[0001] Die Erfindung betrifft eine Laufschaufel für eine Axial- oder Halbaxialkreiselpumpe
zur Förderung von mit langfaserigen Beimengungen befrachteten Flüssigkeiten.
[0002] Ein wesentliches Problem der zur Förderung von verschmutzten Flüssigkeiten eingesetzten
Axial- oder Halbaxialkreiselpumpen besteht darin, daß in der Flüssigkeit enthaltene
faserige Stoffe, wie Gras, Plastikstreifen o. ä., an der Eintrittskante der Laufschaufeln
hängenbleiben. Bei Stärkerer Befrachtung der Förderflüssigkeit mit solchen Feststoffen
kann sich auf diese Weise bereits nach wenigen Minuten eine derartige Veränderung
der Schaufelprofilierung ergeben, daß ein weiterer Betrieb der Kreiselpumpe nicht
mehr möglich ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die aus wirtschaftlichen Gründen zu bevorzugenden
Axial- oder Halbaxialkreiselpumpen hoher Umfangsgeschwindigkeit, die eine besonders
starke Anfälligkeit für langfaserige Beimengungen besitzen, für die Förderung solcher
Flüssigkeiten zu ertüchtigen, die mit einem hohen Anteil solcher Feststoffe befrachtet
sind.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine mit den Kennzeichen des Anspruches
1 ausgestattete Laufschaufel gelöst.
[0005] Der Anspruch 2 nennt eine vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes,
die eine weitere Erleichterung des Feststofftransportes durch das Laufrad zur Folge
hat.
[0006] Anhand der Zeichnung und eines hierin dargestellten Ausführungsbeispiels wird die
Erfindung näher erläutert. Es zeigen die
Fig. 1 und 2 eine Laufschaufel herkömmlicher Art bei der Förderung einer mit langfaserigen
Bestandteilen befrachteten Flüssigkeit, die
Fig. 3 die Vorderansicht eines Axialkreiselpumpenlaufrades, von dessen erfindungsgemäß
gestalteten Laufschaufeln eine dargestellt ist und die
Fig. 4 das Profil der Laufschaufel der Fig. 3 in verschiedenen Schnittflächen.
[0007] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte herkömmliche Laufschaufel (1) einer schnellaufenden
Axialkreiselpumpe fängt bei der Förderung von Flüssigkeiten mit langfaserigen Beimengungen
zwangsläufig einen Großteil der Beimengungen auf und hält diese auch fest. Dies hat
seine Ursache zunächst darin, daß bei solchen Pumpen das Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeit
zur Meridionalgeschwindigkeit etwa fünf bis sechs beträgt. Demzufolge wird ein längerer
Streifen (2) von einer der Laufschaufeln (1) erfaßt, bevor er das Laufrad (3) passiert
hat. Liegt der Erfazzungspunkt des Streifens (2) in der Nähe seines Schwerpunktes,
so kann sich der Streifen (2) nicht mehr von der Eintrittskante (4) der Laufschaufel
(1) lösen; er wird vom Laufrad (3) ständig herumgewirbelt. Die Fig. 1 zeigt die Anfangsphase
eines sich hierausergebenden Vestopfungsvorganges.
[0008] Die Fig. 2 läßt erkennen, in welcher Form der Verstopfungsvorgang endet: An der
Eintrittskante (4) der Laufschaufel (1) hat sich eine dicke Schicht (5) von Beimengungen
gebildet die einen weiteren Betrieb der Axialkreiselpumpe verhindert.
[0009] Bemerkenswert ist hierbei, daß ein solcher Zustand bei höherer Dichte an Langfaserigen
Beimengungen bereits in kürzester Zeit auftritt.
[0010] Bei der in den Fig. 3 und 4 dargestellten erfindungsgemäßen Laufschaufel (6) wird
der vorstehend geschilderte Vorgang durch eine von innen nach außen zunehmend rückwärts
gerichtete Krümmung der Eintrittskante (7) verhindert. Diese Krümmung ist über die
gesamte Länge der Eintrittskante (7) so besshaffen, daß die Resultierende R aus der
Widerstandskraft W und der Fleihkraft F, die auf ein in der Förderflüssigkeit befindliches
Teilchen wirken, zumindest annähernd eine Tangente zu der Eintrittskante (7) bildet.
[0011] Die Fig. 3 zeigt das an der Eintrittskante (7) der Laufschaufel (6) auf ein in der
Förderflüssigkeit befindliches Teilchen wirkende Kräfteparallelogramm. Es ist erkennbar,
daß ein an die Eintrittskante (7) gelangender fester Fremdkörper von der resultierenden
Kraft R fortgerissen wird, bevor er sich an die Laufschaufel (6) anlegen kann.
[0012] Aus der Fig. 4 ist das Profil der Laufschaufel (6) in drei Schnittflächen entnehmbar,
wobei I für "innen", M für "Mitte" und A für "außen" steht. Der Eintrittswinkel der
Laufschaufel (6) besitzt in deren äußeren Bereich einen solchen Verlauf, daß sich
der Staupunkt S des Profiles auf die Saugseite (8) der Laufschaufel (6) verschiebt.
Hierdurch wird eine weitere Erleichterung bei dem Transport von Feststoffen durch
das Laufrad (9) erreicht.
1. Laufshaufel für eine Axial- oder Halbaxialkreiselpumpe zur Förderung von mit langfaserigen
Beimengungen befrachteten Flüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintrittskante (7) der Laufschaufel (6) eine von innen nach außen zunehmend
rückwärts gerichtete Krümmung besitzt, wobei die Krümmung an jedem Punkt der Eintrittskante
(7) der Bedingung genügt, daß die Kraft (R), welche die Resultierende ist aus der
auf ein in der strömenden Flüssigkeit befindliches Teilchen wirkenden Widerstandskraft
(W) und der Fliehkraft (F), zumindest annähernd die Tangente zu der Eintrittskante
(7) bildet.
2. Laufschaufel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Eintrittswinkel der
Laufschaufel (6) in deren äußeren Bereich einen den Staupunkt (S) des Schaufelprofiles
auf die Saugseite (8) der Laufschaufel (6) verschiebenden Verlauf besitzt.