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(11) |
EP 0 227 927 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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19.11.1992 Patentblatt 1992/47 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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25.01.1989 Patentblatt 1989/04 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.11.1986 |
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Tunnelofen mit Unterwagenkühlung
Tunnel kiln with undercar cooling
Four-tunnel avec chariots refroidis par dessous
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH FR GB IT LI NL |
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Priorität: |
19.11.1985 DE 3541015
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.07.1987 Patentblatt 1987/28 |
| (73) |
Patentinhaber: Hans Lingl Anlagenbau und
Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG |
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D-89231 Neu-Ulm (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Lingl, Hans
D-7910 Neu-Ulm (DE)
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| (74) |
Vertreter: Körber, Wolfhart, Dr. rer.nat. et al |
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Patentanwälte
Mitscherlich & Partner,
Sonnenstrasse 33 80331 München 80331 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 086 693 DE-A- 2 634 831 DE-A-29 482 12 DE-U- 1 908 169 US-A- 1 040 895 US-A- 1 610 968
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DE-A- 2 513 639 DE-A- 2 657 829 DE-C- 1 408 351 DE-U- 7 040 958 US-A- 1 531 181 US-A- 1 867 318
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[0001] Die Erfindung betrifft einen Tunnelofen mit Unterwagenkühlung der den Tunnelofen
als Zug durchfahrenden Ofenwagen mit Hilfe von Luft, wobei durch die eng an den Tunnelseitenwänden
laufenden Ofenwagen oberhalb der Ofenwagen ein Brennkanal und ein unterhalb der Ofenwagen
liegender Unterwagenkanal gebildet wird.
[0002] Der durch die Ofenwagen, das Fundament und die Seitenwände eines Tunnelofens gebildete
Unterwagenkanal muß gekühlt werden, um die die Sohle des Brennkanals bildenden Wagen
durchströmende Wärme abzuführen, um ein Überhitzen, z.B. der Ofenwagenräder, zu verhindern.
Das Kühlen des Unterwagenkanals erfolgt in der Regel mit Luft, die von der Ausfahrt-
zur Einfahrtseite des Ofens hin durch des Unterwagenkanal gezogen wird. Der Brennkanal
des Tunnelofens wird ebenfalls in gleicher Richtung von Gasen durchspült, so daß in
beiden Kanälen von der Ausfahrt- zur Einfahrtseite hin ein Druckgefälle entsteht,
das jedoch wegen der unterschiedlichen Widerstände unterschiedlich ist, so daß zwischen
den Kanälen Falschluft strömt, was durch geeignete Maßnahmen verhindert werden soll.
[0003] Die beim Tunnelofenbau in der keramischen Industrie gebräuchliche Form, den Wagenzug
zu dichten, ist, an den Längsseiten der Wagen Schürzen vorzusehen, die in Sandrinnen,
im Fußsockel der Seitenwände des Ofens eintauchen, so daß durch den Sand gebildete
geschlossene Barrieren in der Länge des Ofens entstehen, die den Druckausgleich zwischen
Unterwagenkanal und Brennkanal verhindern sollen. Die Wagenstöße werden mit Schnüren
aus elastischem Material gedichtet (siehe Lingl-Prospektblatt F 045/3.7.82).
[0004] Nachteilig ist hierbei jedoch, daß die Sandschürzen aus baulichen und Kostengründen
nur eine relativ geringe Eintauchtiefe haben können, daß der Sand aber, der - um nicht
fortgezogen zu werden - relativ grob sein muß, gasdurchlässig ist, so daß die Dichtung
nur mangelhaft ist.
[0005] Aus der EP-OS 0 086 693 ist ein Ofenwagendichtsystem bekannt, bei dem die Ofenwagen
als nach unten offener Kasten mit rundumlaufenden Blechschürzen ausgebildet sind,
wobei der Wagenzug in einem Flüssigkeitsbad läuft, so daß einer durchgehende hydraulische
Dichtung unter dem Ofenwagenzug entsteht, wobei die Flüssigkeit zur Kühlung umgewälzt
wird. Nachteilig bei diesem System sind jedoch die an der Ofenein- und -ausfahrt erforderlichen
Niederlaß- und Hubgeräte, um die Ofenwagen in die mit Flüssigkeit gefüllte Wanne abzusenken
oder herauszuheben. Nachteilig ist auch die mangelnde Abstufung der Kühlleistung der
Flüssigkeit in der durchgehenden Wanne, so daß z.B. in der Aufheizzone des Ofens,
wo eine Unterwagenkühlung weder notwendig, noch zweckmäßig ist, ebenfalls Wärme aus
dem Brennkanal abgeführt wird.
[0006] Aus der US-A 1,040,895 ist ein Tunnelofen der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten
Art bekanntgeworden, bei dem der Brennkanal und der Unterwagenkanal durch Sandrinnen-Längsdichtungen
gegeneinander abgedichtet sind. Bei dem in der DE-U 19 08 169 beschriebenen Tunnelofen
ist der Ofeninnenraum zur Vermeidung eines Unterdruckes mit dem Luftraum unter den
Brennwagen, also dem Unterwagenkanal, an beiden Enden verbunden. Tunnelöfen anderer
Art mit Verzicht auf eine Längsdichtung zwischen Ober- und Unterseite der Ofenwagen
sind aus der DE-A 26 34 831 bzw. US-A 1,610,968 bekannt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Unterwagenkühlung von Ofenwagen in einem Tunnelofen
zu schaffen, die eine örtlich und in der Intensität unterschiedliche Kühlung der Unterwagen
ermöglicht mit geringstmöglicher Falschluft für den Brennkanal und gegebenenfalls
Wärmerückgewinnung.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Kennzeichnungsmerkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Zweckmäßige Ausführungsformen des Tunnelofens sind in den Unteransprüchen 2 bis 6
gekennzeichnet.
[0009] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß das Druckgefälle
zwischen Brennkanal und Unterwagenkanal abgebaut wird, so daß Falschluft weitestgehend
vermieden wird. Sie bestehen weiterhin darin, daß der Unterwagenkanal in Abschnitte
unterteilt ist, die unterschiedlich gekühlt werden können mit Wärmerückgewinnung,
über die als Wärmeaustauscher ausgebildeten Kühleinrichtungen. Das durch die Unterteilung
des Unterwagenkanals in Abschnitte geschaffene Unterwagen-Dichtsystem vermeidet ein
Druckgefälle in Kanallängsrichtung und vermeidet ein Druckgefälle zwischen Unterwagenkanal
und Brennkanal, so daß sich Sandrinnen oder ähnliche Dichtmittel erübrigen. Eine Abschnittsweise,
in der Intensität unterschiedliche Kühlung des Unterwagenkanals ist ermöglicht. Die
Ofenwagen können inner- und außerhalb des Tunnelofens in gleicher Ebene transportiert
werden, so daß der Wagenumlauf mit konventionallen Mitteln gestaltet werden kann und
auch bestehende Anlagen mit der erfindungsgemäßen Gestaltung umrüstbar sind.
[0010] Eine beispielsweise Ausführungsform eines Tunnelofens nach der Erfindung wird im
folgenden anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 schematisch eine Querschnittsansicht eines Tunnelofens,
Fig. 2 schematisch einen Längsschnitt durch den Tunnelofen mit Ofenwagenzug.
[0011] Der aus dem Ofenwagen 1 bestehende Wagenzug 2 wird dicht geschlossen und gleisgebunden
durch den Tunnelofen 3 geschoben und bildet den unteren Abschluß des Brennkanals 4,
der durch den Wagenzug 2 zum Unterwagenkanal 5 getrennt ist. Die Ofenwagen 1 sind
an ihren Enden mit Schürzen 6 versehen, die gegen die Ofenwände 7 in geringem Abstand
geführt dichten. Eine Kragschicht 15 an den Seiten der Ofenwagen 1 aus weichen Isoliersteinen,
in geringem Abstand zu einer Kragschicht 14 an den Ofenwänden 7, ist als Strahlungsbarriere
vorgesehen. Das Ofenfundament 8 ist als Wanne augebildet mit Trennwänden 9 in einem
Abstand A zueinander, der dem Ofenvorschub bzw. einem Vielfachen des Wagenvorschubs
beim intermittierend geschobenen Ofen entspricht, wobei die Trennwände 9 bis auf Gleiskopfhöhe
hochgezogen sind, so daß allenfalls ein geringer Abstand zwischen Schürze 6 und Trennwand
9 entsteht bzw. die Schürzen 6 and den Trennwänden 9 dichtend anliegen. Die Ofenwangengleise
10 werden mit Trägern 11 zur Überbrückung der so entstandenen Kammern 12 gestützt,
in denen Kühlrohre 13 direkt unter den Trägern 11 so angeordnet sind, daß eine natürliche
Umwälzung der Luft in den Kammern 12 entsteht, die dabei abschnittsweise in Kammerlänge
oder einem Vielfachen der Kammerlinge in der Intensität gesteuert werden kann.
[0012] Zwischen Brennkanal 4 und Unterwagenkanal 5 kann mangels einer Gasdichtung ein Druckausgleich
erfolgen. Im Unterwagenkanal 5 wird weder Luft zunoch abgeführt, so daß der geringe
verbleibende Spalt zwischen Schürzen 6 und Ofenwänden 7 bzw. Trennwänden 9 im Fundament
dort keine nennenswerte Längsströmung zuläßt.
1. Tunnelofen mit Unterwagenkühlung der den Tunnelofen als Zug durchfahrenden Ofenwagen
mit Hilfe von Luft, wobei durch die eng an den Tunnelseitenwänden laufenden Ofenwagen
oberhalb der Ofenwagen ein Brennkanal und ein unterhalb der Ofenwagen liegender Unterwagenkanal
gebildetwird, dadurch gekennzeichnet, daß ohne Anordnung einer Längsdichtung ein Druckausgleich
zwischen dem Brennkanal und dem Unterwagenkanal zugelassen wird und der Unterwagenkanal
quer zur Tunnelofenlängsrichtung bzw. zur Wagenvorschubrichtung durch an den Ofenwagen
angeordnete Schürzen in Abschnitte unterteilt ist, in denen jeweils durch eine Kühreinrichtung
eine die Unterseiten der Ofenwagen kühlende Konvektionsströmung erzeugbar ist, deren
Intensität und damit Kühlwirkung durch Steuerung der Kühleinrichtung in jedem Abschnitt
einstellbar ist.
2. Tunnelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schürzen (6) an der
Stirnseite mindestens eines der benachbarten Ofenwagen (1), gegen die Ofenwände (7)
schleifend und mit allenfalls geringem Abstand zur Fundamentplatte (8) des Ofens (3)
herabreichend, angebracht sind und die Abschnitte des Unterwagenkanals in Ofenwagenlänge
bilden und daß im Bereich der Fundamentplatte (8) als Kühleinrichtungen Kühlrohre
(13) in den Abschnitten angeordnet sind.
3. Tunnelofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Fudament als Wanne
ausgebildet ist, die durch Trennwände (9) in einem Abstand (A), der dem Wagenvorschub
bzw. dem Vielfachen des Wagenvorschubes bei intermittierend beschicktem Ofen entspricht,
in Einzelwannen unterteilt ist, wobei in den Einzelwannen jeweils getrennt gesteuert
speisbare Kühlrohre (13) angeordnet sind.
4. Tunnelofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwände (9)
bis auf Gleiskopfhöhe hochgezogen sind und die Schürzen (6) an die Trennwände (9)
eng anstoßen.
5. Tunnelofen nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den
Längsseiten der Ofenwagen (1) und den Ofenwänden (7) eine einen Druckausgleich zwischen
Brennkanal (4) und Unterwagenkanal (5) zulassende Strahlungsbarriere (14, 15) vorgesehen
ist.
6. Tunnelofen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlungsbarriere
aus wenigstens einer Kragschicht (15) aus weichen Isoliersteinen an den Längsseiten
der Ofenwagen (1) und aus wenigstens einer ebensolchen Kragschicht (14) an den Ofenwänden
(7) besteht, wobei beide Kragschichten (14, 15) einen geringen Abstand zueinander
haben.
1. Tunnel kiln with under-car cooling of the cars passing through the kiln closed
together, by means of air, whereby the kiln cars running closely by the side walls
are forming a firing channel above the kiln cars and a under-car channel below the
kiln cars, characterized by that without an arrangement of a longitudinal sealing
a pressure compensation is allowed between the firing channel and that the under-car
channel crosswise to the longitudinal direction of the tunnel kiln resp. car pushing
direction is subdivided in sections by baffles arranged at the kiln cars, in which
a con- vectional flow, cooling the lower sides of the kiln cars, can be produced by
a cooling installation, the intensity of cooling and thereby the cooling effect is
adjustable by a regulation of the cooling installation in each section.
2. Tunnel kiln as to claim 1, characterized by that the baffles (6) at the front side
of at least one of the adjacent kiln cars (1) are arranged sliding against the kiln
walls (7) and projecting at most at a little distance to the foundation plate (8)
of the kiln (3) and are forming the sections of the under-car channel in the kiln
car length and that in the region of the foundation plate (8) cooling pipes (13) are
arranged in the sections as cooling installations.
3. A tunnel kiln as claimed in Claim 2, characterized in that the foundation takes
the form of a trough divided into a plurality of individual troughs by means of partitions
(9) at intervals (A) corresponding to the car advance or a multiple of the car advance
of an intermittent kiln, with cooling pipes (13) disposed in each of the individual
troughs whose cooling air supply can be controlled separately for each individual
trough.
4. A tunnel kiln as claimed in Claim 2 or 3, characterized in that the partitions
(9) extend up to rail top level and that the clearances between the aprons (6) and
the partitions (9) is very small.
5. A tunnel kiln as claimed in Claims 2 to 4, characterized in that a radiation barrier
(14, 15) permitting pressure equalization to take place between the firing channel
(4) and the undercar channel (5) is provided between the longitudinal sides of the
kiln cars (1) and the kiln walls (7).
6. A tunnel kiln as claimed in Claim 5, characterized in that the said radiation barrier
consists of at least one projecting course (15) of soft insulting refractories on
the longitudinal sides of the kiln cars (1) and a least one other such projecting
course (14) on the kiln walls (7) disposed with little clearance between the two projecting
courses (14, 15).
1. Four tunnel avec refroidissement sous-wagon des wagons de four traversant le four
tunnel, serré l'un derrière l'autre, à l'aide d'air, à l'occasion de laquelle un canal
de cuisson au-dessus des wagons et un canal sous-wagon au-dessous des wagons est formé
par des wagons de four, courant serré le long des murs de four, caractérisé par cela
que sans arrangement d'une garniture longitudinale, une compensation de pression est
possible entre le canal de cuisson et le canal de sous-wagon et que le canal de sous-wagon
est subdivisé en séctions de travers de la direction longitudinale du four tunnel,
respectivement de la direction de poussée des wagons, par des bavettes placées au
wagons de four, dans ces séctions on peut produire un courant de convection refroidissant
le dessous des wagons, l'intensité et par conséquence l'effet de refroidissement duquel
est réglable par un réglage en chaque sé- ction.
2. Four tunnel selon revendication 1, caractérisé par cela que les bavettes (6) sont
installées traînant et tout au plus avec peut distance de la fondation (8) du four
(3) à la front au moins d'un wagon de four voisin (1), formant les séctions de canal
sous-wagon dans la longueur du four et qu'il y a des tuyaux réfroidissants (13) comme
installation refroidissante dans ces séctions dans la région de la fondation (8).
3. Four-tunnel selon la revendication no 2, caractérisé en ce que la fondation forme
une cuve divisée en cuves individuelles par des parois de séparation (9), avec une
distance (A) correspondant à l'avance des wagons ou au multiple de l'avance des wagons
en cas l'alimentation intermittente du four, des tuyaux de refroidissement (13) -
pouvant être alimentés séparément - étant disposés dans les cuves individuelles.
4. Four-tunnel selon la revendication no 2 ou 3, caractérisé en ce que les parois
de séparation (9) s'élèvent jusqu'au niveau de la tête de voie et en ce que les tabliers
(6) viennent s'appuyer étroitement contre les parois de séparation (9).
5. Four-tunnel selon les revendications no 2 à 4, caractérisé en ce que, entre les
faces longitudinales des wagons de four (1) et les parois du four (7), est prévue
une barrière anti-rayonnement (14, 15) admettant une compensation de pression entre
le canal de cuisson (4) et le canal sous wagons (5).
6. Four-tunnel selon la revendication no 5, caractérisé en ce que la barrière anti-rayonnement
est composée d'au moins une couche saillante (15) constituée par des briques isolantes
sur les faces longitudinales des wagons de four (1) et d'au moins une couche saillante
identique (14) sur les parois du four, les deux couches saillantes (14, 15) étant
faiblement espacées l'une de l'autre.
