[0001] Die Erfindung geht aus von einer Halogenglühlampe nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Es ist bekannt, daß sich bei Halogenglühlempen mit Gestellteilen aus Molybdän die
Lebensdauer aufgrund von Kreisprozeßproblemen verringert. Dieses Problem wird üblicherweise
dadurch gelöst, daß die Gestellteile, insbesondere die inneren Stromzuführungen,
aus Wolfram hergestellt werden. Wegen der hohen Sprödigkeit von Wolfram ist es jedoch
nicht möglich, einen sicheren mechanischen Halt und einen guten elektrischen Kontakt
zwischen Stromzuführungen und Leuchtkörper mittels einer Klemmverbindung zu erzielen,
wie sie bei den weniger spröden Molybdängestellteilen bekannt ist. (z.B. DE-OS 21
26 796).
[0003] Statt dessen wird häufig das Ende des gewendelten Leuchtkörpers auf den Stromzuführungsdraht,
dessen Durchmesser etwas kleiner als der Innendurchmesser des Gewendels ist, aufgeschoben.
Der mangelhafte mechanische Halt und elektrische Kontakt führt dabei jedoch häufig
zu Wackelkontakten, was insbesondere die Dimmbarkeit der Halogenglühlampen erschwert.
Die Eigenschaft der Dimmbarkeit ist jedoch bei zahlreichen Anwendungen erwünscht.
Bekannte Zusatzmaßnahmen zur Verbesserung dieser Mängel, wie Heißkrimpen oder Verbiegen
des Stromzuführungsdrahtes vor dem Aufschieben des Leuchtkörpers zur Erzielung eines
Aufhängeeffektes (beides in der US-PS 3 930 177 beschrieben), sind zeit- und kostenaufwendig
und/oder für eine Mechanisierung kaum geeignet. Überdies wird der Kontakt nicht im
gewünschten Maße verbessert.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Halogenglühlampen mit einem sicheren
mechanischen und elektrischen Kontakt zwischen Leuchtkörper und Stromzuführung herzustellen,
wobei die Montage des Leuchtkörpers sehr einfach durchführbar und somit leicht mechanisierbar
sein soll.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einer Halogenglühlampe erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die Montage wird dabei erfindungsgemäß entsprechend
den kennzeichnenden Merkmalen des Verfahrensanspruchs 9 durchgeführt.
[0006] Dadurch, daß der Durchmesser der inneren Stromzuführung geringfügig, insbesondere
um 5-20 %, kleiner als der Innendurchmesser der Wendel an den Enden des Leuchtkörpers
ist, wird ein leichtes Auffädeln der Leuchtkörperenden ermöglicht.
[0007] Die Anflachung in der Nähe des Stromzuführungsendes, deren größte Breite geringfügig,
insbesondere 5-30 %, größer als der Innendurchmesser der Wendel an den Enden des Leuchtkörpers
ist, bewirkt einen guten elektrischen Kontakt und mechanischen Halt des Leuchtkörpers
während der gesamten Lebensdauer der Lampe.
[0008] Eine Abwinkelung des Endbereichs der inneren Stromzuführung, insbesondere um 45°-90°,
auf einer Länge, die die Entfernung der Anflachung vom Stromzufühungsende merklich
übertrifft, erleichtert das Einfädeln des Leuchtkörpers.
[0009] Vorteilhaft ist der Leuchtkörper vom Stromzuführungsende um 90° ± 45° weggebogen.
Dadurch wird eine seitlich wirkende Zugbelastung des gespannten Leuchtkörpers erreicht,
was wiederum den Kontakt im Bereich des umfaßten Stromzuführungsendes verbessert und
eine zusätzliche Haltefunktion bewirkt.
[0010] Bevorzugt ist der Leuchtkörper doppelt gewendelt. Somit ist unter dem Innendurchmesser
der Wendel an den Enden des Leuchtkörpers der Innendurchmesser des Sekundärgewendels
zu verstehen. (Entsprechend wäre bei einem einfach gewendelten Leuchtkörper der Innendurchmesser
des Erstgewendels gemeint). Diese Struktur des Leuchtkörpers bewirkt eine hohe Elastizität,
die insbesondere die Haltfunktion der Anflachung unterstützt, indem bei Zugbelastung
des Leuchtkörpers sich der Innendurchmesser des Sekundärgewendels verringert und der
Leuchtkörper dadurch noch wirksamer von der Anflachung gehaltert wird (Selbsthemmung).
Vorteilhaft weist der Leuchtkörper in der Nähe seiner Enden eine sekundärgewendelfreie
Unterbrechung auf. Mittels dieser Unterbrechung läßt sich die Länge des zum Leichten
bestimmten Mittelteils des Leuchtkörpers eindeutig definieren. Die zum Haltern bestimmten
Enden des Leuchtkörpers sind abgegrenzt.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von 6 Figuren, die zwei Ausführungsbeispiele
beinhalten, näher beschrieben. Es zeigt
Figur 1 die Frontalansicht einer Halogenglühlampe gemäß der Erfindung
Figur 2 die Seitenansicht der Halogenglühlampe nach Figur 1
Figur 3a-c ein Ausführungsbeispiel für die Montage des Leuchtkörpers auf die innere
Stromzuführung gemäß der Erfindung
Figur 4 die Frontalansicht eines anderen Ausführungsbeispiels einer Halogenglühlampe
gemäß der Erfindung
Figur 5 die Seitenansicht der Halogenglühlampe nach Figur 4
[0012] Figur 1 zeigt schematisch die Frontalansicht einer 220 V-Halogenglühlampe 1 mit einer
Leistung von 150 W. Sie besitzt einen Quarzkolben 2, der über einen Pumpstengel 3
mit einer Halogenverbindung und einem oder mehreren Inertgasen gefüllt wurde und an
dem ein Metallsockel 4 über eine Quetschdichtung 5 befestigt ist. In die Quetschdichtung
5 sind Molybdänfolien 6 eingeschmolzen, die die beiden äüßeren Stromzuführungen (nicht
sichtbar), aus Molybdän gefertigt, und die beiden inneren Stromzuführungen 7, aus
Wolfram hergestellt, vakuumdicht miteinander elektrisch verbinden. Die beiden inneren
Stromzuführungen 7 sind Bestandteile eines Haltegestells 8, das außerdem zwei Wendelhalter
9 mit mäanderförmigen Krümmungen 10 sowie ein hakenartiges Teil 11 umfaßt. Die Bestandteile
des Haltegestells 8 sind in ihrer Lage zueinander durch einen Querbalken 12 aus Quarzglas
fixiert, wobei die beiden Wendelhalter 9 (aus Wolframdraht) in einer Ebene liegen.
Der doppeltgewendelte Leuchtkörper 13 aus Wolfram ist in mehrere Abschnitte gegliedert.
Die beiden Endabschnitte 14 sind an den Endteilen 15 der inneren Stromzuführungen
7 gehaltert. Im Bereich einer Unterbrechung 16 des Sekundärgewendels ist der Leuchtkörper
13 von den inneren Stromzuführungen 7 weggebogen (s. Fig. 2). Es schließen sich vier
doppeltgewendelte Leuchtabschnitte 17 an, die in der Projektion nach Figur 1 ein
M bilden. Sie sind durch sekundärgewendelfreie Abschnitte 18 voneinander getrennt,
an denen der Leuchtkörper 13 vom Gestell 8, insbesondere von den beiden mäanderförmigen
Krümmungen 10 der Wendelhalter 9 und vom hakenartigen Teil 11, gespreizt wird.
[0013] Die räumliche Anordnung von Leuchtkörper 13 und Gestell 8 verdeutlicht die Seitenansicht
gemäß Figur 2. Zur Vermeidung von Überschlägen sind die Endabschnitte 14 und der mittig
gelegene sekundärgewendelfreie Abschnitt 18 aus der von den Wendelhaltern 9 definierten
Ebene - die im folgenden als Bezugsebene dienen soll - herausgeführt, in dem die beiden
Endteile 15 der inneren Stromzuführungen 7 (in der Projektion ist nur ein Endteil
sichtbar) jeweils in eine Ebene senkrecht zur Bezugsebene und senkrecht zur Orientierung
des Querbalkens 12 nach der gleichen Richtung hin abgewinkelt sind, während das hakenartige
Teil 11 ebenfalls in eine Ebene senkrecht zur Bezugsebene und parallel zu den Ebenen
der Endteile 15, jedoch in die entgegengesetzte Richtung, abgewinkelt ist. Die Halterung
des Leuchtkörpers 13 an den Endteilen 15 der inneren Stromzuführung 7 erfolgt dabei
jeweils mittels einer Anflachung 19. Die Wirkungsweise der Anflachung 19 und ihre
Bedeutung bei der Montage des Leuchtkörpers auf die innere Stromzuführung 7 soll im
folgenden näher erläutert werden.
[0014] Figur 3 zeigt schematisch die Montage des Leuchtkörpers 13. Der Innendurchmesser
seines Sekundärgewendels, das in der Nähe des Leuchtkörperendes eine Unterbrechung
16 aufweist, beträgt 600 µm. Die innere Stromzuführung 7 weist einen Durchmesser von
550 µm auf, ihre gestreckte Gesamtlänge beträgt etwa 18 mm. An dem dem Leuchtkörper
13 zugewandten Ende ist sie Zunächst auf einer Länge von etwa 5 mm um 60° abgewinkelt
worden. Das dadurch gebildete Endteil 15 der inneren Stromzuführung 7 wird etwa 2
mm vom Ende der Stromzuführung entfernt derartig gequetscht, so daß die Anflachung
19 entsteht. Das Quetschen erfolgt dabei bevorzugt mit Hilfe von zwei zylindrischen
Prägestempeln, die gleichzeitig von zwei Seiten an die Stromzuführungen angepreßt
werden. Die Anflachung 19 ist in der durch die innere Stromzuführung 7 und Endteil
15 gebildet Ebene verbreitert mit einer Größten Breite von etwa 660 µm und senkrecht
zu dieser Ebene bis auf 440 µm verdünnt.
[0015] Bei der Montage werden nun zunächst (Fig. 3a) das Ende des Leuchtkörpers 13 und das
Endteil 15 der inneren Stromzuführung 7 zueinander ausgerichtet. Gemäß Figur 3b wird
nun der Leuchtkörper 13 von einem Ende her auf das Endteil 15 aufgesteckt. Dabei werden
mindestens zwei, im allgemeinen etwa fünf Windungen des Sekundärgewendels vom Endabschnitt
14 über die Anflachung 19 hinaus auf das Endteil 15 aufgeschoben, wodurch der Leuchtkörper
13 auf dem Endteil 15 gehaltert ist (Fig. 3c). In ähnlicher Art und Weise wird das
Haltern des anderen Endabschnitts 14 des Leuchtkörpers 13 an der zweiten inneren Stromzuführung
7 gleichzeitig vorgenommen. Beide Innenstromzuführungen 7 sind bereits während der
Leuchtkörpermontage mit Hilfe des Querbalkens 12 (aus Quarzglas) am Gestell 8 fixiert.
Der zunächst noch zwischen den Endteilen 15 frei hängende Leuchtkörper 13 wird nun
im Bereich der Unterbrechungen 16 nach oben gebogen (Fig. 3c) und, wie aus Figur 1
verstanden werden kann, über die Krümmungen 10 geführt und am hakenartigen Teil 11
eingehängt.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel einer 110 V-Halogenglühlampe 1ʹ mit einer Leistung von 75
W zeigt Figur 4. Sie besitzt im wesentlichen den gleichen Aufbau wie die Halogenglühlampe
des ersten Ausführungsbeispiels, unterscheidet sich jedoch entsprechend der verringerten
Betriebsspannung in dem etwa auf die Hälfte verkürzten und nunmehr in Form eines
auf dem Kopf stehenden V's ausgeführten Leuchtkörpers 13ʹ. Dies bedingt auch einen
veränderten Aufbau des Gestells 8ʹ, indem der Querbalken 12ʹ nur einen Wendelhalter
9ʹ mit einer mäanderförmigen Krümmung 10ʹ und zwei innere Stromzuführungen 7ʹ zuinander
fixiert (Fig. 5). Die beiden inneren Stromzuführungen 7ʹ sind jetzt jeweils in einer
Ebene parallel zur Ebene des Wendelhalters 9ʹ gebogen.
[0017] Zwischen dem abgewinkelten Endteil 15ʹ, das die Anflachung 19ʹ enthält, und dem restlichen
Stromzuführungskörper ist dabei ein zusätzliches, jedoch im Vergleich zum Endteil
15ʹ kürzeres Zwischenstück 20 entgegengesetzt abgewinkelt, so daß in der Projektion
gemäß Figur 5 das Endteil 15ʹ die Mittelachse A des Hüllkolbens 2ʹ schneiden kann,
wobei vom Zwischenstück 20 aus gesehen die Anflachung 19ʹ vor dem Schnittpunkt liegen
muß. Somit kann der Leuchtkörper 13ʹ jetzt mittig und eben, wobei die Ebene senkrecht
zur Ebene des Wendelhalters 9ʹ liegt, gespannt werden. Die Montage des Leuchtkörpers
auf die innere Stromzuführung erfolgt analog den Figuren 3a-c, wobei jetzt der Stromzuführungsdurchmesser
440 µm, die größte Breite der Anflachung 550 µm und der Innendurchmesser des Sekundärgewendels
480 µm beträgt.
[0018] Neben diesen bevorzugten Ausführungsbeispielen kann die Erfindung noch auf viele
andere Beispiele angewendet werden. Insbesondere können auch leuchtkörper ohne sekundärgewendelfreie
Abschnitte oder Unterbrechungen sowie Leuchtkörper ohne jegliches Sekundärgewendel,
des weiteren innere Stromzuführungen ohne abgewinkeltes Endteil verwendet werden.
1. Halogenglühlampe (1; 1ʹ) mit einem Kolben (2; 2ʹ) und einem gewendelten Leuchtkörper
(13; 13ʹ), der gewendelfreie Abschnitte (18) aufweisen kann, wobei der Leuchtkörper
(13; 13ʹ) von einem Gestell (8; 8ʹ) gehaltert wird, das zumindest zwei innere Stromzuführungen
(7; 7ʹ) aus Wolfram umfaßt und das mit äußeren Stromzuführungen über eine Quetschdichtung
(5) mittels Folien (6) in Verbindung steht, gekennzeichnet durch die Kombination folgender
Merkmale:
- der Durchmesser der inneren Stromzuführungen (7; 7ʹ) ist geringfügig kleiner als
der Innendurchmesser der Wendel an den Enden des Leuchtkörpers (13; 13ʹ)
- die beiden inneren Stromzuführungen (7; 7ʹ) weisen in der Nähe des dem Leuchtkörper
(13; 13ʹ) zugewandeten Endes jeweils eine Anflachung (19; 19ʹ) auf, deren größte Breite
geringfügig größer ist als der Innendurchmesser der Wendel an den Enden des Leuchtkörpers
(13; 13ʹ)
- das Ende des Leuchtkörpers (13; 13ʹ) umgibt die beiden inneren Stromzuführungen
(7; 7ʹ) bis über die Anflachung (19; 19ʹ) hinaus.
2. Halogenglühlampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden inneren
Stromzuführungen (7; 7ʹ) an dem dem Leuchtkörper (13; 13ʹ) zugewandten Ende auf einer
Länge, die die Entfernung der Anflachung (19; 19ʹ) von diesem Ende merklich übertrifft,
abgewinkelt sind.
3. Halogenglühlampe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ende der inneren
Stromzuführungen (7) um einen Winkel von 45° - 90° abgewinkelt ist.
4. Halogenglühlampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Leuchtkörper
(13; 13ʹ) doppelt gewendelt ist und somit der Innendurchmesser der Wendel durch den
Innendurchmesser des Sekundärgewendels gegeben ist.
5. Halogenglühlampe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Leuchtkörper
(13) in der Nähe seiner Enden jeweils eine sekundärgewendelfreie Unterbrechung (16)
aufweist.
6. Halogenglühlampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser
der inneren Stromzuführungen (7; 7ʹ) um 5-20 % kleiner ist als der Innendurchmesser
der Wendel an den Enden des Leuchtkörpers (13; 13ʹ).
7. Halogenglühlampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die größte Breite
der Anflachung (19; 19ʹ) um 5-30 % größer als der Innendurchmesser der Wendel an den
Enden des Leuchtkörpers (13; 13ʹ) ist.
8. Halogenglühlampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Leuchtkörper
(13; 13ʹ) vom Ende der inneren Stromzuführung (7; 7ʹ) in einem Winkel von 90° ± 45°
weggebogen ist.
9. Verfahren zur Herstellung einer Halogenglühlampe nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch folgende Schritte:
- Quetschen der inneren Stromzuführungen unter Wärmezufuhr jeweils in der Nähe ihrer
leuchtkörperseitigen Enden, so daß eine Anflachung entsteht
- Ausrichten von Stromzuführungsende und Leuchtkörper zueinander
- Aufstecken des Leuchtkörpers auf das Ende der inneren Stromzuführung, wobei mindestens
zwei Windungen des Sekundärgewendels auch über die Anflachung hinaus aufgeschoben
werden.