[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung, insbes. für eine Brennkraftmaschine
mit einem Ventil, das einen Ventilschaft und einen dazu im spitzen Winkel angeordneten
Ventilteller aufweist und das von einem zugeordneten Ventilsitz abhebbar ist.
[0002] Die herkömmlichen Tellerventile besitzen einen kreisförmigen Teller, dessen Ebene
zum Ventilschaft einen rechten Winkel bildet, wobei im geschlossenen Zustand der Ventilteller
auf einem kegelstumpfförmigen Sitz aufliegt. In der öffnungsphase-ergibt sich bei
dieser Ventilkonzeption infolge des ringförmigen Öffnungsspaltes ein hoher Strömungswiderstand.
[0003] Desweiteren ist nach der JP 60-6010 eine Ventilanordnung mit gattungsgemäßem Ventil
bekannt mit Anordnung des Ventiltellers in vorbestimmtem Winkel zum Ventilschaft.
Hierdurch läßt sich über eine Reduzierung des Strömungswiderstandes der Wirkungsgrad
des Ein- und Auslaßvorganges erhöhen.
[0004] Ferner ist nach der JP 55-8487 bekannt, einen Ventilteller mit einem angeschrägten
Hohlzylinder auszustatten, welchem ein gegenläufiger Ventilsitz zugeordnet ist. Der
runde Ventilteller ist um seine Achse drehbar, wobei sich je nach Drehstellung die
Öffnungszeit reduzieren läßt.
[0005] Mit der erfindungsgemäßen Ausbildung soll die Aufgabe gelöst werden, eine Ventilanordnung
zu schaffen, mit der ein Verdichtungsraum durch Auf- und Zusteuern eines Ventils mit
Nebenkammern oder Kanälen verbunden werden kann, insbes. um ein variables Verdichtungsverhältnis
zu erzielen.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe kennzeichnet sich die Ventilanordnung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 dadurch, daß der Ventilteller nicht kreisförmig ausgebildet ist und
daß das Ventil über einen Schwenkantrieb derart verschwenkbar ist, daß damit in den
Ventilsitz einmündende Kammern oder Kanäle auf- und zusteuerbar sind. Hierbei kann
der Schwenkantrieb hin- und hergehend oder auch im gleichen Drehsinn arbeiten.
[0007] In vorteilhafter Weise ist hierbei der Ventilteller elliptisch ausgebildet und liegt
exzentrisch zum Ventilschaft. Der Schwenkantrieb kann taktgerecht und/oder von einem
Rechner abhängig steuerbar sein.
[0008] Als Ventilsitz dient hierbei vorzugsweise die Innenwand eines Kegelstumpfs, in welchem
der Ventilteller als schräger Kegelschnitt, zentrisch oder exzentrisch zum Ventilschaft
liegt. Hierbei ergibt sich nur bei der oszillierenden Bewegung der bekannte Strömungswiderstand,
während in der Drehphase einer Teilkreisdrehung eine Kammer- oder Kanalöffnung im
kegelstumpfförmigen Ventilsitz querschnittsfrei auf- oder zugesteuert werden kann.
Nach der Rückdrehung sitzt der Ventilteller wiederum auf seinem Sitz auf; hieraus
resultiert ein breites Einsatzsprektru
DI. So kann beispielsweise mit dem erfindungsgemäßen Ventil eine stufenweise Veränderung
des Verdichtungsverhältnisses bei volumeränderlichen Brennkraftmaschinen realisiert
werden.
[0009] Die Veränderung des Verdichtungsverhältnisses wird dadurch ermöglicht, daß dem Ventil
eine Nebenkammer zugeordnet ist, welche in den Sitz des Ventils mündet. Bei Teillast
einer fremdgezündeten Brennkraftmaschine - Ottomotor - wird durch Drehen des Ventils
die Nebenkammer zugesteuert, wodurch sich das Verdichtungsverhältnis erhöht. Bei zunehmendem
Füllungsgrad wird die Nebenkammer durch Drehen des Ventils aufgesteuert, so daß das
reduzierte Verdichtungsverhältnis eine klopfende Verbrennung verhindert. Die Notwendigkeit
des Auf- oder Zusteuerns der Nebenkammer wird beispielsweise durch Drosselklappenstellung
oder Klopfbeginn angezeigt, sensorisch aufgenommen und in einem Rechner mit weiteren
geeigneten Sensordaten verarbeitet. Die Teilkreisdrehung des Ventils erfolgt dann
mit Hilfe eines rechnergesteuerten Stellwerks.
[0010] Bei der vorgeschlagenen Bauweise werden in der Arbeitsphase die Gaskräfte über den
Ventilteller und den Ventilsitz direkt in den Zylinderkopf eingeleitet. Das Stellwerk
bleibt unbeaufschlagt. Ein Verkoken funktionswichtiger Dichtflächen wird verhindert,
da das Ventil durch Oszillieren und gesteuertes Drehen die Dichtflächen freihält.
[0011] Neben der oben beschriebenen Bauweise kann das erfindungsgemäße Ventil mit zugeordneter
Nebenkammer auch zur prozeßgerechten Verdichtungsreduzierung oder Verdichtungserhöhung
bei selbstzündenden, insbesondere hochaufgeladenen Brennkraftmaschinen- Dieselmotoren
- verwendet werden. Das Auf- und Zusteuern der Nebenkammer erfolgt hierbei beispielsweise
druck- oder mengengeregelt.
[0012] Die beschriebenen Bauweisen ermöglichen eine optimierte Prozeßführung im Hinblick
auf Wirkungsgrad und Abgasverhalten. Der Einsatzbereich des erfindungsgemäßen Ventils
geht über den Rahmen der Brennkraftmaschinen hinaus.
[0013] Verschiedene Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Ventils sind als bevorzugte
Ausführungsbeispiele in der Zeichnung dargestellt und zwar zeigen:
F i g. 1 die schematische Darstellung eines Ventils mit Ventilschaft und Teller im
Ventilsitz des Zylinderraums im Schnitt mit Nebenkammer einerseits und aufbringbarem
Schwenkantrieb andererseits,
F i g. 2 die schematische Darstellung eines Ventils mit Ventilschaft und Teller im
Ventilsitz des Zylinderraums im Schnitt mit Nebenkammer bei Doppelzündung,
F i g. 3 die schematische Darstellung eines Ventils mit Ventilschaft und Teller im
Hauptkanal im Schnitt mit Nebenkanälen,
F i g. 4 die schematische Darstellung eines Ventils mit Ventilschaft und Teller sowie
Schwenkantrieb und Steuerschema, und
F i g. 5 den Schnitt durch einen Brennkraftzylinder mit Kolben und schematischer Darstellung
der Ventilanordnung und Steuerung.
[0014] Wie aus der Zeichnung in Fig. 1 ersichtlich wird, besteht das erfindungsgemäße Ventil
aus dem Ventilschaft 1 mit elliptischem Ventilteller 2, dessen Tellerebene E-E einen
spitzen Winkel zum Ventilschaft 1 bildet und welcher oszillierend und/oder drehend
im Ventilsitz 3 angeordnet ist und damit zur Auf- oder Zusteuerung der Nebenkammer
4 dient, wie dies hier dargestellt ist.
[0015] Der Ventilsitz 3 wird durch die Innenwand eines Kegelstumpfes gebildet, in welchem
der Ventilteller 2 als schräger Kegelschnitt, wie ersichtlich exzentrisch zum Ventilschaft
1 liegt.
[0016] Der Ventilschaft ist im Endbereich am Ventilschaftende 5 kraftschlüssig, hier durch
ovale Ausbildung mit einem Schwenkantrieb in Form eines Drehkurbelrades 6 mit angreifendem
Dreharm 7 verbindbar, welches (6) mit der ovalen Lochung 8 dem ovalen Ventilschaftende
5 höhenschiebbar aufsetzbar ist. Die Höhenverstellung erfolgt in bekannter Weise mittels
Nockenwelle gegen Wirkung der Ventilfeder, wie diese dann in Fig. 5 ersichtlich wird.
Dem Ventilsitz 3 schließt sich andererseits sodann der Zylinderraum 9 mit Fremdzündung
10 an, wobei die Nebenkammer 4, wie strichpunktiert eingezeichnet ist, über dem Ventilteller
2 auf- und zusteuerbar ist.
[0017] In Fig. 2 ist wiederum ein Ventil mit Ventilschaft 11 und Ventilteller 12 letzterer
als schräger Kegelschnitt im kegelstumpfförmigen Ventilsitz 13 gezeigt zum Auf- und
Zusteuern der Nebenkammer 14 in der vorbeschriebenen Weise. Hier ist auch die Ventilführung
15 und der Abgaskanal 16 beim Ventilsitz 13 dargestellt. Im Brennraum 17 ist die Zündkerze
18 vorgesehen und zusätzlich in der Nebenkammer 14 eine Zündkerze 19 mit Einspritzdüse
19a. Diese Bauweise ist bei zugesteuerter Nebenkammer 14 im Magerbetrieb und bei aufgesteuerter
Nebenkammer 14 ganz oder teilweise im Schichtladeb.etrieb zu fahren. Begrenzte Lastbereiche
erleichtern den Schichtladebetrieb.
[0018] Die Ausführungsart der Einfachzündung kann mit Lambda = 1 und geregeltem Katalysator
betrieben werden.
[0019] Aufgrund der Hochverdichtungsphase ergibt sich im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen
ein verbesserter thermodynamischer Wirkungsgrad. Ferner können diese Ausführungsarten
mit einem Magerkonzept gefahren werden. Zwei - und mehrstufige Verdichtungsverhältnisse
erleichtern durch Hochverdichtung und erhöhte Brennraumturbulenzen den Betrieb mit
Magergemisch.
[0020] Bei selbstzündenden Brennkraftmascbinen soll die Nebenkammer 14 mit wärmedämmendem
Material 20, vorzugsweise Keramik ausgekleidet werden. Diese Bauweise ist für zwei-
und mehrstufige Verdichtungsverhältnisse vorgesehen. Bei niedriger Grundverdichtung
kann durch Zusteuern der Nebenkammer 14 bzw. der Nebenkammern die Anlaßsicherheit
erhöht und das Brennraumvolumen der Last angepaßt werden. Im Einsatzbereich der Hochaufladung
und der Zylinderabschaltung scheint diese Bauweise mechanisch und thermodynamisch
interessant.
[0021] Desweiteren ist in Fig. 3 ein Ventil mit Ventilschaft 21 und Ventilteller 22 , sowie
Hauptkanal als Ventilsitz 23 dargestellt, wobei die Nebenkanäle 24. bzw. 25 zum Hauptkanal
26 auf- und zusteuerbar sind. Somit kann das erfindungsgemäße Ventil auch im Einlaß-
und /Auslaßbereich von Brennkraftmaschinen sowie im allgemeinen Maschinenbau zum querschnittsfreien
Auf- und Zusteuern von Kammern und Kanälen eingesetzt werden.
[0022] Hiermit wird die Breite der Anwendungsmöglichkeiten ersichtlich.
[0023] Schließlich ist in Fig. 4 ein Ventilschaft 31 mit Ventilteller 32 und Ventilaufnahme
33 schematisch dargestellt, wobei das Ventilschaftende 35 über das aufsetzbare Kurbelrad
36 mit den angreifenden Dreharmen 37 verbindbar ist und der Drehantrieb wiederum über
die ovale Lochung 38 mit dem ovalen Ventilschaft 35 zu kuppeln ist.
[0024] Hier ist die gesamte Orehanlage schematisch dargestellt mit Sensoren 39 a-x. So gibt
beispielsweise der Klopfsensor 39a die Information zur Verdichtungsreduzierung an
den Rechner 40; dieser (40) leitet sodann den Impuls an das Stellwerk 40a weiter.
Das Stellwerk 40a bewirkt die erforderliche Teilkreisdrehung des Ventiltellers 32,
wie eingangs geschildert. Der Sensor 39b für die Drosselklappenstellung kann beispielsweise
den Impuls für die Verdichtungserhöhung in entsprechender Weise einleiten. Neben den
Sensoren 39a und 39b sind noch weitere Sensoren bis 39x für eine geeignete Motorenregelung
vorzusehen, wie zum Beispiel für Temperaturen, Drucke, Mengen und Lastzustände.
[0025] In den Rechner 40, der in einen Zentralrechner integiert sein kann, können Programme
eingespeist werden, für das Anlassen und den Notlauf. Diese Programme beziehen sich
auf die mechanische Funktion und Funktionssicherheit der Brennkraftmaschine. Um die
Standzeiten für das Ventil und den Ventilsitz zu erhöhen, kann über das Stellwerk
40a beispielsweise abhängig von Zeitintervallen, eine Drehung des Ventils um wenige
Winkelgrade durchgeführt werden. Auf die Prozeßführung hat dieses Programm keinen
Einfluß. Das Verkoken des Ventilsitzes wird durch den normalen Lastwechsel und das
damit notwendige Drehen des Ventils verhindert. Bei langandauerndem Betrieb mit ausschließlich
auf- oder zugesteuerter Nebenkammer kann ein kurzzeitiger Lastwechsel mit Hilfe eines
geeigneten Signalprogramms angezeigt oder eingeleitet werden. Das Programm kann sich
kontinuierlich auf einzelne Brennräume oder gleichzeitig auf die gesamte Brennkraftmaschine
beziehen.
[0026] In Fig. 5 ist schließlich ein Querschnitt durch eine Brennkraftmaschine dargestellt.
Hierbei ist das erfindungsgemäße Ventil eingebaut, bestehend aus dem Ventilschaft
41 mit Ventilteller 42 und Ventilsitz 43, sowie die auf- und zusteuerbare Nebenkammer
44 und am Ventilschaftende 45 das angreifende Drehkurbelrad 46 mit Dreharm 47, wobei
die Drehverbindung wiederum über eine ovale Lochung 48 erfolgt. Im Brennraum 49 beispielsweise
einer Viertakt-Brennkraftmaschine befindet sich die Zündkerze 50.
[0027] Hierbei ist der Brennraum 49 im Zylinderblock 51 mit Kolben 52 ersichtlich, welch
letzterer den Brennraum nach unten volumenveränderlich begrenzt. Im Zylinderkopf 51a
befinden sich beispielsweise ein Einlaßventil 53, ein nicht gezeichnetes Auslaßventil
und das erfindungsgemäße Ventil 41, 42. In der Zeichnung sind die Zylinderlängsachse
"Z" und die Ventilschaftlängsachse "V" des erfindungsgemäßen Ventils 41,42 parallel.
Diese Achsen können auch in einem Winkel stehen, so daß die Teilkreisdrehung des Ventils
41,42 durch eine Nockenwelle 57, Übertragungselemente und/oder ein Stellwerk 40a bei
entsprechender Winkelstellung V/Z eine zeitweilige Überschneidung der Ventilteller
bewirkt. Den Ventilen sind die üblichen Steuereinrichtungen zugeordnet, die für das
Einlaßventil 53, das nicht gezeichnete Auslaßventil und das erfindungsgemäße Ventil
41, 42 beispielsweise Schwinghebel 54a-54x und Ventilfedern 55a-55x umfassen. Hubhöhen
und Ventilfederstärken sind bei Ventilen, die den Gaswechsel steuern und einem erfindungsgemäßen
Ventil, das ausschließlich die Nebenkammer 44 steuert, verschieden. Die Ventilfeder
55b sitzt einem Drehlager 56 auf. Die Betätigung der Ventile erfolgt über eine gemeinsame
Nockenwelle 57.
[0028] Die Drehung des Ventils 41, 42 soll bei niedrigem Druck im Brennraum 49,vorzugsweise
bei geöffnetem Einlaßventil 53 oder nicht gezeichnetem geöffnetem Auslaßventil erfolgen.
Ferner kann die Drehung durch ein Kugellager 56 unterhalb der Ventilfeder 55b erleichtert
werden. Die Drehkurbel 46, 47 liegt auf den Widerlagern 58a-58x auf und wird von ihnen
gehalten. Das Ventil 41, 42 wird vor der Teilkreisdrehung geringfügig vom Ventilsitz
43 abgehoben. Diese Maßnahme erhöht die Standzeiten des Ventils und der Ventilsitzfläche.
[0029] Das erfindungsgemäße Ventil 41, 42 kann überdies auch zur Steuerung eines Einlaßkanals
53a und eines nicht gezeichneten Auslaßkanals bzw. von Ein- und/oder Auslaßkanälen
und den zugeordneten Nebenkammern verwendet werden. Werden zwei oder mehrere erfindungsgemäße
Ventile durch ein Verbindungsgestänge verbunden, reduziert sich die Anzahl der Stellwerke.
1. Ventilanordnung, insbes. für eine Brennkraftmaschine mit einem Ventil, das einen
Ventilschaft und einen dazu im spitzen Winkel angeordneten Ventilteller aufweist und
das von einem zugeordneten Ventilsitz abhebbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilteller nicht kreisförmig ausgebildet ist und
daß das Ventil über einen Schwenkantrieb derart verschwenkbar ist, daß damit in den
Ventilsitz einmündende Kammern oder Kanäle auf- und zusteuerbar sind.
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilteller elliptisch ausgebildet ist.
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilteller exzentrisch zum Ventilschaft liegt.
4. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, für Brennkraftmaschinen,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkantrieb taktgerecht und/oder von einem Rechner
abhängig steuerbar ist.
5. Ventilanordnung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rechner in Abhängigkeit von Meßgrößen der Brennkraftmaschine
arbeitet.