[0001] Die Erfindung betrifft einen Treibstangenbeschlag gemäß Gattungsbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Bei den bekannten Lösungen dieser Art (DE-GM 74 19 171) ist die Treibstange biegeelastisch
ausgeführt, um zu ermöglichen, daß sich der Schließzapfen in passiver Bewegung in
den Längsschlitz einsenken kann, wenn er kopfseitig mit entsprechend gerichteten Kräften
belastet wird. Zweck dieser Lösung ist es, eine Schaltsperre zu erreichen, die bei
geöffnetem Flügel die Treibstangen der Verschlußvorrichtung gegen unerwünschte Betätigung
sichert und dadurch Fehlschaltungen verhindert. Um eine Regulierungsmöglichkeit für
Anschlagungenauigkeiten und/oder Werkstoffschrumpfungen von Flügel und Rahmen zu erhalten,
hat man bei diesen Lösungen dann am Schließzapfen einen scheibenförmigen Kopfteil
vorgesehen und ihn zur exzentrischen Verstellung schwergängig verdrehbar an der Treibstange
angeordnet. Soll ungeachtet enger Toleranzen im Kammermaß, das heißt im lichten Abstand
zwischen Flügel und Rahmen stets gewährleistet sein, daß beispielsweise zur Erzielung
einer entsprechenden Einbruchssicherheit, der Schließzapfen möglichst im optimalen
Eingriff zum zugehörigen rahmenseitigen Gegenschließteil liegt, so wäre dies nur über
individuelle Anpassungsarbeiten möglich und würde bei Veränderungen in diesem Kammermaß
zu Klemmungen insbesondere beim Schließen den Flügels führen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Treibstangenbeschlag
so auszubilden, daß mit einfachen Mitteln erreicht ist, daß ungeachtet etwaiger Toleranzen
hinsichtlich des Kammermaßes ohne zusätzliche individuelle Bearbeitung oder Veränderung
stets ein optimaler Eingriff gewährleistet sein kann zwischen Schließzapfen und zugehörigem
Gegenschließteil.
[0004] Gelöst ist dies durch die im Hauptanspruch angegebene Erfindung. Die Unteransprüche
stellen vorteilhafte Weiterbildungen dar.
[0005] Zufolge derartiger Ausgestaltung ist ein gattungsgemäßer Treibstangenbeschlag von
erhöhtem Gebrauchswert angegeben. Sollte durch mangelhafte Fertigung, ungenaue Montage
usw. das Kammermaß zu gering sein, braucht dennoch keine Nachbearbeitung vorgenommen
zu werden. In der Verriegelungsstellung entspricht der Überstand des Schließzapfens
über die Vorderfläche der Stulpschiene der Höhe des Kopfes. Wird der Schließzapfen
in seine Offenstellung gebracht, so gelangt er vorzugsweise in der Endphase dieses
Weges in den Bereich des Längsschlitzes, welcher dort eine dem Durchmesser des Kopfes
angebrachte Breite besitzt. Daher ist es durch festrahmen- oder flügelseitige Steuerung
möglich, daß der Kopf in den Längsschlitz einsenkt derart, daß ein verringerter Überstand
des Kopfes über die Vorderfläche der Stulpschiene vorliegt. Die dann anschließenden
Flügelbewegungen sind durch zu weit vorstehende Schließzapfen nicht beeinträchtigt.
Nach Schließen des Fensterflügels und Zurückführen der Treibstange in die Verriegelungsstellung
erfolgt einhergehend die Zurücksteuerung des Kopfes in die maximal vorstehende Lage
über die Vorderfläche der Stulpschiene, so daß auch ein sicherer Schließeingriff verwirklicht
ist unter Erhöhung der Schließsicherheit eines entsprechend gestalteten Fensters.
[0006] Solange der Steuernocken sich noch innerhalb des Längsschlitzbereiches befindet,
überragt der Kopf vollständig die Vorderfläche der Stulpschiene. Mit dem Verlassen
des Längsschlitzes beginnt dann die Abspreizung der Treibstange. Die entsprechenden
Mittel sind einfach in ihrem Aufbau und kostensparend herstellbar.
[0007] Herstellungstechnische und funktionsmäßige Vorteile werden dadurch erreicht, daß
der Steuernocken von einer ausgedrückten Rippe der Treibstange gebildet ist, welcher
an der Schmalkante des Längsschlit zes der Stulpschiene aufläuft. Um eine besonders
weiche, Leichtschießbetätigung zu erhalten, ist dabei die Schmalkante fallenartig
abgeschrägt.
[0008] Schließlich wird durch das vorteilhafte Merkmal daß eine brückenförmig ausgebogene,
mit ihrem Scheitel gegen die Treibstange anliegende Blattfeder vorgesehen ist, deren
Brückenenden sich entsprechend an einem entsprechenden Träger abstützen, erreicht,
daß neben einer räumlich vorteilhaften Gestaltung vom Träger eine Doppelfunktion erfüllt
ist.
[0009] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Fig. 1-5 erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine Ansicht gegen ein mit einem erfindungsgemäßen Treibstangenbeschlag ausgestattetes
Fenster mit Drehflügel,
Fig. 2 eine Ansicht gegen den Treibstangenbeschlag im Bereich eines sich in Verriegelungsstellung
befindlichen Schließzapfens,
Fig. 3 eine klappfigürliche Ansicht der Fig. 2,
Fig. 4 in vergrößertem Maßstab einen Längsschnitt durch den Treibstangenbeschlag
im Bereich des Schließzapfens, welcher seine Verriegelungsstellung einnimmt und
Fig. 5 eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung, jedoch bei in Öffnungsstellung
befindlichem, abgesenktem Schließzapfen.
[0010] Das in Fig. 1 veranschaulichte Fenster besitzt einen Festrahmen 1, der mittels eingelassener,
übereinander angeordneter Scharniere 2, 3 einen Fensterflügel 4 um eine rechts angeordnete,
vertikal ausgerichtete Achse lagert. Letzterer trägt an seinem linksseitigen, vertikal
ausge richteten Flügelschenkel 4ʹ eine Beschlagplatte 5 mit darin gelagerter Betätigungshandhabe
6. Diese ist mit einem in den Flügelschenkel 4ʹ eingelassenen, nicht dargestellten
Getriebe gekuppelt, welches eine in vertikaler Richtung verlagerbare Treibstange 7
steuert. In bekannter Weise liegt die Treibstange 7 in einer nicht dargestellten Rahmennut
des Fensterflügels ein und wird von einer Stulpschiene 8 überfangen.
[0011] Beim Ausführungsbeispiel trägt die Treibstange 7 zwei Schließzapfen 9, die mit am
Festrahmen befestigten Gegenschließteilen 10 zusammenwirken. Gemäß Fig. 1 bis 4 befinden
sich die Schließzapfen 9 in der Verriegelungsstellung. Das bedeutet, daß die Betätigungshandhabe
6 die nach unten gerichtete 0-Lage gemäß Fig. 1 einnimmt. Wird die Betätigungshandhabe
6 entgegen Uhrzeigerrichtung um 90° in die horizontale Position 1 geschwenkt, so werden
die Schließzapfen 9 in die Freigabestellung gemäß Fig. 5 bewegt. Dann läßt sich der
Fensterflügel 4 um seine vertikale Achse in die Offenstellung schwenken.
[0012] In den Fig. 2 bis 5 ist ein den Schließzapfen 9 tragender Bereich des Treibstangenbeschlags
veranschaulicht. Auf der Unterseite der Stulpschiene 8 gleitet die Treibstange 7.
Zu ihrer Führung dient ein an der Stulpschiene 8 vernieteter Träger 11. Dieser ist
flachförmig gestaltet und durchgreift ein Langloch 12 der Treibstange 7. Endseitig
geht vom Träger 11 eine parallel zur Stulpschiene 8 verlaufende Anschlagplatte 13
aus. Diese ist mit der Stulpschiene 8 zugekehrten, endseitigen Vorsprüngen 14 bestückt.
Sowohl die Vorsprünge 14 als auch der Träger 11 dienen zur Halterung einer brückenförmig
ausgebogenen Blattfeder 15, die mit ihrem Scheitel 15ʹ an der Rückseite der Stulpschiene
7 anliegt und welche mit ihren Brückenenden 15ʺ sich an der Anschlagplatte 13 abstützt.
Um den Träger 11 und die Vorsprünge 14 aufnehmen zu können, ist die Blattfeder 15
mittig geschlitzt. Die Blattfeder 15 übt eine Belastung auf die Treibstange 7 in Richtung
der Stulpschiene 8 aus derart, daß die Stulpschiene 7 das Bestreben hat, an der Unterseite
der Stulpschiene 8 anzuliegen.
[0013] Gemäß den Fig. 2 bis 5 befindet sich unterhalb des Trägers 11 in der Stulpschiene
8 ein Längsschlitz 16, der von einem am unteren Ende der Treibstange 7 angenieteten
Träger 17 des Schließzapfens 9 durchsetzt wird. Von dem Träger 17 geht ein gegenüber
ihm querschnittsgrößerer Kopf 18 aus. Letzterer kann einstückig mit dem Träger 17
oder als drehbare Büchse ausgebildet sein.
[0014] Der Längsschlitz 16 setzt sich aus zwei Teilabschnitten 16ʹ und 16ʺ zusammen derart,
daß der untere Teilabschnitt 16ʹ etwa dem Durchmesser des Trägers 17 angpaßt ist.
Dieser Teilabschnitt 16ʹ ist jedoch kleiner als der Durchmesser des Kopfes 18. Der
sich anschließende Teilabschnitt 16ʺ hat dagegen eine Breite a, die größer ist als
der Durchmesser des Kopfes 18.
[0015] Oberhalb der Befestigungsstelle des Trägers 17 bildet die Treibstange 7 eine in Richtung
der Stulpschiene 8 gerichtete ausgedrückte Rippe aus, die als Steuernocken 19 dient.
Das Maß der Ausdrückung entspricht der Dicke der Stulpschiene 8, so daß die Vorderfläche
des in den Längsschlitz 16 eintauchenden Steuernockens 19 mit der Vorderfläche der
Stulpschiene 8 abschließt, vergl. insbesondere Fig. 4. Das freie Ende 19ʹ unterfängt
den zugekehrten Rand des Kopfes 18. Die dem freien Ende 19ʹ gegenüberliegende Flanke
19ʺ bildet eine Steuerschräge aus, die mit der gegenüberliegenden Schmalkante 20
des Längsschlitzes 16 zusammenwirkt. Diese Schmalkante 20 ist fallenartig abgeschrägt.
Der Schrägungswinkel entspricht dem Verlauf der Flanke 19ʺ.
[0016] Solange sich der Träger 17 des Schließzapfens in dem Teilabschnitt 16ʹ des Längsschlitzes
16 befindet, vermag die Treibstange ausschließlich eine Längsbewegung auszuführen.
Der Kopf 18 ist dann nicht absenkbar und hintergreift voll das Gegenschließteil des
Festrahmens.
[0017] Das Öffnen des Fensterflügels 4 erfordert ein Verdrehen der Betätigungshandhabe
6 in die Position 1. Einhergehend wird die Treibstange 7 verschoben. Bevor die Abspreizung
der Treibstange 7 von der Unterseite der Stulpschiene erfolgt, hat der Kopf 18 des
Schließzapfens den Teilabschnitt 16ʺ des Längsschlitzes erreicht. Bei weiterer Verlagerung
beaufschlagt die Flanke 19ʺ des Steuernockens 19 die Schmalkante 20 des Längsschlitzes
verbunden mit einem Abspreizen der Treibstange 7 und einem Absenken des Kopfes in
die Stellung gemäß Fig. 5. Das Abspreizen erfolgt dabei entgegen der Kraft der Blattfeder
15. Die Fig. 5 veranschaulicht, daß dann der Kopf 18 des Schließzapfens 9 um das Maß
y über die Vorderfläche der Stulpschiene 8 vorsteht. Dieses Maß y entspricht etwa
der halben Höhe x des Kopfes. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies, daß der
Absenkweg etwa der halben Höhe des Kopfes entspricht. Der Fensterflügel 4 ist nun
öffenbar. Nach Schließen desselben kann die Verriegelungsstellung durch die Betätigungshandhabe
herbeigeführt werden. Einhergehend mit einer Verlagerung der Treibstange 7 in die
Schließstellung gelangt der Steuernocken 19 in den Bereich des Längsschlitzes 16,
so daß dann die Blattfeder 15 die Treibstange 7 in Anlagestellung zur Stulpschiene
8 zurückführen kann. Dadurch tritt der Kopf 18 auch vor die Vorderfläche der Stulpschiene
8. Bei weiterer Verlagerung greift der Träger 17 in den Teilabschnitt 16ʹ ein und
verhindert eine Querverlagerung der Treibstange mit dem Schließzapfen. In dieser Stellung
liegt auch der optimale Verriegelungseingriff zum Gegenschließteil 10 des Festrahmens
vor.
[0018] Beim Ausführungsbeispiel ist ein Fenster mit einem Drehflügel mit einem entsprechenden
Treibstangenbeschlag ausgestattet. Es ist jedoch auch möglich, Drehkipp-Fenster mit
solchen Treibstangenbeschlägen auszurüsten. Hierzu sind die Teilabschnitte 16ʹ, 16ʺ
entsprechend lang zu dimensionieren.
[0019] Alle in der Beschreibung erwähnten und in der Zeichnung dargestellten neuen Merkmale
sind erfindungswesentlich, auch soweit sie in den Ansprüchen nicht ausdrücklich beansprucht
sind.
1. Treibstangenbeschlag mit unter einer Stulpschiene längsverschieblich geführter
Treibstange, welche mit mindestens einem Schließzapfen ausgestattet ist, der unter
Abspreizen der Treibstange von der Unterseite der Stulpschiene entgegen Federbelastung
aus seiner vorderseitig eines Längsschlitzes der Stulpschiene liegenden Stellung in
den Längsschlitz absenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Treibstange (7) auf
ihrer der Stulpschiene (8) zugekehrten Seite einen aus dem Bereich des Längsschlitzes
(16) unter die Stulpschiene (8) fahrenden Steuernocken (19) zum Abspreizen der Treibstange
(7) von der Unterseite der Stulpschiene (8) besitzt.
2. Treibstangenbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuernocken
(19) von einer ausgedrückten Rippe der Treibstange (7) gebildet ist, welcher an der
Schmalkante (20) des Längsschlitzes (16) der Stulpschiene (8) aufläuft.
3. Treibstangenbeschlag nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schmalkante (20) fallenartig abgeschrägt ist.
4. Treibstangenbeschlag nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch eine brückenförmig ausgebogene, mit ihrem Scheitel (15ʹ) gegen die Treibstange
(7) anliegende Blattfeder (15) deren Brückenenden (15ʺ) sich an einem an der Stulpschiene
(8) befestigten Träger (11) abstützen, welcher gleichzeitig ein Begrenzungsanschlag
für die Absenkbewegung bildet und in Öffnungsverschieberichtung der Treibstange (8)
dem Längsschlitz (16) benachbart ist.