(19)
(11) EP 0 235 644 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.09.1987  Patentblatt  1987/37

(21) Anmeldenummer: 87102048.3

(22) Anmeldetag:  13.02.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B61F 5/38, B61F 5/04, B61F 5/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE ES FR GB IT SE

(30) Priorität: 27.02.1986 CH 803/86

(71) Anmelder: Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik
CH-8401 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Vogel, Hans Heiner
    CH-8546 Tuttwil (CH)

(74) Vertreter: Sparing Röhl Henseler Patentanwälte 
Postfach 14 04 43
40074 Düsseldorf
40074 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Triebdrehgestell für ein Schienenfahrzeug


    (57) Das Triebdrehgestell enthält mindestens zwei je mit ei­ner Antriebseinrichtung (3) gekoppelte Radsätze (l und 2), auf denen der Drehgestellrahmen (4) gefedert und zumin­dest in Drehgestell-Längsrichtung beweglich abgestützt ist. Die Gehäuse (l6) der Antriebseinrichtungen (3) sind je auf dem zugehörigen Radsatz (l bzw. 2) abgestützt und am Drehgestellrahmen (4) raumbeweglich gehalten. Jedes der Gehäuse (l6) ist ferner mit dem Drehgestellrahmen (4) über zwei zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften ge­eignete Lenker (23, 24) verbunden, die am Drehgestell­rahmen (4) und am Gehäuse (l6) um im wesentlichen ver­tikale Achsen schwenkbar angelenkt sind. Die Lenker (23, 24) sind mit vom Drehgestellrahmen (4) im wesentlichen in Längsrichtung gegen den betreffenden Radsatz (l bzw. 2) hin konvergierenden Längsachsen angeordnet, deren gedach­te Verlängerungen - in der Draufsicht gesehen - sich in ei­nem Schnittpunkt (S) schneiden, der im Anordnungsbereich des Radsatzes (l, 2) und des Gehäuses (l6) liegt. Durch diesen Schnittpunkt ist die Lage einer vertikalen ideellen Drehachse bestimmt, um die der Radsatz (l bzw. 2) und die zugehörige Antriebseinrichtung (3) relativ zum Drehgestell­rahmen (4) schwenkbar sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Triebdrehgestell für ein Schienenfahrzeug, mit einem Drehgestellrahmen und minde­stens zwei, je mit einer Antriebseinrichtung gekoppelten Radsätzen, auf denen der Drehgestellrahmen über zumindest in Drehgestell-Längsrichtung beweglich geführte Achslager gefedert abgestützt ist, wobei die Antriebseinrichtungen je mit einem Gehäuse versehen sind, das auf dem betreffen­den Radsatz abgestützt und über eine zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften geeignete Anlenkeinrichtung mit dem Drehgestellrahmen um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenkbar verbunden ist.

    [0002] Bei einem bekannten Triebdrehgestell der genannten Art sind die Antriebseinrichtungen je durch einen in die eine Längsrichtung weisenden, starren deichselartigen Anschlussteil am Drehgestellrahmen um eine in Längs- und Querrichtung feststehende Achse schwenkbar angelenkt und durch einen in die entgegengesetzte Längsrichtung weisen­den, zur Uebertragung von Querkräften geeigneten zweiten Anschlussteil in Längsrichtung beweglich geführt (CH-PS 609 290). Um beim Durchfahren von Kurven eine annähernd radiale Einstellung der Achsen zu erzielen, ist aus dieser Patentschrift eine Verstelleinrichtung bekannt, durch welche die Radsatzachsen jeweils um die an einem Träger des Drehgestellrahmens angeordnete Anlenkstelle des die Zug- und Druckkräfte übertragenden deichsel­artigen Anschlussteils verschwenkt werden können.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in Weiterent­wicklung der vorstehend genannten Ausführung ein verein­fachtes Triebdrehgestell zu schaffen, bei dem sich die Radsätze beim Durchfahren von Kurven jeweils selbsttätig, ohne Steuer- oder Regelaufwand, insbesondere ohne zusätz­liche, für sich zu betätigende Verstelleinrichtung, im wesentlichen radial zu der zu durchfahrenden Kurve ein­stellen lassen.

