[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial
aus einem elektrisch leitenden Schichtträger, gegebenenfalls einer haftvermittelnden
isolierenden Zwischenschicht und mindestens einer bindemittelhaltigen photoleitfähigen
Schicht, die eine Ladungsträger erzeugende Verbindung und ein Pyrazolin-Derivat als
Ladungen transportierende Verbindung enthält.
[0002] Die Erfindung bezieht sich besonders auf ein Aufzeichnungsmaterial, bei dem die photoleitfähige
Schicht aus einer Ladungserzeugungs - und Ladungstransportschicht besteht.
[0003] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial ist außerdem für eine auf elektrophotographischem
Wege herstellbare lithographische Druckform oder gedruckte Schaltung geeignet, wenn
es aus einem entsprechend geeigneten elektrisch leitenden Schichtträger und einer
photoleitfähigen Schicht mit alkalisch entschichtbaren Bindemitteln besteht.
[0004] Die Verwendung von 1.3.5.-Triphenyl-pyrazolin- sowie 1.5-Diphenyl-3-styryl-pyrazolin-Derivaten
als Photoleiter ist bekannt. So werden im DE-PS 1 060 714 entsprechend US-PS 3,180,729
diese Verbindungen in Monoschichtanordnung mit homogener Farbstoffsensibilisierung,
zum Bei-spiel durch Zusatz von Rhodaminen, besonders mit alkalisch entschichtbaren
Bindemitteln beschrieben.
[0005] Dies führt zu wenig photoempfindlichen und für Kopierzwecke ungeeigneten Photoleiterschichten.
[0006] In DE-PS 22 20 408 entsprechend US-PS 3,973,959 wird die Verwendung von Pyrazolin-Derivaten
als dem Ladungstransport dienende Verbindungen in Photoleiterschichten angegeben.
[0007] Bekannt ist weiter aus den US-Patenten Nos. 3,837,851, 4,030,923, 4,307,167 sowie
4,490,452 die Anwendung von vorzugsweise 1.5-Diphenyl-3-styrylpyrazolin-Derivaten,
die in p-Stellung der 3-Styryl- sowie 5-Phenylgruppe Elektronen spendende Substituenten
wie Methoxy-, Ethoxy-, Dimethylamino- sowie Diethylaminogruppen besitzen. In den Transportschichten
wird bevorzugt das 1-Phenyl-3 [(p-diethylaminostyryl)-5(p-diethylaminophenyl)] -pyrazolin
eingesetzt.
[0008] Außerdem sind ähnliche Pyrazolin-Derivate in Photoleiterschichten aus US-PS 4,278,746
bekannt. Ferner werden analoge Verbindungen in US-PS 4,315,982 beschrieben.
[0009] Nachteilig an den bekannten Pyrazolin-Derivaten ist ihre zum Teil schlechte Ausbeute
bei ihrer Herstellung sowie ihre schwierige präparative Zugänglichkeit über mehrere
Reaktionsstufen.
[0010] In DE-PS 32 46 036 entsprechend US-PS 4,567,125 werden 1.5-Diphenyl-3 p-methoxyphenyl
pyrazolin sowie 1-Phenyl-3 p-methylstyryl-5-p-tolylpyrazolin in Ladungstransportschichten
ebenfalls beschrieben; letztere Verbindung neigt bereits zur Auskristallisation nach
der Filmbildung, außerdem sind ihre Haftung sowie ihre Photoempfindlichkeit noch wenig
befriedigend.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, aus präparativ sehr leicht zugänglichen
Photoleiter-Verbindungen der Pyrazoline ein hoch lichtempfindliches, elektrophotographisches
Aufzeichnungsmaterial zu schaffen, das bei hoher Flexibilität sehr gut haftet und
eine sehr geringe Vorbelichtungsempfindlichkeit aufweist.
[0012] Die Lösung dieser Aufgabe geht von einem elektrophotographischen Aufzeichnungsmaterial
der eingangs genannten Art aus und ist dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungen transportierende
Verbindung der allgemeinen Formel I entspricht:

in der n = Null oder 1 und R₁,R₂, R₃, R₄, R₅ = Wasserstoff oder Halogen, bevorzugt
Chlor oder Brom bedeuten.
[0013] Besonders bewährt haben sich bei n = Null die Verbindungen, in denen R₁ und R
2,3 Wasserstoff und R₄, resp. R₅ Halogen bedeuten, wobei Chlor und Brom bevorzugt sind,
wie 1.3-Diphenyl-5-(2-chlorphenyl)-pyrazolin oder 1.3-Diphenyl-5-(2.4-dichlorphenyl)-pyrazolin.
[0014] Es können a uch R₁ = Wasserstoff und R
2,3 und R
4,5 = Halogen sein, wie in der beigefügten Formeltabelle I angegeben.
[0015] Von den Styrylpyrazolin-Derivaten mit n gleich 1 werden Verbindungen bevorzugt eingesetzt,
bei denen R₁ = Wasserstoff und R
2,3 und R
4,5 = Halogen bedeuten. Besonders günstig ist die Ortho-Stellung der Halogen-, insbesondere
Chlor-Substituenten, wie 1-Phenyl-3-(2-chlorstyryl)-5-(2-chlorphenyl)-pyrazolin oder
1-Phenyl-3-(2,4-dichlorstyryl)-5-(2,4-dichlorphenyl)-pyrazolin.
