[0001] Die Erfindung betrifft eine als Versand- und Verkaufseinheit ausgebildete Palette
mit einem Aufbau aus Faltmaterial zur Aufnahme und Darbietung von übereinander befindlichen
Lagen von Waren.
[0002] Auf derartigen Paletten werden die betreffenden Waren lageweise gestapelt und kommen
anschließend zum Versand. Am Ort des Verkaufs, beispielsweise in einem Ladengeschäft,
werden die Waren üblicherweise ohne vorheriges Umpacken direkt dem Käufer dargeboten,
der sie aus der Einheit einzeln entnehmen kann.
[0003] Eine bekannte derartige Palette für selbsttragende Waren besteht aus einem Tragrost
mit Füßen, üblicherweise aus Holz oder Holzwerkstoff, über den von oben ein Umkarton
gestülpt ist, so daß in dem dadurch entstehenden, quaderförmigen Hohlraum die selbsttragenc!en
Verpackungen der betreffenden Waren aufgenommen werden können. Der Stülpkarton kann
derart geöffnet werden, daß seine Rückwand praktisch zur Gänze stehen bleibt, während
seine Vorderwand zum größeren Teil abgetrennt wird. Die Reißlinie in den Seitenwänden
des Stülpkartons verläuft schräg.
[0004] Für selbsttragende Waren hat sich diese bekannte Palette bewährt. Nicht selbsttragende
Artikel können mit dieser Palette aber nicht versendet und verkauft werden.
[0005] Zum Stand der Technik wird auch verwiesen auf die Deutsche Gebrauchsmusterschrift
8,225,87l, von der die Erfindung ausgeht. Jede Lage des Aufbaus besteht dort aus einer
einzigen Faltschachtel mit einem kreuzförmigen Einsatz, durch den das Innere der Faltschachtel
in vier Räume unterteilt wird. Diese sind durch Ausschnitte in der Vorderwand bzw.
Rückwand der Faltschachtel zugänglich. Man muß hier also dafür sorgen, daß sowohl
die Vorderseite wie auch die Rückseite der Palette frei zugänglich sind. Dies ist
aber nicht immer gegeben.
[0006] Die Stapelbarkeit der Faltschachtel wird dort über gesonderte, in vorbestimmter
Höhe in die Ecken geklebte Holzprofilstäbe erreicht. Dies ist aber arbeits- und materialaufwendig.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine als Versand- und Verkaufseinheit
ausgebildete Palette der eingangs genannten Art vorzuschlagen, die auch für nicht
tragende Waren geeignet ist.
[0008] Ihr gesamter Stauraum soll außerdem von einer einzigen Seite, der Vorderseite, her
zugänglich sein. Außerdem soll sie material- und arbeitssparend aufgestellt werden
können.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß schalenförmige
Aufnahmebehälter für die Waren vorgesehen sind, die die in sie eingesetzten Waren
an den Vorderseiten und an den Seitenwänden der Aufnahmebehälter zumindest in ihrem
oberen Teil frei lassen, daß jeweils wenigstens zwei der Aufnahmebehälter zu einer
Gruppe nebeneinander angeordnet sind, daß die nebeneinander angeordneten Gruppen
der Aufnahmebehälter an den Seiten und an der Rückseite jeweils von einem U-Teil umschlossen
sind, das an seiner Oberseite wenigstens einen horizontal verlaufenden Klebeflansch
hat und daß eine Sammelschale mit einem umlaufenden Rand an ihrer Oberseite vorgesehen
ist, die an ihrer Unterseite mit dem Klebeflansch verbunden ist und in die die Aufnahmebehälter
der jeweils oberen Lage eingesetzt werden können.
[0010] Die eigentliche Tragfunktion des aus Faltmaterial bestehenden Aufbaus wird somit
von der Baueinheit übernommen, die aus den nebeneinander gesetzten U-Teilen besteht,
die gemeinsam jeweils mit einer sie überdeckenden Sammelschale verbunden sind. Die
U-Teile sind nach unten offen, so daß sie ohne weiteres über die mit den Waren befüllten,
schalenförmigen Aufnahmebehälter gestülpt werden können. Auf die beschriebene Art
und Weise werden die verschiedenen Lagen der erfindungsgemäßen Palette übereinander
aufgebaut. Über die gesamte, derart aufgebaute Palette wird anschließend noch ein
Stülpkarton von oben gestülpt, der den gesamten Aufbau einschließlich der in ihm verpackten
Waren lagesicher und versandfertig hält.
[0011] Am Ort des Verkaufs wird zunächst der Stülpkarton entfernt und es sind dann sofort
die Waren der obersten Lage von vorne frei zugänglich, nämlich über die Vorderseiten
der U-Teile. Die U-Teile der obersten Lage brauchen nämlich durch die Sammelschale
nicht mehr miteinander verbunden zu werden. Es kann aber auch hier eine Sammelschale
vorgesehen sein.
[0012] Zum Verkauf der betreffenden Lage werden die U-Teile, gegebenenfalls mit der mit
ihnen verklebten Sammelschale, nach oben abgezogen und die betreffenden Waren, beispielsweise
nicht tragende Beutel, sind dann von vorne und von der Seite her frei zugänglich.
Dennoch werden sie in ihren schalenförmigen Aufnahmebehältern gehalten.
[0013] Auf diese Weise kann die gesamte Palette abverkauft werden. Als Staubschutz für die
unterste Lage der Palette wird vorzugsweise eine Ringmanschette verwendet, die in
die Sammelschale eingesetzt werden kann und dadurch an dieser Lage fixiert wird.
[0014] Bevorzugt wird es ferner, wenn im vorderen Bereich der Klebeflansche sowie der daran
angrenzenden Seitenwände der U-Teile in Querrichtung verlaufende, paarweise Schnitte
vorgesehen sind, wobei das zwischen den Schnitten befindliche Faltmaterial nach innen
gefaltet ist. Nachdem diese Klebeflansche nur mit ihren rückwärtigen Teilen an der
Rückwand der U-Teile angeklebt sind, dient die beschriebene Faltung nach innen dazu,
beim Verleimen der U-Teile mit ihrer Sammelschale auch im vorderen Bereich den notwendigen
Gegendruck aufzubringen. Die Schnitte sind gegebenenfalls aber auch entbehrlich.
[0015] Die Anzahl der Aufnahmebehälter, U-Teile und Sammelschalen wird man den jeweiligen
Vehrältnissen anpassen. Für jede Lage sollte eine einzige Sammelschale vorgesehen
sein, die vorzugsweise zwei U-Teile miteinander verbindet, wobei in jedem der U-Teile
vorzugsweise wiederum zwei Aufnahmebehälter untergebracht sind.
[0016] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert,
aus dem sich weitere wichtige Merkmale ergeben. Es zeigt:
Fig. l - perspektivisch einen der Aufnahmebehälter;
Fig. 2 - perspektivisch eines der U-Teile;
Fig. 3 - ebenfalls perspektivisch eine Baueinheit, bestehend aus zwei nebeneinander
befindlichen U-Teilen, die über eine Sammelschale miteinander verbunden sind, auf
die eine einzige Sammelschale aufgesetzt ist, wobei außerdem mehrere der Aufnahmebehälter
in ihren U-Teilen gezeigt sind;
Fig. 4 - perspektivisch eine aus diesen Bestandteilen sowie einer Ringmanschette aufgebaute
Palette.
[0017] Fig. l zeigt einen schalenförmigen Aufnahmebehälter mit rechteckigem Grundriß mit
einem Boden l, einer Rückwand 2, zwei Seitenwänden 3 und einer Vorderwand 4. Die Rückwand
2 ist fühlbar höher als die Seitenwände und die Vorderwand. Die Höhe der Rückwand
entspricht etwa der Höhe der in den Behältern aufzubewahrenden Waren, beispielsweise
Beuteln.
[0018] Zwei dieser Aufnahmebehälter werden nebeneinander gesetzt, wie dies auch Fig. 3 zeigt.
Über diese Gruppe wird dann ein U-Teil nach Fig. 2 gesetzt, welches aus einer Rückwand
5, zwei Seitenwänden 6 und zwei oberen Klebelaschen 7 besteht. Die Abmessungen sind
so getroffen, daß sich das U-Teil eng an die mit den Waren befüllten Aufnahmebehälter
nach Fig. l anlegt.
[0019] Zwei U-Teile nach Fig. 2 werden mit ihren Seitenwänden nebeneinander gelegt. Anschließend
werden die Oberseiten der Klebelaschen 7 mit Leim besprüht und es wird dann auf die
Gruppe der U-Teile eine Sammelschale aufgesetzt, die dadurch mit den U-Teilen verklebt
wird. Die Sammelschale hat einen Boden 8 entsprechend der Größe der beiden nebeneinander
befindlichen U-Teile, sowie einen umlaufenden Rand 9, der nach oben vorsteht.
[0020] Fig. 3 zeigt die Anordnung dieser Baueinheit bestehend aus einer Sammelschale mit
zwei mit ihr verklebten U-Teilen und einem weiteren, auf die Oberseite aufgesetzten
U-Teil. In die U-Teile sind von vorne die Aufnahmebehälter nach Fig. l eingeschoben.
[0021] Nach diesem Prinzip werden die Lager der Palette aufgebaut. Dies zeigt Fig. 4.
[0022] Die U-Teile, die Sammelschale und die Aufnahmebehälter der untersten Lage werden
von einer Ringmanschette l0 umschlossen, die als Staubschutz dient. Die Ringmanschette
ist von oben in die Sammelschale eirgesetzt. Sie hat vorzugsweise eine Höhe etwa
entsprechend der Höhe der untersten Lage.
[0023] Von oben wird anschließend ein unter offener Stülpkarton über die fertige Palette
nach Fig. 4 gestülpt, die dann versandfertig ist.
[0024] Am Ort des Verkaufs wird der Umkarton nach oben abgezogen und es kann jetzt mit dem
Verkauf der obersten Lage begonnen werden, wobei gegebenenfalls die U-Teile dieser
obersten Lage auch noch nach oben abgezogen werden. Die Waren sind dann von vorne
und von der Seite gut sichtbar. Ist die oberste Lage abverkauft, sc wird die Baueinheit,
bestehend aus der darunter befindlichen Sammelschale mit den an ihr hängenden U-Teilen
nach -ben abgezogen und die nächste Lage wird abverkauft und so fort. Zum Verkaufen
der untersten Lage muß natürlich die Ringmanschette l0 nach oben abgezogen werden.
[0025] Fig. 2 zeigt auch, daß zwischen parallelen Schnitten l2 befindliche Teile der Wände
6 und der Klebelaschen 7 nach innen gefaltet sind zur Stabilisierung der Klebelaschen
im vorderen Bereich. Im rückwärtigen Bereich sind an die dortigen Kanten der Klebelaschen
kürzere Klebelaschen angelenkt, die über die betreffende Rückwand 5 gefaltet und
dort mit der Rückwand verklebt sind. Dadurch werden die Klebelaschen horizontal gehalten.
[0026] Es ist ersichtlich, daß durch den beschriebenen Aufbau die jeweiligen Produkte der
jeweils obersten Lage an der Vorderseite und seitlich vollkommen frei stehen. Lediglich
an der Rückseite verbleibt die Rückwand 2 der Aufnahmebehälter. Die darunter befindlichen
Lagen sind seitlich und an der Rückseite durch die U Teile geschützt. An der Vorderseite
kann jedoch aus jedem Gefach Ware entnommen werden.
1. Als Versand- und Verkaufseinheit ausgebildete Palette mit einem im wesentlichen
aus Faltmaterial bestehenden Aufbau zur Aufnahme und Darbietung von übereinander befindlichen
Lagen von Waren, gebildet durch schalenförmige Aufnahmebehälter für die Waren, die
die in sie eingesetzten Waren an den Vorderseiten der Aufnahmebehälter zumindest
in ihrem oberen Teil frei lassen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahmebehälter (Fig. l) die in sie eingesetzten Waren auch an den Seitenwänden
(3) zumindest in ihrem oberen Teil frei lassen, daß jeweils wenigstens zwei der getrennte
Einheiten bildenden Aufnahmebehälter zu einer Gruppe nebeneinander angeordnet sind,
daß die nebeneinander angeordneten Gruppen der Aufnahmebehälter an den Seiten und
an der Rückseite jeweilsvon einem U-Teil umschlossen sind, das an seiner Oberseite
wenigstens einen horizontal verlaufenden Klebeflansch (7) hat und daß eine Sammelschale
mit einem umlaufenden Rand (9) an ihrer Oberseite vorgesehen ist, die an ihrer Unterseite
mit dem Klebeflansch (7) verbunden ist und in die die Aufnahmebehälter der jeweils
oberen Lage eingesetzt werden können.
2. Palette nach Anspruch l,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine die unterste Lage umschließende Ringmanschette (l0) vorgesehen ist.
3. Palette nach Anspruch l oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß im vorderen Bereich der Klebeflansche (7) sowie der daran angrenzenden Seitenwände
(6) der U-Teile in Querrichtung verlaufende, paarweise Schnitte (l2) vorgesehen sind
und daß das zwischen den Schnitten (l2) befindliche Faltmaterial nach innen gefaltet
ist.
4. Palette nach einem der Ansprüche l bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in jeder Lage vier Aufnahmebehälter, zwei U-Teile und eine Sammelschale vorgesehen
sind.
5. Palette nach einem der Ansprüche l bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein an der Unterseite offener Umkarton für den Aufbau der Palette vorgesehen ist.