[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine aus dicht gebrannten keramischen Platten bestehende
Bekleidung für Raumumgrenzungen, wie Wände, Decken oder Böden, bei der die Platten
im Abstand von einer sie über eingesetzte Stützen tragenden flächigen Unterkonstruktion
angeordnet sind und der gesamte Bereich zwischen der Unterkonstruktion und der Bekleidung
als gegen den umgrenzten Raum abgedichteter Luftspalt ausgebildet und von einem erhitzten
gasförmigen Medium durchströmt ist.
[0002] Eine solche Bekleidung läßt sich aus Abdeckplatten mit angebrachten Stützen herstellen,
wie sie in dem DGBM 84 34 523.3 zum Herstellen temperierbarer und fugendichter Endloszwischenräume
an Fassaden und Fußböden beschrieben werden.
[0003] Aus der DE-OS 32 42 942 ist ein Fliesenbaustein bekannt, bei dem die Fliese mit einem
Unterbau versehen ist, so daß sie insgesamt eine quaderförmige Gestalt annimmt. Der
Unterbau ist mit offenen oder geschlossenen Kanälen versehen. Damit soll es möglich
sein, diese Fliesenbausteine ohne feste Verbindung mit dem Untergrund nebeneinander
aufzulegen, so daß die Verlegung sehr einfach und auch von Laien durchführbar ist
und ein mit derartigen Fliesenbausteinen erstellter Bodenbelag oder dergleichen ist
aber erkennbar sehr ma- ; terialaufwendig. Auch wenn behauptet wird, das offenbarte
Prinzip sei für Fliesengrößen über 25 x 12,5 cm anwendbar, stößt die Anwendung auf
großformatige Platten mit bis zu 150 x 200 cm allein schon deshalb auf Schwierigkeiten,
weil sich bei der Wärmebeaufschlagung solcher Bauelemente Deh- ) nungen ergeben, die
proportional den Abmessungen sind und von der ganzen Konstruktion nicht aufgenommen
werden können.
[0004] Nach der DE-O
S 30 14 444 besitzen zur Herstellung einer Gebäudefassade verwendete Fassadenplatten
auf ihrer der Sichtseite abgewendeten Seite Rippen, mit deren Hilfe ein Luftführungssystem
erstellt werden soll. Bei der zu führenden Luft handelt es sich aber nicht um solche
zur Raumbeheizung, sondern um solche, die sich hinter der Fassade, z.B. durch die
Sonneneinstrahlung auf die Fassade, aufge- - heizt hat und abgezogen und ggf. einer
Weiterverwendung als Wärmeträger einem Wärmeaustauscher zugeführt werden soll.
[0005] Schließlich ist aus dem DGbM 83 37 798 ein Raumausstattungselement, besonders für
einen beheizten Fußboden oder eine beheizte Wand bekannt, das aus zwei Fliesen aus
Metall besteht, die mit Abstand aufeinandergesetzt sind, so daß ein Hohlraum für die
Beaufschlagung mit Wärme entsteht, wobei die untere Fliese
-mit einer Wärmedämmschicht versehen ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine aus dicht gebrannten keramischen Platten bestehende
Bekleidung aus großformatigen, dünnwandigen keramischen Platten herzustellen und dafür
zu sorgen, daß sie auf der ihrer Sichtseite abgewendeten Seite optimal mit dem erhitzten
gasförmigen Medium beaufschlagt werden können, ohne daß es zu Wärmespannungen in den
dünnwandigen großformatigen Platten kommt.
[0007] Es wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß unter Verwendung großformatiger,
dünnwandiger, dichtgebrannter keramischer Platten die zwischen den Platten und der
flächigen Unterkonstruktion eingesetzten Stützen als große Oberfläche aufweisende
Wärmeleitkörper mit in Strömungsrichtung des erhitzten gasförmigen Mediums verlaufenden
Kanälen ausgebildet sind.
[0008] Damit wird ein so optimaler Kontakt der Bekleidungskonstruktion mit dem erhitzten
gasförmigen Medium erreicht, daß es möglich ist, mit niedrigeren Temperaturen des
erhitzten gasförmigen Mediums zu arbeiten und somit Wärmespannungen in den Bekleidungsplattenzu
vermeiden. Außerdem kann wegen des guten Wärmeübergangs vom strömenden Medium auf
die Wärmeleitkörper die Geschwindigkeit dieses strömenden Mediums herabgesetzt werden,
was zur Folge hat, daß aus der Gasströmung resultierende störende Geräusche mit Sicherheit
vermieden werden können.
[0009] Im Gegensatz.zu dem beispielsweise aus der DE-OS 32 42 942 entnehmbaren Stand der
Technik sind beim Erfindudngsgegenstand Kanäle, nämlich nicht zur Fortleitung des
Mediums gedacht, sondern sollen lediglich möglichst große Wärme- übergangsflächen
gewährleisten, ohne den Strömungsverlauf des erhitzten Mediums zu behindern.
[0010] In weiterer Ausbildung der Erfindung sind wenigstens einige der Wärmeleitkörper am
Rand der Platten, diese seitlich überragend angeordnet, so daß sie als Auflager für
den benachbarten, nicht mit einem Wärmeleitkörper besetzten Rand der benachbarten
Platten dienen können, aber gleichzeitig eine kleine Verschiebung der Plattenränder
gegeneinander bzw. aufeinander zu infolge der Wärmedehnung der Platten ermöglichen.
Die Wärmeleitkörper können aus dem Material der Platten bestehen. Man kann aber auch
ein Material wählen, das bessere Wärmeleiteigenschaften aufweist, beispielsweise Aluminium
oder eine Aluminiumlegierung. Vorzugsweise bildet man die Wärmeleitkörper als entsprechende
Rippen- oder Wabenkörper aus.
[0011] Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Wärmeleitkörper als solche
als einzige Stützkörper für die Platten gegenüber der Unterkonstruktion dienen können,
so daß sich zusätzliche Stützkörper erübrigen.
[0012] In weiterer Ausbildung der Erfindung sind die Wärmeleitkörper dauerhaft mit den Platten
verbunden. Durch dauerhafte und vorzugsweise vollflächige Verbindung der Wärmeleitkörper
mit den Platten entsteht so ein homogener Verbundkörper.
[0013] Besonders geeignet ist die Herstellung der dauerhaften Verbindung durch ein keramisches
Bindemittel, wie z.B. eine geeignete keramische Glasur mit gleichen oder wenigstens
weitgehend ähnlichen Stoffeigenschaften, insbesondere Wärmedehnungseigenschaften,
wie denen der Platten und/ oder Wärmeleitkörper. Man nutzt so besonders vorteilhaft
die gute Wärmeleitfähigkeit des Wärmeleitkörpers und die besondere Fähigkeit der Keramik,
Strahlungswärme geben, voll aus.
[0014] Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 eine Unteransicht zweier Platten, die mit Wärmeleitkörpern bestückt sind und
in
Fig. 2 eine Seitenansicht der Anordnung nach Fig. l.
[0015] Man erkennt aus den beiden Figuren bei 1 jeweils eine Platte, an die eine zweite
Platte 2 anschließt. Die Platten 1 und 2 sind beim wiedergegebenen Ausführungsbeispiel
über Stützkörper bildende Wärmeleitkörper 3 und 4 bzw. 4
. der Unterkonstruktion, beispielsweise einem Estrich 5 abgestützt. Die beiden Wärmeleitkörper
3 und 4 sind unterschiedlich dargestellt um darzulegen, daß es verschiedene Möglichkeiten
ihrer Ausbildung gibt. Bei dem Wärmeleitkörper 4 ergibt sich ein kammförmiger Querschnitt,
während sich beim Leitkörper 3 ein wabenförmiger Querschnitt ergibt, dessen untere
Kanäle 6 zur Unterkonstruktion hin offen sind.
01. Aus dicht gebrannten keramischen Platten bestehende Bekleidung für Raumumgrenzungen,
wie Wände, Decken oder Böden, bei der die Platten im Abstand von einer sie über eingesetzte
Stützen tragenden flächigen Unterkonstruktion angeordnet sind und der gesamte Bereich
zwischen der Unterkonstruktion und der Bekleidung als gegen den umgrenzten Raum abgedichteter
Luftspalt ausgebildet und von einem erhitzten gasförmigen Medium durchströmt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß unter Verwendung großformatiger, dünnwandiger, dicht gebrannter
keramischer Platten die zwischen den Platten (1, 2) und der flächigen Unterkonstruktion
(5) eingesetzten Stützen als große Oberfläche aufweisende Wärmeleitkörper (3, 4) mit
in Strömungsrichtung des erhitzten gasförmigen Mediums verlaufenden Kanälen (6) ausgebildet
sind.
02. Bekleidung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanäle zur Unterkonstruktion (5) hin offen sind.
03. Bekleidung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanäle (6) in Form eines Wabenmusters verlaufen.
04. Bekleidung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens einige der Wärmeleitkörper (3, 4, 41) am Rande der Platten (2) diesen seitlich überragend angeordnet sind.
05. Bekleidung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmeleitkörper (3, 4) aus dem Material der Platten (2) bestehen.
06. Bekleidung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmeleitkörper (3, 4) Rippen- oder Wabenkörper sind und aus einem gut wärmeleitenden
Material bestehen.
07. Bekleidung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmeleitkörper aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung bestehen.
08. Bekleidung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmeleitkörper (3, 4) als einziger Stützkörper für die Platten (1, 2) gegenüber
der Unterkonstruktion (5) dienen.
09. Bekleidung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmeleitkörper (3, 4) dauerhaft und vorzugsweise vollflächig mit den Platten
(1, 2) verbunden sind.
10. Bekleidung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die dauerhafte Verbindung durch ein keramisches Bindemittel hergestellt ist, dessen
Wärmeausdehnungskoeffizient annähernd gleich dem der Platte ist.