[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauelementes insbesondere
zur Verwendung als Skikern, vorzugsweise in einem Langlaufski, welcher Kern durch
aneinandergefügte und miteinander verbundene, gewellte oder abgewinkelt profilierte
Folien aus Papier- oder Kunststoffmaterial gebildet ist. Die Erfindung betrifft weiters
ein nach diesem Verfahren hergestelltes Bauelement, insbesondere zur Verwendung als
Skikern.
[0002] Es ist bekannt, Kerne für Skier, insbesondere für Langlaufskier, durch aufeinander
gelegte Schichten, die z.B. aus Holz gefertigt sind, zu bilden. Derartigen Kernen
kommt jedoch ein großes Gewicht zu. Soferne der Ski ein geringes Gewicht aufweisen
soll, ist es weiters bekannt, dessen Kern als armierte Ausschäumung aus einem Kunststoffmaterial
auszubilden. Derartige durch Ausschäumung gefertigte Kerne weisen jedoch eine nur
geringe Festigkeit auf. Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, einen Kern
für einen Ski, insbesondere einen Langlaufski, zu schaffen, der trotz eines sehr geringen
Gewichtes eine sehr hohe Festigkeit aufweist.
[0003] Es ist weiters bekannt, Skikerne durch gewellte oder abgewinkelt profilierte Folien
aus Papier- oder Kunststoffmaterial zu fertigen, welche Kerne eine Art Wabenstruktur
aufweisen. Bei der Herstellung derartiger Kerne besteht jedoch das Problem, daß eine
Lagehalterung der einzelnen Folien dahingehend bewirkt werden muß, daß diese mit den
Scheiteln aufeinander zu liegen kommen bzw. daß verhindert wird, daß die einzelnen
Folien ineinander liegen, wodurch nicht die angestrebte Struktur mit zwischen den
Folien befindlichen Kanälen gebildet werden könnte. Um dieses Problem zu lösen, ist
z.B. bei einem Kern gemäß der AT-PS 231 323 jeweils zwischen zwei abgewinkelt profilierten
Folien eine angenähert eben ausgebildete Folie angeordnet, welche auf den Scheiteln
einer der Folien zu liegen kommt und die ihrerseits die Basis für die Auflage der
anliegenden weiteren Folie bildet. Ein derartiger Kern ist allerdings insoferne nicht
den Erfordernissen entsprechend, als durch die dazwischen befindlichen, durchgehenden,ebenen
Folien dessen Gewicht nahezu verdoppelt wird, wogegen nur eine geringfügige Erhöhung
in dessen Festigkeit erzielt wird. Zudem unterliegen die angenähert eben durchlaufenden
Folien hohen Belastungen, weswegen sie bru-chanfällig sind, wodurch Beschädigungen
eines aus diesem Bauelement gefertigten Kernes bedingt werden können.
[0004] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, durch
welches in einfacher Weise ein derartiges Bauelement gefertigt werden kann, ohne daß
zwischen den einzelnen profilierten Folien ebene Folien vorgesehen werden müssen,
sodaß die durch diese bedingten Nachteile vermieden werden und dessen ungeachtet die
angestrebte Lagehalterung zur Verbindung der Folien längs ihrer Scheitel gewährleistet
wird. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß an den gewellten oder abgewinkelt
profilierten Folien aus Papier oder Kunststoff in Abständen voneinander befindliche,
zueinander angenähert parallel verlaufende Zugelemente, wie Fäden aus Baumw-olle,
Seide, Glas, Kunststoff, Kohlenstoff od.dgl., befestigt, z.B. verklebt, werden und
anschließend die Folien in der gewünschten Lage aufeinandergelegt und miteinander
verbunden werden.
[0005] Die Zugelemente, die sich quer zu den Erzeugenden der profilierten Folien erstrecken,
können sich in Abständen von 10 cm bis 30 cm, vorzugsweise in Abständen von 20 cm,
voneinander befinden. Nach Verbindung, insbesondere Verklebung, der Folien miteinander
können die Folien in an sich bekannter Weise,z.B. durch Imprägnierung,verstärkt werden,
worauf die durch die aufeinander geschichteten und miteinander verbundenen Folien
gebildeten Pakete senkrecht zu den Erzeugenden der Folien bzw. parallel zu den Zugelementen
in Abschnitte unterteilt werden, deren Höhe angenähert der Höhe des gewünschten Kernes
zur Herstellung eines Skis, insbesondere eines Langlaufskis, entspricht.
[0006] Nach einer Ausführungsvariante können die durch die miteinander verbundenen Folien
gebildeten Pakete längs solcher Ebenen in Abschnitte unterteilt werden, die mit den
Normalebenen auf die Erzeugenden der Struktur einen Winkel von 10° bis 50°, insbesondere
einen Winkel von 20° bis 40°, einschließen. Da über die Länge eines Skis der Kern
in Abschnitte unterteilt sein kann, kann hierdurch in jedem Bereich des Skis ein den
Belastungen optimal entsprechender Kernabschnitt angeordnet werden.
