(19)
(11) EP 0 237 800 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1987  Patentblatt  1987/39

(21) Anmeldenummer: 87102118.4

(22) Anmeldetag:  14.02.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B21D 5/01, B30B 15/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB SE

(30) Priorität: 21.03.1986 DE 3609632

(71) Anmelder: Hakemann, Fritz
D-49424 Goldenstedt (DE)

(72) Erfinder:
  • Hakemann, Fritz
    D-49424 Goldenstedt (DE)

(74) Vertreter: Jabbusch, Wolfgang, Dr.Jur. Jabbusch, Wehser & Lauerwald Patentanwälte  
Koppelstrasse 3
D-26135 Oldenburg
D-26135 Oldenburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Abkantpresse zum Gesenkbiegen von insbesondere Blechen


    (57) Bei einer Abkantpresse zum Gesenkbiegen von insbesondere Ble­chen, mit einem als Widerlager dienenden, das Gesenk (12) tragenden Unterbalken und einem mit der Preßkraft beaufschlagbaren Hub­balken (1), an dem wenigstens ein in das Gesenk preßbares Biege­werkzeug (10), insbesondere ein Abkantschwert auswechselbar gehal­ten ist, hat Hubbalken in seinem Ansetzbereich für das Bie­gewerkzeug Auflager (8, 9). Das Biegewerkzeug hat die Auflager über­greifende Tragelemente (13, 14) und zwischen Hubbalken und Biegewerk­zeug ist wenigstens ein das an den Hubbalken angesetzte Biege­werkzeug vom Hubbalken abdrückendes Abdrückorgan (15) angeordnet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Abkantpresse zum Gesenkbiegen von insbesondere Blechen, mit einem als Widerlager dienenden, das Gesenk tragenden Unterbalken und einem mit der Preßkraft beauf­schlagbaren Hubbalken, an dem wenigstens ein in das Gesenk preßbares Biegewerkzeug insbesondere ein Abkantschwert auswech­selbar gehalten ist.

    [0002] Das Arbeiten mit einer Abkantpresse erfordert häufiges Umrü­sten, da für jeden Biegeschritt an einem herzustellenden Blech­bauteil praktisch die Anwendung eines jeweils passenden Ge­senks mit zugeordnetem passendem Abkantschwert notwendig ist. Abkantschwerter müssen zusätzlich noch in verschiedenen Längen zur Verfügung stehen, da die Länge einer Biegekante ein in der Länge entsprechendes Abkantschwert erfordert.

    [0003] Es ist bekannt, Abkantschwerter gleicher Bauart herzustellen, die unterschiedliche Längen aufweisen, wobei die Längenabmes­sungen in einem Rastermaß gehalten sind. Dadurch ist es mög­lich, Abkantschwerter in einem Satz am Hubbalken der Abkant­presse zusammenzufassen, so daß ein Biegewerkzeug der gewünsch­ten Länge gebildet ist.

    [0004] Die Umrüstarbeiten lassen sich selbstverständlich umgehen, wenn für jeden Biegevorgang bei der Fertigung eines Blechbau­teils eine entsprechend aufgerüstete Abkantpresse zur Verfü­gung steht, wobei das zu bearbeitende Werkstück von einer Ab­ kantpresse zur nächsten geführt wird, Ein solcher maschineller Aufwand ist jedoch nur bei der Blechbearbeitung mit äußerst ho­hen Stückzahlen sinnvoll.

    [0005] Es ist daher die Regel, insbesondere bei Herstellung geringer Stückzahlen, die Abkantpresse vor jedem Biegevorgang, der ein anderes Biegewerkzeug erfordert, entsprechend umzurüsten.

    [0006] Wesentlichen Anteil an den Umrüstarbeiten hat die Befestigung der Biegewerkzeuge an dem Hubbalken. Jeder Abschnitt, aus dem ein Abkantschwert zusammengesetzt wird, bis die geforderte Län­ge erreicht ist, muß mit entsprechenden Schraubverbindungen am Hubbalken festgesetzt werden. Da Abkantpressen Hubbalken mit einer Länge von mehreren Metern aufweisen können, auf die sich eine Vielzahl von der Befestigung der Biegewerkzeuge am Hubbal­ken dienenden Klemmplatten mit den entsprechenden Schraubver­bindungen verteilt, ist das Umrüsten einer Abkantpresse äußerst arbeitsintensiv. Die während des Einbaus und Herausneh­mens zu handhabenden Biegewerkzeuge können erhebliche Gewichte aufweisen und somit auch noch eine Gefahr für die mit der Umrü­stung beschäftigten Arbeitskräfte bilden. Insbesondere Abkant­schwerter sind scharfkantige Werkzeuge, so daß eine Verlet­zungsgefahr während des schwierigen Hantierens mit solchen ver­hältnismäßig schweren Biegwerkzeugen nicht ausgeschlossen ist.