[0016] Die Ladungen transportierenden Verbindungen der allgemeinen Formel I können weiterhin
im Phenylsubstituenten in 1-Stellung halogensubstituiert sein.
[0017] Die Herstellung der erfindungsgemäß einsetzbaren Verbindungen ist im allgemeinen
bekannt und erfolgt analog den Angaben in DE-PS 10 60 714 entsprechend US-PS 3,180,729.
[0018] Sie sind präparativ sehr leicht zugänglich durch Kondensation von bevorzugt Cl- und/oder
Br-substituierten Benzalacetophenon- oder Dibenzolaceton-Derivaten mit Phenylhydrazinen
in Essigsäure (99 - 100 %). Weiterhin sind die Ausgangsmaterialien billig und die
Verbindungen in hoher Ausbeute herstellbar.
[0019] Neben ihren Photoleitereigenschaften sind die erfindungsgemäßen Pyrazolin-Derivate
außergewöhnlich stark fluoreszierend (λFL∼500 nm), sie können daher auch als Fluoreszenzfarbstoffe,
"Laser Dyes" sowie als optische Aufheller, z.B. von PVC-Kunststoffen, eingesetzt werden.
[0020] Die erfindungsgemäßen Ladungstransportverbindungen weisen eine sehr gute Filmbildung
mit verschiedenen Bindemitteln und eine außergewöhnlich geringe Auskristallisationsneigung
auch bei relativ hoher Konzentration auf. Die Filme bleiben dabei flexibel und sehr
gut haftend, auch in Doppelschichtanordnung.
[0021] Überraschend war die sehr geringe Vorbelichtungsempfindlichkeit und sehr hohe Photoempfindlichkeit
von Doppelschichten mit diesen Ladungen transportierenden Verbindungen. Als Ladungserzeugungsschichten
können dabei eine Reihe von Pigmenten eingesetzt werden, vorteilhaft hierfür sind
besonders Kondensationsprodukte des Perylen-3.4.9.10.-tetracarbonsäuredianhydrids
mit Alkylaminen, Arylaminen, Aralkylaminen sowie o-Aryldiaminen, wie in der beigefügten
Formeltabelle II angegeben.
[0022] Weiterhin erweist sich ein deutlich verbessertes Restentladungsverhalten der Schichten,
insbesondere bei Styrylpyrazolin-Derivaten (z.B. Formeln 5 + 6) als vorteilhaft.
[0023] Durch Zugabe bestimmter Elektronen Akzeptor-Verbindungen wie 9-Bromanthracen läßt
sich die Restentladungshöhe und Konstanz besonders im zyklischen Verhalten noch weiter
verbessern. Dabei ist die Aktivierbarkeit der Ladungen transportierenden Verbindungen
mit halogenierten Anthracen- oder Acridin-Derivaten in 9 oder 10-Stellung besonders
vorteilhaft.
[0024] Der Aufbau des elektrophotographischen Aufzeichnungsmaterials wird anhand der beigefügten
Figuren 1 bis 4 schematisch erläutert. Mit Position 1 ist jeweils der elektrisch leitende
Schichtträger angedeutet, Position 2 weist auf die Ladungsträger erzeugende Schicht
hin, und mit Position 3 wird die Ladungen transportierende Schicht angegeben. Position
4 gibt eine haftvermittelnde isolierende Zwischenschicht wieder, und mit Position
5 sind Schichten wiedergegeben, die eine Ladungsträger erzeugende Schicht als Pigmentschicht
in Dispersion zum Beispiel mit einem Bindemittel andeutet. Unter Position 6 ist eine
photoleitfähige Monoschicht aus dispers verteiltem Pigment, Photoleiter und Bindemittel
aufgezeichnet. Diese Anordnung nach Figur 1 ist vorteilhaft für die Herstellung von
Druckformen auf elektrophotographischem Wege.
[0025] Als elektrisch leitender Schichtträger kommt bevorzugt Aluminiumfolie, gegebenenfalls
transparente, mit Aluminium bedampfte, gesputterte oder aluminiumkaschierte Polyesterfolie
zum Einsatz, jedoch kann jedes andere, genügend leitfähige Trägermaterial auch verwendet
werden. Die Anordnung des photoleitfähigen Systems kann auch auf e
iner Trommel, auf flexiblen Endlosbändern, zum Beispiel aus Nickel oder Stahl etc.,
oder auf Platten (zum Beispiel aus Aluminium) erfolgen.
[0026] Als Schichtträger für die elektrophotographische Herstellung von Druckformen oder
gedruckten Schaltungen können sämtliche für diesen Zweck bekannten Materialien eingesetzt
werden, wie zum Beispiel Aluminium-, Zink-, Magnesium-, Kupferplatten oder Mehrmetallplatten.
Besonders bewährt haben sich oberflächenveredelte Aluminiumfolien. Die Oberflächenveredelung
besteht in einer mechanischen oder elektrochemischen Aufrauhung und gegebenenfalls
in einer anschließenden Anodisierung und Behandlung mit Polyvinylphosphonsäure.
[0027] Die Einführung einer haftvermittelnden isolierenden Zwischenschicht, gegebenenfalls
auch einer thermisch, anodisch oder chemisch erzeugten Aluminiumoxid-Zwischenschicht
(Figur 3, Position 4), hat zum Ziel, die Ladungsträgerinjektion vom Metall in die
Photoleiterschicht im Dunkeln herabzusetzen. Andererseits soll sie beim Belichtungsvorgang
den Ladungsfluß nicht hindern. Die Zwischenschicht wirkt als Sperrschicht, sie dient
auch dazu, die Haftung zwischen der Schichtträgeroberfläche und der Pigmentschicht
sowie Photoleiterschicht zu verbessern und sollte für die Herstellung von Druckformen
wäßrig oder alkoholkisch-alkalisch entschichtbar sein.
[0028] Für die Zwischenschicht können unterschiedliche Natur- bzw. Kunstharzbindemittel
verwendet werden, bevorzugt werden jedoch solche Materialien eingesetzt, die gut auf
ei ner Metall-, speziell Aluminiumoberfläche, haften und beim nachfolgenden Anbringen
weiterer Schichten wenig angelöst werden. Hierzu gehören Polyamidharze, Polyvinylalkohole,
Polyvinylphosphonsäure, Polyurethane, Polyesterharze, ferner Polycarbonate, Phenoxiharze,
Cellulosenitrate, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate, außerdem Copolymerisate
aus Styrol und Butadien, (Meth-)Acrylsäureester sowie Maleinsäureanhydrid.
[0029] Besonders bewährt haben sich solche Bindemittel wie Polycarbonate, Polyesterharze
sowie besonders Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate, die auch in der Ladungstransportschicht
vorhanden sind.
[0030] Die Dicke organischer Zwischenschichten kann bis zu 5 µm betragen, die einer Aluminiumoxid-Zwischenschicht
liegt im allgemeinen im Bereich von 0,01 bis 1 µm. Bevorzugt werden auch organische
Zwischenschichten in diesem Dickenbereich aufgebracht.
[0031] Die Schicht 2 oder 5 (Figuren 2 bis 4) besitzt die Funktion einer Ladungsträger erzeugenden
Schicht; das dabei eingesetzte Pigment bestimmt die spektrale Photoempfindlichkeit
des photoleitfähigen Systems durch sein Absorptionsverhalten.
[0032] Vorteilhaft könnnen folgende Pigmente verwendet werden:
Perylen-3.4.9.10.-tetracarbonsäuredianhydrid sowie ∼ diimid-Derivate (zum Beispiel
Formeltabelle II, A-C), Bis- benzimidazol-Pigmente wie cis- und trans-Perinone (zum
Beispiel Formeln E,F), ferner Perylen-3.4.9.10.-tetracarbonsäurebenzimidazol-Derivate
(zum Beispiel Formel D), Chinacridon- und Dioxazin-Derivate, polynukleare Chinone,
zum Beispiel 4.10-Dibromanthanthron (Formel G, C.I. 59.300), Flavanthron etc., Indigo-
sowie Thioindigo-Pigmente, Benzo-thioxanthen-Derivate nach DE-OS 23 28 727 (zum Beispiel
Formel H), Phthalocyanine (metallhaltige C.I. 74.160 und metallfreie C.I. 74.250),
zum Beispiel ε-CuPhthalocyanin etc., Mono-, Bis- und Trisazopigmente, Squarilium-Farbstoffe.
[0033] Das Aufbringen einer homogenen, dicht gepackten Pigmentschicht wird bevorzugt durch
Aufdampfen des Pigments auf den Schichtträger im Vakuum erhalten. Je nach Vakuumeinstellung
läßt sich unter Bedingungen von 1,33 × 10⁻⁶ bis 10⁻⁸ bar und 240 bis 290 °C Heiztemperatur
der Farbstoff ohne Zersetzung aufdampfen. Die Temperatur des Schichtträgers liegt
dabei unter 50 °C. Hierdurch erhält man Schichten mit dicht gepackten Farbstoffmolekülen.
Dies ist vorteilhaft gegenüber allen anderen Möglichkeiten, sehr dünne homogene Schichten
zu erzeugen, indem dadurch eine optimale Ladungserzeugu ngsrate in der Pigmentschicht
erhalten werden kann.
[0034] Die äußerst fein disperse Verteilung des Pigments ermöglicht eine große Konzentration
an angeregten Farbstoffmolekülen, die Ladungen in die Transportschicht injizieren.
Außerdem wird der Ladungstransport durch die Pigmentschicht nicht oder nur wenig durch
Bindemittel behindert. Ein vorteilhafter Schichtdickenbereich des aufgedampften Pigments
liegt zwischen 0,005 und 3 µm. Besonders bevorzugt ist ein Dickenbereich zwischen
0,05 und 1,5 µm, da hier Haftfestigkeit und Homogenität des aufgedampften Pigments
besonders günstig sind.
[0035] Außer dem Aufdampfen kann eine gleichmäßige Pigmentschichtdicke auch durch andere
Beschichtungstechniken erreicht werden. Hierher gehören das Aufbringen durch mechanisches
Einreiben des feinst gepulverten Materials in den elektrisch leitenden Schichtträger,
durch elektrolytische oder elektrochemische Prozesse oder durch elektrostatische Sprühtechnik.
[0036] Gut abdeckende Pigmentschichten mit Dicken von größenordnungsmäßig 0,05 bis 3 µm
können auch durch Vermahlen des Pigments mit Bindemitteln, insbesondere mit Cellulosenitraten,
Epoxidharzen, PVC/PVAC-Copolymerisaten, Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisaten,
Polymethacrylaten, Polyvinylacetaten, Polyurethanen, Polyvinylbutyralen, Poylcarbonaten,
Polyestern etc. sowie deren Mischungen und anschließendem Beschichten dieser Dispersionen
nach Position 5 in Figur 4 hergestellt werden. Außerdem können thermisch nachvernetzende
Bindemittelsysteme wie Reaktivharze (DD-Lacke) eingesetzt werden.
[0037] Das Verhältnis Pigment/Bindemittel kann dabei in weiten Grenzen variieren, bevorzugt
sind allerdings Pigmentvorstriche mit einem Pigmentanteil von über 50 % und dementsprechend
hoher optischer Dichte.
[0038] Die Ladungen transportierende Schicht 3 mit den erfindungsgemäßen Ladungstransportverbindungen
ist vorzugsweise transparent und weist ohne die Pigmentschicht im sichtbaren Bereich
(450 bis 750 nm) praktisch keine Photoempfindlichkeit auf. Sie besteht aus einem Gemisch
einer Elektronendonatorverbindung (organischer Photoleiter) mit einem Bindemittel.
Die Schicht 3 besitzt einen hohen elektrischen Widerstand von größer als 10¹²Ω. Sie
verhindert im Dunkeln das Abfließen der vorzugsweise negativen elektrostatischen Ladung;
bei Belichtung transportiert sie die in der Pigmentschicht erzeugten Ladungen.
[0039] Das Mischungsverhältnis der Ladungen transportierenden Verbindung zu dem Bindemittel
kann variieren. Jedoch sind durch die Forderung nach maximaler Photoempfindlichkeit,
das heißt möglichst großem Anteil an Ladungen transportierender Verbindung, und nach
zu vermeidender Auskristallisation sowie Erhöhung der Flexibilität, das heißt möglichst
großem Anteil an Bindemitteln, relativ bestimmte Grenzen gesetzt. Es hat sich allgemein
ein Mischungsverhältnis von etwa 1 : 1 Gewichstteilen als bevorzugt erwiesen, jedoch
sind auch Verhältnisse zwischen 4 : 1 bis 1 : 4 geeignet. Die überraschend geringe
Auskristallisationsneigung einer Reihe der erfindungsgemäßen Ladungstransportverbindungen
lassen auch organische Photoleiter/Bindemittel-Verhältnisse von 4 : 1 insbesondere
mit Polycarbonat zu, ohne daß Auskristallisation erfolgt und sich die Filmbildungseigenschaften
verschlechtern.
[0040] Weiter hat sich gezeigt, daß diese hochempfindlichen photoleitfähigen Systeme durch
Zusatz von Elektronenakzeptor-Verbindungen in ihren Restentladungseigenschaften noch
verbessert werden können. Die Akzeptoren bewirken in dem photoleitfähigen System eine
Reduzierung der Restentladung und auch eine verbesserte Konstanz der zyklischen Parameter,
ohne daß die übrigen guten elektrophotographischen Eigenschaften, wie Photoempfindlichkeit,
Ladungsannahme, Dunkelabfall, Vorbelichtungsempfindlichkeit etc. beeinträchtigt werden.
Sie sind vorzugsweise in der Ladungstransportschicht in einer Menge bis zu 10 Gewichtsprozent,
bezogen auf die Gesamtbeschichtung, enthalten.
[0041] Das photoleitfähige System besitzt vorzugsweise als Elektronenakzeptor-Verbindung
ein in 9-und/oder 10-Stellung substituiertes Anthracen oder Acridin folgender Struktur:

in der X - Wasserstoff, Halogen, wie Chlor, Brom, Jod, die Cyanogruppe und
Y - Stickstoff oder die Gruppierung

mit
Z - Halogen, wie Chlor oder Brom, oder die Cyanogruppe
bedeuten. Bevorzugt einsetzbare Verbindungen sind 9,10-Dibromanthracen, 9,10-Dichloranthracen,
9-Chloranthracen, 9-Bromanthracen oder 9-Chloracridin.
[0042] Vorteilhafte Ladungstransportschichten sind aus etwa 50-70 Gewichtsprozent Ladungstransportverbindung,
20 - 40 Gewichtsprozent Polycarbonat, ca. 10 Gewichtsprozent Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisat
und bis zu 6 Gewichtsprozent Elektronenakzeptor-Verbindung zusammengesetzt. Mit diesen
Einstellungen wird auch bei höheren Temperaturen und Feuchten eine optimale Kopienqualität
erreicht. Außerdem ist die Vorbelichtungsempfindlichkeit überraschend niedrig.
[0043] Neben den beschriebenen Ladungserzeugungs- sowie -transportmaterialien beeinflußt
das zugesetzte Bindemittel sowohl das mechanische Verhalten, wie Abrieb, Flexibilität,
Filmbildung, Haftung etc. als auch in gewissem Umfang das elektrophotographische Verhalten,
wie Photoempfindlichkeit, Restladung sowie zyklisches Verhalten unter Normalbedingungen,
wie auch bei höherer Temperatur (20 bis 50 °C) und Feuchtigkeit (größer als 80 % relativer
Feuchte).
[0044] Als Bindemittel werden Polyesterharze, Polyvinylacetate, Polycarbonate, Silikonharze,
Polyurethane, Epoxidharze, Phenoxiharze, Poly(meth)acrylate und Copolymerisate (zum
Beispiel mit Styrol), Polystyrole und Styrol-Copolymerisate (zum Beispiel mit Butadien),
Cellulose-Derivate, wie Celluloseacetobutyrate etc., eingesetzt. Vorzugsweise enthält
die photoleitfähige Schicht als Bindemittel Polyesterharze, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate,
Polycarbonate oder deren Mischungen. Zur Herstellung von Druckformen oder gedruckten
Schaltungen enthält die photoleitfähige Schicht alkalisch entschichtbares Bindemittel.
[0045] Als alkalisch entschichtbare Harze werden vorzugsweise Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisate,
Sulfonylurethane, Phenolharze oder Copolymerisate des Vinylacetats mit einer ungesättigten
Carbonsäure eingesetzt.
[0046] Außerdem werden thermisch nachvernetzende Bindemittelsysteme wie Reaktivharze, die
sich aus einem äquivalenten Gemisch von hydroxylgruppenhaltigen Polyestern bzw. Polyethern
und polyfunktionellen Isocyanaten zusammensetzen, polyisocyanatvernetzbare Acrylatharze,
Melaminharze, ungesättigte Polyesterharze etc. erfolgreich angewandt.
[0047] Ferner können Polyvinylchlorid, Copolymerisate aus Vinylchlorid und Vinylacetat,
Polyvinylidenchloride, Polyacrylnitrile sowie Cellulosenitrate eingesetzt, insbesondere
auch mit obigen Bindemitteln verschnitten werden; ein Anteil bis zu etwa 10 Gewichtsprozent,
bezogen auf den Feststoffanteil der Ladungstransportschicht, hat sich dabei als vorteilhaft
erwiesen.
[0048] Für die optimale Photoempfindlichkeit der Ladungstransportschicht ist auch ihre
Schichtdicke wichtig: Schichtdicken zwischen etwa 2 und 25 µm werden im allgemeinen
eingesetzt. Als vorteilhaft hat sich ein Dickenbereich von 5 bis 18 µm erwiesen. Doch
können, wenn es die mechanischen Erfordernisse sowie die elektrophotographischen Parameter
bei Aufladungs-, Belichtungs- und Entwicklungsvorgängen zulassen, die angegebenen
Grenzen nach oben oder unten fallweise erweitert werden.
[0049] Als übliche Zusätze gelten Verlaufmittel, wie Silikonöle, Netzmittel, insbesondere
nichtionogene Substanzen, Weichmacher unterschiedlicher Zusammensetzung, wie zum Beispiel
solche auf Basis chlorierter Kohlenwasserstoffe, oder solche auf Basis von Phthalsäureestern.
[0050] Die Erfindung wird anhand der Beispiele näher erläutert, ohne sie hierauf zu beschränken.
Beispiele:
[0051]
1. Eine Aluminium-bedampfte Polyesterfolie (Al/PE
T-Folie) als elektrisch leitender Schichtträger wird mit einer Lösung aus Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisat
(Hostaflex M 131 der Hoechst AG) sehr dünn vorbeschichtet (Schichtgewicht unter 100
mg/m²) und darauf im Vakuum (1,33 × 10⁻⁷ - 10⁻⁸ bar) N.N′-Dimethylperylimid (Formeltabelle
II, A) im Temperaturbereich von ca. 290 °C schonend bedampft; die Pigmentschichtdicke
beträgt etwa 140 mg/m². Auf diese Ladungserzeugungsschicht wird eine Tetrahydrofuran-Lösung
(THF-Lösung) aus gleichen Anteilen Polycarbonat (Makrolon 3200 der Hoechst AG) und
den folgenden Pyrazolin-Derivaten:
1. 1,3-Diphenyl-5(2-chlorphenyl)pyrazolin (Formel 1 der Formeltabelle I)
2. 1,3-Diphenyl-5(4-chlorphenyl)pyrazolin (Formel 3), sowie
3. 1,3-Diphenyl-5(2,4-dichlorphenyl)pyrazolin (Formel 4) in 9 - 10 µ Trockenschichtdicke
aufgetragen.
Zum Vergleich wird in gleicher Weise eine Schicht mit der Ladungstransportverbindung
2,5-Bis(4-diethylaminophenyl)oxdiazol-1.3.4 (TO)
hergestellt.
[0052] Die Photoempfindlichkeit dieser Photoleiter-Doppelschichten wird wie folgt vermessen
(Halogen-W-Lampe, Belichtungsintensität ca. 3,5 µW/cm²):
[0053] Zur Ermittlung der Hellentladungskurven wird die Meßprobe durch eine Aufladevorrichtung
zur Belichtungsstation bewegt, wo sie mit einer Halogen-W-Lampe (150 W) kontinuierlich
belichtet wird. Ein Wärmeabsorptionsglas und ein Neutralfilter sind der Lampe vorgeschaltet.
Die Lichtintensität in der Meßebene liegt vorwiegend im Bereich von 3 - 10 µW/cm²;
sie wird parallel zum Meßvorgang mit einem Optometer gemessen. Die Aufladungshöhe
und die photoinduzierte Hellabfallkurve werden über ein Elektrometer durch eine transparente
Sonde oszillografisch aufgezeichnet. Die Photoleiterschicht wird durch die Aufladungshöhe
(U
o) und diejenige Zeit (t) charakterisiert, die zum Erreichen der Hälfte, eines Viertels
und eines Achtels der ursprünglichen Aufladung (U
o) erforderlich ist. Das Produkt aus dem jeweiligen t [s] und der parallel gemessenen
Lichtintensität [µW/cm²] führt zu den charakteristischen Energiemengen [µJ/cm²] wie
zum Beispiel der Halbwertsenergie E
1/2. Die Energiemengen, bei denen 1/8 der Anfangsaufladung (U
o) erreicht wird, dienen zur Charakterisierung des Restentladungsverhaltens einer Photoleiterschicht.
Die Restladung U
E, vorwiegend nach 1 oder 3 s gemessen, ist ebenfalls ein Maß für das Restentladungsverhalten.
2. Auf eine mit Polycarbonat vorbeschichtete Al/PET-Folie wird wie in Beispiel 1 N,N′-Dimethylperylimid
(Formel A) bedampft.
Darauf werden THF-Lösungen aus gleichen Gewichtsteilen Polyesterharz (Dynapol L 206
der Hoechst AG) und
1. 1,3-Diphenyl-5(2-bromphenyl)-pyrazolin (Formel 1)
2. 1,3-Diphenyl-5(2-fluorphenyl)-pyrazolin (Formel 1)
3. 1,3-Diphenyl-5(2-chlorphenyl)-pyrazolin (Formel 1)
4. 1,3-Diphenyl-5(3-chlorphenyl)-pyrazolin (Formel 2)
5. 1,3-Diphenyl-5(4-chlorphenyl)pyrazolin (Formel 3)
in etwa 10 µm Dicke nach Trocknung aufgetragen.
Die Messung der Photoempfindlichkeit erfolgt gemäß Beispiel 1 (Hal/W. Lampe, Belichtungsintensität
3,5 - 3,8 µW/cm²):

3. Auf eine Ladungserzeugungsschicht wie in Beispiel 2 beschrieben, werden THF-lösungen
aus gleichen Teilen Polycarbonat und
1. 1-Phenyl-3(2-chlorstyryl)-5(2-chlorphenyl)pyrazolin (Formel 5),
2. 1-Phenyl-(2,4-dichlorstyryl)-5(2,4-dichlorphenyl)-pyrazolin (Formel 6),
3. 1,5-Diphenyl-3-styryl-pyrazolin,
4. 1-Phenyl-3(4-methylstyryl)-5(4-tolyl)-pyrazolin sowie
5. 1,5-Diphenyl-3(4-methoxyphenyl)pyrazolin
geschichtet und anschließend bei 90 - 100 °C in einem Umlufttrockenschrank g etrocknet.
Desgleichen werden weitere Transportschichten aus 50 Gewichtsteilen Ladungstransportverbindung
Formeln 1 - 5, 47 Gewichtsteilen Polycarbonat und 3 Gewichtsteilen 9-Bromanthracen
(MBA) jeweils auf die Pigmentschicht gebracht.
Die ca. 10 µm dicken Photoleiter-Doppelschichten werden wie in Beispiel 1 vermessen
(Belichtungsintensität 4,3 - 5,0 µW/cm²):

Die Photoleiterschichten mit den Ladungstransportverbindungen 4 und 5 dienen zu Vergleichszwecken.
4. Auf einen mit Polycarbonat vorbeschichteten leitfähigen Schichtträger wird kontinuierlich
im Vakuum N,N′-Dimethylperylimid (Formel A) bedampft, so daß die Pigmentschichtdicke
ca. 130 mg/cm² beträgt. Darauf werden Lösungen folgender Ladungstransportschichten
aufgetragen:
a) 50 Gewichtsteile Formel 5, 47 Gewichstteile Polycarbonat (Makrolon 3200) und 3
Gewichtsteile MBA sowie
b) 50 Gewichtsteile Formel 5, 47 Gewichtsteile Vinylchlorid-Vinylacetat Copolymerisat
(Hostaflex M 131) und 3 Gewichtsteile MBA.
Nach Beispiel 1 wird folgende Photoempfindlichkeit gemessen (Hal. W. Lampe; Belichtungsintensität
∼3,5 µW/cm²):

Außerdem kann in der beschriebenen Meßanordnung das zyklische Verhalten (zyklisches
Verh.) durch Messung der 1. sowie 5. gegebenenfalls weiteren Hellentladungen ermittelt
werden.
Die Vorbelichtungsempfindlichkeit (Vorbel.empf.) wird durch Messung der Hellentladung
am Anfang, Belichtung der Photoleiterschicht unter einer Leuchtstoffröhre mit ca.
10⁴ lx während 1 Minute, der sich eine ebenso lange Lagerzeit im Dunkeln anschließt
und danach folgender Hellentladungsmessung bestimmt.
Die Änderung der elektrophotographischen Daten dieser Photoleiter-Schichten unter
den angegebenen Bedingungen ist nach der Tabelle sehr gering.
Die spektrale Photoempfindlichkeit der hergestellten Doppelschicht wird unter Vorschaltung
von Filtern nach der in Beispiel 1 angegebenen Methode bestimmt: Bei negativer Aufladung
(500 - 550 V) wird durch Belichten die Halbwertszeit (t 1/2 in msec) für den jeweiligen Wellenlängenbereich ermittelt. Durch Auftragen der reziproken
Halbwertsenergie 1/E 1/2 (cm²/µJ) gegen die Wellenlänge λ(nm) erhält man die spektrale Photoempfindlichkeitskurve.
Dabei bedeutet die Halbwertsenergie E 1/2 (µJ/cm²) diejenige Lichtenergie, die eingestrahlt werden muß, um die Schicht auf
die Hälfte der Anfangsspannung U o zu entladen.
Die spektrale Photoempfindlichkeit der Doppelschicht a) geht aus Figur 5 hervor, Aufladung
(-) 490 - 520 V.
5. Eine Ladungen erzeugende Schicht nach Beispiel 1 wird mit einer THF-Lösung aus
40 Gewichtsteilen Polycarbonat und 60 Gewichtsteilen Photoleiterverbindung
A) 1,3-Diphenyl-5(2-chlorphenyl)pyrazolin (Formel 1)
in 10 µm Dicke nach Trocknung beschichtet.
Außerdem werden Transportschichten der Zusammensetzung 60 Gewichtsteile Photoleiterverbindung,
37 Gewichtsteile Polycarbonat (Makrolon 3200) und 3 Gewichtsteile Elektronenakzeptor-Verbindung
in ca. 10 µm Dicke auf die Pigmentschicht gebracht. Als Akzeptoren wurden die halogenierten
Anthracen-Derivate
1. 9-Bromanthracen (MBA)
2. 9-10-Dibromanthracen (DBA) sowie
3. 9-10-Dichloranthracen (DCA) eingesetzt.
Die Ergebnisse der Photoempfindlichkeitsvermessung sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt
(Belichtungsintensität 3,8 - 4,7 µW/cm²):

Bei der Schicht A (Formel 1) läßt sich durch Akzeptorzusätze besonders das Restentladungsverhalten
verbessern.
6. Eine Pigmentpräparation Hacolor # 50915 (Fa. Hagedorn, Osnabrück) bestehend aus
70 Gewichtsteilen ε-Cu-Phthalocyanin (CI 74160 : 6) und 30 Gewichtsteilen Cellulosenitrat,
wird auf eine Aluminium bedampfte Polyesterfolie (Al/PET-Folie) in 310 mg/m² Dicke
beschichtet. Darauf wird eine Lösung aus 70 Gewichtsteilen Styrylpyrazolin-Derivat
(Formel 5), 37 Gewichtsteilen Polycarbonat und 3 Gewichtsteilen MBA in 11 sowie 14
µm Dicke aufgetragen.
Die Photoempfindlichkeit wird gemäß Beispiel 1 bestimmt und die spektrale Photoempfindlichkeit
der dünneren Beschichtung ist bei einer Aufladung von ca. (-) 180 V in Figur 6 aufgezeichnet.

7. Zu einer Lösung mit 40 Gewichtsteilen Formel 5, 50 Gewichtsteilen Copolymerisat
aus Styrol und Maleinsäureanhydrid (Scripset 550 der Hoechst AG), 5 Gewichtsteilen
9-Bromanthracen in Tetrahydrofuran werden 5 Gewichtsteile N,N′-Dimethylperylimid (Formel
A) gegeben und in einer Kugelmühle währen 2,5 Stunden sehr fein vermahlen. Anschließend
wird die Pigmentdispersion auf eine oberflächlich drahtgebürstete Aluminiumfolie in
ca. 5 µm Dicke geschichtet.
In gleicher Weise werden monodisperse Schichten aus 45 Gewichtsteilen der Verbindung
Formel 5, 50 Gewichtsteilen Scripset 550 sowie 5 Gewichtsteilen Pigment folgender
Art
2. Hostapermorange GR (Formel E, trans-Perinon)
3. Hostapermscharlach GO (Formel G, C.I. 59300) sowie
4. Benzothioxanthen-3,4-dicarbonsäureimid-(N,N′-mononitrophenylen-1,2)-imidin-(3)
(Formel H, V 525M)
hergestellt.
