(19)
(11) EP 0 233 509 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.08.1987  Patentblatt  1987/35

(21) Anmeldenummer: 87100966.8

(22) Anmeldetag:  23.01.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F01N 3/28
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 01.02.1986 DE 8602600 U

(71) Anmelder: Degussa Aktiengesellschaft
D-60311 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • Brand, Reinhold, Dr.
    D-8752 Mömbris (DE)
  • Engler, Bernd, Dr.
    D-6450 Hanau 9 (DE)
  • Kleine-Möllhoff, Peter
    D-8755 Alzenau (DE)
  • Koberstein, Edgar. Dr.
    D-8755 Alzenau (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zur Halterung von Monolithkatalysatoren


    (57) Gegenstand der Neuerung ist eine Vorrichtung zur Halte­rung keramischer Katalysatormonolithen (1) von insbesondere quadratischem Querschnitt sowie zur Zusammenfassung mehrerer davon zu einem Paket. Sie besteht aus einer auf ein oder beide Monolithenden angebrachten elasti­schen Manschette (2) und einem auf der Manschette (2) unter Pressung angebrachten Metallrahmen (3). Der Rahmen (3) weist an jeweils zwei benachbarten Seitenflächen Ausnehmungen bzw. rückspringende Sicken (4) und an den beiden übrigen Seitenflächen Vorsprünge (5) auf, die formschlüssig in die Ausnehmungen bzw. Sicken (4) benachbart angeordneter Rahmen (3) eingreifen können.




    Beschreibung


    [0001] Die Neuerung betrifft eine Vorrichtung zur Halterung von viereckigen, z. B. quadratischen oder rechteckigen mono­lithischen keramischen Katalysatorelementen zur Herab­setzung des Schadstoffausstoßes von Verbrennungsanlagen, z. B. Feuerungsanlagen für Wärmekraftwerke, sowie zur Zusammenfassung solcher Katalysatorelemente zu einem Paket.

    [0002] Keramische Monolithen erfordern wegen ihrer Bruchgefähr­dung unter extremen Betriebsbedingungen (Erschütterungen, Druckstöße, Temperaturwechsel) eine sichere und stoßab­sorbierende Befestigung. Da sie nicht in beliebiger Größe herstellbar sind, besteht weiterhin die Notwendigkeit, mehrere Elemente in einer Batterie zusammenzufassen, um die z. B. bei Kraftwerksabgasen pro Zeiteinheit strömen­den großen Gasvolumina durchsetzen zu können.

    [0003] Gemäß der Neuerung ist eine Vorrichtung zur Halterung von zur Abgasnachbehandlung von Verbrennungsanlagen verwende­ten viereckigen monolithischen keramischen Katalysator­elementen sowie zur Zusammenfassung derselben zu einem Paket gekennzeichnet durch

    a) eine der äußeren Form des Katalysatorelements ent­sprechende und formschlüssig auf dieses aufschiebbare elastische Puffermanschette

    b) einen der äußeren Form von Katalysatorelement und Puffermanschette entsprechenden, die Puffermanschette umgreifenden Metallrahmen, dessen innerer freier Querschnitt größer als die Stirnfläche des Katalysa­torelements und kleiner als die Summe der Stirnflächen von Katalysatorelement und Puffermanschette oder gleich der Summe dieser Stirnflächen ist, wobei

    c) die Rahmentiefe und die Länge der Puffermanschette mindestens 1/50 der Länge des Katalysatorelements entsprechen und

    d) jeweils zwei benachbarte Seitenflächen des Rahmens in symmetrischer Anordnung Ausnehmungen bzw. nach innen springende Sicken aufweisen und die beiden übrigen Seitenflächen Vorsprünge aufweisen, die formschlüssig in die Ausnehmungen bzw. Sicken benachbarter Rahmen eingreifen können.



    [0004] Die Puffermanschette kann z. B. aus Mineralfaser, Keramik­faser, Drahtgestrick oder anderen temperaturfesten elasti­schen Werkstoffen bestehen. Nachdem sie auf den Monolithen von dessen Stirnseite(n) her aufgeschoben ist, wird der Metallrahmen über die Manschette geschoben, wobei die elastische Manschette verdichtet werden kann. Diese Ver­dichtung kann auch durch ein Manschettenmaterial, welches sich bei Erwärmung einmalig ausdehnt, erreicht oder ver­stärkt werden. Ein solches Material ist z. B. eine sog. Blähglimmermatte, wie sie z. B. von der Firma 3M unter der Bezeichnung INTERAM® vertrieben wird. Die erforderliche Wärmebehandlung kann nach der Montage oder aber auch erst im Betrieb durch Beaufschlagung mit heißen Abgasen, z. B. ein heißes Rauchgas, vorgenommen werden.

    [0005] Soll der Katalysator Betriebsbedingungen ausgesetzt werden, denen die reibschlüssige Verbindung zwischen Monolith und Puffermanschette einerseits und Puffermanschette und Metallrahmen andererseits nicht gewachsen sein könnte, so wird der Rahmen an einer Stirnseite mit Sicherungsan­schlägen versehen, welche die Katalysatorstirnfläche am Rand umgreifen und damit durch Formschluß eine axiale Verschiebung des Katalysatorelements verhindern.

