitre cuts to form three-dimensional pieces of furniture (folded
carcass).
1. Procédé pour la préparation de feuilles continues de papier, imprégnées de résines
synthétiques, à partir d'un mélange de fibres cellulosiques présentant un pouvoir
absorbant et une résistance élevés, formé à partir de cellulose d'Eucaliptus et de
cellulose de bois de pin au sulfate, selon un rapport de 50:50 à 10:90, de préférence
de 30:10 à 15:85, le mélange étant trituré jusqu'à un indice d'égouttage maximum de
35 °SR ou soumis à un triturage avec découpage jusqu'à un indice de 15 à 25 ° SR,
éventuellement en combinaison avec des matières fibreuses synthétiques, dans lequel
sur la feuille de papier continue on applique un liquide d'imprégnation constitué
d'un mélange de dispersions aqueuses de copolymères anioniques à base d'acide acrylique,
d'acrylonitrile, d'acétate de vinyle et/ou de styrène présentant une granulométrie
moyenne inférieure à 0,2 µm, une dureté faible à moyenne à l'état de film et une température
minimale pour la formation d'un film inférieure à 30°C, en combinaison avec d'autres
solutions anioniques usuelles de copolymères à base d'anhydride maléique ou d'acide
maléique avec du styrène, de l'acide acrylique et/ou des esters d'acide acrylique
selon un rapport de 100 jusqu'à 10:1, compté sur la substance active, avec une valeur
de pH entre 7,5 et 10, dans une presse encolleuse dans la sécherie de la machine à
papier.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le pH est ajusté de préférence
sur un intervalle compris entre 8 et 9.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2 caractérisé en ce que l'on ajoute à la matière
fibreuse de la feuille continue d'autres adjuvants chimiques, comme des agents régulateurs
de pH, des agents assurant la résistance à l'état humide et à, l'état sec, des dispersions
de résines synthétiques, des précipitants (fixatifs), des tensioactifs, des colorants,
des matières de charge et assimilé.
4. Procédé selon les revendication 1 à 3 caractérisé en qu'on applique un rapport de
dispersions aqueuses de copolymères anioniques de dureté faible à moyenne à l'état
de film avec une température minimale pour la formation d'un film inférieure à 30°,
aux solutions anioniques de copolymère, égal de 25 à 15, et on ce qu'on utilise des
additifs additionnels comme des agents de durcissement, de régulation, de viscosité,
antiadhésion ou d'adjuvants à la pénétration ainsi que des pigments ou colorants.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le mélange de la dispersion
et de la solution contient en outre un certain pourcentage d'un tensioactif.
6. Procédé selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le pourcentage de tensioactif
rapporté au mélange de la dispersion et de la solution est de 0,05 à 1,5 %
7. Procédé selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'imprégnation de la
nappe de fibres de la feuille continue s'effectue des deux côtés par application au
rouleau au cours d'une première étape dans la machine à papier, un couchage s'effectuant
dans une deuxième étape, d'un seul côté, par une application à la racle, qui est suivie
d'un lissage superficiel de la feuille continue.
8. Procédé selon le revendications 1 à 7 caractérisé en ce que la feuille continue, quand
sont terminés le séchage et le lissage superficiel, est soumise à un traitement superficiel
supplémentaire sur un côté, par exemple un couchage, une impression et/ou un laquage.
9. Utilisation d'une feuille continue de papier séchée, fabriquée selon les revendications
1 à 8, pour gainer des parties de meubles (enrobage de boîtier), par collage de la
feuille sur un support rigide, puis traitement ultérieur d'un matériau composite ainsi
obtenu, par application de coupes biaises et d'un pliage dans la zone des coupes biaises
pour obtenir des éléments de meuble tridimensionels (éléments pliants).