[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Aufwickeln eines kontinuierlich
anfallenden Schuppenstromes von biegsamen Flächengebilden, insbesondere von gefalteten
Druckprodukten zu einem Wickel gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches l.
[0002] Vergleichbare Einrichtungen sind beispielsweise aus dem DE-GM 6 608 4ll und aus der
DE-PS 2 544 l35 bekannt. Mit diesen vorbekannten Einrichtungen werden allerdings in
Schuppenformation anfallende Säcke, Beutel und ähnliche flache Werkstücke und nicht
gefaltete Druckprodukte, beispielsweise Zeitungen, zu sogenannten "Schuppenbandrollen"
aufgewickelt. Diese Feststellung ist deshalb am Platze, weil die mit den vorbekannten
Einrichtungen aufgewickelten Werkstücke praktisch nicht kompressibel sind, während
gefaltete Druckprodukte bis zu einem gewissen Grad kompressible Gebilde darstellen.
[0003] Bei der Einrichtung gemäss dem DE-GM 6 608 4ll sind die Mittel zum reibschlüssigen
Antreiben des Wickels im Bereich seines Umfanges (nachstehend kurz "Wickelantrieb"
genannt) durch eine angetriebene Walze gebildet, auf der der Wickel durch sein Eigengewicht
aufliegt, wobei der Wickel frei drehbar am einen Ende einer Pendelschwinge gehaltert
ist. Die mit diesem Wickelantrieb übertragbaren Antriebskräfte sind vergleichsweise
gering, weil die Uebertragung theoretisch nur an der gemeinsamen Mantel linie zwischen
der Mantelfläche der Walze und jener des Wickels erfolgt. Ueberdies wäre dieser Antrieb
für Druckproduktewickel schon deswegen nicht geeignet, weil mit dem unvermeidlichen
Schlupf das Risiko des Verschmierens der Druckfarbe auf der Flachseite der Druckprodukte
einhergeht. Ausserdem ist bei dieser Einrichtung von Nachteil, dass die Höhe des
fertiggestellten Wickels bzw. dessen Wickelkernes vom Aussendurchmesser des fertigen
Wickels abhängig ist, da der Wickel, wie bereits gesagt, frei drehbar am einen Ende
einer Pendelschwinge gehalten ist, während der Aussendurchmesser des fertigen Wickels
von der Anzahl und der Dicke der im Wickel vorhandenen Produkte abhängig ist. Daher
sind zum Entfernen eines fertigen Wickels, der ein ganz beträchtliches Gewicht aufweisen
kann, bei dieser bekannten Einrichtung entweder bodengebundene Hebemittel erforderlich,
die auf verschiedene Höhen des Wickelkernes einstellbar sind, oder aber Ueberkopf-Hebezeuge.
Solche Ueberkopf-Hebezeuge können aber bestenfalls die fertigen Wickel nur an eine
Stelle in derselben Halle transportieren, in der die Einrichtung aufgestellt ist,
jedoch nicht durch Türöffnungen, so dass ein Umladen der Wickel erforderlich ist.
[0004] Die zuletzt genannten Nachteile sind wenigstens zum Teil bei der Einrichtung gemäss
der DE-PS 2 544 l35 insofern behoben, als der Wickelkern und damit auch der Wickel
frei drehbar in ortsfesten Lagerböcken gehalten ist. Bei der Einrichtung der DE-PS
erfolgt der Wickelantrieb durch zwei den Wickel teilweise umschlingende, angetriebene
Druckbänder. Bei dieser Einrichtung ist von Nachteil, dass die Führung der Antriebsbänder
eines erheblichen technischen Aufwandes bedarf, weil diese Führung imstande sein muss,
die sich nach Massgabe des wachsenden Wickeldurchmessers stark verändernde Länge des
jeweils den Wickelaussenumfang umschlingenden Abschnittes der Antriebsbänder zu kompensieren.
