(19)
(11) EP 0 233 328 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.08.1987  Patentblatt  1987/35

(21) Anmeldenummer: 86115545.5

(22) Anmeldetag:  10.11.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A43B 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE FR IT

(30) Priorität: 23.12.1985 CH 5512/85

(71) Anmelder: Raichle Sportschuh AG
CH-8280 Kreuzlingen (CH)

(72) Erfinder:
  • Walkhoff, Klaus
    CH-8280 Kreuzlingen (CH)
  • Giese, Erik O.
    Aspen, Co. 81611 (US)

(74) Vertreter: Patentanwälte Schaad, Balass & Partner AG 
Dufourstrasse 101 Postfach
8034 Zürich
8034 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Sportschuh, insbesondere Skischuh, aus Kunststoff


    (57) Ein mit dem den Fuss umfassenden Schalenteil (4) des Schuhoberteiles (2) verbundener Zungenteil (5) weist im Bereich (14) des Ueberganges vom Ristbereich (6) zum Schienbeinbereich (7) einen gewellten Wandungsabschnitt (15) mit Erhebungen (16) und Vertiefungen (17) auf. Die­ser Wandungsabschnitt (15) besteht aus einem andersarti­gen Werkstoff als der Rest des Zungenteiles (5) und weist gegenüber letzterem eine geringere Biegesteifigkeit auf. Dieser Wandungsteil (15) ist unlösbar mit dem übrigen Teil des Zungenteiles (5) verbunden und bildet mit die­sem eine Einheit. Die grössere Biegeelastizität des Wan­dungsabschnittes (15) erleichtert ein Beugen des Unter­schenkels.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sportschuh und insbesondere einen Skischuh aus Kunststoff gemäss Ober­begriff des Anspruches 1.

    [0002] Skischuhe aus Kunststoff besitzen einen verhältnismässig steifen Schuhoberteil, was das Gehen mit solchen Ski­schuhen sowie ein Beugen des Unterschenkels nach vorwärts und auch nach rückwärts sehr erschwert. Es sind deshalb schon verschiedene Vorschläge zur Behebung dieser Nach­teile gemacht worden. So sind Skischuhe bekannt, die im Schienbein-Ristbereich wellenförmig ausgebildet sind (s. beispielsweise US-PS 3,988,842 und die veröffentliche internationale Patentanmeldung WO 81/00507). Mit einer solchen Massnahme wird zwar ein Biegen des Unterschenkels nach vorn erleichtert, doch nicht im gewünschten Mass, wo­bei noch zu bemerken ist, dass bei tieferen Temperaturen die Biegeelastizität auch des wellenförmig ausgebildeten Bereiches des Schuhoberteils abnimmt.

    [0003] Daneben sind auch schon Skischuhe vorgeschlagen worden, bei denen in Schlitze im Schienbein-Ristbereich des Schuh­oberteils Einsätze aus einem Material mit gummielastischen Eigenschaften eingesetzt sind (EP-OS 0 053 340). Mit die­sen Einsätzen, die bei einer Biegung des Unterschenkels nicht biegeelastisch ausgelenkt sondern zusammengepresst werden, lässt sich die Vorwärtsbewegung des Schuhoberteils zwar dämpfen und dessen Rückfederungseigenschaften ver­bessern, doch ist hiezu ein erheblicher herstellungstech­nischer Aufwand nötig.

    [0004] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Sportschuh der eingangs genannten Art mit gegenüber dem Stand der Technik verbessertem und in weiteren Grenzen wählbarem Biegeverhalten zu schaffen, ohne dass hiefür ein ins Gewicht fallender herstellungsmässiger Mehraufwand nötig ist.

    [0005] Diese Aufgabe wird nun erfindungsgemäss durch die Merk­male des kennzeichnenden Teils des Anspruches 1 gelöst.

    [0006] Durch das Vorsehen von Wandungsabschnitten, die eine ge­ringere Biegesteifigkeit als der sie umgebende Wandungs­bereich haben und gegenüber letzterem aus einem anders­artigen Werkstoff bestehen, kann an den gewünschten Orten des Schuhoberteils eine erhöhte Biegeelastizität erzielt werden. Da die Ausgestaltung und Lage dieser biegeelasti­scheren Wandungsabschnitte weitgehend frei wählbar ist und auch in der Wahl des Werkstoffes für diese Wandungs­abschnitte eine gewisse Freiheit besteht, kann das Biege­verhalten des Schuhoberteils besser an die verschiedenen Erfordernisse angepasst werden als dies bei den vorbekann­ten Sportschuhen möglich ist.

    [0007] Besonders bevorzugte Weiterausgestaltungen des erfindungs­gemässen Schuhs sind in den abhängigen Ansprüchen um­schrieben.

    [0008] Im folgenden werden anhand der Zeichnung Ausführungsbei­spiele des Erfindungsgegenstandes näher erläutert. Es zeigen rein schematisch:

    Fig. 1 in Schrägansicht einen Skischuh mit einem gerippten Zungenteil grösserer Biegeelastizität,

    Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Figur l,

    Fig. 3 ein das unterschiedliche Biegeverhalten von aus andersartigen Werkstoffen bestehenden Schuhoberteilen verdeutlichendes Diagramm, und

    Fig. 4 - 14 in Schräg- bzw. Seitenansicht weitere Ausführungsformen von erfindungsgemässen Skischuhen.



    [0009] Der in Fig. 1 gezeigte Skischuh 1 wird durch einen Schuh­oberteil aus Kunststoff sowie eine Sohle 3 gebildet, die ebenfalls aus Kunststoff besteht. Der Schuhoberteil 2 weist einen den Fuss umfassenden, verhältnismässig steifen Schalenteil 4 und einen diesen übergreifenden Zungenteil 5 auf, der sich in den Ristbereich 6 und den Schienbein­bereich 7 erstreckt. Der Zungenteil 5 ist beidseits des Schalenteiles 4 an mit 8 bezeichneten Verbindungsstellen mit diesem Schalenteil 4 verbunden.

    [0010] Der Schuhoberteil 2 weist ferner einen im Wadenbereich 9 angeordneten hinteren Schaftteil 10 (Spoiler) auf, der mittels beidseits des Schalenteils 4 angeordneten Gelen­ken 11 schwenkbar mit dem Schalenteil 4 verbunden ist. Der hintere Schaftteil 10 ist mittels einer Schliesseinrichtung 12 bekannter Bauart lösbar mit dem Zungenteil 5 verbunden.

    [0011] Im Innern des Schuhoberteiles 2 ist auf an sich bekannte Weise ein weicher, gepolsterter Innenschuh 13 angeordnet. Zwischen dem Innenschuh 13 und dem Schuhoberteil 2 ist eine in Fig. 1 nicht dargestellte Fussrückhalteplatte an­geordnet, die mittels eines am hintern Schaftteil 10 an­geordneten, in Fig. 1 nicht sichtbaren Spannhebels an den Fuss angelegt werden kann, wie das in der EP-OS 0 157 240 näher erläutert ist.

    [0012] Im Bereich des Ueberganges 14 vom Ristbereich 6 zum Schien­beinbereich 7 ist der Zungenteil 5 mit einem wellenförmig ausgebildeten Wandungsabschnitt 15 versehen (siehe auch Fig. 2). Dieser Wandungsabschnitt 15 weist Erhebungen 16 und dazwischen liegende Vertiefungen 17 auf.

    [0013] Dieser Wandungsabschnitt 15 besteht nun aus einem anders­artigen Werkstoff als der Rest des Zungenteils 5 und auch als der Schalenteil 4 und der hintere Schaftteil 10, so dass dieser Wandungsabschnitt 15 eine geringere Biegestei­figkeit, d.h. dementsprechend eine grössere Biegeelastizi­tät, aufweist als der Rest des Zungenteiles 5, des Schalen­teiles 4 und des hinteren Schaftteiles 10. Beispielsweise besteht der Zungenteil 5, der Schalenteil 4 und der hin­tere Schaftteil 10 aus demselben Polyamid, während der Wandungsabschnditt 15 aus einem andern Polyamid besteht. Zungenteil 5, Schalenteil 4, hinterer Schaftteil 10 und Wandungsabschnitt 15 bestehen somit aus Kunststoffen glei­cher schemischer Kategorie jedoch unterschiedlicher Eigen­schaft. Als Werkstoff für alle diese Teile hat sich "Gri­lamid" als geeignet erwiesen.

