[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Walzgiessverfahren gemäss Oberbegriff des
Anspruchs 1 und eine Walzgießanlage zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Seit den Dreissigerjahren dieses Jahrhunderts wurde dieses Verfahren mit sogenannten
Walzgiessmaschinen (ROLL CASTER) industriell eingesetzt und gewann seit 1955 immer
grössere Bedeutung (E. Herrmann. « Handbook on Continuous Casting •, Ausgabe 1980.
S. 63-65 bzw. 166-167).
[0003] Die erzeugte Banddicke bei bisher ausgeführten Anlagen liegt zwischen 3 und 15 mm,
meistens bei 6 bis 8 mm. Die Bandbreite misst bei neueren Produktionsanlagen zwischen
0,25 und 2 m. Bei entsprechender Dimensionierung der Giesswalzen, deren Lagerung und
des Antriebes sind jedoch der zu erzeugenden Bandbreite giesstechnisch keine Grenzen
gesetzt, so dass auch Bandbreiten von 3 bis 4 oder mehr Metern durchaus realisierbar
sind.
[0004] Indem sich die nachfolgende Beschreibung als Beispiel auf das Giessen von Aluminium
bezieht. ist bei entsprechend angepassten Daten die sinngemässe Anwendung des erfindungsgemässen
Walzgiessverfahrens auch auf andere Materialien. insbesondere auf Stahl, anwendbar.
[0005] Der Giessprozess wurde bisher hauptsächlich für die Produktion von Aluminiumbändern
angewandt. wobei eine stündliche Produktion von 900 bis 1200 kg/m Bandbreite, je nach
erzeugter Banddicke und verarbeiteter Legierung, erreicht wird. Das dabei erzeugte
Band verlässt den durch die beiden Walzen gebildeten Giess-Spalt mit einer Geschwindigkeit,
allgemein mit Giessgeschwindigkeit bezeichnet, von 0,75 bis 1,4 m/min. Nach dem Austritt
aus den Walzen liegt die Temperatur des Gussbandes in der Regel zwischen 350° und
400 °C.
[0006] Die Giessrichtung kann hierbei beliebig sein. Es sind Anlagen bekannt, mit welchen
senkrecht aufwärts, horizontal oder schräg auf- oder abwärts gegossen wird.
[0007] Die Walzen sind mit einem Kühlsystem versehen. so dass die aufgenommene Wärme durch
eine Kühlflüssigkeit abgeleitet wird. Dabei hat sich bisher die interne Walzenkühlung
durchgesetzt, indem die Walzen innerhalb eines aufgesetzten Walzenmantels vom Kühlmittel
durchströmte Kanäle aufweisen. Es können jedoch auch extern wirkende Systeme zur Anwendung
gelangen, indem die Walzenoberfläche direkt mit dem Kühlmittel in Kontakt gebracht
wird (Sir Henry Bessemer, 1846).
[0008] Es liegt im Interesse jedes Anwenders des Giessverfahrens, eine möglichst hohe Produktion
pro Zeiteinheit zu erreichen, d. h. die Anlagen mit den höchstmöglichen Giessgeschwindigkeiten
zu betreiben. Dabei besteht die Bedingung, dass das Giessgut beim Verlassen der Walzen
über den ganzen Bandquerschnitt erstarrt ist, daansonsten das flüssige Metall zwischen
den Walzen durchfliesst, womit der Giessprozess unterbrochen oder zumindest stark
gestört wird, bis der Schmelzedurchbruch durch entsprechendes Verändern der Giessparameter
(Verkleinern der Giessgeschwindigkeit und/oder Senken der Metalltemperatur in der
Schmelzezufuhr, Reinigung der Walzenoberflächen etc.) behoben ist.
[0009] Da bei gegebener Banddicke und Legierung und gleichen thermischen Voraussetzungen
(Wärmefluss) die erforderliche Kontaktzeit zwischen Walzen und Giessgut bestimmt ist,
wäre es naheliegend, die Kontaktlänge des Giessgutes mit den Walzen durch Zurücksetzen
der Düse (Vergrösserung des Maßes h, Fig. 1) zu vergrössern und dabei die Giessgeschwindigkeit
soweit zu erhöhen, dass die erforderliche Kontaktzeit noch gewährleistet ist. In der
Praxis zeigt sich, dass die Erstarrung der Schmelze, über die Breite des Bandes betrachtet,
in etwas unterschiedlicher Distanz nach dem Düsenaustritt erfolgen kann. Dies ist
bedingt durch kleine Variationen des Wärmeüberganges infolge zeitlich und/oder örtlich
auftretender Veränderungen der Walzenoberfläche, beispielsweise durch Reibstellen
der Düse und/oder Temperaturschwankungen im Kühlwasser bzw. in der Schmelze oder durch
andere Umstände. Deshalb muss, um Schmelzedurchbrüche mit Sicherheit zu vermeiden,
zwischen der vollständigen Erstarrung des Giessgutes und dem Walzenaustritt ein gewisser
Abstand (Distanz a. Fig. 3) vorhanden sein.
[0010] Bei den heute üblichen, vorstehend erwähnten Giessgeschwindigkeiten bei einer Banddicke
von ungefähr 6 mm (bezogen auf Aluminium), bewährt sich in der Praxis eine Distanz
h in der Grössenordnung von etwa 30 mm zwischen Düsen- und Walzenaustritt (Fig. 3),
wobei die mittlere Distanz a etwa bei 12 mm liegt. Infolge der vorerwähnten Gründe
kann diese Distanz, über die Breite des Bandes und über einige Zeit betrachtet, etwa
zwischen 8 und 16 mm schwanken.
[0011] Damit findet nach der vollständigen Verfestigung des Metalles ein Walzeffekt statt.
Beträgt dabei der Walzendurchmesser beispielsweise 600 mm, so ergibt sich mit a =
12 mm ein mittlerer Walzgrad von 7,4 %, bei einem örtlichen Minimum von a = 8 mm ein
Walzgrad von 3.4 % und 12.4 % im Maximum bei a = 16 mm. Bei diesem Walzeffekt auf
trockenen, ungeschmierten Walzen, bei gleichzeitig hoher Temperatur der Walzenoberfläche.
besteht erfahrungsgemäss eine Tendenz des Haftens des festen Bandes an den beiden
Walzen. Das aus diesen austretende, bereits eine gewisse Festigkeit bzw. Steifheit
aufweisende Gussband. nachstehend Band genannt, hat grundsätzlich die Tendenz, die
Walzen in der Symmetrie-Ebene zu verlassen. Ist die Haftkraft an einer Walze grösser
als an der anderen und übersteigt der Unterschied einen zulässigen Grenzwert, welcher
hauptsächlich durch die Biegefestigkeit des Bandes am Austritt aus dem Giessspalt
gegeben ist, so bleibt das Band an der die höhere Haftkraft aufweisenden Walze haften
und muss unter Kraftaufwand von dieser gelöst werden, was üblicherweise durch vorgesehene
Bandabstreifer oder entsprechend hohen Bandzug geschieht. Dadurch wird die Qualitat
des Bandes stark beeinträchtigt, so dass dieses bei den heutigen Qualitätsansprüchen
für die meisten Verwendungszwecke unbrauchbar wird. Durch Besprühen der Walzen mit
einer leicht verflüchtigenden Flüssigkeit wie suspendierter Graphit. Molybdändisulfyd,
Bornitrid, Magnesiumoxyd etc., welche als Trennmittel wirken, kann der Gefahr des
Haftens bis zu einem gewissen Grade begegnet werden.
[0012] Beträgt die Giessgeschwindigkeit beispielsweise 1,2 m/min., so ergibt sich für eine
Entfernung zwischen Düsen- und Walzenaustritt von h = 30 mm (Fig. 3) eine mittlere
Kontakt zeit zwischen Giessgut und Walzen von 1,5 s. Diese teilt sich auf in die mittlere
Erstarrungszeit von 0,9 s (Erstarrungsstrecke b = 18 mm, Fig. 3) und 0,6 s mittlere
Walzzeit (Walzstrecke a = 12 mm, Fig. 3).
[0013] Werden diese Zeiten einem Giessprozess zugrunde gelegt, so wird offensichtlich, dass
mit zunehmender Giessgeschwindigkeit, bei gleichbleibenden Zeitabschnitten für die
einzelnen Phasen (Erstarren, Walzen), die betreffenden Distanzen a. b, und h (Fig.
3) immer entsprechend grösser werden. Bei gleichem Walzendurchmesser wird deshalb
der Walzgrad und damit die Verformung des Bandes mit zunehmender Giessgeschwindigkeit
unweigerlich höher. Unter dem damit verbundenen erhöhten Walzdruck wird, selbst unter
Anwendung der vorgängig erwähnten Trennmittel, die Haftung des Bandes auf den Walzen
fester, wobei auch der zulässige Unterschied der Haftkräfte auf den beiden Walzen
zumindest zeitweise wesentlich überschritten wird. so dass das Band auf der einen
oder anderen Walze haften bleibt und, wie vorgängig beschrieben, unter äusserem Kraftaufwand
gelöst werden muss.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Walzgießverfahren und eine Walzgießanlage zur Durchführung
des Verfahrens anzugeben, das eine hohe Stabilität des Bandes am Austritt der Walzen
erzeugt, so dass sich das Band selbst bei grossen unterschiedlichen Haftkräften von
den Walzen löst und frei abgeführt werden kann, um damit eine wesentlich grössere
Kontaktlänge zwischen Giessgut und Walzen, folglich eine bedeutende Leistungssteigerung
der Giessanlage zu ermöglichen. Gleichzeitig soll eine möglichst intensive Sekundärkühlung
des Bandes am Austritt aus den Walzen erreicht werden, um einen Durchbruch der Schmelze
zu erschweren. Die erfindungsgemässe Lösung der Aufgabe ist im Kennzeichen des Anspruchs
1 beschrieben. Eine weitere vorteilhafte Verfahrensweise ist durch Anspruch 2 gekennzeichnet.
Zweckmässigerweise erfolgt die Zuführung des Kühlmediums durch beidseitig des Bandes
angeordnete Düsen, wobei je die eine Düsenwandung vorteilhafterweise direkt durch
die Walzenoberfläche gebildet wird.
[0015] Die erfindungsgemässe Anwendung des Verfahrens kann mit einer noch zusätzlichen externen
Walzenkühlung verbunden werden. Die Kühlzone besteht darin, dass die Walzenoberfläche
über einen Teil des Umfanges mit einem Kühlmedium benetzt, besprüht oder angeblasen
wird. Damit wird die Walzenoberfläche direkt am Austritt aus der Giesszone mittels
des verwendeten Kühlmediums
ge uhlt.
[0016] Eine an die Kühlzone anschliessende Trocknungszone sorgt dabei dafür, dass die Walzenoberfläche
trocken in die Giesszone einläuft.
[0017] Es ist dabei möglich, dass dem Kühlmedium die vorgängig genannten oder andere Trennmittel
beigegeben werden, welche auf den Walzenoberflächen antrocknen und die Haftung des
Bandes auf denselben verringern.
[0018] Das Trocknen kann auf bekannte Art durch Abstreifen und/oder Bürsten erfolgen, gegebenenfalls
unterstützt durch Anblasen von Kalt-oder Warmluft, um eine Restverdunstung eines flüssigen
Kühlmediums auf der durch den Giessprozess erwärmten Walzenoberfläche noch zu beschleunigen.
[0019] Die Erfindung wird nun anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemässen Walzgiessanlage näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch den massgebenden Teil der Anlage,
Figur 2 zeigt eine teilweise Seitenansicht einer Kühlmitteldüse bei weggenommener
Walze, und
Figur 3 ist ein Teilschnitt zur Erläuterung des Stabilisierungsvorgangs mittels der
Kühlmittelzufuhr.
[0020] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Anlage weist Giesswalzen 1 und 2 auf, die
gegenläufig in Richtung der Pfeile in Figuren 1 und 3 angetrieben werden können. Vor
der engsten Stelle 3 zwischen den beiden Walzen 1 und 2, welche Stelle im folgenden
als Walzspalt oder einfach Spalt bezeichnet wird, befindet sich eine Giessdüse, von
welcher in den Figuren 2 seitliche Begrenzungswände 4 bezeichnet sind. Durch diese
Düse wird flüssiges Metall 5 zugeführt, welches sich unterhalb der Düse 4 seitlich
verteilt und an den Walzenoberflächen gekühlt wird. Damit erstarrt das Metall auf
der Erstarrungsstrecke b und wird dann anschliessend auf der Walzstrecke a, wie oben
beschrieben, gewalzt. Das gewalzte Band 6 tritt durch den Walzspalt 3 nach unten aus
und wird in nicht dargestellter, an sich bekannter Weise abgeführt. Soweit entspricht
die Anlage den eingangs beschriebenen bekannten Anlagen.
[0021] Erfindungsgemäss wird nun unterhalb des Spaltes 3 ist beidseitig des Bandes 6 je
eine Kühlmitteldüse 7a bzw. 7b angeordnet. Jede dieser Düsen weist einen Düsenkörper
auf, gebildet durch je eine innere Seitenwand 8 und eine äussere Seitenwand 9, zwei
gegenüberliegende Stirnwände 10, welche den Düsenkörper an den Enden abschliessen,
sowie je eine Rückwand 11. An der Rückwand sind Einlass-Stutzen 12 vorgesehen, durch
welche Kühlmittel, vorzugsweise Wasser, durch nicht dargestellte Zuleitungen in bestimmter
Menge und mit bestimmten Druck zugeführt werden kann. Die beiden Düsenkörper sind
oben durch die je eine Begrenzungswand der Düse bildenden Walzen 1 und 2 abgedeckt.
Zur Dichtung zwischen den Düsenkörpern 7 und den Walzenoberflächen können an den Rändern
der äusseren Seitenwände 9 und der Stirn an vorgesehen sein, in -welche Dichtungsstäbe
14 bzw. 15 e
. gelegt sind. Wie Figur 1 zeigt, liegen diese Dichtungsstäbe mit allseitigem Spiel
in Nuten 13, so dass die Stäbe in Betrieb durch den Druck des Kühlwassers in die in
Figur 1 dargestellte dichtende Lage gepresst werden. Die Dichtungsstäbe 14 sind gerade,
und da die Reibung der rauheren Walzenoberfläche an diesen Stäben normalerweise grösser
ist als die Reibung der Stäbe an einer fein bearbeiteten Nutenwand, werden die Dichtungsstäbe
14 während des Betriebs in Drehung versetzt, was zu einer geringeren Abnützung führt,
als wenn sie auf der Walzenoberfläche gleiten würden. Die Dichtungsstäbe 15 müssen
dagegen natürlich auf den Walzenoberflächen gleiten. Die Dichtungsstäbe 14 und 15
bestehen aus Metall oder Kunststoff. Die axial verlaufenden Nuten 13 in den äusseren
Seitenwänden 9 münden in die in Umfangsrichtung verlaufenden Nuten 13 in den Stirnwänden
10. Die in den Stirnwänden vorgesehenen Nuten 13 sind beidseitig durch je einen Deckel
16 abgeschlossen.
[0022] Je eine Walzenoberfläche und ein abgeschrägtes oberstes Teilstück 17 jeder inneren
Seitenwand 8 begrenzen eine Düse mit einer sich axial längs einer Mantellinie jeder
Walze erstreckenden, schlitzförmigen Düsenöffnung 18. Durch diese Oeffnungen kann
je ein Kühlmittelstrom tangential oder in Umfangsrichtung längs der Walzenoberflächen
nach oben in die zwischen den Düsen, den Walzen, dem Spalt 3 und dem Gussband 6 gebildeten
Räume 19a bzw. 19b gespritzt oder geblasen werden. Aus diesen Räumen strömt das Kühlmittel
durch die schlitzförmigen Austrittsöffnungen 20a bzw. 20b zwischen je einer inneren
Seitenwand 8 und dem Gussband 6 nach unten aus. Diese Austrittsöffnungen 20a und 20b
sind verhältnismässig eng bemessen, so dass das Kühlmittel in den Räumen 19a und 19b
gestaut wird und sich folglich ein gewisser Druck aufbaut.
[0023] In Figur 1 ist angenommen, das Gussband 6 verlasse die beiden Walzen 1 und 2 bzw.
den Spalt 3 symmetrisch und bewege sich symmetrisch zwischen den beiden Düsen 7a und
7b nach unten. Es herrschen daher auch bezüglich der Kühlmittelströme und der Kühlwirkung
symmetrische Verhältnisse, das heisst insbesondere. dass beide Bandseiten in gleichem
Masse gekühlt werden. Es herrscht auch in beiden Räumen 19a und 19b derselbe Kühlmitteldruck,
so dass der auf die beiden Bandseiten wirkende Druck derselbe ist. Figur 3, in welcher
in vereinfachter Darstellung nur die, die eigentliche Düsenbegrenzung bildenden, obersten
Teile der Seitenwände 8 dargestellt sind, zeigt den Fall, wo das Gussband 6 an der
Walze 1 stärker haften bleibt als an der Walze 2 und somit die Walzen bzw. den Spalt
3 asymmetrisch verlässt. Es entsteht damit natürlich auch eine Asymmetrie der Räume
19a und 19b sowie der Strömungs- und Kühlverhältnisse in diesen Räumen. In Figur 3
sind die Kühlmittelströme mit Linien 21a und 21b angedeqtet. E t - hierbei klar, dass
im engeren Raum 19a die anliegende Seite des Gussbandes 6 auf einer wesentlich kürzeren
Strecke gekühlt wird als im gegenüberliegenden Raum 19b. Mit dieser einseitig wesentlich
intensiveren Kühlung ist eine erheblich stärkere Kontraktion auf der rechten Seite
des Gussbandes (Fig. 3) verbunden, wobei in diesem durch die in Bezug auf die Bandmittellinie
asymmetrisch auftretenden Wärmespannungen ein Biegemoment bzw. eine Durchbiegung in
Richtung der kälteren Bandseite erzeugt wird, wodurch sich das Band laufend von einer
haftenden Walze trennt und gegen die Symmetrie gesteuert und damit stabilisiert wird.
[0024] Ein zusätzlicher stabilisierender Einfluss wird dadurch erreicht, dass der Druck
des Kühlmittels im Raum 19a höher ansteigt als im gegenüberliegenden Raum 19b. Aus
Figur 3 ist klar ersichtlich, dass die Austrittsöffnung zwischen dem Gussband 6 und
der Düsenwand 8 auf der linken Seite wesentlich enger ist als auf der rechten. Es
wird sich also links ein höherer Kühlmitteldruck aufbauen als rechts, und obwohl dieser
höhere Druck auf eine etwas kleinere Bandfläche wirkt als der niedrige Druck 6, verbleibt
eine resultierende Druckkraft auf das Band 6 nach rechts in Figur 3. Die Verengung
der Austrittsöffnung 20a bewirkt zudem eine Herabsetzung der Durchflussmenge auf der
linken Seite, was nochmals eine Herabsetzung der Kühlwirkung auf dieser Seite zur
Folge hat. Es wirken somit mehrere Einflüsse zusammen, die das Band 6 unmittelbar
nach seinem Austritt aus dem Spalt 3 in die Symmetrie-Ebene S-S zur Folge haben. Dazu
kommt die erhöhte Kühlwirkung auf die Walzen und auf das Band relativ nahe an die
Erstarrungszone, was weiter dazu beiträgt, dass die Giessgeschwindigkeit erhöht werden
kann.
[0025] Entsprechende Wirkungen können auch in etwas anderer Weise erzielt oder durch zusätzliche
Massnahmen noch intensiviert werden. Es könnten unter Umständen Düsen vorgesehen sein,
die auch auf der Seite der Walzen eine bis zur Düsenöffnung reichende Düsenwand aufweisen.
Eine solche Ausführung hätte den Vorteil, dass keine Dichtungsmittel zwischen Düse
und Walzen erforderlich sind. Die Ausführung solcher Düsen bietet jedoch aus Platzgründen
unter Umständen gewisse Schwierigkeiten. Es ist auch möglich, durch geeignete Mittel
die Kühlmittelströme zu regeln. Man könnte also beispielsweise die Lage des Bandes,
den Druck in den Räumen 19a und 19b oder die Temperatur in diesen Räumen erfassen
und gestützt auf diese Messungen die Kühlmittelströme steuern, und zwar in dem Sinne,
dass beispielsweise bei der Situation gemäss Figur 3 der Kühlmittelstrom links gedrosselt
und rechts intensiviert ist. Da jedoch, wie oben erwähnt, die Situation nicht auf
der ganzen Breite des Gussbandes bzw. Länge der Walzen dieselbe sein muss, ist die
selbsttätige Funktionsweise wie sie oben beschrieben ist insofern von Vorteil, als
lokal an jeder Stelle der richtige Einfluss wirksam wird. Die dargestellte Anordnung,
wo das Gussband senkrecht von oben nach unten geführt ist, dürfte die vorteilhafteste
Lösung darstellen. Es ist jedoch möglich, das der Erfindung zugrundeliegende Verfahren
bei jeder beliebigen Giessrichtung anzuwenden. Bei nicht vertikaler Giessrichtung
können die Kühlmitteldüsen bzw. die Kühlmittelströme verschieden bemessen sein, um
den Einfluss des Bandgewichtes zu kompensieren. 15 können auch fest eingelegte Dichtungsleisten,
vorzugsweise aus gummielastischem Material. oder auch Labyrinthdichtungen bekannter
Art vorgesehen sein.
1. Walzgiessverfahren, wobei kontinuierlich Metall (5) zwischen gekühlte, gegenläufig
rotierende Walzen (1, 2) gegossen wird, welches in Form eines erstarrten Bandes (6)
den Spalt (3) zwischen den Walzen verlässt, dadurch gekennzeichnet, dass beidseitig
des Bandes ein Kühlmittelstrom (21) längs der Walzenoberfläche in Richtung gegen den
Spalt (3) zugeführt und in Austrittsrichtung des Bandes (6) längs desselben abgeführt
wird, so dass im Falle eines Haftens des Bandes (6) auf einer der Walzen (1, 2) auf
der haftenden Seite weniger und auf der entgegengesetzten Seite stärker gekühlt wird,
wodurch im Band (6) in Bezug auf die Mittellinie asymmetrische Wärmespannungen entstehen,
welche im Band ein Biegemoment erzeugen, welches ein Ablösen des Bandes von einer
haftenden Walze bewirkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel beim Abfluss
durch je einen Spalt (20a. 20b), welcher je durch eine Düsenwand (8) und das Band
(6) begrenzt ist, gestaut wird, wobei der Grad der jeweiligen Stauung von der Lage
des Bandes (6) abhängt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gussband (6)
nach abwärts zwischen den Walzen (1. 2) austritt, während das Kühlmittel aufwärts
zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3. dadurch gekennzeichnet, dass bestimmte
Parameter, z. B. die Lage des Gussbandes (6), Temperaturen oder Drücke in den Kühlmittelströmen
oder dergleichen, gemessen und die Ströme von Kühlmittel individuell in Abhängigkeit
vom Messergebnis gesteuert werden.
5. Walzgiessanlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Walze (1, 2) eine Kühlmitteldüse
(7) zugeordnet ist, deren Austrittsöffnung (20) je in den Raum zwischen einer Walze
(1, 2) der einen Seite des Gussbandes (6) und dem engsten Spalt (3) zwischen den Walzen
(1. 2) gerichtet ist.
6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass jede Walze (1, 2) je eine
Düsenwand bildet, an welche Stirnwände (10) sowie Seitenwände (8, 9) eines Düsenkörpers
(7) anliegen, wobei jede Düsenöffnung (18) durch eine Walze (1, 2) und die anliegende
Seitenwand (8) des Düsenkörpers gebildet ist.
7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in Nuten (13) der Ränder der
Stirnwände (10) und der einen Seitenwand (9) Dichtungsstäbe (14, 15) lose eingelegt
sind.
8. Anlage nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Seitenwänden
(8) der beiden Düsenkörper (7) ein Schlitz für den Durchtritt des Gussbandes (6) gebildet
ist, wobei je zwischen der einen inneren Seitenwand (8) und dem Gussband (6) ein Austrittsschlitz
(20) für das Kühlmittel verbleibt und wobei die Austrittsschlitze (20) so bemessen
sind, dass in den genannten Räumen das Kühlmittel unter Druck steht.
1. A method of twin-roll casting whereby metal (5) is continuously cast between cooled,
counter rotating rolls (1, 2) and leaves the gap (3) between the rolls in form of
a solidified strip (6), characterized in that a flow of cooling fluid (21) is applied
along the surface of the roll in the direction of the roll gap (3) and on both sides
of the cast strip and is drained off in the direction of the cast strip (6) along
the latter to the effect that sticking of the strip (6) to one of the rolls (1, 2)
results in less intense cooling at the side where the band sticks and more intense
cooling at the opposite side so that thermal stresses asymetrical with respect to
the middle line occur in the strip (6) and cause a bending moment which gives rise
to a detachment of the strip from a sticking roll.
2. A method according to claim 1, characterized in that the cooling fluid is accumulated,
when flowing off, at each side by a gap (20a, 20b) limited by a nozzle wall (8) and
the strip (6). the degree of accumulation being in each case dependent on the position
of the band (6).
3. A method according to claim 1 or 2, characterized in that the cast strip (6) comes
out downwards between the rolls (1, 2) while the cooling fluid is fed upwards.
4. A method according to one of the claims 1-3, characterized in that determined parameters,
e. g. the position of the casted band (6), the temperatures or pressures in the cooling
fluid or similar are measured and the streams of cooling fluids are individually controlled
as a function of the measuring results.
5. An installation for twin-roll casting for carrying out the method of claim 1, characterized
in that to each roll (1, 2) is associated a cooling fluid nozzle (7) the outlet (20)
of which is correspondingly directed into the space between a roll (1, 2), one side
of the cast strip (6) and the narrow gap (3) between the rolls (1, 2).
6. An installation according to claim 5, characterized in that each roll (1, 2) forms
a wall of a nozzle to which front walls (10) as well as side walls (8. 9) of a nozzle
body (7) are adjoined, each nozzle outlet (18) is formed by a roll (1. 2) and the
adjoining side wall (8).
7. An installation according to claim 6, characterized in that sealing rods (14, 15)
are loosely disposed in grooves (13) of the edges of the front walls (10) and of one
of the side walls (9).
8. An installation according to claim 6 or 7, characterized in that between the side
walls (8) of the two nozzle bodies (7) a gap is formed for the passage of the cast
strip (6), an outlet gap (20) for the cooling fluid remaining in each case between
a side wall (8) and the casted band (6) and the outlet gaps (20) being dimensioned
in such a way that the cooling fluid is under pressure in the mentioned spaces.
1. Procédé de coulée entre rouleaux dans lequel du métal est coulé de manière continue
entre des rouleaux (1, 2) refroidis, tournant en sens inverse et quitte la fente (3)
entre les rouleaux sous forme d'une bande solidifiée (6), caractérisé en ce qu'un
courant de fluide de refroidissement (21) est amené de chaque côté de la bande le
long de la surface du rouleau en direction de la fente (3) et est évacué en direction
de la sortie de la bande (6) le long de celle-ci, de manière que lorsque la bande
(6) adhère à l'un des rouleaux (1, 2), on refroidit moins du côté où la bande adhère
et plus du côté opposé, de sorte que des tensions thermiques asymétriques par rapport
à la ligne médiane prennent naissance dans la bande (6) et produisent un moment de
flexion qui donne lieu à un décollage de la bande d'un rouleau sur lequel elle adhère.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le fluide de refroidissement
est accumulé lors de l'écoulement à travers une fente (20a, 20b) qui est limitée par
une paroi de tuyère (8) et la bande (6), le degré d'accumulation dépendant dans chaque
cas de la position de la bande (6).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la bande coulée (6)
sort vers le bas entre les rouleaux (1, 2) alors que le fluide de refroidissement
est dirigé vers le haut.
4. Procédé selon l'une des revendications 1-3, caractérisé en ce que des paramètres
déterminés. p. ex. la position de la bande coulée (6), les températures ou pressions
dans les fluides de refroidissement ou similaire, sont mesurés et les courants de
fluides de refroidissement sont commandés individuellement en fonction des résultats
de mesure.
5. Installation de coulée entre rouleaux pour la mise en oeuvre du procédé selon la
revendication 1, caractérisée en ce qu'à chaque rouleau (1, 2) est associée une tuyère
de fluide de refroidissement (7) dont l'ouverture de sortie (20) est dirigée dans
l'espace entre un rouleau (1. 2) d'un côté de la bande coulée (6) et la fente étroite
(3) entre les rouleaux (1, 2).
6. Installation selon la revendication 5, caractérisée en ce que chaque rouleau (1,
2) forme une paroi de tuyère à laquelle sont adjacentes des parois frontales (10)
ainsi que des parois latérales (8, 9) d'un corps de tuyère (7), chaque ouverture (18)
de tuyère étant formée par un rouleau (1.2) et la paroi latérale adjacente (8).
7. Installation selon la revendication 6, caractérisée en ce que des barres d'étanchéité
(14, 15) sont disposées librement dans des encoches (13) des bords des parois frontales
(10) et d'une paroi latérale (9).
8. Installation selon la revendication 6 ou 7, caractérisée en ce qu'entre les parois
latérales (8) des deux corps de tuyère (7), une fente est formée pour le passage de
la bande coulée (6), une fente de sortie (20) pour le fluide de refroidissement restant
dans chaque cas entre une paroi latérale (8) et la bande coulée (6) et les fentes
de sortie (20) étant dimensionnées de manière que le fluide de refroidissement se
trouve sous pression dans les espaces mentionnés.