[0007] Zur Fertigung eines solchen Bauelementes werden gewellte oder abgewinkelt profilierte
Folien aus Papier-oder Kunststoffmaterial unter Zwischenlage von Fäden aneinandergefügt
und miteinander verbunden, insbesondere verklebt, wodurch sich eine im Querschnitt
gewellte oder wabenförmige Struktur ergibt. Hierauf werden diese Pakete von übereinander
geschichteten und miteinander verbundenen Folien in Abschnitte unterteilt, deren Breite
der Höhe eines Skikernes angenähert gleich ist. Bei Verwendung als Skikern stehen
demnach die Wände dieser Abschnitte angenähert senkrecht zur Lauffläche bzw. zur Oberfläche
des Skis. Somit ist der Kern durch einen strukturierten Körper gebildet, der mit von
oben nach unten durchgehenden Kanälen ausgebildet ist.
[0008] Ein Bauelement zur Herstellung eines Kernes für einen Ski, insbesondere einen Langlaufski,
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß es aus aneinandergefügten und miteinander
direkt verbundenen, gewellten oder abgewinkelt profilierten Folien aus Papier oder
einem Kuststoffmaterial besteht. Vorzugsweise ist das Papier, aus dem das Bauelement
gefertigt ist, durch Imprägnierung mittels eines Kunststoffmaterials verstärkt. Soferne
das Bauelement durch gewellte Folien gebildet ist, sind jeweils aneinander liegende
Folien so gegeneinander verschoben, daß sie mit ihren Scheiteln aneinander liegen,
wobei sie längs der Scheitel miteinander verbunden sind. Zur Verstärkung des Bauelementes
bzw. des aus diesem gefertigten Skikernes kann zumindest ein Teil der Folien doppeltschichtig
ausgebildet sein, wobei zwei aneinander liegende Folien ineinander gelegt sind, wogegen
die an die Doppelschichte anliegenden Folien mit diesen längs deren Scheitellinien
verbunden sind.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. ein erfindungsgemäßes Bauelement sind nachstehend
anhand von zwei in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauelementes in Draufsicht
und
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauelementes in Draufsicht.
[0010] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, besteht ein erfindungsgemäßes Bauelement 1, das zur
Herstellung eines Skikernes verwendet werden kann, aus gewellten Folien 2, wobei jeweils
nebeneinander liegende Folien so gegeneinander verschoben sind, daß sie mit ihren
Scheitellinien 3a, 3b aufeinander zu liegen kommen. Längs dieser Scheitellinien 3
sind die Folien 2 miteinander verbunden, z.B. verklebt, wodurch eine Struktur gebildet
ist, bei welcher zwischen den einzelnen Folien 2 durchgehende Kanäle 4 gebildet sind.
Diese Kanäle 4 erstrecken sich bei einem Skikern von der Oberseite des Skis zu dessen
Unterseite hin. Die durch den Kern aufzunehmenden Belastungen werden von den von oben
nach unten durchgehenden Wänden der Folien 2 aufgenommen. Aufgrund der Struktur dieses
Bauelementes 1 weist dieses die für die Verwendung als Skikern erforderliche Festigkeit
auf. Die Folien können aus mittels eines Kunststoffes imprägniertem Papier-bzw. aus
steifem Kunststoffmaterial gefertigt sein.
[0011] Zur Fertigung des durch aufeinandergelegte und miteinander verbundene Folien gebildeten
Bauelementes werden zwischen den einzelnen Folien 2 in Abständen voneinander befindliche
Zugelemente 6, wie z.B. Fäden aus Seide, Baumwolle, Glas, Kunststoff, Kohlenstoffod.dgl.
angeordnet, die sich quer zu den Erzeugenden der Folien 2 erstrecken, wodurch die
einzelnen Folien 2 in einfacher Weise aufeinander gelegt werden und miteinander längs
ihrer Scheitellinien,insbesondere zur Klebung, verbunden werden können. Soferne die
Höhe eines Bauelementes 1 zur Fertigung eines Skis geringer ist als der Abstand der
Zugelemente 6 voneinander, scheinen nur in einzelnen der endgefertigten Kerne derartige
Zugelemente 6 auf.
[0012] Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 unterscheidet sich vom Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 1 nur dadurch, daß ein Teil der Folien 2 zur Erhöhung der Festigkeit des Bauelementes
1 doppelschichtig ausgebildet ist, wobei jeweils zwei Folien 2n, 2'n ineinander gelegt
und miteinander verbunden sind. Die anliegenden Folien 2m, 2o sind gegenüber dem ersten
Folienpaar . 2n, 2'n verschoben angeordnet, wodurch sie mit diesem längs ihrer Scheitellinien
3m, 3o längs der Scheitellinien 3n, 3'n verbunden werden können. Die übrigen Merkmale
und das Herstellungsverfahren entsprechen denjenigen, die anhand des Ausführungsbeispiels
gemäß Fig. 1 erläutert wurden. Zur Herstellung derartiger Bauelemente zur Fertigung
von Kernen für Skier werden auf einer Seite von gewellten Folien aus Papier oder Kunststoff
in Abständen von 20 cm bis 50 cm. Zugelemente, z.B. Fäden aus Baumwolle, Seide, Glas,
Kohlenstoff, Kunststoff od.dgl., befestigt. Die Zugelemente verlaufen dabei quer zu
den Erzeugenden der gewellten Folien. Hierauf werden die Folien mittels eines Kunststoffes
imprägniert, wodurch ihre Festigkeit maßgeblich erhöht wird. Beim Imprägniervorgang
dienen die Zugelemente der Formhaltung. Anschließend wird eine Vielzahl von Folien
so aufeinander gelegt, daß sie sich längs ihrer Scheitellinien berühren und werden
sie miteinander längs der Scheitel verbunden, z.B. verklebt oder verschweißt. Schließlich
werden die hierdurch gebildeten Platten längs angenähert normal zu den Erzeugenden
geführter Schnitte unterteilt, wodurch Abschnitte erhalten werden, die als Kerne bei
der Fertigung von Skiern geeignet sind.
[0013] Nach einer Ausführungsvariante werden die Schnitte längs solcher Ebenen geführt,
die mit den Erzeugenden einen Winkel von 10° bis 50°, insbesondere einen Winkel von
20° bis 40°, einschließen, wodurch dem Skikern spezifische Festigkeitseigenschaften
erteilt werden können.
[0014] Die für den Herstellungsvorgang verwendeten Folien können z.B. eine Breite von 1
m aufweisen. Die Imprägnierung erfolgt derart, daß die Folien durch ein Harzbad hindurchgezogen
werden, worauf sie auf eine Spindel aufgespult und schräggestellt werden, wodurch
überschüssiges Harz abfließen kann. Hierauf werden Abschnitte der Folien aufeinander
geschichtet, wodurch Platten gebildet werden. Diese Platten werden in einen auf eine
Temperatur von 130° C bis 150° C beheizten Windkanal eingebracht, in welchem Heißluft
auch durch die in den Platten befindlichen Kanäle hindurchgeleitet wird. Hierdurch
wird eine Aushärtung des Harzes und eine feste Verbindung der Folien miteinander bewirkt,
wodurch steife Platten gebildet werden. Diese Platten werden hierauf in solche Abschnitte
unterteilt, die als Kern für Skier, insbesondere Langlaufskier, geeignet sind.
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauelementes, insbesondere zur Verwendung als Skikern,
vorzugsweise in einem Langlaufski, welcher Kern durch aneinandergefügte und miteinander
verbundene gewellte oder abgewinkelt profilierte Folien aus Papier- oder Kunststoffmaterial
gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß an den gewellten oder abgewinkelt profilierten
Folien (2) aus Papier oder Kunststoff in Abstand voneinander befindliche, zueinander
angenähert parallel verlaufende Zugelemente (6), wie Fäden aus Baumwolle, Seide, Glas,
Kunststoff, Kohlenstoff od.dgl., befestigt, z.B. verklebt, werden und anschließend
die Folien (2) aufeinander gelegt und miteinander verbunden, insbesondere verklebt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folien (2) nach Befestigung
der Zugelemente (6) durch Imprägnierung versteift werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die durch
die miteinander verbundenen Folien (2) gebildeten Platten längs solcher Ebenen in
Abschnitte unterteilt werden, welche Ebenen mit den Normalebenen auf die Erzeugenden
einen Winkel von 10° bis 50°, vorzugsweise einen Winkel von 20° bis 40°, einschließen.
4. Bauelement zur Herstellung eines Skikernes für einen Ski, insbesondere zur Herstellung
eines Kernes für einen Langlaufski, bestehend aus aneinandergefügten und miteinander
verbundenen, gewellten oder abgewinkelt profilierten Folien aus Papier oder Kunststoffmaterial,
dadurch gekennzeichnet, daß die gewellten bzw. abgewinkelt profilierten Folien (2)
miteinander unmittelbar verbunden sind.
5. Bauelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Papier in an sich bekannter
Weise durch Imprägnierung mittels eines Kunststoffmaterials verstärkt ist.
6. Bauelement nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei aneinander
liegende gewellte Folien (2) so gegeneinander verschoben sind, daß sie jeweils mit
ihren Scheitellinien aneinander liegen sowie längs dieser miteinander verbunden sind.
7. Bauelement nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
ein Teil der Folien (2) doppelschichtig ausgebildet ist.