(19)
(11) EP 0 237 937 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.09.1987  Patentblatt  1987/39

(21) Anmeldenummer: 87103492.2

(22) Anmeldetag:  11.03.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04H 15/28
(84) Benannte Vertragsstaaten:
ES GR

(30) Priorität: 14.03.1986 EP 86103470

(71) Anmelder: Röder GmbH
63654 Büdingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Röder, Heinz
    D-6470 Büdingen 7 (DE)

(74) Vertreter: Munderich, Paul (DE) 
Frankfurter Strasse 84
W-6466 Gründau-Rothenbergen
W-6466 Gründau-Rothenbergen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Selbstbauzelt


    (57) Die Erfindung betrifft ein Selbstbauzelt, das in verschiedenen Größen und Formen erstellbar ist und sich dadurch auszeichnet, daß dieses auf einer fahr-bzw. roll- und abstützbaren Plattform (1) von einer Transportstellung in eine Aufbastellung verbring-bar ist, und daß dieses aus einem teleskopierbaren Tragmast (2) und aus einer Mehrzahl teleskopierbarer Riegel (3) besteht, wobei die gefaltete Dachhaut (4) dem als Endglied zu betrachtenden Folgeglied (3)n) jedes Riegels (3) zur Spannung beim Ausfahren und Unterstützung beim Einfahren verbunden ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Selbstbauzelt, das in verschiedenen Größen und Formen erstellbar ist und dessen Riegelenden durch mit dem Planum fixierte Stiele sicherbar sind, wobei im Falle der Ausrüstung mit diesen Stielen in der Regel die senkrechten, abschließenden Markisen tragen.

    [0002] Es sind Aluminium-Gerüstzelte in verschiedensten Ausführungen bekannt, deren Erstellung jedoch in aller Regel nicht nur eine Mehrzahl von Personen benötigte sondern darüberhinaus handwerkliche Kenntnisse in relativ hohem Umfang für das Baustellenpersonal voraussetzt.

    [0003] Diese Zelte sind also nur bedingt als Selbstbauzelte zu bezeichnen.

    [0004] Des weiteren sind im militärischen Rahmen auch Kleinzelte bekannt, die in einzelne Traglasten verteilt, von einzelnen oder mehreren Personen erstellt werden können, wobei dies selbstverständlich in gleichem Maße für Campingfreunde gilt.

    [0005] Größere Selbstbauzelte, die durch eine oder nur geringe Zahl von Personen gemeinsam erstellt werden können, sind nicht bekannt.

    [0006] Aus diesem Grund ist es Aufgabe dieser Erfindung ein Selbstbauzelt nach der eingangs beschriebenen Art zu nennen,

    [0007] das bei kleinen Größen von nur einer Person erstellt werden kann und bei Notwendigkeit der Erstellung eines größeren oder Großzeltes dieser Art ein minimaler Personalbedarf benötigt wird.

    [0008] Die erfindungsgemäße Lösung sieht vor, daß das Selbstbauzelt auf einer fahr- bzw. rollt und abstützbaren Plattform von einer Transportstellung in eine Aufbaustellung verbringbar ist, und daß dieses im wesentlichen aus einem teleskopierbaren Tragmast und aus einer Mehrzahl teleskopierbarer und/oder ausfaltbarer Riegel bestehet, wobei die gefaltete Dachhaut zumindest dem als Endglied zu betrachtenden Folgeglied der Riegel zur Spannung beim Ausfahren und zumindest zur Unterstützung beim Einfahren des teleskopierbaren bzw. faltbaren Riegels verbunden ist.

    [0009] Grundsätzlich ist dabei vorgesehen, daß die roll- und abstützbare Plattform ein im Rahmen der Straßenverkehrszulassungsordnung der einzelnen Länder oder im Rahmen von Sondergenehmigungen Tieflader ist, der fallweise auch als Sattelaus· leger ausbildbar ist.

    [0010] Die Anordnung des Tragmastes erfolgt in der Regel im Schwerpunkt der Fläche, sofern symmetrische Formgebungen vorgesehen sind. Auch eine außerhalb des Schwerpunktes der Plattform liegende Anordnung des Tragmastes ist denkbar.

    [0011] Die Grundglieder der Riegel sind fest oder gelenkig mit dem Endglied des Tragmastes verbunden, wobei die teleskopierbaren Endglieder der einzelnen Riegel mit der praktisch als Kappe ausgebildeten gefalteten Dachhaut in Transportstellung verbunden sind.

    [0012] Beim Einfahren der Riegel wird die Faltung des Zeltdaches durch die Verbindung mit den Endgliedern unterstützt, wobei eine weitere Verbindung der Dachhaut mit den Endbe- reichen der anderen Riegelglieder jedes Riegels beim Einfahren deren ausreichend exakte Faltung gestattet.

    [0013] Im weiteren ist zu bemerken, daß der eingefahrene Teleskopmast einschließlich der eingefahrenen bzw. gefalteten Riegel zusammen mit der Dachhaut in Transportstellung eine quasi geschlossene Transporteinheit bilden.

    [0014] Sieht man von den in der Klassifizierung genannten Stielen und Markisen ab, die nicht in jedem Fall erforderlich sind, so kann die Zahl der zu transportierenden Teile als auf ein Minimum reduziert betrachtet werden.

    [0015] Als Steuermittel für die Betätigung der Teleskope und der Riegel sind hydraulische und/oder pneumatische und/oder mechanische Mittel für das Ein- und Ausfahren vorgesehen.

    [0016] Es ist vorgesehen, die einzelnen Teleskopzüge des Tragmastes und der Riegel zueinander gegen Verdrehung zu sichern.

    [0017] Dies kann bei zylindrischen Teleskopzügen durch die jeweilige Einbringung eines Ziehkeiles erfolgen.

    [0018] Die einfachere Lösung ist jedoch, daß die Sicherung der Teleskopzüge gegen Verdrehung durch prismatische Querschnitte der ineinandergreifenden Züge erfolgt.

    [0019] Zur formgebenden'Konzeption ist zu bemerken, daß mindestens drei teleskopierbare Riegel jedem Tragmast zugeordnet sind, wobei die Formgebung des Grundrisses durch die Anzahl der Riegel und deren Länge bestimmt wird, wobei bei einer polygonen Formgebung die Zahl der Riegel mit den zu bildenden Ecken identisch ist, und das bei Verwendung von ungleich langen Riegeln, im wesentlichen nach einer Richtung weisender Längen,eine außerhalb des Schwerpunktes liegende Anordnung des Tragmastes bedingen.

    [0020] Die Glieder des Teleskopmastes und der Riegel sind in der Regel strangpreßgeformte Teile aus einer Alulegierung,wobei selbstverständlich auch ein geeigneter Kunststoff oder Stahl vorgesehen werden kann.

    [0021] Es muß noch festgehalten werden, daß die Riegel auch gelenkig mit dem Endglied des Tragmastes verbindbar sind, wobei bei gelenkiger Anordnung diese in verschiedenen Einstellungen rastbar sind. Die Riegel eines zweiten Zeltes dieser Art sind mit dem beschriebenen Zelt an dessen Riegelspitzen partiell zu einem Doppelzelt verbindbar, wobei vorzugsweise eine horizontale Einstellung der zu verbindenden Riegel vorgesehen ist.

    [0022] Der Erfindungsgegenstand wird durch die beigefügten Zeichnungen einer beispielsweisen Ausführungsform durch die Figuren 1 bis 4 näher erläutert. Die Figuren 5 bis 10 zeigen Beispiele projizierter Grundrißformen.

    [0023] 

    Figur 1 zeigt das Selbstbauzelt in eingefahrener Transportposition, jedoch mit bereits ausgefahrenen Abstützungen und in Verbindung damit, darüberliegend durch Bezugslinien verdeutlicht, die den teleskopierten Riegeln verbundene Dachhaut.

    Figur 2 zeigt ein Selbstbauzelt mit teleskopiertem Tragmast und partiell teleskopierten Riegeln; die mit der nach oben weisenden Fläche der Riegel verbundene Dachhaut ist ebenfalls, gemäß dem gestrichelten Umriß, ausgezogen.

    Figur 3 zeigt das vollständig aufgebaute Zelt nach den Figuren 1 und 2, mit in der Projektion quadratischen Grundriß der Dachhaut.

    Figur 4 zeigt eine Einzelheit aus Figur 1.

    Figur 5 bis 10 zeigen Beispiele möglicher projizierter Grundrißformen, d.h. bei zentaler Betrachtung von oben auf die Dachhaut, wobei Figur 5 eine Rechteckform, Figur 6 eine Quadratform, Figur 7 und 8 die Form bei ungleich langen Dachriegeln, die in Richtung der Riegelkürzung eine Verschiebung der Mastlage im Grundriß bedingen, Figur 9 zeigt die Grundrißform eines symmetrischen Polygons (Sechseck) und Figur 10 die Grundrißform eines asymmetrischen Polygons.



    [0024] Überleitend zu den Figuren 1 bis 4 darf im einzelnen festgehalten werden:

    [0025] Die fahr- und abstützbare Plattform besteht aus der eigentlichen Plattform 1.1, den Rädern oder Rollen 1.2 sowie den Stützen 1.3.

    [0026] Die abstützbare Plattform kann dabei ein für den Straßenverkehr zugelassener Tieflader sein.

    [0027] Dem Schwerpunkt der Plattform 1 ist der teleskopierbare Tragmast 2 mit seinem Grundglied 2.1 senkrecht verbunden, wobei in das Grundglied die Folgeglieder 2n eingefahren sind.

    [0028] Der Querschnitt des Mastes ist prismatisch, wobei, im Falle dieses Beispieles, ein quadratischer Grundquerschnitt gewählt wurde.

    [0029] Dem letzten Folgeglied 2n, d.h. im Endbereich des Tragmastes 2, sind die Grundriegel 3.1 der teleskopierbaren Riegel in vorbestimmter Richtung und Neigung verbunden, und die jeweiligen weiteren.Folgeglieder 3n jedes Grundgliedes in diesen, in Transportstellung, eingebracht, wobei das jeweils 1 letzte Folgeglied 3n in ausgefahrenem Zustand der Riegel 3 die Spannung der Dachhaut 4 des Zeltes bestimmt. Beim Einfahren ist die Verbindung mit dem Endbereich jedes Gliedes 3n für eine befriedigende selbesttätige Faltung erforderlich. Die Dimensionierung des Grundgliedes 2.1 des Tragmastes 2 erfolgt in aller Regel bei Berücksichtigung der Höhe der Plattform 1.1 und des durch den in eingefahrener Stellung der Riegel gegebenen überstand über das Grundglied 2.1 hinaus bei praktisch voller Nutzung der durch die Straßenverkehrsordnung zugelassenen Gesamthöhe.

    [0030] Dasselbe gilt auch für die Grundglieder 3.1 der Riegel 3, die in eingefahrenem Zustand eine solche Länge aufweisen, daß diese unter Berücksichtigung ihrer Lage bei Addition von je 2 Grundriegellängen die zulässige Breite nach der Vorschrift nicht überschreitet.

    [0031] Wie bereits eingangs erwähnt, sind der Teleskopmast 2 und die Riegel wahlweise durch hydraulische oder pneumatische und/oder mechanische Mittel ein-und ausfahrbar.

    [0032] Diese Mittel sind im Hinblick auf die Variationsfähigkeit der Antriebe und der Grundformen hier im einzelnen nicht weiter diskutiert, da sie, auch in Verbindung mit dem Erfindungsgegenstand, Stand der Technik sind.

    [0033] Des weiteren muß noch erwähnt werden, daß in ausgefahrener Stellung der Riegel 3 diese fallweise durch zum Planum gerichtete Stützen zusätzlich gesichert werden können, und das Zelt durch eine von . Stütze zu Stütze führende Bespannung abgeschlossen werden kann (siehe Klassifizierung).

    [0034] Auf eine zeichnerische Darstellung dieser Maßnahmen wurde ebenfalls verzichtet, da sie allgemein bekannt sind.


    Ansprüche

    1. Selbstbauzelt, das in verschiedenen Größen und Formen erstellbar ist und dessen Riegelenden durch mit dem Planum fixierte Stiele sicherbar sind, wobei im Falle der Ausrüstung mit diesen Stielen diese in der Regel die senkrechten, abschließenden Markisen tragen, dadurch gekennzeichnet,

    d a B dieses auf einer fahr- bzw. roll- und abstützbaren Plattform (1) von einer Transportstellung in eine Aufbaustellung verbring- bar ist, und

    d a B dieses im wesentlichen aus einem teleskopierbaren Tragmast (2) und aus einer Mehrzahl teleskopierbarer und/oder ausfaltbarer Riegel (3) besteht, wobei die gefaltete Dachhaut (4) zumindest dem als Endglied zu betrachtenden Folgeglied (3n) der Riegel (3) zur Spannung beim Ausfahren und zumindest zur Unterstützung beim Einfahren des teleskopierbaren bzw. faltbaren Riegels (3) verbunden ist.


     
    2. Selbstbauzelt nach Anspruch 1, dadurch ge- kennzeichnet,
    d a ß der eingefahrene Teleskopmast (2) einschließlich der eingefahrenen bzw. gefalteten Riegel (3) zusammen mit der Dachhaut (4) in Transportstellung eine quasi geschlossene Transporteinheit bilden.
     
    3. Selbstbauzelt nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
    d a B der Teleskopmast (2) und/oder die Riegel (3) durch hydraulische und/oder pneumatische und/oder mechanische Mittel ein- und ausfahrbar sind.
     
    4. Selbstbauzelt nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
    d a ß die einzelnen Teleskopzüge (2.1/2n) und (3.1/3n) des Tragmastes (2) und der Riegel (3) zueinander gegen Verdrehung gesichert sind.
     
    5. Selbstbauzelt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
    d a ß die Sicherung der Teleskopzüge (2.1/2n) und (3.1/3n) gegen Verdrehung durch die Wahl prismatischer Querschnitte für die ineinandergreifenden Züge gegeben ist.
     
    6. Selbstbauzelt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    d a ß mindestens drei teleskopierbare Riegel (3) jedem Tragmast (2) zugeordnet sind, wobei die Formgebung des Grundrisses durch die Anzahl der Riegel (3) und deren Länge bestimmt wird.
     
    7. Selbstbauzelt nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,

    d a B bei einer polygonen Formgebung die Zahl der Riegel (3) mit den zu bildenden Ecken identisch ist, und

    d a ß bei Verwendung von Riegeln ungleich langer, im wesentlichen nach einer Richtung weisender Längen,eine außerhalb des Schwerpunktes liegende Anordnung des Tragmastes (2) bedingen.


     
    8. Selbstbauzelt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    d a ß die einzelnen Riegel (3) starr und/oder gelenkig mit dem Endglied (2n) des Tragmastes (2) verbindbar sind, wobei die gelenkige Verbindung in verschiedenen Einstellungen rastbar ist.
     
    9. Selbstbauzelt nach Anspruch 1und 9, dadurch gekennzeichnet,
    d a ß die Riegel (3) eines zweiten Zeltes dieser Art mit dem genannten Zelt an dessen Riegelspitzen partiell zu einem Doppelzelt verbindbar sind, wobei vorzugsweise eine horizontale der Einstellung der zu verbindenden Riegel (3) vorgesehen ist.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht