[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Höhenverlagerung
von Walzen in Walzgerüsten, zum Angleichen der Oberkante der unteren Arbeitswalze
an die Walzlinie und zum Wechseln der Walzen, insbesondere bei Quarto- Gerüsten, ausgestattet
mit einem Walzenwechselschlitten, der in Längsrichtung der Walzen verfahrbar ist und
auswechselbare Stufenplatten variabler Dicke bzw. Höhe zur Abstützung der Einbaustücke
der Stützwalzen aufweist, sowie vertikale Hubelemente zum zwischenzeitlichen Abstützen
der Einbaustücke.
[0002] In der deutschen Patentschrift DE-PS 28 06 525 wird eine Vorrichtung zum Ausfahren
der Walzen von Walzgerüsten und zum Angleichen der Oberkante der unteren Arbeitswalze
an die Walzlinie beschrieben, ausgestattet mit einem Walzenwechselschlitten, auf dem
mehrere Stufenplatten unterschiedlicher Dicke angeordnet und mittels eines Verschiebeantriebs
unter die Einbaustücke der unteren Stützwalze einfahrbar sind, wobei die Stufenplatten
in einem Verschieberahmen angeordnet sind, der auf einer auf dem Wechselschlitten
befindlichen Bahn beweglich geführt und mit dem Verschiebeantrieb verbunden ist, wobei
der Verschiebeantrieb mindestens eine im Wechselschlitten gelagerte und von einem
Motor über Getriebe angetriebene Spindel umfaßt, ferner mit vertikalen Hubelementen
zum Abstützen der Einbaustücke, wobei die Hubelemente beidseits des Verschieberahmens
im Wechselschlitten angeordnet sind. Diese Vorrichtung verwendet Stufenplatten unterschiedlicher
Dicke, eine stufenlose kontinuierliche Angleichung an den Walzenverschleiß ist hierbei
jedoch nicht möglich.
[0003] Daneben sind aber auch stufenlos verstellbare Einrichtungen bekannt, wobei die maximal
mögliche Höhenverlagerung der Einbaustücke mittels Keilen vorgenommen wird. Diese
Anordnungen sind allerdings nicht in Richtung der Walzenachsen verfahrbar ausgebildet.
Infolge des notwendigen kleinen Keilwinkels, müssen die Keile im übrigen auch sehr
lang sein, wegen der ansonsten eintretenden Selbsthemmung. Daher sind derartige Vorrichtungen
apparativ sehr aufwendig und wartungsunfreundlich bei hohem Platzbedarf.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung vorzustellen,
mittels derer die genannten Nachteile vermieden und die Schwierigkeiten ausgeräumt
werden können. Dabei soll der Walzenwechsel, insbesondere auch der Wechsel der Arbeitswalzen
vereinfacht werden, bei gleichzeitig optimierter Einstellung des Walzspaltes, beziehungsweise
Einhaltung einer konstanten Walzlinie. Neben einer kompakten Bauweise soll auch eine
gute Wartungsmöglichkeit für die Stufenplatten und Hubelemente gewährleistet und eine
Schwächung der Walzenständer dabei vermieden werden.
[0005] Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt für das erfindungsgemäße Verfahren dadurch,
daß die Höhenverlagerung der einzelnen Stufenplatten stufenlos durch einen kurzen
Vertikalhub erfolgt. Zweckmäßigerweise erfolgt dies durch Keilverschiebung. Hierdurch
wird vorteilhaft eine stufenlose Höhenverstellung und Auswechselung der Arbeitswalzen
bei nur geringem Platzbedarf erstmals ermöglicht. Außerdem gestattet die stufenlose
Höhenverlagerung das kontinuierliche Angleichen der Oberkante der unteren Arbeitswalze
an eine höhenkonstante Walzlinie.
[0006] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der kurze Vertikalhub
durch einen Horizontalhub erzeugt wird. Hierdurch wird eine kompakte Bauweise ermöglicht,
in dem ein nur kurzer Vertikalhub durch einen ebenfalls verhältnismäßig kurzen Horizontalhub
erzeugt wird.
[0007] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß bei mehreren
Stufenplatten unterschiedlicher Höhe, mit der niedrigsten Stufe beginnend, diese jeweils
stufenlos mittels des kurzen Vertikalhubes angehoben wird, bis die niedrigere Stufe
das Niveau der nächsthöheren Stufe erreicht hat, wobei dann die vertikalen Hubelemente
die Abstützung der Einbaustücke zwischenzeitlich übernehmen, bis der kurze Vertikalhub
auf seine untere Stellung zurückgefahren und die nächsthöhere Stufenplatte unter die
Einbaustücke gefahren wurde. Auf diese Weise wird eine kontinuierliche Regelung bzw.
ein Angleichen der Oberkante der unteren Arbeitswalze an die Walzlinie, beispielsweise
in Warmbandfertigstraßen ermöglicht. Eine feste Rollgangsoberfläche bzw. eine feste
Führungsoberkante entsprechend der Banddicke kann beliebig eingestellt werden.
[0008] Mit Vorteil ist ferner vorgesehen, daß das erfindungsgemäße Verfahren zum Wechseln
der Arbeitswalzen eingesetzt wird, wobei die untere Stützwalze mit der Arbeitswalze
durch die vertikalen Hubelemente im Walzenwechselschlitten angehoben werden und die
unterste Stufenplatte unter die Einbaustücke gefahren und dann die Stützwalze mit
der Arbeitswalze abgesenkt wird, wobei sich das untere Einbaustück der Arbeitswalzen
auf eine feste Schiene setzt und ausgefahren wird. Auf diese Weise kann ein besonders
einfacher Arbeitswalzenwechsel erfolgen, ohne die Ausfahrschienen für den Walzenwechsel
anheben zu müssen.
[0009] Für die Vorrichtung zur Höhenverlagerung von Walzen in Walzgerüsten, zum Angleichen
der Oberkante der unteren Arbeitswalze an die Walzlinie und zum Wechseln der Walzen,
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wird die Aufgabe dadurch gelöst,
daß der Walzenwechselschlitten eine bewegliche Keilanordnung für die stufenlose Höhenverlagerung
der einzelnen Stufenplatten aufweist.
[0010] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Keilanordnung aus zwei
oberen Keilen und zwei unteren Keilen besteht, wobei jeweils ein oberer und unterer
Keil eine gemeinsame Berührungsfläche bilden und jeweils der obere in vertikaler und
der untere in horizontaler Richtung zwangsgeführt werden. Hierbei handelt es sich
um eine besonders betriebssichere und zuverlässige Ausführungsform.
[0011] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, daß die
unteren Keile miteinander durch eine oder mehrere Verbindungselemente in starrer Wirkungsverbindung
stehen. Mit dieser Maßnahme entfällt ein weiteres Hubelement, es können somit Kosten
gespart werden.
[0012] Zweckmäßigerweise bildet die Berührungsfläche des jeweils oberen Keils mit dem zugehörigen
unteren Keil einen Keilwinkel gegenüber der Horizontalen von in etwa 5 Grad. Mittels
der bevorzugten Winkelanordnung wird die kompakte Bauweise optimiert.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht mit Vorteil vor, daß die unteren Keile
mittels eines Hubzylinders horizontal verschiebbar angeordnet sind, wobei der Hubzylinder
vorzugsweise zwischen den unteren Keilen angeordnet ist. Hubzylinder sind bewährte
Kraftmittel, die Anordnung zwischen den Keilen ist besonders platzsparend. Zweckmäßigerweise
ist an der Kolbenstange des horizontalen Hubzylinders eine hydraulische Klemme angebracht,
die durch das Walzen bedingte Schlagimpulse auf das Kraftmittel auffängt.
[0014] Ferner ist mit Vorteil vorgesehen, daß zumindest ein oberer Keil mit einer Druckmeßdose
ausgestattet ist und ein Distanzstück besitzt. Auf diese Weise kann der Walzdruck
gesteuert und eine konstante Höhe der Walzlinie kontrollierbar eingehalten werden.
[0015] Weiterhin ist mit der Erfindung vorgesehen, daß mehrere Stufenplatten unterschiedlicher
Dicke auf dem Walzenwechselschlitten angeordnet und mittels eines Verschiebeantriebs
unter die Einbaustücke der unteren Stützwalze verfahrbar sind, wobei die Stufenplatten
in einem Verschieberahmen angeordnet sind, der auf einer auf dem Walzenwechselschlitten
befindlichen Bahn beweglich geführt und mit dem Verschiebeantrieb verbunden ist, wobei
der Verschiebeantrieb mindestens eine im Walzenwechselschlitten gelagerte und von
einem Motor über Getriebe angetriebene Spindel umfaßt. Auf diese Weise kann die Höhenverlagerung
der Walzen beliebig eingestellt bzw. verstellt werden, beispielsweise kontinuierlich
in Abhängigkeit vom Walzenverschleiß. Ferner sind zweckmäßigerweise die vertikalen
Hubelemente zum zwischenzeitlichen Abstützen der Einbaustücke beidseits des Verschieberahmens
im Walzenwechselschlitten angeordnet.
[0016] Darüberhinaus ist mit der Erfindung vorgesehen, daß die niedrigsten Stufenplatten
eine Dicke von etwa 50 mm aufweisen, wobei zwischen den Walzenständern beidseitig
achsparallel zu den Walzen stationäre Ausfahrschienen angeordnet sind, auf denen die
unteren Einbaustücke der Arbeitswalzen verfahrbar sind, sofern die Einbaustücke der
Stützwalze auf den unteren Stufenplatten aufliegen. Diese Ausführungsform gestattet
vorteilhaft ein Wechseln der Arbeitswalzen, ohne die Ausfahrschienen für den Walzenwechsel
anheben zu müssen.
[0017] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung geben sich aus der nachstehenden
Erläuterung der in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele.
[0018] Es zeigen:
Fig. 1 einen Teillängschnitt durch den erfindungsgemäßen Wechselschlitten im Bereich
des linken Einbaustücks eines Walzgerüsts
Fig. 2 einen Teillängschnitt durch den Wechselschlitten im Bereich des rechten Einbaustücks
eines Walzgerüsts
Fig. 3 einen Querschnitt aus Figur 1 gemäß der Linie A-B
Fig. 4 einen Längsschnitt durch den erfindungsgemäßen Walzenwechselschlitten mit
stufenlosem Höhenausgleich mit nur zwei Stufenplatten
Fig. 5 schematische Darstellung des oberen Keils mit Druckmeßdose im Querschnitt
[0019] Die Figuren 1 und 2 zeigen jeweils ausschnittweise ein Vierwalzengerüst mit den Einbaustücken
(10, 11) einer unteren Stützwalze (13) beim Walzen auf einem Walzenwechselschlitten
(14) in den Fensteröffnungen der Walzenständer (15, 16). Die Walzenständer (15, 16)
sind durch eine Traverse (17) verbunden, wobei am Walzenständer (16) zusätzlich ein
Träger (18) angebracht ist. Auf den Walzenständern (15, 16), der Traverse (17) und
dem Träger (18) ist niveaugleich eine Gleitschiene (19) angebracht auf der der Walzenwechselschlitten
(14) verfahrbar ist. Am Schlitten (14) ist eine Kolbenstange (nicht dargestellt) eines
am Träger (18) befestigten Verschiebezylinders (nicht dargestellt) angeschlossen,
womit der Schlitten (14) auf der Gleitschiene (19) aus dem Walzgerüst heraus- und
hereingefahren werden kann. Die Oberseite des Wechselschlittens (14) ist als Bahn
(20, 21) für einen Verschieberahmen (22) ausgebildet, in dem auf jeder Seite sechs
Stufenplatten (23 - 28; 29 - 34) unterschiedlicher Höhe in einer Reihe angeordnet
sind.
[0020] Die niedrigsten Stufenplatten (28, 34) weisen eine Dicke von etwa 50 mm auf. Auf
diese Weise kann die Walzenwechselvorrichtung (14) sehr leicht zum alleinigen Wechseln
der Arbeitswalzen eingesetzt werden, wobei die untere Stützwalze (13) mit der Arbeitswalze
durch die vertikalen Hubelemente (Fig. 3, Ziffern 70, 71)im Walzenwechselschlitten
(14)angehoben und die unterste Stufenplatte (28, 34) unter die Einbaustücke (10, 11)
gefahren und dann die Stützwalze (13) mit der Arbeitswalze abgesenkt wird. Die unteren
Einbaustücke der Arbeitswalzen setzen sich dabei auf eine feste Schiene (nicht dargestellt)
und können ausgefahren werden. Sofern auch die Stützwalzen gewechselt werden müssen,
werden diese danach auf dem Schlitten (14) ausgefahren.
[0021] Die Stufung der übrigen Stufenplatten (23 - 27 bzw. 29 - 33) zueinander beträgt in
etwa 30 mm. Die Stufenplatten (23, 29; 24, 30; 25, 31; 26, 32; 27, 33; 28, 34) stehen
jeweils paarweise in Wirkungsverbindung mit den Hartmetalldruckstücken (35, 36).
[0022] Die Bahn (20, 21) des Verschieberahmens (22) kann durch am Walzenwechselschlitten
(14) seitlich aufgesetzte Hauben abgedeckt sein, die mittels Dichtungen (nicht dargestellt)
an den Einbaustücken (10, 11) angeschlossen sind. Dadurch kann vorteilhaft eine Verunreinigung
der Stufenplatten (23 - 34) in ihrer Bahn (20, 21) vermieden werden.
[0023] Am Walzenwechselschlitten (14) ist eine Spindel (40) gelagert, die über Schneckengetriebe
und Kegelräder von einem Motor bzw. auch einem Hydraulikmotor (nicht dargestellt)
angetrieben wird. Auf die Spindel (40) ist eine Führungsmutter (41) aufgeschraubt,
die über eine am Verschieberahmen (22) angebrachte Gabel (42) den Verschieberahmen
(22) horizontal bewegt.
[0024] Im Walzenwechselschlitten (14) ist ferner ein horizontaler Hubzylinder (50) zur Betätigung
der beweglichen Keilanordnung (51 - 54) für die stufenlose Höhenverstellung der einzelnen
Stufenplatten (23 - 34) vorgesehen. Die Keilanordnung (51 - 54) besteht im wesentlichen
aus zwei oberen Keilen (51, 52) und zwei unteren Keilen (53, 54), wobei jeweils der
obere Keil in vertikaler und der untere Keil in horizontaler Richtung zwangsgeführt
werden. Die Zwangsführung der unteren Keile (53, 54) wird durch Keilschienen (55,
56) bewirkt, die in den Führungsnuten (57, 58) des Walzenwechselschlittens (14) verschiebbar
sind. Die oberen Keile (51, 52) werden im Rahmen des Wechselschlittens (14) vertikal
beweglich gehalten. Zweckmäßigerweise sind die unteren Keile (53, 54) durch Verbindungselemente
(59), beispielsweise eine oder mehrere Stangen, Profilleisten, Stabkonstruktionen
etc. miteinander verbunden. An der Kolbenstange (60) des horizontalen Hubzylinders
(50) ist eine hydraulische Klemme (61) zur Vermeidung von Schlägen auf den Zylinder
(50) angebracht.
[0025] Gemäß Figur 3 sind im Walzenwechselschlitten (14) beidseits des Verschieberahmens
(22) als Hubelemente vertikale Hubzylinder (70, 71) unterhalb der Einbaustücke (10,
11) angeordnet, deren Kolben bei Beaufschlagung über Distanzplatten (72, 73) die Einbaustücke
(10 bzw. 11) anheben. Der Wechselschlitten (14) ist auf der unteren Gleitschiene (19)
achsparallel verschiebbar seitlich abgestützt an den Gleitleisten (74, 75), die an
den Verschleißleisten (76, 77) der Walzenständer (15, 16) angebracht sind. Der Verschieberahmen
(22) wird seitlich im Schlitten (14) in den Gleitlagern (78, 79) bewegt. In der angehobenen
Stellung können durch den Motor für die Spindel (40) die zum Angleichen der Oberkante
der unteren Arbeitswalze erforderlichen Stufenplatten (23 - 34) unter die Hartmetalldruckstücke
(35, 36) an den Einbaustücken (10, 11) geschoben werden.
[0026] Figur 4 zeigt den unteren Teil eines Quarto- Gerüstes, wobei im Unterschied zu dem
in den Figuren 1 und 2 gewählten Beispiel nur zwei Stufenplatten (62, 63) vorgesehen
sind, die über die bewegliche Keilanordnung (51 - 54), wie oben bereits beschrieben,
vertikal bewegt werden können. Der zwischen den unteren Keilen (53) und (54) angeordnete
Hubzylinder (64) besorgt deren horizontale Verschiebung, wobei die Keile (53, 54)
über seitlich angebrachte Wangen (59) in starrer Verbindung zueinander stehen. Dabei
kann der Hubzylinder (64) auch oberhalb der Verbindungselemente (59) angebracht und
mit diesen verbunden sein, wobei sich der Hubzylinder (64) an seiner anderen Seite
jeweils im Rahmen bzw. einer Querverbindung des Walzenwechselschlittens (14) abstützt.
An der Kolbenstange (65) des Hubzylinders (64) ist wiederum eine hydraulische Klemme
(66) zur Vermeidung von Schlägen auf den Zylinder (64) angebracht. Eine derartige
Anordnung, mit nur jeweils einer Stufenplatte (62, 63) unter den beiden Einbaustücken
(10, 11), ist besonders dann sinnvoll, wenn nur geringe Höhenverlagerungen der Walzen
nötig sind. Ansonsten können aber auch die Stufenplatten (62, 63) gegen dickere ausgetauscht
werden. Auf diese Weise wird eine über die vertikale Hübhöhe der Keilanordnung (51
- 54) hinausgehende und quasi stufenlose Höhenverlagerung erreicht.
[0027] Nach Figur 5 kann der obere Keil (80) zweckmäßigerweise mit einer Druckmeßdose (81)
ausgestattet sein, die in die Ausnehmung (82) des oberen Keils (80) eingebettet ist
und auf der ein vertikal bewegliches Distanzstück (83) aufliegt.
[0028] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen sind nicht auf das in den Zeichnungsfiguren dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt. So kann beispielsweise der erfindungsgemäße Walzenwechseltisch
bzw. das Verfahren, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen, auch in Duo- oder
Sexto-Gerüsten mit entsprechender konstruktiver Anpassung eingesetzt werden.
1. Verfahren zur Höhenverlagerung von Walzen in Walzgerüsten, zum Angleichen der Oberkante
der unteren Arbeitswalze an die Walzlinie und zum Wechseln der Walzen, insbesondere
bei Quarto- Gerüsten, ausgestattet mit einem Walzenwechselschlitten, der in Längsrichtung
der Walzen verfahrbar ist und auswechselbare Stufenplatten variabler Dicke bzw. Höhe
zur Abstützung der Einbaustücke der Stützwalzen aufweist, sowie vertikale Hubelemente
zum zwischenzeitlichen Abstützen der Einbaustücke, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhenverlagerung der einzelnen Stufenplatten stufenlos durch einen kurzen
Vertikalhub erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der kurze Vertikalhub durch einen Horizontalhub erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß bei mehreren Stufenplatten unterschiedlicher Höhe, mit der niedrigsten Stufe
beginnend, diese jeweils stufenlos mittels des kurzen Vertikalhubes angehoben wird,
bis die niedrigere Stufe das Niveau der nächsthöheren Stufe erreicht hat, wobei dann
die vertikalen Hubelemente die Abstützung der Einbaustücke zwischenzeitlich übernehmen
bis der kurze Vertikalhub auf seine untere Stellung zurückgefahren und die nächsthöhere
Stufenplatte unter die Einbaustücke gefahren wurde.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß es zum Wechseln der Arbeitswalzen eingesetzt wird, wobei die untere Stützwalze
mit der Arbeitswalze durch die vertikalen Hubelemente im Walzenwechselschlitten angehoben
werden und die unterste Stufenplatte unter die Einbaustücke gefahren und dann die
Stützwalze mit der Arbeitswalze abgesenkt wird, wobei sich das untere Einbaustück
der Arbeitswalzen auf eine feste Schiene setzt und ausgefahren wird.
5. Vorrichtung zur Höhenverlagerung von Walzen in Walzgerüsten, zum Angleichen der
Oberkante der unteren Arbeitswalze an die Walzlinie und zum Wechseln der Walzen, insbesondere
bei Quarto- Gerüsten, ausgestattet mit einem Walzenwechselschlitten, der in Längsrichtung
der Walzen verfahrbar ist und auswechselbare Stufenplatten variabler Dicke bzw. Höhe
zur Abstützung der Einbaustücke der Stützwalzen aufweist, sowie vertikale Hubelemente
zum zwischenzeitlichen Abstützen der Einbaustücke, zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Walzenwechselschlitten (14) eine bewegliche Keilanordnung für die stufenlose
Höhenverlagerung der einzelnen Stufenplatten (23 - 34; 62, 63) aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Keilanordnung aus zwei oberen Keilen (51, 52) und zwei unteren Keilen (53,
54) besteht, wobei jeweils ein oberer (51 bzw. 52) und unterer Keil (53 bzw. 54) eine
gemeinsame Berührungsfläche bilden und jeweils der obere in vertikaler und der untere
in horizontaler Richtung zwangsgeführt werden.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die unteren Keile (53, 54) miteinander durch eine oder mehrere Verbindungselemente
(59) in starrer Wirkungsverbindung stehen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Berührungsfläche des jeweils oberen Keils (51 bzw. 52) mit dem zugehörigen
unteren Keil (53 bzw 54) einen Keilwinkel gegenüber der Horizontalen von in etwa 5
Grad bildet.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die unteren Keile (53, 54) mittels eines Hubzylinders (50, 64) horizontal verschiebbar
angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hubzylinder (64) zwischen den unteren Keilen (53, 54) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Kolbenstange (60, 65) des horizontalen Hubzylinders (50, 64) eine hydraulische
Klemme (61, 66) angebracht ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein oberer Keil (80, 51 bzw. 52) mit einer Druckmeßdose (81) ausgestattet
ist und ein Distanzstück (83) besitzt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Stufenplatten (23 - 34) unterschiedlicher Dicke auf dem Walzenwechselschlitten
(14) angeordnet und mittels eines Verschiebeantriebs (40 - 42) unter die Einbaustücke
(10, 11) der unteren Stützwalze (13) verfahrbar sind, wobei die Stufenplatten (23
- 34) in einem Verschieberahmen (22) angeordnet sind, der auf einer auf dem Walzenwechselschlitten
(14) befindlichen Bahn (20, 21) beweglich geführt und mit dem Verschiebeantrieb (40
- 42) verbunden ist, wobei der Verschiebeantrieb (40 - 42) mindestens eine im Walzenwechselschlitten
(14) gelagerte und von einem Motor über Getriebe angetriebene Spindel (40) umfaßt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die vertikalen Hubelemente (70, 71) zum zwischenzeitlichen Abstützen der Einbaustücke
(10, 11) beidseits des Verschieberahmens (22) im Walzenwechselschlitten (14) angeordnet
sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stufung der einzelnen Stufenplatten (23 - 27 bzw. 29 - 33) zueinander in
etwa 30 mm beträgt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die niedrigsten Stufenplatten (28, 34; 62, 63) eine Dicke von etwa 50 mm aufweisen,
wobei zwischen den Walzenständern (15, 16) beidseitig achsparallel zu den Walzen stationäre
Ausfahrschienen angeordnet sind, auf denen die unteren Einbaustücke der Arbeitswalzen
verfahrbar sind, sofern die Einbaustücke (10, 11) der Stützwalze (13) auf den unteren
Stufenplatten (28, 34; 62, 63) aufliegen.