    [0006] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Neuerung springt also der Metallrahmen an seiner Stirnseite nach innen unter Ausbildung eines durchgehenden oder in mehrere "Zungen" aufgeteilten Anschlags für eine Randzone der Stirnfläche des Katalysatorelements vor.

    [0007] Bei vertikal stehenden kürzeren Katalysatorelementen genügt es oft schon, das Katalysatorelement nur in seinem unteren Abschnitt zu haltern. Bei längeren Elementen, stärkerer Beanspruchung oder horizontaler Anbringung der Elemente ist jedoch eine beidseitige Halterung ratsam.

    [0008] Gemäß der Neuerung kann also die Kombination aus Puffer­manschette und Metallrahmen für eine Anbringung an min­destens einem Endabschnitt des Katalysatorelements vor­gesehen sein.

    [0009] Die Neuerung wird nachfolgend anhand einer vorteilhaften Ausführungsvariante in Verbindung mit der einzigen Figur der Zeichnung weiter erläutert.

    [0010] Die linke als Explosionszeichnung gestaltete Figur 1 zeigt ein 1 m langes monolithisches keramisches Katalysatorelement 1 von quadratischem Querschnitt (Kantenlänge 150 mm), welches über seine Gesamtlänge von zahlreichen quadrati­schen Strömungskanälen durchzogen wird, in welchen das zu behandelnde Abgas strömt und mit dem Katalysator in Berührung kommt. Dieser kann stofflicher Bestandteil des Elements sein oder auf dem keramischen Werkstoff des Elements als Beschichtung vorliegen.

    [0011] Eine 3 cm lange Puffermanschette 2 aus elastischem Draht­gestrick mit geringfügig kleinerem freien inneren Quer­schnitt als die Stirnfläche des Monolithen (149 mm × 149 mm) wird auf letzteren so aufgezwängt, daß ihre äußere Stirn­fläche bündig mit der Stirnfläche des Monolithen endigt.

    [0012] Ein 3 cm tiefer Rahmen 3 aus temperaturfestem Stahl (z.B. Werkstoff V2A) entspricht der äußeren Form von Monolith und Manschette und hat einen etwas geringeren inneren freien Querschnitt als die Summe der Stirnflächen von Katalysatorelement und Puffermanschette (158 mm × 158 mm). Er ist an zwei benachbarten Seitenflächen mit rechteckigen Ausnehmungen 4 in übereinstimmender Form und Anordnung versehen (Abmessung 10 mm × 100 mm). Die beiden übrigen Seitenflächen sind mit rechteckigen Vorsprüngen 5 ver­sehen, die formschlüssig in die oben beschriebenen Aus­nehmungen benachbarter Rahmen eines Pakets gehalterter Katalysatorelemente eingreifen können.

    [0013] Am äußeren Rand des Metallrahmens ist pro Rahmenseite jeweils ein senkrecht zur Seitenfläche 6 mm nach innen ragendes und die Randzone der Monolithstirnfläche stüt­zendes Anschlagblech 6 angebracht.

    [0014] Der Rahmen wird bei der Montage über die Puffermanschette gezwängt und soweit auf sie aufgeschoben, bis die Anschlag­bleche in Kontakt mit der Monolith-Stirnfläche kommen.

    [0015] Der an beiden Enden mit der Halterungsvorrichtung ver­sehene Monolith kann dann mit anderen ebenso ausgerüste­ten Monolithen über die Nut/Feder-Verbindung 4/5 zu einem Katalysatorpaket zusammengesteckt werden.

    [0016] Die rechte Figur 2 zeigt die Projektionsansichten auf das Katalysatorelement 1, eine Puffermanschette 2 und auf einen Rahmen 3.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zur Halterung von viereckigen monolithi­schen keramischen Katalysatorelementen sowie zur Zusam­menfassung derselben zu einem Paket, gekennzeichnet durch

    a) eine der Außenform des Katalysatorelements (1) entsprechende und formschlüssig auf dieses auf­schiebbare elastische Puffermanschette (2),

    b) einen der Außenform von Katalysatorelement und Puffermanschette entsprechenden Metallrahmen (3), dessen innerer freier Querschnitt größer als die Stirnfläche des Katalysatorelements und kleiner als die Summe der Stirnflächen von Katalysator­element und Puffermanschette oder gleich der Summe dieser Stirnflächen ist, wobei

    c) Rahmentiefe und Höhe der Puffermanschette minde­stens 1/50 der Länge des Katalysatorelements ent­sprechen und

    d) jeweils zwei benachbarte Seitenflächen des Rahmens in symmetrischer Anordnung Ausnehmungen bzw. nach innen springende Sicken (4) aufweisen und die beiden übrigen Seitenflächen Vorsprünge (5) auf­weisen, die formschlüssig in die Ausnehmungen bzw. Sicken benachbarter Rahmen eingreifen können.


     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Metallrahmen (3) an seiner Stirnseite nach innen unter Ausbildung eines durchgehenden oder in mehrere Zungen aufgeteilten Anschlags (6) für eine Randzone der Stirnfläche des Katalysatorelements vor­springt.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Kombination aus Puffermanschette und Metallrahmen für eine Anbringung an mindestens einem Endabschnitt des Katalysatorelements vorgesehen ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht