[0001] Die Erfindung betrifft ein Triebdrehgestell für ein Schienenfahrzeug, mit einem Drehgestellrahmen
und mindestens zwei, je mit einer Antriebseinrichtung gekoppelten Radsätzen, auf
denen der Drehgestellrahmen über zumindest in Drehgestell-Längsrichtung beweglich
geführte Achslager gefedert abgestützt ist, wobei die Antriebseinrichtungen je mit
einem Gehäuse versehen sind, das auf dem betreffenden Radsatz abgestützt und über
eine zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften geeignete Anlenkeinrichtung mit dem
Drehgestellrahmen um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenkbar verbunden ist.
[0002] Bei einem bekannten Triebdrehgestell der genannten Art sind die Antriebseinrichtungen
je durch einen in die eine Längsrichtung weisenden, starren deichselartigen Anschlussteil
am Drehgestellrahmen um eine in Längs- und Querrichtung feststehende Achse schwenkbar
angelenkt und durch einen in die entgegengesetzte Längsrichtung weisenden, zur Uebertragung
von Querkräften geeigneten zweiten Anschlussteil in Längsrichtung beweglich geführt
(CH-PS 609 290). Um beim Durchfahren von Kurven eine annähernd radiale Einstellung
der Achsen zu erzielen, ist aus dieser Patentschrift eine Verstelleinrichtung bekannt,
durch welche die Radsatzachsen jeweils um die an einem Träger des Drehgestellrahmens
angeordnete Anlenkstelle des die Zug- und Druckkräfte übertragenden deichselartigen
Anschlussteils verschwenkt werden können.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in Weiterentwicklung der vorstehend genannten
Ausführung ein vereinfachtes Triebdrehgestell zu schaffen, bei dem sich die Radsätze
beim Durchfahren von Kurven jeweils selbsttätig, ohne Steuer- oder Regelaufwand, insbesondere
ohne zusätzliche, für sich zu betätigende Verstelleinrichtung, im wesentlichen radial
zu der zu durchfahrenden Kurve einstellen lassen.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Triebdrehgestell der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass die Anlenkeinrichtung je mindestens zwei vom Drehgestellrahmen im wesentlichen
in Drehgestell-Längsrichtung gegen den betreffenden Radsatz hin konvergierend angeordnete
Lenker enthalten, die einerseits je an einem Tragteil des Drehgestellrahmens und
andererseits je am betreffenden Gehäuse der Antriebseinrichtung angelenkt sind, wobei
sich die verlängert gedachten Längsachsen jedes dem gleichen Gehäuse zugeordneten
Lenkerpaares, in der Draufsicht gesehen, im wesentlichen in einem Schnittpunkt schneiden,
der im Anordnungsbereich des Radsatzes und des Gehäuses liegt.
[0005] Die erfindungsgemäss angeordneten Lenkerpaare bilden jeweils eine in Längsrichtung
im wesentlichen starre Verbindung zwischen dem Drehgestellrahmen und jedem der Radsätze,
so dass die Zug- und Bremskräfte jedes Radsatzes unmittelbar in dem hinsichtlich
seiner Lage frei wählbaren Schnittpunkt der Längsachsen der Lenker auf den Drehgestellrahmen
übertragen werden. Zugleich wird durch den Schnittpunkt der Lenkerachsen eine ideelle,
im wesentlichen vertikale Drehachse (Hochachse) bestimmt, um welche die jeweils durch
den betreffenden Radsatz und die zugehörige Antriebseinrichtung gebildete Baugruppe
relativ zum Drehgestellrahmen verschwenkbar ist. Dabei können jeweils die bei Kurvenfahrt
auftretenden Zugkraftdifferenzen zwischen dem linken und dem rechten Rad des Radsatzes
- innerhalb der durch die nachgiebige Führung der Radsatzachse bzw. insbesondere der
seitlichen Achslager gegebenen Grenzen - zur Drehung jedes Radsatzes um seine Hochachse
herangezogen werden.
[0006] In den abhängigen Patentansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes
der Erfindung angegeben.
[0007] Nach einer Ausführungsform der Erfindung, die sich durch besonders gute Fahreigenschaften,
insbesondere einen ruhigen Kurvenlauf des Triebdrehgestells, auszeichnet, können die
Achslager je über einen Führungsteil an einer gegenüber der Achse des zugehörigen
Radsatzes in Drehgestell-Längsrichtung versetzten Anlenkstelle mit dem Drehgestellrahmen
beweglich gekoppelt sein, und der Schnittpunkt der Längsachsen der konvergierenden
Lenker kann in einem Abschnitt des Anordnungsbereichs des Radsatzes und des Gehäuses
liegen, der im wesentlichen durch die Achse des Radsatzes und eine durch die Anlenkstellen
der Führungsteile verlaufende, gedachte Querebene begrenzt ist. Entsprechend kann
der Schnittpunkt direkt auf der Radsatzachse oder im Bereich der Querebene, oder
aber in beliebigem Abstand zwischen diesen beiden Begrenzungen angeordnet sein. Bei
derartigen Ausführungen, insbesondere solchen mit jeweils in axialer Richtung fest
im Gehäuse der Antriebseinrichtung gelagerter Radsatzachse, sind die Radsätze - unter
der Wirkung von Querkräften, wie sie beim Durchfahren von Kurven auftreten - jeweils
nach Art einer Bisselachse um die entsprechende ideelle Hochachse verschwenkbar. Bei
Ausführungen mit im Bereich der Radsatzachse angeordnetem Schnittpunkt der Längachsen
des Lenkerpaares ergeben sich, insbesondere im Zusammenhang mit an den Gehäusen in
axialer Richtung beweglich gelagerter Radsatzachsen, jeweils besonders kleine axiale
Verstellwege zwischen Gehäuse und Radsatzachse. Bei Ausführungen, bei denen der Schnittpunkt
der Längsachsen der Lenkerpaare in der durch die Anlenkstellen der Führungsteile
und damit durch die Querabstützung zwischen dem betreffenden Radsatz und dem Drehgestellrahmen
verlaufenden Querebene liegt, insbesondere im Zusammenhang mit über Schrägverzahnungen
zusammenwirkenden Zahnrädern und mit in Fahrzeuglängsrichtung relativ zum Drehgestellrahmen
beweglich geführten seitlichen Achslagern der Radsätze, werden zahnkraftbedingte,
ungewollte Gierbewegungen des Radsatzes relativ zum Drehgestellrahmen vermieden.
[0008] Bei einem Triebdrehgestell in einer für das Durchfahren insbesondere enger Kurven
geeigneten Ausführungsform der Erfindung können die Gehäuse der Antriebseinrichtungen
durch eine Querkupplungseinrichtung verbunden sein, welche bei einer Verstellung des
einen Gehäuses um eine durch den Schnittpunkt der Längsachsen des Lenkerpaares ver
laufende Hochachse eine entsprechende Verstellung des anderen Gehäuses um die zugehörige
Hochachse in entgegengesetztem Drehsinn bewirken. Die auf diese Weise gekuppelten,
jeweils in relativ kleinem Abstand voneinander angeordneten Radsatzachsen können
sich aufgrund der geringen Winkelunterschiede relativ leicht je in eine annähernd
radiale Stellung zur Kurve einstellen.
[0009] Weitere Merkmale ergeben sich aus den übrigen Patentansprüchen und aus der folgenden
Beschreibung von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen
der Erfindung. Es zeigen:
Fig. l ein erfindungsgemäss ausgestattetes Triebdrehgestell eines Schienenfahrzeuges
in einer Teilansicht mit einem Teil-Längsschnitt entsprechend der Linie I-I von Fig.
2;
Fig. 2 das Drehgestell nach Fig. l in einer Draufsicht mit einem Teilschnitt entsprechend
der Linie II-II von Fig. l;
Fig. 3 ein Drehgestell in einer teilweise abgewandelten Ausführungsform in einer
Draufsicht;
Fig. 4 ein weiteres Drehgestell in einer Teilansicht mit dem Teil-Längsschnitt IV-IV
aus der Fig. 5;
Fig. 5 das Drehgestell nach Fig. 4 in einer Draufsicht;
Fig. 6 ein weiteres Drehgestell in einer Teilansicht mit dem Teil-Längsschnitt VI-VI
aus Fig. 7;
Fig. 7 das Drehstelle nach Fig. 6 in einer Draufsicht, und
Fig. 8 ein weiteres Drehgestell in einer Draufsicht mit einem Teil-Horizontalschnitt
etwa auf der Höhe der Radsatzachsen.
[0010] Das in den Fig. l und 2 dargestellte Triebdrehgestell enthält zwei Radsätze l und
2, die je mit einem Antriebsmotor 3 verbunden sind, und einen Drehgestellrahmen 4,
der durch einen Querträger 5 unterteilt ist. Der Drehgestellrahmen 4 ist über Federn
6 auf vier Achslagern 7 abgestützt, in denen die Enden der beiden Achsen 8 der Radsätze
l und 2 gelagert sind. Auf dem Drehgestellrahmen 4 ist über seitliche Federn l0 ein
Teil eines nur teilweise dargestellten Fahrzeugkastens ll abgestützt, der über eine
nicht dargestellte Einrichtung zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften.z.B. einen
in der Drehgestellmitte M auf dem Querträger 5 angeordneten Drehzapfen oder eine Tiefzugvorrichtung,
mit dem Drehgestellrahmen 4 verbunden ist.
[0011] Die Achslager 7 sind je mit einem gegen die Quermittelebene Q des Drehgestells weisenden
Schwenkarm l2 am Drehgestellrahmen 4 um einen querliegend angeordneten Zapfen l3 schwenkbar
angelenkt. Die Zapfen l3 sind je von einem Zwischenstück l4 aus einem gummielastischen
Material, z.B. einem solchen auf der Basis von Silikonkautschuk, umgeben, durch welches
der betreffende Schwenkarm l2 auf dem Zapfen l3 raumbeweglich und in Drehgestell-Längs-und
Querrichtung nachgiebig auf dem Zapfen l3 gelagert ist. Entsprechend werden über die
Achslager 7 keine Zug-und Bremskräfte, sondern lediglich relativ geringe, aus der
elastischen Querabstützung am Zapfen l3 resultierende Querkräfte auf den Drehgestellrahmen
4 übertragen.
[0012] Die Antriebsmotoren 3 sind je mit einem Gehäuse l6 versehen, welches über zwei an
ihm ausgebildete Lager l7 auf der Achse 8 des betreffenden Radsatzes l bzw. 2 abgestützt
ist. Auf jeder Achse 8 ist ein Zahnrad l8 ange ordnet, welches mit einem Ritzel 20
des betreffenden Antriebsmotors 3 in Eingriff ist. Entsprechend der Darstellung nach
Fig. 2 können die Zahnräder l8 und 20 über eine Schrägverzahnung zusammenwirken, und
die Achsen 8 können in den Lagern l7 sowie im Zahnrad l8 axial verschiebbar angeordnet
sein. Die Gehäuse l6 der Antriebsmotoren 3 sind ferner je an einem in der Längsmittelebene
L des Drehgestells angeordneten Hängependel 2l um eine querliegende Achse raumbeweglich
schwenkbar angelenkt. Die Hängependel 2l sind ebenfalls raumbeweglich schwenkbar
je an zwei, am Querträger 5 angeordneten Konsolen 22 angelenkt.
[0013] Zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften sind zwischen dem Querträger 5 und jedem
der Gehäuse l6 zwei vom Querträger 5 gegen das betreffende Gehäuse hin konvergierend
angeordnete Lenker 23 und 24 vorgesehen, welche am Querträger 5 und am Gehäuse l6
je um einen vertikalen Zapfen schwenkbar angelenkt sind. Entsprechend der Darstellung
nach Fig. 2 sind die Lenker 23 und 24 zur Längsmittelebene L symmetrisch angeordnet,
wobei sich die verlängert gedachten Längsachsen jedes Lenkerpaares 23, 24 in einem
ideellen Schnittpunkt S schneiden, der im wesentlichen auf der Mittellinie der beteffenden
Radsatzachse 8 liegt. An den Anlenkstellen der Hängependel 2l sowie gegebenenfalls
der Lenker 23 und 24 an den Antriebsmotoren 3 und dem Querträger 5 können die gelenkig
verbundenen Teile sphärische Lagerflächen aufweisen und/oder über nachgiebige Lagerteile,
etwa entsprechend den Zwischenstücken l4, raumbeweglich zusammenwirken.
[0014] Die Anlenkstellen (Zapfen l3) der die Achslager 7 führen den Schwenkarme l2 und
die Lenker 23, 24 sind im wesentlichen auf der Höhe der Achsmitten der Radsätze l
und 2 angeordnet. Durch die Schnittpunkte S ist je eine ideelle vertikale Drehachse
(Hochachse) bestimmt, um welche die aus dem jeweiligen Radsatz l bzw. 2 und dem betreffenden
Antriebsmotor 3 bestehende Baueinheit beim Durchfahren einer Kurve relativ zum Drehgestellrahmen
4 verschwenkbar ist. Die Achslager 7 können auf den Achsen 8 axial feststehend angeordnet
und durch die Federn 6 sowie durch die nachgiebige Anlenkung an den Zapfen l3 in Längs-
und Querrichtung des Drehgestells sowie in vertikaler Richtung beweglich gehalten
sein. Bei anderen Ausführungsformen können entsprechende, in Längsrichtung bewegliche
Achslager 7 am Drehgestellrahmen 4 in Querrichtung feststehend gehalten und auf den
Achsen 8 axial verschiebbar angeordnet sein. Bei der in Fig. 2 dargestellten Anordnung
mit durch die Radsatzachsen 8 verlaufenden ideellen Hochachsen ergeben sich besonders
geringe axiale Relativbewegungen zwischen den zusammenwirkenden Teilen, so dass minimale
Spiele B und C zwischen dem Antriebsmotor 3 und den Zahnrädern l8, 20 bzw. dem einen
Rad des betreffenden Radsatzes l, 2 und ein entsprechend geringes Spiel D zwischen
den Zahnrädern l8, 20 und dem anderen Rad des Radsatzes l bzw. 2 erforderlich sind.
[0015] Entsprechend der Darstellung nach Fig. 3 können die Achsen 8 der Radsätze l und 2
je in den Lagern l7 des Gehäuses l6 axial feststehend angeordnet sein. Dabei sind
die Radsätze l und 2 unter der Wirkung von Querkräften, wie sie in Kurven auftreten
- je nach Art einer "Bisselachse" um die durch den Schnittpunkt S verlaufende Hochachse
verschwenkbar. Innerhalb der durch die Ausbildung der Federn 6 und der Anlenkstellen
(Zapfen l3) der die Achslager 7 führenden Schwenkarme l2 gegebenen konstruktiven
Grenzen können die Schnittpunkte S der verlängert gedachten Längsachsen der Lenker
23 und 24 je in einem beliebig wählbaren Abstand A von der Mittellinie der betreffenden
Radsatzachse 8 angeordnet sein.
[0016] Bei der Ausführung nach den Fig. 4 und 5 sind die Gehäuse l6 der Antriebsmotoren
3 mit dem Querträger 5 je über zwei konvergierende Lenker 23′ und 24′ gekoppelt, welche
je in Form einer durch im wesentlichen vertikal wirkende Gewichts- und Stützkräfte
belastbaren Konsole l9 ausgebildet sind. Die Konsolen l9 weisen je eine am Querträger
5 scharnierartig anlenkbare Endpartie auf, während die andere Endpartie mit dem Gehäuse
l6 raumbeweglich verbunden ist. Ebenso können die scharnierartige Anlenkung am Gehäuse
l6 und die raumbewegliche Anlenkung am Drehgestellrahmen 4 vorgesehen sein.Auch die
Anlenkstellen der Konsolen l9 können nachgiebig angeordnete Lagerteile enthalten.
Gemäss Fig. 5 können die Abstände A der Schnittpunkte S von den Mittellinien der Achsen
8 je etwa den Abständen zwischen der betreffenden Achse 8 und den Zapfen l3 entsprechen.
Die durch die Schnittpunkte S bestimmten ideellen Hochachsen liegen daher je in einer
Querebene E, die parallel zur betreffenden Achse 8 durch die die Querabstützung der
Achslager 7 bildenden Anlenkstellen (Zapfen l3) der Schwenkarme l2 verläuft. Bei dieser
Ausführung werden, insbesondere im Zusammenhang mit schrägverzahnten Zahnrädern
28 und mit in Fahrzeug-Längsrichtung relativ zum Drehgestellrahmen 4 beweglich geführten
Achslagern 7, durch Zahnkräfte der Schrägverzahnung bedingte Gierbewegung der Radsätze
l und 2 um die durch die Schnittpunkte S verlaufenden ideellen Hochachsen vermieden.
Die beiden Radsätze l und 2 können ferner durch eine Querkupplung 25 in Querrichtung
beweglich gekuppelt sein. Die Querkupplung 25 enthält zwei an den einander zugekehrten
Seiten der Gehäuse l6 der Antriebsmotoren 3 angebrachte, je gegen die Quermittelebene
Q des Drehgestells weisende Arme 26 und einen Querlenker 27, der an beiden Enden je
an einem der Arme 26 angelenkt ist. Durch die Querkupplung 25 sind die beiden Radsätze
l und 2 so gekuppelt, dass beim Durchfahren einer Kurve eine Drehbewegung des einen
Radsatzes l oder 2 um seine durch den Schnittpunkt S bestimmte Hochachse eine entsprechende,
gegenläufige Drehbewegung des anderen Radsatzes 2 bzw. l um dessen Hochachse hervorruft.
Dadurch kann in an sich bekannter Weise eine annähernd radiale Einstellung der beiden
Achsen 8 der Radsätze l und 2 bezüglich der zu durchfahrenden Kurve erzielt werden.
[0017] Der Querlenker 27 kann einteilig ausgebildet sein oder, wie in Fig. 5 dargestellt,
in an sich bekannter Weise zwei Teile 27a und 27b enthalten, die durch ein Federelement
28 in Querrichtung nachgiebig miteinander verbunden sind. In Verbindung mit einem
starren, einteilig ausgebildeten Querlenker kann auch einer der Arme 26 oder die Verbindung
zwischen einem der Arme 26 und dem betreffenden Querlenker entsprechend elastisch
ausgebildet sein, wodurch beim Durchfahren von Kurven entsprechende Ausgleichsbewegungen
der durch die Querkupplung gekuppelten Radsätze l und 2 ermöglicht werden. Auch an
den Anlenkstellen des Querlenkers 27 können, ähnlich wie bei den Händependeln 2l,
den Lenkern 23, 24, 23′, 24′ und den Schwenkarmen l2 Mittel vorgesehen sein, die eine
raumbewegliche Verbindung der zusammenwirkenden Teile gewährleisten.
[0018] Wie aus den Fig. 6 und 7 hervorgeht, können die Lenker 23 und 24 auch an den stirnseitigen
Trägern 4a des Drehgestellrahmens 4 und an den diesen Trägern 4a zugekehrten Gehäusepartien
l6a der Antriebsmotoren 3 angelenkt sein. Entsprechend der dargestellten Ausführung
können die Gehäusepartien l6a jeweils die Lager l7 des betreffenden Gehäuses l6 verbinden.
[0019] Gemäss Fig. 8 können anstelle von direkt auf den Radsatzachsen abgestützten Antriebsmotoren
auch andere Antriebseinrichtungen, z.B. zwei Getriebe 3l und 32, vorgesehen sein,
die mit einem am Fahrzeugkasten angeordneten, nicht dargestellten Antriebsmotor gekoppelt
sein können. Die Getriebe 3l und 32 sind je in einem Gehäuse 33 bzw. 34 angeordnet,
das an den Konsolen 22 des Querträgers 5 über ein, in dieser Darstellung nicht sichtbares
Hängependel aufgehängt, auf der Achse 8 des betreffenden Radsatzes l bzw. 2 über die
axial verschiebbaren Lager l7 abgestützt und je über die in Längsrichtung konvergierenden
Lenker 23 und 24 mit dem Drehgestellrahmen 4 in Drehgestell-Längsrichtung kraftschlüssig
gekoppelt ist.
[0020] Die beiden Getriebe 3l und 32 enthalten je ein auf der Achse 8 befestigtes Zahnrad
l8′ und ein damit kämmendes Ritzel 20′, welches mit einem Kegelrad 35 auf einer im
Gehäuse 33 bzw. 34 gelagerten gemeinsamen Welle 36 befestigt ist. Die Verzahnungen
des Zahnrades l8′ und des Ritzels 20′ sind so ausgebildet, dass sie axiale Relativbewegungen
dieser Teile zulassen. Die Kegelräder 35 sind je mit einem Kegelrad 37 bzw. 37a in
Eingriff, das auf einer im Gehäuse 33 bzw. 34 gelagerten Welle 38 bzw. 38a angeordnet
ist. Das Getriebe 3l enthält ferner ein Umkehrgetriebe mit einem auf der Welle 38
angeordneten Zahnrad 40 und einem auf einer Welle 42 angeordneten Zahnrad 4l. Die
Welle 42 ist durch eine Kardanwelle 43 mit der Welle 38a des Getriebes 32 gekuppelt.
Die Welle 38 ist - gegebenfalls über eine nicht dargestellte weitere Kardanwelle
- mit der Welle des nicht dargestellten Antriebsmotors gekuppelt, von dem aus beide
Radsätze l und 2 angetrieben werden.
[0021] Anstelle von Hängependeln können auch andere Einrichtungen, z.B. in Längs- und Querrichtung
nachgiebige Gummi/Metall-Verbundelemente, zur Gewichtsabstützung und als Drehmomentstütze
der Antriebseinrichtung vorgesehen sein.
1. Triebdrehgestell für ein Schienenfahrzeug, mit einem Drehgestellrahmen (4) und
mindestens zwei je mit einer Antriebseinrichtung (3; 3l, 32) gekoppelten Radsätzen
(l und 2), auf denen der Drehgestellrahmen (4) über zumindest in Drehgestell-Längsrichtung
beweglich geführte Achslager (7) gefedert abgestützt ist, wobei die Antriebseinrichtungen
(3; 3l, 32) je mit einem Gehäuse (l6; 33, 34) versehen sind, das auf dem betreffenden
Radsatz (l bzw. 2) abgestützt und über eine zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften
geeignete Anlenkeinrichtung mit dem Drehgestellrahmen um eine im wesentlichen vertikale
Achse schwenkbar verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkeinrichtungen je mindestens zwei vom Drehgestellrahmen (4) im wesentlichen
in Drehgestell-Längsrichtung gegen den betreffenden Radsatz (l bzw. 2) hin konvergierend
angeordnete Lenker (23, 24; 23′ 24′) enthalten, die einerseits je an einem Tragteil
(4a, 5) des Drehgestellrahmens (4) und anderseits je am betreffenden Gehäuse (l6;
33, 34) der Antriebseinrichtung (3; 3l, 32) angelenkt sind, wobei sich die verlängert
gedachten Längsachsen jedes dem gleichen Gehäuse (l6; 33, 34) zugeordneten Lenkerpaares,
in der Draufsicht gesehen, im wesentlichen in einem Schnittpunkt (S) schneiden, der
im Anordnungsbereich des Radsatzes (l, 2) und des Gehäuses (l6; 3l, 32) liegt.
2. Triebdrehgestell nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Schnittpunkt
(S) der Längsachsen der konvergierenden Lenker (23, 24; 23′, 24′) im wesentlichen
in der Längsmittelebene (L) des Drehgestellrahmens (4) liegt.
3. Triebdrehgestell nach Anspruch l oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die konvergierenden
Lenker (23′, 24′) als durch vertikale Kräfte belastbare Konsolen (l9) ausgebildet
sind, die je mindestens eine am Drehgestellrahmen (4) - oder am Gehäuse (l6) der
Antriebseinrichtung (3) - scharnierartig anlenkbare Endpartie aufweisen.
4. Triebdrehgestell nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Achslager (7) je über einen Führungsteil (Schwenkarm l2) an einer gegenüber
der Achse (8) des zugehörigen Radsatzes (l, 2) in Drehgestell-Längsrichtung versetzten
Anlenkstelle (Zapfen l3) mit dem Drehgestellrahmen (4) beweglich gekoppelt sind, und
dass der Schnittpunkt (S) der Längsachsen der konvergierenden Lenker (23, 24; 23′,
24′) in einem Abschnitt des Anordnungsbereiches des Radsatzes (l, 2) und des Gehäuses
(l6; 33, 34) liegt, der im wesentlichen durch die Achse (8) des Radsatzes (l, 2) und
eine durch die Anlenkstellen (Zapfen l3) der Führungsteile (Schwenkarme l2) verlaufende,
gedachte Querebene (E) begrenzt ist.
5. Triebdrehgestell nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die konvergierenden Lenker (23, 24) im wesentlichen auf der Höhe der Achse (8)
des Radsatzes (l, 2) angeordnet sind.
6. Triebdrehgestell nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Gehäuse (l6) der Antriebseinrichtungen (3) miteinander durch eine Querkupplungseinrichtung
(25) verbunden sind, welche bei einer Verstellung des einen Gehäuses (l6) um eine
durch den Schnittpunkt (S) der Längsachsen der konvergierenden Lenker (23′, 24′)
verlaufende ideelle Hochachse eine entsprechende Verstellung des anderen Gehäuses
(l6) um dessen zugehörige Hochachse in entgegengesetztem Drehsinn bewirkt.
7. Triebdrehgestell nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Querkupplungseinrichtung
(25) einen zwischen den gekuppelten Gehäusen (l6) der Antriebseinrichtungen (3) angeordneten
Querlenker (27) enthält, dessen beide Enden je an einem am betreffenden Gehäuse (l6)
vorgesehenen Mitnehmerteil (26) angelenkt sind.