[0001] Die Erfindung betrifft eine Gasspüleinrichtung für Schmelzenbehälter, insbesondere
bei Induktionsöfen, mit einem Gasspülkegel, dessen kleinere Kopffläche der Schmelze
zugewandt ist und dessen größere Bodenfläche aufsteht.
[0002] Eine derartige Gasspüleinrichtung ist in der Zeitschrift "Gießerei 72", 1985, Nr.
6, Seiten 133 bis 138 beschrieben. Dort steht der Gasspülkegel auf einer groben Stampfmasse
auf. Soll der Gasspülkegel ausgetauscht werden, dann muß auch die Stampfmasse ersetzt
werden.
[0003] In der DE-OS 32 40 097 ist beim Gasspülstein Füllmaterial vorgesehen, das einen Schmelzpunkt
unterhalb der Temperatur der Schmelze aufweist. Tritt Schmelze an das Füllmaterial,
bildet sich ein Verschluß, der einen Schmelzendurchbruch verhindert. Dadurch ist allerdings
auch der Gasspülvorgang unterbrochen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gasspüleinrichtung mit während der Betriebsphase
gesicherter Spülmöglichkeit vorzuschlagen, wobei der dem Verschleiß in erster Linie
ausgesetzte Gasspülkegel leicht austauschbar sein soll.
[0005] Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe dadurch gelöst, daß unter dem ersten, oberen Gasspülkegel
ein zweiter, unterer Gasspülkegel steht, dessen Kopffläche kleiner als die Bodenfläche
des ersten Gasspülkegels ist, und daß der erste, obere Gasspülkegel mit seiner, die
Kopffläche des zweiten unteren Gasspülkegels überragenden Ringzone der Bodenfläche
auf einem Stein aufsteht, in dem der zweite Gasspülkegel gelagert ist.
[0006] Der obere Gasspülkegel ist bei dieser Anordnung leicht austauschbar. Er belastet
den unteren Gasspülkegel nicht. Im Betrieb sind günstige Spülverhältnisse gegeben,
da der Querschnitt des oberen Gasspülkegels sich nicht von der Kopffläche des unteren
Gasspülkegels gesehen unmittelbar verjüngt, sondern zunächst erweitert.
[0007] Die erfindungsgemäße Gasspüleinrichtung ist beispielsweise in der Aluminiumindustrie,
bei der Graugußfertigung, bei Stahlgießpfannen, Roheisentransportgefäßen, Stranggußverteilern
oder Konvertern einsetzbar.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Die Zeichnung zeigt eine Gasspüleinrichtung
im Schnitt.
[0009] In die Bodenausmauerung 1 eines Schmelzenbehälters 2 ist ein erster, oberer Gasspülkegel
3 ohne Blechmantel eingesetzt. Seine Kopffläche 3' ragt in den Schmelzenbehälter 2.
An seiner Bodenfläche 3" ist eine Vertiefung 4 vorgesehen, die von einer Ringzone
5 der Bodenfläche 3' ' umschlossen ist.
[0010] Unter dem Gasspülkegel 3 sitzt in der Bodenausmauerung 1 ein quadratischer Stein
6, in den ein zweiter, unterer Gasspülkegel 7 mittels eines gasdichten Mörtels 8 eingemauert
ist. Die Ringzone 5 sitzt in der Umgebung der Kopfflache 7' auf dem Stein 6 auf. Die
Kopffläche 7' ragt in die Vertiefung 4, ohne am Gasspülkegel 3 anzuliegen. Zwischen
der Kopffläche 7' und dem Gasspülkegel 3 liegt eine Druckverteilkamner 9. Die Kopfflächen
7' können unterschiedlich groß sein.
[0011] Der Gasspülkegel 7 sitzt mit seinem unteren Bereich in einem Blechmantel 10, der
eine Bodenplatte 11 hält. An der Bodenfläche 7" ist eine Gasverteilkammer 12 gebildet,
von der aus Kapillare 13 zur Kopffläche 7' führen. Die Bodenfläche 7" und die Bodenfläche
3" können verschieden groß sein.
[0012] In die Gasverteilkammer 12 mündet eine Gaszuleitung 14, die in einem Träger 15 verlegt
ist. An diesem ist der Stein 6 mit dem Gasspülkegel 7 befestigt. Zum Transport sind
ösen 16 vorgesehen. Es ist dadurch eine einfach hantierbare Baueinheit, bestehend
aus dem Träger 15, dem Stein 6 und dem Gasspülkegel 7 geschaffen.
[0013] An die Gaszuleitung 14 ist eine Gasquelle mit einem Durchflußmengenmesser angeschlossen,
der einen Verschleiß des porösen Gasspülkegels 3 anzeigt.
[0014] Durch die beschriebene Anordnung ist eine gesicherte Gasführung gewährleistet. Soll
der Gasspülkegel 3 wegen Verschleiß ausgetauscht werden, dann wird hierfür die Baueinheit
abgenommen und ein frischer Gasspülkegel 3 eingesetzt. Der Gasspülkegel 7 ist praktisch
keinem Verschleiß unterworfen. Der Gasspülkegel 3 kann auch vor dem Einsetzen der
Baueinheit in die Bodenausmauerung 1 mit seiner Ringzone 5 auf den Stein 6 mittels
einer gasdichten Mörtelschicht befestigt werden.
[0015] Da der Gasspülkegel 3 ohne Blechmantel eingesetzt ist, sind - bei einem Induktionsofen
- elektrische Oberschläge nicht zu befürchten. Der Gasspülkegel 3 hat einen ausschließlich
keramischen Materialkontakt mit der Schmelze.
1. Gasspüleinrichtung für Schmelzenbehälter, insbesondere bei Induktionsöfen, mit
einem Gasspülkegel, dessen kleinere Kopffläche der Schmelze zugewandt ist und dessen
größere Bodenfläche aufsteht, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem ersten, oberen
Gasspülkegel (3) ein zweiter, unterer Gasspülkegel (7) steht, dessen Kopffläche (7')
kleiner als die Bodenfläche (3'') des ersten Gasspülkegels (3) ist und daß der erste,
obere Gasspülkegel (3) mit seiner, die Kopffläche (7') des zweiten Gasspülkegels (7)
überragenden Ringzone (5) der Bodenfläche (3'') auf einem Stein (6) aufsteht, in dem
der zweite Gasspülkegel (7) gelagert ist.
2. Gasspüleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Kopffläche
(7') des zweiten Gasspülkegels (7) und der Bodenfläche (3") des ersten Gasspülkegels
(3) eine Druckverteilkammer (9) frei ist.
3. Gasspüleinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
Gasspülkegel (3) an seiner Bodenfläche (3") eine zentrale Vertiefung (4) aufweist,
in die die Kopffläche (7') des zweiten Gasspülkegels (7) ragt.
4. Gasspüleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kopfflächen (3', 7') der beiden Gasspülkegel (3, 7) gleich oder verschieden
groß sind.
5. Gasspüleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenflächen (3' ', 7") der beiden Gasspülkegel (3, 7) gleich groß oder verschieden
groß sind.
6. Gasspüleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Gasspülkegel (7) mittels eines gasdichten Mörtels (8) in dem Stein
(6) festgelegt ist.
7. Gasspüleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Gasspülkegel (3) aus einem porösen Material besteht und der zweite Gasspülkegel
(7) Kapillare (13) aufweist.