[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrostatische Sprühpistole für flüssige oder
insbesondere pulverförmige Materialien, mit einem Pistolenkörper, der einen Griff
und einen Abzug aufweist, mit einem hiermit verbundenen Pistolenrohr mit einer Austrittsöffnung,
die über einen Materialkanal mit einem vor dem Abzug angeordneten Materialanschluß
und gegebenenfalls über einen Luftkanal mit einem Luftanschluß verbunden ist, sowie
mit einem teilweise im Griff aufgenommenen Hochspannungssystem, das einen Hochspannungserzeuger
und wenigstens eine Hochspannung führende Elektrode aufweist.
[0002] Bei einer bekannten Sprühpistole dieser Art (EP-OS 157 199) ist der gesamte Hochspannungserzeuger,
dessen Aufbau nicht näher beschrieben ist, im Griff untergebracht. Zu diesem Zweck
besitzt er einen Kunststoffmantel, der griffartig geformt ist und an seiner Rückseite
den Luftanschluß und den ersten Abschnitt des Luftkanals aufweist. Der Materialanschluß
befindet sich am vorderen Ende des Pistolenkörpers unmittelbar hinter einer Trennstelle.
Das Pistolenrohr, daß durch eine Schraubverbindung am Pistolenkörper befestigt wird,
weist mehrere Kanäle auf, nämlich einen mittleren Materialkanal und außerhalb davon
je um 120° versetzt einen Kanal für Zerstäubungsluft, einen Kanal für Formluft und
einen Kanal für ein Hochspannungkabel, daß zu der am Sprühkopf angeordneten Elektrode
führt.
[0003] Auf diese Weise soll sich eine Sprühpistole ergeben, deren Schwerpunkt sich so weit
hinten befindet, daß sie der Bedienungsperson gut in der Hand liegt. Allerdings erfordert
diese Konstruktion eine erhebliche Miniaturisierung des Hochspannungserzeugers, wodurch
dessen Leistungsfähigkeit begrenzt ist. Außerdem nimmt er fast den gesamten Querschnitt
des Griffs ein. Wenn aber eine bestimmte Leistung erreicht werden muß oder wenn im
Griff noch andere Funktionselemente untergebracht werden sollen, wird der Griff so
groß, daß sich die Pistole nicht mehr bequem handhaben läßt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine elektrostatische Sprühpistole der
eingangs beschriebenen Art anzugeben, die es unter weitgehender Beibehaltung der günstigen
Schwerpunktslage ermöglicht, den Hochspannungserzeuger größer auszulegen oder weitere
Funktionselemente in den Griff einzubeziehen, ohne daß der Griff zu große Abmessungen
erhält.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Hochspannungserzeuger
aus zwei Baugruppen besteht, von denen die eine Baugruppe am Griffrücken angeordnet
ist, einen Oszillator und einen Transformator enthält und mit einem Niederspannungseingang
versehen ist, und von denen die andere Baugruppe im Pistolenkörper zwischen dem Griff
und dem Materialanschluß angeordnet ist, einen Spannungsvervielfacher enthält und
mit einem Hochspannungsausgang versehen ist.
[0006] Bei dieser Konstruktion befindet sich der schwerste Teil des Hochspannungserzeugers,
nämlich der Tranformator, weiterhin im Griff. Er ist aber so weit wie möglich nach
hinten gerückt. Dies erlaubt es, die zweite Baugruppe, die die verhältnismäßig leichte
Spannungsvervielfacherschaltung oder Kaskade aufnimmt, vor dem Abzug anzuordnen, ohne
daß dadurch die Sprühpistole kopflastig werden müßte. Infolge der Lage der ersten
Baugruppe steht im vorderen Teil des Griffs ausreichend Platz für weitere Funktionen
zur Verfügung. Die Lage der zweiten Baugruppe hat den Vorteil, daß der Abstand zwischen
dem Hochspannungsausgang und der Elektrode geringer, also die erforderliche Hochspannungsleitung
kürzer ist.
[0007] Mit Vorzug weist die erste Baugruppe ein Gehäuse auf, das in eine am Griffrücken
vorgesehene Aussparung des Pistolenkörpers auswechselbar eingesetzt ist und mit seiner
freiliegenden Rückwand die Griffrückseite bildet. Die erste Baugruppe nimmt daher
die allerhinterste Lage ein, was die Schwerpunktsverhältnisse verbessert. Außerdem
kann sie bequem ausgewechselt werden.
[0008] Insbesondere besteht das Gehäuse aus Metall und ist geerdet. Dies ergibt eine erhöhte
Sicherheit der Bedienungsperson. Denn deren Handballen liegt im Betrieb automatisch
an dem Gehäuse an, so daß auch die Bedienungsperson geerdet ist. Das Metallgehäuse
dient ferner als Kühlkörper zu Abfuhr der im Transformator erzeugten Wärme.
[0009] Besonders günstig ist es, wenn das Gehäuse einen U-förmigen Querschnitt mit der Breite
des Griffes hat. Hierdurch wird der gesamte hintere Abschnitt des Griffs durch das
Gehäuse gebildet. Das Gehäuse hat eine verhältmäßig große Breite und kann daher entweder
einen größeren Transformator aufnehmen oder, bei sonst gleichem Rauminhalt, eine geringere
Tiefe erhalten.
[0010] Es können nunmehr an der Vorderseite des Griffs weitere Funktionselemente vorgesehen
werden. So kann der Griff an der Vorderseite eine Vertiefung aufweisen, in die der
mit Seitenwänden versehene Abzug ständig eingreift. Es besteht daher keine Gefahr,
daß irgendwelche Teile zwischen Abzug und Griff eingeklemmt werden. Außerdem sind
die vom Abzug betätigten Elemente, beispielsweise ein Luftventil, geschützt.
[0011] Desweiteren kann im vorderen Teil des Griffs unterhalb des Abzugs ein Schalter, insbesondere
ein Näherungsschalter, angeordnet sein, der durch ein Steuerelement an der Unterseite
des Abzugs betätigbar ist. Auf diese Weise kann der Schalter der ersten Baugruppe
räumlich dicht benachbart zugeordnet werden.
[0012] Vorzugsweise ist der Schalter in einer sich parallel zur Griffvorderseite erstreckenden
Bohrung um einen Trennweg axial verlagerbar. Die Bedienungsperson kann daher den Schalter
durch Axialverschiebung unwirksam machen. Da dies am Griff erfolgt, kann dieses Unwirksammachen
mit der Hand erfolgen.
[0013] Eine besonders günstige Ausführung ergibt sich, wenn der Schalter in einem Schieber
untergebracht ist, der einen Radialarm trägt, welcher bei Drehung auf einer Kurve
aufläuft und dadurch den Schieber gegen die Kraft einer Rückstellfeder in der Bohrung
verlagert. Zum Unwirksammachen braucht dann lediglich mit dem kleinen Finger der Radialarm
verschwenkt zu werden.
[0014] Ferner sollte der Schalter einpolig in die im Griff verlaufende Niederspannungszuleitung
der ersten Baugruppe eingeschaltet sein. Es ergibt sich eine äußerst kurze Verbindungsleitung
im Griff. Es genügt dann, ein einfaches Zuleitungskabel vorzusehen, das die Sprühpistole
wenig belastet. Eine solche Einrichtung ist ohne weiteres für eine Flüssigkeitspistole
mit Druckzerstäubung und vom Abzug betätigtem Luftventil geeignet. Sollte bei Betätigung
des Abzugs noch eine weitere elektrische Einrichtung eingeschaltet werden, beispielsweise
bei einer Pulverpistole die Pulverförderung, so kann dies mit Hilfe einer Stromabfrageschaltung
geschehen, die den zum Hochspannungserzeuger fließenden Strom überwacht.
[0015] Mit besonderem Vorteil ist der Pistolenkörper zwischen Griff und zweiter Baugruppe
geteilt, und die zweite Baugruppe ist von der Teilungsebene her in den vorderen Pistolenkörperteil
einsetzbar. Dies erlaubt es, auch die zweite Baugruppe ohne Schwierigkeiten auszutauschen.
[0016] Besonders günstig ist es, wenn die wenigstens eine Elektrode im Pistolenkörper angeordnet
und das Pistolenrohr hiervon trennbar ist. Dies führt einerseits zu einer Gewichtsersparnis
und einer günstigen Lage des Schwerpunkts, weil sich die Elektrode in der Nähe des
Hochspannungsausgangs befindet und kein bis zur Austrittsöffnung führendes Hochspannungskabel
vorgesehen werden muß. Andererseits ist das Pistolenrohr frei von Teilen des Hochspannungssystems
und kann daher leicht gereinigt werden. Denn bei der Reinigung kann weder die Hochspannungselektrode
mechanisch beschädigt werden, noch können Teile des Hochspannungssystems durch Reinigungsmittel
angegriffen werden. Da an der Trennstelle keine Hochspannungs-Kontaktverbindung vorhanden
sein muß, braucht beim Zusammenfügen der Teile keine Drehwinkel-Ausrichtung beachtet
zu werden.
[0017] Daher ist es möglich, das Pistolenrohr an der Trennstelle in beliebiger Drehwinkellage
steckbar mit dem Pistolenkörper zu verbinden. Und desweiteren kann in dem Pistolenrohr
ein Luftrohr angeordet sein, das ebenfalls an der Trennstelle in beliebiger Drehwinkellage
steckbar mit dem Pistolenkörper verbunden ist.
[0018] Wenn es sich um die Aufladung des Materials handelt, sollte sich die Elektrode in
einem vom Materialanschluß ausgehenden Zulaufstutzen befinden. Hier ist sie auch gegen
eine unerwünschte Berührung gesichert.
[0019] Wenn es sich um die Luftaufladung handelt, sollte sich die Elektrode in einem die
zweite Baugruppe durchsetzenden Luftkanal befinden. Auch hier ist die Elektrode vor
Berührung geschützt.
[0020] Die mindestens eine Elektrode kann ferner so im Pistolenkörper angeordnet werden,
daß nach einer Abnahme des Pistolenrohres bei einer versehentlichen Betätigung des
Abzugs eine Bedienungsperson keinen Schlag erhalten kann und auch kein Funkenüberschlag
erfolgt, der beispielsweise in einer Lösungsmittel-Atmosphäre zu einer Explosion führen
könnte. Es ist lediglich dafür zu sorgen, daß der Abstand der wenigstens einen Elektrode
von der Stirnseite der Trennstelle größer als die Funkenüberschlagsstrecke ist. In
gleicher Weise sollte der Abstand der Elektrode im Materialkanal vom Materialanschluß
und der Abstand der Elektrode im Luftkanal von einem in Griffnähe angeordneten Drosselventil
größer sein als die Funkenüberschlagsstrecke.
[0021] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines bevorzugten, in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Pulver-Sprühpistole und
Fig. 2 einen Querschnitt durch die erste Baugruppe entsprechend der Schnittlinie A-A
der Fig. 1.
[0022] Die veranschaulichte Pulver-Sprühpistole weist einen Pistolenkörper 1 und ein Pistolenrohr
2 auf, die an einer Trennstelle 3 längs einer Zylinderfläche 4 steckbar miteinander
verbunden sind. Der Pistolenkörper 1 besitzt einen hinteren Teil 5 mit einem Griff
6 und einen über eine Teilungsebene 7 damit verbundenen vorderen Teil 8, an welchem
ein Material-Zulaufstutzen 9 mit einem Materialanschluß 10 ausgebildet ist. An diesem
Materialanschluß 10 ist eine Materialleitung 11 befestigt. Im Innern des Pistolenrohres
ist ein Luftrohr 12 angeordnet, das an der Trennstelle 3 über eine Zylinderfläche
13 in beliebiger Drehwinkellage steckbar mit dem Pistolenkörper 1 verbunden ist. Dieses
Luftrohr 12 ist vorn mit einem Prallkörper 14 versehen. Auf diese Weise ergibt sich
zwischen dem Materialanschluß 10 und einer Austrittsöffnung 15 ein Materialkanal,
dessen erster Abschnitt 16 im Zulaufstutzen verläuft und dessen zweiter Abschnitt-17
einen Ringquerschnitt hat und zwischen Pistolenrohr 2 und Luftrohr 12 angeordnet ist.
[0023] Ein Luftanschluß 18 ist mit einer Luftleitung 19 verbunden. Von ihm geht ein erster
Abschnitt 20 eines Luftkanals aus, der über ein ein- und ausschaltbares Luftventil
21 und ein einstellbares Luft-Drosselventil 22 zu einem zweiten Abschnitt 23 des Luftkanals
führt, der zunächst im Pistolenkörper 1 und dann im Luftrohr 12 verläuft.
[0024] Ein Hochspannungserzeuger besteht aus einer ersten Baugruppe 24 an der Rückseite
des Griffs 6 und einer zweiten Baugruppe 25 im Pistolenkörper 1 zwischen dem Griff
6 und der Trennstelle 3. Die erste Baugruppe 24 weist einen Niederspannungseingang
26, der mit einer elektrischen Zuleitung 27 verbunden ist, einen Oszillator 28 und
einen Transformator 29 auf, welche in einen isolierenden Kunststoff 30 eingebettet
und von einem Gehäuse 31 aus Metall mit U-förmigem Querschnitt umgeben sind.
[0025] Dieses Gehäuse ist über eine Leitung 32 geerdet. Es ist in eine Vertiefung 33 des
Griffs 6 eingesetzt, derart, daß seine Rückseite 34 freiliegt und von dem Handballen
der Bedienungsperson im Betrieb umgriffen wird. Die beiden Seitenwände 35 und 36 des
Gehäuses haben einen Abstand gleich der Griffbreite. Die gesamte Baugruppe 24 ist
leicht auswechselbar in der Vertiefung 33 gehalten. Der Ausgang der ersten Baugruppe
24 ist über eine im Pistolenkörper 1 verlaufende Leitung 37 mit dem Eingang der zweiten
Baugruppe 25 verbunden. Diese weist die üblichen Bestandteile einer Spannungsvervielfacherschaltung
38 auf, insbesondere eine Kaskade aus Kondensatoren und Gleichrichtern. Der Hochspannungsausgang
39 ist einerseits mit einer Elektrode 40 im ersten Abschnitt 16 des Materialkanals
und andererseits mit einer Elektrode 41 in demjenigen Teil des zweiten Luftkanalabschnitts
23 angeordnet, der sich im Innern der zweiten Baugruppe 25 befindet. Wenn man den
Pistolenkörper 1 in seine beiden Teile 5 und 8 zerlegt, kann die zweite Baugruppe
von der Teilungsebene 7 her bequem ausgewechselt werden.
[0026] Das Luftventil 21 wird mit Hilfe eines Abzugs 42 betätigt, der um einen Drehpunkt
43 schwenkbar ist und Seitenwände 44 besitzt, welche bereits in der Ruhestellung in
eine Vertiefung 45 an der Vorderseite des Griffes 6 eingreifen. Die Vertiefung ist
ausreichend groß, daß der Abzug 42 den vollen Betätigungshub vollführen kann. Hierbei
besteht keine Gefahr, daß irgendwelche Teile eingeklemmt werden. Der Abzug 42 kann
beispielsweise aus Kunststoff gespritzt sein.
[0027] An der Unterseite des Abzugs 42 befindet sich ein Steuerelement 46, das einen ebenfalls
im vorderen Griffteil befindlichen Schalter 47 zu betätigen gestattet. Im Ausführungsbeispiel
handelt es sich um einen Näherungsschalter 47, der durch ein metallisches Steuerelement
56 betätigt wird. Es kann sich aber auch um einen Reed-Kontakt handeln, der durch
einen Magneten betätigt wird. Der Schalter 47 ist über eine Leitung 47a einpolig in
die Zuleitung zur ersten Baugruppe 24 eingeschaltet.
[0028] Der Schalter 47 ist in einem zylindrischen Schieber 48 angeordnet, der sich in einer
zylindrischen Bohrung 49 befindet. Der Schieber ist mit einem Radialarm 50 versehen,
der beim Verschwenken um 90° auf einer Kurve 51 entlanggleitet und dabei den Schieber
48 gegen die Kraft einer Rückstellfeder 52 nach unten zieht. Hierdurch wird der Schalter
47 unwirksam. Er kann nicht mehr durch das Steuerelement 46 betätigt werden. Der Radialarm
50 kann von der Bedienungsperson mit dem kleinen Finger derjenigen Hand betätigt werden,
die den Griff 6 hält.
[0029] Die Elektrode 50 im Materialkanal hat vom Materialanschluß 11 einen Abstand A, der
größer ist als die Funkenüberschlagsstrecke bei der gegebenen Hochspannung. Auch der
Abstand B dieser Elektrode zur Stirnfläche 53 der Trennstelle 3 ist größer als diese
Funkenüberschlagsstrecke. Dasselbe gilt für den Abstand der Elektrode 41 im Luftkanal
zur Stirnfläche 53 und für den Abstand C dieser Elektrode zum Luft-Drosselventil 22.
[0030] Bei einer solchen Konstruktion ist der Schwerpunkt der Pistole annähernd im Griffbereich.
Denn dem durch das Gewicht der vorderen Teile 2, 8 und 12 hervorgerufenen Drehmoment
wird durch das Drehmoment entgegengewirkt, das durch das Gewicht der ersten Baugruppe
24, insbesondere des Transformators 29, hervorgerufen wird.
[0031] Da das Pistolenrohr 2 und das Luftrohr 12 keinerlei Hochspannung führende Teile tragen,
können sie leicht gereinigt werden. Der am Pistolenkörper verbleibende erste Abschnitt
16 des Materialkanals ist kurz und läßt sich mittels Durchblasen reinigen. Beim Wiederaufstecken
der genannten Rohre ist keine besondere Drehwinkellage zu berücksichten. Das Stecken
ermöglicht ein einfaches Abziehen und Zusammensetzen.
[0032] Die Sprühpistole ist leicht handhabbar, weil lediglich eine Materialleitung 11, eine
Luftleitung 19 und eine elektrische Leitung 27 angeschlossen sein müssen und die beiden
letztgenannten Leitungen an der Unterseite des Griffes angreifen.
[0033] Es ist eine Pulver-Sprühpistole veranschaulicht. Das gleiche Prinzip kann aber auch
auf Flüssigkeits-Sprühpistolen angewendet werden, wobei der Materialkanal zentrisch
und der Luftkanal konzentrisch verläuft.
[0034] Sollte für das Material noch eine besondere Fördervorrichtung vorgesehen sein, die
bei Betätigung des Abzuges 42 in Tätigkeit treten soll, so kann man in an sich bekannter
Weise in die Leitung 27 eine Stromabfragestufe einschalten, die beim Auftreten eines
zum Hochspannungsgenerator 24 fließenden Stromes anspricht und dann eine Pumpe, ein
Gebläse, ein Ventil o.dgl. zum Zweck der Materialförderung einschaltet.
1. Elektrostatische Sprühpistole für flüssige oder insbesondere pulverförmige Materialien,
mit einem Pistolenkörper, der einen Griff und einen Abzug aufweist, mit einem hiermit
verbundenen Pistolenrohr mit einer Austrittsöffnung, die über einen Materialkanal
mit einem vor dem Abzug angeordneten Materialanschluß und gegebenenfalls über einen
Luftkanal mit einem Luftanschluß verbunden ist, sowie mit einem teilweise im Griff
aufgenommenen Hochspannungssystem, das einen Hochspannungserzeuger und wenigstens
eine Hochspannung führende Elektrode aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Hochspannungserzeuger
aus zwei Baugruppen (24, 25) besteht, von denen die eine Baugruppe (24) am Griffrücken
angeordnet ist, einen Oszillator (28) und einen Transformator (29) enthält und mit
einem Niederspannungseingang (26) versehen ist, und von denen die andere Baugruppe
(25) im Pistolenkörper (1) zwischen dem Griff (6) und dem Materialanschluß (10) angeordnet
ist, einen Spannungsvervielfacher (38) enthält und mit einem Hochspannungsausgang
(39) versehen ist.
2. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
erste Baugruppe (24) ein Gehäuse (31) aufweist, das in eine am Griffrücken vorgesehene
Aussparung (33) des Pistolenkörpers (1) auswechselbar eingesetzt ist und mit seiner
freiliegenden Rückwand (34) die Griffrückseite bildet.
3. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gehäuse (31) aus Metall besteht und geerdet ist.
4. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse (31) einen U-förmigen Querschnitt mit der Breite des Griffes (6) hat.
5. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Griff an der Vorderseite eine Vertiefung (45) aufweist, in die der mit Seitenwänden
(44) versehene Abzug (42) ständig eingreift.
6. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß im vorderen Teil des Griffs (6) unterhalb des Abzugs (42) ein Schalter (47), insbesondere
ein Näherungsschalter, angeordnet ist, der durch ein Steuerelement (46) an der Unterseite
des Abzugs betätigt ist.
7. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schalter (47) in einer sich parallel zur Griffvorderseite erstreckenden Bohrung (49)
um einen Trennweg axial verlagerbar ist.
8. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schalter (47) in einem Schieber (48) untergebracht ist, der einen Radialarm (50) trägt,
welcher bei Drehung auf einer Kurve (51) aufläuft und dadurch den Schieber gegen die
Kraft einer Rückstellfeder (52) in der Bohrung (49) verlagert.
9. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schalter (47) einpolig in die im Griff (6) verlaufende Niederspannungszuleitung
der ersten Baugruppe (24) eingeschaltet ist.
10. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Pistolenkörper (1) zwischen Griff (6) und zweiter Baugruppe (25) geteilt ist
und die zweite Baugruppe von der Teilungsebene (7) her in den vorderen Pistolenkörperteil
(8) einsetzbar ist.
11. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Elektrode (40, 41) im Pistolenkörper (1) angeordnet ist und
das Pistolenrohr (2) hiervon trennbar ist.
12. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
Pistolenrohr (2) an der Trennstelle (3) in beliebiger Drehwinkellage steckbar mit
dem Pistolenkörper (1) verbunden ist.
13. Elektrostatische Sprühpistole nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Pistolenweg (2) ein Luftrohr (12) angeordnet ist, das ebenfalls an der
Trennstelle (3) in beliebiger Drehwinkellage steckbar mit dem Pistolenkörper (1) verbunden
ist.
14. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Elektrode (40) in einem vom Materialanschluß (10) ausgehenden Zulaufstutzen
(9) befindet.
15. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Elektrode (41) in einem die zweite Baugruppe (25) durchsetzenden Luftkanal
(23) befindet.
16. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand (B) der wenigstens einen Elektrode (40, 41) von der Stirnseite (53)
der Trennstelle (3) größer als die Funkenüberschlagsstrecke ist.
17. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand (A) der Elektrode (40) im Materialkanal vom Materialanschluß (10)
größer als die Funkenüberschlagsstrecke ist.
18. Elektrostatische Sprühpistole nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand (C) der Elektrode (41) im Luftkanal von einem in Griffnähe angeordneten
Drosselventil (72) größer ist als die Funkenüberschlagsstrecke.