    [0004] Diese Aufgabe wird bei einem Triebdrehgestell der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die An­lenkeinrichtung je mindestens zwei vom Drehgestellrahmen im wesentlichen in Drehgestell-Längsrichtung gegen den betreffenden Radsatz hin konvergierend angeordnete Lenker enthalten, die einerseits je an einem Tragteil des Dreh­gestellrahmens und andererseits je am betreffenden Ge­häuse der Antriebseinrichtung angelenkt sind, wobei sich die verlängert gedachten Längsachsen jedes dem gleichen Gehäuse zugeordneten Lenkerpaares, in der Draufsicht ge­sehen, im wesentlichen in einem Schnittpunkt schneiden, der im Anordnungsbereich des Radsatzes und des Gehäuses liegt.

    [0005] Die erfindungsgemäss angeordneten Lenkerpaare bilden jeweils eine in Längsrichtung im wesentlichen starre Verbindung zwischen dem Drehgestellrahmen und jedem der Radsätze, so dass die Zug- und Bremskräfte jedes Rad­satzes unmittelbar in dem hinsichtlich seiner Lage frei wählbaren Schnittpunkt der Längsachsen der Lenker auf den Drehgestellrahmen übertragen werden. Zugleich wird durch den Schnittpunkt der Lenkerachsen eine ideelle, im wesentlichen vertikale Drehachse (Hochachse) bestimmt, um welche die jeweils durch den betreffenden Radsatz und die zugehörige Antriebseinrichtung gebildete Baugruppe relativ zum Drehgestellrahmen verschwenkbar ist. Dabei können jeweils die bei Kurvenfahrt auftreten­den Zugkraftdifferenzen zwischen dem linken und dem rechten Rad des Radsatzes - innerhalb der durch die nachgiebige Führung der Radsatzachse bzw. insbesondere der seitlichen Achslager gegebenen Grenzen - zur Drehung jedes Radsatzes um seine Hochachse herangezogen werden.

    [0006] In den abhängigen Patentansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes der Erfindung ange­geben.

    [0007] Nach einer Ausführungsform der Erfindung, die sich durch besonders gute Fahreigenschaften, insbesondere einen ruhigen Kurvenlauf des Triebdrehgestells, auszeichnet, können die Achslager je über einen Führungsteil an einer gegenüber der Achse des zugehörigen Radsatzes in Dreh­gestell-Längsrichtung versetzten Anlenkstelle mit dem Drehgestellrahmen beweglich gekoppelt sein, und der Schnittpunkt der Längsachsen der konvergierenden Lenker kann in einem Abschnitt des Anordnungsbereichs des Rad­satzes und des Gehäuses liegen, der im wesentlichen durch die Achse des Radsatzes und eine durch die Anlenk­stellen der Führungsteile verlaufende, gedachte Quer­ebene begrenzt ist. Entsprechend kann der Schnittpunkt direkt auf der Radsatzachse oder im Bereich der Quer­ebene, oder aber in beliebigem Abstand zwischen diesen beiden Begrenzungen angeordnet sein. Bei derartigen Ausführungen, insbesondere solchen mit jeweils in axialer Richtung fest im Gehäuse der Antriebseinrichtung ge­lagerter Radsatzachse, sind die Radsätze - unter der Wirkung von Querkräften, wie sie beim Durchfahren von Kurven auftreten - jeweils nach Art einer Bisselachse um die entsprechende ideelle Hochachse verschwenkbar. Bei Ausführungen mit im Bereich der Radsatzachse ange­ordnetem Schnittpunkt der Längachsen des Lenkerpaares ergeben sich, insbesondere im Zusammenhang mit an den Gehäusen in axialer Richtung beweglich gelagerter Rad­satzachsen, jeweils besonders kleine axiale Verstell­wege zwischen Gehäuse und Radsatzachse. Bei Ausführungen, bei denen der Schnittpunkt der Längsachsen der Lenker­paare in der durch die Anlenkstellen der Führungsteile und damit durch die Querabstützung zwischen dem betreffenden Radsatz und dem Drehgestellrahmen verlaufenden Querebene liegt, insbesondere im Zusammenhang mit über Schrägver­zahnungen zusammenwirkenden Zahnrädern und mit in Fahrzeuglängs­richtung relativ zum Drehgestellrahmen beweglich geführten seitlichen Achs­lagern der Radsätze, werden zahnkraftbedingte, ungewollte Gierbe­wegungen des Radsatzes relativ zum Drehgestellrahmen vermieden.

    [0008] Bei einem Triebdrehgestell in einer für das Durchfahren insbesondere enger Kurven geeigneten Ausführungsform der Erfindung können die Gehäuse der Antriebseinrichtungen durch eine Querkupplungseinrichtung verbunden sein, welche bei einer Verstellung des einen Gehäuses um eine durch den Schnittpunkt der Längsachsen des Lenkerpaares ver­ laufende Hochachse eine entsprechende Verstellung des anderen Gehäuses um die zugehörige Hochachse in ent­gegengesetztem Drehsinn bewirken. Die auf diese Weise gekuppelten, jeweils in relativ kleinem Abstand vonein­ander angeordneten Radsatzachsen können sich aufgrund der geringen Winkelunterschiede relativ leicht je in eine annähernd radiale Stellung zur Kurve einstellen.

    [0009] Weitere Merkmale ergeben sich aus den übrigen Patentan­sprüchen und aus der folgenden Beschreibung von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbei­spielen der Erfindung. Es zeigen:

    Fig. l ein erfindungsgemäss ausgestattetes Triebdreh­gestell eines Schienenfahrzeuges in einer Teilansicht mit einem Teil-Längsschnitt ent­sprechend der Linie I-I von Fig. 2;

    Fig. 2 das Drehgestell nach Fig. l in einer Drauf­sicht mit einem Teilschnitt entsprechend der Linie II-II von Fig. l;

    Fig. 3 ein Drehgestell in einer teilweise abge­wandelten Ausführungsform in einer Draufsicht;

    Fig. 4 ein weiteres Drehgestell in einer Teilansicht mit dem Teil-Längsschnitt IV-IV aus der Fig. 5;

    Fig. 5 das Drehgestell nach Fig. 4 in einer Drauf­sicht;

    Fig. 6 ein weiteres Drehgestell in einer Teilansicht mit dem Teil-Längsschnitt VI-VI aus Fig. 7;

    Fig. 7 das Drehstelle nach Fig. 6 in einer Drauf­sicht, und

    Fig. 8 ein weiteres Drehgestell in einer Draufsicht mit einem Teil-Horizontalschnitt etwa auf der Höhe der Radsatzachsen.



    [0010] Das in den Fig. l und 2 dargestellte Triebdrehgestell enthält zwei Radsätze l und 2, die je mit einem Antriebs­motor 3 verbunden sind, und einen Drehgestellrahmen 4, der durch einen Querträger 5 unterteilt ist. Der Drehgestell­rahmen 4 ist über Federn 6 auf vier Achslagern 7 abge­stützt, in denen die Enden der beiden Achsen 8 der Rad­sätze l und 2 gelagert sind. Auf dem Drehgestellrahmen 4 ist über seitliche Federn l0 ein Teil eines nur teilweise dargestellten Fahrzeugkastens ll abgestützt, der über eine nicht dargestellte Einrichtung zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften.z.B. einen in der Drehgestellmitte M auf dem Querträger 5 angeordneten Drehzapfen oder eine Tiefzugvorrichtung, mit dem Drehgestellrahmen 4 verbunden ist.

    [0011] Die Achslager 7 sind je mit einem gegen die Quermittel­ebene Q des Drehgestells weisenden Schwenkarm l2 am Drehgestellrahmen 4 um einen querliegend angeordneten Zapfen l3 schwenkbar angelenkt. Die Zapfen l3 sind je von einem Zwischenstück l4 aus einem gummielastischen Material, z.B. einem solchen auf der Basis von Silikonkautschuk, umgeben, durch welches der betreffende Schwenkarm l2 auf dem Zapfen l3 raumbeweglich und in Drehgestell-Längs-­und Querrichtung nachgiebig auf dem Zapfen l3 gelagert ist. Entsprechend werden über die Achslager 7 keine Zug-­und Bremskräfte, sondern lediglich relativ geringe, aus der elastischen Querabstützung am Zapfen l3 resultierende Querkräfte auf den Drehgestellrahmen 4 übertragen.

    [0012] Die Antriebsmotoren 3 sind je mit einem Gehäuse l6 ver­sehen, welches über zwei an ihm ausgebildete Lager l7 auf der Achse 8 des betreffenden Radsatzes l bzw. 2 abge­stützt ist. Auf jeder Achse 8 ist ein Zahnrad l8 ange­ ordnet, welches mit einem Ritzel 20 des betreffenden Antriebsmotors 3 in Eingriff ist. Entsprechend der Darstellung nach Fig. 2 können die Zahnräder l8 und 20 über eine Schrägverzahnung zusammenwirken, und die Achsen 8 können in den Lagern l7 sowie im Zahnrad l8 axial verschiebbar angeordnet sein. Die Gehäuse l6 der Antriebsmotoren 3 sind ferner je an einem in der Längs­mittelebene L des Drehgestells angeordneten Hängependel 2l um eine querliegende Achse raumbeweglich schwenkbar angelenkt. Die Hängependel 2l sind ebenfalls raumbeweg­lich schwenkbar je an zwei, am Querträger 5 angeordneten Konsolen 22 angelenkt.

    [0013] Zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften sind zwischen dem Querträger 5 und jedem der Gehäuse l6 zwei vom Querträger 5 gegen das betreffende Gehäuse hin konver­gierend angeordnete Lenker 23 und 24 vorgesehen, welche am Querträger 5 und am Gehäuse l6 je um einen vertikalen Zapfen schwenkbar angelenkt sind. Entsprechend der Darstellung nach Fig. 2 sind die Lenker 23 und 24 zur Längsmittelebene L symmetrisch angeordnet, wobei sich die verlängert gedachten Längsachsen jedes Lenkerpaares 23, 24 in einem ideellen Schnittpunkt S schneiden, der im wesentlichen auf der Mittellinie der beteffenden Radsatzachse 8 liegt. An den Anlenkstellen der Hänge­pendel 2l sowie gegebenenfalls der Lenker 23 und 24 an den Antriebsmotoren 3 und dem Querträger 5 können die gelenkig verbundenen Teile sphärische Lagerflächen auf­weisen und/oder über nachgiebige Lagerteile, etwa ent­sprechend den Zwischenstücken l4, raumbeweglich zusammen­wirken.

    [0014] Die Anlenkstellen (Zapfen l3) der die Achslager 7 führen­ den Schwenkarme l2 und die Lenker 23, 24 sind im wesent­lichen auf der Höhe der Achsmitten der Radsätze l und 2 angeordnet. Durch die Schnittpunkte S ist je eine ideelle vertikale Drehachse (Hochachse) bestimmt, um welche die aus dem jeweiligen Radsatz l bzw. 2 und dem betreffenden Antriebsmotor 3 bestehende Baueinheit beim Durchfahren einer Kurve relativ zum Drehgestellrahmen 4 verschwenkbar ist. Die Achslager 7 können auf den Achsen 8 axial fest­stehend angeordnet und durch die Federn 6 sowie durch die nachgiebige Anlenkung an den Zapfen l3 in Längs- und Querrichtung des Drehgestells sowie in vertikaler Rich­tung beweglich gehalten sein. Bei anderen Ausführungs­formen können entsprechende, in Längsrichtung bewegliche Achslager 7 am Drehgestellrahmen 4 in Querrichtung fest­stehend gehalten und auf den Achsen 8 axial verschiebbar angeordnet sein. Bei der in Fig. 2 dargestellten Anordnung mit durch die Radsatzachsen 8 verlaufenden ideellen Hoch­achsen ergeben sich besonders geringe axiale Relativbe­wegungen zwischen den zusammenwirkenden Teilen, so dass minimale Spiele B und C zwischen dem Antriebsmotor 3 und den Zahnrädern l8, 20 bzw. dem einen Rad des betreffenden Radsatzes l, 2 und ein entsprechend geringes Spiel D zwischen den Zahnrädern l8, 20 und dem anderen Rad des Radsatzes l bzw. 2 erforderlich sind.

    [0015] Entsprechend der Darstellung nach Fig. 3 können die Achsen 8 der Radsätze l und 2 je in den Lagern l7 des Gehäuses l6 axial feststehend angeordnet sein. Dabei sind die Radsätze l und 2 unter der Wirkung von Querkräften, wie sie in Kurven auftreten - je nach Art einer "Bisselachse" um die durch den Schnittpunkt S verlaufende Hochachse verschwenkbar. Innerhalb der durch die Ausbildung der Federn 6 und der Anlenkstellen (Zapfen l3) der die Achslager 7 führenden Schwenkarme l2 gegebenen kon­struktiven Grenzen können die Schnittpunkte S der ver­längert gedachten Längsachsen der Lenker 23 und 24 je in einem beliebig wählbaren Abstand A von der Mittel­linie der betreffenden Radsatzachse 8 angeordnet sein.

    [0016] Bei der Ausführung nach den Fig. 4 und 5 sind die Gehäuse l6 der Antriebsmotoren 3 mit dem Querträger 5 je über zwei konvergierende Lenker 23′ und 24′ gekoppelt, welche je in Form einer durch im wesentlichen vertikal wirkende Gewichts- und Stützkräfte belastbaren Konsole l9 ausge­bildet sind. Die Konsolen l9 weisen je eine am Querträger 5 scharnierartig anlenkbare Endpartie auf, während die andere Endpartie mit dem Gehäuse l6 raumbeweglich ver­bunden ist. Ebenso können die scharnierartige Anlenkung am Gehäuse l6 und die raumbewegliche Anlenkung am Dreh­gestellrahmen 4 vorgesehen sein.Auch die Anlenkstellen der Konsolen l9 können nachgiebig angeordnete Lagerteile enthalten. Gemäss Fig. 5 können die Abstände A der Schnittpunkte S von den Mittellinien der Achsen 8 je etwa den Abständen zwischen der betreffenden Achse 8 und den Zapfen l3 ent­sprechen. Die durch die Schnittpunkte S bestimmten ideellen Hochachsen liegen daher je in einer Querebene E, die parallel zur betreffenden Achse 8 durch die die Querabstützung der Achslager 7 bildenden Anlenkstellen (Zapfen l3) der Schwenkarme l2 verläuft. Bei dieser Aus­führung werden, insbesondere im Zusammenhang mit schräg­verzahnten Zahnrädern 28 und mit in Fahrzeug-Längsrichtung relativ zum Drehgestellrahmen 4 beweglich geführten Achs­lagern 7, durch Zahnkräfte der Schrägverzahnung bedingte Gierbewegung der Radsätze l und 2 um die durch die Schnitt­punkte S verlaufenden ideellen Hochachsen vermieden. Die beiden Radsätze l und 2 können ferner durch eine Quer­kupplung 25 in Querrichtung beweglich gekuppelt sein. Die Querkupplung 25 enthält zwei an den einander zugekehrten Seiten der Gehäuse l6 der Antriebsmotoren 3 angebrachte, je gegen die Quermittel­ebene Q des Drehgestells weisende Arme 26 und einen Querlenker 27, der an beiden Enden je an einem der Arme 26 angelenkt ist. Durch die Querkupplung 25 sind die beiden Radsätze l und 2 so gekuppelt, dass beim Durchfahren einer Kurve eine Drehbewegung des einen Radsatzes l oder 2 um seine durch den Schnittpunkt S bestimmte Hochachse eine entsprechende, gegenläufige Drehbewegung des anderen Radsatzes 2 bzw. l um dessen Hochachse hervorruft. Da­durch kann in an sich bekannter Weise eine annähernd radiale Einstellung der beiden Achsen 8 der Radsätze l und 2 bezüglich der zu durchfahrenden Kurve erzielt werden.

    [0017] Der Querlenker 27 kann einteilig ausgebildet sein oder, wie in Fig. 5 dargestellt, in an sich bekannter Weise zwei Teile 27a und 27b enthalten, die durch ein Feder­element 28 in Querrichtung nachgiebig miteinander ver­bunden sind. In Verbindung mit einem starren, einteilig ausgebildeten Querlenker kann auch einer der Arme 26 oder die Verbindung zwischen einem der Arme 26 und dem betreffenden Querlenker entsprechend elastisch ausgebil­det sein, wodurch beim Durchfahren von Kurven ent­sprechende Ausgleichsbewegungen der durch die Querkupplung gekuppelten Radsätze l und 2 ermöglicht werden. Auch an den Anlenkstellen des Querlenkers 27 können, ähnlich wie bei den Händependeln 2l, den Lenkern 23, 24, 23′, 24′ und den Schwenkarmen l2 Mittel vorgesehen sein, die eine raumbewegliche Verbindung der zusammenwirkenden Teile gewährleisten.

    [0018] Wie aus den Fig. 6 und 7 hervorgeht, können die Lenker 23 und 24 auch an den stirnseitigen Trägern 4a des Drehge­stellrahmens 4 und an den diesen Trägern 4a zugekehrten Gehäusepartien l6a der Antriebsmotoren 3 angelenkt sein. Entsprechend der dargestellten Ausführung können die Gehäusepartien l6a jeweils die Lager l7 des betreffenden Gehäuses l6 verbinden.

    [0019] Gemäss Fig. 8 können anstelle von direkt auf den Radsatz­achsen abgestützten Antriebsmotoren auch andere An­triebseinrichtungen, z.B. zwei Getriebe 3l und 32, vorge­sehen sein, die mit einem am Fahrzeugkasten angeordneten, nicht dargestellten Antriebsmotor gekoppelt sein können. Die Getriebe 3l und 32 sind je in einem Gehäuse 33 bzw. 34 angeordnet, das an den Konsolen 22 des Querträgers 5 über ein, in dieser Darstellung nicht sichtbares Hängependel aufgehängt, auf der Achse 8 des betreffenden Radsatzes l bzw. 2 über die axial verschiebbaren Lager l7 abgestützt und je über die in Längsrichtung konvergierenden Lenker 23 und 24 mit dem Drehgestellrahmen 4 in Drehgestell-Längs­richtung kraftschlüssig gekoppelt ist.

    [0020] Die beiden Getriebe 3l und 32 enthalten je ein auf der Achse 8 befestigtes Zahnrad l8′ und ein damit kämmen­des Ritzel 20′, welches mit einem Kegelrad 35 auf einer im Gehäuse 33 bzw. 34 gelagerten gemeinsamen Welle 36 befestigt ist. Die Verzahnungen des Zahnrades l8′ und des Ritzels 20′ sind so ausgebildet, dass sie axiale Relativbewegungen dieser Teile zulassen. Die Kegelräder 35 sind je mit einem Kegelrad 37 bzw. 37a in Eingriff, das auf einer im Gehäuse 33 bzw. 34 gelagerten Welle 38 bzw. 38a angeordnet ist. Das Getriebe 3l enthält ferner ein Umkehrgetriebe mit einem auf der Welle 38 ange­ordneten Zahnrad 40 und einem auf einer Welle 42 ange­ordneten Zahnrad 4l. Die Welle 42 ist durch eine Kardan­welle 43 mit der Welle 38a des Getriebes 32 gekuppelt. Die Welle 38 ist - gegebenfalls über eine nicht darge­stellte weitere Kardanwelle - mit der Welle des nicht dargestellten Antriebsmotors gekuppelt, von dem aus beide Radsätze l und 2 angetrieben werden.

    [0021] Anstelle von Hängependeln können auch andere Ein­richtungen, z.B. in Längs- und Querrichtung nach­giebige Gummi/Metall-Verbundelemente, zur Gewichts­abstützung und als Drehmomentstütze der Antriebs­einrichtung vorgesehen sein.


    Ansprüche

    1. Triebdrehgestell für ein Schienenfahrzeug, mit einem Drehgestellrahmen (4) und mindestens zwei je mit einer Antriebseinrichtung (3; 3l, 32) gekoppelten Radsätzen (l und 2), auf denen der Drehgestellrahmen (4) über zu­mindest in Drehgestell-Längsrichtung beweglich geführte Achslager (7) gefedert abgestützt ist, wobei die Antriebs­einrichtungen (3; 3l, 32) je mit einem Gehäuse (l6; 33, 34) versehen sind, das auf dem betreffenden Radsatz (l bzw. 2) abgestützt und über eine zur Uebertragung von Zug- und Bremskräften geeignete Anlenkeinrichtung mit dem Drehge­stellrahmen um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenk­bar verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkeinrichtungen je mindestens zwei vom Drehgestellrahmen (4) im wesentlichen in Drehgestell-­Längsrichtung gegen den betreffenden Radsatz (l bzw. 2) hin konvergierend angeordnete Lenker (23, 24; 23′ 24′) ent­halten, die einerseits je an einem Tragteil (4a, 5) des Drehgestellrahmens (4) und anderseits je am betreffenden Gehäuse (l6; 33, 34) der Antriebseinrichtung (3; 3l, 32) angelenkt sind, wobei sich die verlängert gedachten Längs­achsen jedes dem gleichen Gehäuse (l6; 33, 34) zugeord­neten Lenkerpaares, in der Draufsicht gesehen, im wesent­lichen in einem Schnittpunkt (S) schneiden, der im Anord­nungsbereich des Radsatzes (l, 2) und des Gehäuses (l6; 3l, 32) liegt.
     
    2. Triebdrehgestell nach Anspruch l, dadurch gekennzeich­net, dass der Schnittpunkt (S) der Längsachsen der kon­vergierenden Lenker (23, 24; 23′, 24′) im wesentlichen in der Längsmittelebene (L) des Drehgestellrahmens (4) liegt.
     
    3. Triebdrehgestell nach Anspruch l oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, dass die konvergierenden Lenker (23′, 24′) als durch vertikale Kräfte belastbare Konsolen (l9) aus­gebildet sind, die je mindestens eine am Drehgestellrah­men (4) - oder am Gehäuse (l6) der Antriebseinrichtung (3) - scharnierartig anlenkbare Endpartie aufweisen.
     
    4. Triebdrehgestell nach einem der vorangehenden Ansprü­che, dadurch gekennzeichnet, dass die Achslager (7) je über einen Führungsteil (Schwenkarm l2) an einer gegen­über der Achse (8) des zugehörigen Radsatzes (l, 2) in Drehgestell-Längsrichtung versetzten Anlenkstelle (Zapfen l3) mit dem Drehgestellrahmen (4) beweglich gekoppelt sind, und dass der Schnittpunkt (S) der Längsachsen der konvergierenden Lenker (23, 24; 23′, 24′) in einem Abschnitt des Anord­nungsbereiches des Radsatzes (l, 2) und des Gehäuses (l6; 33, 34) liegt, der im wesentlichen durch die Achse (8) des Radsatzes (l, 2) und eine durch die Anlenkstellen (Zapfen l3) der Führungsteile (Schwenkarme l2) verlaufende, ge­dachte Querebene (E) begrenzt ist.
     
    5. Triebdrehgestell nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die konvergierenden Lenker (23, 24) im wesentlichen auf der Höhe der Achse (8) des Radsatzes (l, 2) angeordnet sind.
     
    6. Triebdrehgestell nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuse (l6) der Antriebs­einrichtungen (3) miteinander durch eine Querkupplungs­einrichtung (25) verbunden sind, welche bei einer Verstel­lung des einen Gehäuses (l6) um eine durch den Schnitt­punkt (S) der Längsachsen der konvergierenden Lenker (23′, 24′) verlaufende ideelle Hochachse eine entsprechende Ver­stellung des anderen Gehäuses (l6) um dessen zugehörige Hochachse in entgegengesetztem Drehsinn bewirkt.
     
    7. Triebdrehgestell nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­net, dass die Querkupplungseinrichtung (25) einen zwischen den gekuppelten Gehäusen (l6) der Antriebseinrichtungen (3) angeordneten Querlenker (27) enthält, dessen beide Enden je an einem am betreffenden Gehäuse (l6) vorgesehenen Mitneh­merteil (26) angelenkt sind.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht