[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur akustischen Geschoßablagemessung, insbesondere
für bewegte Übungsziele, mit einem Mikrophonsystem und Auswerteeinrichtungen, die
den Minimalabstand Geschoß/ Ziel unter Ausschaltung von Laufzeitfehlern ermitteln
sollen.
[0002] Akustische Verfahren zur Geschoßablagemessung an ruhenden oder mit Unterschallgeschwindigkeit
bewegten Übungszielen beruhen auf der Vermessung der von überschallschnellen Geschossen
erzeugten kegelförmigen Stoßwellen unter Verwendung eines oder mehrerer Mikrophone.
Die Zusammenhänge zwischen der Entfernung Mikrophon / Stoßwellenerzeugungspunkt auf
der Geschoßbahn und der Stoßwellenamplitude oder der Stoßwellendauer sind bekannt.
Bei nicht bewegten Zielen kann hieraus der kürzeste Abstand Geschoß / Ziel direkt
abgeleitet werden.
[0003] Weiterhin ist bekannt, daß bei bewegten Zielen die direkte Messung fehlerhaft ist,
so daß sich - abhängig von den vektoriellen Größen Geschoß-, Ziel- und Schallgeschwindigkeit
- nur in seltenen Sonderfällen das richtige Ergebnis ergibt.
[0004] Zur Vermeidung dieser Fehler muß sowohl der räumliche als auch der zeitliche Verlauf
der Geschoßpassage berücksichtigt werden. Für einen solchen Passagevorgang können
wegen der Kürze dieses Vorgangs die Zielbewegungs- und Geschoßbahn als eine Gerade
und die Geschwin digkeiten als konstant angenommen werden. Eine Rechnung ist jedoch
nur dann möglich, wenn der räumliche Bezug der Geschoßbahn zur Zielbahn hergestellt
werden kann. Hierzu sind zwei Möglichkeiten bekannt.
[0005] In der DE-OS 31 22 644 ist ein Korrekturverfahren für fliegende Übungsziele beschrieben,
das auf einer waffenort- und zielortbezogenen Geometrie basiert. Es erfordert festgelegte,
genau einzuhaltende Flugkurse, Flughöhen und Fluggeschwindigkeiten sowie Bekämpfungsentfernungen
und Geschoßgeschwindigkeiten. Die verwendeten Mikrophone müssen im Zielmittelpunkt
installiert sein, und die gesamte Anordnung muß eine akustische Kugelcharakteristik
aufweisen.
[0006] Eine andere Möglichkeit wird in der EU-PS 0 003 095 beschrieben. Dort liefert eine
dreidimensionale Anordnung, bestehend aus einem Mikrophonsystem mit mindestens vier
Mikrophonen und einem Zusatzsystem, also insgesamt mindestens fünf Mikrophonen, eine
zielbezogene Geometrie, welche die Unabhängigkeit von Flugkursen und Flughöhen ermöglicht.
Die Mikrophonanordnung kann sich auch außerhalb des Zielmittelpunktes befinden.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Anordnung zu schaffen, die Laufzeitfehler
bei minimaler Mikrophonanzahl ausschließt und zur Auswertung hinreichende Informationen,
wie Signalamplituden, Signaldauer und -laufzeiten liefert, so daß nur eine geringe
Zahl von Übungsparametern vor einer Schießübung festzulegen sind. Diese Aufgabe ist
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Die erfindungsgemäße Maßnahme bietet die Möglichkeit, Arten und Anzahl der verfügbaren
Informationen mit der Anzahl der Mikrophone und ihrer geometrischen Lage zum Zielmittelpunkt
zu bestimmen. Das bedeutet, daß in Abhängigkeit der mechanischen und funktionellen
Randbedingungen der Einheit Ziel / Mikrophonsystem ein optimales System ausgewählt
werden kann.
[0009] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0010] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung zur Ermittlung der Minimalentfernung Geschoß / Ziel,
Fig. 2 eine Darstellung zur Erläuterung der Dopplerkorrektur und des rechnerischen
Mikrophonortes,
Fig. 3 ein Rotationshyperboloid,
Fig. 4 ein Raumdiagramm mit einem Mikrophon im Koordinatenursprung und einem am Ende
eines Vektors in einer Raumachse liegenden Mikrophon,
Fig. 5 ein Raumdiagramm mit drei in einer Ebene liegenden Mikrophonen,
Fig. 6 ein Diagramm zur Erläuterung der Koordinatentransformation und
Fig. 7 ein Diagramm für ein dreidimensionales Mikrophonsystem mit vier Mikrophonen.
[0011] In der Prinzipdarstellung nach Fig. 1 befindet sich der Zielmittelpunkt Z
M zum Zeitpunkt t = 0 im Koordinatenursprung und bewegt sich in Richtung der Z-Achse.
Das Geschoß befindet sich zum gleichen Zeitpunkt am Ende des Ortsvektors R (t =
0), und es bewegt sich in Richtung G.
[0012] Es gilt also:
Ziel bahn

Geschoßbahn

[0013] Die Momentanentfernung Ziel - Geschoß ist dann


[0014] Diese Entfernung wird minimal, wenn

wird.
[0015] Die kürzeste Entfernung E
min liegt also zum Zeitpunkt

vor:
[0016] Dieser Wert ist in
*) einzusetzen und E
min zu berechnen.
[0017] Bevor die Systeme im Einzelnen beschrieben werden, folgen zunächst einige Erklärungen
und Vereinbarungen, die für alle Systeme gemeinsam gelten:
A) Der kürzeste Abstand Geschoß / Ziel wird in vier Schritten ermittelt:
1. Erfassen und Übertragen der erforderlichen akustischen Daten,
2. Berechnung der räumlichen Lage der Geschoßbahn oder der Geschoßbahnschar, deren
Elemente in Bezug auf die Zielbahn alle den gleichen Informationsgehalt haben,
3. Berechnung der Zeitparameter auf Geschoß- und Ziel bahn,
4. Berechnung des kürzesten Abstandes Geschoß / Ziel.
Die Zeitparameter sind elementar aus Geschoß-, Ziel- und Schallgeschwindigkeit sowie
dem Abstand zum ersten beschallten Mikrophon ableitbar. Die Geschoßbahnberechnungen
werden im weiteren Verlauf ausführlich dargestellt.
B) Die Mikrophonsignale werden mittels eines geeigneten Telemetrieverfahrens einem
Auswertungscomputer, der die erforderlichen Berechnungen durchführt, zugeführt.
C) Sollen Temperatur- und Höheneinflüsse berücksichtigt werden, erfolgt die Bestimmung
der aktuellen Schallgeschwindigkeit aus der Temperatur 4 nach der bekannten Beziehung

[0018] Die Messung erfolgt in der Nähe der Mikrophone, die Information wird ebenfalls mittels
Telemetrie dem Auswertungscomputer zugeführt.
[0019] D) Mindestens zwei Mikrophone sind hintereinander in Zielbewegungsrichtung angeordnet,
alle Mikrophonorte in Bezug auf den gewünschten Zielmittelpunkt sind bekannt.
[0020] E) Die Abstände Mikrophon / Geschoßbahn werden über die bekannten Zusammenhänge zwischen
Abstand und Stoßwellenamplitude bzw. -dauer bestimmt.
[0021] Bei Auswertung beider Informationen ist in bestimmten Grenzen die Erkennung des verwendeten
Geschoßkalibers möglich.
[0022] F) Bei schnell bewegten Zielen ist eine Dopplerkorrektur der gemessenen Impulsdauer
erforderlich. Der hierzu benötigte Einfallwinkel der Schallwellenfront in Bezug auf
die Zielbewegungsrichtung wird aus einer Schallaufzeit-Differenzmessung zwischen den
unter D) genannten Mikrophonen ermittelt.
[0023] G) Schallaufzeit-Differenzmessungen zwischen Mikrophonen werden vorzugsweise durch
Bildung und Auswertung der Kreuzkorrelationsfunktion der beteiligten beiden Mikrophonsignale
durchgeführt. Dieses Verfahren liefert auch bei hohem Störgeräuschpegel große Genauigkeit
und weitere Information. So werden die unter D) genannten Mikrophone gemeinsam vom
Windgeräusch des Zieles beschallt. Die Kreuzkorrelationsfunktion erhält daher ein
Maximum, aus dessen Lage bei bekannter Schallgeschwindigkeit die Machzahl des Zieles
bestimmt werden kann.
[0024] H) Die Berechnungen erfolgen nach den Prinzipien der geometrischen Akustik. Das Ausbreitungsmedium
Luft wird als ruhend und homogen angenommen.
[0025] Die Form des vom Geschoß erzeugten Machkegels wird bei der Bestimmung der Geschoßbahn
berücksichtigt, es erfolgt keine Näherung durch eine ebene Wellenfront. Die Form wird
jedoch idealisiert angenommen. Fehler, die bekanntlich bei kleinen Abständen auftreten,
werden vom Auswertungscomputer korrigiert. Es werden weiterhin isotrope Eigenschaften
der Mikrophone angenommen. Tatsächliche Abweichungen hiervon korrigiert ebenfalls
der Auswertungscomputer.
[0026] I) Um die geometrischen Darstellungen zu vereinfachen, wird die Mikrophonanordnung
ruhend angenommen. Die Mikrophon- und Zielmittelpunktsorte sind jedoch nicht die tatsächlichen,
sondern "rechnerische" Orte, die aus der Reihenfolge der Beschallung, aus gemessenen
Zeitdifferenzen und der Zielgeschwindigkeit ermittelt werden. Die Form des Machkegels
wird hierbei berücksichtigt. Nur die so berechneten Orte fließen in die Geschoßbahnberechnung
ein.
[0027] In Fig. 2 ist ein Beispiel zur Erläuterung der Punkte F und I dargestellt. Das Mikrophon
M
1 wird zuerst beschallt, Mikrophon M
2 nach der gemessenen Zeitdifferenz Δt
m. Der bekannte Mikrophonabstand M
1M*
2 ist dann um die Strecke V
z . Δt
m (V
z: Zielgeschwindigkeit) zu verringern bzw. bei umgekehrter Reihenfolge der Beschallung
zu verlängern.
[0028] Für den Einfallswinkel ß der Stoßwelle gilt dann mit der Schallgeschwindigkeit c

und für die aus der gemessenen Impulsdauer T
m zu berechnende dopplerkorrigierte Impulsdauer

[0029] Die Vorkenntnis der aktuellen Schallgeschwindigkeit ist für diese Korrektur nicht
notwendig.
[0030] Beim einfachsten System befinden sich Zielmittelpunkt und zwei Mikrophone auf der
Zielbewegungsachse Z. Eine solche eindimensionale Anordnung ist auf Grund ihrer Rotationssymmetrie
nicht in der Lage, eine Geschoßbahn eindeutig festzulegen, es sind jedoch wesentliche
Informationen verfügbar. _
[0031] Bei einer gedachten Rotation der Geschoßbahn um die Z-Achse entstehen die rotationssymmetrischen
Flächen zweiter Ordnung, die geradlinige Erzeugende haben, also im allgemeinen Fall
ein einschaliges Rotationshyperboloid mit zwei Erzeugendenscharen. Nur dieses wird
im Folgenden betrachtet, die einfachen Sonderfälle Kreiskegel und -zylinder mit je
einer Schar sind eingeschlossen.
[0032] In Fig. 3 ist ein solches Rotationshyperboloid dargestellt. G und G
* sind je eine beliebige Erzeugende der beiden Scharen. Es wird ersichtlich, daß durch
die Rotationssymmetrie aus jeder beliebigen Erzeugenden die gleiche Information über
den Abstand zu einem auf der Z-Achse beliebig gelegenen Zielmittelpunkt Z ableitbar
ist. Wird dieser Abstand E
min als rotierende Vektorschar ermittelt, kann aus dem Vorzeichen seiner z-Komponente
bestimmt werden, ob die Geschoßpassage vor oder hinter dem Zielmittelpunkt erfolgte
(Vorn-Hinten-Erkennung).
[0033] Für die Berechnungen kann eine beliebige, rechentechnisch im Koordinatensystem günstig
gelegene Geschoßbahn G ausgewählt werden, da der zu ermittelnde Abstand bei allen
Bahnen gleich ist.
[0034] In Fig. 4 befindet sich das Mikrophon K im Koordinatenursprung, das Mikrophon L am
Ende des Vektors L auf der Z-Achse. Der rechnerische Ort des Mikrophons L ist daher
in Vektorschreibweise

Der Abstandsvektor R
1 wird zur Vereinfachung in die X - Z - Ebene gelegt und lautet daher

[0035] Er steht wie Vektor R
2 senkrecht auf der Geschoßbahn G. Für R
2 kann keine Komponente zu Null angenommen werden.

[0036] Der Abstand von R
1 und R
2 auf G ist

[0037] Mit dem Machwinkel a , der Machzahl des Geschosses M
G und der Geschwindigkeit V
G gilt bekanntlich

[0038] Ist Δt
ldie gemessene Zeitdifferenz zwischen der Beschallung der Mikrophone K und L, legt
das Geschoß die Strecke Δt
L.V
G zurück. Es gilt daher

[0039] Bekannt sind die Größen c, V
G9 M
G und L, die Größen |R
1|, |R
2| und Δt
L werden gemessen. Hieraus sind die Komponenten von R
1 und R
2 zu berechnen, die gesuchte Geschoßbahn liegt damit fest.
[0042] Die Lösung zeigt, daß die für die Vorn-Hinten-Erkennung erforderliche z-Komponente
der Abstände eindeutig bestimmt ist.
[0043] Die Vorzeichen von x
1 und y
2 sind frei wählbar, das Vorzeichen von x
2 muß dem von x
l gleich sein, da x
1 in x
2 enthalten ist.
[0044] Es existieren also durch den gewählten Ansatz vier explizite Lösungen mit der Eigenschaft
der Spiegelsymmetrie zur X-Z-Ebene bzw. zur Y-Z-Ebene. Keine der Lösungen muß jedoch
die tatsächliche Geschoßbahn sein. Für die Berechnung des kürzesten Abstahdes kann
eine beliebige Bahn

ausgewählt werden.
[0045] Durch Verwendung eines dritten Mikrophons außerhalb der Z-Achse entsteht ein zweidimensionales
Mikrophonsystem. Es ist damit möglich, aus den vorstehend beschriebenen Geschoßbahnscharen
zwei Bahnen zu selektieren, die spiegelsymmetrisch zur Mikrophonebene sind, jede der
zwei Bahnscharen liefert eine Lösung. Der gewünschte Zielmittelpunkt muß nicht mehr
auf der Z-Achse liegen, sondern kann in die Mikrophonebene verlegt werden. Es ist
auch möglich, in dieser Ebene Zielflächen, zum Beispiel in Form von Fahrzeugsilhouetten
im Auswertecomputer zu definieren. Erfolgt der Beschuß des Ziels nur aus einem der
Halbräume, die durch die Mikrophonebene festgelegt werden, ist die Geschoßbahn sogar
eindeutig festlegbar, und es kann ein Zielkörper definiert werden.
[0046] In Fig. 5 ist ein ebenes Mikrophonsystem dargestellt. Es entspricht dem aus Fig.
4 mit dem zusätzlichen dritten Mikrophon M. Um die Rechnung zu vereinfachen, liegt
es in der X-Z-Ebene mit dem Vektor M zum rechnerischen Mikrophonort
R3 ist der Abstandsvektor von M und der Geschoßbahn G. Der Abstand zwischen R1 und R3 auf G ist

Δ tM ist die gemessene Zeitdifferenz zwischen der Beschallung der Mikrophone K und M,
|R3| wird ebenfalls gemessen. ΔM und ΔL liegen beide auf Gi es gilt daher

und

Ist G zur X-Y-Ebene parallel, wird |ΔL| = 0. Da R1 in der X-Z-Ebene angenommen ist, muß ΔM parallel zur Y-Achse liegen, und es ist ein vereinfachter Ansatz ohne Berechnung
von Q möglich. Im Folgenden wird nur der komplizierte Fall |ΔL|≠ 0 betrachtet.
[0047] Die Festlegung des gesuchten Geschoßbahnpaares erfolgt durch Auswahl einer beliebigen
Geschoßbahn aus der Schar und eine rechnerische Rotation von M um die Z-Achse, bis
die Bedingungen eines Gleichungssystems erfüllt sind.
[0048] Die Koordinaten des um den Winkel ψ zu drehenden Mikrophons sind dann

[0049] In Fig. 6 ist diese Koordinatentransformation als Projektion in die X-Y-Ebene dargestellt.
Die ausgewählte Geschoßbahn ist durch die Abstandsvektoren R
1 und R
2 gegeben, die Abstandsvektoren der tatsächlichen Geschoßbahn

und

ergeben sich durch entgegen- gesetzte Rotation von R
1 und R
2 um den gesuchten Winkel

Bekannt ist M, gemessen wird |R
3| und Δt
M, xM
ψ und yM
ψ sind gesucht.
[0050] Gemäß Fig. 5 und 6 ist folgendes Gleichungssystem ansetzbar:



Es liefert als Lösung


Für y
Mψ existieren, bedingt durch die Spiegelsymmetrie zur X-Z-Ebene, zwei Lösungen. Die
in Fig. 6 dargestellte Projektion der Lösung in die X-Y-Ebene ist also noch an der
X-Achse zu spiegeln (R
1", R
2").
[0051] Die Festlegung des Geschoßbahnpaares kann auch über einen anderen Ansatz erfolgen.
Hierzu wird die Machkegelerzeugende A (siehe Fig. 5) eingeführt. Die Rotation von
M wird dann so durchgeführt, daß A und G den Machwinkel α einschließen. |R
3| muß dann nicht gemessen werden.
[0052] Wird das zweidimensionale Mikrophonsystem durch ein viertes Mikrophon außerhalb der
Mikrophonebene X-Z erweitert, kann eine Geschoßbahn eindeutig bestimmt werden. In
Fig. 7 ist dieses vierte Mikrophon N beispielsweise in der Y-Z-Ebene am rechnerischen
Mikrophonort N dargestellt. Es sind mehrere Lösungsansätze möglich, zum Beispiel,
wie bereits ausgeführt, mit Hilfe des gemessenen Abstandes und des Skalarproduktes
mit den beiden möglichen Bahnvektoren oder durch rechnerische Rotation von N um die
Z-Achse. Mit dem letzteren Ansatz ergibt sich dann eine zur Y-Z-Ebene symmetrische
Doppellösung, von denen eine einzige identisch ist mit einer Lösung, die mit Hilfe
des Mikrophons M gewonnen wurde.
[0053] Ein Ansatz mit Hilfe des Machwinkels α ohne Kenntnis des Abstandes |R
4| ist ebenfalls möglich. Gemäß Fig. 7 gilt

Wie in den vorstehenden Rechnungen ausgeführt, ergibt sich |Δ
N| aus einer der möglichen Laufzeitdifferenzen, zum Beispiel zu Mikrophon K, die Machkegelerzeugende
e folgt dann aus der Vektorsumme

Erfüllt dieser Vektor das obenstehende Skalarprodukt nicht, ist die zweite Möglichkeit
mit R
1" und Δ
N" die damit eindeutig bestimmte Geschoßbahn.
[0054] Der Zielmittelpunkt kann mit den aus den vorstehenden Ansätzen sich ergebenden Lösungen
beliebig im Raum festgelegt werden, und es kann daher unter allen Beschußsituationen
ein Zielkörper im Auswertungscomputer definiert werden.
1. Schalldruckwandleranordnung zum akustischen Erfassen von Geschoßbahnen und Geschoßablagen,
insbesondere für bewegliche Übungsziele, mit einem Mikrophonsystem und einer einen
Auswertealgerithmus aufweisenden Auswerteeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schalldruckwandleranordnung mindestens zwei räumlich getrennte Schalldruckwandler
aufweist, deren Signale in der Auswerteeinrichtung aufgrund bekannter physikalischer
Zusammenhänge in Abstände und Schallaufzeitdifferenzen repräsentierende Daten umgesetzt
und einem Auswertecomputer, sowohl zum Berechnen eines minimalen Abstandes Geschoß
/ Ziel, unter Berücksichtigung des räumlichen und zeitlichen Verlaufs der Ziel-Geschoßpassage,
als auch einer Komponente des Geschoßdurchganges in Richtung der Verbindungsachse
der Schalldruckwandler zugeführt werden und daß die berechneten Daten zur Bestimmung
einer Vielzahl von zur Verbindungsachse der Schalldruckwandler rotationssymmetrisch
verlaufenden Geschoßbahnen dienen, die in bezug auf den minimalen Abstand Ziel / Geschoß
und Komponente in Richtung der genannten Verbindungsachse eindeutig ist, sind mit
dem Zielmittelpunkt auf dieser Achse.
2. Schalldruckwandleranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein weiterer
Schalldruckwandler außerhalb der Verbindungsachse in einer Ebene mit den anderen Schalldruckwandlern
angeordnet ist, dessen Signal zur Berechnung eines zusätzlichen Abstandes und/oder
einer Schalllaufzeitdifferenz dient.
3. Schalldruckwandleranordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
ein weiterer Schalldruckwandler so angeordnet ist, daß dieser außerhalb der Ebene
liegt und daß das Signal dieses Schalldruckwandlers einen weiteren Abstand und/oder
eine weitere Schallaufzeitdifferenz zur eindeutigen Berechnung der Geschoßbahn repräsentiert.
4. Verfahren zur Messung der Zielmachzahl mit Anordnungen gemäß den Ansprüchen 1,
2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei in Zielbewegungsrichtung versetzte
Schalldruckwandler von einer mit dem Ziel mitbewegten, an einem bekannten Ort vor
oder hinter den Mikrophonen befindlichen Schallquelle gemeinsam beschallt werden und
daß die zur Berechnung der Zielmachzahl erforderliche Laufzeitdifferenz mittels Kreuzkorrelation
der Signale der beiden Schalldruckwandler ermittelt wird.