    [0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Abkantpresse da­hingehend weiterzubilden, daß Umrüstarbeiten vereinfacht und sicherer sind.

    [0008] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst worden, daß der Hubbalken in seinem Ansetzbereich für das Biegewerkzeug Auflager hat, daß das Biegewerkzeug die Auflager übergreifende Tragelements hat und daß zwischen Hubbalken und Biegewerkzeug wenigstens ein das an dem Hubbalken angesetzte Biegewerkzeug vom Hubbalken abdrückendes Abdrückorgan angeordnet ist.

    [0009] Das Biegewerkzeug kann mit seinen Tragelementen auf die Aufla­ ger am Hubbalken einfach aufgelegt werden. Mit wenigen Hand­griffen ist somit das Biegewerkzeug am Hubbalken abgehängt. Durch das Abdrückorgan werden Auflager und Tragelemente ent­sprechend dem erreichbaren Druck des Abdrückorgans kräftig an­einandergepreßt, wodurch sich eine weitere Befestigung der Bie­gewerkzeuge mit Schrauben oder dergleichen erübrigt. Die Um­rüstarbeiten beschränken sich somit auf das Einhängen des Bie­gewerkzeuges und auf das Betätigen des Abdrückorgans. Danach ist die Abkantpresse umgerüstet und wieder einsatzbereit.

    [0010] Die Auflager können am Hubbalken beliebig ausgestaltet sein. Vorzugsweise ist jedes Auflager eine in den Hubbalken einge­formte Nut. Es können jedoch auch Taschen oder entsprechend vorstehende Teile als Auflager benutzt werden. Die Auflager können eingeformt sein. Es ist jedoch auch möglich aus Ein­zelteilen gebaute Auflager zu verwenden.

    [0011] Auch die Tragelemente können beliebig am Biegewerkzeug ange­ordnet sein. Vorzugsweise ist jedes Tragelement ein in die Nut mit Spiel eingreifender Vorsprung am Biegewerkzeug. Der Hubbal­ken hat zwei zueinander parallel verlaufende, zur selben Seite hin offene Nuten als Auflager, während das Biegewerkzeug zwei zueinander parallel verlaufende, zur selben Seite hin vorste­hende Rippen als Tragelemente aufweist. Dadurch ist das Einhän­gen der Tragelemente in die Auflager sehr einfach. Die Vor­sprünge und die Nuten lassen sich an den entsprechenden Bautei­len durch spanabhebende Bearbeitung ohne weiteres ausformen.

    [0012] Bei einer vorteilhaften Ausbildung der Abkantpresse ist vorge­sehen, daß die Auflager im unteren Bereich einer mit dem Hub­balken verbindbaren Kopfschiene angeordnet sind. Die Anordnung einer Kopfschiene an dem Hubbalken hat den Vorteil, daß be­reits in einem Fertigungsbetrieb aufgestellte Abkantpressen mit der erfindungsgemäß ausgestalteten Kopfschiene nachgerü­stet werden können, um auch bei solchen Abkantpressen die Vor­teile der leichten Umrüstbarkeit zu nutzen.

    [0013] Das Abdrückorgan kann bei einer einfachen Ausführung ein Ele­ment sein, welches Biegewerkzeug und Hubbalken auseinander­treibt, so daß sich Auflager und Tragelemente aneinanderpres­sen. Mit besonderem Vorteil ist bei der Abkantpresse jedoch vorgesehen, daß dem Abdrückorgan eine die Abdrückkraft erzeu­gende Einrichtung zugeordnet ist. Diese Maßnahme ist von we­sentlicher Bedeutung für die Erfindung, da sich daraus erheb­liche Vorteile für die Arbeitsweise und die Betriebssicherheit der Abkantpresse ergeben. Wie vorbeschreiben, greift jedes Tragelement des Biegewerkzeuges in das Auflager mit Spiel ein. Bei in Funktion gesetztem Abdrückorgan erlaubt dieses Spiel, daß oberhalb der die Auflager übergreifenden Tragelemente ein Freiraum gebildet ist, wodurch sich das Biegewerkzeug bei Über­schreiten einer Preßkraft der Abkantpresse, dee größer ist als die auf die Abdrückorgane wirkende Abdrückkraft, mit seinen Tragelementen vom Auflager des Hubbalkens abheben kann. Diese Abhebebewegung kann in vorteilhafter Weie z.B. dazu genutzt werden, die Abkantpresse stillzusetzen, so daß es zu keiner Be­schädigung der Biegewerkzeuge, der zu fertigenden Werstücke oder des Gesenks durch zu hohe Presskräfte kommen kann. Diese vorteilhafte Wirkungsweise kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, daß dem Abdrückorgan in einem seiner Abstützbereiche an der Einrichtung bzw. an dem Biegewerkzeug ein bei Über­schreiten einer vorbestimmten Belastung ansprechender, auf den Betrieb der Abkantpresse einwirkender Signalgeber zugeordnet ist. Als Signalgeber können mechanische Elemente verwendet werden, jedoch ist deren Einsatz bei einer Abkantpresse, die eine Vielzahl von Abdrückorganen erfordert, mit erheblichem Bauaufwand verbunden. Zweckmäßiger ist eine Ausbildung eines Abdrückorgans als ein am Hubbalken geführter, gegen das Biege­werkzeug vorschiebbarer Stempel. Selbstverständlich können Stempel auch in die Kopfschiene eingebaut werden, die wiederum an den Hubbalken ansetzbar ist.

    [0014] Eine besonders einfache Ausbildung der die Betriebssicherheit gewährleistenden vorteilhaften Ausbildung der die Abdrückkraft erzeugenden Einrichtungen sieht vor, daß jeder Stempel als in einer zylinderförmigen Kammer geführter Kolben ausgebildet ist und daß in die Kammer eine Druckmittelzuführleitung mündet. Das mit einem bestimmten Druck in die zylinderförmige Kammer eingeführte Druckmittel schiebt den Kolben aus jeder Kammer vor, demzufolge der Kolben mit einer ebenfalls bestimmten Ab­drückkraft auf das Biegewerkzeug drücken kann und dieses vom Hubbalken bzw. von der damit verbundenen Kopfschiene abdrückt. In die Druckmittelzuführleitung kann nunmehr in einfacher Wei­se eine einstellbares Druckbegrenzungsventil eingesetzt werden, das so eingestellt wird, daß ein Überschreiten des vorbestimm­ten Druckes in den zylinderförmigen Kammern, was z.B dann auf­tritt, wenn hohe Presskraft das Biegewerkzeug mit überhöhter, zu Beschädigungen des Biegewerkzeuges führender Kraft in das Gesenk drückt, zu einer Auslösung eines Betriebsstopps der Ab­kantpresse führt.

    [0015] Abkantpressen sind hinsichtlich der maximal möglichen Preß­kraft so ausgelegt, daß diese sich auf die gesamte Länge des Hubbalkens und damit auf die maximal mögliche Länge eines Bie­gewerkzeuges verteilt. Wird beispielsweise ein wesentlich kür­zeres Biegewerkzeug eingesetzt, wird der spezifische Druck an den in das Gesenk einfahrenden Flächen des Biegewerkzeuges un­ter Umständen so hoch, daß es möglicherweise zu Beschädigungen des Biegewerkzeuges oder zu glattem Durchtrennen des zu biegen­den Bleches kommt. Bei der erfindungsgemäß ausgebildeten Ab­kantpresse können derartige Schäden jedoch nicht mehr auftre­ten, weil sich die Abkantpresse automatisch abschalten kann, sobald sich der aus der Preßkraft resultierende Druck in der zylinderförmigen Kammer für den Kolben eines Abdrückorgans so­weit erhöht, daß ein vorgegebener Druck für die auf den Kolben wirkende Abdrückkraft überschritten wird. Damit die Abkantpres­se dann außer Betrieb gesetzt wird, ist vorgesehen, daß in die Druckmittelzuführleitung ein erster einstellbarer Druckschal­ter eingesetzt ist, der eine abgehende Steuerleitung für einen Antrieb der Abkantpresse hat. Weiterhin kann vorgesehen sein, daß in die Druckmittelzuführleitung ein zweiter einstellbarer Druckschalter eingesetzt ist, der eine abgehende Steuerleitung für einen Motor einer Pumpe des Druckmittelkreislaufs hat.

