[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogenüberführtrommel zwischen den Druckwerken von Rotationsdruckmaschinen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei derartigen Bogenüberführtrommeln werden zur Bildung der Trommelmantelfläche entweder
geschlossene Blechsegmentstücke benutzt, die zwischen den Greiferreihen vorgesehen
sind, oder es sind stegförmige Segmentstücke vorgesehen, die ebenfalls den Zweck haben,
den wenig steifen Bogen zu tragen und zu transportieren (DE-PA 34 47 596.6-27). Wird
auf einer derartigen Bogendruckmaschine steiferes Material bedruckt, so besteht die
Möglichkeit, größere Trommeldurchmesser vorzusehen, so daß z.B. drei Bogentragflächen
mit Greiferreihen vorgesehen sind. Beim Bedrucken von steifem Karton reicht diese
Maßnahme jedoch nicht aus, denn das Ende des Kartonbogens steht steif vom Zylinder
ab, so daß insbesondere bei der Übertragung von einer Trommel auf einen Zylinder die
Gefahr besteht, daß das Druckbild verschmiert wird. Hierbei ist davon auszugehen,
daß derartig steife Bogen ebenfalls mit höchster Qualität bedruckt werden, wie dies
z.B. zur Herstellung von Verpackungen erforderlich ist, so daß eine Beschädigung des
Druckbildes nicht hingenommen werden kann.
[0003] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Bogenüberführtrommel zu schaffen,
die ein schmier- und dublierfreies Verarbeiten von normalen Papierstärken bis zu
dickem Karton ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Durch
die Verwendung von Leitflächen, die im Trommelkörper zwischen den Greiferreihen vorgesehen
sind, wird ein Freiraum geschaffen, in dem sich das hintere Ende des steifen Bogens
entspannen kann, ohne daß die bedruckte Seite beschädigt wird. Hierbei wird der Bogen
nach der Übergabe an den nächsten Zylinder gezielt mit seiner Hinterkante an den Leitblechen
entlanggeleitet. Mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Bogenüberführtrommel ist somit
auch ein Bedrucken von steifen Kartonbögen möglich, ohne daß eine Beschädigung des
Druckbildes zu befürchten ist.
[0005] Die Unteransprüche kennzeichnen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung, die
die Handhabung vereinfachen und den Transport der Bogen unterstützen. Hierbei wirken
die Leitbleche als Luftschaufeln, die in Verbindung mit dem im keilförmigen Hohlraum
erzeugten Luftstau den Bogen mit seiner bedruckten Fläche von den Leitblechen fernhalten.
[0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt.
[0007] Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäß ausgebildeten Bogenüberführtrommel,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Bogenüberführtrommel mit zusätzlichem Blasluftstrom,
Fig. 3 eine Bogenüberführtrommel mit Bogentragelementen, die den Zylindermantel bilden,
Fig. 4 eine Bogenüberführtrommel, bei der der Zylinderkörper die Form der innen vorsehbaren
Leitbleche aufweist.
[0008] Zwischen den in Reihe angeordneten Druckwerken einer Rotationsdruckmaschine ist
gemäß Fig. 1 eine Bogenüberführtrommel 1 vorgesehen, die die bedruckten Bogen 2 von
einem Druckzylinder 3 übernehmen und an den nachfolgenden Druckzylinder 4 des nächsten
Druckwerks abgeben. Zum Transport der Bogen sind an der Bogenüberführtrommel Greiferreihen
5, 6, 7 vorgesehen, die von den Greifern des Druckzylinders 3 die Bogen übernehmen
und an die Greifer 8 des nachfolgenden Druckzylinders 4 übergeben. Hierbei sind die
Zylinder und die Trommeln in bekannter Weise zwischen den Maschinenseitengestellen
gelagert und über einen Stirnradantrieb antriebsmäßig gekoppelt.
[0009] Die Bogenüberführtrommel 1 besteht aus einer in den nicht dargestellten Maschinenseitengestellen
drehbar gelagerten Achse 9, auf der beiderseits je ein Tragkörper 10 befestigt ist.
In gleicher Weise kann der Tragkörper 10 als Trommelkörper mit Achszapfen ausgebildet
sein. Auf dem Tragkörper 10 wiederum sind die Greiferauflageschienen 11 für die Greiferreihen
5-7 über Lagerkörper 12 befestigt. Die Steuerung der Greifer erfolgt in bekannter
Weise, z.B. über Kurven und Kurvenrollen, so daß der zugeführte Bogen in der Zentrale
zwischen Druckzylinder 3 und Bogenüberführtrommel 1 übernommen und in der Zentrale
zwischen Bogenüberführtrommel 1 und Druckzylinder 4 abgegeben wird.
[0010] Bei der Ausführung gemäß Fig. 1 sind innerhalb des Trommelumfangs zwischen den Greiferreihen
5-7 Leitbleche 14 vorgesehen, die so nach innen zur Trommelmitte hin geformt sind,
daß sie einen Hohlraum zur Erzeugung eines Luftstaus bilden. Die Leitflächen der
Leitbleche 14 verlaufen im wesentlichen als Sekante zum Trommelumfang und weisen
eine Durchbiegung zur Trommelmitte hin auf. Die Leitbleche 14 sind an den Lagerkörpern
12 bzw. den Halterungen 15 für die Bogentragelemente 13 befestigt. Die Befestigung
kann hierbei z.B. mittels Schrauben 16 erfolgen.
[0011] Werden bei einer derartig ausgebildeten Bogenüberführtrommel dickere Papierbögen
oder steife Kartonbögen bedruckt, so können diese sich in ihrem hinteren Bereich in
den durch die Leitbleche 14 gebildeten Freiraum hinein entspannen und werden nach
der Übergabe an den nächsten Zylinder 4 gezielt mit ihrer Hinterkante am Leitblech
14 entlanggeführt. Dadurch wird ein Abschmieren der frisch bedruckten Bogenfläche
vermieden. Weiterhin sind keine farbabweisenden Bogentragelemente erforderlich, die
regelmäßig gewaschen werden müßten. Auch ist der Drucker nicht gezwungen, auf die
freien Stellen im Druckbild Bogenstützelemente einzustellen oder gar teuere Spezialfarben
zu verwenden.
[0012] Die über die Trommelbreite reichenden Leitbleche 14 wirken nach der Bogenübernahme
als Luftschaufeln, wobei die Luft den Bogen mit der unbedruckten Seite an außerhalb
der Bogenüberführtrommel 1 angeordnete Bogenleitvorrichtungen 17 anlegt und damit
stabilisiert. Hierdurch erübrigt sich ein Abstützen des Bogens und die Gefahr des
Verschmierens ist vermieden. Die Bogenleitvorrichtung 17 ist in bekannter Weise beiderseits
an den Maschinenseitengestellen befestigt.
[0013] Nach der Übergabe des bedruckten Bogens 2 an den nachfolgenden Druckzylinder 4 bilden
die Leitbleche 14, zusammen mit dem hinteren Ende des Bogens 2, einen sich verengenden
keilförmigen Hohlraum 18, in dem ein Luftstau erzeugt wird. Dieser Luftstau verhindert
ein Anschlagen der bedruckten Bogenfläche an dem Leitblech 14. Lediglich die hintere
Bogenkante wird durch die Drehbewegung der Bogenüberführtrommel und des Druckzylinders
an dem Leitblech 14 entlanggeführt. Sind im Bereich der Befestigungsschrauben 16
für die Leitbleche 14 Schlitze vorgesehen, so lassen sich diese verstellen und hierdurch
an unterschiedliche Papiersorten anpassen.
[0014] Bei der Ausführung gemäß Fig. 2 ist zwischen Bogenüberführtrommel und Druckzylinder
4 außerhalb ein Blasrohr 19 vorgesehen, dessen Luftstrom 20 in den keilförmigen Hohlraum
gerichtet ist und den Luftstau verstärkt bzw. unterstützt. Anstelle von Leitblechen
14 können auch Leitbügel oder Leitzungen verwendet werden wenn z.B. nur sehr steifer
Karton verarbeitet wird. Auch lassen sich zum gezielten Druckabbau in dem keilförmigen
Hohlraum 18 an den Leitblechen 14 Öffnungen vorsehen, z.B. in Form von verschließbaren
Luftschlitzen, wodurch der Luftstaudruck unterschiedlichem Material angepaßt werden
kann.
[0015] In Fig. 3 sind zum Verarbeiten von dünnen weichen Bogen 2 in die Bogenüberführtrommel
1 zwischen den Greiferreihen 5, 6 und 7 Bogentragelemente 13 eingefügt, die mit ihren
Tragflächen den Zylindermantel bilden. Hierbei können die Tragflächen so ausgebildet
sein, daß sie keine Farbe von den frisch bedruckten Bogen übernehmen. Die Leitbleche
14 können bei diesen Druckarbeiten in der Bogenüberführtrommel 1 unterhalb der Bogentragelemente
verbleiben. Die Bogentragelemente 13 können über die Zylinderlänge durchgehend oder
als Stege ausgebildet sein, und sind auf einer Seite über Bolzen 21 in eine geschlitzte
Halterung 22 eingehakt. Auf der anderen Seite sind sie in der gabelförmig ausgebildeten
Aufnahme der Halterung 15 ebenfalls über einen Bolzen 23 eingehängt und durch einen
Haken 24 gesichert. Der Haken 24 ist auf einer Spindel 28 befestigt und wird unter
Federkraft in seine Haltestellung verschwenkt. Weiterhin ist auf einer Seite der
Spindel 28 ein Schwenkhebel 29 befestigt, der einen Federbolzne 25 trägt. Beim Einlegen
des Bogentragelements 13 bewirkt der Bolzen 23 selbstätig ein Öffnen und Einrasten
des Hakens 24. In der Verschlußstellung rastet zur zuzätzlichen Absicherung der Federbolzen
25 in eine Bohrung am Bogentragelement 13 ein. Zum schnellen Wechseln der Bogentragelemente
13 wird der Federbolzen 25 entsichert und über den Schwenkhebel 29 der Haken 24 geöffnet,
so daß das Bogentragelement 13 entnommen werden kann. Mit einer derartig kreisförmig
ausgebildeten Bogenüberführtrommel 1 lassen sich paßgenau auch extrem dünne und labile
Papierbogen bei ruhigem Papierlauf überführen. Die herausnehmbaren Bogentragelemente
können außerhalb der Maschine auf den nächsten Druckauftrag vorbereitet werden, so
daß die Umrüstzeiten für die Maschine geringer sind.
[0016] Fig. 4 unterscheidet sich gegenüber den vorher erläuterten Ausführungen dadurch,
daß die Bogenüberführtrommel 1 einen Trommelkörper 26 aufweist, der zwischen den Greiferreihen
5, 6 und 7 eine den Leitblechen 14 entsprechende Leitfläche 27 aufweist. Hierdurch
werden die gleichen Vorteile und Wirkungen erreicht wie mit den Leitblechen 14, und
zusätzlich lassen sich in gleicher Weise Bogentragelemente 13 einsetzen, falls der
Drucker einen entsprechenden Druckauftrag abwickeln will.
1. Bogenüberführtrommel zwischen den Druckwerken von Rotationsdruckmaschinen mit mehreren
symetrisch am Umfang angeordneten Greiferreihen,
dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb des Trommelumfangs zwischen den Greiferreihen (5,6,7) Leitflächen vorgesehen
sind, die zum Trommelumfang im wesentlichen als Sekante verlaufen.
2. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Greiferreihen (5,6,7) Leitbleche (14) vorgesehen sind, die im wesentlichen
als Sekante verlaufende Leitflächen aufweisen, und daß die Leitbleche (14) nach
innen zur Trommelmitte hin, eine Durchbiegung aufweisen, so daß sie beim Verarbeiten
von steifen Bögen (2) die Bogenhinterkante nach der Übernahme durch den nachfolgenden
Druckzylinder (4) abstützen, und mit dem Bogenende einen keilförmigen Hohlraum (18)
zur Erzeugung eines Luftstaus bilden.
3. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trommelkörper (26)der Bogenüberführtrommel (1) zwischen den Greiferreihen
(5,6,7) Leitflächen (27) aufweist, die im wesentlichen als Sekante verlaufen und zur
Trommelmitte hin einen Knick aufweisen, so daß beim Verarbeiten von steifen Bögen
(2) die Bogenhinterkante nach der Übernahme durch den nachfolgenden Druckzylinder
(4) abgestützt wird und die Leitfläche mit dem Bogenende einen keilförmige Hohlraum
(18) zur Erzeugung eines Luftstaus bilden.
4. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß außerhalb der Bogenüberführtrommel (1) ein Blasrohr (19) vorgesehen ist, dessen
Luftstrom (20) auf den Bogen (2), die Leitflächen (14,27) und in den Hohlraum (18)
gerichtet ist.
5. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitflächen (14,27) als Luftschaufeln ausgebildet sind, die den Bogen (2)
an eine Bogenleitvorrichtung (17) anlegen, die außerhalb der Bogenüberführtrommel
(1) mit geringem Abstand zu deren Mantelfläche angeordnet ist.
6. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitbleche (14) über Schrauben (16) einstellbar am Tragkörper (10) der Bogenüberführtrommel
(1) befestigt sind.
7. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den Leitblechen (14) Luftschlitze vorgesehen sind, deren Öffnungen zum Regulieren
des Staudrucks einstellbar sind.
8. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitbleche als Leitbügel bzw. Leitzungen ausgebildet sind.
9. Bogenüberführtrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Greiferreihen (5,6,7) Bogentragelemente (13) einhängbar befestigt
sind, die den Trommelumfang bilden, und an Halterungen (15,22) mittels Schnellverschluß
(23,24,25) gelagert sind.