[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum einstufigen Spinnstrecken von zwei oder
mehr Polyesterfäden mit einer intrinsischen Viskosität (IV) von 0,58 bis 0,95, wobei
die Polyesterfäden zwischen einer Uefergalette mit wenigstens einer Separierrolle
mit einer Fadengeschwindigkeit von 700 - 3000 m/min und einer Streckabzugsgalette
mit Separierrolle mit einer Endgeschwindigkeit von 3000 bis 6000 m/min über einen
Streckstift abgezogen und dabei verstreckt und anschliessend aufgespult werden, sowie
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Verfahren zum einstufigen Spinnstrecken von Polyesterfäden sind bekannt (DE-PS 21
18 316). Bei diesen Verfahren wird der aus einer Spinndüse kommende Faden ohne Zwischenspulung
und Lagerung vollständig verstreckt.
[0003] Diese Verfahren werden für Fäden in technischen Einsatzgebieten angewandt. Dabei
ist eine gleichmässige Färbbarkeit unwichtig. Für textile Einsatzgebiete ist diese
jedoch ungenügend.
[0004] Aus der DE-A-23 00 701 ist ein Verfahren bekannt, bei welchem ein beheizter Streckstift
oder sogar eine Dampfdüse als Streckpunktlokalisierer verwendet werden. Ein Heizen
des Streckstiftes hat aber den Nachteil, dass eine Temperaturregelung erforderlich
ist.
[0005] Aus den US 2,289,232 ist die Verwendung eines geheizten Streckstiftes zwischen einer
Liefergalette und einer Streckabzugsgalette zum Spinnstrecken von Polyamidgarn bekannt.
Dabei wird das Garn um 360
° oder ein mehrfaches davon helixförmig um den fest angeordneten Streckstift gewunden.
[0006] Bei zwei oder mehr Fäden ist aber ein ein- oder mehrfaches Umwinden schwierig durchführbar.
Ausserdem muss ein steiler Helixwinkel gewählt werden, was die Laufruhe stark beeinträchtigt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum einstufigen und mehrendigen Spinnstrecken
zu schaffen, welches die Fixierung des Streckpunktes auf einem Streckstift bei hinreichend
hohem Streckverhältnis ermöglicht.
[0008] Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Polyesterfäden
mit einem Umschlingungswinkel a von mehr als 90
° und weniger als 360
° um einen unbeheizten Streckstift geführt werden. Es hat sich in überraschender Weise
gezeigt, dass trotz hoher Geschwindigkeit (3000 - 6000 m/min) und damit verminderten
Verweilzeiten mit Umschlingungswinkeln von mehr als 90
° und weniger als 360
° der Streckpunkt am Streckstift fixiert werden kann. Bei einer Abzugsgeschwindigkeit
von 700 - 3000 m/min und einem Streckverhältnis von 1,7 - 4 sowie einem Umschlingungswinkel
vonmehr als 90
° und weniger als 360
°, insbesondere von 140 bis 290
°, vorzugsweise von 180
°, erfolgt die Fixierung des Streckpunktes auf dem Streckstift, auch wenn der Faden
vor dem Streckstift die Glastemperatur noch nicht erreicht hat.
[0009] Es ist zweckmässig, wenn die Liefergalette eine Oberflächentemperatur von 40 bis
100
° C, insbesondere 50 - 80
° C aufweist.
[0010] Es ist zweckmässig, auf der Oberfläche der Streckabzugsgalette, eine Temperatur von
110 bis 240
° C, insbesondere bei 130 bis 190° C, vorzugsweise 150 180° C vorzusehen.
[0011] Der Umschlingungswinkel a um den Streckstift kann auch mittels wenigstens einer Umlenkrolle
eingestellt werden. Es hat sich gezeigt, dass bei dünnen Streckstiften die erforderliche
Zeit zur Einstellung eines Temperaturgleichgewichtes relativ kurz ist. So ist das
Temperaturgleichgewicht bei einem Streckstift von 8 mm mit einem Polyesterfaden eines
Titers von dtex 167 f 30 innerhalb von 30 s erreicht. Diese Zeit ist in der Regel
kürzer als die erforderliche Zeit für das restliche Einziehen.
[0012] Es ist zweckmässig, den Streckstift zwischen der Liefergalette und der Streckabzugsgalette
anzuordnen. Dabei hat es sich besonders vorteilhaft erwiesen, den Durchmesser des
Streckstiftes von 4 bis 20, insbesondere 5 bis 10 mm zu wählen. Es hat sich weiter
gezeigt, dass der Streckstift in einer senkrecht oder nahezu senkrecht zur Fadenlaufrichtung
vorgesehenen Anordnung mehrere Fäden getrennt fixieren kann. Das hat den Vorteil,
dass das Einziehen des Fadens auf einfache Weise erfolgen kann. Es ist zweckmässig
eine Umlenkrolle mit dem Streckstift zu kombinieren. Es ist von Vorteil die Umlenkrolle
vor dem Streckstift anzuordnen. Vor dem Streckstift herrscht eine niedrigerere Fadengeschwindigkeit
und Fadenspannung und damit eine geringere Beanspruchung der Lagerung der Umlenkrolle
und somit eine längere Lebensdauer.
[0013] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung erläutert werden. Es zeigen:
Fig. I eine schematische Anordnung des Fadenverlaufes
Fig. 2 eine perspektivische Skizze der Anordnung des Streckstiftes
Fig. 3 eine Variante der Anordnung von Fig. 2 mit einer Umlenkrolle
[0014] Nach Fig. I werden aus einer Polyesterschmelze über ein Spinnpaket I in bekannter
Weise Filamente 2, 2' zu zwei oder mehr Polyesterfäden 3 zusammengefasst und über
eine Einrichtung 4, welche eine Spinnpräparation 5 aufbringt, geführt. Der unverstreckte
Polyesterfaden 3 wird nun über eine Liefergalette 6 und eine Separierrolle 7 einem
Streckstift 8 zugeführt, welchem eine Umlenkrolle 9 zugeordnet sein kann. Vom Streckstift,
welcher mehr als 90
° und weniger als 360
° umschlungen ist, wird ein nun verstreckter Polyesterfaden 3' über eine Streckabzugsgalette
10 und eine Separierrolle II geführt. Der verstreckte Polyesterfaden wird schliesslich
mit einer Geschwindigkeit von 3000 - 6000 m/min auf einer Wickelrolle 12 aufgewickelt.
[0015] In Fig. 2 wird die Anordnung des Streckstiftes 8 für einen Umschlingungswinkel a
von weniger als 1800 gezeigt. Der Polyesterfaden 3 führt über die Liefergalette 6,
die Separierolle 7, den Streckstift 8 und wird als verstreckter Polyesterfaden 3'
abgezogen.
[0016] In Fig. 3 ist die Anordnung des Streckstiftes 8 mit der Umlenkrolle 9 und einem Umschlingungswinkel
a des Fadens von 180° oder mehr dargestellt.
[0017] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren und der Anordnung unter Verwendung eines unbeheizten
senkrecht oder -nahezu -senkrecht angeordneten Streckstiftes wird eine erhebliche
apparative und instrumentelle Einsparung des Spinnstreckverfahrens und damit eine
wirtschaftlichere Arbeitsweise bei hohen Spinngeschwindigkeiten erzielt.
Beispiele und Vergleichsbeisoiele Nr. I bis 7
[0018] Polyethylenterephthalat mit einer intrinsischen Viskosität von 0,67 wurde bei 300
°C aus einem Vierfachspinndüsenpaket zu vier Fäden des Endtiters 167 f 30 dtex extrudiert.
Die vier Fäden wurden gemeinsam mittels einer Querluftanblasung gekühlt, mit einer
wässrigen Präparation versehen, parallel mit je 6 Umwindungen um die Liefergalette
und um die Abzugsgalette eines Streckwerks gemäss Abb. I gekühlt und danach aufgewickelt.
Die Temperatur der Liefergalette beträgt 80
°C, die der Abzugsgalette 160
°C. Die jeweiligen Streckstiftumschlingungswinkel, die Umfangsgeschwindigkeiten sowie
die erzielten Fadeneigenschaften sind in der Tabelle angegeben worden. Gegenüber den
Vergleichsbeispielen I, 3 und 6 zeigen die erfindungsgemässen Beispiele 2, 4, 5 und
7 bessere Festigkeiten, höhere Dehnungen und kleinere Titerunregelmässigkeiten und
auch eine sehr viel bessere Anfärbeegalität.
Beispiel 8
[0019] Auf der gleichen Spinnstreckanlage wurde ein Polyethylenterephthalat mit der instrinsischen
Viskosität 0,92 eingesetzt und zu vier Fäden des Titers 140 f 30 extrudiert. Gegenüber
den vorausgegangenen Beispielen waren folgende Aenderungen getroffen worden:
- Zwischen Düsenplatte und Querluftanblasung wurde jeder Faden durch ein 20 cm langes
auf 300°C geheiztes Rohr geleitet.
- Die Geschwindigkeit der Liefergalette betrug 2900 m/min, die der Abzugsgalette 5800
m/min.
- Die Temperatur der Abzugsgalette betrug 230°C.
- Der Streckstift wurde mit 90°C umschlungen.
- Alle anderen Spinn- und Streckbedingungen entsprachen denjenigen der vorausgegangenen
Beispiele. Die erhaltenen Fäden hatten folgende Eigenschaften:
- Festigkeit 56 cN/tex
- Dehnung 14,7 %
- Thermoschrumpf 190°C 5,5 %
[0020] Das Fadenmaterial eignete sich vorzüglich für technische Einsatzgebiete wie auch
als Nähgarn.
[0021] Unter gleichen Bedingungen ohne die Umschlingung des Streck stiftes verschlechterte
sich die Gamsauberkeit erheblich (hohe Flusenzahl).

[0022] Das erfindungsgemässe Verfahren kann auch mit den gleichen Vorteilen bei anderen
faserbildenden Polymeren wie Polyamiden, Polypropylen oder Polyethylen angewendet
werden.
1. Verfahren zum einstufigen Spinnstrecken von zwei oder mehr Polyesterfäden (3) mit
einer intrinsischen Viskosität (IV) von 0,58 bis 0,95, wobei die Polyesterfäden (3)
zwischen einer Liefergalette (6) mit wenigstens einer Separierrolle (7) mit einer
Fadengeschwindigkeit von 700-3000 m/min und einer Streckabzugsgalette (10) mit Separierrolle
(11) mit einer Endgeschwindigkeit von 3000 bis 6000 m/min über einen Streckstift (8)
abgezogen und dabei verstreckt und anschließend aufgespult werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polyesterfäden (3) zu ihrer Verstreckung mit einem Umschlingungswinkel (a)
von mehr als 90° und weniger als 360° um einen ungeheizten Streckstift (8) geführt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Liefergalette (6) eine
Oberflächentemperatur von 50 bis 100°C aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Streckabzugsgalette
(10) eine Oberflächentemperatur von 100 bis 240°C aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlingungswinkel
(a) um den Streckstift (8) mittels wenigstens einer Umlenkrolle (9) gebildet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrolle (9) in Fadenlaufrichtung
vor dem Streckstift (8) angeordnet ist.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Temperaturgleichgewicht
des Streckstiftes (8) in weniger als 30 s erreicht wird.
7. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen I bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass zwischen der Liefergalette (6) und der Streckabzugsgalette (10)
der Streckstift (8) mit einem Durchmesser von 4 bis 20 mm vorgesehen ist.
8. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Streckstift (8) senkrecht
zur Fadenlaufrichtung angeordnet ist.
9. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Liefergalette
(6) und der Streckabzugsgalette (10) wenigstens eine Umlenkrolle (9) vorgesehen ist.
1. A process for the single-stage spin-drawing of two or more polyester filaments
(3) having an intrinsic viscosity (IV) of from 0.58 to 0.95 by passing the polyester
filaments (3) between a feed godet (6) combined with at least one separating roller
(7) at a speed of 700-3,000 m/min and a draw take-off godet (10) combined with a separating
roller (11) at a final speed of from 3,000 to 6,000 m/min over a draw pin (8) to draw
them and then winding them up, characterized in that the polyester filaments (3) are
drawn by guiding them around an unheated draw pin (8) with a wrap angle (a) of more
than 90° and less than 360°.
2. A process according to Claim 1, characterized in that the feed godet (6) has a
surface temperature of from 50 to 100°C.
3. A process according to Claim 1, characterized in that the draw take-off godet (10)
has a surface temperature of from 100 to 240°C.
4. A process according to Claim 1, characterized in that the wrap angle (a) around
the draw pin (8) is formed by means of at least one deflecting roller (9).
5. A process according to Claim 4, characterized in that the deflecting roller (9)
is arranged before the draw pin (8) in the yam transport direction.
6. A process according to Claims 1 to 5, characterized in that the temperature equilibrium
of the draw pin (8) is attained in less than 30 s.
7. An arrangement for carrying out the process according to Claims 1 to 5, characterized
in that a draw pin (8) having a diameter of from 4 to 20 mm is provided between the
feed godet (6) and the draw take-off godet (10).
8. An arrangement according to Claim 6, characterized in that the draw pin (8) is
arranged perpendicularly to the yam transport direction.
9. An arrangement according to Claim 7, characterized in that at least one deflecting
roller (9) is provided between the feed godet (6) and the draw take-off godet (10).
1. Procédé pour le filage avec étirage en une étape de deux ou plusieurs fils de polyester
(3) avec une viscosité intrinsèque (IV) de 0,58 à 0,95, où les fils de polyester (3)
sont filés et en même temps étirés entre une galette de livraison (6) avec au moins
un rouleau de séparation (7) avec une vitesse de fil allant de 700 à 3000 m/min et
une galette d'enlèvement avec étirage (10) avec un rouleau de séparation (11) avec
une vitesse finale allant de 3000 à 6000 m/min passant par une goupille d'étirage
(8) et sont par la suite embobinés, caractérisés en ce que, les fils polyester (3)
sont pour leur étirage enroulés avec un angle de contact (a) supérieur à 90° et inférieur à 360° autour d'une goupille d'étirage (8) non chauffée.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la galette de livraison
(6) a une température de surface allant de 50° à 100°C.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la galette d'enlèvement
avec étirage (10) à une température de surface allant de 100° à 240°C.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'angle de contact (a)
autour de la goupille d'étirage (8) est formé avec au moins un rouleau de déviation
(9).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le rouleau de déviation
(9) est mis dans le sens de marche du fil avant la goupille d'étirage (8).
6. Procédé selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la température d'équilibre
de la goupille d'étirage (8) soit atteinte en moins de 30 s.
7. Dispositif pour la réalisation du procédé selon les revendications 1 à 5, caractérisé
en ce qu'entre la galette de livraison (6) et la galette d'enlèvement avec étirage
(10) soit prévue une goupille d'étirage (8) avec un diamètre allant de 4 à 20 mm.
8. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la goupille d'étirage
(8) soit mise perpendiculairement au sens de marche du fil.
9. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'entre la galette de livraison
(6) et la galette d'enlèvement avec étirage (10) soit au moins prévu un rouleau de
déviation (9).