    [0016] Der vom Druck in der Druckmittelzuführungsleitung zu den Ab­drückorganen abhängige zweite Druckschalter kann so einge­stellt werden, daß damit der Arbeitsdruck der Abkantpresse vor­gegeben wird. Das in der Druckmittelzuführleitung eingesetzte Druckbegrenzungsventil dient dann neben diesem zweiten Druck­schalter als Sicherheitsorgan und ist auf einen Druck einge­stellt, der höher als der Druck ist, bei welchem der zweite Druckschalter anspricht. Der zweite Druckschalter setzt den Mo­tor der Pumpe außer Betrieb, sobald der Druck in der Druck­mittelzuführleitung einen am Druckschalter eingestellten Wert überschreitet. Da die Pumpe in der Druckmittelzuführleitung ei­nen Druck erzeugen muß, der die Abdrückorgane mit einer Kraft gegen die Biegewerkzeuge vorschiebt, welche der auf die Ab­drückorgane wiederum wirkenden Kraft gleich ist, die aus dem Arbeitsdruck der Abkantpresse resultiert, läßt sich durch den Druckschalter der Arbeitsdruck der Abkantpresse ohne weiteres auf einfachste Weise vorgeben und einstellen. Der erste Druck­schalter spricht bei überhöhtem Druck in der Druckmittelzuführ­leitung an und kann so eingestellt werden, daß die Abkantpres­se bei Erreichen eines auf die Biegewerkzeuge wirkenden, aus dem Arbeitsdruck der Presse resultierenden Überdrucks abschal­tet. Die Differenz zwischen den Druckwerten, auf die der erste Druckschalter und der zweite Druckschalter eingestellt sind, gibt den Sicherheitsfaktor vor. Die Differenz der Drücke, bei denen der erste und der zweite Druckschalter ansprechen sol­len, soll möglichst klein sein, weil dann auch eine höchstmög­liche Sicherheit beim Arbeiten mit der Abkantpresse erreichbar ist.

    [0017] Mehrere, als Zylinder und Kolben ausgebildete Abdrückorgane können auf einfachste Weise in einer Reihe über die Länge des Hubbalkens der Abkantpresse verteilt angeordnet werden. Sämt liche Abdrückorgane haben dabei eine Druckmittelzuführungslei­tung gemeinsam. Nicht im Einsatz befindliche Abdrückorgane, beispielsweise in freibleibenden Bereichen des Hubbalkens ohne angesetztes Biegewerkzeug, fahren bei Inbetriebsetzung der er­findungsgemäßen Abkantpresse durch die Druckmittelzuführung lediglich leer aus, bis sie die volle Ausfahrstellung erreicht haben. Die entsprechende Anzahl der Abdrückorgane, die an Bie­gewerkzeugen angreifen, erfüllen dann die vorbeschriebene Funk­tion der Halterung abgehängter Biegewerkzeuge sowie des Schut­zes der Biegewerkzeuge gegen Beschädigungen durch Überlastung, die durch örtlich zu hohe Arbeitskräfte der Abkantpresse auf­treten können.

    [0018] Die Abdrückorgane können als doppelt wirkende Zylinder ausge­bildet sein, wobei der Druckmittelrücklaufleitung ein Hydro­speicher zugeordnet ist. Selbstverständlich ist es auch mög­lich die Abdrückorgane als einfach wirkende Zylinder auszubil­den, wobei für den Rückhub dann Federn vorgesehen sein können.

    [0019] Damit beim Ansetzen der Biegewerkzeuge an den Hubbalken gewähr­leistet ist, daß die entsprechenden Kolben vollflächig an den Biegewerkzeugen anliegen, ist bei der erfindungsgemäßen Abkant­presse noch mit Vorteil vorgesehen, daß das Biegewerkzeug im oberen Bereich wenigstens eine Fixiertasche aufweist, in die jeweils einer von mehreren, am Hubbalken in Reihe angeordneten Fixierstiften vorsteht. Die gegenseitige Zuordnung kann dabei sehr grob gehalten sein. Ein Formschluß zwischen Fixiertaschen und Fixierstiften ist nicht notwendig und auch nicht ange­bracht, wenn die Sicherheitsmaßnahme, daß sich das Biegewerk­zeug von seinen Auflagern noch abheben kann, durch die vorste­henden Fixierstifte nicht behindert werden soll.

    [0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung darge­stellt. Es zeigen:

    Fig. l einen schematischen Querschnitt durch den Hubbalken ei­ ner Abkantpresse mit daran gehaltener Kopfschiene und an der Kopfschiene angesetztem Biegewerkzeug,

    Fig. 2 eine schematische Teilvorderansicht der Kopfschiene mit angesetztem Biegewerkzeug entsprechend Fig. l im Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. l und

    Fig. 3 ein Prinzipschaltbild der Druckmittelversorgung für die Abdrückorgane.



    [0021] In Fig. l ist der untere Teil eines Hubbalkens l einer nicht weiter dargestellten Abkantpresse in einer schematischen Schnittansicht dargestellt. Die Unterseite des Hubbalkens ist mit einer T-förmigen Nut ausgerüstet, in die ein T-förmiger Kopf 2 eingreift, der an einer Kopfschiene 3 vorstehend ange­ordnet ist. In die Vorderseite der sich quer zur Zeichnungs­ebene erstreckenden Kopfschiene ist eine längsverlaufende Nut 4 eingeformt. In einen nach unten vorstehenden Absatz der Kopf­schiene ist eine gleichartige Nut 5 eingeformt. Die die Nuten 4 und 5 unten begrenzenden Flankenflächen bilden obere Begren­zungsflächen 6 und 7 von Auflagern 8 und 9.

    [0022] Das Biegewerkzeug l0 ist als sogenanntes Abkantschwert ausge­bildet, das mit seiner unteren Profilschneide ll in ein hier lediglich angedeutetes Gesenk l2 absenkbar ist, wenn der Hub­balken l der Abkantpresse die Pressenbewegung lotrecht nach unten gegen das Gesenk l2 ausführt. Das Biegewerkzeug hat in seinem oberen Bereich Tragelemente l3 und l4, die hier als vor­stehende Rippen ausgebildet sind, welche die Auflager 8 und 9 übergreifen und dabei an den Begrenzungsflächen 6 und 7 auflie­gen. Das Biegewerkzeug ist somit an den Auflagern 8 und 9 abge­hängt. Ein Auswechseln des Biegewerkzeuges ist sehr einfach.

    [0023] Damit sich das Biegewerkzeug während des Betriebs der Abkant­presse nicht von den Auflagern abheben kann, ist in der Kopf­schiene 3 ein Abdrückorgan l5 angeordnet, das hier als in einer zylinderförmigen Kammer l6 geführter Kolben l7 ausgebil­det ist. Der Kolben trägt an seiner Unterseite einen einer Kol­ benstange entsprechenden Stempel l8, der gegen das Biegewerk­zeug vorgeschoben ist und das Biegewerkzeug mit seinen Tragele­menten l3 und l4 gegen die Auflager 8 und 9 drückt. Zur Erzeug­gung der nötigen Abdrückkraft ist in der Kopfschiene eine Druckmittelzuführungsleitung l9 angeordnet. Mit 20 ist eine Druckmittelrücklaufleitung bezeichnet, mit der der Kolben l7 und damit auch der Stempel l8, in eine Ausgangsstellung in die Kammer l6 zurückgezogen werden kann, um das Biegewerkzeug von der Kopfschiene abnehmen zu können.

    [0024] Das Tragelement l3 des Biegewerkzeuges weist an seiner Obersei­te eine hier angedeutete Fixiertasche 2l auf, in die ein an der Kopfschiene angeordneter, eingeschraubter Fixierstift 22 mit Spiel eingreift.

    [0025] In Fig. 2 ist eine schematische Schnittansicht entlang der Li­nie II-II dargestellt. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Be­zugszahlen bezeichnet. Fig. 2 läßt erkennen, daß jedem Ab­schnitt l0a, l0aʹ und l0aʺ, aus dem ein Biegewerkzeug l0 (Fig. l) zusammengesetzt werden kann, jeweils zwei im Hubbal­ken l geführte Abdrückorgane l5 zugeordnet sind. Fig. 2 läßt erkennen, daß die in die Fixiertaschen vorstehenden Fixierstif­te 22 in etwa gewährleisten können, daß ein Abschnitt eines Biegewerkzeuges nicht derart in Längsrichtung des Hubbalkens verschoben am Hubbalken angeordnet werden kann, daß ein Ab­drückorgan mit seinem Stempel nicht vollständig am zugeordne­ten Abschnitt des Biegewerkzeuges anliegt.

    [0026] Zur Verdeutlichung der vorteilhaften Funktion der Abdrück­organe für die Betriebssicherheit einer Abkantpresse ist in Fig. 3 ein schematisches Schaltbild dargestellt. Drei Abdrück­organe l5 sind mit ihren Druckmittelzuführungsleitungen l9 an eine allen Abdrückorganen gemeinsame Speiseleitung 23 ange­schlossen. Über die Pumpe 24 mit Antriebsmotor 25 wird Drucköl mit einem durch das Druckregelventil 26 vorbestimmten Druck über ein Steuerventil 27 in die Speiseleitung 23 gedrückt und somit den Abdrückorganen l5 zugeführt, die gegen die festzu­setzenden Biegewerkzeuge mit einer diesem Druck entsprechenden Kraft ausgefahren werden. Die somit dadurch erzeugte Abdrück­kraft hält die Biegewerkzeuge auf den Auflagern der Kopfschie­ne (Fig. l). Ein zweites Druckregelventil 28 ist im Leerkreis­lauf der Pumpe 24 angeordnet und dient als Sicherheitsventil bei dichtgesetztem Steuerventil 27.

    [0027] Bei Betrieb der Abkantpresse resultiert aus dem Pressendruck eine die Abdrückorgane entgegen der durch den Öldruck vorgege­benen Abdrückkraft zurückschiebende Kraft, die einen in der Speiseleitung 23 und somit auch in den Druckmittelzuführungs­leitungen l9 sitzenden zweiten Druckschalter 29 zum Ansprechen bringt. Von diesem zweiten Druckshalter geht eine Steuerlei­tung 30 ab, die den Betrieb des Motors 25 für dee Pumpe 24 be­einflußt. Der Druckschalter 29 kann so eingestellt werden, daß die Pumpe eine Abdrückkraft der Abdrückorgane erzeugt. die der von der Abkantpresse erzeugten Presskraft auf die Biegewerkzeu­ge gleich ist. Wird die Presskraft auf die Biegewerkzeuge und damit die Kraft, welche die Abdrückorgane zurückschieben will, größer als die von der Pumpe 24 erzeugte Abdrückkraft, schie­ben sich die Abdrückorgane entgegen der Abdrückkraft zurück. Der Arbeitsdruck der Presse wird dadurch herabgesetzt, bis sich gegebenenfalls wieder ein Gleichgewicht einstellt.

    [0028] Ein erster Druckschalter 3l ist vorgesehen, der bei Überschrei­ten eines eingestellten vorbestimmten Druckes in der Speiselei­tung 23, und somit auch in den Druckmittelzuführungsleitungen l9 der Abdrückorgane, über eine Steuerleitung 32 einen nicht weiter dargestellten Antrieb der Abkantpresse abschalten kann.

    [0029] Für die Rückführung der Abdrückorgane in eine Ausgangsstellung sind die Druckmittelrücklaufleitungen 20 zu einem Hydrosprei­cher 33 geführt, der in an sich bekannter Bauweise ausgeführt ist.


    Ansprüche

    1. Abkantpresse zum Gesenkbiegen von insbesondere Blechen, mit einem als Widerlager dienenden, das Gesenk tragenden Unter­balken und einem mit der Preßkraft beaufschlagbaren Hubbalken, an dem wenigstens ein in das Gesenk preßbares Biegewerkzeug, insbesondere ein Abkantschwert auswechselbar gehalten ist, dadurch gekennzeichnet,
    daß der Hubbalken (l) in seinem Ansetzbereich für das Biege­werkzeug (l0) Auflager (8, 9) hat, daß das Biegewerkzeug (l0) die Auflager (8, 9) übergreifende Tragelemente (l3, l4) hat und daß zwischen Hubbalken (l) und Biegewerkzeug (l0) wenig­stens ein das an den Hubbalken (l) angesetzte Biegewerkzeug (l0) von Hubbalken (l0) abdrückendes Abdrückorgan (l5) angeord­net ist.
     
    2. Abkantpresse nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, daß je­des Auflager (8, 9) eine in den Hubbalken (l) eingeformte Nut (4, 5) ist.
     
    3. Abkantpresse nach Anspruch l und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Tragelement (l3, l4) ein in die Nut (4, 5) mit Spiel eingreifender Vorsprung am Biegewerkzeug (l0) ist.
     
    4. Abkantpresse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hubbalken (l) zwei zueinander parallel verlaufende, zur selben Seite hin offene Nuten (4, 5) als Auflager (8, 9) aufweist.
     
    5. Abkantpresse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Biegewerkzeug (l0) zwei zueinander parallel verlaufende, zur selben Seite hin vorstehende Rippen als Tragelemente (l3, l4) aufweist.
     
    6. Abkantpresse nach einem der Ansprüche l bis 5, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Auflager (8, 9) im unteren Bereich einer mit dem Hubbalken (l) verbindbaren Kopfschiene (3) angeordnet sind.
     
    7. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Abdrückorgan (l5) eine die Abdrück­kraft erzeugende Einrichtung zugeordnet ist.
     
    8. Abkantpresse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß dem Abdrückorgan (l5) in einem seiner Abstützbereiche an der Ein­richtung bzw. an dem Biegewerkzeug (l0), ein bei Überschreiten einer vorbestimmten Belastung ansprechender, auf den Betrieb der Abkantpresse einwirkender Signalgeber zugeordnet ist.
     
    9. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdrückorgan (l5) ein am Hubbalken (l) geführter, gegen das Biegewerkzeug (l0) vorschiebbarer Stempel (l8) ist.
     
    l0. Abkantpresse nach einem der Ansprüche l bis 8, dadurch gekenn­zeichnet, daß das Abdrückorgan (l5) ein an der Kopfschiene (3) geführter, gegen das Biegewerkzeug (l0) vorschiebbarer Stempel (l8) ist.
     
    11. Abkantpresse nach einem der Ansprüche 9 oder l0, dadurch ge­kennzeichnet, daß jeder Stempel (l8) als in einer zylinderför­migen Kammer (l6) geführter Kolben (l5) ausgebildet ist und daß in die Kammer (l6) eine Druckmittelzuführleitung (l9) mün­det.
     
    12. Abkantpresse nach Anspruch ll, dadurch gekennzeichnet, daß in die Druckmittelzuführleitung (l9) ein einstellbares Druckbe­grenzungsventil (26) eingesetzt ist.
     
    13. Abkantpresse nach Anspruch ll und l2, dadurch gekennzeichnet, daß in die Druckmittelzuführleitung (l9) ein erster einstell­barer Druckschalter (3l) eingesetzt ist, der eine abgehende Steuerleitung (32) für einen Antrieb der Abkantpresse hat.
     
    14. Abkantpresse nach einem der Ansprüche ll bis l3, dadurch ge­kennzeichnet, daß in die Druckmittelzuführleitung (l9) ein zweiter einstellbarer Druckschalter (29) eingesetzt ist, der eine abgehende Steuerleitung (30) für einen Motor (25) einer Pumpe (24) des Druckmittelkreislaufs aufweist.
     
    15. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdrückorgane (l5) als doppelt wirken­de Zylinder ausgebildet sind, wobei der Druckmittelrücklauflei­tung (20) ein Hydrospeicher (33) zugeordnet ist.
     
    16. Abkantpresse nach einem der Ansprüche l bis l4, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Abdrückorgane (l5) als einfach wirkende Zy­linder ausgebildet sind, wobei für den Rückhub Federn vorgese­hen sind.
     
    17. Abkantpresse nach den Ansprüchen l bis l6, dadurch gekennzeich­net, daß mehrere Abdrückorgane (l5) in einer Reihe entlang dem Hubbalken (l) (bzw. der Kopfschiene (3)) verteilt angeordnet sind.
     
    18. Abkantpresse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Biegewerkzeug (l0) im oberen Bereich wenigstens eine Fixiertasche (2l) aufweist, in die einer von mehreren, am Hubbalken (l) (bzw. der Kopfschiene (3)) in Reihe angeordneten Fixierstiften (22) vorsteht.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht