[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sportschuh und insbesondere einen Skischuh
aus Kunststoff gemäss Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Skischuhe aus Kunststoff besitzen einen verhältnismässig steifen Schuhoberteil, was
das Gehen mit solchen Skischuhen sowie ein Beugen des Unterschenkels nach vorwärts
und auch nach rückwärts sehr erschwert. Es sind deshalb schon verschiedene Vorschläge
zur Behebung dieser Nachteile gemacht worden. So sind Skischuhe bekannt, die im Schienbein-Ristbereich
wellenförmig ausgebildet sind (s. beispielsweise US-PS 3,988,842 und die veröffentliche
internationale Patentanmeldung WO 81/00507). Mit einer solchen Massnahme wird zwar
ein Biegen des Unterschenkels nach vorn erleichtert, doch nicht im gewünschten Mass,
wobei noch zu bemerken ist, dass bei tieferen Temperaturen die Biegeelastizität auch
des wellenförmig ausgebildeten Bereiches des Schuhoberteils abnimmt.
[0003] Daneben sind auch schon Skischuhe vorgeschlagen worden, bei denen in Schlitze im
Schienbein-Ristbereich des Schuhoberteils Einsätze aus einem Material mit gummielastischen
Eigenschaften eingesetzt sind (EP-OS 0 053 340). Mit diesen Einsätzen, die bei einer
Biegung des Unterschenkels nicht biegeelastisch ausgelenkt sondern zusammengepresst
werden, lässt sich die Vorwärtsbewegung des Schuhoberteils zwar dämpfen und dessen
Rückfederungseigenschaften verbessern, doch ist hiezu ein erheblicher herstellungstechnischer
Aufwand nötig.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Sportschuh der eingangs
genannten Art mit gegenüber dem Stand der Technik verbessertem und in weiteren Grenzen
wählbarem Biegeverhalten zu schaffen, ohne dass hiefür ein ins Gewicht fallender herstellungsmässiger
Mehraufwand nötig ist.
[0005] Diese Aufgabe wird nun erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Durch das Vorsehen von Wandungsabschnitten, die eine geringere Biegesteifigkeit
als der sie umgebende Wandungsbereich haben und gegenüber letzterem aus einem andersartigen
Werkstoff bestehen, kann an den gewünschten Orten des Schuhoberteils eine erhöhte
Biegeelastizität erzielt werden. Da die Ausgestaltung und Lage dieser biegeelastischeren
Wandungsabschnitte weitgehend frei wählbar ist und auch in der Wahl des Werkstoffes
für diese Wandungsabschnitte eine gewisse Freiheit besteht, kann das Biegeverhalten
des Schuhoberteils besser an die verschiedenen Erfordernisse angepasst werden als
dies bei den vorbekannten Sportschuhen möglich ist.
[0007] Besonders bevorzugte Weiterausgestaltungen des erfindungsgemässen Schuhs sind in
den abhängigen Ansprüchen umschrieben.
[0008] Im folgenden werden anhand der Zeichnung Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:
Fig. 1 in Schrägansicht einen Skischuh mit einem gerippten Zungenteil grösserer Biegeelastizität,
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Figur l,
Fig. 3 ein das unterschiedliche Biegeverhalten von aus andersartigen Werkstoffen bestehenden
Schuhoberteilen verdeutlichendes Diagramm, und
Fig. 4 - 14 in Schräg- bzw. Seitenansicht weitere Ausführungsformen von erfindungsgemässen
Skischuhen.
[0009] Der in Fig. 1 gezeigte Skischuh 1 wird durch einen Schuhoberteil aus Kunststoff
sowie eine Sohle 3 gebildet, die ebenfalls aus Kunststoff besteht. Der Schuhoberteil
2 weist einen den Fuss umfassenden, verhältnismässig steifen Schalenteil 4 und einen
diesen übergreifenden Zungenteil 5 auf, der sich in den Ristbereich 6 und den Schienbeinbereich
7 erstreckt. Der Zungenteil 5 ist beidseits des Schalenteiles 4 an mit 8 bezeichneten
Verbindungsstellen mit diesem Schalenteil 4 verbunden.
[0010] Der Schuhoberteil 2 weist ferner einen im Wadenbereich 9 angeordneten hinteren Schaftteil
10 (Spoiler) auf, der mittels beidseits des Schalenteils 4 angeordneten Gelenken
11 schwenkbar mit dem Schalenteil 4 verbunden ist. Der hintere Schaftteil 10 ist mittels
einer Schliesseinrichtung 12 bekannter Bauart lösbar mit dem Zungenteil 5 verbunden.
[0011] Im Innern des Schuhoberteiles 2 ist auf an sich bekannte Weise ein weicher, gepolsterter
Innenschuh 13 angeordnet. Zwischen dem Innenschuh 13 und dem Schuhoberteil 2 ist eine
in Fig. 1 nicht dargestellte Fussrückhalteplatte angeordnet, die mittels eines am
hintern Schaftteil 10 angeordneten, in Fig. 1 nicht sichtbaren Spannhebels an den
Fuss angelegt werden kann, wie das in der EP-OS 0 157 240 näher erläutert ist.
[0012] Im Bereich des Ueberganges 14 vom Ristbereich 6 zum Schienbeinbereich 7 ist der
Zungenteil 5 mit einem wellenförmig ausgebildeten Wandungsabschnitt 15 versehen (siehe
auch Fig. 2). Dieser Wandungsabschnitt 15 weist Erhebungen 16 und dazwischen liegende
Vertiefungen 17 auf.
[0013] Dieser Wandungsabschnitt 15 besteht nun aus einem andersartigen Werkstoff als der
Rest des Zungenteils 5 und auch als der Schalenteil 4 und der hintere Schaftteil 10,
so dass dieser Wandungsabschnitt 15 eine geringere Biegesteifigkeit, d.h. dementsprechend
eine grössere Biegeelastizität, aufweist als der Rest des Zungenteiles 5, des Schalenteiles
4 und des hinteren Schaftteiles 10. Beispielsweise besteht der Zungenteil 5, der Schalenteil
4 und der hintere Schaftteil 10 aus demselben Polyamid, während der Wandungsabschnditt
15 aus einem andern Polyamid besteht. Zungenteil 5, Schalenteil 4, hinterer Schaftteil
10 und Wandungsabschnitt 15 bestehen somit aus Kunststoffen gleicher schemischer
Kategorie jedoch unterschiedlicher Eigenschaft. Als Werkstoff für alle diese Teile
hat sich "Grilamid" als geeignet erwiesen.
[0014] Wie die Fig. 2 zeigt, ist die Wandstärke b des Wandungsabschnittes 15 zumindest
in dessen Randbereich 15a etwa gleich gross wie die Wandstärke a des diesen Randbereich
15a des Wandungsabschnittes 15 umgebenden Wandungsbereiches 18 des Zungenteiles 5.
[0015] Die Herstellung aller Teile 4, 5, 10 des Schuhoberteiles 2 erfolgt zweckmässigerweise
im Spritzgussverfahren. Es hat sich als zweckmässig erwiesen, den Wandungsabschnitt
15 in einem separaten Arbeitsgang herzustellen und dann den fertigen Wandungsabschnitt
15 in die Spritzgussform für den Zungenteil 5 einzulegen. Beim anschliessenden Einbringen
des Werkstoffes für den Zungenteil 5 erweicht sich der eingelegte Wandungsabschnitt
15 zumindest in seinem Randbereich 15a und es kommt zu einem Verschmelzen der Randbereiche
15a des Wandungsabschnittes 15 mit dem umgebenden Wandungsbereich 18 des Zungenteiles
5 in einer in Fig. 2 mit gestrichelten Linien angedeuteten Verbindungszone 19. Auf
diese Weise wird der Wandungsabschnitt 15 mit dem angrenzenden Bereich 18 des Zungenteiles
5 fest und unlösbar zu einem quasi einstückigen Gebilde verbunden.
[0016] Durch diesen eingesetzten Wandungsabschnitt 15 geringerer Biegesteifigkeit als der
Rest des Zungenteiles 5 wird ein anderes Biegeverhalten erreicht, als wenn der ganze
Zungenteil 5 aus demselben Material bestehen würde. Dies soll anhand der Fig. 3 verdeutlich
werden, die die Ausbiegung α von Kunststoffteilen in Abhängigkeit von der angreifenden
Biegekraft P zeigt. Bei einem Bauteil aus einem biegeelastischeren Kunststoff, wie
er für den Wandungsabschnitt 15 verwendet wird (Kurve I), ist bei einer bestimmten
Kraft die Auslenkung grösser als bei einem Bauteil aus einem biegesteiferen Kunststoff,
wie er für den Rest des Zungenteiles 5 verwendet wird (Kurve II).
[0017] Die in den Fig. 4 - 6 gezeigten Skischuhe entsprechen weitgehend dem Skischuh gemäss
Fig. 1, unterscheiden sich sowohl von diesem wie auch untereinander durch eine andere
Anordnung bzw. Ausgestaltung der biegeelastischeren Wandungsbereiche.
[0018] Die in den Fig. 4 und 5 gezeigten Ausführungsformen unterscheiden sich vom Skischuh
gemäss Fig. 1 dadurch, dass nicht der gesamte gewellte Wandungsabschnitt 15 aus einem
biegeelastischeren Werkstoff besteht, sondern entweder nur die Erhebungen 16 (Fig.
4) oder nur die Vertiefungen 17 (Fig. 5). Beim in Fig. 6 gezeigten Ausführungsbeispiel
besteht nicht der gewellte Wandungsabschnitt 15 aus einem biegeelastischeren Werkstoff,
sondern der im Schienbeinbereich 7 angeordnete oberste Wandungsabschnitt 20 des Zungenteiles
5.
[0019] In den Fig. 7 - 11 sind Skischuhe gezeigt, die einander ähnlich sind und sich voneinander
nur durch die verschie denartige Anordnung bzw. Ausgestaltung der biegeelastischeren
Wandungsbereiche unterscheiden. Gegenüber dem Skischuh gemäss den Fig. l, 4 - 6 unterscheiden
sich die Skischuhe gemäss den Fig. 7 - 11 dadurch, dass kein vom Schalenteil 4 getrennter
Zungenteil 5 vorhanden ist, sondern dass der Schalenteil 4 sich über den Ristbereich
6 bis in den Schienbeinbereich 7 erstreckt. Der Schuhoberteil 2 der Skischuhe gemäss
den Fig. 7 - 11 besteht demnach nur aus zwei Teilen, nämlich dem mit der Sohle 3
versehenen einteiligen Schalenteil 4 und dem hinteren Schaftteil 10. In den Fig.
7 - 11 ist der schon früher erwähnte Spannhebel 21 zum Spannen und Lockern der Fussrückhalteplatte
gezeigt. Im Bereicht des Ueberganges 14 vom Ristbereich zum Schienbeinbereich 7 weist
der Schalenteil 4 einen gewellten Bereich 22 auf.
[0020] Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 7 besteht der obere, im Schiebeinbereich 7 liegende
Wandungsabschnitt 23 aus einem andersartigen Werkstoff als der Rest des Schalenteiles
4 und ist gegenüber diesem biegeelastischer. Beim Skischuh gemäss Fig. 8 ist der mit
24 bezeichnete Wandungsabschnitt des Schalenteiles 4 weniger biegesteif als der Rest
des Schalenteiles 4. Dieser biegeelastischere Wandungsabschnitt 24 befindet sich im
Bereich des Ueberganges 14 vom Ristbereich 6 zum Schienbeinbereich 7.
[0021] Bei der in Fig. 9 gezeigten Variante ist der Schalenteil 4 im Ristbereich 6 und im
Schienbeinbereich 7 bzw. im Uebergangsbereich 14 zwischen diesen Bereichen 6, 7 mit
zwei Wandungsabschnitten 25 und 26 grösserer Biegeelastizität versehen. Der zwischen
diesen beiden Wandungsabschnitten 25 und 26 liegende Bereich kann entweder aus demselben
Material bestehen und dieselbe Biegesteifigkeit aufweisen wie der Rest des Schalenteiles
4 (Fig. 9) oder er kann so ausgebildet werden, dass er sich in seiner Biegeelastizität
sowohl von den Wandungsabschnitten 25 und 26 wie auch vom Rest des Schalenteiles 4
unterscheidet, wie das in Fig. 10 gezeigt ist. Bei dieser Ausführungsform besteht
der mit 27 bezeichnete Wandungsabschnitt aus einem Kunststoff, der sich hinsichtlich
seiner Eigenschaften sowohl vom für die Wandungsabschnitte 25 und 26 verwendeten Kunststoff
wie auch vom Kunststoff unterscheidet, aus dem der Rest des Schalenteiles 4 besteht.
Auf diese Weise erhält man somit zwei Bereiche 25,26 sowie 27 geringerer Biegesteifigkeit,
die sich zudem auch in ihren biegeelastischen Eigenschaften unterscheiden.
[0022] Beim Skischuh gemäss Fig. 11 ist der Schalenteil 4 mit einem Wandungsabschnitt 28
grösserer Biegeelastizität versehen, der sich über den Ristbereich 6 bis in den Uebergangsbereich
14 zum Schienbeinbereich 7 erstreckt. Im weitern weist auch der hintere Schaftteil
10 einen Wandungsabschnitt 29 auf, der aus einem andersartigen Kunststoff besteht
als der Rest des hinteren Schaftteiles 10 und der eine geringere Biegesteifigkeit
aufweist als der übrige Teil des hinteren Schaftteiles 10. Wie aus Fig. 11 hervorgeht,
erstreckt sich dieser biegeelastischere Wandungsbereich 29 beidseits des hinteren
Schaftteiles 10 nach oben und verläuft oberhalb der Schliesseinrichtung 12 um den
Schuh herum. Beim in Fig. 11 gezeigten Skischuh 1 bilden die Teile des Schalenteiles
4 und des hinteren Schaftteiles 10, welche aus einem biegesteiferem Kunststoff bestehen
als die Wandungsabschnitte 28 und 29, eine Art Rahmen, der dem Skischuh die gewünschte
Steifigkeit in Seitenrichtung verleiht, jedoch ein Biegen in Schuhlängsrichtung ermöglicht.
[0023] Bei den in den Fig.12-14 gezeigten Skischuhen ist an den Gelenken 11 ausser dem
hintern Schaftteil 10 noch ein vorderer Schaftteil 30 angelenkt, der den Schienbeinbereich
7 überspannt. Beim Skischuh gemäss Fig. 12 ist der Scha lenteil 4 im Ristbereich
6 und im Uebergangsbereich 14 mit einem Wandungsabschnitt 31 versehen, der biegeelastischer
ist als der Rest des Schalenteiles 4.
[0024] Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 13 ist der hintere Schaftteil 10 mit einem gewellten
oder gerippten Wandungsabschnitt 32 versehen, der eine geringere Biegesteifigkeit
aufweist als der Rest des hinteren Schaftteiles 10.
[0025] Der in Figur 14 gezeigte Skischuh 1 ist im Bereich seiner Schuhspitze 33 mit einem
gewellten Wandungsabschnitt 34 versehen, der sich im Zehenbereich über den Schuhoberteil
2 erstreckt. Dieser biegeelastischere Wandungsteil 34 erleichtert das Gehen, wie
das durch die gestrichelt dargestellte Schuhspitze 33 angedeutet ist.
[0026] Die Herstellung der in den Fig. 4 - 14 gezeigten Skischuhe erfolgt grundsätzlich
auf die im Zusammenhang mit dem in Fig. 1 gezeigten Skischuh erläuterte Weise im Spritzgussverfahren.
Daneben sind selbstverständlich auch andere Herstellungsarten möglich. So können
die biegeelastischeren Wandungsabschnitte 15 - 17, 20, 23 - 29, 31, 32, 34 in derselben
Spritzgussform wie der Rest des Schuhoberteiles und etwa gleichzeitig mit diesem hergestellt
werden, indem dann die verschiedenen Werkstoffe in dieselbe Spritzgussform eingebracht
werden. Auch wäre es durchaus möglich, die erwähnten biegeelastischeren Wandungsabschnitte
wie anhand der Fig. l erwähnt, separat herzustellen und sie dann in Oeffnungen am
Schalenteil 4, am Zungenteil 5 bzw. am hinteren Schaftteil 10 einzusetzen und durch
Hochfrequenz- oder Ultraschallschweissung oder durch Verkleben mit dem umgebenden
Wandungsbereich 18 unlösbar zu verbinden.
[0027] Der für die biegeelastischeren Wandungsbereiche 15, 20, 23 - 29, 31, 32, 34 zu verwendende
Werkstoff hat vorzugsweise eine andere Biegeelastizität oder eine andere Dichte als
der für den Rest des Schuhoberteiles 2 verwendete Werkstoff. Dabei können Kunststoffe
gleicher chemischer Kategorie jedoch anderer Eigenschaften oder aber auch verschiedene
Kunststoffe verwendet werden. Für die biegeelastischeren Wandungsteile kann unter
Umständen auch Synthesekautschuk verwendet werden.
[0028] In den Figuren sind nur einige mögliche Ausgestaltungen und Anordnungen der biegeelastischeren
Wandungsabschnitte dargestellt worden. Es versteht sich, dass auch an andern als den
gezeigten Stellen derartige biegeelastischere Wandungsabschnitte vorgesehen werden
können. Zudem sind auch andere als die gezeigten Kombinationen von verschiedenen biegeelastischeren
Wandungsabschnitten am selben Skischuh möglich. So kann beispielsweise auch bei einem
Skischuh gemäss den Fig. 1, 4 - 6 der hintere Schaftteil 10 mit einem biegeelastischeren
Wandungsabschnitt versehen werden.
[0029] Die Sohle 3 kann aus einem anderen Werkstoff bestehen als der Schalenteil 4, um dieser
Sohle 3 die gewünschten Eigenschaften (geringe Abnützung, gute Haftfähigkeit und
dergleichen) zu verleihen.
[0030] Durch das Vorsehen von biegeelastischeren Wandungsabschnitten 15 - 17, 20, 23 -
29, 31, 32, 34 wird das Gehen und ein Beugen des Unterschenkels in Schuhlängsrichtung
erleichtert, ohne dass dabei ein schlechterer Halt des Fusses im Schuh in Kauf genommen
werden muss. Da diese geringere Biegesteifigkeit dieser Wandungsabschnitte durch
die Verwendung eines andersartigen Werkstoffes erzielt wird, ist es ohne allzugrosse
Schwierigkeiten möglich, solche Wandungsabschnitte an den verschiedensten geeigneten
Stellen am Skischuh vorzusehen. Zudem ist eine grosse Freiheit in der Ausgestaltung
dieser biegeelastischeren Wandungsabschnitte gegeben. Durch die Wahl des Werkstoffes
für diese Wandungsabschnitte und deren Anordnung ist es ohne einen erheblichen zusätzlichen
herstellungsmässigen Aufwand möglich, Skischuhe herzustellen, die bezüglich Biegeverhalten
an die Erfordernisse der verschiedenen Kategorien von Skiläufern angepasst werden
können.
1. Sportschuh, insbesondere Skischuh aus Kunststoff, mit einem Oberteil mit Bereichen
mit unterschiedlichem Biegeverhalten, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein
auf Biegung beanspruchter Wandungsabschnitt (15-17, 23-29, 31,32,34) des Schuhoberteils
(2) eine gegenüber dem ihn umgehenden Bereich (18) der Wandung eine geringere Biegesteifigkeit
aufweist und dass dieser Wandungsabschnitt (15-17,20,23-29,31,32,34) aus einem andersartigen
Werkstoff besteht als der umgebende Wandungsbereich (18) und mit letzterem unlösbar
verbunden ist.
2. Sportschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein weiterer
Wandungsabschnitt (27) vorgesehen ist, der sowohl im Vergleich zum umgebenden Wandungsbereich
(18) wie auch im Vergleich zum andern Wandungsabschnitt (25,26) eine andere Biegesteifigkeit
aufweist.
3. Sportschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt
(15-17,20,23-29,31, 32,34) und der diesen umgebende Wandungsbereich (18) aus einem
Werkstoff unterschiedlicher Biegeelastizität besteht.
4. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt
(15-17,20, 23-29,31,32,34) und der diesen umgebende Wandungsbereich (18) aus einem
Werkstoff unterschiedlicher Dichte besteht.
5. Sportschuh nach einem der Ansprüche l - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsabschnitte
(15-17,20,23-29,31,32,34) und die diese umgebenden Wandungsbereiche (18) aus verschiedenen
Kunststoffen bestehen.
6. Sportschuh nach einem der Ansprüche l - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsabschnitte
(15-17,20, 23-29,31,32,34) und die diese umgebenden Wandungsbereiche (18) aus Kunststoffen
gleicher chemischer Kategorie jedoch unterschiedlicher Eigenschaften, z.B. aus Polyamiden,
bestehen.
7. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) einschliesslich der Wandungsabschnitte (15-17,20,23-29,31,32,34) ein Spritzguss-
oder Spritzpressteil ist.
8. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt
(15-17,23-29, 31,32,34) mit dem umgebenden Wandungsbereich (18) durch im plastischen
Zustand erfolgtes Verschmelzen verbunden ist.
9. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt
(15-17,23-29, 31,32,34) mit dem umgebenden Wandungsbereich (18) durch Hochfrequenz-
oder Ultraschallschweissung verbunden ist.
10. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder
Wandungsabschnitt (15-17,23-29, 31,32.34) mit dem umgebenden Wandungsbereich (18)
durch Verkleben verbunden ist.
11. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke
(b) jedes Wandungsabschnittes (15-17,23-29,31,32,34) zumindest in dessen Randbereich
(15a) im wesentlichen der Wandstärke (a) des umgebenden Wandungsbereiches (18) entspricht.
12. Sportschuh nach einem der Ansprüche l - 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) im Bereich des Ueberganges (14) von der Rist- zur Schienbeinpartie (6,7) mit wenigstens
einem Wandungsabschnitt (15-17,24-28,31) geringerer Biegesteifigkeit versehen ist.
13. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) im Bereich der Schienbeinpartie (7) mit einem Wandungsabschnitt (20,23) geringerer
Biegesteifigkeit versehen ist.
14. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) im Bereich der Ristpartie (6) mit einem Wandungsabschnitt (28,31) geringerer
Biegesteifigkeit versehen ist.
15. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) im Bereich der Wadenbeinpartie (9) mit einem Wandungsabschnitt (29,32) geringerer
Biegsteifigkeit versehen ist.
16. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) im Bereich der Schuhspitze (33) mit einem Wandungsabschnitt (34) geringerer Biegesteifigkeit
versehen ist.
17. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil
(2) im Uebergang (14) von der Rist- zur Schienbeinpartie (6,7) einen Bereich (15)
mit wellenförmigem Profil aufweist, der ganz oder nur in den Erhebungen (16) oder
den Vertiefungen (17) von geringerer Biegesteifigkeit ist.