Die Vermessung der Photoempfindlichkeit nach Beispiel 1 ergibt bei positiver und negativer
Aufladung und einer Belichtungsintensität von ca. 3 µW/cm² (folgende Halbwertsenergien:

8. Auf eine mit Polycarbonat sehr dünn vorbeschichtete Al/PET-Folie werden die Pigmente
1. Hostapermorange GR (Formel E, trans-Perinon)
2. Hostapermscharlach GO (Formel G, CI 59300),
3. Perylen-3,4.9,10-tetracarbonsäurebisbenzimidazol (Formel D),
4. Novopermrot TG02 (Formel F, cis-Perinon),
5. N.N′-Di-n-butylperylimid (Formel B)
6. N.N′-Di-(3-methoxypropylperylimid (Formel C)
im Vakuum bei 1,3 × 10⁻⁷ - 10⁻⁸ bar und einer Temperatur von < 300 °C schonend aufgedampft.
Die dabei erreichten Pigment-Schichtdicken liegen im Bereich von 100 - 160 mg/m².
Auf diese Schichten 1 - 4 wird eine Lösung aus 70 Gewichtsteilen Formel 5 und 30 Gewichtsteilen
Vinylchlorid-Vinyl-Copolymerisat (Hostaflex M 131) geschichtet, auf die Pigmentschichten
4 - 6 kommt eine Transportschicht gleicher Zusammensetzung jedoch mit Polycarbonat
als Bindemittel; die Dicke dieser Transportschichten liegt nach Trocknung bei ca.
10 µm.
Die Messung der Photoempfindlichkeit erfolgt analog Beispiel 1 (Belichtungsintensität
3,8 µW/cm²):

Von den PhL-Schichten Nr. 3 (Kurve 1) und Nr. 4 (Kurve 2) wurden außerdem die spektralen
Photoempfindlichkeiten bei (-) 480 - 510 V Aufladung gemäß Beispiel 4 vermessen (Figur
7).
9. Auf eine Ladungserzeugungsschicht gemäß Beispiel 1 wird die THF-Lösung aus gleichen
Gewichtsanteilen Polycarbonat und 1-(4-Chlorphenyl)-3(2-chlorstyryl)-5(2-chlorphenyl)-pyrazolin
(Formel 7) in ca. 9 µm Dicke geschichtet. Desgleichen wird eine weitere Transportschicht
aus 50 Gewichtsteilen Polycarbonat und 3 Gewichtsteilen 9-Bromanthracen auf die Pigmentschicht
gebracht.
Bei einer Belichtungsintensität von ca. 3,7 µW/cm² wird die Photoempfindlichkeit vermessen:

1. Elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial aus einem elektrisch leitenden Schichtträger,
gegebenenfalls einer haftvermittelnden isolierenden Zwischenschicht und mindestens
einer bindemittelhaltigen photoleitfähigen Schicht, die eine Ladungsträger erzeugende
Verbindung und ein Pyrazolin-Derivat als Ladungen transportierend erbindung enthält,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungen transportierende Verbindung der allgemeinen
Formel I

entspricht, in der
n Null oder 1 und
R₁, R₂, R₃, R₄, R₅ - Wasserstoff oder Halogen bedeuten.
2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungen
transportierende Verbindung der Formel I entspricht und
R₁, R₂, R₃, R₄, R₅ - Wasserstoff, Chlor oder Brom
bedeuten.
3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungen
transportierende Verbindung
1-Phenyl-3(2-chlorstyryl)-5(2-chlorphenyl)-pyra olin oder 1-Phenyl-3(2.4-dichlorstyryl)-5(2.4-dichlorphenyl)-pyrazolin
ist.
4. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungen
transportierende Verbindung
1.3-Diphenyl-5-(2-chlorphenyl)pyrazolin oder 1.3-Diphenyl-5-(2.4-dichlorphenyl)pyrazolin
ist.
5. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die photoleitfähige
Schicht aus einer Ladungserzeugungs- und einer Ladungestransportschicht besteht.
6. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die photoleitfähige
Schicht als Bin demittel Polyesterharze, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate,
Polycarbonate oder deren Mischungen enthält.
7. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die photoleitfähige
Schicht alkalisch entschichtbares Bindemittel enthält.
8. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die photoleitfähige
Schicht als Bindemittel Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisate, Sulfonylurethane,
Phenolharze oder Copolymerisate des Vinylacetats mit einer ungesättigten Carbonsäure
enthält.
9. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die photoleitfähige
Schicht Ladungsträger erzeugendes Pigment enthält.
10. Aufzeichnugsmaterial nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Pigment
Kondensationsprodukte des Perylen-3.4.9.10-tetracarbonsäuredianhydrids mit Alkylaminen,
Arylaminen, Aralkylaminen oder o-Aryldiaminen vorhanden sind.
11. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Pigment
metallhaltiges oder metallfreies Phtalocyanin vorhanden ist.
12. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die photoleitfähige
Schicht Elektronenakzeptor-Verbindungen enthält.
13. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Elektronenakzeptor-Verbindung
in 9- oder 10 Stellung halogenierte Anthracen- oder Acridin-Derivate vorhanden sind.