[0001] Die Erfindung betrifft einen
[0002] Drehstrom-Lichtbogenofen, insbesondere zum Schmelzen, Legieren und/oder Warmhalten
von Stahl gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0003] Aus der DE-PS 31 14 145 ist ein Lichtbogenofen bekannt, der dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 entspricht. Bei diesem elektrischen Lichtbogenofen greifen die Kontaktbacken aus
geometrischen Gründen in einem Abstand von minimal einem doppelten Elektrodendurchmesser
an den Elektroden an. Die in den Elektrodenfassungen angeordneten Kontaktbacken liegen
normalerweise auf einem zum Elektrodenteilkreis gleich großen Kreis, dessen Mittelpunkt
um den Elektrodehradius in Richtung Trafohaus verschoben ist. Der-Teilkreisradius
beträgt bei solch einer Anordnung mindestens das 1.15-fache des Elektrodendurchmessers.
Bei paralleler Verlegung der Stromrohre zu den Kontaktbacken liegt der Abstand der
geometrischen Zentren derselben beim doppelten Elektrodendurchmesser.
[0004] Bei diesem bekannten Lichtbogenofen ist nachteilig, daß aufgrund der zum Stromverlauf
asymmetrischen Anordnung der Kontaktbacken auf den äußeren Kontaktbacken wegen des
Näherungseffektes (proximity effect) die Stromdichte auf dem zur zentral angeordneten
Elektrode zeigenden Teil der Kontaktbacke höher ist als auf der nach außen zeigenden
Seite.
[0005] Die durch diese Anordnung bedingte Bauweise hat ferner den Nachteil, daß die äußeren
langen Tragarme zu Lateralschwingungen neigen, die dazu führen können, daß die Elektroden
an der Einspannstelle am Tragarm brechen. Ferner hat sich in der Praxis gezeigt, daß
die Wartung des mittleren Tragarmes aufgrund der schlechten Zugänglichkeit aufwendig
ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Lichtbogenofen der eingangs genannten Art
zu schaffen, bei dem eine optimale Strombeaufschlagung der Kontaktbacken gewährleistet
sowie durch Minimierung der Abstände der Stromrohre untereinander die Reaktanz der
Gesamtanordnung vermindert ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kontaktbacken zentralsymmetrisch
innerhalb des Elektrodenkreises angeordnet sind.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Anordnung liegen also die Kontaktbacken auf den Radien
des Elektrodenteilkreises durch die jeweilige Achse der Elektroden und auf der dem
Mittelpunkt des Elektrodenkreises zugewandten Seite der Elektroden. Dabei zeigt natürlich
die Kontaktfläche der jeweiligen Kontaktbacke mit der zugehörigen Elektrode in bezug
auf den Mittelpunkt des Elektrodenteilkreises nach außen.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Lichtbogenofen ergibt sich eine gleichmäßige Strombeaufschlagung
der Kontaktbacken. Darüber hinaus werden die Reaktanzverluste vermindert.
[0010] Aus der erfindungsgemäßen Anordnung resultiert des weiteren zwangsläufig, daß der
mittlere Tragarm der längere ist, was die Zugänglichkeit der Elektrodenfassung und
deren Wartungsfreundlichkeit fördert. Zugleich werden die mechanischen Lateral-Schwingungen
der Phasen 1 und 3 minimiert.
[0011] Des weiteren wird der Platzbedarf für die Elektroden auf dem Deckel geringer, so
daß mehr Spielraum für ein viertes und fünftes Deckelloch entsteht. Diese öffnungen
können für die Absaugung und die Chargierung von Zuschlagsstoffen verwendet werden.
Diese Anordnung ist insbesondere für Pfannenöfen von Vorteil, da durch einen möglichst
kleinen Elektrodenteilkreis die feuerfeste Zustellung des Pfannenrandes optimal geschont
wird.
[0012] Die erfindungsgemäße Anordnung läßt es zu, daß der Abstand der Kontaktbacken zwischen
den einzelnen Phasen gleich bzw. kleiner dem Durchmesser der Elektroden ist. Der Elektrodenteilkreis
verringert sich entsprechend und die Strombeaufschlagung der Kontaktbacken wird noch
weiter vergleichmäßigt.
[0013] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Hochstromrohre
von den Anschlußflanschen der Kontaktbacken auf dem Tragarm durchgehend parallel verlegt
sind, wodurch sich der Abstand der Rohre untereinander halbiert, gemessen an der herkömmlichen
Technik. Der Elektrodenteilkreis verringert sich dadurch natürlich um denselben Faktor.
[0014] Der des weiteren erfindungsgemäß vorgesehene zangenartige Spannmechanismus für die
äußeren Tragarme ermöglicht in einfacher Weise eine optimale Halterung der entsprechenden
Elektroden bei der gewünschten Anordnung der Kontaktbacken.
[0015] Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Lichtbogenofens sind in schematischer
Weise in den Zeichnungen dargestellt.
[0016] Es zeigt:
Fig. 1 die wesentlichen Bauteile eines erfindungsgemäßen Lichtbogenofens,
Fig. 2 eine Spannvorrichtung für die Elektroden, insbesondere die erste und dritte
Phase mit einer erfindungsgemäß angeordneten Kontaktbacke, und
Fig. 3 eine weitere Ausführungsform einer Spannvorrichtung mit einer erfindungsgemäß
angeordneten Kontaktbacke.
[0017] Nach Fig. 1 sind die drei Elektroden eines Lichtbogenofens mit 1 bezeichnet. Diese
sind längs eines Elektrodenteilkreises 2 in gleichem Abstand zueinander, d.h. symmetrisch,
angeordnet. Die Elektroden 1 sind hier in nicht näher dargestellter Weise mittels
einer Spannvorrichtung an ebenfalls nicht dargestellten Tragarmen mit darauf parallel
zueinander und horizontal geführten Stromrohren 3 gehalten. Die-elektrische Verbindung
zwischen den Stromrohren 3 und dem Transformator 6 erfolgt mit Stromseilen 7. Die
vertikale Verstellung der Elektroden findet über eine Hubeinrichtung 4 statt. Die
Strombeaufschlagung der Elektroden 1 erfolgt jeweils über eine Kontaktbacke 5.
[0018] Erfindungsgemäß sind nun diese Kontaktbacken 5 zentralsymmetrisch innerhalb des Elektrodenteilkreises
2 angeordnet. Dies bedeutet, daß die jeweilige Kontaktbacke 5 auf dem Radius 2a durch
die jeweilige Achse la der entsprechenden Elektrode 1 liegt. Dabei zeigt natürlich
die Kontaktfläche 5a der jeweiligen Kontaktbacke 5 mit der zugehörigen Elektrode 1
in bezug auf den Mittelpunkt des Elektrodenteilkreises 2 nach außen.
[0019] Die Fig. 2 zeigt ebenfalls in schematischer Darstellung eine erste Ausführungsform
einer Spannvorrichtung zum erfindungsgemäßen Anordnen der Kontaktbacke 5, insbesondere
für die Phasen 1 und 3, d.h. die außenliegenden Tragarme 3. Gemäß Fig. 2 besteht die
zangenartige Spannvorrichtung, die insgesamt mit 10 bezeichnet ist, aus einem an einem
Lager 15 gelagerten, d.h. feststehenden Zangenteil 11 und einem um das Gelenk 13 beweglichen
Zangenteil 12. Bei geschlossener Spannvorrichtung 10 ist die Elektrode 1 zwischen
der Druckbacke 14 und der am feststehenden Zangenteil 11 angeordneten Kontaktbacke
5 gefaßt.
[0020] Fig. 3 zeigt, ebenfalls schematisch dargestellt, eine zweite Ausführungsform einer
zangenartigen Spannvorrichtung, ebenfalls insbesondere für die beiden äußeren Tragarme
3. Diese insgesamt mit 20 bezeichnete Spannvorrichtung besteht ebenfalls aus einem
feststehenden, am Lager 25 gelagerten Zangenteil 21 und einem beweglichen Zangenteil
22, der um ein Gelenk 23 in bezug auf den feststehenden Zangenteil 21 schwenkbar ist.
Die Druckbacke 24 ist an dem beweglichen Zangenteil 22 angeordnet, während sich die
in der Spannstellung diametral gegenüberliegende Kontaktbacke 5 an dem feststehenden
Zangenteil 21 befindet.
1. Dreiphasiger Lichtbogenofen, insbesondere zum Schmelzen von Stahl, mit drei symmetrisch
auf einem Kreis angeordneten Elektroden, die durch an horizontalen Tragarmen gelagerten
Kontaktbacken an den Phasen angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet , daß die Kontaktbacken
(5) zentralsymmetrisch innerhalb des Elektrodenteilkreises (2) angeordnet sind.
2. Elektrischer Lichtbogenofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
der Kontaktbacken (5) zwischen den einzelnen Phasen gleich bzw. kleiner dem Durchmesser
der Elektroden (1) ist.
3. Elektrischer Lichtbogenofen nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet
, daß die Hochstromrohre von den Anschlußflanschen der Kontaktbacken auf dem Tragarm
durchgehend parallel geführt sind und daß der Abstand der Rohre untereinander halbiert
ist.
4. Elektrischer Lichtbogenofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet
, daß die Elektroden (1), die an den äußeren Tragarmen (3) gelagert sind, durch einen
zangenartigen, die Kontaktbacke (5) enthaltenden Spannmechanismus (10; 20) gehalten
sind.