    [0014] Wie die Fig. 2 zeigt, ist die Wandstärke b des Wandungs­abschnittes 15 zumindest in dessen Randbereich 15a etwa gleich gross wie die Wandstärke a des diesen Randbereich 15a des Wandungsabschnittes 15 umgebenden Wandungsberei­ches 18 des Zungenteiles 5.

    [0015] Die Herstellung aller Teile 4, 5, 10 des Schuhoberteiles 2 erfolgt zweckmässigerweise im Spritzgussverfahren. Es hat sich als zweckmässig erwiesen, den Wandungsabschnitt 15 in einem separaten Arbeitsgang herzustellen und dann den fertigen Wandungsabschnitt 15 in die Spritzgussform für den Zungenteil 5 einzulegen. Beim anschliessenden Ein­bringen des Werkstoffes für den Zungenteil 5 erweicht sich der eingelegte Wandungsabschnitt 15 zumindest in seinem Randbereich 15a und es kommt zu einem Verschmelzen der Randbereiche 15a des Wandungsabschnittes 15 mit dem umge­benden Wandungsbereich 18 des Zungenteiles 5 in einer in Fig. 2 mit gestrichelten Linien angedeuteten Verbindungs­zone 19. Auf diese Weise wird der Wandungsabschnitt 15 mit dem angrenzenden Bereich 18 des Zungenteiles 5 fest und unlösbar zu einem quasi einstückigen Gebilde verbun­den.

    [0016] Durch diesen eingesetzten Wandungsabschnitt 15 geringerer Biegesteifigkeit als der Rest des Zungenteiles 5 wird ein anderes Biegeverhalten erreicht, als wenn der ganze Zun­genteil 5 aus demselben Material bestehen würde. Dies soll anhand der Fig. 3 verdeutlich werden, die die Ausbiegung α von Kunststoffteilen in Abhängigkeit von der angrei­fenden Biegekraft P zeigt. Bei einem Bauteil aus einem biegeelastischeren Kunststoff, wie er für den Wandungs­abschnitt 15 verwendet wird (Kurve I), ist bei einer be­stimmten Kraft die Auslenkung grösser als bei einem Bau­teil aus einem biegesteiferen Kunststoff, wie er für den Rest des Zungenteiles 5 verwendet wird (Kurve II).

    [0017] Die in den Fig. 4 - 6 gezeigten Skischuhe entsprechen weitgehend dem Skischuh gemäss Fig. 1, unterscheiden sich sowohl von diesem wie auch untereinander durch eine andere Anordnung bzw. Ausgestaltung der biegeelastischeren Wan­dungsbereiche.

    [0018] Die in den Fig. 4 und 5 gezeigten Ausführungsformen unter­scheiden sich vom Skischuh gemäss Fig. 1 dadurch, dass nicht der gesamte gewellte Wandungsabschnitt 15 aus einem biegeelastischeren Werkstoff besteht, sondern entweder nur die Erhebungen 16 (Fig. 4) oder nur die Vertiefungen 17 (Fig. 5). Beim in Fig. 6 gezeigten Ausführungsbeispiel besteht nicht der gewellte Wandungsabschnitt 15 aus einem biegeelastischeren Werkstoff, sondern der im Schienbein­bereich 7 angeordnete oberste Wandungsabschnitt 20 des Zungenteiles 5.

    [0019] In den Fig. 7 - 11 sind Skischuhe gezeigt, die einander ähnlich sind und sich voneinander nur durch die verschie­ denartige Anordnung bzw. Ausgestaltung der biegeelasti­scheren Wandungsbereiche unterscheiden. Gegenüber dem Skischuh gemäss den Fig. l, 4 - 6 unterscheiden sich die Skischuhe gemäss den Fig. 7 - 11 dadurch, dass kein vom Schalenteil 4 getrennter Zungenteil 5 vorhanden ist, son­dern dass der Schalenteil 4 sich über den Ristbereich 6 bis in den Schienbeinbereich 7 erstreckt. Der Schuhober­teil 2 der Skischuhe gemäss den Fig. 7 - 11 besteht dem­nach nur aus zwei Teilen, nämlich dem mit der Sohle 3 ver­sehenen einteiligen Schalenteil 4 und dem hinteren Schaftteil 10. In den Fig. 7 - 11 ist der schon früher erwähnte Spannhebel 21 zum Spannen und Lockern der Fussrückhalteplatte gezeigt. Im Bereicht des Ueberganges 14 vom Ristbereich zum Schien­beinbereich 7 weist der Schalenteil 4 einen gewellten Be­reich 22 auf.

    [0020] Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 7 besteht der obere, im Schiebeinbereich 7 liegende Wandungsabschnitt 23 aus einem andersartigen Werkstoff als der Rest des Schalen­teiles 4 und ist gegenüber diesem biegeelastischer. Beim Skischuh gemäss Fig. 8 ist der mit 24 bezeichnete Wan­dungsabschnitt des Schalenteiles 4 weniger biegesteif als der Rest des Schalenteiles 4. Dieser biegeelastischere Wandungsabschnitt 24 befindet sich im Bereich des Ueber­ganges 14 vom Ristbereich 6 zum Schienbeinbereich 7.

    [0021] Bei der in Fig. 9 gezeigten Variante ist der Schalenteil 4 im Ristbereich 6 und im Schienbeinbereich 7 bzw. im Ueber­gangsbereich 14 zwischen diesen Bereichen 6, 7 mit zwei Wandungsabschnitten 25 und 26 grösserer Biegeelastizität versehen. Der zwischen diesen beiden Wandungsabschnitten 25 und 26 liegende Bereich kann entweder aus demselben Ma­terial bestehen und dieselbe Biegesteifigkeit aufweisen wie der Rest des Schalenteiles 4 (Fig. 9) oder er kann so ausgebildet werden, dass er sich in seiner Biegeelastizität sowohl von den Wandungsabschnitten 25 und 26 wie auch vom Rest des Schalenteiles 4 unterscheidet, wie das in Fig. 10 gezeigt ist. Bei dieser Ausführungsform besteht der mit 27 bezeichnete Wandungsabschnitt aus einem Kunststoff, der sich hinsichtlich seiner Eigenschaften sowohl vom für die Wandungsabschnitte 25 und 26 verwendeten Kunststoff wie auch vom Kunststoff unterscheidet, aus dem der Rest des Schalenteiles 4 besteht. Auf diese Weise erhält man somit zwei Bereiche 25,26 sowie 27 geringerer Biegesteifigkeit, die sich zudem auch in ihren biegeelastischen Eigenschaf­ten unterscheiden.

    [0022] Beim Skischuh gemäss Fig. 11 ist der Schalenteil 4 mit einem Wandungsabschnitt 28 grösserer Biegeelastizität ver­sehen, der sich über den Ristbereich 6 bis in den Ueber­gangsbereich 14 zum Schienbeinbereich 7 erstreckt. Im weitern weist auch der hintere Schaftteil 10 einen Wan­dungsabschnitt 29 auf, der aus einem andersartigen Kunst­stoff besteht als der Rest des hinteren Schaftteiles 10 und der eine geringere Biegesteifigkeit aufweist als der übrige Teil des hinteren Schaftteiles 10. Wie aus Fig. 11 hervorgeht, erstreckt sich dieser biegeelastischere Wan­dungsbereich 29 beidseits des hinteren Schaftteiles 10 nach oben und verläuft oberhalb der Schliesseinrichtung 12 um den Schuh herum. Beim in Fig. 11 gezeigten Skischuh 1 bilden die Teile des Schalenteiles 4 und des hinteren Schaftteiles 10, welche aus einem biegesteiferem Kunst­stoff bestehen als die Wandungsabschnitte 28 und 29, eine Art Rahmen, der dem Skischuh die gewünschte Steifigkeit in Seitenrichtung verleiht, jedoch ein Biegen in Schuh­längsrichtung ermöglicht.

    [0023] Bei den in den Fig.12-14 gezeigten Skischuhen ist an den Ge­lenken 11 ausser dem hintern Schaftteil 10 noch ein vor­derer Schaftteil 30 angelenkt, der den Schienbeinbereich 7 überspannt. Beim Skischuh gemäss Fig. 12 ist der Scha­ lenteil 4 im Ristbereich 6 und im Uebergangsbereich 14 mit einem Wandungsabschnitt 31 versehen, der biegeelastischer ist als der Rest des Schalenteiles 4.

    [0024] Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 13 ist der hintere Schaftteil 10 mit einem gewellten oder gerippten Wandungs­abschnitt 32 versehen, der eine geringere Biegesteifigkeit aufweist als der Rest des hinteren Schaftteiles 10.

    [0025] Der in Figur 14 gezeigte Skischuh 1 ist im Bereich seiner Schuhspitze 33 mit einem gewellten Wandungsabschnitt 34 versehen, der sich im Zehenbereich über den Schuhoberteil 2 erstreckt. Dieser biegeelastischere Wandungsteil 34 er­leichtert das Gehen, wie das durch die gestrichelt darge­stellte Schuhspitze 33 angedeutet ist.

    [0026] Die Herstellung der in den Fig. 4 - 14 gezeigten Skischuhe erfolgt grundsätzlich auf die im Zusammenhang mit dem in Fig. 1 gezeigten Skischuh erläuterte Weise im Spritzguss­verfahren. Daneben sind selbstverständlich auch andere Her­stellungsarten möglich. So können die biegeelastischeren Wandungsabschnitte 15 - 17, 20, 23 - 29, 31, 32, 34 in derselben Spritzgussform wie der Rest des Schuhoberteiles und etwa gleichzeitig mit diesem hergestellt werden, in­dem dann die verschiedenen Werkstoffe in dieselbe Spritz­gussform eingebracht werden. Auch wäre es durchaus möglich, die erwähnten biegeelastischeren Wandungsabschnitte wie an­hand der Fig. l erwähnt, separat herzustellen und sie dann in Oeffnungen am Schalenteil 4, am Zungenteil 5 bzw. am hinteren Schaftteil 10 einzusetzen und durch Hochfrequenz- oder Ultraschallschweissung oder durch Verkleben mit dem umgebenden Wandungsbereich 18 unlösbar zu verbinden.

    [0027] Der für die biegeelastischeren Wandungsbereiche 15, 20, 23 - 29, 31, 32, 34 zu verwendende Werkstoff hat vorzugsweise eine andere Biegeelastizität oder eine andere Dichte als der für den Rest des Schuhoberteiles 2 verwendete Werk­stoff. Dabei können Kunststoffe gleicher chemischer Kate­gorie jedoch anderer Eigenschaften oder aber auch verschie­dene Kunststoffe verwendet werden. Für die biegeelasti­scheren Wandungsteile kann unter Umständen auch Synthese­kautschuk verwendet werden.

    [0028] In den Figuren sind nur einige mögliche Ausgestaltungen und Anordnungen der biegeelastischeren Wandungsabschnitte dargestellt worden. Es versteht sich, dass auch an andern als den gezeigten Stellen derartige biegeelastischere Wan­dungsabschnitte vorgesehen werden können. Zudem sind auch andere als die gezeigten Kombinationen von verschiedenen biegeelastischeren Wandungsabschnitten am selben Skischuh möglich. So kann beispielsweise auch bei einem Skischuh gemäss den Fig. 1, 4 - 6 der hintere Schaftteil 10 mit einem biegeelastischeren Wandungsabschnitt versehen wer­den.

    [0029] Die Sohle 3 kann aus einem anderen Werkstoff bestehen als der Schalenteil 4, um dieser Sohle 3 die gewünschten Ei­genschaften (geringe Abnützung, gute Haftfähigkeit und der­gleichen) zu verleihen.

    [0030] Durch das Vorsehen von biegeelastischeren Wandungsabschnit­ten 15 - 17, 20, 23 - 29, 31, 32, 34 wird das Gehen und ein Beugen des Unterschenkels in Schuhlängsrichtung er­leichtert, ohne dass dabei ein schlechterer Halt des Fus­ses im Schuh in Kauf genommen werden muss. Da diese gerin­gere Biegesteifigkeit dieser Wandungsabschnitte durch die Verwendung eines andersartigen Werkstoffes erzielt wird, ist es ohne allzugrosse Schwierigkeiten möglich, solche Wandungsabschnitte an den verschiedensten geeigneten Stel­len am Skischuh vorzusehen. Zudem ist eine grosse Freiheit in der Ausgestaltung dieser biegeelastischeren Wandungs­abschnitte gegeben. Durch die Wahl des Werkstoffes für diese Wandungsabschnitte und deren Anordnung ist es ohne einen erheblichen zusätzlichen herstellungsmässigen Aufwand möglich, Skischuhe herzustellen, die bezüglich Biegeverhal­ten an die Erfordernisse der verschiedenen Kategorien von Skiläufern angepasst werden können.


    Ansprüche

    1. Sportschuh, insbesondere Skischuh aus Kunststoff, mit einem Oberteil mit Bereichen mit unterschiedlichem Biegeverhalten, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein auf Biegung beanspruchter Wandungsabschnitt (15-17, 23-29, 31,32,34) des Schuhoberteils (2) eine gegenüber dem ihn umgehenden Bereich (18) der Wandung eine geringere Biegesteifigkeit aufweist und dass dieser Wandungsabschnitt (15-17,20,23-29,31,32,34) aus einem andersartigen Werk­stoff besteht als der umgebende Wandungsbereich (18) und mit letzterem unlösbar verbunden ist.
     
    2. Sportschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein weiterer Wandungsabschnitt (27) vorge­sehen ist, der sowohl im Vergleich zum umgebenden Wand­ungsbereich (18) wie auch im Vergleich zum andern Wandungs­abschnitt (25,26) eine andere Biegesteifigkeit aufweist.
     
    3. Sportschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt (15-17,20,23-29,31, 32,34) und der diesen umgebende Wandungsbereich (18) aus einem Werkstoff unterschiedlicher Biegeelastizität besteht.
     
    4. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt (15-17,20, 23-29,31,32,34) und der diesen umgebende Wandungsbereich (18) aus einem Werkstoff unterschiedlicher Dichte besteht.
     
    5. Sportschuh nach einem der Ansprüche l - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsabschnitte (15-17,20,23-­29,31,32,34) und die diese umgebenden Wandungsbereiche (18) aus verschiedenen Kunststoffen bestehen.
     
    6. Sportschuh nach einem der Ansprüche l - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsabschnitte (15-17,20, 23-29,31,32,34) und die diese umgebenden Wandungsbereiche (18) aus Kunststoffen gleicher chemischer Kategorie je­doch unterschiedlicher Eigenschaften, z.B. aus Polyamiden, bestehen.
     
    7. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) einschliess­lich der Wandungsabschnitte (15-17,20,23-29,31,32,34) ein Spritzguss- oder Spritzpressteil ist.
     
    8. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt (15-17,23-29, 31,32,34) mit dem umgebenden Wandungsbereich (18) durch im plastischen Zustand erfolgtes Verschmelzen verbunden ist.
     
    9. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt (15-17,23-29, 31,32,34) mit dem umgebenden Wandungsbereich (18) durch Hochfrequenz- oder Ultraschallschweissung verbunden ist.
     
    10. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wandungsabschnitt (15-17,23-29, 31,32.34) mit dem umgebenden Wandungsbereich (18) durch Verkleben verbunden ist.
     
    11. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke (b) jedes Wandungs­abschnittes (15-17,23-29,31,32,34) zumindest in dessen Randbereich (15a) im wesentlichen der Wandstärke (a) des umgebenden Wandungsbereiches (18) entspricht.
     
    12. Sportschuh nach einem der Ansprüche l - 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) im Bereich des Ueberganges (14) von der Rist- zur Schienbeinpartie (6,7) mit wenigstens einem Wandungsabschnitt (15-17,24-28,31) geringerer Biegesteifigkeit versehen ist.
     
    13. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) im Bereich der Schienbeinpartie (7) mit einem Wandungsabschnitt (20,23) geringerer Biegesteifigkeit versehen ist.
     
    14. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) im Bereich der Ristpartie (6) mit einem Wandungsabschnitt (28,31) gerin­gerer Biegesteifigkeit versehen ist.
     
    15. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) im Bereich der Wadenbeinpartie (9) mit einem Wandungsabschnitt (29,32) geringerer Biegsteifigkeit versehen ist.
     
    16. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) im Bereich der Schuhspitze (33) mit einem Wandungsabschnitt (34) geringe­rer Biegesteifigkeit versehen ist.
     
    17. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 - 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuhoberteil (2) im Uebergang (14) von der Rist- zur Schienbeinpartie (6,7) einen Be­reich (15) mit wellenförmigem Profil aufweist, der ganz oder nur in den Erhebungen (16) oder den Vertiefungen (17) von geringerer Biegesteifigkeit ist.
     




    Zeichnung











































    Recherchenbericht