Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Vereinzeln und Aufrichten von Faltschachteln
nach der Gattung des Anspruchs 1. Bei einer beispielsweise durch die EP-A-27 968
bekannten Vorrichtung dieser Art zieht ein Schwenksauger die jeweils vorderste Faltschachtel
im Magazin quer zu deren Erstreckungsfläche ab und schwenkt diese ebenfalls quer zu
deren Erstreckungsfläche vor einen Mitnehmer der Fördereinrichtung. Diese Fördereinrichtung
führt die auf einer Geradstrecke übernommene Faltschachtel in eine Umlaufstrecke,
wo gleichachsig umlaufende und achsparallel verschiebbare Schwerter in die geförderte
Faltschachtel eingeschoben und verdreht werden, wobei die ursprünglich flachliegende
Faltschachtel räumlich aufgerichtet wird, während sie von mitumlaufenden Saugköpfen
an einer Seitenwand gehalten wird. Nachteilig bei dieser bekannten Vorrichtung ist,
daß beim schnellen Abheben einer Faltschachtel vom Magazin nachfolgende Faltschachteln
mitgerissen werden.
[0002] Ferner ist durch die DE-OS 29 23 909 eine Vorrichtung zum Vereinzeln und Aufrichten
von Faltschachteln bekannt, bei der an einem umlaufenden Rotor mehrere Sauggreifer
angeordnet sind, welche die jeweils vorderste Faltschachtel aus einem Magazin im
wesentlichen in Erstreckungsrichtung der Faltschachteln abziehen und auf einer anschließenden
bogenförmigen Umlaufstrecke einer Fördereinrichtung einer Kartoniermaschine zuführen.
Den Sauggreifern sind bei dieser Vorrichtung Aufrichthebel zugeordnet, die auf der
Umlaufstrecke der Sauggreifer eine nicht von den Sauggreifern erfaßte Wand der Faltschachtel
verschwenken, wobei sich die Faltschachtel aufrichtet. Diese bekannte Vorrichtung
hat einen hohen mechanischen Aufwand für die den rotierenden Sauggreifern zugeordneten
Aufrichthebel. Auch ist das Aufrichten der Faltschachteln je nach den in den flachliegenden
Faltschachteln herrschenden Spannungen durch Ausüben von Druck auf eine ihrer Wände
nicht immer gesichert.
[0003] Schließlich ist durch die DE-OS 22 60 936 ebenfalls eine Vorrichtung zum Vereinzeln
und Aufrichten von Faltschachteln bekannt, bei der die flachliegenden Faltschachteln
aus einem Magazin mit aufeinandergestapelten Faltschachteln nacheinander in Erstreckungsrichtung
von Mitnehmern einer Fördereinrichtung abgeschoben und an Blasdüsen vorbeigeführt
werden, wobei die Faltschachteln durch den Luftstrom geöffnet werden. Bei dieser
Vorrichtung ist es nachteilig, daß Faltschachteln aus dünner Pappe sich nur schlecht
vereinzeln lassen, und auch die Gefahr besteht, daß sie beim Abschieben mit hoher
Geschwindigkeit beschädigt werden.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die erfindungsgemäße Vorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1 hat den Vorteil, daß sich die Faltschachteln aus dem Magazin mit hoher Geschwindigkeit
vereinzeln lassen und daß sie sich beim Vorbeiführen an den Blasdüsen mit Sicherheit
öffnen. Dazu kommt, daß mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung Faltschachteln verschiedener
Querschnitts-Formate behandelt werden können, ohne daß im Faltschachtelabnahme- und
-übergabebereich Teile verstellt oder die einzelnen Glieder in ihrer Bewegungsphase
neu aufeinander eingestellt werden müssen.
Zeichnung
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 eine Faltschachtelvereinzelungs-
und -Aufrichtungsvorrichtung vereinfacht in Seitenansicht, Figur 2 eine Fördereinrichtung
der Vorrichtung nach Figur 1 im Querschnitt in der Ebene II-II der Figur 1 und Figur
3 eine Faltschachtel in schaubildlicher Ansicht.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] In einer Kartoniermaschine zu füllende Faltschachteln 1 werden flachliegend in Stapeln
angeliefert und diese als Vorrat in ein Magazin 10 eingesetzt. In aufgerichtetem Zustand
haben die Faltschachteln 1 einen rechteckigen Querschnitt mit je zwei parallelen Seitenwänden
2, 3 mit dem Maß A und zwei schmalen Seitenwänden 4, 5 mit dem Maß B. An den beiden
Öffnungen der hülsenförmigen Faltschachtel 1 schließen sich Verschlußklappen 6 bis
9 an.
[0007] Das Magazin 10 ist um einen Winkel von etwa 45° schräg zur Waagrechten gestellt und
hat einen Boden 11, zwei Seitenwände 12 und zwei die Vorderseite begrenzende Stan
gen 13, 14, an denen sich der Faltschachtelstapel abstützt. Dem vorderen Ende des
Bodens 11 ist eine taktweise auf- und abbewegbare Haltenase 15 zugeordnet, welche
die vorderste Faltschachtel 1 an deren Unterkante im Magazin zurückhält.
[0008] Zum Entnehmen von Faltschachteln 1 der Reihe nach aus dem Magazin 10 ist vor und
unterhalb diesem eine Entnahmeeinrichtung 20 angeordnet. Diese Entnahmeeinrichtung
20 hat einen kontinuierlich umlaufenden Rotor 21 mit beispielsweise drei an seinem
Umfang gleichmäßig verteilten Sauggreifern 22. Die Sauggreifer 22 haben je zwei,
auf einem Träger 23 befestigte Sauger 24. Die Träger 23 sind ihrerseits an je einem
Viergelenkgetriebe, insbesondere an dessen Koppel 25 befestigt, die an einer Kurbel
26 und an einer Schwinge 27 angelenkt ist, welche auf dem Rotor 21 schwenkbar gelagert
sind. Die Drehwelle 28 der Kurbel 26 ist mit einem Rollenhebel 30 fest verbunden,
dessen Rolle 31 in einer ortsfesten, zur Umlaufachse des Rotors exzentrisch angeordneten
Ringkurvennut 32 geführt ist. Die Kurvennut 32 ist so angeordnet und gestaltet, daß
sie den Sauggreifern 22 während deren Umlauf mit dem Rotor 21 zum Erfassen der vordersten
Faltschachtel 1 im Magazin 10 eine Voreilung, währen des Erfassens der Faltschachtel
1 eine Verzögerung und danach wieder eine Voreilung gegenüber der gleichmäßigen Umlaufbewegung
des Rotors 21 überlagern. Beim Anlaufen eines Sauggreifers 22 gegen die vorderste
Faltschachtel 1 im Magazin 10 und zwar in der Nähe deren unteren, auf dem Boden 11
aufstehenden Faltkante werden die Sauger 24 mit Unterdruck beaufschlagt, so daß sie
bei ihrem Anlegen an der zugekehrten Wand der Faltschachtel 1 diese ergreifen und
die Faltschachtel 1 aus dem Vorrat in Richtung deren Erstreckung abziehen. Dabei wird
die Faltschachtel 1 über die Haltenase 15 und auf den Stangen 13, 14 gleitend schräg
nach unten vom Stapel abgezogen.
[0009] Unterhalb des Magazins 10 und der Entnahmeeinrichtung 20 erstreckt sich eine Fördereinrichtung
35. Diese Fördereinrichtung 35 hat zwei parallele, endlose Ketten 36, die um Umlenkrollen
37, 38, 39 endlos geführt sind. Das obere sich zwischen den Umlenkrollen 38 und 39
erstreckende Trum der Förderketten 36 ist zwischen oberen und unteren Führungsschienenpaaren
41, 42 geführt. Das unterhalb des Magazins 10 und der Entnahmeeinrichtung 20 sich
erstrekkende Einlaufende der Führungsschienen 41, 42 ist bogenförmig gekrümmt, wohingegen
der sich anschließende Teil in waagrechter Ebene geradlinig verläuft. Die Krümmung
des Einlaufteils der Führungsschienen 41, 42 ist dem Umlaufweg der Sauggreifer 22
angepaßt. Oberhalb der oberen Führungsschienen 42 für die Förderketten 36 ist ein
dritte Führungsschienenpaar 43 angeordnet, das sich, einen geringen Spalt belassend,
in angepaßter Form wie die Führungsschinen 42 erstreckt. Es bildet alos im Einlaufbereich
40 unterhalb des Magazins 10 und der Entnahmeeinrichtung 20 eine bogenförmige Förderstrecke
47 und daran anschließen eine geradlinige Förderstrecke 48. Die beiden Förderketten
36 haben in gleichmäßigen Abständen Mitnehmer 45, die nach außen in den Bereich neben
den Schienen 42, 43 in die Förderstrecken 47, 48 abstehen.
[0010] Beim Umlauf des Rotors 21 ziehen die Sauggreifer 22 jeweils eine Faltschachtel 1
vom Magazin 10 nach unten ab und fördern diese anschließend auf der bogenförmigen
Strecke 47. Mit dieser bogenförmigen Strecke 47 deckt sich der Spalt zwischen den
beiden Führungsschienen 42 und 43 in deren Einlaufbereich 40. In gleicher Weise ist
der Spalt zwischen den Führungsschienen 41 und 42 zum Führen der Förderketten 36 der
Krümmung angepaßt. Eine von einem Sauggreifer 22 erfaßte Faltschachtel 1 wird mit
ihrer Faltkante vorauseilend in den bogenförmigen Spalt zwischen den Führungsschienen
42 und 43 eingeführt, wobei sie sich ebenfalls bogenförmig durchbiegt und dabei eine
gewisse Eigenstabilität erhält. Beim kontinuierlichen Umlaufen der Sauggreifer 22
und der Mitnehmer 45 nähert sich ein Mitnehmer 45 der oberen, nacheilenden Faltkante
der Falschachtel 1 und holt diese schließlich ein. Zu diesem Zeitpunkt oder bereits
davor wird der Unterdruck für die Sauger 24 des Sauggreifers 22 abgeschaltet, so daß
diese die mitgeführte Faltschachtel 1 freigeben. Gegen die nacheilende Faltkante der
Faltschachtel 1 laufen nun die Mitnehmer 45 eines Mitnehmerpaares an und schieben
die Faltschachtel 1 durch die bogenförmige Strecke 47 und anschließend durch die
geradlinige Strecke 48 im Spalt zwischen den Führungsschienen 42 und 43. Die Führungsschienen
42, 43 der Führungsschienenpaare haben voneinander einen Abstand, so daß eine Faltschachtel
1 im Bereich ihrer Seitenwände 2 bis 5 nahe der Verschlußklappen 6 bis 9 geführt
werden und die Verschlußklappen zu beiden Seiten seitlich frei abstehen. Vorausgehend
dem vollständigen Aufrichten der Faltschachteln 1 werden beim Durchlaufen der geradlinigen
Strecke 48 die breiten Verschlußlaschen 6 und 7 der Faltschachteln 1 nach oben bzw.
nach unten mittels periodisch auf- und abgeschwenkten Faltklingen 49 umgefaltet und
in dieser Stellung von nicht dargestellten Faltweichen gehalten.
[0011] Im Auslaufbereich der Führungsschienen 41 bis 43 endet die obere Führungsschiene
43 um mehr als eine Faltschachtelbreite vor der darunterliegenden Führungsschiene
42. In diesem Auslaufbereich 50 sind seitlich des Führungswegs der Faltschachteln
1 Blasdüsen 51 mit großem Querschnitt angordnet und gegen die Öffnungen der Faltschachteln
1 gerichtet. Beim Vorbeiführen einer Faltschachtel 1 mit einem Mitnehmerpaar 45 strömt
Blasluft aus den Blas düsen 51 in die Öffnungen der geförderten Faltschachtel 1 ein,
wobei der entstehende Überdruck die zunächst flachliegende Faltschachtel 1 während
ihrer Förderung aufrichtet. Das Mitnehmerpaar 45 schiebt die teilweise oder voll
aufgerichtete Faltschachtel 1 in den Zwischenraum zwischen zwei Mitnehmern 54, 55
einer sich anschließenden synchron umlaufenden Fördereinrichtung 56 einer Kartoniermaschine
ein, wo sie dann zwischen oberen und unteren Führungsschienen 57, 58 geführt zu einer
Einfüllstelle gefördert wird.
[0012] Bei der beschriebenen Vorrichtung erfolgt das Entnehmen und Aufrichten der Faltschachteln
in voneinander getrennten Bereichen. Dadurch ist die Vorrichtung einfach und übersichtlich.
Die Vorrichtung hat aber auch den Vorteil, daß bei Formatwechsel von Faltschachteln
mit einem anderen Querschnitt ein Umstellen auf das neue Format nicht nötig ist.
Dadurch, daß bei allen Formaten die vorauseilende Faltkante der Faltschachteln 1
beim Überführen durch die Sauggreifer 22 bis nahe an den vorauseilenden Mitnehmer
45 der Fördereinrichtung 35 als Bezugskante dient und daß darauffolgend das nacheilende
Mitnehmerpaar 45 nach Freigabe der Faltschachtel von dem Sauggreifer 22 die nacheilende
Faltkante der Faltschachtel 1 als Bezugskante nimmt, erfolgt ein Ausgleich zwischen
den Formatunterschieden beim Übergang vom Sauggreifertransport auf den Mitnehmertransport.
1. Vorrichtung zum Vereinzeln und Aufrichten von Faltschachteln mit einem Magazin
enthaltend einen Vorrat flachliegender Faltschachteln, mit wenigstens einem bewegbaren
Greifer zum Entnehmen jeweils der vordersten Faltschachtel aus dem Magazin, mit einer
endlosen Fördereinrichtung mit Mitnehmern, von denen sich jeweils einer der in Förderrichtung
hinteren Faltkante einer von dem Greifer aus dem Magazin entnommenden Faltschachtel
nähert und diese zunächst flachliegend mitnimmt, dadurch gekennzeichnet, daß der
Greifer (22) an einem Rotor (21) auf einer Umlaufbahn annähernd tangential zu vordersten
Falschachtel des Magazins (10) verlaufenden Bahn geführt ist, daß die endlose Fördereinrichtung
(35) nahe dem Magazin eine bogenförmige, dem an das Magazin anschließenden Teil der
Umlaufbahn des Greifers (22) angepaßte bogenförmige Strecke (47) und daran anschließend
eine geradlinige Strecke (48) aufweist, und daß seitlich der geradlinigen Strecke
Blasdüsen (51) angeordnet sind, welche gegen die Öffnungen der von der Fördereinrichtung
geförderten Faltschachtel gerichtet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die bogenförmige Strecke
(47) der Fördereinrichtung (35) koaxial zum bogenförmigen Umlaufweg des Greifers (2)
verläuft.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördereinrichtung
(35) auf der bogenförmigen Strecke (47) nahe dem Magazin (10) und dem Umlaufweg des
Greifers (22) von bogenförmigen Führungsschienen (41, 42) geführt wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der bogenförmigen Strecke
(47) der Fördereinrichtung (35) bogenförmige Führungsschienen (42, 43) zugeordnet
sind, die einen Führungsspalt für die Faltschachteln (1) begrenzen, der dem Umlaufweg
der Greifer (22) angepaßt ist.