[0001] Die Erfindung betrifft ein Kontaktelement für elektrische Schaltkontakte, insbesondere
eine Kontaktzunge für elektromagnetische Relais, wobei auf einem Träger aus unedlem
Metall eine Dreischicht-Kontaktauflage galvanisch aufgebracht ist, deren äußerste
Schicht aus Rhodium und deren mittlere Schicht aus Silber oder Gold besteht.
[0002] Aus der DE-PS 32 03 037 ist ein derartiges Kontaktelement bekannt, bei dem über einer
Nickelschicht eine Silberschicht und darüber eine Rhodiumschicht aufgebracht sind.
Solche Kontaktoberflächen haben eine geringe Kaltschweißneigung. In der gleichen
Schrift ist auch die Verwendung von Goldkontaktschichten mit Rhodiumüberzug als bekannt
beschrieben. Allgemein sind aber bisher bekannte Mehrschichtauflagen aus Edelmetallen
entweder verhältnismäßig kostspielig oder nur in einem begrenzten Bereich einsetzbar.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schaltkontakt der eingangs genannten Art zu schaffen,
der einen möglichst geringen Anteil an teueren Edelmetallen aufweist, dabei aber über
eine möglichst große Bandbreite von Schaltleistungen einsetzbar ist. D. h., der Kontakt
soll zuverlässig und mit hoher Lebensdauer sowohl bei sehr kleinen wie auch bei sehr
hohen Schaltströmen und Schaltspannungen einsetzbar sein.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die unterste Schicht der Kontaktauflage
aus einer Palladium-Nickel-Legierung mit einem Nickel-Anteil zwischen 10 % und 40
% besteht und eine Dicke zwischen 2 µm und 10 µm aufweist, daß die mittlere, aus Gold
oder Silber bestehende Schicht eine Dicke unter 1 µm aufweist und daß die äußere Rhodium-Schicht
eine Dicke zwischen 0,4 µm und 1 µm besitzt.
[0005] Durch die galvanische Schichtaufbringung können die einzelnen Kontaktschichten in
den angegebenen, verhältnismäßig geringen Schichtstärken mit guter Qualität aufgebracht
werden, so daß der Edelmetallanteil der Gesamtkontaktschicht noch verhältnismäßig
gering ist. Den Hauptteil nimmt die Palladium-Nickel-Legierung ein, die im Vergleich
zu reinen Edelmetallen wie Gold, Rhodium und Platin, noch relativ preiswert ist. Mit
diesem erfindungsgemäßen Kontaktelement können Schaltströme von wenigen µA bis etwa
5 A und Schaltspannungen von wenigen µV bis zu etwa 150 V einwandfrei und mit einer
hohen Zahl von Schaltspielen betätigt werden.
[0006] Zweckmäßigerweise besitzt die Palladium-Nickel-Schicht einen Nickel-Anteil zwischen
20 % und 30 %, vorzugsweise von 25 % und eine Dicke von 4 bis 6 µm, vorzugsweise von
5 µm. Die Gold- bzw. Silber-Schicht besitzt in zweckmäßiger Ausführungsform eine
Dicke zwischen 0,1 und 1 µm, vorzugsweise von 0,5 µm. Die Rhodium-Schicht besitzt
vorzugsweise ebenfalls eine Dicke von 0,5 µm.
[0007] Alle Kontaktschichten werden galvanisch aufgebracht, wobei selektive Galvanikverfahren
vorzugsweise angewendet werden, die beispielsweise unter den Begriffen Düsengalvanik
bzw. Jetplating, Bürstengalvanik und Lasergalvanik bekannt sind. Mit diesen Verfahren
werden die Kontaktschichten gezielt nur dort aufgetragen, wo sie benötigt werden,
so daß auf diese Weise eine besonders sparsame Verwendung der Edelmetalle möglich
ist.
1. Kontaktelement für elektrische Schaltkontakte, insbesondere eine Kontaktzunge
für elektromagnetische Relais, wobei auf einem Träger aus unedlem Metall eine Dreischicht-Kontaktauflage
galvanisch aufgebracht ist, deren äußerste Schicht aus Rhodium und deren mittlere
Schicht aus Silber oder Gold besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die unterste Schicht der Kontaktauflage aus einer Palladium-Nickel-Legierung
mit einem Nickel-Anteil zwischen 10 % und 40 % besteht und eine Dicke zwischen 2
µm und 10 µm aufweist,
daß die mittlere, aus Gold oder Silber bestehende Schicht eine Dicke unter 1 µm aufweist
und
daß die äußere Rhodium-Schicht eine Dicke zwischen 0,4 µm und 1 µm besitzt.
2. Kontaktelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Palladium-Nickel-Legierung einen Nickel-Anteil zwischen 20 % und 30 % besitzt.
3. Kontaktelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Palladium-Nickel-Schicht einen Nickelanteil von etwa 25 % besitzt.
4. Kontaktelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Palladium-Nickel-Schicht eine Dicke zwischen 4 µm und 6 µm aufweist.
5. Kontaktelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Palladium-Nickel-Schicht eine Dicke von 5 µm besitzt.
6. Kontaktelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da durch gekennzeichnet, daß die Gold- bzw. Silber-Schicht eine Dicke zwischen 0,1 µm und 1 µm besitzt.
7. Kontaktelement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gold- bzw. Silber-Schicht eine Dicke von 0,5 µm besitzt.
8. Kontaktelement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Rhodium-Schicht eine Dicke von 0,5 µm besitzt.
9. Kontaktelement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschichten mittels eines selektiven Galvanisierverfahrens, beispielsweise
mittels Düsengalvanik, Bürstengalvanik oder Lasergalvanik, aufgebracht sind.