[0001] Reinigungsmittel für das maschinelle Geschirrspülen, insbesondere in Haushalten,
enthalten bekanntlich als reinigungswirksame Hauptbestandteile Alkaliphosphate, Alkalisilikate
sowie geringe Mengen Alkalicarbonate und/oder Alkalisulfate. Außerdem sind meist noch
kleine Mengen aktivchlorabspaltender Verbindungen enthalten, die speziell auf bleichbare
Anschmutzungen, wie z.B. Tee, Kaffee oder Obst- und Gemüsesäfte wirken. Auf diese
bisher wichtigsten aller Wirkstoffe kann bis auf weiteres kaum verzichtet werden.
[0002] Wünschenswert sind aber auch noch Zusätze weiterer Wirkstoffe wie insbesondere
a) nicht- beziehungsweise schwachschäumende nichtionische Tenside, die zur besseren
Benetzung der zu reinigenden Oberflächen führen und dadurch einen verbesserten Zutritt
der reinigungswirksamen Hauptbestandteile an diese ermöglichen,
b) schauminhibierende Verbindungen, die in der Lage sind, den durch Speisereste in
der Haushaltgeschirrspülmaschine hervorgerufenen Nahrungsmittelschaum zu beseitigen,
der die Maschinenmechanik beeinträchtigen und den weiteren Reinigungsmittelzutritt
zu den Geschirroberflächen erschweren kann, oder gegebenenfalls auch
c) reinigungsverstärkende Zusatzstoffe auf Basis von organischen Verbindungen, die
gezielt bei der Verwendung moderner Haushaltgeschirrspülmaschinen (HGSM) mit herabgesetzter
Temperatur im Reinigungsprogramm Einsatz finden.
[0003] Theoretisch wäre die Kombination aller unter a) bis c) genannten Wirkstoffe in einem
einzigen Geschirrspülmittel möglich, doch sind aus anwendungstechnischer Sicht gewisse
Auswahlkriterien notwendig, weil aktivchlorabspaltende Verbindungen und die Wirkstoffe
a) bis c) schon bei der Lagerung aufeinander einwirken und nicht alle miteinander
verträglich sind. So führt z.B. eine Kombination mit a) auch bei dessen gezielter
aktivchlorstabiler Auswahl immer wieder sowohl zu einem verstärkten Abbau des Aktivchlorgehaltes
als auch zu einer Zersetzung des Tensids. Das macht sich mit zunehmender Lagerzeit
unter anderem durch verstärkte Schaumbildung bei der Anwendung der Geschirrspülmittel
bemerkbar. Diese verstärkte Schaumbildung führt zwar nicht zwangsläufig zur Unbrauchbarkeit
des Reinigungsmittels, jedoch wird durch den Schaum in der Reinigungsflotte die Einspülbarkeit
des Mittels aus dem Dosiergerät der HGSM erheblich verzögert, wodurch es zu Leistungseinbußen
des Mittels kommt. Speziell bei Maschinen mit niedrigem Flottenstand, kann von der
Reinigerumwälzpumpe durch verstärkte Schaumbildung Luft angesaugt werden, wodurch
der Pumpendruck abfällt und somit die Reinigungsleistung gemindert wird. Die Kombination
mit b) führt ebenfalls zu einem verstärkten Aktivchlorabbau unter gleichzeitigem Verlust
der schauminhibierenden Wirkung, wobei der Zusatznutzen der schauminhibierenden
Verbindungen durch die Gegenwart von aktivchlorabspaltenden Verbindungen fast aufgehoben
wird. Schließlich führt auch die Kombination mit c) zur gegenseitigen Beeinflussung
und Aufhebung der Einzelwirkungen. Das hat immer wieder zur Suche nach einer Lösung
dieses Problems geführt. Dabei sind die unterschiedlichsten Wege beschritten und
beschrieben worden.
[0004] Aufgabe der Erfindung war es daher, einen neuen Weg aufzuzeigen, der es ermöglicht,
zumindest die erwähnten Zusatzwirkstoffe gegenüber den aktivchlorabspaltenden Verbindungen
zu stabilisieren. Aus der deutschen Auslegeschrift 16 17 088 ist bekannt, daß der
Zusatz von weißem Paraffinöl zu trockenen Mischungen aus Alkaliphosphaten und -silikaten,
nichtionischen Tensiden und Aktivchlorträgern eine Verbesserung der Lagerstabilität
der Reinigungsmittel bewirkt, was insbesondere durch gute, d.h. niedrige Schaumwerte
dokumentiert wird.
[0005] Nach der Lehre der europäischen Patentschrift 54094 wird ein entsprechendes Ergebnis
dadurch erzielt, daß der Aktivchlorträger in körniger Form, überzogen mit einer dünnen
hydrophoben Schicht eines Diesters der Phthalsäure oder der Adipinsäure mit einem
C
4-18-Alkanol, eingesetzt wird.
[0006] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß der Zusatz geringer Mengen an bestimmten
Polysacchariden zu den pulverförmigen Bestandteilen von aktivchlorhaltigen, maschinell
anwendbaren Geschirreinigungsmitteln eine unerwartet gute Schutzfunktion für aktivchlorinstabile
Verbindungen bewirkt.
[0007] Die Erfindung betrifft daher pulverförmige, aktivchlorhaltige, maschinell anwendbare
Geschirreinigungsmittel auf Basis von Alkalitriphosphaten, Alkalimetasilikaten und/oder
Alkalicarbonaten und/oder Alkalisulfaten, schwachschäumenden nichtionischen Tensiden
und gegebenenfalls weiteren aktivchlorempfindlichen Verbindungen, die dadurch gekennzeichnet
sind, daß sie einen Zusatz an 0,005 bis 0,5, vorzugsweise 0,01 bis 0,15 Gewichtsprozent,
bezogen auf das gesamte Reinigungsmittel, an Polysacchariden enthalten.
[0008] Als Polysaccharide können solche mit Molgewichten von 100 000 bis 10 000 000 wie
Alginate und vorzugsweise Xanthangummi verwen det werden. Die Zusatzmenge liegt damit
an der unteren Grenze oder weit unter den Mengen, die üblicherweise beim bekannten
Zusatz dieser Substanzen als Verdickungsmittel für flüssige oder zu verflüssigende
aktivchlorfreie Reinigungsmittel verwendet werden (z.B. US-PS 4 260 528, US-PS 4 226
736,WO 83/3621, DE-OS 33 01 577). Der Zusatz erfolgt durch gemeinsames trockenes Mischen
der pulverförmigen Reinigungsmittelbestandteile in dafür bekannten Vorrichtungen.
[0009] Unter "Xanthangummi" wird hier in Anlehnung an Römpps Chemie-Lexikon, 7. Auflage
(1973), Seiten 1355 und 1356 und Kirk-Othmer "Encyclopedia of Chemical Technology",
3. Auflage (1980), Band 12, Seiten 62 bis 64 ein Produkt verstanden, das unter der
angelsächsischen Bezeichnung "Xanthan Gum" bekannt ist.
[0010] Xanthangummi ist ein hochmolekulares Polysaccharid, d.h. ein exozelluläres Heteropolysaccharid
mit einem Molgewicht von etwa 2 000 000 bis 10 000 000 und höher, das von verschiedenen
Xanthomonasarten, zum Beispiel Xanthomonas campestris, produziert wird. Es sind hydrophile
Kolloide. Zahlreiche Veröffentlichungen befassen sich mit ihrer Herstellung durch
die aerobe Vermehrung und Züchtung von Bakterien der Gattung Xanthomonas in wäßrigen
Nährmedien. Die grundlegenden Arbeiten sind in der US-PS 3 000 790 beschrieben.
[0011] Derartige Produkte sind handelsüblich und werden beispielsweise von der Firma Kelco
Comp. Oklahoma/USA unter dem Namen Kelzan ® vertrieben und in Kelco "Xanthan Gum",
2. Auflage (1975) beschrieben.
[0012] Auch Alginate, vorzugsweise die Natriumsalze der Alginsäure mit Molgewichten von
etwa 100 000 bis 240 000, werden u.a. von der Firma Kelco Comp. unter der Bezeichnung
Kelco-gel® vertrieben.
[0013] Die Schonung der organischen Zusatzstoffe vor dem Angriff von Aktivchlorverbindungen
in alkalisch reagierenden Reinigungsmitteln ist umso überraschender, als für Kelzan
® bekannt ist, daß das Polysaccharid zwar mit nichtionischen Tensiden sehr gut verträglich
ist, aber von stark oxidierend wirkenden Verbindungen wie Perverbindungen oder Hypochloriten
abgebaut wird.
[0014] Als Alkalitriphosphate werden die Alkalisalze des Pentaalkalitriphosphats, insbesondere
Pentanatriumtriphosphat, wasserfrei oder als Hexahydrat und beliebige Mischungen der
beiden Formen in Mengen von 5 bis 60, vorzugsweise 10 bis 55 Gewichtsprozent, bezogen
auf das Gesamtgemisch des Reinigungsmittels, eingesetzt. Die Alkalimetasilikate,
deren Einsatz erforderlich ist, um den Reinigungsmitteln den für die Reinigungswirkung
notwendigen alkalischen pH-Wert von 11 bis 14 zu vermitteln und außerdem die Korrosionswirkung
der Triphosphate zu unterdrücken, werden üblicherweise als Na₂O : SiO₂ = 1 : 1 -Verbindungen,
sowohl als wasserfreies Natriummetasilikat als auch hydratwasserhaltig, eingesetzt.
Ihr Anteil am Gesamtgemisch des Reinigungsmittels beträgt 10 bis 60, vorzugsweise
15 bis 50 Gewichtsprozent, bezogen auf die wasserfreien Verbindungen.
[0015] Als zusätzliche Alkalispender werden meist noch geringe Mengen an Alkalicarbonaten
zugesetzt. Die Einsatzmenge beträgt 0 bis 15, vorzugsweise 1 bis 10 Gewichtsprozent.
Auch hierbei wird bevorzugt das Natriumsalz verwendet.
[0016] Zur Streckung der Rezeptur können auch noch geringe Mengen reinigungsinaktiver anorganischer
Salze wie Alkalisulfate, vorzugsweise Natriumsulfat, zugesetzt werden. Es handelt
sich dabei dann um Mengen von 0 bis 15, vorzugsweise von 1 bis 10 Gewichtsprozent.
[0017] Die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel können in Kombination mit dem eingesetzten
Triphosphat auch noch andere anorganische Phosphataustauschstoffe enthalten. Zu den
bevorzugten anorganischen Phosphataustauschstoffen gehören die synthetisch hergestellten
wasserunlöslichen Zeolithe vom Typ NaA oder NaX, wie sie beispielsweise in den US-amerikanischen
Patentschriften 2 882 243 und 2 882 244 beschrieben sind. Sie werden in Mengen von
3 bis 50, vorzugsweise von 5 bis 35 Gewichtsprozent, bezogen auf das gesamte Reinigungsmittel,
eingesetzt. Neben ihrer reinigungsverstärkenden Wirkung zeigen die Zeolithe eine zusätzliche
korrosionsinhibierende Wirkung in bezug auf Dekorglasuren auf Porzellan oder Keramik,
die über die der bekannten Tripolyphosphat/Metasilikat-Mischungen hinausgeht.
[0018] Diese Zeolithe können gegebenenfalls auch in Form von lagerstabilen, gut fließfähigen
wäßrigen Suspensionen mit möglichst hohem Zeolithgehalt weiterverarbeitet, d.h. in
Reinigungsmittelrezepturen eingearbeitet werden. Dabei ist es vorteilhaft, den Suspensionen
zur Optimierung ihrer Lager- und Transportstabilität sogenannte Stabilisatoren zuzusetzen.
Hierzu ist unter anderem gemäß der DE-OS 34 08 040 ein Zusatz von 0,01 bis 0,25 Gewichtsprozent,
bezogen auf die gesamte zu stabilisierende wäßrige Zeolith-Suspension an Xanthangummi
vorgeschlagen worden. Wenn auch diese Xanthangummimengen im Rahmen der hier erfindungsgemäß
verwendeten Mengen liegen, so war aus diesem Stand der Technik jedoch nicht die Lehre
herzuleiten, daß Xanthangummizusätze, insbesondere auch bei zeolithfreien Reinigungsmittelzusammensetzungen,
zum Schutz organischer Verbindungen vor dem Angriff von aktivchlorabspaltenden Verbindungen
zu dienen geeignet sind.
[0019] Zu den aktivchlorabspaltenden Verbindungen gehören die Chlorderivate der Isocyanursäure,
vorzugsweise die Trichlorisocyanursäure und das Natrium-dichlorisocyanurat und dessen
Dihydrat. Ihre Zusatzmengen betragen 0,2 bis 5, vorzugsweise 0,2 bis 2,5 Gewichtsprozent.
[0020] Für die Herstellung der erfindungsgemäßen Reinigungsmittel geeignete bekannte schwachschäumende
nichtionische Tenside a) sind Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid an Alkylphenole
und vorzugsweise Fettalkohole auf Basis von Kokosöl oder Talgfett, d.h. mit einer
Alkylkettenlänge von 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und deren analoge, auf petrochemischem
Wege gewonnene Verbindungen, die vorzugsweise mit Ethylenoxid sowie gegebenenfalls
auch zusätzlich mit Propylenoxid umgesetzt worden sind. Sie werden in Mengen von 0,2
bis 3, vorzugsweise von 0,2 bis 2,0 Gewichtsprozent eingesetzt.
[0021] Als gegebenenfalls zuzusetzende schauminhibierende Verbindungen b) kommen die in
der deutschen Offenlegungsschrift 34 00 003 genannten paraffinhaltigen Entschäumungskompositionen
in Betracht. Hierbei handelt es sich um physikalische Mischungen aus pyrogener hydrophobierter
Kieselsäure und bei Raumtemperatur festen Paraffinwachsen oder Paraffinwachsgemischen
als Dispersion in flüssigen oder Komposition auf festen Trägermaterialien. Ihre Konzentration
beträgt 0 bis 5, vorzugsweise 0,05 bis 5 und insbesondere 0,5 bis 5 Gewichtsprozent.
[0022] Als reinigungsverstärkende Zusätze c), die gegebenenfalls auch zugesetzt werden können,
eignen sich die in den deutschen Offenlegungsschriften 34 28 833, 34 28 834 und 34
28 848 genannten Verbindungen vom Typ der end- oder innenständigen Epoxyalkane, die
mit Mono- oder Diethanolamin umgesetzt und gegebenenfalls noch ethoxyliert beziehungsweise
propoxyliert wurden, der primären, gerad- oder verzweigtkettigen C₈-C₁₀- Alkanole,
die gegebenenfalls noch propoxyliert sein können oder primäre C₈-C₁₈-Alkylamine, die
gegebenenfalls alkoxyliert oder quaterniert sein können. Ihre Menge macht dann 0,1
bis 10, vorzugsweise 0,2 bis 5 Gewichtsprozent aus.
[0023] Alle Gewichtsangaben beziehen sich auf 100 % Gesamtgewicht der erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel.
Beispiele
[0024] Folgende Rezeptur wurde allen Beispielen als Grundrezeptur zugrunde gelegt:
38 Gew.-% Pentanatriumtriphosphat, wasserfrei
45 Gew.-% Natriummetasilikat, wasserfrei
7 Gew.-% Natriumcarbonat, wasserfrei
Rest Wasser
[0025] Die Rohstoffe wurden gemeinsam mit Wasser in einem Lödige-Mischer vermischt bis
ein homogenes Agglomerat gebildet war, das im Anschluß daran in einem Luftstrom von
80 °C bis zu dem angegebenen Wasser- gleich Restfeuchtegehalt getrocknet wurde. Prinzipiell
ist diese Rezeptur auch durch gekörnte, gegebenenfalls wasserhaltige Rohstoffe aufmischbar.
[0026] Die flüssigen Bestandteile wurden auf diese Grundrezeptur in bekannter Weise aufgedüst.
Die Zugabe des pulverförmigen Polysaccharids erfolgte vor der Zugabe des pulverförmigen
oder granulierten Aktivchlorträgers.
Beispiel 1
[0027] Um die Aktivchlorstabilität einer Xanthangummi-haltigen Rezeptur im Vergleich zu
einer davon freien Rezeptur zu testen, wurden folgende Reinigungsmittelmischungen
gelagert:
Rezeptur a
[0028] 99 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% Trichlorisocyanursäure
Rezeptur b
[0029] 98,9 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% Trichlorisocyanursäure
0,1 Gew.-% Xanthangummi Kelzan ®
[0030] Die Lagerung erfolgte unter verschiedenen klimatischen Bedingungen: 40 °C im Trockenschrank,
im Klimaschrank bei 40 °C/80 % relative Feuchtigkeit und im Laborklima, d.h. bei 65
% Luftfeuchtigkeit und 22 °C. Die Aktivchlorgehalte wurden jodometrisch bestimmt.
Folgende Aktivchlorverluste wurden nach 24-wöchiger Lagerung ermittelt:

[0031] Das Beispiel zeigt, daß für die polysaccharid-haltige Rezeptur b) tendenziell vergleichbare
Aktivchlorverluste wie für die davon freie Variante a) erhalten werden. Daß diese
bekannten Verluste etwas erhöht sind, war auf Grund der Oxidationsempfindlichkeit
von Kelzan ® zu erwarten.
Beispiel 2
[0032] Dieses Beispiel zeigt am Schaumverhalten der Reinigungsmittelrezepturen, daß bei
gleichzeitiger Anwesenheit eines Aktivchlor trägers und eines nichtionischen Tensids
letzteres in Gegenwart eines Polysaccharids deutlich weniger zerstört wird.
[0033] Folgende Reinigungsmittelrezepturen wurden nach oben angeführtem Schema aufgemischt:
Rezeptur a
[0034] 99 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% Umsetzungsprodukt von 1 Mol C
12-18-Fettalkohol mit 5 Mol Ethylenoxid
Rezeptur b
[0035] 98 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% Tensid (wie Rezeptur a)
1 Gew.-% Trichlorisocyanursäure
Rezeptur c
[0036] 97,9 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% Tensid (wie Rezeptur a)
1 Gew.-% Trichlorisocyanursäure
0,1 Gew.-% Xanthangummi Kelzan ®
[0037] Diese Reinigungsmittelzusammensetzungen wurden ebenfalls unter den in Beispiel 1
angegebenen verschiedenen klimatischen Bedingungen gelagert. Während der Lagerung
der Reinigungsmittel reagierte das Tensid mit dem Aktivchlorträger, was daran zu
erkennen war, daß die Reaktionsprodukte beziehungsweise deren Zwischenprodukte zu
relativ starker Schaumbildung des Mittels führte. Das aber ist bei der maschinellen
Reinigung sehr unerwünscht, weil daraus ein Druckabfall an der Reinigungsmittelumwälzpumpe
resultiert, was gleichbedeutend ist mit einer verringerten mechanischen Wirkung der
Maschine.
[0038] Während der Lagerung der Reinigungsmittel wurde in gewissen Abständen ihr Schaumverhalten
sowie ihr Aktivchlorgehalt überprüft. Hierzu wurde eine Miele-HGSM benutzt. Die Ergebnisse
sind den nachfolgenden Tabellen 2 und 3 zu entnehmen.

[0039] Die in der Tabelle 2 angegebenen Werte für das Schaumverhalten sind Relativwerte,
bezogen auf das Druckverhalten der HGSM beim aktivchlorfreien Reiniger 2 b (= 100
%). Im Schaumverhalten verhielt sich das Xanthangummi-haltige Reinigungsmittel deutlich
günstiger als der Xanthangummi-freie. Teilweise waren die Werte fast so günstig, wie
bei der aktivchlorfreien Rezeptur 2 a.

[0040] Die Werte in Tabelle 3 zeigen eindeutig, daß für die Xanthangummi-haltige Rezeptur
wiederum kein erhöhter Aktivchlorverlust erhalten wurde.
Beispiel 3
[0041] Um zu zeigen, daß die Herabsetzung der Schaumbildung durch ein Polysaccharid nicht
tensidspezifisch ist, wurden die Versuche auf weitere reinigungsmittelübliche Tenside
ausgedehnt, nämlich auf das Umsetzungsprodukt von 1 Mol C
12-18-Alkohol mit 2 Mol Ethylenoxid und 4 Mol Propylenoxid und 1 Mol Nonylphenol mit 3
Mol Ethylenoxid.
[0042] Von diesen beiden Tensiden ist bekannt, daß sie im Rahmen von handelsüblichen HGSM-Reinigungsmitteln
in Gegenwart von Aktivchlorverbindungen nach der Lagerung zu starker Schaumentwicklung
neigen. Gemäß Rezepturvariante 2 c wurden beide Tenside in eine Xanthangummi-haltige
Rezeptur eingearbeitet.
Rezeptur a
[0043] 97,9 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% Nonylphenolethoxylat
1 Gew.-% Trichlorisocyanursäure
0,1 Gew.-% Xanthangummi
Rezeptur b
[0044] 97,9 Gew.-% Grundrezeptur
1 Gew.-% C
12-18-Alkohol-ethoxy-propoxylat
1 Gew.-% Trichlorisocyanursäure
0,1 Gew.-% Xanthangummi
[0045] Nach 24 Wochen Lagerung wurde der Druckabfall an der Reinigerpumpe bei Ablauf eines
Reinigungsprogrammes gemessen. Die in der nachfolgenden Tabelle 4 wieder angegebenen
Werte für das Schaumverhalten sind Relativwerte, bezogen auf das Druckverhalten der
HGSM ohne Einsatz von Reinigungsmittel (Maximaldruck).

[0046] Die Ergebnisse in Tabelle 4 zeigen den gleichen Befund wie in Beispiel 2: Xanthangummi
wirkt tensidstabilisierend.
Beispiel 4:
[0047] Bei den bisherigen Versuchen wurde als Aktivchlorträger Trichlorisocyanursäure eingesetzt.
In diesem Beispiel soll gezeigt werden, daß bei Verwendung anderer Chlorträger ebenfalls
eine Stabilisierung des Tensides bei vergleichbarer Chlorstabilität erreicht wird.
Als Chlorträger wurden eingesetzt:
Na-dichlorisocyanurat
Na-dichlorisocyanurat-Dihydrat
Trichlorisocyanursäure
[0048] Mit diesen Chlorträgern wurden folgende Rezepturen hergestellt, die im Aktivchlor-Gehalt
alle gleich waren:
Rezeptur a
[0049] 97,6 % Grundrezeptur
1 % Tensid (in allen Beispielen wie wie Rezeptur 2 a)
1,4 % Na-dichlorisocyanurat
Rezeptur b
[0050] 97,5 % Grundrezeptur
1 % Tensid
1,4 % Natrium-dichlorisocyanurat
0,1 % Xanthangummi
Rezeptur c
[0051] 97,4 % Grundrezeptur
1 % Tensid
1,6 % Na-dichlorisocyanurat-Dihydrat
Rezeptur d
[0052] 97,3 % Grundrezeptur
1 % Tensid
1,6 % Na-dichlorisocyanurat-Dihydrat
0,1 % Xanthangummi
Rezeptur e
[0053] 98,0 % Grundrezeptur
1 % Tensid
1 % Trichlorisocyanursäure
Rezeptur f
[0054] 97,9 % Grundrezeptur
1 % Tensid
1 % Trichlorisocyanursäure
0,1 % Xanthangummi
[0055] Die Reinigungsmittel wurden 24 Wochen lang im Trockenschrank bei 40 °C und im Klimaschrank
bei 40 °C und 80 % r.F. gelagert. Nach Beendigung der Lagerung wurden der Aktivchlorgehalt
überprüft. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 5 zusammengefaßt.

[0056] Auch für diese Aktivchlorträger wurde bei den Xanthangummi-haltigen Varianten kein
erhöhter Aktivchlorverlust festgestellt.
[0057] Zusätzlich wurden nach der Lagerung das Schaumverhalten in der HGSM überprüft. Die
Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 6 zusammengefaßt.

[0058] Im direkten Paarvergleich wurde bei sonst gleicher Zusammensetzung ein günstigeres
Schaumverhalten bei den xanthangummi-haltigen (Kelzan ®) Rezepturen beobachtet.
Beispiel 5
[0059] Dieses Beispiel zeigt, daß durch ein Polysaccharid auch weitere Reinigungsmittelbestandteile,
die normalerweise vom Aktivchlorträger angegriffen werden, stabilisiert werden können.
Folgende Rezepturvarianten wurden hergestellt und unter verschiedenen Klimabedingungen
gelagert:
Rezeptur a
[0060] 98 % Grundrezeptur
1 % Trichlorisocyanursäure
1 % Entschäumer
Rezeptur b
[0061] 97,9 % Grundrezeptur
1 % Trichlorisocyanursäure
1 % Entschäumer
0,1 % Xanthangummi
[0062] Der Entschäumer war flüssig und bestand aus 95,0 Gewichtsteilen 2-n-Octyldecanol,
0,5 Gewichtsteilen Vaseline, 1,7 Gewichtsteilen Paraffinwachs mit einem Erstarrungspunkt
von 42 bis 44 °C, 2,2 Gewichtsteilen eines mikrokristallinen Wachses mit einem Erstarrungspunkt
von 85 bis 86 °C und 0,6 Gewichtsteilen hydrophobierter Kieselsäure, wie in der DE-OS
34 00 003 beschrieben.
[0063] Zur Überprüfung der Wirksamkeit des Entschäumers wurden im Reinigungsgang der HGSM
zur Reinigungsmittellösung 30 g Vollei hinzugesetzt; dadurch wurde in der Maschine
bei Umwälzung der Reinigungsmittelflotte ein stabiler Schaum erzeugt. Dieser Schaum
war so stabil, daß er sich schon nach geringer Umwälzzeit so stark aufgebaut hatte,
daß die Maschine überschäumte.
[0064] Durch den Zusatz des Entschäumers wurde die Schaumbildung zwar nicht vermieden, jedoch
wurde der Schaum so stark destabilisiert (instabil), daß während des gesamten Reinigungsganges
ein bestimmtes Schaumvolumen nicht überschritten wurde. Die Stabilität dieses Nahrungsmittelschaumes
ließ sich mit Hilfe von 2 Methoden messen:
a) die bereits beschriebene Messung des Pumpendruckes;
b) kurzes Öffnen der HGSM und visuelle Beobachtung des Schaumzerfalls:
Instabile Schäume zerfallen wenige Sekunden nach Beendigung der Umwälzung.
Stabile Schäume können bis in den Minutenbereich hinein existent bleiben.
[0065] Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 7 zusammengefaßt.

[0066] Aus Tabelle 7 ist ersichtlich, daß bei der Xanthangummi-haltigen Rezeptur während
einer Lagerzeit von 24 Wochen die destabilisierende Wirkung von Nahrungsmittelschaum
voll erhalten blieb, während bei der Xanthangummi-freien Rezeptur deutliche Leistungseinbußen
beobachtet wurden.
[0067] Ein erhöhter Aktivchlorverlust wurde nicht festgestellt.
1. Pulverförmige, aktivchlorhaltige, maschinell anwendbare Geschirreinigungsmittel
auf Basis von Alkalitriphosphaten, Alkalimetasilikaten und/oder Alkalicarbonaten und/oder
Alkalisulfaten, schwachschäumenden nichtionischen Tensiden und gegebenenfalls weiteren
aktivchlorempfindlichen Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Zusatz
von 0,005 bis 0,5 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,01 bis 0,2 Gewichtsprozent, bezogen
auf das gesamte Reinigungsmittel, an Polysacchariden enthalten.
2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Polysaccharid
Xanthangummi enthalten.
3. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
zusätzlich 0 bis 5, vorzugsweise 0,05 bis 5 und insbesondere 0,5 bis 5 Gewichtsprozent
an schauminhibierenden Verbindungen enthalten.
4. Reinigungsmittel nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie als
schauminhibierende Verbindung paraffinhaltige Kompositionen enthalten.
5. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie
zusätzlich 0,1 bis 10, vorzugsweise 0,2 bis 5 Gewichtsprozent an reinigungsverstärkenden
Verbindungen enthalten.