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EP 0 227 914 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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08.07.1987 Patentblatt 1987/28 |
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Anmeldetag: 31.10.1986 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: D04H 1/54 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE FR IT NL |
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Priorität: |
27.11.1985 DE 3541830
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Anmelder: Paul Hartmann Aktiengesellschaft |
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D-89522 Heidenheim (DE) |
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Erfinder: |
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- Linnebur, Clemens, Dipl.-Ing.
D-7920 Heidenheim (DE)
- Maximilian Pütz, Maschinenbau-Ingenieur
D-5165 Hürtgenwald (DE)
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Vertreter: Becker, Maria, Dipl.-Phys. |
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Postfach 70 01 47 70571 Stuttgart 70571 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Wattetupfer und Verfahren zu deren Herstellung |
(57) Zur Vermeidung des Flusens von Wattetupfern wird vorgeschlagen, der aus Baumwoll-
und ggf. Viskosefasern bestehenden Watte synthetische Schmelzfasern beizumischen,
die durch zumindest oberflächliche drucklose Aufschmelzung mit den benachbarten Fasern
verbunden sind. Dieses wird vorzugsweise durch einen homogen auf die Watte einwirkenden
Heissluftstrom erreicht.
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[0001] Die Erfindung betrifft Wattetupfer, bestehend aus verfestigten Baumwoll- und/oder
Viskosefasern, insbesondere für kosmetische Anwendungszwecke.
[0002] Die für kosmetische Zwecke verwendeten Wattetupfer werden in der Regel vor ihrem
Gebrauch mit einer Abschmink- oder Reinigungsflüssigkeit getränkt. Hierbei ist ein
gebremstes Saugverhalten des Tupfers wünschenswert, damit die Flüssigkeit nicht zu
schnell in die Oberfläche eindringt und dann beim Auftragen wirkungslos wird.
[0003] Bei Wattebahnen mit Faseranteilen aus thermoplastischen Kunststoffen ist es bereits
bekannt, die Oberflächen solcher Wattebahnen durch Anschmelzen der Kunststoffasern
gegen Flusen zu verfestigen (vgl. EP o 124 834 A2). Das Anschmelzen der Kunststoffasern
erfolgt dort in Kalandern mit beheizten Walzen, über die die Wattebahn geführt wird.
Die Kunststoffasern werden in diskreten Abständen oder linienförmig zur Verfestigung
der Oberfläche angeschmolzen. Dies wird durch eine geprägte Struktur der Walzen,
durch die die Hitze nur über die erhabenen Walzenabschnitte in einem durch die Erhebungen
vorgegebenen Muster auf die Wattebahn übertragen wird, bewirkt.
[0004] Diese Wattepads haben den Nachteil, dass sie nur an ihrer Oberfläche verfestigt sind,
während ihr Inneres unverfestigt und daher nicht fusselfrei ist.
[0005] Denn bei Wattetupfern soll das Flusen nicht nur an der Oberfläche, sondern auch
in dem Inneren des Tupfers weitestgehend vermieden werden.
[0006] Zu diesem Zweck ist in der EP 0 135 403 A1 ein Herstellungsverfahren für Wattebahnen
beschrieben, bei dem die Fasern der Wattebahn durch ein spezielles "hydraulisches
Verschlingen" über die gesamte Tiefe der Wattebahn derartig untereinander verschlungen
werden, dass hierdurch das Flusen bei solchem Wattematerial deutlich herabgesetzt
wird.
[0007] Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass es recht aufwendig ist sowohl
hinsichtlich seiner Durchführung als auch der dafür benötigten Einrichtung, während
das Flusen nur in einem noch nicht befriedigenden Maße verringert wird.
[0008] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei einem geringstmöglichen
Produktionsaufwand Wattetupfer zu schaffen, die nicht nur oberflächlich, sondern über
ihre gesamte Tiefe fusselfrei und dennoch flauschig sind und ein ausreichendes Saugvermögen
aufweisen.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Aufbau der Wattetupfer nach den Merkmalen des
kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1. Eine zweckmässige Ausgestaltung hierzu enthalten
die Ansprüche 2 und 3.
[0010] Ein vorteilhaftes Verfahren zum drucklosen Aufschmelzen der Kunststoffaseroberflächen
ist Gegenstand der Ansprüche 6 und 7.
[0011] Das drucklose Aufschmelzen bzw. Plastifizieren der Kunststofffaseroberflächen ermöglicht
die Ausbildung eines insgesamt weichen, flauschigen und ausreichend saugfähigen Wattematerials.
Durch den Anteil der Schmelzfasern entsteht die gewunschte Bremsung des Saugverhaltens.
[0012] Durch die Beimischung der Bikomponenten-Fasern wird erfindungsgemäss nur die oberflächliche
Ummantelung verschmolzen, während der innere Kern in seiner Stabilität erhalten bleibt.
Denn auf diese Weise erhält die Watte durch die stabil bleibenden Kerne der oberflächlich
angeschmolzenen Fasern eine Art inneres, einen lockeren Aufbau garantierendes Stützgerüst.
[0013] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Herstellungsverfahrens für ein
erfindungsgemässes Wattepad schematisch dargestellt.
[0014] In der insgesamt mit 1 bezeichneten Dosiervorrichtung, die aus Wiegekastenspeisern
1a und 1b besteht, werden getrennt Baumwoll- und/oder Viskosefasern (in 1a) sowie
Schmelzfasern in der Dosiervorrichtung 1b zugeführt und zwar in dem gewünschten Mischungsverhältnis.
Die Baumwollfasern weisen in der Regel eine Faserlänge von 5 bis 40 mm auf. In einer
nachfolgenden Karde 2 werden die Fasern paralellisiert und zu einem Flor 7 geformt.
Der Kardenflor wird in einer nachfolgenden Vlieseinrichtung 3 auf das erforderliche
Endgewicht von ca. 200 g/m² gebracht und anschliessend in einer Station 4 von Heissluft
durchströmt. Die Station 4 besteht aus perforierten Trommeln, die von Heissluft gleichmässig
durchsetzt werden. In dieser Heissluftstation wird die Schmelzfaser angeschmolzen,
wobei ihre Oberfläche ganz oder teilweise plastifiziert ist und sich mit der benachbarten
Faser verbindet. Der Heissluftstrom, der möglichst homogen durch die Trommeln geführt
wird, weist eine Temperatur von ca. 120 - 150°C auf.
[0015] Die in der Station 4 verfestigte Wattebahn gelangt zur Stanze 5, wo die Wattetupfer
10, vorzugsweise in Form von Rondellen, ausgestanzt werden.
1. Wattetupfer, bestehend aus verfestigten Baumwolle- und/oder Viskosefasern,
gekennzeichnet
durch die Beimischung synthetischer Schmelzfasern, die gleichmässig über das gesamte
Volumen des Wattetupfers verteilt und durch zumindest oberflächliche drucklose Aufschmelzung
der Faser mit den angrenzenden Fasern verbunden sind.
2. Wattetupfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzfasern aus
Polyäthylen bestehen.
3. Wattetupfer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzfasern
sogenannte Bikomponenten-Fasern mit einem Kern aus Polypropylen (PP) und einer Ummantelung
aus Polyäthylen (PE) sind.
4. Wattetupfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet, durch eine
Fasermischung aus Baumwollfasern mit 2,5 bis 3,5 dtex und/oder Viskosefasern mit 1,5
bis 3,5 dtex sowie einer Faserlänge von 15 bis 60 mm und einem Anteil von 5 bis 20%
von synthetischen Schmelzfasern mit 1,0 bis 2,5 dtex sowie einer Faserlänge von 15
bis 30 mm.
5. Verfahren zur Herstellung eines Wattetupfers nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, das man den Baumwoll- und/oder Viskosefasern Schmelzfasern
bis zu etwa 15% des Gewichtsanteiles hinzufügt, hieraus ein Watteband bildet und
dieses einem homogen einwirkenden Heissluftstrom aussetzt, bevor die Tupfer ausgestanzt
werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Heissluftstrom eine
Temperatur von ca. 120 bis 150°C aufweist.