Ausserdem ist bei dieser Einrichtung der Umschlingungswinkel der Antriebsbänder nicht
konstant. Wenngleich bei dem Wickelantrieb der Einrichtung gemäss der DE-PS 2 544
l35 im Falle von Druckprodukten die Gefahr des Verschmierens des Druckes möglicherweise
geringer ist als bei der Einrichtung gemäss des bereits gewürdigten DE-GM 6 608
4ll, besteht doch die Gefahr, dass bei der unvermeidlichen Verschmutzung des Antriebsbandes
die aufgewickelten Flächengebilde auch verschmutzt werden. Auch bei dieser vorbekannten
Einrichtung ist das Entfernen eines fertigen Wickels nicht ohne Probleme, muss doch
hierzu zuerst das Antriebsband vom Umfang des Wickels gelöst werden.
[0005] Bei diesem Stand der Technik ist es als eine Aufgabe der Erfindung anzusehen, eine
Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die bei Erhaltung der Vorteile
des umfangsseitigen Wickelantriebes (im wesentlichen konstante Antriebsgeschwindigkeit)
einen vergleichsweise einfachen Aufbau aufweist und bei der eine Beeinträchtigung
irgendwelcher Art der Flachseiten der Flächengebilde durch den Wickelantrieb ausgeschlossen
ist.
[0006] Diese Aufgabe ist bei der vorgeschlagenene Einrichtung dadurch gelöst, dass sie die
im Kennzeichen des Patentanspruches l definierten Merkmale aufweist.
[0007] Merkmale bevorzugter Ausführungsformen sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
[0008] Zum besseren Verständnis der Erfindung ist diese nachstehend rein beispielsweise
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. l eine schematische Seitenansicht einer Einrichtung, bei der nur die wesentlichen
Bestandteile dargestellt sind,
Fig. 2 in vergrössertem Massstab teilweise einen Schnitt längs der Linie II-II der
Fig. l, wobei gewisse Teile jedoch in Ansicht von links der Fig. l erscheinen,
Fig. 3 eine teilweise in Abwicklung dargestellte Detailansicht von oben her jener
Stellen, wo die Reibräder angreifen, wobei der Wickelkern weggelassen ist,
Fig. 4 eine schematische Teilansicht zur Darstellung, dass die Vorspur der Reibräder
einstellbar sein kann, und
Fig. 5 eine Ausführungsvariante der Reibräder.
[0009] Es sei vorerst auf die Fig. l bis 3 Bezug genommen. Bei der dargestellten Einrichtung
l0 erkennt man einen Bandförderer ll, der zwei Umlenkrollen l2, l3 aufweist, von
denen die Umlenkrolle l2 über eine Kette l4 angetrie ben ist. Die Umlenkrollen 12,13
sind an den Enden einer Wippe gelagert, die um die Achse 15 der angetriebenen Umlenkrolle
12 verschwenkbar ist. Die Wippe weist zwei seitliche Längsholme 16,17 auf, die im
Bereich zwischen den Umlenkrollen 12,13 durch einen Gleittisch 18 überspannt sind,
damit das obere, förderwirksame Trum der drei Riemen 19 (Fig.2) des Bandförderers
11 keine Durchbiegung erfährt. An der Wippe greift eine Federanordnung, beispielsweise
eine Gasfeder 20 an, die bestrebt ist, den Bandförderer 11 nach oben zu drücken, wobei
umgekehrt der Bandförderer von dem wachsenden Wickel gegen die Federkraft zurückgedrängt
wird.
[0010] Der Bandförderer 11 ubernimmt von einem in Fig.1 links nur schematisch angedeuteten
Zuförderer einen Schuppenstrom S von gefalteten Zeitungen Z, von denen jede mit ihrem
vorlaufenden Falz oder Bund die Schnittkante oder Blume der vorangehenden Zeitung
überlappt. Gleichzeitig unterlegt der Bandförderer 11 den Schuppenstrom S etwa in
seiner Längsmitte mit einem von einer nicht dargestellten, gebremsten Vorratsrolle
abgezogenen und die angetriebene Umlenkrolle 12 umschlingenden schmalen Wickelband
21, das somit in gespanntem Zustand mit dem Schuppenstrom S mitläuft: Der Schuppenstrom
S und das Wickelband 21 gelangen zusammen zu einem auf einem Wickelkern 22 sich bildenden
Wickel 23, dessen Umfangsgeschwindigkeit natürlich durch das Wickelband 21 bestimmt
wird.
[0011] Der Fig.2 ist zu entnehmen, dass der ringförmige Wickelkern 22 an seinen Enden nach
innen umgebogene Endflansche 24 aufweist, deren Abstand voneinander etwa der quer
zur Förderrichtung gemessenen Breite der Zeitungen Z entspricht. Ausserdem ist mittig
an der Innenseite des Wickelkernes 22 eine rundum laufende Schiene 25 mit einem U-förmigen,
nach innen offenen Quer schnitt fest verankert. Diese Schiene 25 dient einerseits
zur radialen Versteifung des relativ dünnwandigen Wickelkernes 22, andererseits und
vor allem um den Wickelkern auf konstanter Höhe drehbar in der nachstehend zu beschreibenden
Lageranordnung 26 zu haltern und zu führen.
[0012] Diese Lageranordnung 26 weist zunächst zwei Doppelrollen 27, 28 auf, die frei drehbar
in Lagerböcken 29 bzw. 30 gelagert sind, welche Lagerböcke auf je einem von einem
seitlichen Maschinengestell 3l seitlich abstehenden Ausleger 32 bzw. 33 montiert
sind. Der Wickelkern 22 ruht nun so auf den Doppelrollen 27, 28, dass diese in die
offene Seite der Schiene 25 eingreifen.
[0013] Die Lageranordnung 26 weist eine weitere Doppelrolle 34 auf, die ebenfalls frei drehbar
in einem Lagerbock 35 gelagert ist. Der Lagerbock 35 ist nach unten sich erstreckend
an der Unterseite eines Auslegers 36 montiert, der in bezug auf das Gestell 3l schwenkbar
und verschiebbar ist. Zum Verschwenken ist am Ausleger 36 bei 37 die Kolbenstange
38 eines Fluidik-Aggregates 39 angelenkt, dessen Zylinder 40 bei 4l zwischen den Auslegern
32 und 33 pendelfähig aufgehängt ist. Nicht dargestellte weitere Mittel sind vorgesehen,
um den Ausleger 36 um ein beschränktes Mass in Richtung zum Gestell 3l hin und von
diesem weg zu verschieben, so dass die Doppelrolle 34 von der in Fig. 2 ausgezogen
dargestellten Eingriffslage, in der die Doppelrolle 34 ebenfalls in die offene Seite
der Schiene 25 eingreift, in die in Fig. 2 strichpunktiert eingezeichnete Freigabestellung
bewegbar ist. Damit ist klarerweise der Wickelkern jederzeit von der in Fig. 2 rechts
erscheinenden Seite her frei zugänglich, beispielsweise mittels eines Gabelstaplers.
[0014] Durch die Lageranordnung 26 ist der Wickelkern 22 an drei Stellen frei drehbar gelagert,
wobei zu bemerken ist, dass die Doppelrolle 34 in Eingriffslage den Wickelkern 22
nach unten drückt und so dessen Abheben von den Doppelrollen 27, 28 verhindert.
[0015] Nachstehend sollen die Mittel beschrieben werden, die den Wickelkern 22 bzw. den
darauf sich bildenden Wickel so in Umlauf bringen, dass der anfallende Schuppenstrom
S aufgewickelt wird.
[0016] In einer am Gestell 3l montierten Führungsschiene 42 ist ein mit einem den Bandförderer
ll unten überspannenden Ausleger 44 versehener Wagen 43 auf nicht näher dargestellte
Weise auf und ab verschiebbar gelagert. Der Ausleger 44 ist zu beiden Seiten des
Bandförderers ll über eine Gelenkkoppel 45 bzw. 46 an die Längsholme l6 bzw. l7 des
Bandförderers gekoppelt. Mithin folgt also der Ausleger 44 mit dem Wagen 43 zwangsläufig
der Auf- und Ab-Bewegung des Bandförderers ll.
[0017] An seinen beiden Enden ist der Ausleger 44 mit nach oben sich erstreckenden Aufhängungen
oder Tragkonsolen 47, 48 versehen. An diesen Tragkonsolen 47, 48 ist das eine Ende
der Gelenkkoppeln 45 bzw. 46 angelenkt. Auf beiden Tragkonsolen 47, 48 ist bei 49
bzw. 50 je ein Winkelhebel 5l bzw. 52 angelenkt, wobei am Ende dessen längeren Armes
ein Reibrad 53 bzw. 54 drehbar gelagert ist, während am Ende seines kürzeren Armes
ein ebenfalls an der Konsole 47 bzw. 48 montiertes Fluidik-Aggregat 55 bzw. 56 angreift.
Die Fluidik-Aggregate 55, 56 dienen dazu, die Reibräder 53, 54 an die Stirnflansche
24 bzw. an die flache Stirnseite des sich bildenden Wickels 23 anzudrücken und auch
dazu, wie beispielsweise in Fig. 3 gestrichelt angegeben, die Reibräder 53, 54 zur
Freigabe des Wickels 23 voneinander zu entfernen.
[0018] Der Antrieb der Reibräder 53, 54 ist nachstehend unter weitgehender Bezugnahme auf
Fig. l und 2 beschrieben. Beidseits der angetriebenen Umlenkrolle l2 des Bandförderers
ll ist eine Kupplung 57, 58, beispielsweise eine Rutschkupplung, angeordnet, deren
eine Hälfte drehfest mit der Umlenkrolle l2 verbunden ist und deren andere Hälfte
ein Kettenrad 59 bzw. 60 trägt. Von den Kettenrädern 59, 60 führt je eine Kette 6l
bzw. 62 zu einem Kettenrad 63 bzw. 64, das drehbar am Anlenkpunkt der Gelenkkoppel
45 bzw. 46 am Längsholm l6 bzw. l7 gelagert ist. Mit dem Kettenrad 63 bzw. 64 ist
ein weiteres Kettenrad 65 bzw. 66 verbunden. Von diesem Kettenrad 65 bzw. 66 führt
eine parallel zur Gelenkkoppel 45 bzw. 46 laufende Kette 67 bzw. 68 zu einem zum Anlenkpunkt
der Gelenkkoppel 45 bzw. 46 an der Tragkonsole 47 bzw. 48 koaxialen Kettenrad 69
bzw. 70, das das Antriebsrad eines Winkelgetriebes 7l bzw. 72 ist. Das Abtriebsrad
73 bzw. 74 dieses Winkelgetriebes 7l bzw. 72 ist koaxial zum Gelenkzapfen 49 bzw.
50 des Winkelhebels 5l bzw. 52 und treibt eine Kette 75 bzw. 76, die ein drehfest
und koaxial mit dem Reibrad 53 bzw. 54 verbundenes Kettenrad 77 bzw. 78 umschlingt.
[0019] Das Uebersetzungsverhältnis im Winkelgetriebe 71 bzw.72 ist auf eine Umfangsgeschwindigkeit
der Reibräder 53,54 ausgelegt, die etwa so gross oder etwas grösser als die Umfangsgeschwindigkeit
des Wickels ist. Da aber die Reibräder nicht am äussersten Wickelumfang angreifen,
ist diese Umfangsgeschwindigkeit notwendigerweise etwas geringer als jene am äussersten
Wickelumfang, so dass nach Massgabe der Rutschkupplung 57 bzw.58 das Wickelband 21
-wie bereits erwähnt- in gespanntem Zustand mit dem Schuppenstrom S mitläuft. Selbst
bei einem grossen Wickelverhältnis bleibt dabei die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen
Reibradumfang und Wickelumfang gering und praktisch konstant, da die Reibräder sich
stets im Berührungsbereich des Bandförderers 11 mit dem Wickelumfang befinden, indem
sie vom wachsenden Wickel uber die Wippe nachgeführt werden.
[0020] Aus Fig.1 lässt sich herleiten, dass dabei die Achsen der Reibräder 53,54 sich stets
in einer Radialebene des Wickels 23 befinden.Dies dank der Führungsschiene 42, die
eine geradlinige Führung der Auf- und Ab-Bewegung des Auslegers 44 gewährleistet,
obwohl der Bandförderer 11 und damit dessen Längsholme 16,17 eine Schwenkbewegung
durchführen. In der in Fig.1 bis 3 dargestellten Ausführung übertragen somit die Reibräder
53,54 einen Antrieb, der nur in Umfangsrichtung wirkt. Dazu sind die Reibräder mit
einem Reibbelag 53′,54′ versehen, der in der Art eines Fahrzeugreifens oder Pneus
ausgebildet sein kann.
[0021] Wenn nun gewünscht ist, dass auf die flachen Stirnseiten des sich bildenden Wickels
23 neben der nur in Umfangsrichtung wirkenden Antriebskraft noch eine weitere Kraftkomponente
wirken soll, beispielsweise um den Wickel zu verdichten, kann dies z.B. dadurch geschehen,
dass den Reibrädern 53,54 in Bezug auf ihren Abrollpunkt an der Stirnseite des Wickels
23 eine gewisse "Vorspur" gegeben wird. Dazu genügt es im vorliegenden Beispiel, die
in Fig.1 lotrecht am Gestell 31 befestigte Führungsschiene 42 geneigt am Gestell
zu befestigen.
[0022] Wenn diese Führungsschiene 42 in Fig. 1 etwas im Gegenuhrzeigersinn verdreht am
Gestell befestigt wird, ergibt sich die in ausgezogenen Linien in Fig. 4 schematisch
dargestellte Situation. Die strichpunktierte Linie 79 ist die Richtung des Radius
des Wickels 23, während die strichpunktierte Linie 80 die Richtung der Achsen der
Reibräder 53, 54 darstellt. In dieser Lage üben die Reibräder 53, 54 neben der in
Umfangsrichtung wirkenden Kraft - wie die Feder 20 - auch eine nach der Mitte des
Wickels 23 gerichtete Kraftkomponente aus.
[0023] Wenn die Führungsschiene 42 dagegen etwas im Uhrzeigersinn in Fig. l verdreht am
Gestell 3l befestigt wird, ergibt sich die in Fig. 4 strichpunktiert angegebene Situation,
in der die strichpunktierte Linie 80′ die Richtung der Achsen der Reibräder angibt.
[0024] Ebenso könnte eine Aenderung der Vorspur der Reibräder 53, 54 dadurch erreicht werden,
dass die Tragkonsolen 47, 48, auf denen die Winkelgetriebe 7l bzw. 72 und die Fluidikaggregate
55 bzw. 56 montiert sind, etwas in der einen oder anderen Richtung um die Achsen der
Kettenräder 69 bzw. 70 am Ausleger 44 oder am Wagen 43 montiert werden. Dabei würde
die Fuhrungsschiene 42 nach wie vor die Reibräder 53, 54 bezüglich des Wickels 23
nach Massgabe dessen Wachstums in exakt radialer Richtung nachführen.
[0025] In Fig.5 ist schematisch eine Ausführungsvariante der Reibräder dargestellt. Bei
dieser Ausführungsvariante kreuzen die Achsen der Reibräder 53A,54A die Achse des
Wickelkernes nicht im rechten, sondern in einem spitzen Winkel. Die Reibräder 53A,54A
sind daher umfangsseitig an ihrer dem Wickel 23 zugekehrten Flachseite mit dem Reibbelag
53′ bzw.54′ versehen. Ausserdem ist der Angriffspunkt der Reibräder 53A,54A an den
flachen Stirnseiten des Wickels 23 bzw. an den Endflanschen 24 auf der bezuglich
ihrer Achsen von der Achse des Wickels 23 entfernteren Seite. Der Vorteil dieser Reibräder
53A,54A wird darin gesehen, dass der Antrieb des Wickels längs eines Berührungsbogens
erfolgt, wobei dieser Bogen dank der Walkbarkeit der Reibbeläge 53′,54′ sozusagen
konzentrisch zum Wickel 23 sein kann.
[0026] Abgesehen vom Wickelband 2l, das umfangsseitig mit dem Schuppenstrom S zum Wickel
23 aufgewickelt wird, bleibt die Aussenseite oder Mantelfläche des Wickels 23 unberüht.
Die Reibräder 53,54 greifen an Stellen der Zeitungen an, wo keine Druckfarbe ist.
Die Zeitungen S werden beim Aufwickeln nur durch ihr Eigengewicht und durch das Wickelband
21 quer zu ihrer Flachseite gepresst, nicht aber durch die für den Antrieb erforderlichen
Anpresskräfte für die Reibräder. Die Reibräder 53,54 haben noch eine ausgleichende
Funktion, so dass der entstehende Wickel 23 vollkommen ebene Stirnseiten aufweist.
[0027] Der dadurch verwirklichte technische Erfolg zeigt sich besonders deutlich in Gegenüberstellung
mit der aus der europäischen Patentanmeldung Nr. 0135080 bekanntgewordenen Vorrichtung
zum Aufwickeln einer Vielzahl von Druckbogen.
[0028] Zur Zuführung der letztern ist eine mit einem Förderband versehene Wippe vorgesehen
und zum Antrieb des Wickels ein gegen den Wickelumfang anstellbares endloses Antriebsband,
wobei das Förderband und das Antriebsband nach der Art einer Zange an etwa diametral
einander gegenüberliegenden Stellen an den Wickelumfang anstellbar sind. Das Antriebsband
umschlingt einen Teil des Wickelumfanges unter Ausübung eines Druckes, der ganz erheblich
ist bzw. sein muss, zumal wenn die mit hoher Geschwindigkeit anfallenden Druckprodukte
einer Rotationsdruckmaschine aufgewickelt werden sollen. Dann geht es nämlich nicht
nur darum, den Wickel unter Spannung des Wickelbandes überhaupt zu bilden, vielmehr
muss der Wickel häufig angehalten und erneut auf Betriebsgeschwindigkeit beschleunigt
werden. Soll dies schlupflos gelingen, so muss man das Andrückband mit grosser Kraft
an dem Wickelumfang angelegt halten, wobei selbst wenn ein Schlupf vermieden werden
könnte, der Druck allein schon zum Durchschlagen und Verschmieren der Druckfarbe führt.
Durch die Verwendung von Riberädern, die an den Stirnseiten des Wickels angreifen,
kann diese Gefahr vermieden werden, wobei überraschenderweise der Wickelantrieb trotz
der vergleichsweise beschränkten Angriffsfläche der Reibräder mit geringer Anpresskraft
tonnenschwere Wickel in Sekundenschnelle zu beschleunigen oder anzuhalten vermag und
dann natürlich auch den ordentlichen Wickelvorgang spielend bewältigen kann.
1. Einrichtung zum Aufwickeln eines kontinuierlich anfallenden Schuppenstromes (S)
von biegsamen Flächengebilden, insbesondere von gefalteten Druckprodukten (Z) auf
einen in einer Lageranordnung (26) drehbar gelagerten Wickelkern (22) zu einem Wickel
(23), mit einer den Schuppenstrom (S) an den Wickelkern (22) bzw. an den sich bildenden
Wickel (23) tangential heranführenden Förderbahn (11), und mit Antriebsmitteln (53,54),
um den Wickel (23) im Bereich seines Umfanges reibschlüssig anzutreiben, dadurch gekennzeichnet,
dass der Wickel unter Ausübung einer Zugspannung auf ein mit dem Schuppenstrom aufgewickeltes
Wickelband durch mindestens ein Paar Reibräder (53,54) angetrieben ist, die nachführbar
an den ebenen Stirnseiten des Wickelkernes (22) bzw. des Wickels (23) im Bereich dessen
Umfanges an einander axial gegenüberliegenden Stellen angreifen.
2. Einrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellen, an
denen die Reibräder (53, 54) an den ebenen Stirnseiten des Wickelkernes (22) bzw.
des Wickels (23) angreifen, sich im Bereich des Berührungspunktes der Förderbahn (11)
an dem sich bildenden Wickel (23) befinden.
3. Einrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderbahn
ein wippenartig schwenkbarer Bandförderer (11) ist, der unter der Wirkung einer zur
Achse des Wickelkerns (22) hin gerichteten Federkraft steht und dass jedes Reibrad
(53,54) an einer mit der Wippe (16,17) gekoppelten Aufhängung (47,48) montiert ist.
4. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Antrieb der Reibräder (53, 54) je über eine Rutschkupplung (57,58) vom Antrieb
(14,12) der Förderbahn (11) abgenommen ist.
5. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
Mittel (55,56) vorgesehen sind, um die Reibräder (53,54) von ihrer Eingriffsstelle
zu entfernen und den Wickel (23) freizugeben.
6. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Kraft, mit der die Reibräder (53,54) an die ebenen Stirnseiten des Wickels (23)
angedrückt sind, einstellbar ist.
7. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Reibräder (53,54) an ihrem Umfang einen in der Art eines Fahrzeugreifens oder
Pneus ausgebildeten, elastisch komprimierbaren Reibbelag (53′,54′), beispielsweise
aus einem Elastomer tragen.
8. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Drehachsen der Reibräder (53,54) je in einer rechtwinklig zur Achse des Wickelkernes
(22) stehenden Ebene angeordnet sind.
9. Einrichtung nach den Patentansprüchen 3,5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Reibräder (53,54) je an einem Ende eines Winkelhebels (51,52) angeordnet sind,
der schwenkbar an der zugeordneten Aufhängung (47,48) angelenkt ist, und an dessen
anderem Ende ein Hubelement (55,56) angreift, das einerseits dazu dient, die Reibräder
(53,54) von ihren Eingriffsstellen zu entfernen und andererseits die Andrückkraft
der Reibräder (53,54) einzustellen.
10. Einrichtung nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Reibrad
(53,54) über eine Kette (75,76) angetrieben ist, die um ein erstes koaxial und drehfest
mit dem Reibrad (53,54) verbundenes Kettenrad (77,78) und um ein zweites, koaxial
zur Schwenkachse des Winkelhebels (51,52) angeordnetes Kettenrad (73,74) geführt ist.
11. Einrichtung nach Patentansprüche 4 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite
Kettenrad (73,74) das Abtriebsrad eines Winkelgetriebes (71,72) ist, dessen Antriebsrad
(69,70) über ein Kettengetriebe (67,68) von der Rutschkupplung (57,58) angetrieben
ist.
12. Einrichtung nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspur der
Reibräder (53,54) in Bezug auf die Umlaufrichtung an der Eingriffsstelle der Reibräder
verstellbar und feststellbar ist (Fig.4).
13. Einrichtung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhängungen
(47,48) der Reibräder (53,54) an einem verschiebbar geführten Wagen (43,44) montiert
sind, der über eine Gelenkschwinge (45,46) mit der Wippe (16,17) des Bandförderers
(11) verbunden ist.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Drehachsen der Reibräder (53A,54A) und die Achse des Wickelkerns (22) im wesentlichen
in einer Ebene liegen, wobei die Drehachsen der Reibräder (53A,54A) die Achse des
Wickelkerns (22) in einem spitzen Winkel schneiden bzw. kreuzen.
15. Einrichtung nach Patentanspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingriffsstelle
der Reibräder (53A,54A) an den ebenen Stirnseiten des Wickels (23) an der von der
Achse des Wickelkernes (22) entfernteren Stelle des Umfangs der Reibräder (53A,54A)
ist.
16. Einrichtung nach Patentanspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibräder
in der Art eines Schleiftellers aus Gummi ausgebildet sind.
17. Einrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Antrieb des
Reibradpaares eine Rutschkupplung vorgesehen ist.